Schon um den ersten Teil zu beschreiben fehlten einem manchmal fast die Worte und ähnlich verhält es sich auch heute. Allerdings herrscht heute nicht ausschließlich Begeistertung bei mir...
Alleine der Beginn ist an Emotionen und Dramatik kaum zu übertreffen. Reiht sich eindeutig in die stärksten Momente der Cobra Geschichte ein. Und geschickter kann man es wohl auch nicht lösen, standartmäßige "Was bisher geschah" Prozeduren, wie es bei Zweiteilern oft üblich ist, zu vermeiden. Aber die eigentliche Quelle für die Begeisterung an diesem Beginn liegt doch wohl eindeutig an der Musik. Mittlerweile haben wir gut und gerne schon ein Dutzend verschiedene Variationen des Musikthemas der Cobra gehört, aber diese Version hier ist einfach so bombastisch, dass einem wirklich die Worte fehlen. Und quasi noch nie hat die Hymne unserer Serie so gepasst wie in diesem Moment.
Eine andere Szene, die so unglaublich unter die Haut geht, ist die Duschszene. Natürlich ist sie quasi 1:1 übernommen aus "Casino Royale" mit dem Unterschied, dass sie wesentlich besser und deutlich ergreifender ist. Und wieder ein unglaublich toller Soundtrack. Magisch! Interessierts den Geier, dass Nik und Jaro an anderen Stellen immer mal wieder ältere Tracks neu aufziehen. Genau für DIESE weltklasse Musik bewundere ich sie so.
Auch die Beerdigung ist bis ins letzte Detail perfekt, rührend und sehr atmosphärisch. Die Rede von Semir steht der von Anna Engelhardt in "Auf Leben und Tod" in nichts nach und würdigt endgültig noch ein letztes Mal die Figur Dieter Bonrath.
Aber nicht nur für reichlich Emotionen und Drama sorgt diese Episode. Der zweite Teil steht im krassen Kontrast zum ersten. Mit der Ruhe ist es schlagartig vorbei und doch ist es aufgrund des wirklich sehr stark aufgebauten moralischen Dilemmas ein hervorragendes atemloses Showdown, wenn auch leider nach einem schon oft gesehenen Schema. Katastrophenverhinderung ist diesmal geschenkt, gab es schon lange nicht mehr und darf dann auch mal wieder sein. Das Gas aber mal eben mit einem gewaltigen Feuerball zu vernichten lässt einen dann doch wieder ein wenig die Stirn runzeln. Sooo oft gesehen...
Dass Hofer die Gelegenheit nutzt um zu fliehen ist ein ziemlich offensichtlich gewesen und leider auch unglaubwürdig die Tatsache, dass Semir und Alex sich dann doch auf einmal so schnell einig waren. Schade, dass es von der starken Szene in Alex´ Wohnung dann doch so schnell zur Arena ging. Bei einer längeren Laufzeit hätte es da sicherlich noch Möglichkeiten zum Ausbau gegeben was die Gewissenkonflikte von Semir und Alex betrifft.
Susan Hoecke weiß auf Anhieb zu überzeugen und ihre Rolle wird perfekt eingeführt. Bei Herrn Sander weiß man noch nicht so recht was man von ihm halten soll. Dies ist aber sicherlich beabsichtigt.
Weniger gefallen hat mir hingegen dann wieder die scheinbare Annäherung zwischen Jenny und Alex. Habe da absolut nix dagegen einzuwenden und auch der Kuss unter der Dusche war ein enorm starker Moment. Aber in manchen Momenten später wirkte es irgendwie ein wenig fehl am Platz.
Schade auch, dass man es versäumt hat nicht mal nur einen einzigen armseligen Satz Hotte zu erwähnen. Das liegt doch hier so auf der Hand. So sehr. Aber bei dem Abgang, den er damals bekommen hat, kann man irgendwie auch fast schon verstehen, dass das lieber tot geschwiegen wird... 
Welcher Teil nun stärker war, lässt sich schwer sagen. Feststeht allerdings, dass Franco Tozza wie erwartet 2 sehr starke Abschiedsfolgen für Gottfried Vollmer realisiert hat, es ein würdiger Abschied war und "Das letzte Rennen" scheinbar doch nur eine Ausnahme darstellt. Auch wenn es doch tatsächlich unüblich bei Franco´s Folgen ist, dass doch die ein oder andere Sache, zumindest mich, nicht hundertprozentig überzeugt hat. 