Beiträge von Simon.

    Und schon wieder ist eine Staffel vorbei. Schon die 2. Runde mit Vinzenz Kiefer. Und ich bin insgesamt mehr als nur zufrieden und es gilt den Verantwortlichen ein großes Kompliment auszusprechen für diese hervorragende Herbststaffel 2014!

    Auf Platz 1 befindet sich bei mir natürlich ohne Zweifel der grandiose Pilotfilm, wofür ich allen Verantwortlichen noch heute unendlich dankbar bin. Ich denke mehr brauche ich dazu nicht mehr zu sagen, da meine Euphorie zu diesem Film bereits im Meinungsthread deutlich genug zur Geltung gekommen ist. Letzte Staffel konnte nur eine einzige Folge ("1983") aus meiner Sicht mit dem Pilotfilm "Revolution" mithalten. Dieses Mal sind es aber mindestens zwei. "Auf eigene Gefahr" (Platz 2) und "Die letzte Nacht" (Platz 3) sind beides große Highlights, auch wenn sie durch komplett unterschiedliche Qualitäten glänzen. Es folgen "Der Beschützer" (Platz 4) und "Jump" (Platz 5), zwei grundsolide Folgen bei denen es sehr wenig zu meckern gibt und die insgesamt auch sehr überzeugt haben. Und dann wären da ja noch "Jung weiblich, hochexplosiv" (Platz 6) und "Die Akte Stiller". (Platz 7) Irgendwie schon fast in Vergessenheit geraten. Schlecht sind sie nicht, richtig zufriedenstellend im großen Ganzen aber auch nicht.

    Am meisten muss einfach die deutliche Verbesserung im horizontalen Erzählen gelobt werden. Die folgenübergreifende Geschichten und Figuren werden deutlich geschickter und als Teil eines Ganzen in die Folgen hineingebracht und es wirkt nicht mehr ganz so "zwanghaft" noch am Anfang oder am Ende einer Folge mit hinein integriert. Ich bin mir sicher, dass diese positive Entwicklung noch lange nicht am Ende ist und uns in den nächsten Staffeln da noch mehr erwartet.

    Nach über 270 Folgen sind die Geschichten immer noch abwechslungsreich und originell und stechen vor allem auch in dieser Staffel durch sehr starke dramaturgische Ansätze hervor. So wäre es vor Jahren noch undenkbar gewesen dass diverse Hauptfiguren einer Episode tragisch ums Leben kommen. ("Jump", "Auf eigene Gefahr") Vor allem auf die emotionale Nachvollziehbarkeit der Charaktere seien es Haupt-oder Nebenrollen wird weiterhin sehr viel Wert gelegt.

    Nächster Punkt: Nico Zavelberg. Ich gebe gerne zu einer seiner schärfsten Kritiker gewesen zu sein in den letzten Jahren hier im Forum. Selten konnte ich viel mit seinen Folgen anfangen. Aber mittlerweile beweist auch er sein Talent und hat einfach mal ein großes Lob verdient. Und es kommt sicherlich nicht von ungefähr, dass genau wie in der Frühjahrsstaffel die wohl beste 45 minütige Folge der Staffel, "Auf eigene Gefahr", von ihm kommt.

    Erneut fällt auf dass die beiden Folgen von Heinz Dietz am Ende der Liste stehen. Allerdings muss gesagt werden, dass sie mitnichten so enttäuscht haben als "Die Geisel" und "Der Wettkampf". Trotzdem gibt es hier erneut an manchen Ecken und Enden einige Kritikpunkte, die vermieden hätten werden müssen damit man von richtig gelungen Folgen sprechen kann. Wie so oft ist der Ansatz gut, aber wirkliche Emotionen, richtige Spannung....Fehlanzeige.

    Es wäre nicht richtig nun erneut auf Heinz Dietz als Miesepeter herumzuhacken nachdem es in den letzten Jahren oft Nico Zavelberg oder auch Axel Sand gewesen sind, die viel Kritik einstecken mussten. Natürlich ist ein Regisseur nicht allein verantwortlich, aber es ist in der Tat leider Fakt, dass Heinz Dietz seit "Ohne Gewissen" im Jahr 2012 keine Folge mehr hatte, die wirklich über den guten Durchschnitt hinausreicht.

    Insgesamt gesehen hat diese Staffel für mich nur einen wichtigen Kritipunkt, der mir persönlich sehr sehr wichtig ist und der da wäre:

    ...der komplett unterschiedliche Look der einzelnen Produktionsblocks. Bereits im Frühjahr fielen zwei Folgen so deutlich aus der Reihe. Aber bei dieser Staffel hat sich bei diesem Punkt wirklich noch absolut nichts verändert. Ich verstehe nicht so recht wo das Problem liegen kann einen einheitlichen optischen Stil herüberzubringen. Wir haben einen hollywoodreifen Pilotfilm, der überwiegend düster und dunkel daherkommt. Dann folgen aus heiterem Himmel zwei Folgen mit sehr übertriebenen Blaufilter von Heinz Dietz. Dann kommt Boris von Sychowski mit einem abermals unterschiedlichen Look, der überwiegend auf natürliche, helle und weniger gesättigte Farben setzt. Und die Folgen von Nico Zavelberg "Jump" und "Auf eigene Gefahr" erscheinen dann wieder mit einem leichten (guten! ) blauen Look.

    Durch diesen stetigen Wechsel entsteht einfach kein dauerhaftes Gefühl ein-und dieselbe Serie zu sehen. Nicht nur, dass die verschiedenen Handschriften der Regisseure immer noch relativ deutlich hervorkommen, sondern eben auch diese immer wieder neue Wahrnehmung einer Serie gibt es einfach in absolut keiner hochwertigen US-Serie, in denen alles wie aus einem Guss erscheint. Es ist ja absolut in Ordnung, dass immer wieder Neues ausprobiert wird und man versucht sich weiterzuentwickeln, aber zumindest innerhalb einer Staffel sollte man gerade jetzt wo man auch auf der Ebene der Erzählung horizontal vorgeht, das Gefühl verbreiten "ein Ganzes" zu sehen. Durch unterschiedliche optische Wahrnehmung und auch wechselnde Kamera-und Schnittstile ist das aber einfach enorm schwer.

    Bei diesem einen wichtigen Kritikpunkt bleibt es aber! Ansonsten gibt es nun wirklich nichts zu meckern und wir können uns nach wie vor glücklich schätzen die Serie wieder so stark erleben zu dürfen. Weiter so!

    Eye: Lass gut sein, ich habe ihn nach einer Quelle gefragt weil ich es nicht für unmöglich hielt es überlesen zu haben. Aber seine Quelle (selbst dort verfasst?!) beweist, dass die Nachfrage natürlich komplett unnötig war ..

    "Boncuk" kannst du übrigens noch von deiner Liste entfernen, dieser Folgenname steht zwar noch auf der Agenturseite von Boris, wird aber soweit ich weiß nicht verfilmt und war auch ohnehin nicht für die Frühjahrsstaffel eingeplant .. ;)

    Direkt zur Erklärung, auch wenn beides ihren Ursprung in privaten Nachrichten findet: Susan hat mich gebeten hier als neutraler, an den Fan Fiction nicht beteiligter User und Mod mal reinzuschauen. Ein paar Minuten später folgte eine ähnliche Nachricht von Elvira...

    Und ganz ehrlich, ich schlage mir gerade die Hände ein wenig vor dem Kopf zusammen! Also wenn ich irgendwo gedacht hätte, dass es mal solche Probleme hier im Forum nicht geben würde, dann hier bei den FFs und deren immer friedlichen Writer und Feeder.
    Wie hieß die eine Folge mit André nochmal, die auf DVD komplett zerstückelt wurde? Ja, so fühl ich mich grad auch. Muss ich mich jetzt allen Ernstes in die Meinungsverschiedenheit zweier Personen mischen, die mehr als das Doppelte an Lebenserfahrungen und sicherlich auch das Doppelte an Alltagsproblemen lösen mussten als ich und die sich zudem auch noch persönlich kennen und die auch ich persönlich gut kenne und mag? Brauchen die jetzt ernsthaft die Hilfe von mir?? Ja?? Okay .. :)

    Es ist im Grunde genommen aus meiner Sicht ganz einfach. Wir haben hier zwei grundliegende Ansichten vorliegen. Der angehende Jurist würde wahrscheinlich in schwierigen Situationen die Gesetzestexte seinen persönlichen Empfindungen und Gefühlen gegenüber stellen müssen und in der Lyrik würde man zwischen Metrum und Rhythmus unterscheiden. (letzteres muss nicht verstanden werden, aber ja, ich habe auch andere Dinge im Kopf als die Cobra und das Forum ;)) Und hier ist das auch so. Wir haben auf der einen Seite die überzeugte Demokratin, sich streng an "Recht"-"Unrecht" und "Erlaubt"-"Nicht erlaubt" orientierend. Und auf der anderen Seite steht Elvira, die IHRE mühevoll verfasste Story mit Stolz ansieht, ein Ehrengefühl entwickelt und sich so logischerweise von persönlichen Gefühlen leiten lässt. Und zufällig auch noch Admin dazu ist, was die Sache auch nicht erleichtert.

    Aus der Sicht von Elvira: Jeder Autor ist offen für Lob und Kritik, stattdessen bekommt Elvira einen Post nach dem anderen mit Kommentaren, die belustigend das Nicht-Lesen aufgrund der Anwesenheit von Alex statt Ben, hervorheben. Das sorgt für Verärgernis und könnte teils sogar als Provokation gesehen werden. Nachvollziehbar, vor allem da es scheinbar immer die Selbe Leier ist. Ab und an guck ich ja auch mal in die Feeds rein, da hab ich schon oft sich wiederholende Sätze à la "Mit Alex würd ich nicht lesen" gesehen, die mich tatsächlich auch an die ewige Leier "Ohne Ben guck ich nicht mehr" erinnern. Wirklich unnnötig.

    Aus der Sicht von Susanne: Es handelt sich dabei um freie Meinungsäußerungen ohne Regelverstoß. Fazit: Unrecht, in dem diese Posts trotzdem bemängelt oder gar gelöscht werden. Auch nachvollziehbar!

    Der große Unterschied, den es zwischen Elvira und den anderen Storywritern gibt ist nunmal der, dass sie die Administratorin ist, und die anderen nicht. Und an dieser Stelle möchte ich mich Susan anschließen, zumindest glaube ich, dass darin ihre Aussageabsicht liegt. Andere User können NICHT in den Feeds ihrer Story eigenhändig Posts als unqualifiziert oder sinnlos abstufen oder gar löschen. Hier wird in der Tat zu sehr die Berufung einer Administratorin mit dem Hobby des Storywriting vermischt. Und somit ist der zweite Absatz von Susan´s Post für mich nachvollziehbar und auch richtig.

    Verbesserungsvorschlag an alle: Am besten lässt man solche Kommentare nach Möglichkeit wirklich sein. Vergleicht mal mit den Meinungsthreads. Wenn dort bei jeder Folge im Meinungsthread stehen würde "Ich schreibe keine Meinung. Ich habe die Folge nicht geschaut, weil Alex anstatt Ben mitspielt", dann würde das auch übel aufstoßen. Es verstößt zwar gegen keinerlei Regel, aber es nervt und ist einfach fehl am Platz. Und hier ist das doch auch so.

    "Vorschlag" Elvira: Auch mal solche "Kommentare" überlesen wenn sie denn da sind, wie WIR es den Usern auch in anderen Forumrubriken predigen. Nicht zu persönlich nehmen. Und vor allem die administrative Fähigkeit und das damit verbundene Auftreten nicht (wenn auch ungewollt) zu deutlich auf Kosten der Meinungsfreiheit nutzen. Natürlich ist das ein oder andere "Off Topic", aber müssten wir dann nicht noch viel mehr hier im Forum anzweifeln? Und auch hier in den Feed-Threads hat es doch sicherlich schon den ein oderen anderen Beitrag gegeben, der nicht mit der Story zu tun hat und doch niemanden gestört hat.

    "Vorschlag" Susan: Hinter den Texten stehen auch Menschen, die mit verschiedenen Worten eventuell anders umgehen als andere, vor allem wenn sie persönlich involviert sind. Nur weil es objektiv und von außen gesehen keinen Grund einer Beanstandung gibt, heißt das nicht, dass der Inhalt nicht doch bei einem User unpassend, störend oder gar verletzend um es ganz krass auszudrücken, ankommt. Das darf nicht vergessen werden, und zu eng sollte man die Demokratie auch nicht sehen. Auch wenn du objektiv womöglich sogar mehr Recht hast als Elvira, vergisst du dass es die subjektive Ebene ist, die in einem Forum auch zählt. Denn jeder sieht und liest subjektiv nach eigenem Empfinden und dann kann auch ein Wunsch nach dem Unterlassen von diverser Kommentare durchaus nachvollziehbar und verständlich sein!

    Es sollte einfach der Spagat zwischen beidem geschafft werden. Ich für meinen Teil kann mit beiden Ansichten etwas anfangen. Das solltet ihr nun auch.

    Ich weiß nicht, ob ich die bestehende Problematik hiermit zu 100% treffe. Vielleicht ist die Hälfte des hier geschilderten auch kompletter Humbug, da habe ich auch kein Problem damit offen zuzugeben einen langen Tag gehabt zu haben. Aber vielleicht hilft es ja trotzdem dem ein oder anderen, keine Ahnung...

    Nach dem Quotentiefpunkt vergangene Woche ging es gestern wieder deutlich nach oben.

    - ab 3 Jahren: 2,96 Millionen Zuschauer (9,4%)
    - 14-49 Jährige: 1,74 Millionen Zuschauer (15,0%)
    - 14-59 Jährige: 2,35 Millionen Zuschauer (13,5%)

    Beim Gesamtpublikum zwar weiderhin ziemlich verhalten, die 15% in der Gruppe der 14-49 Jährigen sind aber auf jeden Fall mal beruhigend.

    dwdl.de

    Ich denke das ist nicht unter der Brücke passiert. Da Gregor Brecht ja mit Achmatowksi zusammengearbeitet hat, hat er das ganze Ablenkungsmanöver inszeniert. Zwar sehen Semir und Alex zunächst nur einen Wagen, aber es kommen in Wirklichkeit drei angefahren und erst als sie sich an der Kreuzung trennen, kann auffallen dass die Sender verteilt wurden und das Ganze schief gelaufen ist.

    Oder verstehe ich dich falsch?

    An Abwechslung mangelt es definitiv nicht in dieser Staffel. Erneut eine sehr gelungene Folge, die sich vor "Jump" einordnet und auch der "letzten Nacht" gefährlich nahe kommt. Auch wenn es 2 grundverschiedene Folgen sind. Ich bin wirklich schwer beeindruckt vom "Beschützer", eigentlich gäbe es kein schlagendes Argument sie der "letzten Nacht" unterzuordnen.

    Dass in dieser Episode das Zusammenspiel von Semir und Alex und dem Team etwas in den Hintergrund rückt, stört überhaupt nicht. Es ist zwar riskant in gerade einmal 45 Minuten Film die Hauptdarsteller zugunsten einer komplexen Familiengeschichte und deren Figuren in den Hintergrund zu stellen, aber Experimente und Risikodrang kennen wir ja bereits bei Boris von Sychowski. Bisher ist es erst ein einziges Mal schief gegangen und dabei bleibt es auch vorerst.

    Die Story wird mit viel Liebe zum Detail erzählt und erhällt eine sehr atmosphärische und stimmige Inszenierung. Es entstehen zu keinem Zeitpunkt Längen und das Mitfiebern und Miträtseln wird vor allem durch so manche interessante Wendung gefördert.

    Beste Szene der Folge und persönliche Lieblingsszene ist auf jeden Fall der emotionale Ausbruch von Matthias auf dem Dach des Clubs. Eine wirklich sehr starke und emotionale Szene, perfekt in Szene gesetzt.
    Schon zuvor bin ich riesiger Fan von der Verfolgung durch den Club, die durch das durchlaufende "Scream & Shout" von Will.I.Am feat. Britney Spears auffällt. Ein mutiges aber gelungenes Stilmittel, sehr erfrischend und den Refrain genau an der richtigen Stelle abgewartet. Die satten 20 Sekunden Szeneetablierung mit Aufnahmen aller möglichen Geschehnisse im Puff hätten aber nun wirklich nicht sein müssen, lieber Boris... ;)

    Glänzen tun in dieser Folge auf jeden Fall auch die Episodenhauptrollen. Insbesondere Heikko Deutschmann spielt den "Beschützer" wirklich auf eine sehr überzeugende Art und Weise. Er erhält eine wirklich sehr sympathisch und gut gezeichnete Figur. Ein wenig Unglaubwürdigkeit verleiht die Figur der Folge nur darin, dass sie einen Menschen in den Tod getrieben hat (der Komplize auf der Autobahn) und darauf leider im Anschluss nicht mehr im geringsten eingegangen wird.

    Besonders hervorheben möchte ich aber auch den Clan-Chef, der seine raffiniert heuchlerische Rolle insbesondere in den Szenen mit dem eigenen Sohn hervorragend herüberbringt. Die fast schon groteske Beziehung zwischen ihm und seinem Sohn überzeugt einfach in jeder Szene und sticht durch hervorragende Dialoge hervor. Ich liebe solche künstliche, aber mit Charme und Stil ausgestattete Figuren und Dialoge. ("Beim nächsten Mal schlag´ ich dich tot...MEIN Sohn." u.v.m.)

    Leider gibt es aber in der Erzählung der Geschichte und deren Umsetzung eine kleine Schwäche. So wird es nämlich zu keinem Zeitpunkt deutlich, dass eigentlich der Bankier das Ziel der Entführung gewesen ist. Es wird zwar mehrfach erwähnt, dass die kleine Tochter nicht das Ziel war, allerdings bleibt ein klarer Hinweis über die Motive aus und der Zuschauer muss sich am Ende selbst zusammenreimen, dass der Bankier schon bei beiden Entführungsversuchen das eigentliche Ziel gewesen ist, weil er eben mit ihnen zusammengearbeitet hat. Das ist ein wenig schade und hätte aus meiner Sicht auf jeden Fall irgendwie aufgeklärt werden müssen. Außerdem wurde beim Angriff auf die Villa auch auf den Bankier geschossen. Das ergibt im Nachhinein leider keinerlei Sinn, hätte er doch entführt werden sollen.

    Relativ unnötig ist dann auch noch am Anfang der anrasende LKW, der ohne irgendeinen sichtbaren Grund in das Stauende crasht, obwohl die beiden Crashs schon mehr als eine halbe Minute zurückliegen. Da hätte man, so wie früher, zumindest eine Aufnahme des LKW-Fahrers zeigen können, der gerade abgelenkt ist weil seine Kippenschachtel alle ist oder seine Bremsen aus übernatürlichen Gründen versagen. Dann wäre das etwas glaubwürdiger herübergekommen.

    Boris von Sychowski hat sowohl "Die letzte Nacht" und "Der Beschützer" auf sehr gelungene, wenn auch sehr unterschiedliche Art und Weise umgesetzt. Seine Bescheidenheit dem "Beschützer" gegenüber ist somit für mich nicht ganz nachvollziehbar. Die Folge kann sowohl was Spannung, Emotionen als auch was das Mitfiebern betrifft mit "Die letzte Nacht" mithalten. Bei letzterer ist es das atemberaubende Finale, in dem alle diese Gefühle hoch hinaus schießen und beim "Beschützer" ist es dezent über die ganze Folge verteilt.

    Top!

    Seit dem 9. Oktober läuft auf RTL die zweite Staffel mit Vinzenz Kiefer und Erdogan Atalay. Zwei der insgesamt sieben Folgen ("Die letzte Nacht" und "Der Beschützer") stammen von Autor und Regisseur Boris von Sychowski.

    Im Gespräch mit dem offiziellen Fanclub berichtet Boris von Sychowski über einige interessante Details über die bereits ausgestrahlte Folge "Die letzte Nacht", erzählt über die am kommenden Donnerstag angesetzte Folge "Der Beschützer" und wirft auch einen Blick in die Zukunft.

    Herr von Sychowski, vor knapp 2 Wochen lief die Folge "Die letzte Nacht" bei RTL, bei der Sie sich sowohl für das Buch als auch für die Regie verantwortlich zeichnen. Was war für Sie die größte Herausforderung bei "Die letzte Nacht"?

    Ursprünglich wollte ich eine „leichte“ Folge machen, die auch etwas lustig sein sollte... Ein "Date" zwischen Semir und Andrea am Ende ihres langen auseinander-zusammen-Weges schien das Potential auch für ein bisschen Humor zu haben. Als ich es dann schrieb, wollte ich aber doch ein Thema, das die Spannung möglichst hoch hält, so dass man um die beiden Angst hat, auch wenn die Situation oder die Szenen eigentlich leichter oder lustig sind. Das habe ich dann über den "Traum" oder besser, die "Vorahnung" Semirs gelöst.

    Die Folge mit einem folgenschweren Traum beginnen zu lassen, kam Ihnen dieser ungewöhnliche Einfall erst während der Entwicklung des Stoffs, oder basiert der ganze Rest der Geschichte vielleicht sogar auf dieser Idee?

    Habe ich ja eigentlich schon bei der ersten Frage beantwortet. Die Idee kam beim Entwickeln des Stoffes recht früh, damit die Geschichte auch die ganze Zeit DRIVE hat.

    Gibt es eine Szene bei "Die letzte Nacht", die Sie besonders mögen?

    Also neben dem Showdown und Erdogans erneut wahnsinnigen Schauspielleistung (Wir hatten alle am Set Tränen in den Augen. Ich hab sogar einmal vergessen "Cut" zu sagen und er hat sich wirklich bis zum Letzten verausgabt!!) ist es die Restaurantszene. Die beiden haben einfach eine wunderschöne Chemie und ich liebe es, Erdogan und Carina zusammen zuzuschauen...

    Was können die Fans von Ihrer anderen Folge "Der Beschützer" erwarten? Inwiefern unterscheidet sie sich von der dramatischen mit pausenloser Intensität erzählten "letzten Nacht"?

    Nun, "Der Beschützer" ist eine eher ruhigere Folge, die dem Gast- Ensemble (Toll: Heikko Deutschmann, Christoph M. Ohrt und Diana Staehly) ein wenig mehr Raum gibt. Da erwarte ich eigentlich von euch "Hardcore"-Fans ein bisschen Schelte, da der Hauptcast ein wenig zurücktritt. Trotzdem, es kann nicht IMMER "Tödliche Wahl" oder "Die letzte Nacht" sein finde ich. Sonst bekommen die Älteren noch 'n Herzkasper. ;)

    Ein kurzer Blick in die Zukunft: In welcher Weise werden wir in den nächsten Staffeln im Jahr 2015 von Ihnen hören?

    In ein paar Wochen beginnt Franco Tozza mit den Dreharbeiten zum Staffelfinale der nächsten Staffel. Das Buch "Amok" habe ich geschrieben und es ist wieder etwas Besonderes, wie wir finden. Da darf man sich drauf freuen, denke ich. Ich persönlich finde, was die Dramatik betrifft, toppt das Buch "Die letzte Nacht".
    Gerade im Moment arbeite ich an dem Pilotfilm für die darauffolgende Staffel, den Franco dann auch drehen wird. Und dann sehen wir mal. Vielleicht fällt mir danach ja doch nochmal was ein ;)


    An dieser Stelle nochmals vielen Dank für das Gespräch, Boris von Sychowksi!

    Boris lässt an dieser Stelle alle Fans ganz herzlich grüßen und lässt zudem ausrichten unser Feedback gesehen zu haben. Er hat sich sehr darüber gefreut!

    (Hinweis: Das Interview wurde für die Veröffentlichung im offiziellen Fanclub freigegeben. Eine Weiterverwendung ist nicht erwünscht.)

    Man kann aber nicht sagen, dass die Quote schlecht ist, weil die Folge schlecht / nicht so doll war.... - das weiß vorher ja nun mal kaum einer!

    Richtig, natürlich nicht.

    Vor allem aber befindet sich die Cobra derzeit in einer viel zu heiklen Lage in puncto Quote, dass man nach einer Folge, egal wie sie einem bestimmten Einzelnen gefallen hat, behaupten kann die schlechte Quote sei verdient oder gerecht...

    Eine sehr gelungene, grundsolide und vor allem richtig gut inszenierte Folge von Nico Zavelberg.

    Zuerst sei gesagt: Ein ganz großes Lob für die Einbindung der horizontal erzählten Elemente. Ein richtig schöner Beginn im Krankenhaus (wie konnte es auch anders sein!), das erneute Einbinden von Felix und das Wiedersehen mit Alex' Pflegemutter. Insgesamt lässt sich bereits 2 Folgen vor Staffelende sagen, dass das Headwriting rund um die Einbettung der horizontalen Nebengeschichten und -figuren nochmals deutlich besser geworden ist! Es ist einfach eine runde Sache, und es wirkt nicht so krampfhaft mal noch eben am Anfang oder Ende der Folge miteingebracht wie es teilweise im Herbst 2013 noch der Fall war.

    Nicht einverstanden bin ich nur mit dem Satz von Semir zu Andrea "Vielleicht solltest du dich öfters anschießen lassen." Geht meiner Ansicht nach gar nicht, wirkt unfreiwillig komisch und führt die ganze Dramatik und schreckliche Angst, die Semir in "Die letzte Nacht" durchstehen musste ad absurdum.

    Dass die Autobahn ausgeblendet wurde, möchte ich heute nicht kritisieren. Nicht schon wieder. Es ist das einzige Mal in dieser Staffel und es wird auch das einzige Mal in dieser Staffel bleiben. Dann ist das auch okay. Und doch ärgert es mich, dass dann nicht zumindest Alex im Funkspruch anstelle von "Susanne, ich bin gerade auf der Hansenstraße und gleich da", "Ich komme von der A4 und bin gleich da" sagen kann. Dazu ein Shot aus der Vogelperspektive des Mercedes, der von der Autobahn runterfährt. Ja, ich komme mir gerade selbst sehr kleinlich vor, aber es könnte manchmal so einfach sein. Dann hätte man neben der Tatsache, dass am Ende dieser Szene die Stadtautobahn zu sehen ist, zumindest einen Minimum an Bezug zur Autobahn und alles wäre gut. Dagegen spricht mit Sicherheit rein gar nichts, nur müsste man einfach dran denken wenn es wie hier so einfach realisierbar ist. Auch an solche Details.

    Die Geschichte ist gut, nicht besonders originell- zumindest nicht in der ersten Hälfte der Folge- und doch sehr interessant erzählt. Die Identifizierung mit den Figuren (insbesondere eben auch durch die wiederkehrenden Figuren und Handlungsstränge) gelingt hervorragend, so dass es anders als bei "Die Akte Stiller" nicht sonderlich stört, dass im ersten Drittel der Folge noch keine richtige Spannung entsteht.
    Insgesamt erinnert das verdeckte Ermitteln samt klassischer Bewährungsprobe an gute alte Zeiten. Beispielsweise an die tolle Folge "Extrem" mit Jan Richter.

    Eine Gang, die Banken überfällt haben wir nun wirklich schon oft genug gesehen. Aber auch hier ist dieses Verbrechen lediglich eine Rahmenhandlung, da die Spannung und Dramaturgie quasi ausschließlich durch das Verhältnis zwischen Alex und seiner Schwester entsteht. Der Fokus liegt auf den Charakteren und das ist auch gut so. Interessante Wendungen gibt es im späteren Verlauf der Folge dann doch, und so sind es nicht nur klassische Banküberfälle sondern es steckt mehr dahinter und man erfährt die wirklichen Motive, die durchaus interessant und neu sind. Auch die Tatsache, dass der erste Bankraub lediglich den Zweck eines Trojaners hatte, kommt unerwartet.

    Am stärksten ist dann natürlich das Finale der Folge. Damit sind nicht nur die sehenswerten Mottoradstunts gemeint, sondern in erster Linie die emotionale Spannung. Dass Jackie sich in ihr Verderben stürzt, war von Anfang an denkbar und so geht einem das sehr emotionale Ende recht nahe. Ein toller Schlussdialog und ein tolles Schlussbild. Während früher Jackie noch einfach hätte laufen können, nimmt man hier die Chance wahr für einen tollen nachdenklichen Schluss. Jetzt hat Jackie das vor sich, was Alex schon hinter sich hat. Großes Kompliment auch an Sina Tkotsch, die die Rolle wirklich sehr glaubhaft gespielt hat.
    Schon zuvor ist der missglückte Sprung von Flo dramaturgisch sehr wertvoll und hart dargestellt. Dazu wird Alex´ Betroffenheit sehr schön deutlich gemacht.

    Leichte Abzüge in der B-Note gibt es für das komplette Fehlen von Jenny und Bonrath und der hoffentlich nicht dauerhafte personelle Wechsel in puncto Musik.

    Filmtechnisch gibt es absolut gar nichts zu meckern, tolle Kameraführung, guter Schnitt und eine sehr glaubwürdige und schön erzählte Geschichte. Rundum gelungen und somit klar vor "Jung, weiblich, hochexplosiv" und "Die Akte Stiller".

    Die gestrige Folge "Die letzte Nacht" konnte deutlich bessere Werte erreichen als die beiden Episoden zuvor. Vor allem in der klassischen Zielgruppe gab es eine Verbesserung von 1,4 Prozent.

    - ab 3 Jahren: 3,18 Millionen Zuschauer (9,9%)
    - 14-49 Jährige: 1,76 Millionen Zuschauer (15,3%)
    - 14-59 Jährige: 2,45 Millionen Zuschauer (14,0%)

    Ich denke damit kann man auf jeden Fall zufrieden sein. Die Wiederholung im Anschluss schlug sich im Übrigen auch noch ganz ordentlich und erreichte in etwa die Werte der Erstausstrahlungen der letzten 2 Wochen. (in den Zielgruppen 13,8% und 12,5%)