Beiträge von Elvira

    Andreas lehnte sich zurück. „Der wird als Pfand bei mir bleiben. Für jede Minute die du dich verspätest bekommt er eine Strafe…“ verkündete Andreas. Er sah Hans Bauer an und nickte. Nur kurz darauf kam Carlos ins Zimmer. Er sah Ben mit wütenden Augen an. „Hallo mein Freund…“ knurrte er Ben an. Das „Mein Freund“ hörte sich verachtend an. Dennoch wollte Ben versuchen, sobald er die Chance hatte Carlos auf seine Seite zu ziehen. Vielleicht war der Junge nicht ganz versaut und sah seine Chance, wenn er sich auf Bens Seite stellte. „Du wirst Ben die Augen verbinden und erst wieder auf der Autobahn die Augenbinde abnehmen. Er wird versuchen dich auf seine Seite zu ziehen, aber vergiss nie, wer dich aus dem Knast geholt hat…“ lächelte Andreas Carlos an. „Das werde ich sicher nie vergessen, Boss. Und auf die Fahrt mit ihm, freue ich mich ganz besonders…“ Carlos sah Ben an. „Achte darauf, dass er keine Tricks versucht. Bullen kann man nicht trauen…“ warnte Andreas noch einmal. Carlos nickte und ließ seinen Blick nicht von Ben weichen. „Er hat mich einmal getäuscht. Ein zweites Mal wird es ihm nicht gelingen….“ versprach er leise. Es hörte sich nicht gerade erbauend für Ben an. Carlos kam auf ihm zu und verband ihm die Augen. Anschließend wurde Ben aus dem Haus geführt und in ein Auto gezwängt. Die Fahrt ging los. Die ersten Minuten verliefen schweigend. „Carlos….denkst du wirklich, dass du das Richtige machst? Ich kann dir helfen…“ versuchte Ben. „Ja klar….ein Bulle der helfen kann. Schon klar. Wobei denn? Mich in den Knast zu bringen und mich dann Kerlen wie Sputnik oder dem Don aussetzen? Ihr wisst nicht wie es im Knast ist…..“ fauchte Carlos. „Doch…ich weiß es….ich war auch drin. Hast du das vergessen?“ harkte Ben nach. „Nein…aber du hast noch nichts gesehen. Wenn du länger da gewesen wärest, dann vielleicht, aber so…du hast nichts kapiert. Nichts von dem was dort abläuft. Dort heißt es friss oder werde gefressen. Du bist ganz unten…und wenn du dort bist, dann ist es zu spät…du bist Freiwild für Leute wie dem Don. Niemand hilft dir!“ fauchte Carlos wütend. „Ich habe dir geholfen! Und ich hätte es auch getan, wenn ich gewusst hätte was der Don und Sputnik mit dir gemacht hätten. Aber ich war nicht da!“ verteidigte Ben sich. Carlos spuckte ihm ins Gesicht. „Bullen sind nie da, wenn man sie wirklich braucht.“ gab er verachtend von sich.

    Die Stunden vergingen und Semir arbeitete wie ein Roboter. Die Handgriffe gingen ihm wie Routine von der Hand, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Er konzentrierte sich vollkommen auf die Arbeit und spürte den Hunger und den Durst. Doch er wusste genau, dass er hier nichts bekam. Nach und nach wurden die Anderen die hier arbeiteten immer weniger bis er ganz allein dort saß. Nach einigen Stunden spürte er die Müdigkeit. Er hatte noch längst nicht das aufgeholt was er angeblich versaut hatte. Wut machte sich in ihm breit, doch er war dazu verdammt sich zu fügen. Er wurde immer müder und irgendwann kippte er einfach nach vorn und schlief ein. Als er auf den Tisch knallte fielen einiges an dem weißen Pulver auf den Boden, doch Semir war es egal. „Hey!!“ riss ihn eine Stimme aus dem Schlaf. „Nicht pennen! Du sollst arbeiten!“ fauchte sie. Semir sah die Person an. Es war Hans Bauer, der ihn so unsanft weckte. Höhnisch sah er ihn an. „Du bist noch nicht fertig! Es fehlen noch einige… und diese hier sind absolut Scheiße!“ fauchte Hans und riss einige Tütchen wieder auf. Semir sah ihn an. „Ich kann nicht mehr...“ gab er zu. „Ach du kannst nicht mehr? Soll ich dir zeigen dass du noch kannst? Los! Weiter!“ trieb er den Polizisten an. Vier Stunden später war Semir fertig. „Geht doch...“ grinste Bauer und rief Vohwinkel an. Semir sah ihn mit roten Augen an. „Er ist fertig…“ gab Bauer durch. Dann lauschte er eine Weile und sah Semir grinsend an. „Vohwinkel will dich sehen!“ erklärte er. Er machte Semir die Fesseln los und brachte ihn raus. Semir war zu erschöpft um etwas zu unternehmen. Nur wenige Minuten später saß er Vohwinkel an einem reich gedeckten Tisch gegenüber. „Greif zu… du hast es dir verdient…“ bot Andreas Vohwinkel an. Semir rührte sich nicht. Er wollte schlafen. Nur schlafen. „Wo ist Ben?“ fragte Semir leise. „Iss!“ befahl Vohwinkel nun energischer. Semir griff zu und aß. Anschließend bekam er zu trinken. „So…und nun darfst du wieder an die Arbeit gehen...“ lachte Vohwinkel. „ich bin müde…ich …“ lehnte Semir sich auf. „Oh…das habe ich ja ganz vergessen...“ lachte Andreas. Doch das Lachen verschwand wieder. „Schlafen kannst du wenn du tot bist…“ gab er zurück. „Wo ist Ben?“ wiederholte Semir seine Frage. „Er erledigt gerade für mich einen Spezialjob. Nur keine Sorge...er wird sicher nicht so schnell wieder zurück sein... Wir haben also sehr viel Zeit…“ erklärte Andreas breit grinsend. Er sah Hans Bauer an. „Bring ihn wieder an seinen Platz…“ befahl er. Bauer tat was Vohwinkel wollte und zerrte Semir zurück an seinem Arbeitsplatz.

    06.10.2011 "Turbo und Tacho reloaded

    Bei den Ermittlungen zu einem Mordfall erhalten Ben und Semir überraschend Unterstützung von zwei alten Bekannten: Turbo & Tacho. Andrea kauft sich ein neues Auto - ausgerechnet bei dem charmanten Schlitzohr Ferdi Köppke, der Semir schon vor Jahren beim Autokauf betrogen hat. Doch dann wird Ferdis Mechaniker ermordet. Der Autoverkäufer selbst flieht und macht sich damit natürlich höchst verdächtig. Semir und Ben ermitteln und bekommen unerwartet Verstärkung in Gestalt von Turbo & Tacho, den beiden sympathischen Chaosbullen. Zu viert folgen sie einer Spur, die zu einem Karnevalsgeschäft führt, in dem sich Ferdi möglicherweise versteckt. Und tatsächlich entdeckt Turbo den Gesuchten - nur merkwürdigerweise verrät Turbo Ferdi nicht.

    Zudem finden Ben und Semir heraus, dass hinter dem Mord ein viel größeres Verbrechen steckt, doch welche Rolle spielt Ferdi eigentlich in diesem undurchsichtigen Fall und warum verhalten sich Tacho & Turbo so eigenartig?

    „Arbeite mal was schneller!“ fauchte der Mann in Semirs Rücken und schlug ihn gegen den Hinterkopf. Semir zuckte zusammen und sah ihn an. „Mach deinen Scheiß doch selbst...“ knurrte er. Doch er hatte es kaum ausgesprochen als die flachte Hand des Mannes in seinem Gesicht landete. Blut schoss ihn aus der Nase. „Nicht frech werden Bulle….arbeite oder du bekommst nichts zu essen!“ warnte ihn der Aufseher. Semir machte sich wieder an die Arbeit. Zwischendurch ging seine Hand an die Nase um das Blut weg zu wischen. Dabei verunreinigte er das Heroin, was nicht unbemerkt blieb. „Sag mal spinnst du?“ schrie ihn Hans Bauer an, der vorbei kam. Er riss ihn vom Stuhl. „Du versaust gerade Millionen! Das wird Vohwinkel nicht passen aber das kannst du ihm erklären!“ fauchte er und löste Semir die Fesseln. Darauf hatte der türkische Hauptkommissar gewartet. Er sah seine Chance abzuhauen und nutzte sie. Kaum waren die Ketten gefallen drosch er auf Hans Bauer ein. Dieser hatte nicht die geringste Chance so schnell kamen die Schläge von Semir. Als Hans Bauer am Boden lag und sich vor Schmerzen krümmte, rannte Semir los. Doch seine Flucht endete an der Sicherheitstür. Niemand kam hier raus. Gehetzt sah er sich um. Es musste doch einen Ausweg geben. Hans Bauer erholte sich und stand auf. Blut tropfte ihn von den Lippen und er sah Semir wütend an. „Das hast du nicht umsonst getan…das verspreche ich dir. Du wirst jetzt durch die Hölle gehen!“ versprach er und hob die Hand. Semir spürte eine Bewegung hinter sich und wollte sich umdrehen, doch da spürte er schon Hände die ihm die Arme auf den Rücken rissen und fesselte. Er trat um sich um sich von den Gegnern befreien zu können, doch es waren zu viele. Sie zwangen ihn zu Boden und einer drückte ihm das Knie in die Wirbelsäule. Semir lag ruhig da um nicht auch seine Wirbelsäule in Gefahr zu bringen. „Und nun mach dich auf deine Höllenfahrt bereit. Ich habe mich für dich was ganz besonderes einfallen lassen...“ fauchte Bauer ihm ins Ohr. „Hans! Lass ihn los!?“ riss die Stimme von Vohwinkel die Aufmerksamkeit auf ihn. „Er hat versucht zu fliehen!“ erklärte Bauer. „Wie kann er das, wenn er am Tisch und am Stuhl gebunden war?“ harkte Vohwinkel weiter nach. „Ich habe ihn losgemacht, weil er das Koks mit seinem Blut verunreinigt hat. Du kannst etliche Briefchen wegwerfen!“ erklärte Hans. „Ich weiß...ich habe es gesehen...“ knurrte Vohwinkel und ging zu dem Tisch wo Semir gearbeitet. Fluchend kehrte er zu der kleinen Gruppe zurück. „Nicht einmal das kann er vernünftig…aber ich werde es ihm beibringen….“ drohte er. „Bringt ihn zurück!“ forderte er die Männer auf. Sie zerrte Semir auf die Beine und brachten ihn zum Platz. „Das sind siebzig Briefchen, die du verunreinigt hast. Das ist ein Vermögen! Du wirst es mir ersetzen. Du wirst diesen Platz erst verlassen wenn du die Arbeit aufgeholt hast. Du wirst nichts zu essen bekommen und nichts zu trinken.“ legte Vohwinkel fest. Er selbst band Semir wieder fest. Dieser sah ihn anschließend nur an. „Fang an!“ forderte er. Ohne etwas zu sagen tat Semir was ihm befohlen wurde. Vohwinkel und Bauer verließen den Raum. Semir sah ihnen nach.

    Ben sah was mit Semir passierte, doch er hatte keine Chance einzugreifen. Als Vohwinkel wieder zu ihm kam grinste er höhnisch. „So…der ist beschäftigt und nun zu meinem Spezialauftrag. Vor ungefähr sechs Monaten hat mir das LKA einen Waffendeal versaut. Ein ganz großes Geschäft…“ fing Vohwinkel an zu erzählen. Ben grinste. „Ein tolle Job…“ gab er zu. Andreas zog die Augenbrauen hoch. „Findest du? Nun ja. Jeder hat seine Meinung. Du wirst mir die Waffen wieder beschaffen. Und zwar alle!“ gab Vohwinkel bekannt. „Bitte was?“ fragte Ben nach. „Du wirst mir alle Waffen von Damals beschaffen. Dafür hast du genau 96 Stunden Zeit. Bis dahin hat Gerkan seine Schuld abzuleisten und genügend Briefchen gepackt.“ grinste Andreas. „Komm!“ befahl er und zerrte Ben mit raus. Sie verließen die „Sicherheitszone“ wie Vohwinkel diesen Bereich des Gebäudes nannte und gingen in einen Zimmer was einem Büro glich. Ben sah Vohwinkel an, sagte aber nichts. „Du wirst gleich mit Carlos, der sich ganz besonders auf das Wiedersehen mit dir freut, zur Asservatenkammer fahren und die Waffen holen. Anschließend wirst du sie mir zu dem Ort bringen, den Carlos kennt. Jeder Versuch mich zu linken wird bestraft.“ Warnte Andreas. „Ich kann nicht einfach in die Asservatenkammer gehen und die Waffen raus holen! Dafür sind verschiedene Formulare notwendig und die Einwilligung der Staatsanwaltschaft sowie…“ fing Ben an. Andreas lachte laut auf. „Willst du mich gerade verarschen?“ harkte er nach. „Benni…Benni…das ist nicht gut….das ist gar nicht gut. Ich mag nicht gelinkt zu werden. Solltest du es in diesem Zeitrahmen nicht schaffen, dann werde ich Gerkan töten…langsam und qualvoll. Er könnte verhungern…oder verdursten….oder aber… nein… nein… Wiederholungen sind mir zu wider. Es reicht doch eigentlich wenn Fynn das Zeitliche gesegnet hat, findest du nicht?“ verhöhnte Andreas ihn. „Es ist nun mal so…ich kann es nicht ändern. Die Leute in der Asservatenkammer geben nur gegen den richtigen Schein was raus. Das ist das Gesetz…“ widersprach Ben sofort. Andreas sah ihn an. „Gut…du willst es nicht anders….“ meinte er und griff zum Handy. Noch einmal sah er zu Ben. „Das sind die Vorschriften…“ gab Ben leise von sich. „Die Vorschriften interessieren mich nicht im Geringsten.“ gab Vohwinkel zu. „Aber ich…“ versuchte Ben erneut. „Kein Aber!“ Ich verkürze die Zeit auf 72 Stunden. Du hast nun noch zweieinhalb Tage mehr nicht. Ich will bis dahin meine Ware haben! Hast du mich verstanden?“ harkte er nach. Ben schluckte. „Was ist mit Semir?“ wollte er wissen.

    Susanne sah auf, als sie die Stimmen von Ben und Semir im Großraumbüro hörte. „Semir, hier ist alles, was du über Konstantin Rubens haben wolltest.“, meinte sie und reichte dem Kommissar eine Akte. „Danke... wollen wir doch mal sehen, was dieser Kerl nun schon wieder ausgefressen hat.“, knurrte der Deutschtürke, ließ sich in seinen Stuhl fallen und blätterte gleich in der Akte. „Ähm Semir, willst du nicht vorher deine Jacke ausziehen?“, wollte Ben wissen. „Was? Nein...ja, gleich.“, wiegelte sein Partner nur ab. Lachend ließ Ben sich nur in seinen Stuhl fallen und musste an das Gespräch mit seinem Vater denken. Bis zum Wochenende sind es noch knapp zwei Tage. Wenn sie in dieser Zeit keinen neuen Fall kriegen würden, dann müsste er fahren. Auch wenn sie einen Fall kriegen würden, müsste er fahren. Julia sowie Konrad würden ihm das nie und nimmer verzeihen, wenn er nicht käme. Er merkte gar nicht, wie Semir plötzlich aufgestanden war. Erst als seine Hand vor Bens Gesicht herum wedelte, riss er sich aus seinen Gedanken zurück in die Realität. „Was ist?“, wollte er wissen. Semir lachte kurz, dann wurde er ernst. „Dieser Rubens... es gab ein Wiederaufnahmeverfahren, weil man angeblich im ersten Prozess fehlerhaft ermittelt hatte. Der Mistkerl ist legal auf freiem Fuß.“, stieß Semir aus. Ben sah ihn an. „Und das gefällt dir natürlich überhaupt nicht.“, meinte er. „Nein...natürlich nicht...der Mistkerl hat es verdient hinter Gitter zu verrotten...!“, stieß Semir wütend aus und warf die Akte in die Ablage. „Nun beruhige dich doch. Die Kollegen von der Stadtpolizei machen das schon... du wirst sehen im nächsten Prozess wird er wieder verknackt...so einfach ist das.“, kam von Ben. Semir stieß verächtlich Luft aus. „Klar doch...aber du hast Recht... weißt du, dass es nur noch wenige Wochen sind, bis du Patenonkel wirst?“, wechselte Semir das Thema.

    Lydia und Konrad gingen an der Themse spazieren. „Ist das nicht herrlich....ich finde, dass London immer eine Reise wert ist. Auch wenn es zu 70% regnet oder nebelig ist...die Stadt ist wundervoll...“, schwärmte sie. Konrad nickte. „Ja...ich bedauere auch nicht, das ich hier her gezogen bin...es ist einfach wundervoll. Die Menschen...die Stadt....einfach alles...es gefällt mir sehr … und noch schöner wäre es, wenn ich den Rest des Lebens mit dir hier verbringen könnte...“, erklärte er leise. Lydia sah ihn an. „Das hast du so schön gesagt...aber wir sollten erst einmal das Wochenende mit deinen Kindern über die Runde bringen.....meinst du nicht. Wenn ich deinen Kindern zusage, dann können wir die Zukunft planen.“, lachte sie und küsste ihn. Konrad war völlig verliebt in diese Frau. Auch wenn sie wesentlich jünger war als er. Das Alter sollte bei Liebe gar keine Rolle spielen....so dachte Konrad. Sein Handy klingelte. „Warte...ich muss eben ran gehen.“, lächelte er und sah auf das Display. „Das ist meine Tochter...“, strahlte er. Mit Julia hatte er ein viel besseres Verhältnis als mit Ben. „Hallo mein Schatz.....wie geht es dir?“, wollte er wissen. „Danke Papa...mir geht es sehr gut...ich...wollte dir nur sagen, das ich am Freitag schon ankomme...ist das schlimm?“, hörte er Julia fragen. „Nein...das ist doch wunderbar...ich freu mich schon auf dich...und auf Ben....kommt Peter auch mit?“, wollte Konrad wissen. „Nein...er wird in der Firma gebraucht...er ist wie du...“, lachte Julia. „Er arbeitet und arbeitet und ist für eine wunderbare Neuigkeit nicht ansprechbar... dabei ist es die Krönung unserer Liebe...“, kam von Julia. Konrad stutzte. „Willst du...soll das heißen... das...du... Mutter wirst?“, fragte Konrad verstört nach. „Ja...Papa...du wirst im Sommer Opa...ich bin im dritten Monat....und...ich freue mich so...auf mein Kind...auf unser Kind...“ Konrad konnte regelrecht hören wie glücklich seine Tochter war. „Das freut mich für euch...das ist wirklich eine wunderbare Nachricht...Julia...du trägst die Koffer nicht selbst...ich hole dich am Flughafen ab...“, ermahnte Konrad sie sofort.

    Julia legte lächelnd auf. „Hast du es ihm jetzt per Telefon gesagt?“, wollte Peter wissen und umarmte seine Frau. „Ja...er ist völlig perplex gewesen... und du solltest dich in Acht nehmen...ab sofort wird er dich sicher ständig in den Ohren legen, dich für deine Kinder zu interessieren. Er wird dir sagen, dass du nicht den gleichen Fehler machen darfst wie er es getan hat...“, lachte sie. Peter sah sie gespielt strafend an. „Du bist gemein...als ob ich die Krone unserer Liebe vernachlässigen könnte... so wichtig ist die Firma mir nicht.... aber ich werde natürlich zwischendurch auch Präsenz zeigen...“, lachte er nur. Er küsste Julia innig. Vor wenigen Minuten hatte er erfahren, dass er Vater wird und war einfach nur überglücklich. „Ich muss packen...“, lachte Julia und löste sich. Sie reckte sich und wollte den Koffer vom Schrank heben. „Hey...du nicht...das mache ich! Du darfst nicht schwer tragen...“, ermahnte Peter sie sofort. Julia lachte auf. „Ich bin schwanger...nicht krank...“, erklärte sie. Dennoch nahm Peter den Koffer vom Schrank, legte ihn auf das Bett und ließ Julia ihre Sachen packen. „Bist du mir nicht böse, dass ich nicht mit kann?“, wollt er wissen und strich seiner Frau sachte über die Schultern. Sie lachte nur. „Wenn du nicht kannst, dann kannst du halt nicht. Es gibt sicher eine andere Möglichkeit, die Verlobte...“, sie stockte kurz. „Seltsam, obwohl ich mich für ihn freue, kann ich es doch noch nicht fassen.“ Jetzt war es Peter, der lachte. „Ist doch nicht so ungewöhnlich, aber ich glaube zu wissen, was du meinst. Komm, lass ihn seinen Ruhestand genießen und freu dich für ihn.“, meinte er und küsste den Nacken seiner geliebten Julia. „Du hast Recht. Ich werde sie kennen lernen und dann sehen wir mal weiter.“, meinte sie. Was ihr bevorstand, wusste sie nicht.

    okay...ich bin ja kein negativredner....aber ich sehe es so....die Flucht wird nicht gelingen und dafür sprechen zwei Dinge...

    1. Semir ist verletzt...kann kaum laufen. Damit kann er auch nicht rennen oder fliehen...also schon mal sehr negativ.

    2. Ben wurde niedergeschlagen und das könnte auch noch Nachteile haben....wenn was wichtiges verletzt wurde. zum Beispiel das Nervenzentrum für Hunger...stellt euch mal vor, das hat nen Kurzschluss und Ben will nur noch essen. Keine Zeit für die Flucht.

    ach ja....einen 3. Punkt gibt es auch...

    die ÜBERMACHT AN GEGNER.....Chris....mehr...mehr....mehr :thumbup:

    „Fynn...mach bitte keinen Mist. Wir werden von hier weg gehen. In das alte Haus von Papa. Du bist an nichts schuld, du hast niemanden verraten. Vertrau mir. Ich werde dir helfen von diesem Zeug runter zu kommen, obwohl der Arzt sagt du bist nicht mehr süchtig. Wir müssen weg von hier!“ flehte Klaus. „Nein...ich gehe nicht weg. Ich werde nicht fliehen. Ich werde diesen Mann retten. Er wird nicht das gleich erleiden wie ich. Das bin ich ihm und vor allem mir schuldig.“ stieß Fynn aus. Klaus schüttelte heftig den Kopf. „Das wirst du nicht tun...du bist selbst viel zu schwach um aktiv einzugreifen! Fynn. Die beiden Kollegen von der Autobahn werden es selbst schaffen. Du musst gesund werden! Außerdem kannst du gar nichts sehen…“ redete Klaus auf seinen kleinen Bruder ein. Dieser drehte seinen Kopf in Richtung Fenster. „Beiden?“ harkte er nach. Klaus stöhnte auf. „Ja...es gab einen fingierten Deal, bei dem der Dienstpartner von diesem Jäger entführt wurde. Aber das ist nicht deine Schuld. Daran sind die selbst schuld. Die haben nicht aufgepasst. Und dieser Jäger hat sich bestimmt selbst verraten. Komm mit mir...wir müssen weg...“ stieß Klaus erneut aus und fing an die Sachen seines Bruders zu packen. „Nein! Ich werde nicht weglaufen! Mein Leben ist mir egal...ich werde alles tun um die Beiden zu retten. Vielleicht kann ich nicht aktiv sein, aber ich kenne die Unterschlüpfe von Vohwinkel...seine Drogenküche...alles...ich weiß wo alles ist...“ gab Fynn entschlossen von sich. „Das ist sehr gut. Dann werden Sie uns sagen, wo sich diese Gebäude befinden.“ kam eine weibliche Stimme aus dem Hintergrund. Klaus drehte sich sofort um. „Frau Krüger? Ich habe Sie nicht reinkommen hören...“ gab er zu. Kim Krüger nickte. „Das habe ich bemerkt. Herr Gerber...es ist wirklich wichtig. Wo befinden sich diese Gebäude?“ harkte sie nach. Fynn schien sie anzusehen, doch Kim wusste dass der junge Mann nichts mehr sah. „Sie sind die Vorgesetzte von Herrn Jäger?“ fragte er nach. Kim nickte. „Die beiden Kollegen stecken bis zum Hals in Schwierigkeiten und wir haben keinen Kontakt zu ihnen. Ohne Ihre Hilfe kommen wir nicht weiter.“ erklärte Kim Krüger. Fynn nickte. „ich werde Ihnen helfen soweit ich kann. Ich habe zwar immer meine Augenbinde drauf gehabt, wenn wir irgendwo hingefahren sind, aber ich habe die Gegend erkannt. Und irgendwie habe ich sie ja wieder auf… Eine der Häuser liegt in Köln-Kalk...direkt an der Autobahn.“ gab er bekannt. „Kennen Sie die Straße?“ harkte Kim nach. Fynn schüttelte den Kopf. „Die Erinnerung ist nicht da, aber wenn wir dorthin fahren, dann werde ich es sicher erkennen...“ schlug er vor und stockte direkt. Wie sollte er etwas erkennen, wenn er nichts sah? „Ich meine…ich….“ hängte er sofort an. „Schon gut..Herr Gerber…“ kam von Kim Krüger. „Nein...du darfst das Krankenhaus noch nicht verlassen! Ich verbiete es dir!!“ warf Klaus energisch ein.

    Auch Ben kam in die Sicherheitszone, allerdings auf der anderen Seite. Er saß Semir genau gegenüber. Nur durch eine dicke Scheibe getrennt. „Du wirst die Tütchen, die dein Freund so fein füllt nehmen und in diese Säckchen packen...immer zehn Stück. Du kannst hoffentlich zählen...“ verhöhnte Andreas Vohwinkel ihn. Ben nickte. „Und bei dir hoffe ich dass du rechnen kannst. Du kannst nämlich damit rechnen, dass wir uns nicht alles gefallen lassen...“ fauchte Ben wütend. Andreas holte aus und schlug ihm auf den Hinterkopf. „Du hast immer noch eine ziemlich große Klappe. Weißt du Fynn Gerber wollte auch nicht so wie ich wollte. Er hat es gespürt doch dadurch habe ich eine Arbeitskraft verloren. Bei dir sieht es etwas anders aus. Wenn du nicht spurst werde ich Gerkan es spüren lassen. Ich habe nämlich erkannt, dass ihr beide ganz dicke seid. Also...wenn du deinem Freund das Los von Gerber ersparen willst, dann mach was ich dir sage!“ fauchte Andreas Vohwinkel ihn an. Ben sah zu Semir und nickte dann. „Sehr gut...“ grinste Vohwinkel. Ben fing an zu arbeiten. Er packte immer zehn Tütchen in das Säckchen, die er dann in einen Korb legte. Die Wut stieg in ihm auf, doch weder er noch Semir konnten etwas unternehmen. Er sah wie einer der „Vorarbeiter“ an Semirs Platz kam und mit ihm sprach. Hören konnte er nichts. Das Glas war viel zu dick. Semir antwortete. Nur wenig später schlug der Mann Semir ins Gesicht. Ben sprang auf. Er wollte seinem Partner zur Hilfe eilen, doch Vohwinkel lachte leise. „Wage es nicht...“ warnte er ihn. Ben sah zu ihm. Die Waffe war auf ihn gerichtet. Wie gebannt starrte Ben auf das was sich hinter der Scheibe abspielte. Er sah wie Semir weiter arbeitete und immer wieder Blut aus der Nase tropfte. Einige der Tropfen fielen auf das Heroin, was vor Semir in der Schale lag. Andreas Vohwinkel sah es und sprang auf. Er kochte vor Wut. Ben bemerkte es und machte sich bereit ihn anzugreifen. „Das darf doch wohl nicht wahr sein!!“ stieß Vohwinkel aus und drehte sich um. Er wollte wohl in den Sicherheitsbereich. Das war Bens Chance. Er sprang Vohwinkel an und griff einen der Plastikkörbe. Mit voller Wucht schlug er diesen auf Andreas Kopf. Mit einem Stöhnen sackte der Verbrecher zusammen. Ben warf sich auf ihn und versuchte an die Waffe zu kommen. Doch der Kampf dauerte nur kurz. Vohwinkel bekam Hilfe von zwei Männern, die Ben weg zerrten. Schmerzhaft verdrehten sie ihm die Arme. Auch Andreas kam hoch. „Das wird noch ein Nachspiel haben, aber erst werde ich mir Gerkan vornehmen...“ versprach er und wischte sich das Blut von den Lippen

    „ Keine Angst...du wirst auch gleich dort hin gebracht. Nur mag ich es nicht, wenn ihr zusammen seid. Ich habe genügend Arbeit für euch beide...“ grinste Vohwinkel. „Treib es nicht zu weit...“ warnte Ben. „Was dann? Willst du dich gegen mich auflehnen und das Leben deines Freundes in Gefahr bringen?“ wollte Andreas wissen. Ben schluckte. Vohwinkel hatte Recht. Er würde alles tun um Semirs Leben zu schützen. „Ich werde dir meinen Plan verraten. Du und Gerkan werdet jetzt erst einmal zwei Tage für mich arbeiten. Ihr werdet die Aufgaben durchführen und dafür dann freie Kost und Logis erhalten. Das ist doch fair...musst du nun wirklich zugeben. Danach wirst du und Carlos mir Waffen aus der Asservatenkammer holen. Dafür hast du dann 96 Stunden Zeit. Wenn du es nicht tust, wird Gerkan bluten...und ich schwöre dir, dass es nicht nur leere Worte sind.“ warnte Andreas. Ben nahm es ihm sofort ab. Andreas Vohwinkel machte in diesem Rahmen leine leeren Versprechungen. „Mit jeder Stunde die du dich verspätest, wird Gerkan ein Geschenk von mir bekommen...was das ist, werde ich dann individuell aussuchen.“ drohte Vohwinkel. Ben schluckte. Er glaubte Vohwinkel jedes Wort. „Okay...wer garantiert mir, dass es Semir gut gehen wird, wenn ich nicht da bin?“ fragte er heiser. „Ich...“ lachte Andreas. „Pfff.....“ machte Ben nur. Er wollte aufstehen doch Vohwinkel hielt ihn fest. „Ich warne dich...denk ja nicht, dass du auch nur den Hauch einer Chance hast Hilfe zu holen...“ drohte er. „Ich möchte dir auch was sagen...wenn du Semir auch nur ein Haar krümmst, dann bekommst du einen Feind, den du dir niemals wünschst. Nämlich mich...und ich kann verdammt ungemütlich werden...“ quetschte Ben heraus und ließ seine Stimme extrem gefährlich anhören. Es verging eine gute Stunde bis Hans wieder kam. Ben ahnte schon, das Semir sich nicht mehr in diesem Haus aufhielt. Andreas sah ihn grinsend an. „Und ist Herr Gerkan ein fleißiger Mitarbeiter?“ wollte er wissen. Hans zog die Schultern hoch. „Erst wollte er nicht, aber dann hat er doch eingesehen, dass es besser ist zu tun, was ich will...“ erklärte Hans und sah Ben dabei an. „Dann darfst du nun auch Jäger hinbringen. Aber sie werden nicht zusammen sitzen...setz ihn so hin, dass er Gerkan sehen kann, aber nicht mehr...“ bat Andreas freundlich. Hans nickte. Schon war er mit Ben unterwegs.

    Klaus Gerber fuhr nach dem Frühstück zu Fynn ins Krankenhaus. Er klopfte an die Tür und trat ein. Sein Bruder lag in seinem Bett. Er sah ihn an und lächelte, doch Fynn drehte sich weg. „Warum hast du mich angelogen?“ fragte Fynn leise. Klaus schluckte. „Ich? Dich angelogen? Was meinst du?“ kam etwas verwundert von ihm. „Ich kann mich wieder an alles erinnern...ich weiß alles...heute Nacht ist die Erinnerung zurückgekehrt...Andreas Vohwinkel ist ein Verbrecher der mich süchtig gemacht hat...und er hat mich ins Koma befördert. Und er hat mich blind gemacht. Diese Überdosis…sie war der Grund dafür… Du hast es gewusst.....“ gab Fynn leise zurück. Klaus schloss die Augen. „Du erinnerst dich wieder? An alles?“ harkte er nach. Fynn drehte den Kopf in seine Richtung und nickte. „Ich weiß alles. Andras Vohwinkel hat durch einen dummen Vorfall herausgefunden das ich Polizist bin...ich habe mich selbst verraten. Und er hat mich leiden lassen. Ich wurde eingesperrt und der Raum war dreckig. Ich musste sogar für Vohwinkel arbeiten... in seiner Drogenküche...ich musste diese Tütchen packen. Abends wurde ich in einen dunklen dreckigen Raum gesteckt und er hat mich geschlagen. Ich habe ihm geschworen, dass er mich nicht brechen wird...aber er hat es geschafft. Er hat mir Heroin gespritzt, als ich völlig am Ende war. Jeden Tag bekam ich eine Dosis. Jeden Tag....immer wieder....bis ich nicht mehr ohne dieses Zeug kann. Und dann hat er mich vor dem LKA aus dem Auto geworfen. Ich sollte ihm Informationen bringen, sonst bekomme ich kein Heroin mehr. Ich war in einem der Archive und wollte ihm was bringen. Irgendwas...Hauptsache ich bekam meine Ration. Doch dann brach ich zusammen und bin hier wieder aufgewacht...“ erzählte Fynn. Klaus legte seinem Bruder die Hand auf die Schulter. „Bleib ganz ruhig...bitte Fynn...reg dich nicht auf...ich habe es getan, damit du die Sucht vergisst. Du brauchst das Zeug nicht...nicht wirklich...“ versuchte Klaus ihn zu beruhigen. „Ich bin noch nicht fertig...als...als ich hier lag...du hast mir doch erzählt, das ihr einen weiteren Mann in die Bande geschickt habt...ich...ich hab ihn verraten...ich wollte meine Dosis...ich brauchte sie doch...“ Fynn fing an zu weinen. „Nein...sag das das nicht wahr ist...Fynn...das kannst du nicht getan haben...“ zweifelte Klaus. „Die Schwester....die... die hier war, als ich ins Koma kam. Das...das war Hans Bauer...die rechte Hand von Vohwinkel. Er hat mir meine Dosis gegeben. Und dafür habe ich den Kollegen verraten. Ich bin schuld wenn er nun stirbt. Ich bin ein indirekter Mörder...“ stieß Fynn aus. „Ich bin schuld wenn Ben Jäger auch das durchmacht, was ich machen musste. Ich bin schuld...damit kann ich nicht leben. Ich will nicht am Tod eines Menschen schuld sein...ich will das nicht...“ kam entschlossen von Fynn.

    Semir sah zu Ben. „Esst!“ befahl Andreas Vohwinkel. Langsam fingen die Hauptkommissare an zu essen. Es war alles frisch und schmeckte gut. „Was haben Sie wirklich vor?“ wollte Ben wissen. „So wie ich schon sagte, Zunächst werden du und Gerkan für mich arbeiten. Dann du wirst mir die Waffen besorgen, die ich verkaufen will. Gerkan wird solange in meiner Gesellschaft sein und es wird ihm nichts passieren solange du meine Befehle ausführst. Wenn du quer schießt, werde ich Gerkan dafür bestrafen. Du weißt schon….ich jage ihm eine Kugel ins Bein… eine in den Arm…in die Schulter…oder in den Kopf. Es kommt darauf an wie lustig ich bin. Aber solange du dich an die Befehle hältst wird ihm nichts passieren.“ grinste Andreas Vohwinkel. Wie gern hätte Ben einfach nur zugeschlagen. „Ja...das kann ich mir sehr gut vorstellen...“ riss Vohwinkel ihn aus den Gedanken. „Was?“ fragte Ben. „Du würdest mich am liebsten umbringen nicht wahr...ich will dir eine kleine Geschichte erzählen...“ lachte Andreas. „Ich will keine hören...“ knurrte Ben. „Hör mir einfach zu .....vor einigen Monaten habe ich einen jungen Mann kennen gelernt, der mir ein paar Bullen vom Hals geschafft hatte. Ein echter Freund dachte ich...und nahm ihn zum Dank mit. Doch dann fand ich heraus, dass es selbst ein Bulle war. Er wollte die Bande von innen auffliegen lassen, so wie du es vorhattest...“Andreas machte eine Pause und sah zu Semir. „der Mann den ich meinen Freund nannte, hat mir sehr gute Dienste geleistet, doch dann wurde ich wütend...weil er mich belogen hat. Ich habe ihn zusammenschlagen lassen, ihn hungern und dursten lassen und dann als er am Boden lag, habe ich ihn Heroin gespritzt. Am Ende war er soweit und hat alles für mich getan um den nächsten Schuss zu bekommen. Alles, verstehst du...das kannst du deinem Partner ersparen. Tu einfach nur was ich will und es wird ihm gut gehen...“ erzählte Andreas weiter. Er sah Hans an und nickte. „Bring Gerkan als Erstes weg!“ befahl er. Hans packte Semir und zerrte ihn vom Stuhl. Semir wehrte sich und wollte zuschlagen, doch Hans ergriff seinen Arm und drehte ihn auf den Rücken. Er drückte ihn hoch. Semir stöhnte auf. Dann packte Hans ihn im Nacken und drückte zu. Ein leiser Schrei kam von Semir. Er sah Ben Hilfe suchend an. Und auch dieser wollte aufspringen, doch Vohwinkel hielt ihn fest. „Mach keine Dummheiten...er wird dafür bezahlen...“ warnte er ihn. Ben ließ sich wieder auf den Stuhl fallen und musste zusehen, wie Semir aus dem Raum gebracht wurde.

    Semir saß zunächst auf der Ladefläche eines kleinen Transporters. Hans setzte sich ans Steuer und die Fahrt ging los. Semir konnte nicht sehen wohin es ging, aber es dauerte nicht lange. Der Wagen wurde langsamer und Semir wurde raus gelassen. Er sah zwei Männer bei Hans Bauer stehen. „Bringt ihn zu den Anderen in die Sicherheitszone!“ befahl Hans. Die Männer packten Semir am Arm und zerrten ihn weg. Da die Beiden Waffen hatten, wehrte Semir sich nicht. Vielleicht bekam er eine Chance wenn er dort war wohin die Männer ihn brachten. Doch als er angekommen war, sah er ein dass es besser gewesen wäre vorher was zu tun. In der so genannten Sicherheitszone wurde Semir mit einer Kette, die am linken Fußgelenk befestigt wurde, an einem Stuhl gebunden. Seine rechte Hand wurde mit einer Handschelle am Tisch gekettet. So war er an Ort und Stelle gebunden und eine Flucht unmöglich. Vor ihm lag ein Haufen Koks oder aber Heroin, welches in Tütchen gefüllt werden sollte. „Das ist deine Aufgabe...in jedes Tütchen kommen 2 Gramm...nicht mehr...! Das ist für die Straße... und du wirst diese Aufgabe sorgfältig erfüllen, denn wenn ich auch nur eine Unstimmigkeit finde, dann wirst du bestraft werden...“ warnte Hans leise. Semir sah ihn an. „Ich werde ganz sicher nichts machen...“ gab er ebenso leise zurück und legte die Hände demonstrativ auf den Tisch. Ein junger Mann der neben Semir saß sah ihn an. „Mach lieber was er sagt...sonst bekommst du keine Ration...“ raunte er ihm zu. „Die kann er sich sonst wo hinstecken...“ gab Semir knurrend zurück. Doch Hans schien der Geduldsfaden zu reißen. Er packte Semir im Genick und drückte erbarmungslos zu. „Fang an zu arbeiten!“ fauchte er ihn an. „Du kannst...mich ...mal...“ stöhnte Semir. Bauer schlug ihm den Kopf auf die Tischplatte. Semir schrie auf und er spürte wie aus einer Platzwunde Blut kam. Bauer riss ihn hoch. „Fang an!“ forderte er ihn erneut auf. Semir sah ihn nur an, sagte aber nichts. Hans zog ihn vom Stuhl und schlug ihm die Faust in den Magen. Semir ging zu Boden. Er verdrehte seinen angebundenen Arm dabei und stöhnte leise auf. „Wirst du jetzt machen was ich sage, oder muss ich richtig böse werden?“ fragte er ihn wütend. Semir nickte. Er musste sich fügen. Hans Bauer zog ihn hoch und drückte ihn auf den Stuhl. „Fang an!“ wiederholte er. Semir nahm den kleinen Löffel und füllte das Rauschgift in die Tütchen. Noch einmal griff Hans in seinen Nacken und zwang ihn so. ihn anzusehen. „Bei der nächsten Weigerung werde ich mir was ganz besonders für dich ausdenken...und jetzt wirst du für acht Stunden hier sitzen und die Tütchen füllen.“ grinste er ihn an und ließ los. Dann verließ Bauer den Raum.

    Ben hatte sich bis in den Kassenbereich begeben können, unbemerkt von den beiden Räubern, die sich an den Geldausgaben zu schaffen machten. Noch einmal seine Waffe überprüfend, lugte er zu Semir, der mit erhobenen Händen im Rücken der Männer stand. Unmerklich nickte er nur kurz. Das war für Ben das Zeichen. Sofort schnellte er hoch, richtete die Waffe auf den ersten Angreifer und packte ihn zusätzlich am Kragen. „Hände hoch, Polizei.“, schrie er und zog damit die volle Aufmerksamkeit auf sich. Semir, der dicht bei einem der Gangster stand, hieb diesem die Füße weg, nagelte ihn mit einem Fuß am Boden fest und richtete seine Waffe auf den anderen. Alle vier waren vollkommen überrascht, offensichtlich mehr als Anfänger, und legten ihre Waffen auf den Boden. Vier? Moment mal, das waren doch fünf. „Verdammt Semir, da versucht einer sich dünne zu machen.“, stieß Ben aus und zeigte in Richtung Parkplatz, wo gerade quietschende Reifen zu hören waren. „Shit...kommst du mit denen hier klar?“, wollte Ben wissen und sprang über den Tresen, als er seine beiden Gefangenen an eine Eisenstange gebunden hatte. „Schnapp ihn dir, aber lass meinen Wagen heile.“, grinste Semir, während er Ben die Schlüssel zuwarf und dann seine beiden Gangster fesselte. Der Jungkommissar rannte auf den Parkplatz und sah sich um. Erschrocken nahm er wahr, wie ein schwarzer Audi auf ihn zuraste und ihn umgefahren hätte, hätte er sich nicht durch einen Sprung zur Seite gerettet. „Du verdammtes...“, Ben verschluckte die letzten Worte, sprang in den BMW seines Kollegen und verfolgte den Mann in dem Audi. „Noch schlimmere Laune kann ich jetzt bestimmt nicht mehr kriegen...“, knurrte Ben nur.

    Die Jagd ging los. Der Audi fuhr rasante und riskante Manöver, überholte rechts und links und drängte sich durch die noch so kleinste Lücke. „Sag mal, ist der wahnsinnig?“, stieß Ben wütend aus und wich den sich quer stellenden Fahrzeugen aus. Immer wieder musste er abbremsen, wieder beschleunigen und ausweichen, um nicht mit den anderen Verkehrsteilnehmern zusammenzukrachen. „So, jetzt reicht es mir.“, fauchte er und holte auf. „Scheiße, scheiße, scheiße...“, stieß der Räuber aus und machte im nächsten Moment große Augen. Als er sich umsah, hatte er einen aufgehäuften Sandhaufen an einer Baustelle übersehen. Das Fahrzeug schoss wie eine Rakete über diesen Sandberg hinweg, landete auf der Seite und schlidderte noch einige Meter weiter, riss dabei noch einige Poller um und kam dann entgültig zum Stillstand. Ben brachte den BMW in sicherer Entfernung zum Fahrzeug zum Stehen, stieg dann aus und rannte mit gezogener Waffe auf den Audi zu. „So Endstation, Freundchen. Mir das Mittagessen verderben... so haben wir nicht gewettet.“, knurrte der Jungkommissar nur und zog dann den vollkommen benommenen Räuber hoch, schmiss ihn gegen den Wagen und legte ihm dann Handschellen an. Als er mit ihm zum BMW zurückgehen wollte, kam gerade Semir mit einem Streifenwagen der Kollegen angefahren. „Hey, mein Wagen ist ja noch in einem Stück, wie ich das sehe.“, lachte er und stockte, als er den Mann ohne Maske sah. „Wusste ich es doch... Kreuzer. Sie können es auch wohl nie lassen, oder?“, zischte Semir und ließ den Mann von den Kollegen wegbringen. „Du kennst ihn?“ „Hm, hab ihn mehrmals verhaftet.“, erklärte Semir und sah dann zu einem der am Unfall unbeteiligten Fahrer rüber. War das etwa? Nein, das konnte nicht sein... er musste doch noch sitzen.

    „Ben, siehst du da auch, wen ich sehe?“, fragte Semir seinen Partner nur und der Angesprochene drehte sich um. Auch Ben bekam große, staunende Augen. „Was macht der denn hier? Ich dachte, der müsste noch sitzen.“, stieß Ben aus. „Das dachte ich aus. Los, den kauf ich mir.“, knurrte Semir nur und ging zu dem silbernen Alfa rüber, klopfte laut gegen die Scheibe und wartete darauf, dass der Fahrer ihn erkannte. Die Scheibe fuhr runter und ein junger, arrogant wirkender Kopf mit nach hinten gestylten blonden Haaren kam hinter einer Sonnenbrille zum Vorschein. „Rubens...Konstantin Rubens, hab ich’s doch richtig vermutet.“, stieß Semir wütend aus, riss die Tür auf, den Mann aus dem Auto und knallte ihn gegen sein Dach. „Hey, Moment mal, was soll das denn?“, stieß der Mann wütend und erschrocken über den Überfall zugleich aus. „Seit wann sind Sie wieder draußen?“, fauchte Semir den Mann an. „Semir!! Was soll das denn...wir sollten ganz freundlich sein...meinst du nicht?“, wollte Ben von ihm wissen. Er löste Semirs Hände, die sich in die Jacke von Konstantin Rubens gekrallt hatten. „Er hat aber viel länger einsitzen müssen. Bist du abgehauen oder was?“, fauchte Semir den Mann an. „Ich weiß gar nicht, was Sie wollen, Gerkhan...ich bin vor gut drei Wochen entlassen worden...wegen guter Führung...“, grinste der Mann sie an. Natürlich bemerkten Semir und Ben das dies nicht ernst gemeint war. „Wegen guter Führung kann ich Sie auch wieder einbuchten...“, knurrte Semir wütend. Ihm passte es überhaupt nicht, dass dieser Mann wieder auf freiem Fuß war. Aber es war nichts im Gegenzug zu das, was ihm noch bevorstand.

    Kim sah ihn wütend an. „Semir Gerkan und Ben Jäger sind ausgezeichnete Polizisten. Semir hat mehr Dienstjahre auf dem Buckel als Sie! Und es ist völlig egal in welcher Abteilung er arbeitet. Ihr Bruder war beim LKA und wurde enttarnt. Also kommen Sie mir nicht mit solchen Vorwürfen!“ fauchte Kim ihn an. „Vohwinkel muss von außen gewusst haben, das Benjamin Block Ben Jäger ist.“ Hängte sie an. „Hey…das mit meinem Bruder ist ein dämlicher Zwischenfall gewesen. Er ist wieder da und wird gesund werden.“ verteidigte Klaus Fynn. „Aber ich stelle mir schon die Frage, warum Vohwinkel ihn hat laufen lassen? Er kann ihn doch identifizieren. Also wäre er ein Risiko für Vohwinkel…“ mutmaßte Kim. Klaus schluckte. „Sie wollen aber jetzt nicht behaupten, dass ich Ben Jäger verraten habe oder? Nur um meinen Bruder zu befreien? Das wollen Sie nicht behaupten oder? Ich bin LKA-Beamter! Und ich bin mit Sicherheit kein Verräter! Vermutlich hat Ben Jäger sich selbst verraten!“ fauchte Klaus wütend. Fritz Sklogowski schlug mit der Faust auf den Tisch. „Genug jetzt! Mit Schuldzuweisungen helfen wir den Beiden nicht!“ stieß er aus. Kim und Klaus sahen ihn an. „Klaus…erinnere dich bitte, hast du mit jemanden über diese Sache gesprochen?“ fragte Fritz direkt. Klaus lachte leise. „Mit keinem Außenstehenden, wenn du das wissen willst. Ich bin kein Anfänger!“ stieß Klaus aus. „Es ist sehr wichtig. Hast du mit Fynn darüber gesprochen?“ kam die nächste Frage. Klaus sah ihn erschrocken an. „Willst du Fynn jetzt des Verrates bezichtigen?“ stellte er die Gegenfrage. „Hast du mit ihm darüber gesprochen oder nicht?“ wiederholte Fritz die Frage. Klaus nickte leicht. „Als Fynn aufwachte, das erste Mal…da habe ich ihm versprochen Vohwinkel für das was ihm angetan wurde büßen wird und dass wir jemanden in die Bande schleusen, die eigentlich ihn befreien sollten. Und er war verdammt noch mal sehr besorgt um Jäger! Warum sollte er ihn verraten?“ stieß Klaus aus. „Weil er süchtig war….er hätte für das Rauschgift alles getan…“ lenkte Kim ein. Klaus stand auf. „Oh nein!! Fynn ist kein Verräter!! Niemals….ihr Mann war es, der sich selbst verraten hat! Warum sollte Fynn es weiter tragen? Er ist für immer blind!! Er war es nicht!! Er nicht!! Das macht keinen Sinn! Er hatte keinen Besuch!“ schrie er wütend. Fritz sah seinen Mann an. „Klaus….diese Krankenschwester die Fynn die Spritze gegeben hat. Du hast gesagt, dass sie keine war. Was wenn Vohwinkel einen seine Leute geschickt hat und Fynn für den Schuss alles verraten hat. Du weißt genau wie grausam die Sucht sein kann.“ gab er zu bedenken. Klaus schloss die Augen.

    „Nein…nein…so lange war Fynn nicht drauf. Er hätte nie einen Kollegen verraten. Das glaube ich einfach nicht. Nicht Fynn…nicht er…“ widersprach Klaus aber seine Gedanken verrieten, das es nicht weit hergeholt war. Er musste Fynn mit seiner echten Vergangenheit konfrontieren, aber erst wollte er den Arzt dazu fragen. „Wir müssen mit ihm reden.“ riss Kim Krüger ihn aus seinen Gedanken. „Nein!! Der Arzt sagt, er darf noch keine Erinnerung an das haben, was passiert ist. Das ist zu gefährlich für Fynn!“ stieß er sofort aus. Fritz sah Kim an. „Wollen wir es nicht auf eine andere Art und Weise versuchen?“ bat auch er. Kim dachte kurz nach. Sicher hatten Gerber und Sklogowski Recht wenn sie sagten, dass es derzeit ziemlich egal war, ob Fynn Ben verraten hatte oder nicht. Helfen würde es den Beiden jetzt nicht direkt. „also gut…wie wollen wir vorgehen?“ gab sie klein bei. „Danke…ich…ich werde versuchen über meine Quellen etwas herausfinden. Ich verspreche Ihnen dass ich die Beiden finden werde….und….“ kam von Klaus. „Schon gut…kümmern Sie sich um Ihren Bruder.“ lächelte Kim. Sie brauchte nicht noch einen Helden, der versucht sich hervor zu heben. Kim sah Sklogowski an. „Wir werden dort weitermachen, wo Semir aufgehört hat und einen Club nach dem Anderen ausheben. Die Personen die wir verhaften, werden wir nach Vohwinkels Verstecken befragen.“ gab sie bekannt. „Das klingt nach einem sehr guten Plan Frau Krüger…“ lobte Sklogowski die Frau. „Danke…ich hoffe nur, wir bringen die Beiden dadurch noch mehr in Gefahr.“ kam leise von ihr. Sie erhob sich. „Ich muss zurück…vielleicht meldet Ben sich noch und wird doch noch alles gut.“ kam nervös von ihr. Fritz Sklogowski nickte. „Es wird alles gut werden. Wir müssen die Beiden finden und dann werden wir Vohwinkel endlich ins Gefängnis stecken.“ gab auch er zu verstehen. „Wie konnte er eigentlich so mächtig werden? Ich dachte das LKA ist schon seit Jahren hinter ihm her. Wie kann es dann sein, dass er immer noch frei ist?“ wollte Kim plötzlich wissen. „Wir hatten ihn schon sehr oft in Gewahrsam, aber er findet immer wieder Anwälte die einem das Wort im Munde verdrehen und die immer wieder eine Lücke finden durch die er schlüpfen kann.“ stöhnte Sklogowski. „Dann sollten wir die Anwälte gleich mit einsperren.“ fauchte Kim. Sie kannte auch diese Rechtsverdreher die Verbrecher für Geld vertraten und sich damit rühmten sie frei zu bekommen.

    so der ersten Schulungstag in Mannheim lebend überstanden....und dafür bekommt ihr das Abendessen heute mal früher...;)

    ****************************

    Der nächste Morgen brach an. Ben stand auf und rüttelte an der Tür. Sie war nach wie vor verschlossen. Hunger machte sich bemerkbar. Immerhin hatte er seit gestern Vormittag nichts mehr bekommen. „HEY!!!“ schrie er und hämmerte gegen die Tür. Doch nichts passierte. Was war mit Semir? Er setzte sich wieder aufs Bett und wartete. Carlos Pérez war seit seiner Ankunft hier verschwunden. Urlaub wie er Ben schon bei der Flucht sagte. Wie lange wusste er allerdings nicht. Die Zeit verging und irgendwann hörte er den Schlüssel. Die Tür ging auf und Hans erschien im Rahmen. Er richtete die Waffe auf Ben. „Rauskommen!“ befahl er und unterstrich diesen Befehl mit einem Wink der Waffe. Ben stand auf und ging mit leicht erhobenen Händen an ihm vorbei. Hans delegierte ihn nach unten. Langsam ging Ben die Treppe runter. „Wo ist mein Kollege?“ wollte er wissen. Keine Antwort. „wo ist mein Kollege?“ wiederholte Ben seine Frage und bleib stehen. Hans stieß ihn in den Rücken. „Geh!“ fauchte der Gangster. Ben taumelte, konnte aber sein Gleichgewicht halten. Er betrat das Esszimmer und zu seiner Verwunderung saß auch Semir am Tisch. Doch seine Hände waren auf dem Rücken gefesselt. Aber er war nicht geknebelt. „Bist du okay?“ wollte Ben wissen. Als Semir ihn ansah, bemerkte er sofort die geschwollene Nase und das getrocknete Blut. „Was soll das?“ fauchte er Andreas an. „Setz dich!“ befahl er anstatt die Frage zu beantworten. Ben blieb stehen. Andras musterte ihn mit einem harten Blick. „Setz dich! Ich wiederhole es nicht noch einmal….“ warnte er. Doch Ben regte sich nicht. Plötzlich griff Andreas Semir ins Genick und stieß seinen Kopf auf die Tischplatte. Ben zuckte zusammen. Andreas Vohwinkel nahm ein Messer und setzte es an Semirs Hals. „Setz dich hin!“ befahl er erneut. Ben hob die Hände und führte den Befehl aus. „Okay…okay….lass ihn…“ bat Ben. Vohwinkel ließ Semir los, der sich langsam aufrichtete. „Mach ihm die Fesseln los, damit er essen kann.“ wandte Andreas sich an Hans. Dieser löste die Fesseln und Semir rieb sich die Handgelenke. Sie waren leicht gerötet. Doch er sagte kein Wort. Andreas sah von einem zum Anderen. „Und nun zu den Regeln. Ihr werdet essen und trinken. Und danach werdet ihr beide für mich arbeiten. Ich habe mir da etwas für euch ausgedacht, was euch sicher gefallen wird. Ist auch gar nicht schwer...“ grinste Vohwinkel. „Und für dich Benni...hab ich noch eine Sonderaufgabe...“ hängte er an. „Darf ich dir die Kehle durchschneiden?“ fragte er hoffnungsvoll. Andreas lachte leise auf. „Nein…aber du darfst mir Waffen besorgen….“ gab er zurück. Ben hustete. „Bitte was?“ harkte er nach. „Du wirst mir Waffen besorgen…ich habe da einen besonderen Kunden, der diverse Waffen kaufen möchte. Das Problem ist nur, das diese vom LKA beschlagnahmt wurden und nun in der Asservatenkammer liegen. Du wirst sie mir besorgen...“ erklärte Andreas ruhig. „Das kannst du vergessen!“ stieß Ben aus. „Ach meinst du wirklich?“ fragte Andreas und sah zu Semir. „….wir werden sehen, wer am längeren Hebel sitzt.“ versprach er. Doch er ließ offen was er damit meinte.

    Für Kim fing der Tag erneut mit einem Besuch im LKA an. „Herr Gerber wird gleich kommen. Ich habe ihn zuhause erreicht.“ erklärte Sklogowski und reichte ihr die Hand. „Haben Sie was von Jäger gehört?“ wollte er wissen. Kim schüttelte den Kopf. „Ich befürchte, dass er aufgeflogen ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass seine wahre Identität ans Tageslicht gekommen ist, ist sehr groß. Warum sonst sollte er keinen Kontakt mit uns aufnehmen.“ Erklärte Kim leise. „Vielleicht ist er übergelaufen? Es wäre ja nicht das erste Mal, dass sich ein Polizist von dem dreckigen Geld locken lässt.“ mutmaßte Sklogowski. Kim lachte leise. „Ganz sicher nicht und ich sage Ihnen auch direkt warum. Ben Jäger ist der Sohn von Conrad Jäger, dem Baumogul. Er braucht nicht das Geld des Verbrechers. Er hat selbst genug.“ erzählte Kim. Fritz Sklogowski hob die Hände. „Ich wollte ihn in keinster Weise angreifen…nur habe ich in meiner Laufbahn beim LKA schon viele gute Männer verloren, die sich vom Geld locken ließen.“ gab er zu. „Das mag sein…aber nicht Ben Jäger…“ widersprach Kim. „Sie denken also wirklich das Klaus Gerber ein Maulwurf ist?“ fragte Fritz direkt. „Er war außer uns der einzigste der wusste, dass Ben Jäger Undercover ist. Wer sonst, wenn nicht ehr hat es an Vohwinkel verraten. Vielleicht war dies der Preis für die Freilassung seines Bruders. Er war angreifbar und es wäre nicht das erste Mal, dass Vohwinkel dies zu seinem Vorteil nutzt.“ gab Kim zu bedenken. Fritz Sklogowski nickte. „ Ich weiß…aber ich will es einfach nicht glauben, dass er es getan hat. Nicht Klaus….niemals…“ stieß er aus. Es klopfte an der Tür. „Ja?“ fragte Fritz. „Morgen…“ kam von Klaus Gerber, der den Raum betrat. „Klaus…komm rein. Kim Krüger von der Autobahnpolizei kennst du ja bereits. Gestern Nachmittag wurde Semir Gerkan von Andreas Vohwinkel in Geiselhaft genommen. Wir müssen außerdem davon ausgehen, das Ben Jäger enttarnt wurde.“ erklärte Sklogowski in kurzen Sätzen. Klaus sah ihn an. „Das ist doch wohl nicht wahr!“ stieß er aus. „Ich habe dir doch von Anfang an gesagt, dass sie dafür nicht geschaffen sind! Verdammt Andreas Vohwinkel wird auch die Beiden beseitigen und dann fangen wir wieder von vorn an. Aber das hat man davon, wenn man keine Profibullen einsetzt.“ knurrte er wütend.

    Semir sah sich in seinem Raum angewidert um. Das Bett war mit einem blutigen Tuch belegt und auch andere Flecke waren deutlich zu erkennen. Hier schien jemand übel zugerichtet worden zu sein. Vielleicht Fynn Gerber? An dem Bett hingen noch die Sisalfesseln, die ebenfalls mit einer Blutkruste versehen waren. Auf dem Boden lag eine Spritze und Semir ahnte was darin gewesen war. Er trug immer noch die Handfesseln und die Arme waren auf dem Rücken gebunden. Außerdem prangte auch noch das Klebeband über dem Mund. Er zuckte zusammen als der Schlüssel sich im Schloss drehte. Andreas Vohwinkel kam herein. „so mein Freund. Ich hoffe du fühlst dich wohl...“ grinste er Semir an. Semir hielt seinem Blick stand und zeigte keine Angst. „Das Bett ist leider schon benutzt gewesen. Fynn war so frei und hat es ziemlich übel eingesaut. Aber wir sind ja nicht so empfindlich oder, Kanake?“ reizte Andreas ihn und stieß ihn rückwärts. Semir stolperte nach hinten, fing sich aber ab. Doch Andreas Vohwinkel machte weiter. „Hinlegen!“ befahl er und stieß Semir erneut. Doch der Hauptkommissar blieb auf den Beinen. „Was ist? Willst du dich nicht hinlegen? Weigerst du dich meine Befehle auszuführen?“ lachte Andreas. Wieder stieß er zu. Semir spürte die Bettkante in seinen Knien. Ein weiterer Stoß und er würde liegen, doch dann konnte er wenigstens treten. „Leg dich hin!“ befahl Andreas erneut und half mit einem letzten Stoß nach. Semir fiel auf das Bett. Er zog die Beine an und trat zu. Mit einem Aufschrei ging Vohwinkel in die Knie und krümmte sich am Boden. Semir raffte sich auf und rannte aus dem Zimmer. Im Gang sah er sich gehetzt um. verdammt wo war Ben? Welche Richtung führte hinaus? Er wandte sich nach rechts und rannte los. Doch nach einigen Metern erkannte er, dass es die falsche Richtung war. Er wendete und rannte zurück. Bis zur Tür, seines Gefängnisses kam er, als ihm die Beine weg gerissen wurden. Schwer schlug er zu Boden und blieb benommen liegen. „Du verdammte kleine Ratte! Du Mistgeburt!! Das wirst du mir büßen!“ hörte er Andreas Vohwinkel fauchen. Und dann spürte er die Stiefelspitze in den Rippen. Vohwinkel trat mit voller Wucht zu. Semir schrie auf, doch der Schrei wurde durch das Klebeband erstickt. Vohwinkel riss ihn hoch und stieß ihn wieder in den Raum zurück. Noch einmal schlug er Semir in den Magen. Semir knickte ein und würgte. Vohwinkel öffnete die Handschellen und zerrte Semir am Shirt an die Wand. Das er ihn dabei fast erwürgte, war ihm egal. Er zerrte die Arme um ein Rohr herum, ließ die Handschellen wieder einrasten und sah Semir schwer atmend an. „Sobald ich habe, was ich will, wirst du einen ganz langsamen Tod sterben...das verspreche ich dir...“ fauchte er wütend und schlug noch einmal mit der flachen Hand in Semirs Gesicht... „Fynn Gerber war schon ziemlich am Ende, als er diesen Raum verließ. Du wirst ihn nicht lebend verlassen...“ hängte er an. Er verließ den Raum und Semir hörte wie durch dichten Nebel den Schlüssel im Schloss drehen. Semir schloss die Augen und versuchte Luft in den schmerzenden Körper zu bekommen. Wo war Ben? Was hatte Vohwinkel mit ihm vor?

    Klaus Gerber saß wieder bei Fynn, der sich immer mehr erholte. Einzig sein Augenlicht blieb weg. Fynn Gerber war blind. „Klaus…. Dieser Unfall…war ich schuld daran?“ wollte er wissen. Klaus schüttelte den Kopf. „Nein…du warst nicht schuld. Man hat dir die Vorfahrt genommen. Du bist dann mit dem Wagen von der Straße abgekommen und in den Gegenverkehr geraten. Dort bist du von einem LKW gerammt worden und diese ganzen Verletzungen haben dich ins Koma gebracht. Du solltest darüber nicht nachdenken. Es ist vorbei und nun wird es Zeit dass du gesund wirst…mehr zählt nicht.“ lächelte er ihn an. Fynn sah ihn an. „Aber….was habe ich vorher gemacht? Was bin ich? Was für ein Mensch?“ harkte er nach. „Du bist genau wie ich Polizist. Ein sehr guter und wir sind nicht nur Brüder sondern auch Dienstpartner. Wir sind vorher jeden Tag auf Streife gewesen und jeder kannte uns.“ lachte Klaus. Mittlerweile hatte er sich eine Story zu Recht gelegt die er seinem Bruder glaubhaft machen konnte. Eine Weile schwieg Fynn. „Aber wenn es ein ganz normaler Unfall war und ich davor sehen konnte, warum bin ich jetzt blind? Und was hat damit ein Andreas Vohwinkel zu tun?“ harkte er nach. Klaus schluckte. „Du erinnerst dich an diesen Namen?“ wollte er wissen. Fynn setzte sich auf. „Ich weiß nicht….dieser Name schwirrt mir immer wieder durch den Kopf, aber ich habe kein Bild…keine Erinnerung an diesen Mann. War das der Unfallverursacher?“ fragte Fynn. Klaus lächelte. „Das ist richtig…dieser Mann war es, der dich ins Koma befördert hat…“ stimmte er zu. „Und was ist mit ihm? Ist er auch verletzt worden?“ stellte Fynn die nächste Frage. Klaus stöhnte auf. „Fynn….versuch nicht zuviel zu denken. Du kannst nichts erzwingen. Du musst gesund werden und dann kannst du dich sicher auch wieder an alles erinnern. Aber jetzt ist Ruhe…bitte…ich muss auch mal schlafen und werde gleich nach Hause fahren. Ich ….“ ermahnte Klaus ihn. „Hast du nicht geschlafen?“ harkte Fynn nach. „Wie könnte ich? Du bist mein Bruder und ich habe mich um dich gesorgt. Ich wollte dich einfach nicht allein lassen. Die Ärzte wussten nicht ob du überhaupt wieder wach werden würdest, aber ich habe diese Hoffnung nie aufgegeben und ich habe gewonnen.“ Lachte Klaus. Fynn nickte. „Okay…aber bitte komm morgen wieder…“ bat er seinen Bruder. Klaus stand auf und versprach es. Dann verließ er das Krankenhaus um nach Hause zu fahren. Sein Körper schrie nach Erholung und diese wollte er ihm auch geben.

    dann hoffe ich das die Schlange auch ein würdiges Ende bekommt und wir nicht ewig warten müssen bis es hier weitergeht...

    Zur Story...

    klasse Anfang...so dramatisch....bin mal gespannt wer Ben da gebissen hat. Also ich war es nicht....das weiß ich...denn ich war noch nicht in Bens Bett. ;)