Rückblick auf 30 Jahre „Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei“
„Ihr Revier ist die Autobahn. Ihr Tempo ist mörderisch. Ihre Gegner: Autoschieber, Mörder und Erpresser. Einsatz rund um die Uhr für die Männer von Cobra 11. Unsere Sicherheit ist ihr Job.“ mit diesen Worten startete am Dienstag, dem 12. März 1996 um 20:15 Uhr die neue RTL-Actionserie „Alarm für Cobra 11“. Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand wusste, war welchen Einfluss diese Serie auf die deutsche TV-Landschaft nehmen würde.
Mit 10,09 Mio. Zuschauern (in der Spitze bis zu 11,32 Mio.) und einem Marktanteil von 46% (in der damals relevanten Zielgruppe der 14 bis 49-jährigen) legte der Pilotfilm „Bomben bei Kilometer 92“ den besten Serienstart seit Beginn des Privatfernsehens hin.
Seither ermittelten zehn Ermittlerduos für die Autobahnpolizei bei RTL, erst als Autobahnpolizei Berlin, dann als Autobahnpolizei Neuss, gefolgt von der Autobahnpolizei Düsseldorf und seit dem Einstieg von Vicky Reisinger als Autobahnpolizei Köln.
Die Ermittlerduos der Autobahnpolizei:
- 12. März 1996, Pilotfilm „Bomben bei Kilometer 92“:
Frank Stolte (gespielt von Johannes Brandrup) & Ingo Fischer (gespielt von Rainer Strecker) - 26. März 1996, Episode „Der neue Partner“:
Frank Stolte & Semir Gerkhan (gespielt von Johannes Brandrup und Erdoğan Atalay) - 11. März 1997, Episode „Ausgesetzt“:
Semir Gerkhan & André Fux (gespielt von Mark Keller) - 16. Dezember 1999, Pilotfilm „Höllenfahrt auf der A4“:
Semir Gerkhan & Tom Kranich (gespielt von René Steinke) - 11. September 2003, Pilotfilm „Feuertaufe“:
Semir Gerkhan & Jan Richter (gespielt von Chrstian Oliver†) - 10. Februar 2005, Episode „Comeback“:
Die zweite Ära von Semir Gerkhan & Tom Kranich (gespielt von René Steinke) - 22. März 2007, Pilotfilm „Auf Leben und Tod“:
Semir Gerkhan & Chris Ritter (gespielt von Gedeon Burkhard) - 4. September 2008, Pilotfilm „Auf eigene Faust“:
Semir Gerkhan & Ben Jäger (gespielt von Tom Beck) - 27. März 2014, Pilotfilm „Revolution“:
Semir Gerkhan & Alex Brandt (gespielt von Vinzenz Kiefer) - 7. April 2016, Pilotfilm „Cobra, übernehmen Sie“:
Semir Gerkhan & Paul Renner (gespielt von Daniel Roesner) - 20. August 2020, Episode „Der Neue“:
Semir Gerkhan & Vicky Reisinger (gespielt von Pia Stutzenstein)
Die Anfänge von „Alarm für Cobra 11“
Der Schweizer Schriftsteller und Autor Claude Cueni hatte die Idee für das TV-Format und schrieb das Drehbuch für den Pilotfilm „Bomben bei Kilometer 92“. Er zeichnete sich auch für die erste Serienbibel, ein Dokument, das alle Informationen (wie bspw. Charaktere, Handlungsbögen, Schauplätze) über das Universum einer Serie bündelt, verantwortlich. Umgesetzt wurde seine Idee erstmalig von der damaligen Produktionsfirma „Polyphon Film- und Fernsehgesellschaft mbH“ unter der Regie von Leo Zahn und Kameramann David Higgs. Die Action übernahm Hermann Joha mit seiner Film- und Stuntproduktionsfirma „action concept“ zunächst als 2nd Unit.
Nachdem die ersten Episoden von der Polyphon gedreht wurden, übernahm „action concept“ schließlich die gesamte Produktion von „Alarm für Cobra 11“ mit dem Produktionsbeginn der Episode „Ein Leopard läuft Amok“. Aufgrund der Renaturierung des Autobahnteilstücks, auf dem „Alarm für Cobra 11“ bislang gedreht wurde, verlagerte man schließlich die gesamte Produktion, den Handlungsort und die Charaktere der Serie von Berlin in den Kölner Raum. Fortan erzählte man anstatt der Autobahnpolizei Berlin nun die Autobahnpolizei Neuss in der Serie und der Firmensitz der „action concept“ diente zugleich als Drehort des Autobahnpolizeireviers. Später lagerte man aufgrund von Platzgründen die Innenkulisse in eine externe Halle in der Nähe aus.
Internationaler Erfolg und Spin-offs
Das Format entwickelte sich zum deutschen Exportschlager und wurde in über 120 Länder verkauft, wodurch es vermutlich die weltweit bekannteste deutsche Produktion sein dürfte. Selbst auf BWTV (dem Fernsehsender der Bundeswehr) liefen einige Episoden, nachdem man für Dreharbeiten mit der Bundeswehr zusammengearbeitet hatte. Seit dem Start im März 1996 wurden bis heute insgesamt 386 Episoden produziert, der Großteil mit einer Laufzeit von 45 Minuten, einige Spielfilme mit einer Laufzeit von 90 Minuten und sogar ein paar zusammenhängende Doppelfolgen.
Die Autobahnpolizei war zeitweise so erfolgreich, dass RTL im Jahr 2001 ein Spin-off unter dem Titel „Alarm für Cobra 11 – Einsatz für Team 2“ produzieren ließ, um mehr Episoden pro Jahr im Programm ausstrahlen zu können. Das Spin-off um das Ermittlerduo Frank Traber (gespielt von Hendrik Duryn) und Susanna von Landnitz (gespielt von Julia Stinshoff) endete nach zwei Staffeln mit insgesamt 11 Episoden.
Doch das Spin-off sollte nicht das einzige bleiben. Im Jahr 2013 versuchte man mit dem Pilotfilm „Turbo und Tacho“ einen weiteren Ableger zu etablieren. Der Pilotfilm, der die Story der beiden Nachwuchspolizisten Kai „Turbo“ Schröder (gespielt von Axel Stein) und Andreas „Tacho“ Tachinski (gespielt von Daniel Roesner) erzählt, erzielte allerdings nicht das gewünschte Ergebnis und so wurden keine weiteren Episoden in Auftrag gegeben.
Alleinstellungsmerkmal von „Alarm für Cobra 11“ dürften vor allem die actionreichen Verfolgungsjagden, Stunts und Explosionen sein, die den Erfolg des Formats ausgemacht haben. Action war lange Zeit das oberste Gebot bei „action concept“ und so gab es in der klassischen Folgenaufteilung immer einen Stunt zu Beginn, zur Mitte und zum Ende jeder Episode. Ein Erfolgsrezept, nach dem man die Uhr stellen konnte und welches weltweit einzigartig war. Doch damit nicht genug: Seit Beginn des Formats band man die Hauptdarsteller/innen selbst mit in die Stunts ein und so entstanden einzigartige Bilder, bei denen man die Helden selbst in brenzligen Situationen sehen konnte und nicht nur ihre Stuntdoubles.
So verschaffte man sich selbst die Aufmerksamkeit der US-Filmindustrie und so zollte Hollywood der deutschen Stuntcrew um Hermann Joha Respekt und zeichnete „action concept“ mehrfach mit dem World Taurus Stunt Award aus, der quasi dem Oscar für Stuntcrews entspricht.
Stunts an die sich wohl jeder Fan erinnern kann, dürften der legendäre Ankerstunt aus „Bomben bei Kilometer 92“, die Verfolgungsjagd zu Beginn und der Endstunt aus „Höllenfahrt auf der A4“, die Explosion aus „Stadt in Angst“, der Anfangsstunt mit den Containern aus „Feuertaufe“ und viele weitere sein.
Entwicklung im Laufe der Zeit
Die TV-Serie erfand sich im Laufe der Zeit immer wieder neu und entwickelte sich mit der Einführung jedes Partners an der Seite von Semir ein kleines Stück weiter, da jeder Partner andere Eigenschaften mitbrachte. Zwischen Frank und Semir stimmte bspw. die Chemie von Anfang an nicht so ganz, wohingegen André und Semir von Anfang an ein dynamisches Duo waren und der taffe André auch gerne mal mit der ein oder anderen Flau flirtete. Beim actionreichen Einstieg von Tom Kranich hatte man das Gefühl, dass er und Semir sich schon ewig kennen, bevor dieser dann von Jan Richter abgelöst wurde, der anfangs unter Korruptionsverdacht stand. Mit Chris Ritter gab es dann den ersten düstereren Ton in der Seriengeschichte und er musste sich erst das Vertrauen von Semir erarbeiten.
Nachdem man lange Zeit das Ermittlerduo relativ seriös hielt, zog mit Ben Jäger eine größere Leichtigkeit in das Format, als zuvor und so kam es, dass einige Szenen teilweise schon zu albern waren für ein Actionformat. Bspw. klagte Ben in der Episode „Babyalarm“ über Rückenprobleme und gibt nach einem Sturz aus mehreren Metern Höhe von sich, dass seine Rückenprobleme nun verschwunden seien.
Zuvor hatte man die lustigeren Szenen gerne den Publikums-Lieblingen Horst „Hotte“ Herzberger und Dieter Bonrath zugeschrieben. Sie sorgten mit ihrer liebenswürdigen Tollpatschigkeit häufig für den ein oder anderen Lacher vor den TV-Bildschirmen und waren fester Bestandteil der Autobahnpolizei Familie.
Die neue Leichtigkeit und das „Sunnyboy“ – Image von Ben Jäger zogen auch eine neue Zielgruppe an und so musste man mit „Alarm für Cobra 11“ fortan zwei Zielgruppen bedienen, zum einen die alteingesessenen Fans, welche seit den Anfängen des Formats dabei waren und auf explodierende Autos scharf waren, sowie die jüngeren, zum Großteil weiblichen Fans, die die Leichtigkeit und die Sprüche von Ben bevorzugten. Dies führte teilweise zu hitzigen Diskussionen in den Fanforen.
Mit Alex Brandt wurde die Cobra gefühlt auf einmal erwachsen und man führte das bisher düsterste Kapitel des Formats ein und zeigte, dass man eine gute Story auch über mehrere Episoden hinweg erzählen kann und eine Storyline nicht innerhalb von 45 Minuten vollständig abgeschlossen sein muss. So zogen sich einige Erzählstränge von nun an über mehrere Staffeln und auch Semirs Ehe litt unter der Neuausrichtung, wodurch die Fans erstmals einen völlig gebrochenen Semir erlebten, der selbst seine jahrelangen Prinzipien in Frage stellte. Auch die Kameraarbeit machte in dieser Ära einen großen Sprung und die Episoden wirkten als würde man einen aufwändigen Hollywoodfilm sehen und keine deutsche Serienproduktion.
Paul Renner brachte im Anschluss wieder mehr Leichtigkeit in das Format zurück. Dadurch, dass Semir seit seiner Kindheit sein großes Vorbild war versuchte er actionmäßig natürlich voll mit ihm mitzuhalten und zu beweisen, dass er mindestens genau so cool ist, wie sein Vorbild und mit seiner privaten Seite versuchte man offensichtlich die ehemaligen Tom Beck Fans wieder vor den Bildschirm zu locken. Leider fielen zum Ende dieser Ära einige langjährige, liebgewonnene Charaktere dem Rotstift zum Opfer und man tauschte Stück für Stück den gesamten bestehenden Cast, bis auf wenige Ausnahmen, aus.
Seitdem Vicky Reisinger nun an Semirs Seite ermittelte machte das Format eine weitere größere Veränderung durch und man legt den Fokus mehr auf die Ermittlungsarbeit und zuletzt auch darauf, dass Semir nicht mehr der jüngste ist. Immerhin haben die beiden ihre anfänglichen Konflikte mittlerweile beigelegt und kommen miteinander aus.
Als Zuschauer muss man jedoch leider fast schon darauf hoffen, dass in einer Episode eine Verfolgungsjagd stattfindet oder ein Auto zu Bruch geht – ein Punkt der zur Hochphase des Formats undenkbar war. Aber es gibt sie noch, die Momente in denen man sich daran erinnert, was das einstige Alleinstellungsmerkmal der Serie war und zeigt, dass man es trotz des knappen Budgets nochmal Krachen lassen kann, wie bspw. in der Episode „Blutsbande“, als Vicky und ein Gangster sich in einem Wohnhaus prügeln und man als Zuschauer mitten im Geschehen ist.
„Alarm für Cobra 11“ beeinflusste die Welt und die Welt beeinflusste „Alarm für Cobra 11“. Aktuelles Zeitgeschehen war über die Jahre hinweg immer wieder Thema in der RTL-Actionserie und auch die Produktion entwickelte sich im Laufe der Zeit immer weiter. Im Jahr 1996 ist die Produktion im Standard PAL Format 4:3 in SD-Qualität gestartet, im Jahr 2007 wurde die Produktion auf Breitbild in 16:9 umgestellt und 2012 stellte man mit dem Kauf von ARRI Alexa Kameras die Produktion auf Full HD um.
Auch äußere Einflüsse nahmen Einfluss auf die Produktion, so wurde bspw. der Rückbau des ehemaligen 2,2 Kilometer langen Teilstücks der Berliner A115, auf dem „Alarm für Cobra 11“ anfangs gedreht wurde, von Umweltschützern initiiert und so musste die Produktion sich einen neuen Drehort suchen.
Durch die Nuklearkatastrophe in Fukushima im März 2011 entschied man sich bei RTL die Ausstrahlung der Episode „Toter Bruder“ ans Staffelende zu verlegen und stattdessen die Episode „Höher, schneller, weiter“ vorzuziehen in der Katrin Heß als Jenny Dorn eingeführt wurde. Dies führte zu einer leichten Verschiebung der Storyline.
Manchmal polarisierte man mit der RTL-Actionserie auch, so bspw. geschehen mit der Episode „Der Tod eines Jungen“, in der man zeigte, wie ein Kind erschossen wird. Einige Zeitungen echauffierten sich nach Ausstrahlung der Episode 1997 darüber, wie man so etwas im deutschen Fernsehen zeigen könne.
Offizielle Fanartikel
Neben dem RTL-Serienformat findet „Alarm für Cobra 11“ aber auch auf anderen Wegen zu seinem Publikum, bspw. in der Form von Unterhaltungselektronik. So wurden für den PC im Laufe der Jahre insgesamt zehn Videospiele entwickelt, einige davon auch für die Konsolen PlayStation 2, PlayStation 3, XBOX 360 und Nintendo DS. Mit insgesamt zehn Ablegern dürfte die Spielereihe zu „Alarm für Cobra 11“ vermutlich die erfolgreichste Videospiel-Reihe einer deutschen TV-Serie sein.
Im Jahr 2006 begann RTL mit der Veröffentlichung der TV-Staffeln auf DVD, leider mehr schlecht als recht. Bei einigen DVDs entsprach die Reihenfolge der Episoden nicht der Reihenfolge der TV-Ausstrahlung und anfangs wurden Episoden teilweise geschnitten, um die FSK 12 Freigabe zu erhalten. Scheinbar befürchtete man, dass die DVDs mit einer FSK 16 Freigabe sich nicht so gut verkaufen würden. Einige Episoden, wie „Die Anhalterin“ fielen der FSK-Freigabe vorerst komplett zum Opfer, bevor diese dann im Jahr 2011 mit der Veröffentlichung der „Alarm für Cobra 11 – Jubiläumsbox“ dann doch noch den Weg ins heimische DVD-Regal fanden und das sogar ungeschnitten mit FSK 16 Freigabe.
Im Laufe der Jahre schien RTL seine Einstellung bezüglich der FSK-Freigabe zu lockern und so gab es auch eine Handvoll DVD Boxen, die mit FSK 16 im Handel erschienen sind. Ab DVD-Staffel 31 wurden die TV-Staffeln zusätzlich auch als Blu-ray Boxen zum Kauf angeboten.
Abseits der Videospiele, DVDs und Blu-rays schauen Fans aber ziemlich in die Röhre, wenn es um offizielle Fanartikel zu ihrer Lieblingsserie geht. „Imagination“ brachte im Jahr 2008 „Alarm für Cobra 11 – Das Brettspiel“ auf dem Markt, welches aber außer dem Logo und einem unlizenzierten Mercedes, in verschiedenen Farben, als Spielfigur nicht viel mit der Serie gemeinsam hatte. Eine lieblos gestaltete Spielkarte, ein paar Aktionskarten und billige Plastikwürfel lassen kein wirkliches „Alarm für Cobra 11“ – Feeling entstehen.
Der Spielzeughersteller „Happy People“ versuchte sich an einem lizensierten Modell des Polizeiporsche aus der Serie, aber das Spielzeug hatte auch nichts mit dem Fahrzeug aus der TV-Serie gemein. Der Heimtextilien Hersteller „Herding“ brachte eine Bettwäsche, bestehend aus einem Kissen- und Deckenbezug, auf den Markt, aber mit Ausnahme des „Alarm für Cobra 11“ – Logos war diese auch wenig zufriedenstellend. Das Motiv zeigte lediglich ein Foto einer Explosion aus der Serie, keine Charaktere, keine Dienstfahrzeuge, keine Autobahnpolizeiwache, nichts. Gleiches galt für eine Reihe von Feuerzeugen der Firma „NASS“, welche nur mit dem „Alarm für Cobra 11“ – Logo und verschiedenen Flammenmotiven bedruckt waren.
RTL selbst startete im Jahr 2009 den „RTL Fanshop“, aber auch dieser bot neben den bisherigen Produkten nur ein paar lieblos gestaltete Klamotten. Dort zu finden gab es ein T-Shirt, welches das Wort „ALARM“ trug, eins mit dem Aufdruck „EXPLOSIV“ und zwei Caps, eine mit dem Ausschnitt „Cobra 11“, des offiziellen Logos und eine weitere mit belanglosem Motiv. Ein weiteres Shirt mit einem großen Reifenabdruck neben einem kleinen „Alarm für Cobra 11“ – Logo folgte. Die Designs sahen alle aus, als wären sie in fünf Minuten vom Praktikanten dahingeklatscht worden. Entweder verstand RTL nicht, dass Fans Motive mit ihren Helden, deren Fahrzeugen und dem Polizeirevier der Serie haben möchten oder es war dem Sender egal.
Zum Glück lief es bei den Musikveröffentlichungen zu „Alarm für Cobra 11“, welche sich in den letzten Jahren prächtig entwickelten, anders und so veröffentlichte RTL bereits 1997 das Album „Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei - Die Power Hits zur RTL-Serie“ auf dem sich insgesamt 39 Tracks auf zwei CDs befinden. 33 Tracks davon waren bekannte Chartsongs aus der Zeit, wie „Die Toten Hosen“ mit „Bonnie & Clyde“ und „Scooter“ mit „Fire“, die anderen vier Tracks waren Remixes des „Alarm für Cobra 11“ – Themes von verschiedenen Interpreten. Im Jahr 2001 folgten mit dem Release der CD „Stuntracer – Alarm für Cobra 11“ weitere fünf Versionen, der zuvor veröffentlichten Tracks.
Mit der Veröffentlichung der CD „RTL Action Tunes“ im Jahr 2007 fanden weitere Tracks aus „Alarm für Cobra 11“ ihren Weg zu den Fans.
Im Jahr 2008 veröffentlichte Bionik K feat. Afrob & Brixx den Rapsong „Cobra“, inkl. Musikvideo, welches auf dem Gelände der Produktionsfirma „action concept“ gedreht wurde. Der Rapsong erschien in drei Variationen.
Dann wurde es eine Zeit lang still um die Musikveröffentlichungen, bevor im Jahr 2012 durch Einfluss des offiziellen Fanclubs (dazu an anderer Stelle mehr) insgesamt fünf „Alam für Cobra 11“ – Musikalben erschienen sind. Die Interpreten Reinhard Scheuregger, Klaus Garternicht, Kay Skerra, Daniel Freundlieb, sowie Nik Reich & Jaro Messerschmidt durchwühlten ihre Musikarchive und veröffentlichten jeweils ein Album mit diversen Tracks aus der TV-Serie. Ein Ohrenschmaus für die Fans – sämtliche Tracks, die wir gehört und gefühlt haben waren auf einmal verfügbar und konnten rauf und runter gehört werden.
Im Jahr 2013 folgte das Album „Alarm für Cobra 11“ mit 46 weiteren Tracks bekannter Interpreten, die Musik für Cobra 11 komponierten. Der Verkauf schien gut zu laufen, denn 2014 wurde das Album „Alarm für Cobra 11 – Reloaded“ mit weiteren 25 Tracks veröffentlicht.
Seit 2014 folgt unmittelbar nach TV-Ausstrahlung der neuen „Alarm für Cobra 11“ – Staffel unmittelbar der Release des Soundtrack Albums. Am Release des Albums zu den vier neuen Episoden wird aktuell gearbeitet.
Im Jahr 2019 folgte ein weiterer „Cobra 11“-Rapsong, dieses Mal aber von „The Addicted feat. Delano“ und die Produktion der TV-Serie drehte auch das Musikvideo dazu.
Weitere Fanartikel, wie Poster zur jeweils aktuellen Staffel bot über Jahre die Produktionsfirma „action concept“ an, seit dem Umzug auf das neue Firmengelände wurde dieser Service allerdings eingestellt. Bis dahin bekam man dort aber diverse Kleidungsstücke mit dem „action concept“ – Firmenlogo, welche bei den Fans ebenfalls sehr beliebt sind.
Die Zukunft von „Alam für Cobra 11“
„Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei“ feierte am 12. März 2026 ihr 30-jähriges Jubiläum und bei den ersten Dreharbeiten im Jahr 1995 wird niemand damit gerechnet haben, dass dem Format solch ein langes Fernsehleben bevorstehend würde. Das Format ging über die Jahre durch Höhen und Tiefen, war beim RTL-Publikum und im Ausland bis zuletzt stets beliebt und doch ist die Zukunft des Formats ungewiss. RTL überließ die Erstausstrahlung der neuen Episoden in Spielfilmlänge dem italienischen Sender RAI2, während das deutsche Publikum zwei Jahre lang auf neue Episoden warten musste und vereinbarte kürzlich einen sechsmonatigen Exklusiv-Deal mit „Disney+“. Der aktuelle Umgang des Senders, mit seinem einstigen Erfolgsformat, lässt tief blicken. Vor Mitte September werden die vier neuen Episoden nicht bei RTL im Free TV zu sehen sein, der langjährigen Heimat des Formats.
Der Rückgang der Quoten zuletzt, liegt im Grunde auch daran, dass man das Format durch fragwürdige Entscheidungen beeinflusst hat, anstatt in das weltweit beliebte Format zu investieren. Dadurch, wie RTL das Format behandelt könnte man zu dem Schluss kommen, dass die Sendergruppe bereits vor zwei Jahren mit „Alarm für Cobra 11“ abgeschlossen hat und die letzten Episoden am liebsten im Archiv verstauben lassen hätte.
Vielleicht hält die Zukunft noch eine Überraschung parat und der Deal mit „Disney+“ bringt doch noch einmal Fahrt in die Geschichte um „Alarm für Cobra 11“ und das Format darf noch eine Ehrenrunde auf der Autobahn drehen.