Ben kam bei seinem Vater an. „Papa!!“ rief er. „Ja hier...Ben...Gott sei Dank... wie ist es mit Julia? Du warst doch bei ihr oder?“ kam ängstlich von Konrad. „Ja... ich war bei ihr. Sie ist ins Krankenhaus gebracht worden, weil eine Schwangerschaftsvergiftung vorlag. Aber sie ist auf dem Weg der Besserung...“ erklärte Ben. „Mein Gott...was hab ich nur getan, das meiner Familie so übel mitgespielt wird. Ist mit dem Kind alles in Ordnung?“ harkte Konrad weiter. „Mit beiden ist alles in Ordnung...also eigentlich mit allen Dreien... Julia bekommt Zwillinge...“ erklärte Ben nun auch dem werdenden Opa. Konrad fiel nach hinten in den Sessel, so perplex war er. „Wie war das?“, kam es erstaunt von Jäger senior. „Du wirst Opa von Zwillingen.“, grinste Ben. Dann jedoch erblickte er die Beule auf dem Hinterkopf seines Vaters. „Was ist denn mit dir passiert?“, wollte Konrads Sohn wissen. „Ich...ich...ein Mann...er hat gesagt, er weiß, wer Lydia oder Franka ermordet hat und er würde es nur sagen, wenn ich drei Millionen Pfund zahle.“, erklärte Konrad mit schwerer Stimme. „Drei Millionen Pfund? Und was hat er noch gesagt?“, fragte Ben erneut, nachdem sein erstes Erstaunen entschwunden war. „Er wird sich bei mir melden.“, erklärte Konrad und ließ den Kopf sinken. „Papa, das schaffen wir schon. Wir werden Julia aus dem Gefängnis holen, auch ohne diesen Kerl.“, stieß er aus. „Ja, aber wie...kann uns dein Kollege nicht helfen?“ Ben überlegte. Eigentlich wäre es besser, wenn Semir noch hier wäre. Immerhin wären sie dann zu zweit und könnten nach Beweisen suchen. „Ich rufe ihn gleich an und frage ihn.“, meinte Ben und wollte sich dann erheben, doch dann ließ er sich wieder auf den kleinen Tisch zurückfallen, wo er drauf gesessen hatte. „Sagtest du, der Mann verlange Drei Millionen Pfund?“ Konrad nickte. „Hat das was zu bedeuten?“, wollte Bens Papa dann wissen. „Nun ja...es lässt zumindest den Schluss zu, dass der Mann Engländer ist. Aber, der Mann mit dem Lydia, ich meine Franka, gesprochen hat, konnte perfekt deutsch.“, kam es nachdenklich von Ben zurück. „Dann kann es doch sein, dass es Komplizen sind.“, stieß Konrad aus. „Möglich, aber warten wir erstmal auf Semir. Ich werde inzwischen mir noch einmal den Tatort ansehen.“, gab Ben bekannt und ging nach draußen zu den Ställen, wo der Mord stattgefunden hatte.
Oliver Moore saß mit seinem Assistenten beim Tee und grübelte über den Fall nach. „Wir müssen uns noch mal am Tatort umsehen, Andrews. Ich werde das Gefühl nicht los, dass wir was übersehen haben.“, gab der Chief Inspector bekannt und biss von seinem Sandwich ab. „Vielleicht haben die Jägers ja recht und es gibt wirklich diesen Unbekannten.“, mutmaßte Andrews und löffelte zwei Haufen Zucker in seine Tasse. „Wenn es wirklich stimmt, dann müssen wir auf alle Fälle ein Team vor das Anwesen dieses Jägers stellen. Wir müssen den Mann haben, sobald er sich bei Konrad Jäger blicken lässt.“, stieß Moore aus. „Ich werde mich sofort in den Wagen setzen.“, schlug Andrews vor. „Nein, sie brauche ich für eine andere Aktion. Das Verhör mit Miss Julia Jäger ist noch nicht abgeschlossen. Ich würde es gerne fortführen.“, entgegnete Moore. „Aber Sir, sie haben im Krankenhaus Hausverbot. Wie wollen sie das umgehen?“, wollte sein Assistent wissen. Doch Moore grinste nur und zog eines dieser hochmodernen Walky-talkys hervor. „Hier, sehen sie zu, dass sie das ins Zimmer geschmuggelt kriegen und dann werde ich ihr die Fragen stellen.“, erklärte der Chief Inspector. „Ist das nicht illegal?“ „Wir haben keine andere Wahl...sie ist nun mal unsere Hauptverdächtige. Soll ich warten, bis sie wieder aus dem Krankenhaus entlassen wird? Wenn sie wirklich unschuldig ist, könnten die wahren Täter dann schon das Land verlassen haben.“, knurrte Moore und ging mit seinem Sergeant zum Wagen.
Peter und Semir standen am Flughafen, als Semirs Telefon klingelte. „Ja Ben... Peter ist schon auf den Weg zu euch.“, kam es von Semir. „Ja, aber du solltest mitkommen.“, meinte Ben und wartete ab. „Wie jetzt? Ich soll mitkommen?“, stieß der Hauptkommissar aus. „Sicher...ich werde hier doch nicht tatenlos rum sitzen und auf die schwerfälligen, englischen Kollegen warten.“, knurrte Ben durchs Telefon. Der Deutschtürke grinste. „Warum nicht, aber ich glaube kaum, dass die Krüger einverstanden ist.“ „Du wirst sie schon überzeugen.“, hörte er Ben durchs Telefon grinsen. „Sei dir da mal nicht so sicher. Okay, ich komme mit der nächsten Maschine und versuche, Andrea davon zu überzeugen, dass es notwendig ist.“, meinte Semir und legte dann auf. Er sah Peter an. „Ben hat es aber verdammt eilig, dass ich nach England fliege...“, meinte Peter und lächelte. „Ja...und er hat sogar Sehnsucht nach mir...“, stöhnte Semir. „Du fliegst auch?“, kam irritiert von Peter. „Ja...sobald ich es mit meiner Frau und meiner Chefin abgeklärt habe....“, entgegnete der Hauptkommissar leise. „Und ist das ein Problem?“, grinste Peter. „Nicht deines....du musst einchecken...wir sehen uns sicher in den nächsten Tagen...“, verabschiedete Semir sich. „Viel Glück....und bis bald.“, lachte Peter laut. Semir hob die Hand und wandte sich zum Ausgang. Er musste zur PAST und Urlaub einreichen. Hoffentlich hatte die Krüger guter Laune und sagt ja...Bitte...lass sie ja sagen...bitte... dachte er nur
Susanne sah auf, als Semir rein kam. „Hey...schön das du dich auch mal blicken lässt. Sag mal...was hast du denn wieder angestellt? Die Krüger ist auf 180 und sucht dich schon seit Stunden...“, warnte sie ihn. „Oh....nichts mit guter Laune?“, fragte er hoffnungsvoll. Susanne schüttelte den Kopf. „Du sollst auch sofort rein!“, hängte sie an. „Ja sicher....kannst du mich begleiten...bevor sie mich umbringt?“, bat Semir mit einem Hundeblick. Susanne lachte laut auf. „Nein...das musst du selbst machen...“, gab sie zurück. „Ne nette Kollegin bist du...“, grinste Semir und zwinkerte ihr zu. Susanne wusste schon wie es gemeint war. „Viel Glück...“, lachte sie zurück. Semir ging ins Büro von Kim Krüger. „Frau Krüger...sie wollten...“, fing Semir an. „Verdammt noch mal...Gerkan...wo waren Sie denn? Ich suche Sie jetzt schon seit Stunden!!“, fauchte Kim ihn sofort an. „Ich...war auf Streife....warum funken Sie mich denn nicht an?“, fragte er nach. „Ich habe Sie bestimmt achtmal über Funk gerufen und Sie melden sich nicht!! Wo waren Sie?“, wollte Kim wissen. „Wie wäre es, wenn Sie mir sagen, was so brennt?“, versuchte Semir sie zu beruhigen. „Oh das ist ganz einfach...sagt ihnen der Name Klaus Leibnitz etwas?“, wollte sie wissen. Semir schüttelte den Kopf. „Der Herr ist Rechtsanwalt und zwar von den Gebrüdern Schmitz die sie, so die beiden Herren, auf brutalster Art und Weise festgenommen haben. Die Herren behaupten, dass Sie die Beiden geschlagen haben und zwar ohne Grund....und der Rechtsanwalt hat gegen Sie ein Disziplinarverfahren eingereicht...Frau Schrankmann war hellauf begeistert...das können Sie sich ja wohl denken oder?“, gab Kim wütend von sich. Semir räusperte sich. „Das ist nicht wahr...“, sagte Semir lediglich. „Natürlich nicht... das hab ich auch Schrankmann gesagt, aber sie hat Sie suspendiert....bis auf weiteres...Sie werden also Ihre Waffe und Ihren Dienstausweis abgeben, bis die Sache erledigt ist....“, knurrte Kim. Semir zog seine Waffe, entlud sie, und legte alles mit dem Ausweis auf den Tisch. „Schön...dann kann ich ja nach Hause gehen...“, murmelte Semir. „Ich...habe gegen die Suspendierung Widerspruch eingelegt, aber Sie werden wohl zwei Wochen Urlaub machen müssen...“, lächelte Kim nun etwas versöhnlich. Semir nickte. Insgeheim war er froh, denn so musste er Krüger nicht erklären warum er nach England wollte.