Beiträge von Simon.

    @Ben-Semir95 : Grundsätzlich ist die Folge vielleicht wirklich gut. Von der Konstruktion her, der Grund-Plot ja. Für mich aber eben nicht von der Umsetzung her. Wenn es all diese Dinge, die ich (zugegeben vielleicht etwas kleinlich) aufgezählt habe nicht gegeben hätte, dann hätte auch mir die Folge sicherlich besser gefallen im Gesamteindruck. Denn einen Weltretten-Plot will ich ja noch viel weniger haben. Aber es gibt für mich in einen Film einfach so Dinge, wo ich immer denke, dass man hier dies besser machen MUSS, und dort das, damit es INSGESAMT als gut anzusehen ist. Beim Pilot gab es von diesen "Dingen" ÜBERHAUPT nichts. Und in "Die Geisel" gab es davon einfach zu viel von. Schauspieler, Kamera, Regie. Und auch Drehbuch.

    Zitat

    denn grauenhaft fand ich an der Folge überhaupt nichts!

    Damit hast du vielleicht Recht. Vielleicht klingt mein Post tatsächlich etwas zu hart von der Betonung, aber stimmt schon...grauenhaft trifft eher auf gewisse andere Folgen der Ben Ära zu...

    Die erste 45 minütige Folge mit Alex Brandt hat mich leider nicht so richtig überzeugt. Auch heute noch nicht, auch wenn sie mir besser gefallen hat, als beim Vorab anschauen auf RTLnow. Wirklich schlecht ist die Folge nicht, aber es gibt einfach zu viele Dinge, die mich stören, und trotz der 0815-Story besser hätten sein können, ja, sogar sein müssen.

    Insgesamt fällt die doch recht billige Produktion deutlich auf. Für Stunts und Action ist wenig Platz und die Locations sind nicht gerade die originellsten. Wir haben es hier mit einer sehr schlichten Umsetzung zu tun, die mich persönlich nicht fesseln konnte. Man hat überhaupt kein Raumgefühl, ist zwar von Anfang an in der Geschichte drin, und doch fehlt komplett die Spannung.

    Mit den Charakteren entsteht ganz und gar keine Identifikation, da sie zum einen sehr eindimensional gezeichnet sind, und zum anderen auch die schauspielerischen Leistungen sehr zu wünschen übrig lassen. Jennifer Ulrich ist zwar eigentlich eine sehr gute Schauspielerin, trotzdem ist ihr diese Rolle hier schwer abzukaufen. Christoph Gareisen als Dr. Ruhnau ist die wohl größte Fehlbesetzung der letzten Jahre. Abenteurlich sein Spiel, vor allem am Ende der Episode.

    Visuell ist die Folge ebenso schwach. Kein Vergleich zu "Revolution", eher auf Niveau Anno 2005. Auch die Kameraarbeit- und perspektiven sind ziemlich schwach.

    Überzeugen tut hingegen Vinzenz Kiefer als Alex Brandt. Vor allem optisch, auch was die Kleidung angeht, passten Alex und Semir heute noch besser zueinander. Sie wirkten stellenweise schon wie ein eingespieltes Team. Die Parallelen zu Alex´ Vergangenheit, auf die immer wieder angespielt wurden, lassen auf in Zukunft noch viel Spannung rund um den Charakter hoffen.

    Auch die Szenen in der Schwebebahn gefielen mir sehr, hier wurden auch erstmals die Beweggründe von Nicole näher beleuchtet und man konnte den Charakter besser verstehen.

    Am meisten ärgern tut mich das Ende. Das beginnt schon mit dieser unglaublichen Vorhersehbarkeit im Wald und wird dann noch getoppt durch eine billige Explosion mit schlechten Kameraperspektiven und durch eine unglaubliche Drehbuchschwäche. Ruhnau will Semir weiss machen, er habe in Notwehr auf Nicole geschossen?! Hat er denn nicht direkt danach bei seiner Flucht auch noch wie wild auf Semir gefeuert? Will er das dann auch als Notwehr verkaufen? Versuchter Mord = versuchter Mord. Das gibt überhaupt keinen Sinn, dass Ruhnau hier noch versucht, sich herauszureden. Es wurde eingebaut um die Tochter als Zeugin ins Spiel zu bringen, die sich die Frage stellen muss ob sie ihren Vater deckt oder nicht. Dafür hätte man dann aber Ruhnau nicht auf Semir feuern lassen dürfen. Komplett sinnlos. Gut gemeint, und doch grausamst schlecht im Endprodukt.
    Auch haarsträubend die Tatsache, dass Nicole, kurz davor noch niedergeschossen und von Alex reanimiert, wieder putzmunter mit ins Krankenhaus geht, um sich von ihrem Bruder zu verabschieden.

    Dann regt mich auch die Schlussszene enorm auf. Eigentlich ist ja auch das gut gemeint, und könnte wirklich ein starker Moment in einem Film sein. Nicht aber hier. Sowohl der Junge im Koma, als auch das Entführungsopfer kamen in der gesamten Episode vielleicht in 2, maximal 3 Szenen vor. Dann aber sieht man am Ende plötzlich wie das Entführungsopfer, natürlich überhaupt nicht traumatisiert von den Erlebnissen und unmittelbar nach ihrer Gefangenschaft, dem kleinen Bruder iher Entführerin nun Geschichten aus einem Märchenbuch vorliest. Nee. Sorry, das hat mich definitiv nicht erreicht, geschweige denn berührt. Dazu hatte der Zuschauer überhaupt keine emotionale Bindung zum Jungen, oder auch zum Entführungsopfer. Man hätte die Folge da beenden müssen, als das Mädchen an Alex und Semir vorbei ging und Alex sagte: "Vielleicht ist er ja doch nicht so allein". Das wäre ein schönes Ende gewesen. Alles was dann noch folgte, war mir einfach zu symbolisch, gekünstelt, ergo unrealistisch und einfach nicht ernstnehmbar.

    Damit diese Szene ihre Wirkung hätte bringen können, hätte die gesamte Geschichte viel emotionaler erzählt sein müssen, die Charaktere hätten viel tiefer gezeichnet sein müssen. Wie etwa damals in der Folge "Entführt". Da gab es von Anfang an die düstere und spannende Atmosphäre (die zudem auch noch von besserern Schauspielern bereichert wurde), die von Anfang an ein viel größeres Mitgefühl mit dem Opfer und den Angehörigen entstehen ließ.

    Kurz gesagt: Meine Kritik geht eindeutig an Heinz Dietz, der diese Folge einfach zu 0815-mäßig erzählt hat. Aber auch das Drehbuch, welches zwar gute Ansätze hatte, wurde nicht konsequent genug vollendet und weist haarsträubende Lücken auf, was Logik und Sinn angeht.


    Out of Topic: Lief gestern Nacht eigentlich eine längere Fassung der Folge? (Das hast du doch bestimmt schon überprüft Simon oder?) :D

    Worauf du Gift nehmen kannst. ;) Allerdings lief die Selbe Fassung ohne die Verhörszene, in der Semir den Verdächtigen mit dem Fuß tritt. (Szene aus dem Staffeltrailer). Ob wir also nur eine gekürzte Fassung zu sehen bekommen haben, darüber kann mal wieder nur spekuliert werden.

    Guten Morgen,

    ich denke nicht nur wir, sondern auch RTL und AC können erst einmal aufatmen.

    Nach den katastrophalen Quoten der Wiederholungen mit Tom Beck in den letzten Wochen, meldete sich "Cobra 11" gestern sehr stark zurück.

    - ab 3 Jahren: 3,61 Mio. Zuschauer (11,6%)
    - 14-49 jährige: 2,14 Mio. Zuschauer (17,6%)
    - 14-59 jährige (für RTL relevant): 2,82 Mio. Zuschauer(15,6%)

    Bleibt zu hofffen, dass es genau so weitergeht!

    Nach dem überwältigenden Pilotfilm wollte ich den Cobra- Abend noch nicht so schnell ausklingen lassen und habe mir "Die Geisel" angeschaut...

    ...und bin durchaus enttäuscht. Eine von der Produktion her ziemlich billige Folge, eine schlichte Umsetzung ohne große Spannung, keine düstere Atmosphäre und wenig Raumgefühl, vor allem die ersten 15 Minuten, die fast wie ein Road-Movie wirken.

    Begeistert hat mich einzig und allein Alex Brandt. Die Rolle ist wahnsinnig interessant und hervorragend gespielt.

    5 einhalb Jahre sind es her, als zum letzten Mal ein neuer Partner an Erdogans Seite eingeführt wurde. Allerhöchste Zeit also für den Nächsten. ;)

    Genauso wie man in einem Pilotfilm wie "72 Stunden Angst" schon nach wenigen Augenblicken merkt, wie leicht, oberflächig und comedylastig der ganze Plot erzählt wird, wie auch das Agieren der Akteure, so fällt bei "Revolution" natürlich sofort auf, dass man viel tiefer in die Charaktere blickt, was man bereits im Herbst 2013 erfolgreich begonnen hat. Die Schauspieler dürfen endlich wieder ihre schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, allen voran natürlich Erdogan Atalay, der den gebrochenen Held noch viel besser spielen kann als vorher gedacht.

    Im Grunde genommen haben wir es hier schon fast mit einem Film aus dem Genre des "film noir" zu tun. Die dunkle Atmosphäre, das Motiv des (der) gebrochene(n) Helde(en), das Motiv der Geldgier, der eifersüchtige Ehemann; inhaltlich alles Elemente dieses Genres. Nur optisch ist man nur teilweise in diese Richtung gegangen, ich hätte mir noch ein paar Schwarztöne mehr, und stärkere Kontraste gewünscht anstelle des häufigen Graus. Die Kameraführung jedoch ist genial und auf enorm hohem Niveau, insbesondere bei den Actionsequenzen. Zahlreiche Close-ups, Nahaufnahmen lassen ebenfalls tiefer in die Charaktere blicken.

    Die Story ist komplett neu, etwas ungewöhnlich für "Cobra 11" und doch sehr interessant. Wendepunkte (Selbstmord von Marie, die Rolle von Striebeck, der Tod von Meinhardt), gute Dialoge und spannende Erzählung. Die tiefe feste Überzeugung, die die Öko-Aktivisten in sich hatten, wurde überragend herübergebracht. Diese Szenen wurden mit einer unglaublichen Intensität aufgebaut und einem hervorragenden Soundtrack. Schon die Anfangsszene kann eigentlich fesselnder gar nicht sein. TOP! Insbesondere die Rolle der Marie war sehr überzeugend gezeichnet. Ihr Selbstmord ist ebenfalls ein sehr starker Moment des Films. Etwas schade ist es, dass am Ende wieder eine "Katastrophe" verhindert werden musste. Das ist aber eigentlich auch der einzige Kritikpunkt an der Geschichte.

    Zum anderen Plot, nämlich dem der Einführung des neuen Kommissars: Ein Katz-und Maus Spiel zwischen Semir und einem neuen Partner. Das ist nun wirklich nichts Neues. Und dennoch gelingt es erneut hervorragend. Das langsame Annähern zwischen Semir und Alex, die Sticheleien und das langsame Aufbauen von Vertrauen konnten besser nicht gezeichnet sein und kamen beim Zuschauer genau so an, wie es sein soll. Die Schlussszene in Alex´ Wohnung bildet der Folge einen hervorragenden und runden Abschluss und lässt auf viele weitere spannende Abenteuer hoffen.

    Was Vinzenz Kiefer angeht, so sei hier nur kurz gesagt: Schießen und die Waffe anständig halten kann er jetzt schon besser als Tom Beck in gut und gerne den ersten 2-3 Jahren. Auch seine schauspielerische Leistung kann nur gelobt werden, vor allem seine Mimik finde ich hervorragend. Insbesondere im Gedächtnis geblieben ist mir da die Szene in der Zelle, die zudem durch einen hervorragenden Schnitt geglänzt hat.

    Die Action, auch grandios. Besonders toll ist natürlich, das nach ewiger Zeit mal wieder auf einer richtigen Autobahn gedreht wurde, was einfach sofort positiv auffällt und auch der authentischen Atmosphäre enorm weiterhilft. Alle Actionszenen hatten diesen gewissen Look, es war keine Demonstration wie toll man doch Autos fliegen lassen kann oder welch gewaltige Feuerbälle man doch zaubern kann, sondern es war einfach knallharte Action à la Hollywood, die sich rund um die Geschichte gedreht hat und eben nicht andersrum. Spannend und fesselnd eben nicht nur der eigentliche Plot, sondern auch die Actionsequenzen, die es schaffen den Zuschauer mitzureißen.

    Auch das Team hat so eng zusammengearbeitet wie lange nicht mehr, auch dies gilt es positiv hervorzuheben. Fast wie früher. Die Chefin stand hinter Semir, so wie es sein muss. Auch die Idee, Semir bei Bonrath einziehen zu lassen, passt perfekt und erinnert an den früheren familiären Zusammenhalt der PAST, der damals noch regelmäßig in dieser Art gezeigt wurde.

    Eine Geschichte fesselnd und spannend zu erzählen beherrscht Franco Tozza nach wie vor außerordentlich gut, weshalb ihm auch heute großes Lob gebührt. Auch wenn mittlerweile nur noch sehr wenig vom alten Franco Tozza Stil übrig ist.

    Es ist natürlich unglaublich schwer, diesen Pilotfilm mit seinen Vorgängern zu vergleichen. "Auferstehung" war der beste Pilotfilm seit "Auf Leben und Tod", aber "Revolution"? Sehr schwierig. Komplett anders und doch auf seine Weise grandios. Aber ist er noch besser? Ich weiß es (noch) nicht. 9 Punkte sind jedenfalls das absolute Minimum, eigentlich hat dieser Film tatsächlich nach ewiger Zeit seine 10/10 Punkte verdient.

    Zitat

    "Bei einer simulierten Geiselbefreiung demonstrieren Alex und Semir ihr Können und ernten dabei auch die Anerkennung der taffen Polizistin Jessie Turner."

    Das ist aber so nicht richtig. Kann ich bezeugen. Soweit ich mich erinnern kann, wurden meine "Mit-Geiseln" und ich nicht von Semir und Alex gerettet und vielmehr die amerikanischen Polizisten konnten ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen und sich von den Zuschauern feiern lassen. :D