Andrews sah den Beiden hinterher. Doch Miller schien hinten Augen zu haben. Er kam zurück. „Habe ich mich irgendwie undeutlich ausgedrückt?“, wollte er von Andrews wissen. „Nein...Sir...ich...ähm...ich...bin nur Sergeant...und...“, erklärte der Mann schüchtern. „Oh...Sie sehen sich nicht in der Lage den Fall zu lösen?“, harkte Miller nach. „Doch... natürlich... ich könnte schon.... aber...verstehen Sie mich nicht falsch... es gibt Kollegen die im Rang höher stehen als ich und...die könnten dann denken...das ich...“, versuchte er sein Situation zu erklären. Miller lächelte. „Nun wenn das ihre einzige Sorge ist....Chief Inspektor Andrews...“, meinte er. Andrews stutzte. „Wie? Ich? Aber...das...“, stammelte er völlig verwirrt. „Machen Sie ihren Job gut...so schnell, wie Sie den Rang haben, kann ich ihn auch wieder weg nehmen...“, lächelte Miller und schlug dem Mann vor ihm auf die Schultern. „Ich weiß, dass Sie es können...aber ich fordere Beweise...“, forderte er ihn erneut auf. Andrews glaubt sich in einem Traum. „Sir...könnten Sie mich bitte einmal kneifen?“, bat er Miller. Dieser nickte und tat es. „AUA...“, stieß Andrews aus und lachte dann. „Danke Sir...es ist kein Traum...“, strahlte er und verabschiedete Miller. Dann wandte er sich Angus Furgeoson zu. „Okay, noch mal von vorn.“, forderte er und schaltete dann das Tonbandgerät ein. „Warum haben sie Franka Kirschbaum ermordet?“, wollte er wissen. Stöhnend ließ Angus seinen Kopf auf den Tisch fallen. Ging das alles schon wieder los?
7. Kapitel – Kurzurlaub mit Schrecken
Die alte Köchin kam mit drei bis oben hin vollgestopften Fresskörben aus dem Haus und brachte sie in den Wohnwagen. „Okay, das Auto ist soweit wieder flott. Nur mit dem Kompressor müssen sie ein bisschen aufpassen. Sollte das Ding zu heiß werden, könnte es passieren, dass ihnen der Motor durchknallt.“, meinte George, der von Konrad gerufene Mechaniker, und wischte sich die mit Öl verschmierte Hand ab. „Was, wenn das passiert?“, wollte Semir wissen. „Tja, dann können sie nur noch beten und zu Fuß gehen.“, erwiderte George und packte dann sämtliche Werkzeuge in den dafür vorgesehenen Koffer und diesen dann in den Mechanikraum des Wohnmobils. „Ben, bist du endlich soweit?“, rief Semir nach oben ins Haus. „Ja, ich bin gleich unten.“, kam es nur aus einem der oberen Zimmer zurück. „Na hoffentlich...Konrad, sie wollen wirklich nicht mitkommen?“, fragte Semir Bens Vater, doch dieser verneinte. „Ich werde mich daran erinnern, was für eine schöne Zeit ich in den letzten Tagen hatte. Auch, wenn sie eine Hochstaplerin war, ich habe sie innig geliebt.“, meinte Konrad leise und ließ den Kopf hängen. Nickend fasste Semir dem Mann freundschaftlich auf die Schulter und sah ihn an. „Es werden auch wieder bessere Tage kommen. Glauben sie mir...“ Konrad nickte und zog sich zurück. In diesem Moment kam Ben die Treppe runter. Sein Partner drehte sich zu ihm um. „Was...was soll das sein?“, kam es prustend von Semir, als er die Kleidung seines Freundes sah. Ben hatte sich vollkommen in Grün eingekleidet und trug eine Art Tropenhelm mit Mückennetz. „Willst du in den Dschungel gehen?“, lachte der Deutschtürke. „Hey, immerhin schleppst du mich in die Wildnis. Und ich will nicht von den Mücken zerstochen werden.“, knurrte Ben und zog sich den Hut vom Kopf. „War ein Witz...denkst du wirklich, ich bin so von der Natur angewidert?“, lachte er nur und zog sich die Sachen aus. Zum Vorschein kamen seine Lieblingsjeans und sein graues Shirt. Die grüne Jacke hing über dem Treppenpfosten. „So, können wir dann?“, wollte er nur wissen. „Du bist immer für Überraschungen gut.“, lachte Semir und klopfte seinem Freund auf die Schultern.
Nach einer weiteren Stunde war alles verladen, alle Speisen im Eisschrank verpackt und auch die Angeln hatten ihren Platz in einer Ecke gefunden. „Hey, das Ding hat sogar ein Sonnendach.“, staunte Ben, als er wieder von der Leiter runter geklettert war. „Wow, dann kannst du die Liegestühle gleich nach oben bringen.“, grinste der Deutschtürke und reichte Ben zwei Klappstühle. „Hättest du das nicht eher sagen können?“, knurrte er und erklomm erneut die Leiter nach oben. Wenige Augenblicke später saßen beide im Wagen und die Fahrt ging los. „So, und wo wollen wir jetzt hin?“, fragte Ben nur. „Dein Vater hat mir eine alte Landkarte gegeben und mir die Strecke zu dem kleinen See genau aufgezeichnet.“, erwiderte Semir nur und steuerte das riesige Gefährt die Auffahrt hinauf, auf die Schnellstraße und diese immer weiter entlang. „Und das soll also nun unser verdienter Urlaub sein?“, meinte Ben und war immer noch nicht überzeugt von der ganzen Idee. „Komm schon...hol uns mal lieber was zu Essen.“, bat Semir nur und deutete auf den Kühlschrank im hinteren Teil. „Fein...endlich kommt der entspannendere Teil.“, grinste Ben und verschwand nach hinten. Wenige Minuten später kam er mit einer großen Hühnerkeule zurück. „Semir, hier habe ich was für dich.“, grinste Ben nur und hielt seinem Freund und Partner die lecker duftende und kross gebratene Keule vor die Nase. Dieser biss hinein. „Whow...lecker...“, strahlte er. „Ja nicht wahr...absolute klasse...ich hab schon zwei gegessen.“, kam von Ben. „Was? Hör mal...du sollt nicht alles essen...wir müssen es uns einteilen..!“, stieß Semir erschrocken aus. Ben grinste nur. „Hey...das war früher schon so...wenn wir auf Reisen waren, dann musste ich essen...willst du noch einen Pudding?“, wollte er wissen. „Nein...will ich nicht...und du bleibst jetzt hier...ich übernehme den Küchendienst...“, lachte Semir. „Gut...wenn du willst... wie heißt denn der See, den mein alter Herr empfiehlt?“, wollte Ben wissen. „Bassenthwaite Lake....“, murmelte Semir. Ben nickte wissend, doch er hatte genauso viel Ahnung von dem See wie Semir. Es hieß einfach abwarten...
Toni besah sich die Wunde von Konstantin. „Sieht sehr gut aus...ich wundere mich immer wieder. Deine Haut erholt sich unglaublich schnell...“, staunte er leise. Konstantin lachte nur. „Ich weiß...aber das ist ein großer Vorteil, denn dann kann ich mich an die Arbeit machen. Du musst mir einen Gefallen tun...bitte.“, Konstantin sah seinen Freund flehend an. Toni nickte. „Was denn?“, wollte er wissen. „Ruf für mich bitte bei Jäger an und verlange Semir Gerkhan...“, bat Konstantin. Toni sah ihn an. „Wieso? Wer ist das?“, harkte er sofort nach. „Mein Schlüssel...wenn du so willst...“, kam geheimnisvoll von Konstantin. „Also gut...ich rufe an...“, stimmte Toni zu und griff zum Telefon. Er wartete bis sich jemand meldete. „Kann ich bitte Semir Gerkhan sprechen?“, bat er freundlich. Er hörte wieder zu und sein Blick wanderte zu Konstantin. „Ich danke Ihnen...am Bassenthwaite Lake...ich verstehe....kann ich ihn da irgendwie erreichen?“, harkte Toni nach. Wieder horchte er. „Danke....dann muss ich wohl warten bis er zurück ist...“ Toni legte auf. „Mr. Gerkhan ist nicht da...“, lächelte er Konstantin an. „Das ist sehr gut...ich brauch ne Karte... wie komme ich zu diesem Blaa....lake...?“, wollte er wissen. „Ich hab eine Karte in der Praxis....kannst du haben. Aber Konstantin...pass auf dich auf...okay?“, bat Toni seinen Freund. „Klar doch....“, lachte Konstantin. Er zog sich an. „Hast du noch ein Auto für mich?“, wollte er von Toni wissen. „Ja sicher...du kannst den alten Rover nehmen.“, nickte dieser.