Beiträge von Yon

    Ob Ben und Semir oder einer bon ihnen nun im LKW sitzen oder dem hinterherfahren, ist eigentlich egal, sie wären beim nächsten Überfall dabei. Ich fände hinterherfahren eigentlich besser, dann könnten sie die Gangster quasi von hinten überwältigen.

    Sturz

    Das Waldstück war etwa 400m lang und 200m breit, auf der einen langen Seite begrenzt durch den Rastplatz, auf der anderen durch einen Feldweg, dem sich Getreidefelder bis zum Horizont anschlossen. Es führte ein schmaler Weg um das Waldstück herum, der gerne von Autofahrern benutzt wurde, die den Gang auf eine der Rastplatztoiletten scheuten, sich lediglich die Füße vertreten oder – wie in diesem Fall – dem mitreisenden Hund etwas Auslauf gönnen und ihm dabei die Gelegenheit geben wollten, sich zu erleichtern.Semir wandte sich auf die linke Seite, und Alex begann, das Waldstück entgegen dem Uhrzeigersinn zu umrunden. Ein kleiner Junge in einem roten Sweat-Shirt, knallrot, wie seine Mutter sich ausgedrückt hatte, musste ihm doch auffallen in dem lichten Wald. Er rief den Namen des Jungen und hörte auch aus der Ferne Alex nach ihm rufen. Dann plötzlich vernahm Semir ein leises Winseln und ein Rascheln im liegen gebliebenen Laub des vergangenen Herbstes. Er blieb abrupt stehen und blickte aufmerksam ins Unterholz. Da war es wieder, das Winseln. Er tat einige Schritte in die Richtung, aus der er das Geräusch hörte. Zu sehen war immer noch nichts. „Bella?“ rief er in der Hoffnung, der Hund möge zumindest kurz aufschauen und ihm so seine Position verraten. Und tatsächlich wurde das Rascheln lauter, und es hob sich ein wuscheliger Hundekopf vom Waldboden ab, etwa 25m vom Waldweg entfernt. Sofort legte sich der Hund aber wieder nieder. Also ging Semir langsam in Richtung der Hündin und sprach leise auf das Tier ein. „Ja, was hast du denn? Wo ist denn dein Herrchen?“ Weiter schritt er langsam in gebückter Haltung auf Bella zu, streifte durch lose auf dem Waldboden liegende Äste. „Habt ihr euch verl—AAAH!“ Semir schrie erschrocken auf, als er spürte, wie der Boden unter seinen Füßen nachgab und er in die Tiefe stürzte.

    „Verdammt!“, fluchte er, als er merkte, dass er etwa 2,5 m tief unter dem Waldboden in einen gemauerten Raum gefallen war. Als er versuchte aufzustehen, fuhr ein stechender Schmerz in seinen Knöchel. Er war bei der unsanften Landung umgeknickt. Aber er konnte zumindest auftreten und blickte sich um. Der Raum war etwa 3 mal 3 Meter groß und vor vielen Jahren einmal weiß getüncht gewesen, mittlerweile blätterte die Farbe großflächig ab, die Decke bestand aus Holzbrettern, die im Laufe der Zeit morsch geworden waren und so zu seinem heutigen Einbruch geführt hatten.

    Dann sah er ihn in einer Ecke liegen, abgestürzt wie er selbst. Das eine Bein war verdreht und schien gebrochen zu sein, das rote Sweat-Shirt dreckig vom Schmutz, der sich auf dem Betonboden angesammelt hatte und bei der unsanften Landung aufgewirbelt war. Der Junge war nicht bei Bewusstsein. „Bastian?“, fragte Semir und humpelte zu dem Knaben. Er ging neben ihm auf die Knie, stellte dessen Atmung fest und drehte den Körper, so gut es ging, in die Seitenlage und zog sein Handy aus der Tasche.

    Der erste Anruf galt der Rettung. „Susanne? Schick doch bitte einen RTW zum Rastplatz Frechen und die Feuerwehr, wir brauchen eine lange Leiter. Die sollen in das Waldstück am Parkplatz gehen und den linken Weg nehmen, ich schicke ihnen Alex entgegen.“ Er sparte sich, ihr die näheren Umstände zu erklären, dafür war später noch genug Zeit. Dann rief er seinen Partner an. „Alex. Ich habe Bastian gefunden. Komm zum linken Weg, links davon befindet sich ein unterirdischer Raum. Bastian ist dort eingebrochen und ich auch. Der Hund liegt auf dem Waldboden. Pass auf, dass du nicht auch einbrichst!“

    Dann zog Semir seine Jacke aus und deckte Bastian mit ihr zu.

    Die Kugel, die Nicole getroffen hat, stammt aus Semirs Waffe. Obwohl sich niemand vorstellen kann, dass Semir die Frau angeschossen hat, bleibt Kim nichts anderes übrig, als ihn zur Fahndung auszuschreiben.
    Währenddessen wird Semir in einem Keller oder ähnlichen Raum angekettet gefangen gehalten. Was haben die bloß mit ihm vor?

    Ich bin auch ein Anhänger korrekter Rechtschreibung, da muss ich @Darcie Recht geben, das erhöht die Freude am Lesen.

    Semir und Ben können die überfallenen LKW-Fahrer befreien. Für den angeschossenen kommt jede Hilfe zu spät. Simon wird ihnen wohl nicht viel erzählen, so eingeschüchert wie er ist.
    Mit der Einschüchterung alleine will sich Harald, der wohl der Boss der Bösen ist, aber icht zufrieden geben. Ich vermute, Simon ist jetzt in großer Gefahr.
    Und der Transport am Donnerstag ist auch im Visier der Gangster, soll aber vorerst der letzte dieser Überfälle werden. Ob die Verkleidung was bringt?

    Steht Ben unter Drogen, macht er seinen Kollegen gegenüber einen völlig normalen Eindruck, aber die Dosis reicht ja schon nicht mehr für eine Nacht, da wird Ben auch bald keinen normalen Arbeitstag mehr überstehen können, ohne sich einen Schuss zu setzen. Hoffentlich kann er das nicht mehr lange geheim halten!

    Nach geglückter Flucht (puh!) denkt Kevin tatsächlich daran, im Alleingang (!) nach den Brüdern zu suchen. Das wird doch nichts! Hoffentlich besinnt er sich und erzählt Ben und Semir, was vorgefallen ist und was er vorhat. Sie sind ja noch nicht weit von dem Haus entfernt, da könnten sie doch eigentlich gleich zu dritt hinfahren. Aber wenn alles so einfach wäre, gäbe es keine spannenden Geschichten, also soll Kevin ruhig alleine losziehen und sich in Gefahr begeben.

    Vermisst

    Es war Freitagnachmittag kurz nach 17:00 Uhr. Alex und Semir fuhren im BMW über die A4 Richtung Köln und freuten sich auf den baldigen Feierabend und das freie Wochenende, welches ihnen bevorstand. „Und triffst du dich am Wochenende wieder mit dieser Lena?“, versuchte Semir von seinem Partner zu erfahren. Dieser druckste etwas herum. „Weiß nicht, mal sehen.“ – „Wie?“, Semirs Neugier war geweckt, „was heißt das, du weißt es nicht? Habt ihr euch etwa schon gestritten?“ – „Das nicht direkt. Ich habe unsere Verabredung am Mittwoch vergessen“, gab Alex leise zu. „Du hast sie versetzt? Den ganzen Tag konntest du keinen klaren Gedanken fassen, weil du pausenlos an deine Traumfrau denken musstest, und dann vergisst du eine Verabredung? Wie hat sie reagiert?“ – „Sie ist mit ihrer Freundin ausgegangen und hat sich seitdem nicht mehr bei mir gemeldet.“ – „Da hast du jetzt ein mittelgroßes Problem, das kann ich dir sagen.“ – „Meinst du, sie ist nachtragend?“ – „Nein, Frauen sind absolut niemals nachtragend, nur vergessen tun sie nichts. Das kannst du dir abschminken.“ – „Und wenn ich mich bei ihr entschuldige?“ – „Das kannst du nicht. Du kannst dich nicht entschuldigen. Du kannst höchstens Lena um Entschuldigung bitten, sie muss dich entschuldigen.“ – „Bist du jetzt unter die Germanisten gegangen, Semir? Hast du einen Tipp für mich, wie ich bei ihr um Entschuldigung bitten könnte? Aus deinem umfangreichen, nahezu unerschöpflichen Repertoire sozusagen?“ Semir täuschte längeres Grübeln vor. „Alex“, begann er langsam und zog den Namen dabei betont in die Länge, „es gibt exakt acht Arten, bei Frauen um Verzeihung zu bitten.“ – „Und?“ – „Keine funktioniert, aber den größten Erfolg hast du mit Ehrlichkeit. Ruf sie an, sag ihr, es täte dir leid. Wenn ihr etwas an dir liegt, wird sie dir eine Chance geben, ansonsten sehe ich schwarz. Apropos schwarz, wie wäre es mit einem Kaffee zum Feierabend?“

    Sie waren gerade an dem Hinweisschild vorbeigefahren, welches auf den Rastplatz Frechen hinwies. „Da bin ich dabei“, stimmte Alex zu. Semir setzte den Blinker und lenkte den BMW auf den Parkplatz. Jetzt am Freitagnachmittag war dieser gut gefüllt. Sie parkten hinter dem Rasthaus auf einer eigentlich gesperrten Fläche, dachten sich aber nichts dabei, denn die Dienstwagen der Autobahnpolizisten waren den Pächtern der Raststätte bekannt, anschließend betraten sie die Gaststätte und stellten sich an das Ende der Schlange am Selbstbedienungstresen.

    Plötzlich stürzte eine junge Frau in den Verkaufsraum, aufgeregt rief sie: „Bastian? Bist du hier? Ist hier ein kleiner Junge reingekommen? Mein Sohn ist verschwunden!“ Gleichzeitig drehten sich Semir und Alex um und sprachen nahezu gleichzeitig: „Was ist passiert? Wir sind von der Polizei.“ Sie zogen ihre Ausweise und stellten sich der Frau vor. „Sie suchen Ihren Sohn? Wie alt ist er denn und wo haben Sie ihn zuletzt gesehen?“ – „Kommen Sie, ich zeige es ihnen. Er ist zehn Jahre alt“, die Stimme der Mittdreißigerin überschlug sich förmlich, als sie die Beamten nach draußen führte. Sie ging in Richtung der seitlichen Parkplätze am kleinen Waldstück, welches sich neben dem Autobahn-Rastplatz befand. „Dort hinten, der grüne Ford Mondeo, das ist mein Auto. Dort haben Bastian und ich uns getrennt.“ – „Jetzt mal von Anfang an. Sie haben sich von ihrem Sohn getrennt?“ – „Das war etwas missverständlich ausgedrückt, oder?“, die Frau fasste sich etwas und sprach nun deutlich langsamer, „Bastian und ich sind auf den Weg zu meinen Eltern. Wir kommen aus Aachen, aber meine Eltern wohnen in Remscheid. Vor einigen Kilometern meinte Bastian, Bella müsse mal.“ – „Bella ist ein Hund, vermute ich?“, fragte Alex nach. „Ja, ein Münsterländer-Collie-Mix, etwa kniehoch. So fuhr ich hier raus. Ich sagte Bastian, er solle mit Bella dort unten am Waldrand auf diesem Weg entlang gehen, sich aber nicht zu weit vom Auto entfernen. Ich sagte ihm auch, dass ich nur kurz auf die Toilette gehen und dann noch etwas zu trinken besorgen wollte. Wir hatten noch einige dieser 50ct-Gutscheine, die man immer bei der Toilettenbenutzung an der Autobahn bekommt. Als ich wieder herkam, war Bastian nicht mehr zu sehen. Ich legte alles ins Auto und bin dann los, ihn suchen. Auf dem Waldweg konnte ich ihn nicht sehen. Auf dem Spielplatz war er nicht, in der Gaststätte nicht, auch in der Tankstelle nicht. Ich weiß nicht mehr weiter. Da ist bestimmt etwas passiert.“ – „Nein, das dürfen Sie nicht denken“, versuchte Semir, die Frau zu beruhigen. Er führte sie zu dem dunkelgrünen Wagen. „Setzen Sie sich bitte in Ihren Wagen, Frau …?“ – „Winter, Nadja Winter“ – „Frau Winter. Was hat ihr Sohn angehabt?“ – „Jeans und ein knallrotes Sweat-Shirt, so eins mit Kapuze.“ – „Gut, mein Kollege und ich werden das Waldstück abgehen und ihn suchen. Bleiben sie bitte hier, bis wir wieder da sind?“ Dann wandte er sich Alex zu. „Alex, komm wir gehen einmal um das Waldstück herum. Du nach rechts, ich nach links und zusammen durch die Mitte zurück. Wäre doch gelacht, würden wir das Kind nicht finden.“

    Diese Ben-Hinterherheulerei stinkt langsam zum Himmel und verdirbt einem die Lust hier in's Forum noch reinzugucken.

    Das hält sich hier im Forum ja noch in Grenzen, bei FB ist es überhaupt nicht auszuhalten. Wenn Mamba-Cobra 99 Ben besser fand, ist es seine Meinung und die darf er hier vertreten. Nicht jeder muss den Weg, den die Serie eingeschlagen hat, gut finden.

    Wie erwartet, hat die ganze Observierung nichts gebracht, klar, die Verbrecher waren ja aus ssicherer Quelle gewarnt worden. Als Semir Ben zur Rede stellt, erzählt er wieder nur etwas von Magenproblemen und seinen Potenzproblemen. Warum erzählt er ihm nicht die Wahrheit, und dass Sarah und das ungeborene Kind in Gefahr wären, wenn er aufhörte, die Informationen auszuplaudern? Semir wird sicher wissen, wie er damit umgehen soll und Ben helfen, ohne ihn gleich ans Messer zu liefern.
    Die Polizei wird jetzt bestimmt nach einem Maulwurf in den eigenen Reihen suchen. So langsam wird es eng für Ben. Sollte Semir Gelegenheit haben, mit Sarah zu reden, würden Bens Lügen schnell auffliegen.

    Der Überfall ist nicht so gelaufen wie geplant: ein Mord sollte nicht stattfinden. Um nicht auch den zweiten Fahrer töten zu müssen, drohen sie ihm, seine Familie und ihn zu umzubringen, wenn er etwas erzählen würde. Ich vermute, daran wird er sich halten, so verängstigt er ist.

    Kevin schafft es, Andreas zu überwältigen, an ihm vorbei aus dem Keller und auch aus dem Haus zu fliehen. Wäre er nicht an der Hütte stehen geblieben, hätte die Flucht klappen können, aber dort stellt ihn Jessy und bedroht ihn mit der Waffe. Ich glaube nicht, dass sie auf Kevin geschossen hat, dazu fühlt sie sich doch zu sehr zu ihm hingezogen. Aber mit ihm kommen will sie auch nicht.
    Wer hat jetzt auf wen geschossen? Einer ihrer Brüder auf Kevin? Jessy an Kevin vorbei auf einen ihrer Brüder? Ich bin gespannt und freue mich auf das nächste Kapitel.

    Der Fahrer (Vor zwei Wochen)

    Alex und Semir fuhren über die Landstraße zurück zur PAST, da der Unfall, dessen Aufnahme sie soeben abgeschlossen hatten, zu einem langen Stau auf der Autobahn geführt hat, den zu umfahren sie sich durch den kleinen Umweg über Land erhofften. Doch auch hier kamen sie nicht wirklich voran. Denn vor ihnen fuhr ein Transporter sehr langsam und sehr dicht an der Mittelspur. Alex versuchte, links an dem vor ihnen fahrenden Sprinter vorbei zu schauen, doch er konnte keinen Grund für das langsame Tempo erkennen. Überholen war aber auch nicht möglich, da ihnen ständig Autos entgegen kamen. Alex fuhr jetzt nach rechts auf den Seitenstreifen. „Kannst du was sehen, Semir?“, fragte er seinen Beifahrer. Semir verneinte. „Nein. Ob die hier blitzen?“ – „Bei 20 km/h? Hier ist 80 erlaubt. Und so langsam, wie der fährt, wird er nicht geblitzt, sondern gemalt.“ Alex mochte es gar nicht, wenn er nicht schnell voran kam, da stand er seinem Partner in nichts nach.

    Endlich war die Spur frei und Alex zog an dem Transporter vorbei. Semir betrachtete sich den Wagen genauer. An dem Gefährt war nichts auszusetzen. Es war ein weißer Mercedes Sprinter, pieksauber, noch recht neu, und auf der Seite prangte eine Werbeaufschrift: Wilckens Hoch- und Tiefbau. Als das Fahrerhaus in seinen Blick kam, fuhr Semir zusammen. Der Fahrer hing vornüber über sein Lenkrad gebeugt. „Alex! Setz dich davor, wir müssen ihn anhalten. Der Fahrer scheint bewusstlos zu werden.“

    Der Aufgeforderte fuhr vor dem Sprinter zurück auf die rechte Spur und bremste ihn langsam aus. Er machte einen schmerzverzerrten Gesichtsausdruck, als litte er körperlich mit seinem Dienstwagen mit, als der Transporter auf dessen hintere Stoßstange prallte. Sachte trat er auf die Bremse und verringerte die Fahrt. Irgendwann rutschte der Fuß des Fahrers im Transporter vom Gaspedal, und da noch ein Gang eingelegt war, erstarb irgendwann der Motor seines Wagens, und das Gefährt kam zum Stehen.

    Alex und Semir stiegen aus. Während Alex mit dem Warndreieck auf den nachfolgenden Verkehr zuging und die Stelle absicherte, wandte sich Semir der Fahrertür zu. Als er diese öffnete, fiel ihm der Fahrer bereits entgegen, Semir fing ihn auf und zog ihn aus dem Gefahrenbereich auf den Seitenstreifen, wo er ihn sanft ablegte. Nach einem kurzen Atem-Check legte er ihn in die Seitenlage und zog sein Handy aus der Tasche, um die Hilfe zu organisieren.

    Die eingetroffenen Rettungssanitäter kümmerten sich um den Bewusstlosen, luden ihn in den Rettungswagen und brachten ihn in die nächste Klinik. Bis zur Abfahrt des Rettungswagens erlangte er nicht mehr das Bewusstsein.

    Um den Verkehr auf der mittlerweile verstopften Landstraße möglichst schnell wieder freigeben zu können, entschied sich Semir dafür, den Transporter selbst auf das Gelände der PAST zu fahren, wo er auf die Abholung durch die Firma Wilckens warten könnte. Dort angekommen blickte er noch kurz in den Laderaum, fand aber nur Baumaterial vor, keine verderbliche oder lebende Fracht. Semir rief bei der Baufirma an, um die Abholung zu beauftragen.

    Einen Tag später erfuhren Alex und Semir, dass der Fahrer des Transporters, ein Walter Schmaller, nicht mehr zu Bewusstsein gekommen und in der Klinik verstorben war. Todesursache: Herzversagen.Sie hakten den Fall ab, und der tote Fahrer rückte in den nächsten Wochen mehr und mehr in Vergessenheit.

    Lange wird Ben seine Situation nicht mehr geheim halten können. Blaue Flecken am Arm führen schon zu Nachfragen von Semir, Sarah hat sie wohl noch nicht entdeckt. Wird Ben sich jetzt andere Einstichstellen suchen? Und dann seine Wortfindungsstörungen beim Scrabblen ... an denen Sarah sich selbst die Schuld gibt. Ben ist schon mächtig im Strudel der Sucht und verrät auch noch die geplante Observierung des Rastplatzes, da werden dann wohl viele Beamte vergeblich auf den geplanten Drogen-Deal warten.

    Verbaut

    Prolog: Das leere Haus (Vor einigen Wochen)

    Seine Schritte hallten laut wider in den leeren Räumen, auch wenn er sich bemühte, leise aufzutreten. Er schlich von Raum zu Raum, leere Wände, auf denen sich noch nicht einmal die Umrisse der einst an ihnen stehenden Möbel abzeichneten. Zu kurz hatten sie hier gelebt, hatten ihre Stimmen und ihr Lachen die Räume mit Leben gefüllt. Am Fenster zum Garten blieb er stehen und blickte auf das Grundstück runter, das sich unter ihm ausbreitete, auf den Schwimmteich, den sie im letzten Sommer das letzte Mal genutzt hatten. Schloss er seine Augen, meinte er, seine Mädels in Badeanzügen plantschen und schwimmen zu sehen, aufmerksam beaufsichtigt von ihrer Mutter, seiner Frau. Er glaubte sogar, ihre Stimmen zu hören, wenn er sich konzentrierte. Dann öffnete er seine Augen wieder. Der Garten war leer. Wie hinter einem Schleier sah er verschwommen eine Ente auf dem Teich ihre Bahn ziehen.

    Schon bald werden andere Kinder, andere Eltern den Garten und das Haus füllen. Seine Augen füllten sich mit Tränen. Es war vorbei. Das Haus war verkauft, seine Frau mit den Töchtern schon vor längerer Zeit ausgezogen. Und nun war der Tag gekommen, an dem auch er der Vergangenheit den Rücken kehren würde. Es fiel ihm schwer, sich loszureißen. Aber eine Stimme, die Stimme der Vernunft, versuchte, auf ihn einzureden. Ja, und sie hatte Recht. Das Haus war für ihn alleine viel zu groß und außerdem finanziell nicht tragbar. Und es erinnerte ihn in jeder Ecke an die glücklichen Zeiten, die sie hier verlebt hatten und die jetzt ein für alle Mal vorbei waren. Nein, es war besser, an einen Neuanfang auch für ihn zu denken. Von ihm unbemerkt, löste sich eine Träne und rann ihm über das Gesicht, bis er ihren salzigen Geschmack auf seinen Lippen schmeckte. Er regte sich nicht vom Fenster weg, auch als er die Haustür unten ins Schloss fallen hörte. Erst als er eine Stimme hinter sich wahrnahm, wurde er wieder in die Gegenwart geholt. „Semir?“

    Ben Jäger war gekommen, um seinem Freund beim Umzug zu helfen. Er hatte einen geliehenen Transporter rückwärts auf die Auffahrt gestellt, die Türen geöffnet und das Haus betreten. Als er Semir im Erdgeschoss nicht antreffen konnte, war er ins Obergeschoss gestiegen und fand ihn in Aydas ehemaligen Kinderzimmer am Fenster stehen, ganz in Gedanken versunken. „Semir“, wiederholte er seine Ansprache von vorhin und trat hinter seinen ehemaligen Partner. Er merkte, dass dieser gerade Zuwendung brauchte. Er legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Hey komm. Lass es nicht zu, dass es dich zu sehr quält, blick nach vorn. Der Umzug wird dir gut tun. Ich werde dir heute Abend die Vorzüge einer Innenstadtwohnung zeigen. Sind hier oben noch Sachen, die mit müssen?“ – „Nein. Alles unten.“ Semir rührte sich allerdings noch nicht von seinem Platz. „Dann können wir ja gleich starten, was ist das Schwerste?“ Ben war voller Tatendrang und hoffte, Semir mit seiner Stimmung anzustecken. Während er noch sprach, ging er schon voraus die Treppe runter. Semir gab sich einen Ruck und ging hinterher. „Die Waschmaschine!“ – „Dann fangen wir damit an“, beschloss Ben, „je eher wir hier fertig sind, desto eher sitzen wir beim Bier.“

    In den nächsten drei Stunden füllte sich der Transporter mit Möbeln und Kartons, und sie waren bereit zur Abfahrt. Nach einem letzten Kontrollgang, ob er auch nichts vergessen hatte, schloss Semir ein letztes Mal seine Haustür zu und steckte den Schlüssel ein. „Wann ist die Übergabe?“, fragte Ben. „Nächsten Mittwoch, 15:00 Uhr“, antwortete Semir. „Ich werde da sein“, sagte Ben ihm zu, denn das wird wieder kein leichter Tag für Semir werden.

    Semir hatte sich in der Kölner Altstadt, nicht weit von Rhein und Fußgängerzone eine 3-Zimmer-Wohnung gemietet, unterm Dach mit einer kleinen Dachterrasse. Ben war sichtlich angetan von der Raumaufteilung. Es gab ein großes helles Wohnzimmer mit Zugang zu eben dieser Terrasse und zwei kleinere Zimmer mit schrägen Wänden. „Wie willst du dich einrichten? Sofa dort, Fernseher dort?“ – „Egal, so wie es gerade passt.“ – „Und welches wird das Kinderzimmer?“ – „Das größere von den beiden, ich selbst brauche nicht soviel Platz“, antwortete Semir gleichgültig. Er konnte die Begeisterung seines Freundes noch nicht recht teilen. „Hey, das Bad ist ja riesig, hier passt ja sogar die Waschmaschine rein! In welchem Stock waren wir noch mal?“

    Ja, die Waschmaschine war der krönende Abschluss ihrer Schlepperei, aber dann war alles an Ort und Stelle. „So, fang du schon mal an mit dem Aufbau deiner Möbel, ich fahre den Transporter weg und dann helfe ich dir. Und heute Abend erkunden wir die Gegend, ich will doch mal sehen, wo du hingezogen bist.“ Semir zuckte nur mit den Schultern, hatte aber auch schon den Akkuschrauber in der Hand. „Nun guck nicht so, Semir. Wir kriegen das hin. Ich bin doch da, und wenn es hier erst einmal eingerichtet ist, geht es dir schon viel besser. Denk daran: Nächstes Wochenende kommen Ayda und Lilly, und die erwarten ein schick eingerichtetes Kinderzimmer. Also ran an die Arbeit. Das lenkt dich auch ab.“ Er gab Semir einen aufmunternden Klaps auf die Schulter und wandte sich zum Gehen. „Ich bin in einer Stunde zurück, und wenn sich hier dann nichts getan hat, zahlst du nachher die Rechnung!“ Damit war Ben im Treppenhaus verschwunden.

    Yon, die 5.

    Meiner neuen Geschichte vorweg schicken muss ich folgende Hinweise:

    Die Idee und der Beginn der Story (d.h. den Prolog) habe ich verfasst bevor die ersten Informationen zur Frühjahrsstaffel veröffentlicht wurden. Und ich war erschüttert, dass RTL mir meine Idee vorweggenommen hatte ;) . Natürlich hat auch mich die Trennung von Andrea und Semir bewegt und musste irgendwann ihren Niederschlag in einer meiner Geschichten finden, das wird in dieser soweit sein.

    Namen von Personen und Firmen sind, soweit es sich nicht um die Stammbesetzung der TV-Serie „Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei“ handelt, frei erfunden. Orts- und Straßennamen entstammen zum großen Teil meiner Phantasie – auch aus Mangel an Ortskenntnis – und sind nicht alle anhand von Straßenkarten bzw. Google Maps recherchiert.

    Feedback nicht vergessen. Immer her mit eurer Kritik!

    Viel Spaß
    Yon

    Das mit dem Wochenende mit seinen drei Töchtern scheint für Semir ja zu klappen. Hoffentlich kommt ihm da nicht sein Job wieder in die Quere.
    Robert hat die Befürchtung, Semir könnte die Kinder gegen ihn aufbringen, dabei müsste er doch auch einsehen, dass Ayda und Lilly lieber bei ihrem Vater sind, als bei ihm. Das ist doch ganz natürlich. Die Stelle wird er nie einnehmen können. Er kann höchstens ein guter Freund für die Kinder sein, doch nie ein Vater.
    Aber dennoch fragt Andrea bei Ben nach, ob an dem Verdachht etwas dran sein kann.
    Aber braucht Semir schon wieder Ben für Kinderwochenende?

    Die Anzeichen der Sucht sind eindeutig. Ben weiß eigentlich genau, dass es falsch ist, was er tut, aber er kann gar nicht mehr anders. Hoffentlich fallen die Entzugserscheinungen bald jemanden als das auf, was sie sind. Nur das ist nicht so einfach, weil niemand bei Ben so etwas vermutet.
    Wenn Menschen, mit denen ich privat oder beruflich täglich zu tun habe, plötzlich Magenkrämpfe oder Appetitlosigkeit zeigten, würde ich auch als Letztes an Drogen bzw. Drogenentzug denken.
    Aber ich hoffe, es gelingt ihm bald nicht mehr, sein Problem geheim zu halten.