Beiträge von Elvira

    Diese Folge war doch wieder etwas besser als die der letzten Woche. Die Zukunftswaffe war zwar weit hergeholt, aber erträglich. Leider verlor weder Dieter noch die Anderen ein Wort über Hotte. Dieser schein völlig vergessen. Dieter geht seiner Arbeit nach als wäre nichts gewesen. Nichts von Trauer, wie auch in der letzten Folge. Dieter macht auf cool und die Jungs zur Sau, weil die ein Auto schrotten und Ben ist bis über beide Ohren verliebt. Aber das kennen wir ja. Es war bei Tom Kranich und auch bei Chris Ritter so.. Alles ging seinen Weg auch ohne Trauer.

    Zur Handlung selbst….

    Wie schon erwähnt die Zukunftswaffe, aber wer weiß was so alles in den Versuchslaboren so hergestellt wird? Schön fand ich, dass es diesmal nicht zu comedyhaft war und es viele ernste Momente gab. Die erste Begegnung zwischen Laura und Ben und Semirs Warnung vor „bösen Frauen“ ….na der Gute kennt sich ja aus. Für Ben schien dies allerdings nicht zu zählen. Er war über beide Ohren verliebt und genau das wird ihm so schnell wiedergenommen. Das erinnerte mich wieder an die Folgen mit Tom Kranich, der hatte ja auch immer Pech in der Liebe und genau das scheint sich bei Ben Jäger zu wiederholen. Erst Saskia, jetzt Laura…. Die Emotionen wie Hass, Wut, Verzweiflung und auch die Liebe waren sehr gut gespielt.

    Was mir natürlich sehr gut gefiel war das Ben sogar Semir und Hartmut ausschaltete um das Leben von Laura zu retten. Leider vergebens, doch das hätte er eigentlich erkennen müssen, das Hagen sicher keinen Zeugen gehen lässt. So kann es eigentlich weitergehen. Weg mit zuviel Humor und mehr Gefühl ins die Serie. Einge gute Folge....

    Ben wurde von Vohwinkel in den Raum gestoßen. Dort stand ein Stuhl der fest mit dem Boden verbunden war. „Setz dich!“ forderte Vohwinkel ihn auf. Ben tat was befohlen. Hans nahm eine Kette die zwei Schellen an den Enden hatte und wickelte sie um Bens Bauch. Die Handgelenke wurden mit den Schellen festgemacht. Anschließend wurde eine weitere Kette genommen und mit der vorhandenen Kette am Stuhl befestigt. So war Ben nicht in der Lage sich selbst zu befreien. „Ich will dich nicht im Unklaren lassen, welche Todesart ich für dich vorgesehen habe. Dort hinten in der Flasche ist ein Molotowcocktail. Du kennst das Zeug sicher. Wenn es mit Feuer in Verbindung kommt, dann gibt es eine tolle Explosion und alles wird zerstört. Ich will aber nicht dass es einfach Bums macht und du bist weg. Es soll schon dramatisch werden. Deswegen wird Hans ein wenig Papier im Raum verteilt. Nicht das ich die Ordnung nicht liebe…“ lachte Vohwinkel. „Komm zum Punkt!“ stieß Ben gelangweilt aus. „Nun ja….wenn die Kerze das Seil durchgebrannt hat, wird die Flasche runterfallen. Der Inhalt verteilt sich dann über das Papier und sobald die Kerze ganz unten ist, wird sich unweigerlich alles in Brand setzen. Du wirst bei lebendigem Leibe verbrennen. Du kannst dich nicht befreien und wirst den dunklen Rauch einatmen. Sicher wirst du tot sein, bevor die Flammen dich erreichen, aber du wirst die Hitze spüren. Langsam wird sie dich erreichen. Es wird dir immer heißer und heißer…“ erklärte Vohwinkel mit einem höhnischen Grinsen. „Meine Kollegen werden mich schon hier rausholen. Du hast noch lange nicht gewonnen..“ stieß Ben aus. „Oh…ja…ich muss leider los…ich habe noch ein Date im Krankenhaus. Gerkan wird sicher ins Tropeninstitut gebracht werden. Dort ist man auf Schlangengift spezialisiert. Genau wie bei Fynn wird Hans sich als hübsche Krankenschwester an ihn ranmachen und ihm das letzte Geleit geben.“ Lachte der Verbrecher. „Lass ihn wenigstens in Ruhe!! Du hast doch mich!!“ Ben riss an den Ketten und sah dem Verbrecher nach, der den Raum verließ und die Tür ins Schloss fallen ließ. Ben war allein. Er konnte zusehen wie die Flamme der Kerze das Seil langsam durchbrannte. Vielleicht schaffte er es sie auszublasen, oder aber soviel Wind zu machen, das sie von allein ausging. Verzweifelt startete er die Versuche die Flamme zu ersticken. Doch alles scheiterte. Zum Ausblasen war die Kerze zu weit und Ben konnte außer den Fingern und den Füßen nichts bewegen. Alles andere war festgebunden. Er würde verbrennen. Niemand konnte ihn retten. Niemand.

    Kim war auf dem Weg zum Krankenhaus und rief Andrea an. Sie teilte der Frau schonend mit, wie es um ihren Mann stand. Diese Frau musste schon so viel mitmachen. Ihr Mann war an einem Virus erkrankt und konnte in letzter Sekunde gerettet werden. Er wurde angeschossen, unter Drogen gesetzt und nun…nun lag er schon wieder im Krankenhaus und rang mit dem Leben. Auch wen Schumpf ihr gesagt hatte, das alles Bestens war. Er war kein Arzt. Er kannte sich mit Schlangen und ihren Giften aus, doch was, wenn ….Nein! Nein…..mahnte sie sich selbst zur Ruhe. Semir wird es schaffen und ist vermutlich morgen schon wieder auf dem Damm und wird sich auf die Suche nach Ben machen. Sie kamen an. „Okay…er hat auf den Weg hierher die Augen geöffnet und leise gesprochen. Es wird alles wieder gut. Er bekommt gleich noch weitere Ampullen und Tropf. Seine Schwellungen gehen nur langsam zurück.“ erklärte Schumpf als sie sich auf dem Flur trafen. „Ist er bei Bewusstsein?“ harkte Kim nach. „War er nur ganz kurz. Kim… ich bin gleich wieder da…muss nur den Arzt informieren…“ lächelte Schumpf und verschwand. Sie rannte hinterher. „Der Patient hat das Gift der Monokel in sich. Wie viel weiß ich nicht, aber er hat bereits vier Ampullen Gegengift erhalten.“ hörte sie Schumpf sagen. „Wie kommt er an eine Monokel?“ harkte der Arzt sofort weiter. „Zwangsweise injiziert. Das ist zweitrangig. Ich denke er wird noch drei oder vier Ampullen brauchen bis das Gift neutralisiert ist.“ wich Schumpf aus. Der Arzt nickte. „Gut…wann hat er die letzte bekommen?“ wollte er wissen. „Vor ungefähr zehn Minuten.“ Ließ Schumpf wissen. „Gut…dann bekommt er in fünf die nächste. Die Schwellungen sind nicht so ausgeprägt..“ murmelte er als er Semir sah. „Die waren schlimmer. Sind schon zurückgegangen. Ein Zeichen dafür, das das Gegengift anschlägt.“ nickte Schumpf. Erst jetzt bemerkten die Männer Kim Krüger stehen. Sie hatte Tränen in den Augen. Auch wenn Semir sie immer wieder zur Weißglut brachte. Sie mochte ihn als Menschen und als Kollegen. „Er ist nicht mehr in Lebensgefahr…“ beruhigte Schumpf sie. „Seine Frau ist sicher gleich hier. Ich werde mich um sie kümmern..“ sagte sie leise und drehte sich um. Da sah sie auch schon Andrea ankommen. „Frau Gerkan…..es ist alles okay….er ist außer Lebensgefahr..“ schoss sie gleich mit der guten Nachricht raus. „Wo ist er? Ich will zu ihm!“ forderte Andrea Gerkan. „Das geht leider nicht. Warten Sie hier. Sie haben ihn nachher wenn er auf dem Zimmer liegt…“ lächelte der Arzt ihr zu. Andrea nickte. „Setzen wir uns…“ schlug Kim vor.

    Am 13.10.2011 "En Vouge"

    Schöne Überraschung für Ben und Semir: Hartmut hat eine Schwester - das Model Jessica, die jedoch für eine Menge Ärger sorgt.

    Ben und Semir werden Zeugen, wie das junge Ex-Model Alexa ermordet wird. Die Täter entkommen, die beiden Polizisten stehen vor einem Rätsel. Dann flüchtet aus Alexas Wohnung ein weiteres Model: Alexas Freundin Jessica. Überraschenderweise kennt Hartmut Jessica, es handelt sich um seine Schwester, was er Ben und Semir allerdings zunächst verheimlicht.
    Die ungleichen Geschwister sind vor Jahren im Streit auseinander gegangen. Jetzt steckt Jessica in großen Schwierigkeiten: Sie ist in die Erpressung eines angesagten Modezaren verwickelt. Dieser macht Riesengeschäfte mit billigen Kopien von Herzmedikamenten - die
    fatalerweise als Schlankheitsmittel missbraucht werden. Um seine Schwester zu retten, trifft Hartmut eine folgenreiche Entscheidung...

    Andreas Vohwinkel holte mit der flachen Hand aus, als er den Sender entdeckte. „Wirklich gut….aber das bringt weder Gerkan noch dir was..“ fauchte er Ben an. Dieser steckte die Ohrfeige ohne zu zucken ein. „Immerhin wird er damit gerettet..“ stieß er aus. „Das werden wir ja noch sehen. Hans….wir haben Anhang!“ wandte er sich an seinen Komplizen. „Schon lange bemerkt…okay…dann machen wir mal Rallye Dakar in Köln…“ lachte der Mann am Steuer und trat das Pedal durch. Ben saß mit Vohwinkel auf der Rückbank. „Du wirst eines Tages auch im Knast landen und da sicher deinen Meister finden.“ knurrte Ben. „Das mag sein, nur wirst es nicht du sein, der mich verhaftet...“ lachte Vohwinkel. „Das werden wir ja sehen. Was hast du nun mit mir vor?“ harkte Ben nach. „Oh….du wirst gleich eine Höllenfahrt erster Sahne erleben. Es wird ein ganz heißer Ritt werden.“ Versprach Vohwinkel. Ben sah aus dem Fenster. Er hoffte nur, das sich die Beamten die ihn überwachen sollten nicht abhängen lassen, doch nur wenige Minuten später wurde diese Hoffnung zerschlagen. Er krachte hinter ihnen. Ben drehte sich erschrocken um. Hans hatte einen Wagen seitlich gerammt so dass der Fahrer die Kontrolle verlor und sich querstellte. Drei anderer Fahrzeuge rasten rein und ein LKW bremste so heftig, dass er umkippte. Damit war die Straße vollkommen gesperrt. Ben schloss die Augen. Nun war er allein auf sich gestellt. Sie fuhren Frechen runter und kamen in ein ziemlich abgelegenes Dorf an. Hier standen nur alle hundert Meter mal ein Haus. Ländlich und ruhig. Ben wurde mulmig zu Mute. Das was Vohwinkel versprach hörte sich nicht gerade nach einem einfachen Tod an. „Warum erschießt du mich nicht einfach?“ wollte Ben wissen. Vohwinkel sah ihn an. „Dafür ist mir die Kugel zu schade. Ich bin kein Verschwender..“ lachte der Verbrecher. „Wir sind da…“ verkündete Hans. „Dann darf ich zum Aussteigen bitten…“ forderte Vohwinkel Ben auf. Dieser tat es und sah sich vor einem ziemlich alten Haus stehen. „Immer rein in die gute Stube!“ forderte Vohwinkel auf. Ben machte einen Schritt vor und betrat die Treppe. Sie knarrte verdächtig. Dieses Haus schien schon lange nicht mehr benutzt zu sein.

    Alex Hoffmann und mehrere Männer kamen in einem alten Trakt an. Hier waren diverse Türen und er hatte das Gefühl nah bei Semir zu sein. „Semir?“ rief er leise an jeder Tür. Keine Antwort. Dann nach etlichen Türen, sah er durch ein kleines Glas. „Verdammt er ist hier!“ schrie er. „Kim…wir haben ihn….drittes Gebäude von links….dann in den Keller und der elfte Raum auf der rechten Seite. Macht schnell er sieht nicht gut aus!“ stieß er durch den Funk und trat die Tür auf. Semir lag auf der Matratze Alle Glieder waren extrem angeschwollen und zum Teil dunkel verfärbt. „Semir?“ fragte er leise und drehte seinen Freund vorsichtig auf den Rücken. Dieser schien zu schlafen, denn Alex spürte den Puls. „Beeilt euch!“ mahnte er Kim und Schumpf zur Eile. Sie brauchten gute zehn Minuten bis sie endlich vor Ort waren. „WEG DA!!“ schrie Schumpf und kniete vor Semir. Vorsichtig untersuchte er ihn. Der Zeh war fast schwarz. „Die Einstichstelle…okay…Kim meinen Koffer!“ befahl er ohne Kim anzusehen. Diese stellte den Koffer hin und half ihm. „Wie sieht es aus?“ fragte sie besorgt. „Nicht gut….ich nehme ihm jetzt etwas Blut ab und versuche herauszufinden was für ein Kobragift das ist. Ruf schon mal die Rettung. Er muss auf jeden Fall ins Tropeninstitut der Uni. Intensivbehandlung.“ forderte er sie auf. Kim nickte und tat was ihr befohlen wurde. Sie sah besorgt auf Semir, der bewusstlos war. „Okay…Monokelkobra….das hab ich..“ stieß Schumpf aus und nahm eine kleine Ampulle aus dem Koffer. Sorgfältig zog er eine Spritze auf und verabreichte Semir den Inhalt. „Wie lange wird es dauern, bis die Wirkung einsetzt?“ fragte Kim nach. „Es wird einige Minuten dauern. Wenn er zuviel davon hat, was ich annehme, wird er noch einige Ampullen brauchen. Ich habe hier nur vier. Das reicht bis er ins Krankenhaus kommt.“ erklärte Schumpf. „Semir? Hören Sie mich….sehen Sie mich bitte an..“ versuchte Kim ihren Kollegen zu wecken. Sie sah ihn besorgt an. Das Hemd hing in Fetzen runter und auf dem nackten Rücken hatten sich blutige Striemen gebildet. Wut überfiel sie. „Das kann er gar nicht, selbst wenn er wach wäre. Das Gift hat alles anschwellen lassen. Zum Glück sind die Atemwege frei, aber er muss dringend in ein Krankenhaus. Ich gebe ihm jetzt die nächste Ampulle Gegengift.“ erklärte Schumpf. Kim nickte. Dann endlich war der Krankenwagen da. Schumpf nahm seine Sachen und setzte sich neben Semir auf den Stuhl um ihn bis zum Krankenhaus zu versorgen. Bisher lief alles gut.

    Mit Blaulicht und viel lautem Getöse fuhren vier Streifenwagen der Essex Police über die Schotterstraße auf das Gelände des Cottage. „Okay, das ganze Gelände absperren und die Bewohner sofort befragen. Sobald der Inspector auftaucht, will er die ersten Ergebnisse haben.“, stieß er Sergeant aus und die blau-weiß uniformierten Beamten machten sich sofort an die Arbeit. Männer in Folienanzügen der Spurensicherung und der Gerichtsmedizin gingen in die Kammer. Ben sah auf, als die Tür aufgestoßen wurde und uniformierte Beamte das Haus betraten. „Mein Name ist Detective Sergeant Robert Andrews, CID Chelmsford.“, erklärte er in einem sehr dialektbelasteten Englisch. „Was ist das, CID?“, wollte Ben wissen und stellte sich als Kriminalkommissar aus Deutschland vor. „Criminal Investigation Department... Kriminalistische Untersuchungsabteilung... sie würden Kriminalpolizei sagen.“, erklärte er in einem abwertenden Ton. Ben nickte nur und sah dann, wie sich der Beamte im Haus umsah. „Okay, mein Chef, Detective Chief Inspector Oliver Moore, wird bald hier sein. Ich brauche also von ihnen erste Aussagen.“, gab der Sergeant bekannt. „Gut, wer hat die Leiche gefunden?“, wollte er wissen und sah sich um. „Unsere Gärtnerin...oder besser die Gärtnerin meines Vaters. Wir waren gerade am frühstücken als sie schrie und...“, erklärte Ben leise. „Wer war die Tote? Ihre Mutter?“, fragte der Detective Sergeant. „Nein...sie... ist...war...die Freundin meines Vaters.“, ging es mit Ben weiter.

    Semir kam mit Hotte und Dieter bei dem Club an. „Okay... ich geh zuerst rein...ihr kommt fünf Minuten später rein. So kann ich ihn erst einmal suchen.“, befahl Semir und legte die Schutzweste an. Dieter sah kurz zu Hotte, nickte dann jedoch. „Aber Semir...was machst du wenn er direkt schießt?“, gab Hotte zu bedenken. „In einem vollbesetzten Club? Nee...der würde dann ja nur...in fünf Minuten klar?“, wiederholte Semir seinen Befehl. „Ja … in fünf Minuten.... verstanden...“, knurrte Hotte, der mit der Idee gar nicht zufrieden war. Semir stieg aus. Seine Jacke ging trotz der Schutzweste zu, was von Vorteil war, denn er wusste ja nicht, was ihn im Club erwartete. Als er eintrat kam ihn eine Rauchwolke entgegen die ihn erst einmal husten ließ. Hier im Club waren ca. zwanzig Gäste, die ihn sofort ansahen. Scheinbar passte Semir nicht in die Kategorie der Gäste, denn einige gingen direkt gen Ausgang. Einer blieb sitzen. Semir erkannte Thomas Schmitz sofort. Er stellte sich neben ihn und bestellte eine kalte Cola. „Schöne Grüße von Ralf...“, murmelte Semir kaum hörbar, doch Thomas Schmitz hörte ihn. „Wer sind Sie?“, wollte er von Semir wissen. Semir grinste breit. „Ein Freund....“, meinte er nur. „Sie sind nicht seine Altersklasse...“, knurrte Thomas. Dieter und Hotte kamen herein und stellte sich hinter die Beiden. Semir zog seinen Ausweis. „Kripo Autobahn....es wäre schlecht für Ihre Gesundheit, wenn Sie Widerstand leisten würden...“, bat Semir freundlich. Thomas stand auf. „Was zum Teufel soll das? Was wollen Sie von mir?“, wollte er fauchend wissen. „Ich verhafte Sie wegen Mord und Einbruch...und ich denke, ich werde noch mehr finden, weshalb Sie zur Rechenschaft gezogen werden können...also bitte tun Sie sich selbst ein Gefallen und kommen mit uns mit.“, lächelte Semir. Er trank seine Cola aus und drehte sich zum Wirt um. „Sie sollten ebenfalls ganz klein bleiben, sonst schicke ich mal die Kollegen der Drogenfahndung und der Sitte her....“, erklärte er. „Ich bin sauber ja!!“, behauptete der Wirt. „Klar doch...und ich bin Dornröschen...“, meinte Semir nur. Thomas Schmitz leistete tatsächlich keinen Widerstand und ließ sich ohne Mühe abführen. Dennoch war Semir froh aus der Kneipe zu kommen. Die Fahrt ging zum Revier zurück.

    „Und Sie haben keine Ahnung was Miss de Sant hier im Cottage wollte?“, harkte der Chief Inspector Oliver Moore in einem perfekten Deutsch nach. „Nein...sagen Sie...woher können Sie so gut deutsch?“, wollte Ben wissen. „Meine Frau ist Deutsche...also gut... Sie und Ihre Schwester saßen also mit ihrem Vater am Tisch. Ist Ihnen denn nicht aufgefallen, das Miss de Sant nicht anwesend war?“, harkte der Inspektor nach. „Nein...wir...wir hatten und gestern heftig gestritten...Miss de Sant war der Grund und ich wollte heute eigentlich wieder abreisen...“, erklärte Ben. „Wer hat die Frau denn zuletzt lebend gesehen?“, kam die nächste Frage. Ben zog die Schultern hoch. „Ich weiß es nicht. Ich bin gegen elf noch mal raus...musste einfach Luft schnappen.“, gab Ben von sich. „Waren Sie allein?“ wollte Moore wissen. „Ja...ich war allein... Hören Sie....ich bin selbst bei der Polizei und...“, kam von Ben. „Ja ich weiß....Sie sind bei der Kriminalpolizei in Köln.....aber wir sind hier in England und hier sind Sie lediglich ein Zeuge...oder gar ein Täter....“, knurrte der Inspector. Ben stieß verächtlich Atem aus. „Wo waren Ihre Schwester und Ihr Vater?“ Ben sah ihn erstaunt an. „Das weiß ich nicht...da müssen Sie die beiden schon selbst fragen...“ gab er zu. „Well, dann gehen wir doch gleich zu ihnen.“, schlug Moore vor, zog die Tür zum Esszimmer auf und betrat mit Ben den Raum. Er sah, wie seinem Vater und seiner Schwester, sowie allen anderen Hausangestellten die Fingerabdrücke genommen wurden. „Mister Jäger, nehmen sie Platz. Sie kennen das ja sicherlich.“, meinte Moore und nickte Ben zu. Murrend setzte sich Ben neben seinem Vater und sah ihn aufmunternd an. „Papa, es wird alles wieder gut.“, meinte er nur. Doch Konrad konnte den Optimismus seines Sohnes nicht teilen. Man hatte ihm das Liebste genommen, was er neben seinen Kindern besessen hatte. „Glaubst du wirklich? Ich denke nicht.“, meinte er niedergeschlagen. Der Inspector beobachtete die Szenerie, wurde dann aber von seinem Sergeant zum Tatort gerufen. „Sir, wir haben was gefunden.“, meinte Andrews. „Gut, ich komme.“, erklärte Moore und ging dann mit seinem Sergeant mit. Ben sah beiden neugierig hinterher. Was mögen die britischen Kollegen gefunden haben?

    Semir lag ruhig da. Die Schmerzen der Schläge ließen nach dennoch fühlte er sich schlecht. Er atmete tief ein und machte autogenes Training was er von Andrea gelernt hatte. Es beruhigte ihn doch er spürte, wie sich sein Körper veränderte. Die Einstichstelle pochte schmerzhaft und Semir sah das sein Zeh dick angeschwollen war. Eine leichte Verfärbung fiel ihm auf. Das Glied war so dick, das die anderen zur Seite gedrängt wurden. Das Gift…er spürte wie es seinem Körper zusetzte. Langsam fing alles an taub zu werden. Die Lippen….ja sogar die Augenlider wurden dicker. Er spürte es sehr genau. Die Veränderungen. Mit einer fahrigen Bewegung wollte er sich die Augen reiben, doch seine Hände glichen kleinen Ballons. Die Finger waren nicht mehr als das zu erkennen. Konnte er nicht auch schwerer atmen? Es ist vorbei, Semir…du wirst hier sterben. Niemand kann dich retten. Niemand wird dich finden. Das Gift vollzog seine Wirkung und er konnte sich nicht von der Angst freisprechen. Das Gift einer Kobra konnte Lähmungen hervorrufen….dachte er. Es wäre irgendwie logisch, das das Gift von Schlangen ja ein Nervengift war. Semir lachte bitter. Wie konnten sich manche Frauen Schlangengift in die Falten spritzen lassen, um besser auszusehen. Das musste doch ebenfalls Lähmungen hervorrufen oder kam es auf die Dosis an? Er hatte auf jeden Fall zuviel in sich. Schlaf doch einfach ein. Nur die Augen zumachen und gut ist. Lass dich fallen. Lass dich einfach fallen. Niemand kann dir retten. Niemand hat das Gegengift. Schlaf einfach ein. Lass dich fallen. Du hast es dann viel besser, hörte er eine Stimme sagen. „Nein…denk an Andrea und die Kinder. Sie brauchen dich. Bleib ruhig liegen und versuche ruhig zu atmen. Keine Panik. Ganz ruhig…“ gab der Verstand die Antwort. Semir atmete leicht ein. Schmerzen machen sich breit. Er fühlte dass ihm warm wird. Vielleicht sollte er sein Shirt ausziehen. Aber langsam…warnte ihn sein Verstand. Mit ganz langsamen Bewegungen zog er sein Shirt aus. Doch schon als er den ersten Arm durch hatte, bemerkte er wie schwer das Atmen fiel. Er stöhnte leise auf. Nur nicht hektisch oder panisch werden. Bleib ruhig…atme ganz ruhig und gelassen. Noch konnte man dich retten. Ben wird einen Weg finden, ermahnte er sich selbst. „Prima….kann ja nur noch besser werden…“ murmelte er und schloss die Augen. Die Minuten vergingen und endlich lag er wieder ganz ruhig und schlief tatsächlich ein.

    Kim sah Dr. Martin Schumpf an. „Hast du alles dabei?“ fragte sie. „Ja natürlich. Wir müssen uns beeilen. Wissen wir von was für einer Kobra er das Gift hat?“ harkte der Schlangenspezialist nach. „Kobragift. Das hat der Verbrecher gesagt. Und dass es innerhalb weniger Stunden tödlich wirkt…“ stieß Kim aus. „Okay….ich habe so ziemlich alle Gegengifte von Kobras dabei. Außerdem ein kleines Gerät womit ich das Blut einem Schnelltest unterziehen kann, damit erkenne ich welches Gift es ist und kann gezielter handeln.“ erklärte der Mann. Kim nickte. „ … im Goldammerweg 12…Carlos… du bringst die Waffen zu dieser Anschrift.“ hörte sie gerade. „Schnell die Karte!“ forderte sie den Beamten auf. Dieser reichte ihr die Straßenkarte. „Das ist in Fühlingen…schnell…wir müssen uns beeilen!“ stieß Kim aus. Mit Blaulicht und Sirene fuhren sie zum nördlichen Stadtrand von Köln. Doch dann hörte sie ein Knacken. Verdammt…dachte sie, denn sie wusste genau was das Knacken bedeutete. Nun hatten sie den Kontakt zu Ben verloren. Doch der musste eh warten. Semir war nun vorrangig und Ben hätte es ebenfalls so gewollt. Sie kamen an der angegebenen Adresse an. „Verdammt…das Gebäude ist riesig…“ stöhnte Kim als sie es sah. „Dann sollten wir uns aufteilen..“ schlug Alex Hoffmann vor. Kim drehte sich erschrocken um. „Alex? Wie kommst du denn hier her?“ fragte sie erstaunt. „Ich habe gehört, das Semir in Gefahr ist…und wenn er das ist, dann bin ich auch zur Stelle..“ lächelte der smarte SEK-Mann. „Danke….Semir hat Schlangengift injiziert bekommen. Wir müssen ihn schnell finden, sonst stirbt er.“ Informierte sie den Mann. Alex nickte. „Okay….ich teile die Männer in Gruppen…dann ist der Radius groß. Du und der gute Mann dort werden hier warten. Nicht das wir euch auch erst suchen müssen, wenn wir Semir haben.“ schlug er vor. Kim war einverstanden. So konnte sie die Beamten befragen, die sich an Bens Verse geheftet hatten. Sie sah den Männern vom SEK nach, als sie in die Gebäude eindrangen. Nun hieß es warten und darauf hoffen, dass sie nicht zu spät kamen. Es dauerte ihr zu lang. Sie griff zum Handy. „Martin…. Bist du noch an Ben dran?“ fragte sie. „Die Kerle haben uns abgehängt. Die letzte Richtung die wir haben ist Frechen. Aber wo genau sie sind wissen wir nicht. Der Sender wurde entdeckt.“ gab der Beamte Bericht ab. „Danke…das habe ich auch gehört…“ stieß Kim aus.

    Wieder saß er an dem Pult und füllte kleine Briefchen um die Süchtigen auf den Straßen NRWs versorgen zu lassen. Der Schmerz des Stiches ließ nach dennoch glaubte Semir zu fühlen wie sich das Gift im Körper ausbreitete. Wie eine glühende Lava, die durch seine Adern floss schien sich das Gift immer mehr seines Körpers zu ermächtigen. Nach einigen Stunden fühlte er die erste Veränderung. Seine Glieder wurden irgendwie schwer. Der Zeh in dem das Gift gespritzt wurde veränderte sich. Da Vohwinkel ihm weder Schuh noch Socke wieder angezogen hatte konnte er sehen wie dieser immer dunkler wurde. Übelkeit kam auf die er bekämpfte indem er ruhig und tief einatmete, die Luft kurz anhielt und wieder ausatmete. „Na…geht es uns gut…“ grinste Vohwinkel ihn an. Semir antwortete nicht denn er wusste genau, dass jedes Wort ihn in Gefahr brachte und das Vohwinkel nur darauf wartete, dass er aufbegehrte. Er wollte Vohwinkel diesen Triumpf nicht gönnen. „Fühlst du schon wie es langsam anfängt zu schwellen. Die Finger werden unbrauchbar….die Schmerzen und die Übelkeit fangen an immer stärker zu werden…und dann wirst du dich krümmen und schreien. Ich wünsche dir angenehmes sterben.“ verhöhnte Vohwinkel ihn. Semir schluckte nur. Er wusste genau, das Vohwinkel nur darauf wartete, dass er anfing zu betteln. „Bring ihn zum Sterben in seinen Raum.“ Befahl er Hans Bauer. Dieser schloss die Handschelle auf, die Semir am Stuhl und Tisch hielt. „Los!“ fauchte er den Hauptkommissaren an und stieß ihn den Gang entlang. Langsam ging Semir los. Er achtete immer darauf, dass seine Bewegungen nicht zu hektisch waren, denn Vohwinkel hatte Recht. Je schneller er sich bewegte umso schneller gelangte das Gift in seinen Blutkreislauf. Mit Ruhe konnte er seinen Tod wenigstens hinauszögern. „Los!“ wiederholte Bauer und stieß ihn vorwärts. Semir strauchelte. Er legte sich auf den Flur und blieb liegen. Da er jedoch genau wusste, dass er hier nicht weg kam unternahm er keinen Fluchtversuch. „Willst du mich verarschen! So schnell wirkt das Gift nicht…also hoch mit dir!“ schrie Bauer ihn an und trat nach ihm. Semir schrie auf, als der Fuß in seinen Rippen landete. Langsam kam er wieder auf die Beine. Dann hatten sie den Raum erreicht, doch wenn er dachte, dass Bauer ihn einfach so einsperrte, dann hatte er sich getäuscht. Als sie in dem Raum waren, ging es erst richtig los. Bauer hatte eine Peitsche in der Hand und sah Semir herausfordernd an. „Auch wenn Vohwinkel es nicht will…aber ich denke ich werde dir helfen, dass das Gift sich schneller verbreitet. Tanz….Gerkan…Tanz…“ lachte er und schlug zu. Semir wich den ersten Schlägen aus und ahnte, dass damit seine Zeit begrenzt wurde. Er wollte nicht das Bauer über ihn triumphierte und kroch während Bauer zuschlug auf die Matratze zu. Dann legte er sich hin und ließ die Schläge auf sich einprasseln

    Ben lenkte den Wagen auf einen großen Parkplatz. „Das hier soll der Übergabeort sein?“ fragte er höhnisch. Carlos sah ihn an. „Hast du ein Problem damit, Bulle?“ fauchte er ihn an. Ben lächelte. „Carlos….du wirst wieder einfahren. Du wirst wieder zum Don und zu Sputnik gesperrt werden. Willst du das wirklich? Hast du keine Angst vor dieser Möglichkeit?“ versuchte Ben ihn unsicher zu machen. Er bemerkte wie Carlos anfing zu zittern. Carlos wusste ja nicht, dass der Don verlegt wurde und Sputnik ganz allein war. „Du willst mich weich kochen was? Das wird dir nicht gelingen…das schwöre ich dir Vohwinkel wird es nicht zulassen!“ stieß Carlos aus. „Denkst du wirklich, dass er an dich denkt? Er hat dich doch nur befreit, weil du eine Gefahr für ihn bist. Du kennst alle seine Verstecke und könntest ihn verraten. Ich kann dafür sorgen, dass du deine Strafe nicht absitzen musst….überlege es dir..“ schlug Ben vor. Carlos richtete die Waffe auf ihn. „Raus!!“ fauchte er ihn an. Ben zuckte mit den Schultern und tat was er sagte. Dann sah er Vohwinkel und Hans Bauer auf sich zukommen. „Wie schön, dass du so gehorsam bist Benni….leider hat mir Carlos auch erzählt, dass du das Lagerhaus am Rhein hochgenommen hast. Das war kein guter Zug….das war sehr schlecht. Vor allem für deinen Freund. Ich habe ihm Schlangengift injiziert und ich denke er wird schon die Folgen spüren. Schmerzen, Fieber…Zittern…unglaublichen Durst…alles wird ihn quälen. Er wird Angst bekommen und anfangen zu beten…und er wird dann panisch. Panik verursacht, dass das Gift schneller in den Kreislauf gerät und er noch schneller stirbt. Atemlähmung und Krämpfe begleiten den Tod. Nicht sehr angenehm oder?“ lachte Vohwinkel. Ben musste sich beherrschen um ihm nicht eine rein zu schlagen. Er atmete tief ein. „Du hast die Waffen! Lass mich wenigsten die Rettung rufen…“ bat er mit gepresster Stimme. Vohwinkel lachte. „du denkst du kannst ihn retten? Nein…das schaffst du nicht mehr. Das ist vorbei… wo sind die Waffen?“ fragte Vohwinkel. Ben zeigte auf den Lieferwagen. „Da sind alle Waffen drin, die du haben wolltest. Wo ist Semir?“ versuchte Ben erneut. Er wusste dass Kim Krüger mithörte. „Benni…Benni…“ lachte Vohwinkel nur. Er besah sich die Waffen und prüfte einige. Alles war perfekt. Ben schloss die Augen. Es war eine verdammt gute Idee, mehrere Waffen noch funktionsfähig zu lassen. Kim Krüger ahnte wohl dass Vohwinkel sie prüfte. Der Rest war unbrauchbar, aber das behielt er für sich. „So…und nun werden wir drei…also du, Hans und ich einen kleinen Abstecher machen.“ verkündete er. „Sag mir wo mein Partner ist…danach kannst du mit mir alles machen, was du willst…“ bat Ben. Vohwinkel sah ihn an. „Na…wenn es dich beruhigt. Er ist in dem Goldammerweg 12. Dort wird er auch seinen Tod finden. Carlos…du bringst die Waffen zu dieser Anschrift….“ lachte Vohwinkel. Ben schloss die Augen. „Und nun ziehst du alles aus!“ forderte Vohwinkel. Er warf Ben einen Overall zu.

    Hans sah Vohwinkel an, nachdem er Semir wieder an seinen Arbeitsplatz verfrachtet hatte. „Und was machen wir jetzt? Bei dem Deal werden die doch sicher eine Schweinerei vorhaben…“ stieß er aus. Vohwinkel nickte. „Davon kannst du ausgehen. Aber ich werde Ben Jäger zeigen, was ich davon halte. Seinen Freund habe ich so gut wie tot und er wird in dem Höllenfeuer umkommen, das verspreche ich dir. Niemand wird mir das Geschäft versauen. Niemand…“ versprach er leise. „Was ist mit Carlos? Dieser Jäger wird ihn als erstes hochnehmen. Er kennt alle Verstecke...“ ließ Hans verlauten. „Ich weiß. Es tut mir Leid um Carlos. Ist ein wirklich guter Mann, aber ich werde ihn opfern müssen. Ich weiß nicht ob du es bemerkt hast, aber seit er aus dem Knast ist, ist er sehr schreckhaft. Er hat Angst…und wer Angst hat, macht Fehler. Sollen die Kollegen von Jäger ihn doch verhaften…ist mir egal. Er bringt mir mit Jäger die Waffen und danach werden wir mit Jäger verschwinden. Du wirst sehen….es ist ganz einfach. Außerdem teilen wir dann nur noch durch zwei..“ grinste Vohwinkel. Hans nickte. „Gut….dann haben wir beide mehr.“ grinste er. Sie sahen noch einmal durch das kleine Fenster auf Semir Gerkan, der ruhig seine Arbeit verrichtete. Seine Bewegungen waren langsam. „Das wird ihm auch nicht helfen. Das Gift breitet sich im Körper aus und er hat keine Chance es zu überleben. Carlos kam herein. Hans und Andreas sahen ihn erschrocken an. „Was machst du denn hier?“ fauchte Andreas. „Ich wollte auch mal einen sterbenden Bullen sehen..“ maulte Carlos zurück. Er sah durch die Tür. „Sieht aber friedlich aus..und fleißig“ murmelte er nachdenklich. „Ja sicher….er arbeitet langsam und hofft so das Gift aufzuhalten. Aber das wird nichts werden. Es geht vielleicht langsamer durch die Blutbahnen, aber die Rettung ist das Gegengift und das gibt es nicht einfach in so in den Apotheken. Dazu braucht man schon etwas mehr.“ grinste Andreas. „Was machen wir jetzt mit Benni?“ harkte Carlos nach. „Du wirst ihn in die Falle locken. Er wird die Waffen an uns geben oder sein Freund stirbt. Sorge dafür, dass ihr wirklich allein seid. Für das was er getan hat, wird er bezahlen und das auf eine grausame Art.“ versprach Andreas. Er verschwand mit seinen Anhängern und ließ Semir allein.

    Kim sah Ben an. „Keine Sorge es wird gut gehen.“ Versprach sie. Ben nickte. Er stand nun am Wagen mit den ganzen Waffen und wartete auf Carlos, der sich scheinbar verspätete. „Wenn dieser Carlos kommt werden wir ihnen folgen und sobald sich Vohwinkel mit Semir zeigt zuschlagen.“ gab sie bekannt. Der Plan stand. „Okay…er kommt…es geht los.“ raunte Ben ihr zu. Schnell verschwand Kim. „Hey… Benni….steig ein!“ forderte Carlos ihn auf, als er angehalten hatte. „sollen wir die Waffen alle in deinem Wagen packen oder was?“ fauchte Ben ihn an. „Na…nicht so wütend. Ist doch für ne gute Sache. Immerhin hat dein Freund dann die Chance das Schlangengift zu überleben..“ gluckte Carlos. Ben sah ihn an. „Was meinst du damit?“ fragte er heiser. „Vohwinkel hat mitbekommen, was du getan hast. Das Gebäude am Rhein. Du und deine Kollegen waren doch da. Ich habe es Vohwinkel berichtet und er ist darauf zu deinem Freund und hat ihm das Gift der Kobra oder wie das Vieh heißt gespritzt. Und er sagte mir auch, dass wenn er innerhalb der nächsten Stunden kein Gegenmittel bekommt daran krepiert.“ lachte Carlos. „Wo ist er?“ fragte Ben nach. Doch Carlos schwieg. „Verdammt Carlos…er stirbt! Vohwinkel würde dich über die Klinge springen lassen, wenn es sein müsste…“ versuchte Ben verzweifelt. Er ahnte das Semir nur noch wenig Zeit hatte. „hilf mir…ich werde dafür sorgen, dass du nicht hart bestraft wirst..“ flehte er. Carlos zeigte seine Zähne. „Wenn der Deal vorbei ist, dann wirst du es erfahren..“ verkündete Carlos. „Aber je länger du zögerst umso schneller vergeht die Zeit für deinen Freund. Ich bin mal von einer Natter gebissen worden…das waren starke Schmerzen, obwohl sie nicht giftig war…“ verhöhnte Carlos ihn. Er stieg aus und ging zum Transporter. „Wollen wir doch mal sehen, ob die Ware auch in Ordnung ist.“ meinte er und prüfte die Waffen sporadisch. „Sehr gut…dann rein und los!“ forderte er kalt auf. „Wo ist Semir?“ versuchte Ben erneut. „Wenn wir da sind…“ lachte Carlos. „Sei nicht so ungeduldig…“ hängte er an und stieg mit Ben ein. „Fahr los….erstmal gerade aus!“ befahl Carlos. Ben tat was er wollte. Es ging zunächst in Richtung Zündorf „Wo ist Semir…sag es mir doch einfach“ bat Ben erneut. „Ich verrate niemals irgendwas. Wenn wir da sind, dann darfst du zu ihm. So einfach ist das.“ lachte Carlos. Ben fluchte verhalten. Wie sollte er Semir so zeitig finden?

    „Ben, was soll das? Warum musst du dich in mein Leben einmischen? Akzeptier doch einfach, dass dich mein Privatleben überhaupt nichts angeht.“, fauchte Konrad. „Ach ja? Du hast dich ja all die Jahre auch nicht dran gehalten, oder? Immer musstest du mir Steine in den Weg legen, den ich gehen wollte. Du wolltest mich doch immer dazu bringen, dass ich in deine Scheiß-Firma einsteige.“ „Die Scheiß-Firma hat dich immerhin achtzehn Jahre lang gut ernährt und gekleidet. Ich hab doch alles bloß für euch aufgebaut, nur, damit ihr Kleider am Leib tragen konntet und damit ihr was zwischen den Zähnen hattet.“, hielt Konrad gegen den Vorwurf seines Sohnes. Doch Ben lachte nur verächtlich auf. „Ach ja, und deswegen war es dir auch so egal, als Mama gestorben ist. Da musstest du dich ja noch mehr hinter deinen Bürowänden verkriechen, anstatt den Arsch in der Hose zu haben, bei uns zu sein. Du und deine Arbeitswut sind Schuld an Mamas Tod.“, schrie Ben. Konrad brannten die Sicherungen durch. Seine Hand bewegte sich so schnell, dass er den Aufschlag kaum spürte. Das Hallen der Ohrfeige war noch Sekunden danach in der Luft zu hören. Beide, Ben und sein Vater, standen da und wussten nicht, was sie tun sollten. Bens Kopf, der durch die Heftigkeit zur Seite geschleudert wurde, drehte sich langsam wieder nach vorne. Seine braunen Augen sahen seinen Vater vorwurfsvoll an. „Ben... ich... das...“, stammelte Konrad, der sich nun bewusst war, was er eben getan hatte. „Das war ja wohl mal nötig, oder?“, kam es enttäuscht und wütend, aber leise, von Ben. Er wich Konrad aus und ging aus dem Raum. „Ich nehme morgen den nächsten Flieger nach Hause.“ Konrad stand nun alleine im großen Esszimmer und ließ sich auf einen Stuhl sinken. Was hatte er eben getan? Noch nie hatte er eines seiner eigenen Kinder geschlagen. Was würde nun werden? Würde die Kluft zwischen ihm und Ben wieder aufreißen, die sie an Julias Hochzeit vor einem Jahr so mühsam geflickt hatten, und noch tiefer werden?


    3. Kapitel – Unter Anklage

    Die Nacht verbrachten alle in verschiedenen Zimmern. Als Lydia und Julia wiederkamen, erzählte ihnen Konrad von dem Wortgefecht und von der Ohrfeige. Julia konnte es nicht fassen, was ihr Bruder zu ihrem Vater gesagt hatte. Was war nur mit Ben los, dachte sie, als sie sein Zimmer aufsuchte. Doch es war verlassen. Sie beschloss ihn suchen zu gehen. Mit einer Taschenlampe verließ sie das Cottage und suchte Ben in den angrenzenden Gebäuden, im Garten und auf den nahegelegenen Hügel. Doch nirgends war er. Erschöpft und durchgefroren von der kalten, englischen Nacht, kehrte sie ins Haus zurück und legte die Taschenlampe auf einen Tisch im Flur. Müde fiel sie ins Bett und schlief danach ein. Zur gleichen Zeit war Konrad ebenfalls unterwegs. Er musste einmal tief Luft holen und den Kopf frei kriegen. Die Anschuldigungen von Ben waren doch maßlos und vollkommen erlogen. Dennoch kamen ihm Zweifel. Würde sein Sohn ihn anlügen? War er zu so etwas fähig, um sein Glück zu zerstören? Nein, sagte er sich selbst, Ben hatte noch nie in seinem ganzen Leben nicht eine Lüge erzählt. Und wenn die Anschuldigungen doch richtig waren? Konrad war im Zwiespalt mit sich selbst. Müde und durchgefroren, kehrte auch er ins Haus zurück, zog sich aber in die Bibliothek zurück und legte sich dort auf die Couch. Lydia war die Dritte, die im Haus herumschlich, das Cottage ebenfalls verließ und rüber zu den Wirtschaftsgebäuden ging. Sie hatte einen Entschluss gefasst. Gleich morgen würde sie Konrad alles erzählen und ihn dann entscheiden lassen. Ja, sie wollte ihn erst ausnutzen, aber dann funkte es tatsächlich zwischen beiden. Was sollte man gegen eine starke Liebe machen? Sie betrat eine der Kammern, in der sie sich mit Konstantin verabredet hatte. An der Wand entlang tastend, suchte sie nach dem Lichtschalter. „Mist.“, stieß sie aus, als das Licht nicht funktionierte. Plötzlich knackte es hinter ihr. Erschrocken fuhr sie rum. „Du?“, kam es erstaunt von ihr. Ein Schatten, bestrahlt vom Vollmond, stand in der Tür der Scheune und hielt einen schweren Gegenstand erhoben über sich. „Tu das nicht.“, stieß sie aus. Doch es war zu spät. Mit gewallter Wucht und allen Ausprägungen von Zorn, schlug die Gestalt auf Lydia ein. Drei, vier, fünf Mal sauste der umklammerte Gegenstand nieder, bis sich die Frau nicht mehr rührte und das Stroh das ausströmende Blut aufsaugte.

    Am nächsten Morgen saßen Ben, Julia und Konrad am Frühstückstisch und schwiegen. Ben sah Julia an und diese nickte aufmunternd. „Papa...ich....“, fing Ben an. Konrad sah zu ihn. „Was? Willst du mir sagen, dass es dir Leid tut? Dass du es nicht sagen wolltest? Das du es nie wieder machen wirst....das du….?“, wollte Konrad wissen. In seiner Stimme lag Bitterkeit. Ben nickte. „Ja das wollte ich...aber scheinbar...willst du nichts hören...“, stieß Ben aus. „Du irrst...ich...also mir...mir tut es auch leid...ich...ich glaube sogar, du hattest etwas Recht...ja...du hast Recht...als Mama starb hätte ich für euch da sein müssen, aber...ich habe meinen Kummer in Arbeit ertränkt. Ich habe Mama geliebt...mehr als mein Leben und...ich...ich hätte gern mit ihr getauscht...Ben...die Ohrfeige....es tut mir Leid...ich...wollte es nicht...“, entschuldigte Konrad sich. Julia sah ihn an. Tränen liefen ihrem Vater über das Gesicht. Sie hatte ihren Vater nie weinen sehen. Erst jetzt schien er die Trauer zu spüren... die Trauer die sie und Ben ...Julia schüttelte den Kopf. Sie stand auf und nahm ihren Vater in den Arm. „Mama...hätte sicher nicht mit dir getauscht. Sie hat tapfer gegen den Krebs gekämpft, aber sie hat ihn verloren. Papa....du hattest genauso wenig Schuld an ihrem Tod wie Ben und ich. Niemand kann das Schicksal beeinflussen.“, erklärte sie sanft. Konrad sah seine Tochter an und streichelte ihr Gesicht. „Du...siehst aus wie sie...“, weinte er. Auch Ben stand auf und wollte seinen Vater offiziell um Entschuldigung bitten, als ein Schrei gellte. Ben rannte sofort raus und auch Julia und Konrad schlossen sich an. Sharon Shelter, die Gärtnerin von Konrad stand vor der Cottage und starrte in eine der Kammern. Ben schob die junge Frau zur Seite und sah hinein. Er entdeckte Lydia am Boden liegend und rannte sofort hin. Vorsichtig drehte er sie um und sah erschrocken weg, als er ihr Gesicht sah. Viel war davon nicht mehr zu erkennen.

    Carlos beobachtete die kleine Gruppe die sich in die Autos setzte und losfuhren. Vohwinkel hatte Recht Man durfte keinen Bullen trauen. Schnell griff er zum Handy. „Hans…Carlos hier…die Bullen werden gleich in der Fabrik auftauchen. Gerber lebt. Er führt Ben und die Anderen hin…“ warnte er die Truppe. „Okay…ich werde Andreas Bescheid geben. Du tust nach wie vor, das was Vohwinkel dir aufgetragen hat. Hat er die Waffen?“ harkte Hans nach. „Er sagt ja….sie haben mit Sicherheit einen Weg gefunden uns das gewünschte zu besorgen. Schon allein um Gerkan das Leben zu retten. Wohin fahrt ihr?“ harkte Carlos nach. „Das sag ich dir, sobald wir da sind. Jetzt werden wir Gerkan erst mal einen Trip in die Hölle gönnen. Andreas hat ein neues Hobby gefunden. Giftschlangen…und er saugt gerade einer Cobra sämtliches Gift raus. Sicher möchte er auch testen, ob es wirklich wirkt. Und Gerkan ist da sicher das beste Opfer…“ lachte Hans. „Würde gern dabei sein. Wo ist das denn?“ harkte Carlos nach. „Im Industriegebiet nord. Da wo wir schon Fynn das erste Mal Gift gespritzt haben und wo du noch Tüten gefüllt hast.“ lachte Hans und legte auf. Carlos grinste das Handy an. „Dann willkommen in der Hölle…“ sagte er leise. Er konnte sich vorstellen, das Vohwinkel gerade vor Wut ins Eck springt. „Benni…das wird er dir auch noch heimzahlen. Du wirst Gerkan sicher in die Hölle folgen. Auf einem Weg, der für sich sehr schmerzhaft wird, wie ich Vohwinkel kenne.“ hängte er an. Er fuhr der Gruppe weiter hinterher und tatsächlich stoppten sie vor einem Gebäude von Vohwinkel, doch Carlos lachte gehässig auf. Das hier war tot. Dieses Gebäude hatte Vohwinkel bereits abgestoßen. Wohl weil dieser Teufelskerl genau wusste wie die Polizei arbeitete. Er sah wie die Brüder, Ben und Kim ausstiegen und in das Gebäude rannten. Dabei bemerkte er auch, dass der Ältere der Gerbers den Jüngeren führte. Scheinbar war sein tödlicher Trip nicht ganz ohne Folgen geblieben. „Auch du wirst dir wünschen gestorben zu sein. Vohwinkel lässt keinen leben, der ihm gefährlich werden kann.“ versprach er dem jungen Mann unhörbar. Er beobachtete wie die Gruppe nach einigen Minuten aus dem Gebäude kam und ziemlich resigniert war. Carlos lachte auf. „Eins zu null für Vohwinkel.“ rief er leise und fuhr davon. Er wollte Jäger wieder an dem Revier auffangen und mit ihm zu Vohwinkel fahren, doch Ben hatte ganz andere Pläne als er, was er in wenigen Augenblicken erfahren sollte.

    Semir zuckte zusammen als die Tür zu seinem Ruheraum aufgerissen wurde. „Ihr denkt wohl ihr könnt alles machen, was?“ schrie Vohwinkel ihn an. Semir war noch nicht richtig wach und verstand nicht was er sagte. „Du wirst jetzt dafür zahlen, das Benni nicht macht was ich will. Ich habe mir für dich was ganz tolles ausgesucht….Kobragift...“ fauchte Vohwinkel. Semir richtete sich langsam auf. „Was soll das?“ fragte er verwundert. „Dein Freund nimmt ein Gebäude von nach dem Anderen von mir hoch. Das gefällt mir nicht….und dieser Gerber lebt auch noch…Fynn und Klaus….ihr spielt ein Spielchen…gut…ich spiele mit….und du bist der Einsatz. Das hier ist Kobragift…genauer das einer Monokelkobra“ erklärte Vohwinkel und zeigte ihm eine Spritze. „Das Gift dieser Art ist tödlich. Keine Chance wenn du nicht in spätestens 12 Stunden das Gegengift bekommst. Du wirst einen grausamen Tod sterben. Die Muskeln verkrampfen sich. Und weißt du was… je weiter es vom Herzen in die Blutbahn kommt, umso länger dauert der Todeskampf. Ich werde dir das Gift in die Zehe spritzen. Bis zum Herzen ist es ein weiter, schmerzvoller Weg. Du kannst zusehen wie die Glieder dick und schwarz werden. Krämpfe werden dich schütteln, Fieber macht sich breit und du hast das Gefühl in deinen Adern fließe Lava. Und dann…..wenn du bis dahin das Gegengift nicht hast, wirst du sterben.“ verhöhnte Andreas Semir und gab seinen beiden Männern einen Wink. Semir wurde auf die Matratze gedrückt und versuchte sich zu wehren, doch gegen die Männer hatte er keine Chance. Einer setzte sich auf seine Beine, während der Andere seine Arme festklemmte. Er schrie dass sie aufhören sollten, doch Vohwinkel schien auf diesem Ohr taub zu sein. Sein Schuh und die Socke wurden abgestreift und dann spürte er einen heftigen Stich in seinem Zeh. Er schrie auf. Nur wenig später kam der Druck und er wusste, dass nun das Gift in seinen Körper gelangte. Die Männer ließen ihn los, als Vohwinkel es befahl. „Guten Flug in die Hölle. Aber keine Sorge…Ben wird dir folgen. Nur wird es für ihn ein heißer Ritt sein, das verspreche ich dir. Und nun…angenehmes Sterben. Ach ja…ich hab einen Tipp für dich. Wenn du willst dass es schnell zu Ende geht, dann bewege dich. Dann gelangt es schneller in den Kreislauf und so auch ins Herz. Rettung ist für dich eh nicht in Aussicht.“ lachte Vohwinkel. Sie wandten sich alle zur Tür, doch dann drehte Vohwinkel sich um. „Weißt du…. Ich habe da einen genialen Einfall. Da es noch einige Zeit dauert, bis du es merkst, wirst du deine Arbeit fortsetzen.“ lachte er und ließ Semir aus dem Raum zerren.

    Carlos sah wie Ben aus der Station kam und sich suchend umsah. „Suchst du mich?“ fragte er, als er neben ihm stoppte. Ohne etwas zu sagen stieg Ben ein. „Und...hast du erreicht was unser Boss will?“ fragte er ihn. „Es ist dein Boss...nicht meiner...“ stieß Ben aus. Carlos grinste. „Im Augenblick ist es auch dein Boss. Ich habe mal gehört, dass er einem Mann der nicht gehorchte die Finger einzeln abgeschnitten hat. Vohwinkel kann verdammt grausam sein...“ gab er von sich. Ben schluckte leicht. Er wusste das Vohwinkel kein einfacher Gegner war, aber würde er Semir auch verstümmeln um sein Ziel zu erreichen? Ja...gab er sich selbst die Antwort. Vohwinkel konnte mit Semir tun was er wollte. Niemand würde ihn aufhalten. Niemand? Doch...ich werde dich zur Strecke bringen, das verspreche ich dir, sagte er in Gedanken. Seine Hände ballte er zu Fäusten um die Wut zu bekämpfen. „Hier ist er!“ riss Carlos ihn aus den Gedanken. „Benni...wie weit bist du?“ hörte er die Stimme von Vohwinkel. „Ich kann die Waffen spätestens morgen abholen.“ gab Ben zurück. „Da freut sich Gerkan aber. Dann bekommt er heute zu essen. Ich rufe dich morgen um 13 Uhr an...bis dahin solltest du die Waffen haben und transportfähig gemacht haben. Die Zeit läuft!“ warnte Vohwinkel. „Wo ist Semir?“ fragte Ben nach. „Der Junge hat sich müde gearbeitet und schläft gerade. Soll ich ihn wecken?“ kam höhnisch von Vohwinkel. „Nein...okay...lass ihn einfach in Ruhe!“ forderte Ben. „Benni...dein Ton gefällt mir überhaupt nicht. Außerdem muss Gerkan gleich wieder arbeiten. Er ist sehr fleißig und ich überlege ihn fest einzustellen...“ lachte Vohwinkel. „Ich warne dich treib es nicht auf die Spitze...“ fauchte Ben wütend. Es kackte. Vohwinkel hatte aufgelegt. „Darf ich um mein Handy bitten?“ lachte Carlos. Ben sah ihn an. Er musste es versuchen... ja...er musste versuchen ein Keil zwischen Carlos und Vohwinkel zu treiben „Weißt du eigentlich, das Vohwinkel dich für dumm hält?“ fing er an. Carlos lachte. „Ja...das hat er mir auch schon gesagt.“ grinste er an. So schien es also nicht zu klappen. „Carlos….wenn du mir hilfst Vohwinkel in den Knast zu bringen, dann kann ich auch was für dich tun.“ Versuchte er. Carlos sah ihn an. „Diesen Spruch habe ich schon so oft gehört und die Bullen haben nie das Versprechen eingehalten. Denn sonst wäre ich nie in die Nähe vom Don oder von Sputnik gekommen. Einem Bullen kann man nicht vertrauen.“ stieß Carlos verachtend aus.

    Kim und Sklogowski fuhren zur Asservatenkammer und holten die Waffen raus Sorgfältig wurden sie in einen Transporter geladen. „Wenn Ben mit diesem Pérez zum Übergabeort fährt, werden wir zuschlagen und können dann nur hoffen, das Semir in der Nähe ist.“ Meinte Kim nachdenklich. „Ja…das ist gut. Und wenn nicht, dann werden wir die Helfershelfer fragen. Dieser Pérez weiß sicher wo er steckt und Hans Bauer. Wenn wir den bekommen, ist Vohwinkel nur noch ein halber Mensch.“ nickte Sklogowski. „Was geschieht jetzt eigentlich mit Fynn?“ harkte Kim nach. „Wenn er erblindet ist, dann wird er nie wieder als Polizist arbeiten können, das ist ja wohl klar. Aber er lebt und er wird sicher aus der Kasse für „im Einsatz verletzte Polizisten“ genügend Entschädigung geben, dass er davon leben kann. .Außerdem gibt es ja auch noch die Freunde und den Bruder.“ zählte Sklogowski auf. „So…das waren alle…“ erklärte der Asservatenmann. „Gut…dann werden wir jetzt zum Revier fahren und warten bis Ben zurück ist.“ nickte Kim. Sie unterschrieb das Papier und fuhr mit Sklogowski davon. Nun hieß es warten. Warten das Ben zurück kehrte und warten darauf, das Fynn sich an mehr Details erinnerte. Warten wann Vohwinkel sich meldete. Als sie auf den Parkplatz der PAST ankamen, sahen sie Ben auf einer der Bänke sitzen. „War er noch nicht da?“ harkte Kim nach. „Doch…. Er ist wieder weg. Haben Sie die Waffen?“ wollte Ben im Gegenzug wissen, Kim nickte. „Alle Waffen sind im Wagen. Sobald Vohwinkel Ihnen den Übergabeort nennt, werden Sie fahren und die Waffen abliefern. Wir werden in der Nähe sein und zuschlagen, wenn es für uns günstig ist.“ Ein Wagen fuhr mit erhöhtem Tempo auf den Parkplatz. Kim und Ben sahen wie Klaus und Fynn Gerber ausstiegen und auf sie zukamen. „Men Bruder kann sich an etwas erinnern. Vielleicht hilft es uns.“ erklärte Klaus. „Das wäre dann was?“ harkte Ben sofort nach. „Ich weiß wo ein Gebäude steht. Wir sind sehr oft dort gewesen und….Vohwinkel hat dort einige seiner Geschäftspartner getroffen.“ gab Fynn bekannt. „Sie haben eine Adresse?“ harkte Ben sofort nach. Fynn nickte. „Goldammerweg 31 in Köln. Dort habe ich schon einiges über die Bühne gehen sehen….als … als ich noch sehen konnte…“ erklärte er leise. Ben sprang auf. „Dann werden wir uns dort umsehen…“ schlug er vor. Kim nickte. Gemeinsam rannten sie los. „Mein Bruder und ich werden voraus fahren!“ gab Klaus Gerber bekannt. Damit waren Ben und auch Kim einverstanden.

    Während Ben sich auf den Parkplatz stellte und darauf wartete das Carlos ihn abholte, fuhren Kim und die Männer vom LKA zu Schrankmann um sie davon zu unterrichten, was vorgefallen war. Schrankmann hörte schweigend zu. „Wie stellen Sie sich das vor, Frau Krüger? Wollen Sie Vohwinkel die Waffen überlassen? Damit kann er einen Krieg anzetteln. Das ist nicht zu machen. Es tut mir sehr Leid was Herrn Gerkan passiert ist, aber das ist Berufsrisiko.“ fauchte Schrankmann Kim an. „Frau Schrankmann...es geht hier um das Leben eines Menschen, eines Kollegen... eines guten Polizisten.“ versuchte Kim erneut. „Nun... das ist richtig. Aber Herr Gerkan hat einen Eid geleistet und nach den Vorschriften ist er verpflichtet auch sein Leben für die Gemeinschaft zu opfern wenn es erforderlich ist. Vorrangig ist, dass wir Vohwinkel hinter Gitter bringen.“ lehnte Schrankmann ab. „Aber dafür sind die Waffen doch gedacht. Wir können Vohwinkel damit in einen Hinterhalt locken und nebenbei Gerkan befreien.“ mischte sich Sklogowski nun ein. Schrankmann sah ihn an. „Dann sagen Sie das doch gleich. Das ist natürlich was ganz Anderes...“ lächelte sie den Mann an. Kim Krüger kochte vor Wut. Diese Frau war, wenn es um Semir ging eiskalt und würde ihn ohne weiteres über die Klinge springen lassen, wenn es dem Zweck diente. „Ich werde Ihnen die Vollmacht ausstellen die Waffen aus der Asservatenkammer zu holen.“ erklärte sie und tippte auf ihrer Tastatur herum. Nur wenig später war das Stück Papier, was die Abholung der Waffen genehmigte auf dem Tisch. „So…dann hoffe ich inständig, dass wir damit Erfolg haben und falls Sie Herrn Gerkan dann auch retten können ist es in Ordnung.“ hängte sie an. Kim und Fritz verschwanden. „Diese Frau ist kälter als ein Eisberg!“ stieß Kim aus. „Ich dachte es wäre ein Märchen…eine Erfindung, aber so eine Frau kann man als Mann nur ablehnen.“ stieß Fritz aus und schüttelte sich. Kim lächelte. „Schön dass auch ein Mann etwas dabei empfinden kann. Frau Schrankmann ist wenn es um Semir geht ziemlich kalt und herzlos. Sie würde ihn einem Drachen vorwerfen, wenn sie damit die Erfolgsleiter eine Stufe höher käme.“ gab Kim zu. „Dann haben Sie und die Kollegen keinen leichten Job, wenn es um Genehmigungen geht oder?“ harkte Sklogowski nach. Kim nickte. „Nicht wirklich...aber wir sollten uns jetzt um die Waffen kümmern. Die Zeit läuft uns davon...“ schlug sie vor.

    Der Nachmittag brach an und für Semir endete der Arbeitstag. Er hatte völlig gerötete Augen, was nicht nur an der Arbeit und der Müdigkeit lag, sondern auch an der trockenen Luft die in diesem Raum herrschte. Andreas Vohwinkel kam zu ihm. „Wie geht es uns?“ fragte er höhnisch. Semir antwortete nicht. „Oh…noch eine Sonderschicht?“ harkte Vohwinkel sofort nach. „Nein…nein….ich…“ versuchte Semir. Die Stimme klang heiser, weil er großen Durst hatte. „Sehr gut….“ lachte Vohwinkel. Er nahm eine Tüte und leerte den Inhalt auf Semirs Tisch. „So…..und das ist für dich..“ lachte er. Er fühlte sich bereits als Sieger. „Wo…ist Ben?“ fragte Semir. „Er ist immer noch bei seinem Auftrag. Was meinst du wie lange es dauert Waffen aus der Asservatenkammer zu stehlen?“ grinste Andreas ihn an. „Das wird Ben nicht machen...“ stieß Semir sofort aus. „Meinst du wirklich? Ich denke schon, dass er es macht. Er hat noch gute 53 Stunden übrig. In der Zeit wirst du weiter Briefchen füllen...“ lachte Andreas. Semir antwortete nicht. Er sah ihn nur an. „Weißt du...es ist schwer gutes Personal zu finden und solange ich es nicht habe wird das schlechte Personal ohne Pause arbeiten. Du hast gerade mal 19 Stunden hinter dir. Und von deinem Job her bist du es doch gewohnt länger zu arbeiten oder? Du kannst also gut und gern noch acht Stunden dranhängen. Und genau das wirst du tun.“ Forderte Andreas ihn auf. „Ich kann nicht mehr...“ gab Semir zu. Sicherlich hatte Vohwinkel Recht was die Überstunden anging, aber er war bereits mehr als 48 Stunden auf den Beinen und die Müdigkeit forderte ihren Tribut. „Du kannst...mach weiter und ich warne dich...sollte ich...“ fing Vohwinkel wieder an. Semir ließ die Arme sinken. „Von mir aus erschieß mich...ich werde nicht mehr arbeiten...“ legte er fest. Vohwinkel lachte leise. „Oh...wie ich das liebe...Widerstand...das ist sehr schön.“ gab er zu. „Aber du hast Recht...wenn man zu müde ist, dann macht man Fehler und das wollen wir bei so einer kostbaren Waren doch nicht machen, oder?“ grinste Vohwinkel ihn an. Er schnippte mit den Fingern. Einer seiner Gehilfen kam herbei. „Sorge dafür, dass sich unser Freund für eine Stunde ausruhen darf. Nicht länger...“ forderte Vohwinkel ihn auf. Der Mann nickte und fing an die Fesseln zu lösen. „Zu gnädig...“ stieß Semir höhnisch aus und kassierte dafür eine heftige Ohrfeige. Er wurde in ein Zimmer gebracht was mehr einer Zelle glich. Ruhig war was Anderes, das stellte er sofort fest. Dennoch legte er sich auf die alte Matratze und schlief in kürzester Zeit ein.

    Ben stutzte. „Willst du sagen, dass du...ich meine...du bist...nee oder?“, stammelte Ben und sah seine Schwester prüfend an. Julia strahlte über das ganze Gesicht. „Ich werde Onkel? Du wirst Mama? Wirklich? Julia...das...das ist....nee...das fass ich nicht...bei Semir werde ich Patenonkel und...du.....Boah...das ist viel...“, lachte Ben leicht. Julia legte ihn den Arm auf die Schulter. „Beruhige dich...und ja...ich bekomme ein Kind. In genau fünf Monaten und 22 Tage.... Peter ist schon ganz aus dem Häuschen... und Papa auch....er hat schon gesagt, dass er dem Kleinen das Kinderzimmer finanziert...“, lachte Julia. Ben nahm sie in den Arm und küsste seine kleinen Schwester auf die Stirn. „Das ist die Reise nach London schon wert gewesen... wann wolltest du es mir eigentlich sagen?“, stutzte Ben wieder. Julia lachte. „Ich hätte dich spätestens eine Woche vor der Geburt angerufen. Du kommst uns ja nicht besuchen...“, beklagte sie sich mit einem Augenzwinkern. „So und nun gehen wir wieder zu Lydia und dann begrüßt du sie bitte so, wie sie es verdient hat...“, erklärte Julia und zog Ben ins Wohnzimmer. Lydia sah ihn mit traurigen Augen an. „Ähm....also gut...ich glaub ich hab mich etwas dumm benommen. Aber...es haut mich im Augenblick um. Es passieren so viele Dinge und...nun ...entschuldigen Sie bitte mein Benehmen von eben...“, erklärte Ben. Lydia lächelte, streckte ihm die Hand hin und Ben ergriff sie. „Entschuldigung angenommen.. Ich weiß, dass es viele Vorurteile gibt. Ich bin viel jünger als Konrad und er hat viel Geld...es ist klar, dass dort dann die Vermutung aufkommt, ich sei hinter dem Geld her...aber ich bin es nicht...wirklich nicht... Ich liebe Konrad von ganzen Herzen...“, erklärte Lydia. „Wo ist er denn eigentlich?“, fragte Ben erneut. „Er kommt gleich...ein Mister Holmes wollte ihn sprechen und Konrad ist hin... er sagte mir, ich soll mich um euer Wohl kümmern...“ Ben nickte nur. „Dann hätte ich gern ein Wasser...oder besser noch einen Kaffee...“, bat er. Lydia nickte und verschwand in die Küche.

    Semir saß am Schreibtisch in seinem Büro und grübelte über die Akte des gerade zu bearbeitenden Fall. Der Überfall an der Raststätte, wo durch Zufall Semir und Ben mitten drin waren. Einer der Täter behauptete dass Ben ihn zusammengeschlagen hatte. Der Kerl hatte sich einen ganz harten Anwalt genommen und dieser ist sofort mit Kim Krüger in Kontakt getreten. Semir konnte ihr jedoch erklären, dass es nicht so war und Ben aus Notwehr gehandelt hatte. „Frau Krüger, ich versichere ihnen, dass Ben sich nur verteidigt hat.“, erklärte er, als er im Büro der Chefin stand, im Rücken hörte er das verächtliche Lachen des Anwalts. „Das glauben sie doch nicht wirklich, oder?“, fauchte Bernd Grobklotz und war von der Couch hochgeschnellt. „Herr Grobklotz, ich möchte sie mal sehen, wenn sie mit einer Schrotflinte bedroht werden. Da tun sie doch alles, um das Leben Unschuldiger zu retten, oder?“, kam es bestimmend von Kim. Der Anwalt verstummte, wollte erneut ansetzen, aber die Chefin kam ihm zuvor. „Ich denke, mir reichen die Gründe, die uns Herr Gerkhan erläutert hat, aus, um kein Disziplinarverfahren einzuleiten. Ich denke, sie sollten nun ihren Mandanten auf den Prozess vorbereiten.“, lächelte sie und verwies Groklotz auf die Tür. „Semir, sie machen sich wieder an die Arbeit. Es wurden vermehrt Autoeinbrüche vom Rastplatz Eifeltor gemeldet. Sehen sie sich da mal mit Herzberger um.“, wies Kim ihren Kommissar an. Dieser nickte nur und ging dann in sein Büro zurück. Der Alltag schien doch wieder einzukehren, dachte Semir nur. Dennoch konnte er die Begegnung mit diesen Rubens nicht vergessen. Irgendwas war da doch oberfaul, das sagte ihm sein Bauch. Und wenn sein Bauch etwas sagte, dann stimmte das meist.

    Ben, Lydia und Julia sahen auf, als die Tür zum Wohnzimmer aufging und Konrad und ein weiterer Herr ins Zimmer traten. „Ah Ben, schön dich zu sehen.“, begrüßte Jäger senior seinen Sohn. Lydia stand auf und ging auf ihren Verlobten zu. „Schatz, wen hast du da mitgebracht?“, wollte sie wissen. „Oh verzeih, du kennst ja Sir Christopher Holmes noch gar nicht. Er ist Vertreter der englischen Regierung in Deutschland. Meinen letzten Auftrag hat er mit begleitet.“, erklärte er. „Es freut mich, sie kennen zu lernen.“, meinte der hochgewachsene Engländer mit den schwarzen Haaren und seinem unverkennbaren Drei-Tage-Bart. Ben beäugte den Mann im schwarzen Anzug und mit der blutroten Krawatte argwöhnisch. Er kannte ihn und immer waren es irgendwelche unangenehmen Begegnungen. Wo dieser Engländer auftauchte, gab es meistens Ärger. Hier auch? „Bleiben sie zum Tee?“, wollte Julia von dem Mann wissen. „Liebend gerne, leider aber muss ich sofort wieder nach London zurück. Ein wichtiger Termin im Parlament. Und danach geht es wieder nach Deutschland zurück.“, erklärte er und verabschiedete sich dann. „Ein wirklich reizender Mann.“, musste Julia zugeben, als sie die von ihm zur Begrüßung geküsste Hand immer noch hochhielt. „Mit den Manieren einer englischen Bulldogge.“, knurrte Ben nur und zog sich dann in sein Zimmer zurück. „Was hat der Junge denn nur?“, kam es besorgt von Konrad, der sich das Verhalten seines Sohnes nicht erklären konnte. „Ach Papa... du weißt doch, was Ben von gefühlskalten Unternehmern hält. Weißt du nicht mehr... er hat uns doch mal von dem Fall erzählt, wo er und Mister Holmes aneinander geraten sind.“, holte Julia die richtigen Gedanken in das Erinnerungsvermögen ihres Vaters zurück. „Stimmt. Wie kann man aber nur so nachtragend sein?“

    Carlos fuhr Ben zum Revier. „Mach nichts falsches...denk an deinen Freund...“ warnte auch Carlos ihn. Ben stieg aus ohne etwas zu sagen und betrat die PAST. „Ben? Was tust du denn hier und wo ist Semir?“ harkte Susanne sofort nach, als sie ihn bemerkte. „Wo ist die Krüger?“ fragte Ben gehetzt. „Sie ist mit Sklogowski unterwegs, aber sie wird sicher gleich kommen...“ gab Susanne zurück. „Ah…da ist sie…“ hängte sie an, denn auch Kim Krüger kam herein. „Chefin! Auf dem Parkplatz steht Pérez. Wir müssen ihn sofort verhaften und ausquetschen. Er weiß wo Semir ist.“ stieß Ben aus. „Draußen ist niemand! Ben…was ist passiert?“ harkte Kim nach. „Dann muss er direkt das Weite gesucht haben. Verdammt…das war alles geplant. Diese Mistkerle...“ stieß Ben wütend aus und schlug mit der Faust gegen die Mauer. „Ben…beruhigen Sie sich. Was ist vorgefallen?“ versuchte Kim ihn zu beruhigen. „Wir haben ein großes Problem...“ gab er zu. „In mein Büro!“ befahl Kim. Gemeinsam mit Sklogowski und Gerber, der nun ebenfalls in Begleitung eines jungen Mannes hereinkam ging es in Kims Büro. Als sie alle drin waren schloss Ben die Tür. „Ben…das ist Fynn Gerber. Der junge Kollege der sich in den Fängen von Vohwinkel befand und den Vohwinkel umbringen lassen wollte. Er hat den goldenen Schuss überlebt, aber sein Augenlicht für immer verloren.“ stellte Kim die Männer vor. Ben nickte kurz. „Die wollen Semir nur gegen Waffen eintauschen die vor sechs Monaten vom LKA beschlagnahmt wurden!“ gab Ben bekannt. „Ich habe 72 Stunden zeit die Waffen zu besorgen.“ hängte er an. „Ben…das können wir nicht entscheiden…“ stieß Kim aus. „Wenn ich es nicht schaffe dann ist Semir tot!“ kam von Ben. Verzweiflung war in der Stimme zu hören. „Sie wollen diesem Verbrecher doch nicht auch noch die Waffen besorgen oder?“ harkte Klaus Gerber nun nach. „Haben Sie mir nicht zugehört? Dieser verdammte Plan Vohwinkel auf Ihre Art zu zerschlagen ist fehl gelaufen… die werden Semir töten, wenn ich die Waffen nicht besorge!“ stieß Ben wütend aus. Fynn Gerber nickte leicht und wandte den Kopf in Bens Richtung. „Das ist kein Scherz… Vohwinkel wird es tun. Ich kenne ihn…ich… ich war lange genug dort…“ stieß er aus. Ben nickte. „Ich habe Ihre Geschichte zu hören beikommen. Mir ist nur schleierhaft wie Vohwinkel herausgefunden hat, dass ich Bulle bin. Er sagte er wusste es bevor ich da war. Man muss mich verraten haben“ stieß Ben aus. „Ja das wissen wir. Wir wissen auch wer es war….aber jetzt werden wir erst einmal die Waffen aus der Asservatenkammer besorgen. Ich werde mit Schrankmann und dem Polizeipräsidenten sprechen. Wie geht es Semir?“ wollte Kim wissen.

    „Als man mich weggebracht hatte, war er für Vohwinkel am arbeiten….Tütchen kleben…“ stieß Ben leicht angewidert aus. Kim sah ihn an. „Tütchen kleben?“ harkte sie nach. „Vohwinkel hat ihn gezwungen Heroinbriefchen zu falten. Ich durfte sie umpacken.“ stieß Ben erklärend aus. Kim nickte nur. „Okay…wir müssen jetzt einen kühlen Kopf bewahren…“ murmelte sie. Sie sah Fynn an. „Sie kennen doch sicher einige der Verstecke oder?“ harkte sie nach. Fynn nickte leicht. „Ja aber ich kann nichts sehen…wie soll ich Sie dann dort hinbringen? Und als ich aufgeflogen bin, da war ich nur in diesem einen Zimmer. Wenn wir unterwegs waren, wurden mir die Augen verbunden.“ kam von Fynn. Ben bemerkte dass der junge Mann niemanden ansah und sah fragend zu Kim. „So war das bei mir auch. Vohwinkel ist nicht dumm. Wir müssen die Waffen besorgen. Chefin…der bringt Semir um…“ ermahnte Ben sie noch einmal. Fynn räusperte sich. „Er hat Recht… Vohwinkel wird ihn töten. So oder so. Egal ob Sie mit Waffen kommen oder nicht. Er wird den Kollegen sicher nicht so einfach gehen lassen. Das weiß ich…Herr Jäger…als ich Sie verriet…da…da war ich nicht Herr meiner Sinne….ich…ich weiß das es nicht wieder gut zu machen ist, aber ich werde Ihnen helfen…“ kam kleinlaut von dem jungen Polizisten .Ben sah ihn an. „Sie haben mich verraten? Wie konnten Sie? Sie waren doch gar nicht dabei!“ stieß er aus. „Mein Bruder…er hat mir im Krankenhaus gesagt, dass Sie eingeschleust werden sollten und das Sie die Bande ausheben. Sie würden dort weitermachen wo ich aufgehört habe….ich war süchtig…Vohwinkel hat mich süchtig gemacht…ich…ich…“ Fynn suchte nach den richtigen Worten. Ben nickte. „Prima….“ stieß er aus. „Ben…er macht sich die größten Vorwürfe. Ich denke wir sollten nun nachdenken wie wir Semir befreien können.“ versuchte Kim zu vermitteln. „Ja klar…gehen wir zur Tagesordnung über. Es macht ja nichts, dass ein Kollege sich als Verräter entpuppt. Was haben Sie ihm denn noch erzählt?“ harkte Ben wütend an. „Nichts… ich schwöre….sonst gar nichts...“ gab Fynn von sich. „Lassen Sie meinen Bruder in Ruhe oder ich werde Ihnen die Hölle heiß machen...!“ drohte Klaus Ben. Dieser baute sich vor Klaus auf. „Schluss jetzt!“ fauchte Kim wütend. Die Männer sahen sie an und schwiegen. „Wir kommen nicht weiter wenn wir uns gegenseitig angehen. Lassen Sie uns zusammen arbeiten und einen Plan entwerfen.“ Schlug sie vor. „Das Beste ist, wenn wir die Waffen rausgeben…“ knurrte Ben. „Und wie wollen Sie die Staatsanwaltschaft davon überzeugen uns die Waffen dafür zu überlassen?“ harkte Sklogowski nach. Kim sah ihn an. „Das lassen Sie meine Sorge sein. Ich werde Herrn Gerkan sicher nicht in der Gewalt von Vohwinkel lassen. Ben...Sie werden sich wieder mit diesem Carlos treffen. Er wartet sicher draußen irgendwo auf Sie. Können Sie ihn erreichen?“ wandte Kim sich an Ben. Dieser schüttelte den Kopf. „Ich habe keine Telefonnummer. Aber ich denke auch, dass er in der Nähe ist. Chefin...wir müssen Semir da rausholen... er ...“ versuchte Ben klar zu machen. Kim lächelte und nickte. „das werden wir ...versprochen. Spätestens bei der Übergabe werden wir ihn wieder haben. Ich habe Andrea und die Kinder in eine Schutzwohnung gebracht. Sie steht rund um die Uhr unter Bewachung.“

    Die erste Folge stammt, glaube ich, aus Chris Ritters Zeit. Da beschäftigt sich Hotte gerade mit Ayda und haucht ihr wie ein netter Opa immer "Hottehottehotte" zu. :D Das fand ich damals so witzig und würd mir die Szene gerne mal wieder anschauen. Ich weiß nicht genau, aber wie gesagt glaube ich, das kam in einer Folge mit Chris vor. ;)

    Das was du meinst ist die Folge: "In bester Absicht". Das ist die erste Folge nach "auf Leben und Tod" Ayda ist da noch sehr klein....


    Die zweite Folge ist schon etwas älter. Ich glaube, aus der "ersten" Zeit von Tom Kranich, also vor seinem Comeback. Da sitzt Dieter ganz gestresst an seinem Platz und wird von Anrufen gehetzt. Das kam ja in ein paar Folgen vor (z.B. "Highspeed") oder so. Da war eben auch mal wieder Chaos/Stau auf der Autobahn. Aber in der Folge beschwert er sich glaube ich noch, dass er hier den Stress hat, während die anderen sich seiner Meinung nach gut aus der Affäre ziehen. Sicher bin ich mir da aber leider auch nicht, mein Gedächtnis vermischt das evtl immer ein bisschen mit "Highspeed" - übrigens super witzige Folge. :D Das ist sicher auch nicht leicht, war ja wie gesagt auch in mehreren Szenen ähnliches zu sehen. Allgemein sind Hotte und Dieter recht oft stressig am telefonieren, und das war eben auch so eine Folge. Sollten euch mehrere einfallen und wenn ihr die nötige Zeit habt, wäre ich über mehrere Vorschläge auch sehr dankbar. ;)

    Es könnte sein, das du hier die Folge "Highway Maniac" meinst.... Dort kommen die Helden zu spät, weil Semirs Auto einem Maderangriff zum Opfer fiel und Tom zu spät kam, was ja nicht selten war. DIeter soll zu einem Unfall der riesig ist und beschwert sich bei Anna,die dann befiehlt das Semir direkt dorthin kommen soll.