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Ich gebe dir absolut Recht, was die ersten 40-45 Minuten der Folge angeht. Da hat man, da Karin sterben würde, absolut das Beste rausgeholt. Aber der Schluss ist für mich komplett unüberlegt. Dass man den Leidensprozess nicht zeigt - geschenkt. Aber es ging dann wirklich einfach total schnell, kein sauberer Übergang zwischen der Szene, in der das Mädel die Rüstung auf dem Schulhof trägt und die Grabszene mit Frida. Da wird man als Zuschauer trotz der langen Vorlaufzeit einfach direkt ins kalte Wasser geschmissen. Keine letzten schönen Bilder aus der Zeit, die Karin noch mit ihrer Familie verbringt. Keine Beerdigung - Nikkis Oma hatte in Staffel 5 eine Gänsehaut-Beerdigung, warum Karin nicht? Und dann einfach „5 Jahre später“ mit einem wirklich null gealterten Jonas und ein bisschen Klamauk. Ich finde das einfach unverdient. Und für die Quoten sehe ich bei Staffel 8 auch schwarz. Die Serie hat etwas verkehrt gemacht: Sie hat Karin im Laufe der Zeit durch ihre immer stärker werdende Präsenz zu einem so dermaßen tragenden Charakter gemacht, der fast so unersetzbar ist wie Stefan Vollmer selbst. Eigentlich sollte nur die Hauptfigur selbst unersetzbar sein, so wie Semir es bei Cobra 11 ist - als Einziger. Und für eine so wichtige Person alles vorzubereiten, dass es - überspitzt ausgedrückt - der emotionalste Serienausstieg bei einer RTL-Serie überhaupt hätte werden können, dann aber in DEM Moment der Momente doch nicht die Eier in der Hose zu haben und anstatt es jetzt durchzuziehen gnadenlos rüberzuzappen ins Jahr 2024 - was für ein Käse - dann ist der komplette Ausstieg in meinen Augen versaut. Mal ganz abgesehen davon, dass ihr Vater in der gesamten Staffel ein Mal zu sehen war und ihre Mutter gar nicht.