Beiträge von Simon.

    ...scheint sich gedacht zu haben: Was bei "Tödliche Wahl" so gut funktionniert hat, funktionniert auch ein weiteres Mal. Werden die Nerven der Zuschauer mal wieder bis aufs Äußerste strapaziert um in der Schlussszene herauszustellen, dass er uns erneut- wahrscheinlich händereibend und mit größter Schadenfreude- schlichtweg verarscht hat. Aber lieber eine solche "Verarsche", als ein neues Landei... ;)

    Mann, ist die Folge geil. Zu viel hat uns Boris von Sychowksi wirklich nicht versprochen. ("Noch intensiver als "Tödliche Wahl"."- "Nee is klar"...dachte ich!...) Eigentlich bin ich ja dafür, dass es mal auf Dauer einen einheitlichen filmischen Stil geben sollte was das Aussehen, also das Bildliche betrifft. Nach einem sehr dunklen Pilotfilm folgte 2x der Blaufilter, während es hier bei "Die letzte Nacht" wieder in erster Linie natürliche Farben sind. Aber das ist mitnichten eine negative Kritik an der heutigen Folge, denn da hat einfach vorne und hinten quasi alles gepasst. Und das obwohl die Folge komplett anders ist als beispielsweise "Die dunkle Seite". Letztere mag vielleicht sowohl von der Thematik her, vom Anspruch her, als auch von der filmischen Qualität nochmal deutlich hochwertiger gewesen sein, aber solange es gelingt den Zuschauer zu "packen", zu begeistern und bis zum geht-nicht-mehr mitfiebern zu lassen , dann wurde irgendwie doch alles richtig gemacht.

    Es ist einfach ein großartiger Einfall, die Folge mit dem Traum einer Beerdigung zusammen mit kurzen Flashbacks wie dazu kommen konnte, beginnen zu lassen. Dadurch weiß der Zuschauer von Anfang an, dass da noch was kommen wird, er ist gewarnt, und sieht, dass Andrea und Semir zu leichtsinnig sind. Es ist eine Frage der Zeit, bis die Tragödie passiert. Fast ausschließlich dadurch ist die Spannung direkt von Anfang an auf einem sehr hohen Level.

    Genau wie in "Familienfest" lebt die Folge vom Semir-Andrea Plot. Nicht vom eigentlichen Kriminalfall. Denn der ist äußerst dünn und eigentlich unoriginell. Die Figuren haben nicht viel mehr Profil als Semirs BMW Reifen, aber selten hat eine solche Tatsache so wenig gestört wie hier. Es ist gar nicht notwendig gewesen die Bösewichte und deren Motive tiefgründiger darzustellen. Die Folge lebt von ihrer unglaublichen pausenlosen Intensität und dem Zusammenspiel zwischen Semir und Andrea.

    Auffallend ist auf jeden Fall der deutlich höhere Anteil an Witz. Aber es ist gute Komik. Sprüche wie "Mit dem Flieger nach Berlin und entgegen fahren" sind einfach köstlich und haben die Serie schon früher ausgezeichnet. Niemand behauptet, dass es diese Art von Comedy nicht auch heute noch geben soll. Gewagt ist aber auf jeden Fall, dass selbst in den ernsteren Szenen nicht Halt vor eben genau solchen Lachern gemacht wird. Als Beispiel sei da erstmal die Szene genannt, als Semir nach der Toilettenschlägerei zu Andrea zurückkommt und ganz lässig versucht sich nichts anmerken zu lassen. Man läuft durch solche Einfälle automatisch Gefahr der Ernsthaftigkeit, die in dieser Folge natürlich schon alleine wegen des Beginns zwingend notwendig ist, zu schaden. Trotzdem gelingt es quasi in jeder Szene eben durch genau solche eigentlich leichteren Dialoge mit Augenzwinker, die Intensität noch weiter zu erhöhen (also das genaue Gegenteil), den Zuschauer einfach noch mehr zu fesseln und zu begeistern, der immer die tragische Anfangsszene noch in unmittelbarer Erinnerung hat. Hervorragendes Beispiel dafür auch die Szene auf dem Ball als Andrea eigentlich in tödlicher Gefahr schwebt und Semir einfach mal selbstironisch mit einem Witz dazu stößt. Mit Hilfe des Mundwerks wird die Situation entschärft, nicht etwa durch Eingreifen mit Gewalt. Insgesamt fällt auch die sehr lockere Darstellung von Andrea auf, die man einerseits vielleicht als zu locker und selbstsicher kritisieren könnte, auf der anderen Seite, und zu dieser Seite zähle ich mich, ist aber genau das trotzdem glaubwürdig und gut. Andrea hat in der ganzen Jahren dutzende Male in Lebensgefahr geschwebt, hat nicht weniger durchgemacht als die Kommissare und daher sind Sprüche wie "Hätte mich auch gewundert wenn nix passiert wäre" oder "Gefährlich ist es seitdem wir beide uns kennen" wirklich passend und plausibel. In "Der neue Partner" hat Semir bei seinem ersten Autosprung auch vor lauter Angst geschrieen und war danach komplett am Ende, heute macht er es mal eben nebenbei. Und das stört ja auch niemanden.

    Zum Finale: Das ist einfach nur großartig und ganz ganz großes Kino, insbesondere natürlich von Erdogan. Ja, das war noch krasser und atemberaubender als die Szene in "Tödliche Wahl", in der Semir Selbstmord begehen wollte. Das Bild, als Semir daneben steht und in Richtung Himmel hadert ist einfach nur göttlich. Wem läuft es da nicht eiskalt den Rücken runter?

    Den Zuschauer so sehr glauben zu lassen, dass es wirklich das Ende einer beliebten Figur ist, geht eigentlich gar nicht besser. Durch den Traum von Semir neigt man zu 100% dazu, nach der "Null-Linie" abzuschließen, ist fassungslos, dass es allem Anschein nach doch nicht nur dazu kam, dass Andrea angeschossen wurde, sondern dass sie tatsächlich gestorben ist...bis diese hervorragende und wunderschöne Schlussszene kommt.

    Jetzt mag es so aussehen als sei ich ausschließlich begeistert und restlos zufrieden. Stimmt nicht. :D Denn trotz aller hervorragenden Einfälle in dieser Folge gibt es leider auch ein paar Schattenseiten, die aber im Gegensatz zu den letzten beiden Folgen wohl größtenteils nicht zu vermeiden waren. Hauptsächlich meine ich damit natürlich die Sache mit "mein Handy ist kaputt, ach, deins auch? Dann sind wir jetzt von der Außenwelt abgeschottet und müssen alles im Alleingang durchziehen". So in etwas kommt das herüber. Natürlich musste das so sein, und hätte Semir Alex oder die Kollegen (so ein Pech, dass auch Alex´ Handy hin war, die Nummer der PAST wusste Semir wohl nicht auswendig) benachrichtigen können, dann wäre das ganze Finale und die gefährliche Mission von Andrea und Semir wohl nicht in dieser Form realisierbar gewesen.

    Hinzu kommt dann noch die Ungereimtheit, dass am Hafen Andrea plötzlich keinen Funkkontakt mehr zu Semir und Alex hat, war dies unmittelbar zuvor beim Ball doch noch der Fall gewesen. Die Bazuka am Anfang sei verziehen und das Ballern von Andrea in Top-Agentin Manier auch gerade noch so, auch wenn das nun wirklich nicht nötig gewesen wäre. Aber nun könnte man auch hin und behaupten der Fight auf der Restauranttoilette sei komplett überzogen, aber das ist natürlich Unsinn.

    Richtig stören und übel aufstößen tut für mich nur die Darstellung von Krüger. Was zum Teufel sollte das denn am Anfang? Sollte das lustig herüberkommen? Inmitten von so gut herübergebrachter Komik ein solcher Fail. Alex hat sich nur gewehrt, wurde angegriffen und Frau Krüger macht eine kindische Staatsaffäre draus?! "Sie können froh sein, wenn sie Sie nicht anzeigt." Häh?! Wie unrealistisch ist das denn? Andersrum.! Frau hin oder her, wie klischeehaft ist das denn? Dachte die Zeiten hätten wir hinter uns. Platter gehts wirklich kaum noch. Noch absurder wird es dann, als später die beiden Verdächtigen durch Alex´ Fahrlässigkeit aus dem Revier flüchten können. Darauf hat Krüger dann plötzlich nur ein breites Grinsen und einen lockeren Spruch bereit, sorry aber das ist sehr schwach. Dass ihr Charakter recht widersprüchlich von den Autoren in den letzten Jahren dargestellt wurde ist klar, aber so krass und unglaubwürdig wie in dieser Folge war es wirklich noch nie und stört mich ziemlich. Das waren 2 verschiedene Figuren, gespielt von einer Schauspielerin.

    Abschließend möchte ich einmal mehr den hervorragenden Sountrack von Nik und Jaro loben. Eine Bereicherung für die Serie. Die wunderschöne Musik bei der Beerdigung und natürlich die dramatisch- bedrohliche durchlaufende Musik im Laufe des Finales am Hafen. Ohne einen solchen hervorragenden Soundtrack wäre die ganze Szene nur halb so viel Wert.

    Fazit: Natürlich deutlich die beste 45 minütige Folge der laufenden Staffel bisher, trotz der paar Schattenseiten. An "1983", die beste 45 minütige Folge der letzten Staffel kommt sie aber nicht ganz heran. Mal sehen ob das diese Staffel noch eine Folge schafft.

    Was mich aber viel mehr fasziniert ist die ganze Diskussion ansich! Damals, als die Folgen mit Tom Beck gegen The Voice antreten musste, und die Quoten schlechter waren, hieß es das man dies nicht als Argument nicht gelten lasse könne. Die Folgen wären einfach schlecht. Jetzt wird der Spieß umgedreht - die Folgen mit Vinzenz Kiefer seien klasse - aber die Konkurrenz von The Voice so stark!??

    Deine Faszinierung für dieses angebliche Phänomen ist aber nicht zu 100% begründet. Die letzte Staffel mit Tom Beck hat im Gegensatz zu den Staffeln davor viel Lob hier im Forum erhalten. ;)

    Aber es ist schon richtig, dass manche sich nie so wirklich mit dem Konkurrenz-Argument zufrieden geben. Ich persönlich verstehe das nicht so, im ganzen Fernsehmarkt wird ständig auf die Konkurrenz geachtet und dient gegebenenfalls als eine Begründung für negative Werte bei einer anderen Sendung. (weil es ab und an, wie hier, nun mal einfach so ist! ) Das Argument des starken "Voice" ist 2013 genauso berechtigt gewesen wie 2014. Nur sind 2013 die Werte nicht ganz so zurückgegangen als es bisher bei dieser Staffel der Fall ist, und nur deswegen gibt es wohl derzeit etwas mehr Gesprächsbedarf.

    ... aber wie auch immer. Wir sollten jetzt einfach einmal die nächsten Wochen abwarten, und nach der Staffel sehen wir weiter was man aus allem schließen kann.

    Die Vorab- Online Abrufe mitzuzählen würde rein gar nichts bringen. Pro Folgen gibt es vorab ca. 1000-1500 Abrufe, das würde uns nicht wirklich weiterhelfen.

    Aber es sind ja auch nicht nur Vorab-Abrufe, hauptsächlich gibt es die Online-Plattformen halt zum "Nachgucken", da kommt eine Folge schon mal locker auf 300.000 - 400.000 Abrufe. Und es ist auch nicht wirklich richtig, mit diesem Argument den Quotenrückgang der Cobra versuchen zu begründen, da generell der TV Markt ein anderer geworden ist, und nicht nur "Cobra 11" via Online Abruf angeschaut werden kann, sondern mittlerweile quasi alle Formate. Fällt unter das Phänomen der Marktfragmentierung. Die TV-Quoten bleiben eine Kategorie für sich, und auch mit Online-Abrufen verdienen die Sender Geld durch die Werbung...

    Aber das ist sowieso ein enorm komplexes Thema und führt vie zu weit. Das ist nicht das Problem der Cobra, das ergeht allen Sendungen so. ;)

    So, habe mal einen eigenen Thread für die aktuelle Diskussion eröffnet.

    Eye: Ja, hab deinen Beitrag verschoben und nein, damals waren die Partnerwechsel nicht so dramatisch für die Quoten. Aber das ist auch 2014 nicht der Fall, denn ansonsten wäre die erste Staffel mit Vinzenz Kiefer auch schon den Bach herunter gegangen.

    Ich sehe es persönlich so, dass der Wechsel von Beck zu Kiefer im Frühjahr problemlos kompenisert werden konnte. Was aber das Gespann "Semir-Ben" im Herbst 2013 gegen "The Voice" noch schaffte, schafft diesmal das Gespann "Semir-Alex" derzeit nicht. Aber die Staffel ist noch lang und wir warten nun mal ab.

    Aber den Grund bei einem Schauspieler und deren Wechsel zu suchen, ist nur einer von vielen Faktoren, die eine Rolle spielen können !!! Und somit wäre es unfair zu behaupten, dass Vinzenz Kiefer gegen wenige starke Konkurrenz sich noch gut schlagen konnte, es im Gegensatz zu Tom Beck nun gegen "The Voice" aber nicht schafft...

    Bis auf den letzten Satz stimme ich deinem Post komplett zu. Denn diese Aussage beruht einzig und allein auf dem persönlichen Geschmack und sieht und interpretiert nun mal jeder anders. Für mich ist Ben Jäger der deutlich unsympathischere und die arrogantere Figur im Vergleich zu Alex Brandt. :)

    Aber das führt jetzt zu weit... ;)

    Ich will ja nicht den Teufel an die Wand malen, aber auch bereits produzierte Sachen wurden schon wegen schlechter Quoten mal nicht gesendet und verschwanden. Also: Das ist nicht sicher!

    Nichts ist sicher in der Fernseh-und Medienbranche, das ist richtig. In der ersten Häflte des 00er Jahrzehnts konnte RTL sich sowas vielleicht noch erlauben. Aber nicht mehr heute und nicht bei dieser Serie. Dafür müssten die Werte dann eher auf "Rising Star"-Niveau liegen, dann reden wir weiter und dann hätte ich auch vor einem Produktionsstopp Angst. Aber du hast Recht, den Teufel nicht an die Wand malen, und jetzt einfach das Beste hoffen für die Zukunft. ;)

    @Trauerkloß: Natürlich ist es richtig nicht nur die Konkurrenz verantwortlich zu machen. Trotzdem ist es Fakt, dass "Cobra 11" seit Bestehen noch nie gegen eine so quotenstarke Sendung antreten musste. Schon ab 2006 musste man sich hin und wieder "Popstars" o.ä geschlagen geben, aber das war dann in etwa vielleicht 16 gegen 17 % Marktanteil. "The Voice" hat konstant weit über 20%, und das in der heutigen Zeit, in der ohnehin die Marktanteile und Zuschauerzahlen sinken. Als Teilentschuldigung sollte das auf jeden Fall reichen.

    Und es kommt dann nun mal alles zusammen. Vielleicht hat Tom Beck in der Tat ein paar Zuschauer mehr angelockt als es Vinzenz Kiefer tut. (Die Quoten der Wiederholungen mit Tom Beck sprechen allerdings gegen dieses Argument.) Und vielleicht ist es auch nur logisch, dass eine Serie, die schon so lange läuft, irgendwann einmal zu kämpfen bekommt.

    Ein anderer Sendeplatz ist natürlich sehr unrealistisch. Da würde ohnehin nur der Dienstag in Frage kommen, und dort laufen "Bones", "CSI" und Co. erfolgreich und ist kein Platz für eine deutsche Serie.

    Man sollte jetzt einfach mal abwarten. Es waren nun 2 sehr schwache Quotenergebnisse und 4 weitere Folgen stehen noch aus. Und da die Produktion sowieso immer schon eine Staffel weiter ist, wird es so oder so noch eine Frühjahrsstaffel geben, die dann ohne "The Voice" und vielleicht auch mal mit ein wenig mehr Promotion seitens RTL, wieder einiges gut machen kann was diese Staffel versäumt wurde und vielleicht auch noch versäumt wird. Die erste Staffel mit Vinzenz im Frühjahr 2014 hatte schließlich einen exakt gleich hohen Durchschnittsmarktanteil als die letzte Staffel mit Tom Beck.

    Jetzt dachte ich schon Campino sei zum "kallesch" geworden... ;)

    @CobraMan: Warum die Aufregung? Nur weil einmal nicht gespoilert werden soll? Nicht gleich den Sinn des Spoilerthreads tot reden, nur weil er 1 Mal bei einer besonderen Folge nicht bis zum Äußersten genutzt wird. ;)
    Ich finde die Idee von "Mav^^" gut, und jeder hier, der was wissen wollte, hat sie auch umgesetzt und fleißig PNs umher geschickt. Es geht einfach nur darum, die Spannung möglichst hoch zu halten und zu vermeiden, dass hier bei uns öffentlich bereits die Auflösung steht, egal ob in einem "Spoiler" cachiert oder nicht. Und ab dem Zeitpunkt, wo man sich die Folge angeschaut hat, wird jeder der sonst eigentlich die Spoiler hier liest, dankbar sein, dass er gar nicht erst in Versuchung kommen konnte. :)

    Ich war bisher selten so zwiegespalten bei einer Folge wie hier bei "Die Akte Stiller". Denn auf der einen Seite tendiere ich zu einer positiven Bewertung.
    -> Wir wollen kein "Welt-retten", ergo diese ruhige Folge mit Autobahnbezug und guter Action macht alles richtig.
    Auf der anderen Seite kann ich das aber nicht einfach so hinnehmen, da richtige Begeisterung auch etwas anders aussieht.

    Erklärung: Dass Heinz Dietz ein eher klassischer und schlichter Regisseur ist, ist denke ich allgemein bekannt und kein Geheimnis. Dass aber in dieser Folge weitestgehend vollkommen auf Emotionen verzichtet wird, ist meiner Ansicht nach einfach nicht gut. Gerade jetzt, wo man der Serie den Dramaanteil gegeben hat. Wenn komplett auf Emotionen und richtige "Inszenierung" verzichtet wird, entsteht im Ergebnis eine Folge mit wenig Mitfiebern, ohne Identifikation mit den Figuren, also ohne wirkliche Spannung. Ergebnis: Hoffentlich nicht zu viel Langweile bei den relevanten Zuschauern.

    Natürlich gibt die Handlung zunächst nicht allzu viel her, und doch ist es doch irgendwie Aufgabe der Regie den Zuschauer in die Story hineinzuversetzen. "Die dunkle Seite" ist doch das beste Beispiel dafür. Allzu viel passiert da im ersten Drittel auch nicht. Und doch ist es was komplett anderes. Es plätschert einfach alles so vor sich hin und es dauert viel zu lange bis die Folge endlich an Fahrt aufnimmt. Und das auch nur auf der Ebene des "Miträtseln". Ein wirkliches Spannungsgefühl taucht nicht auf, wobei das sehr wohl möglich gewesen wäre. Nämlich in dem viel mehr auf Emotionen rund um Elena Stiller gesetzt worden wäre, die in ihrer letzten Mission bereit ist bis aufs Äußerste zu gehen. Und damit meine ich nicht diese absurde Szene, in der sie wie wild auf Köster schießt.

    Warum bitteschön muss man es derart übertrieben darstellen, als Frau Stiller auf Köster schießt. Das führt einfach zu einer ziemlichen Unglaubwürdigkeit, insbesondere auch auf die Figur Semir Gerkhan bezogen. Im Pilot lobe ich noch die Autoren, die seine Aufrichtigkeit wieder bestens darstellen, und hier hat die Figur als Reaktion auf den Mordversuch nur ein "Darüber reden wir noch." parat ?! Die Szene ist sinnbildlich dafür, dass ich mich nie wirklich auf Folgen von Heinz Dietz freuen kann. Es sind immer diese Details, die übel aufstoßen. Das Opfer Köster wird aufgrund eines unbegründeten Verdachts festgenommen und der Mordversuch, oder um es in Semirs Worten auszudrücken, die "Ballerei" wird zu den Akten gelegt. Das wäre absolut in Ordnung, wenn es umsetzungstechnisch ganz anders herüber gebracht werden würde. Dezenter und glaubwürdiger heißt ja nicht, dass nicht versucht werden soll zu "inszenieren".

    Aber auch das Buch ist bei weitem nicht unschuldig daran, dass ich diese Folge lediglich als Mittelmaß ansehen kann. Dass die Story so undurchsichtig ist, kommt zwar dem Finale zugute, allerdings ist es nicht optimal, dass einem die ganzen Fäden lediglich in der Verhörszene mit Köster erklärt werden. Zudem stößt auch ein recht übles Logikloch auf. Köster erzählt im Verhör, die NSA habe herausgefunden, dass die Russen einen Spion beim BND haben. Darauhin kontaktieren sie Johannes Stiller, einen Ehemaligen, da sie sonst niemandem trauen können. Mit der Hilfe von Köster sollte dem Maulwurf eine Falle gestellt werden. So weit, so gut. Warum aber lässt Johannes Stiller, die NSA denn dann in der Anfangsszene glauben, Köster sei der Verräter? "Trifft sich unser Freund Köster doch glatt mit einem Agenten der russichen Auslandsbehörde". Gibt leider absolut keinen Sinn. Es sei denn man würde sich mit unplausiblen Erklärungen, wie z.B die, dass er das aus Angst vorm "abgehört werden" erzählt, zufrieden geben. Tue ich aber nicht. :)

    Neben diesen Schattenseiten, macht die Folge aber sehr viel richtig.

    Das größte Plus ist auf jeden Fall der großartige Twist im letzten Drittel der Folge. Es gelingt den Zuschauer mehrfach in eine falsche Richtung zu locken, so dass er am Ende gar nicht mehr weiß wem er glauben soll. Und wenn sich nach fast 300 Folgen am Ende eine Figur als Verräter herausstellt, mit der man wirklich überhaupt nicht gerechnet hätte (zumindest ich), dann hat der Drehbuchautor im Grunde genommen doch vieles richtig getan. Ich hätte wetten können, dass der alte Freund Arthur von Frau Stiller am Ende hinter allem steckt.

    Heute sei auch zur Action gesagt, dass sie absolut großartig war. Damit meine ich insbesondere die Anfangschase auf der Autobahn und auch das Finale vor dem RheinEnergie Stadion. Und Nik und Jaro haben es sogar geschafft, dass ich fetzige techno-elektronisch klingende Verfolgungsmusik gelungen finde. Auch neu. :D (bei der Chase zu Fuß)

    Auch die Szenen in der Tiefgarage sehen optisch sehr gut aus, allerdings hätte es hier deutlich besser gepasst (und es wäre auch dramaturgisch wertvoller gewesen), wenn sich Elena Stiller, sei es für Semir oder sei es für Köster, dem sie Unrecht getan hat, in ihrer "letzten Mission" heldenhaft geopfert hätte.

    Insgesamt ist es für mich eine Folge, die also erneut eigentlich sehr viel richtig macht, allerdings wurde es wieder versäumt deutlich mehr aus dem vorhandenen Stoff herauszuholen. Insbesondere durch eine recht träge Inszenierung eines Stoffes, der zudem an manchen Stellen aber auch etwas glaubwürdiger hätte geschrieben sein müssen. Schade. So bleibt es "nur" bei einer "guten" Folge.

    Das ist eine sehr gute Idee, die wir in der Tat hier im Forum so durchziehen könnten um die Spannung zu erhöhen. :)

    Und wenn doch jemand nicht abwarten kann, die Folge aber nicht vorschauen tut, kann er ja immer noch privat mit Personen schreiben, die schon vorgeschaut haben. Oder aber er klickt sich durch diverse Facebook Seiten, wo man sicherlich auch bereits Informationen finden wird.

    Hätte man es doch im September ausgestrahlt, statt Rising Star... Dann hätte man jetzt nicht solche Probleme.

    ...die Cobra vielleicht nicht. Aber RTL schon. Eine andere Serie könnte es nicht besser, das hat die Vergangenheit oft genug bewiesen. Und das ist auch der Strohhalm, an den ich mich immer wieder klammere wenn solche Werte wie die gestrigen das Resultat sind.

    Tiefer sollten sie aber auch nicht mehr fallen, denn dann wird auch bald dieses Argument nutzlos.

    Am übelsten ist auf jeden Fall der Wert in der erweiterten Zielgruppe der 14 bis 59 Jährigen, der mit 12,7% exakt genau auf dem derzeitigen- sehr niedrigen- Jahresdurchschnitt von RTL liegt.

    Da die allgemeinen Ambitionen von RTL aber höher liegen, kann man den Wert durchaus als zu niedrig einstufen. Da sollte es nächste Woche auf jeden Fall wieder in die andere Richtung gehen.