"Wo bleibt der bloss?", fragte Semir genervt. Montagmorgen, nach dem Wochenende, und Kevin liess im Büro auf sich warten. Dabei wollten die beiden doch heute morgen wieder ins Rotlicht-Viertel, den Polen einen Besuch abstatten. Und Kevin sollte noch die notwendigen Infos mitbringen, er sagte Semir Freitagsabends, dass er Lisa noch besuchen würde. Als Semir genervt auf den Parkplatz ging, kam endlich der silberne Hyundai von Kevin, der auch gleich ausstieg. "Morgen.", kam von ihm gut gelaunt. "Na endlich, kommst du auch schon?", meinte Semir genervt. "Bleib gleich im Auto, wir fahren sofort ins Rotlicht-Viertel.", sagte Semir schnell und stieg in Kevins Auto.
Auf dem Weg ins Viertel fragte Semir: "Hast du was aus Lisa rausbekommen?" "Ja. Sie wollte erst nichts sagen, weil sie mit denen nichts mehr zu tun haben will, aber sie hat mir dann gesagt, wo die ihren Club haben.", sagte Kevin. "Warum will sie mit denen nichts zu tun haben?", meinte Semir verwirrt, der immer noch an die Fassung des Zuhälters glaubte. "Sie meinte, da würde nicht alles mit Rechten Dingen zu gehen. Sie wäre auch schon von polnischen Schlägern bedroht worden.", sagte Kevin achselzuckend. "Gute Ausrede", sagte Semir mehr für sich, aber Kevin hörte es, versuchte es aber zu ignorieren. Das ganze Wochenende hat er darüber nachgedacht, hat es aber immer wieder verworfen Lisa eine Schuld zuzuordnen.
Die beiden Kommisare kamen in den Club. Sie gingen rein und verlangten wieder den Geschäftsführer. Ein großer Mann, 1m89 groß, braune Kurze Haare, führte sie dann ins Büro und stellte sich dann als Wladimir Kryczek vor. "Was kann ich für sie tun?", fragte er mit leicht polnischen Akzent. "Tja, es geht um den Doppelmord an zwei Zuhältern hier in diesem Viertel.", kam Semir direkt auf den Punkt. "Tut mir leid, ich glaube nicht dass ich ihnen da helfen kann. Die beiden HErren standen nicht unter meiner Anleitung.", sagte Kryczek sofort. "Naja, das sollen sie ja auch nicht. Allerdings hatten sie, laut Aussage eines dritten Zuhälters, eines guten Freundes der beiden Toten, Ärger mit den Toten.", sagte Semir. "Naja, was heisst Ärger? Sie kennen das doch sicher, der Konkurrenzkampf. Sie wollen doch bestimmt auch mehr Häftlinge festsetzen als ihre Kollegen?", meinte der Pole und lächelte. "Also gab es Kontakt?", bohrte Semir weiter. "Keinen direkten. Man kannte die Namen, das Gesicht. Aber auch nicht mehr.", meinte Kryczek kurz. "Kennen sie eine Lisa Pollocyk?", fragte Kevin dann. "Ja. Sie ist mit einigen anderen Mädchen aus Polen hierher gekommen. Doch sofort als wir hier waren, hat sie uns den Rücken zugekehrt, und wollte ihre eigenen Wege gehen. Mehr hab ich von ihr nicht mehr gehört.", sagte Kryczek.
Als die beiden Kommisare wieder rausgingen sagte Semir: "Das passt doch alles, genauso wie es Trewitz gesagt hat." "Was passt denn daß Lisa war doch von Anfang an bei den anderen Zuhältern. Wenn der Mord von den Polen ausging, heisst das lange nicht, dass Lisa mit drin hängt.", verteidigte sich Kevin. "Sag mal, was ist los? Warum holst du sie in Schutz?", fragte Semir. Darauf wollte Kevin keine Antwort geben und stieg wieder ins Auto.
Kevins Wohnung - 23 Uhr
Kevin holte sich gerade ein Bier aus dem Kühlschrank und wollte sich eine Zigarette anzünden. Er kam gerade aus der Dusche, endlich Feierabend, und so viele Gedanken kreisten in seinem Kopf. Und immer wieder ein Gesicht. Lisa! Dieses schöne Gesicht, mit den blonden Haaren und den kornblauen Augen. Er sass einfach da, und dachte nach, als es an der Tür klingelte. Er machte auf und wer stand da? Lisa. "Lisa, was machst du denn hier?", fragte Kevin verwirrt. "Darf ich... darf ich reinkommen?", fragte Lisa leise. "Ja natürlich.", meinte Kevin und gab den Weg frei. "Setz dich doch", sagte er noch als er die Tür hinter ihr wieder schloss. Sie setze sich und schlug ihre Hände vors Gesicht. Kevin setzte sich sofort neben sie. "Was ist denn los?", fragte er einfühlsam. "Ich... ich wurde heute bedroht. Ich hab einen Zettel in meinem Zimmer des Clubs gefunden.", sagte Lisa leise und langsam und gab Kevin einen Zettel, auf dem draufstand: "Wir machen dich fertig!" "Und als ich heute nach Hause wollte, standen drei große Typen vor meiner Tür... danach bin ich gleich hierher.", sagte Lisa direkt danach. Kevin legte zärtlich die Hand auf Lisas Schulter und fragte: "Konntest du jemanden erkennen?" "Ich weiß nicht... den einen... es könnte sein dass der eine von den Polen war, die mit uns hierher gekommen sind.", sagte Lisa. Kevin dachte nach. Warum haben es die Polen auf Lisa abgesehn. Naja, auf jeden Fall kann mein guter Partner seine Theorie in die Tonne kloppen. Und darüber bin ich ganz froh. "Ja, kannst du vielleicht zu Freunden, oder so?", fragte Kevin. Lisa schüttelte den Kopf. "Ich hab hier nur meine Kolleginen, die ich kenne. Da könnte man mich leicht finden.", sagte sie traurig. "Ich muss wohl in irgendein Hotel." "Wenn du willst kannst du mal vorerst bei mir pennen.", sagte Kevin und schaute Lisa an. Die schaute auf, ihr Gesicht hellte etwas auf. "Ehrlich? Aber, darfst du das denn, wenn du in dem Fall ermittelst." "Naja, eigentlich nicht. Aber so direkt bin ich ja nicht in diesem Fall, ich ermittle immer noch in dem Doppelmord. Aber ich werde dir natürlich helfen.", sagte Kevin ermutigend, und Lisa fiel ihm um den Hals. "Semir muss ich aber trotzdem anrufen, und ihm sagen dass du bedroht wurdest. Das könnte etwas mit unsrem Fall zu tun haben.", meinte Kevin und nahm sein Telefon.
Semirs Wohnung - 23:10 Uhr
Semir lag schon mit Andrea im Bett und schlief als das Telefon klingelte. Er nahm müde ab und sagte: "Oh Mann, egal wer es ist, bitte ruf nie wieder an." "N'Abend, Kollege. Schläfst du etwa schon?", hörte er Kevins Stimme am anderen Ende der Leitung. "Ne... jetzt nicht mehr. Ich hoffe es ist wichtig, weshalb du mich anrufst.", knurrte Semir leise und ging aus dem Schlafzimmer damit Andrea nicht wach wurde. "Ja. Lisa ist bei mir. Sie hat einen Drohbrief bekommen, und einige komische Typem bewachen offenbar ihr Haus und warten auf sie.", erklärte Kevin. "Ahja... und wer?", meinte Semir verwirrt. "Das wissen wir noch nicht. Sie meint einen von den Polen erkannt zu haben." "Hmm, damit muss ich meinen Verdacht wohl zurücknehmen... ausser es ist eine Falle, um den Verdacht von Lisa abzulenken.", überelgte Semir laut. "Semir!!! Ein Versuch von den Polen den Verdacht von Lisa auf die Polen zu lenken? Erklär mir das mal bitte" "Ist ja gut, is ja gut. Hört sie mit?" "Nein sie ist im Bad", beruhigte Kevin ihn. "Und was macht sie jetzt?", fragte Semir. "ähm... ich bring sie zu einer Freundin, da ist sie vorerst sicher", sagte Kevin schnell. "Alles klar. Morgen sehn wir dann weiter. Bis dann", meinte Semir denn ihn zog es wieder ins Bett. "Ja bis Morgen,", meinte Kevin auch abschliessend. "Und ruf nicht mehr an", sagte Semir noch und drückte das Gespräch dann weg. Er kuschelte sich wieder zu Andrea, die nun auch wach war und fragte: "Wer war das?" Zur Antwort bekam sie nur "Mein bekloppter neuer Partner."