Ben sieht mittlerweile aus wie ein gerupfter Truthahn, keine schöne Vorstellung. Semir hat zumindest bei den Ermitlungen die Chefin auf seiner Seite, riskiert aber auch mindestens ein Diszi, wenn herauskommt, dass er Bens Drogensucht gedeckt hat.
Beiträge von Yon
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Konrad weiß jetzt, wo er hinzufahren hat und wird noch genauere Hinweise erhalten. Das Handy zu orten, wird nichts bringen, das schippert jetzt auf dem Rhein.
Und Harald plant nicht, Ben einfach so auszuliefern, seine Rache ist damit noch nicht beendet. Ob Matze ihn bremsen kann? -
Wieder vereint
Andrea und Lilly wurden von Ben erleichtert begrüßt, der in der Zwischenzeit Kaffee gekocht und bei der Bäckerei im Nachbarhaus belegte Brötchen gekauft hatte. Nachdem sie sich alle gestärkt und Lilly sich zu Ayda auf die Wohnzimmercouch gekuschelt hatten, sagte Andrea leise: „Semir, ich würde gerne Robert anrufen.“ – „Nein!“, entgegnete Semir eine Spur schärfer, als er eigentlich wollte, mäßigte aber gleich darauf seine Stimme, „Andrea, du kannst Robert jetzt nicht anrufen.“ – „Aber er muss doch erfahren, ... Semir, das kannst du mir nicht verbieten!“ – „Andrea, ich will dir nur helfen“, entgegnete Semir mit sanfter Stimme, „und ich werde auch Robert helfen, wenn er mit der Sache nichts zu tun hat. Aber sollte ich herausfinden, dass er auch nur einen Funken Mitschuld daran trägt, dass meine Kinder tagelang von fremden Männern gefangen gehalten wurden, dass Ayda mitten in der Nacht an einer einsamen Landstraße auf Hilfe warten musste, wenn ich das rausfinden sollte, Andrea, dann wird Robert mich richtig kennenlernen!“ Kurz darauf fügte er noch hinzu: „ Ihr seid vor vier Tagen aus seinem Haus entführt worden, und der gnädige Herr Robert hat es nicht für nötig befunden, mich zu informieren, weder mich als Vater von Ayda und Lilly, noch die Polizei im Allgemeinen. Andrea, ich möchte erst sicher gehen, dass er nichts mit der Sache zu tun hat, bevor er erfährt, wo ihr seid.“
Andrea schluckte, sah Ben an. „Semir hat Recht, Andrea“, äußerte der seine Meinung, „Weiß Robert, wo du wohnst, Semir? Dann sollten Andrea und die Kinder vielleicht nicht allzu lange hier bleiben.“ Semir blickte Andrea fragend an, die ihren Blick senkte. „Ich finde ein Versteck“, bestimmte Ben.
„Warum hat die Schule nicht nach Ayda gefragt? Oder der Kindergarten sich nach Lilly erkundigt?“, fiel Semir ein, aber dafür hatte Andrea eine Erklärung parat: „Ich musste eine Entschuldigung unterschreiben für beide Kinder.“ – „Andrea, bitte versuche dich an jede Einzelheit zu erinnern. Was ist am Samstag passiert?“
„Okay, Es war am Samstag, nachmittags, noch vor der Kaffeezeit, vielleicht 14:00 Uhr. Ayda, Lilly und ich waren allein. Robert musste an dem Tag ins Büro.“ – „Am Samstag? Kam das öfters vor?“ – „Nein, nur von Zeit zu Zeit, vielleicht alle sechs Wochen. Es wäre noch etwas vorzubereiten für Montag, sagte er. Er wollte etwa 2-3 Stunden arbeiten.“ – „Okay, weiter. Ihr ward zuhause. Was geschah dann?“ – „Ayda machte noch Hausaufgaben, Lilly malte und ich habe gelesen. Dann hat Robert angerufen und gefragt, ob wir uns mit einigen Freunden von ihm in der Stadt treffen wollten, er wäre gleich fertig mit seiner Arbeit. Diese Freunde würden uns abholen. Etwa eine halbe Stunde später klingelte es an der Tür. Es waren zwei Männer vor der Tür, einer wartete im Auto.“ – „Waren das die Männer, die wir heute festgenommen haben?“, als Andrea nickte, fragte er weiter „Und der Dritte, war der heute etwa auch in eurem Versteck? Wir haben dort nur zwei gesehen.“ In Semir machte sich Unbehagen breit, was wenn sie einen dritten Mann übersehen hatten? Doch Andrea schüttelte den Kopf. „Nein, ich glaube nicht, wir haben die ganzen Tage nur diese beiden Männer gesehen. Aber ich kann natürlich nicht ausschließen, dass noch mehr da waren, die sich uns nur nicht genähert haben.“ – „Was für ein Auto fuhren sie?“, fragte Semir weiter. “Ich kannte den Typ nicht, hinten saß man sich gegenüber, vielleicht Mercedes, Ledersitze, schwarz, recht neu“ – „Gut, das finden wir raus, da gibt es nicht allzu viele, die in Frage kommen. Kennzeichen hast du dir nicht gemerkt?“ – „Nein. Wir sind einfach eingestiegen und mitgefahren“, Andrea legte eine Pause ein, „Mann, was war ich doof!“, fluchte sie kopfschüttelnd. „Nicht unbedingt, Andrea. Du konntest ja nichts ahnen. Und wer weiß, was euch passiert wäre, wenn ihr euch geweigert hättet? Hast du eine Ahnung, worum es bei der Sache geht?“ – „Nein“, verneinte Andrea, „keinen blassen Schimmer. Sie haben nicht mit uns geredet, ich sollte die Entschuldigungen unterschreiben, dann haben sie uns in diese Hütte gesperrt und allein gelassen. Wir bekamen zu essen und zu trinken, ansonsten haben wir nie jemanden zu Gesicht bekommen.“ – „Wir fahren nachher zur PAST und vernehmen die Kerle“, versprach Semir.
Die Tür zur Küche, in der sie saßen, öffnete sich, und beide Kinder tappten barfuß über die Fliesen. Lilly kletterte wortlos auf Semir Schoß und schlief dort wieder in seinem Arm ein, während Ayda ihrer Mutter glücklich und erleichtert in die Arme fiel. Sie streichelte ihrer großen Tochter über die Haare und drückte sie an sich. „Danke“, flüsterte sie ihr ins Ohr.
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Sicher, man hat nicht jeden Tag Zeit zum Schreiben. Aber niemand zwingt einen, das Geschriebene sofort zu posten, denn wenn eine Geschichte Pausen hat von mehr als einer Woche etwa, verlieren viele Leser die Lust, weil sie sich immer erst wieder einlesen müssen.
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Tatsächlich sind alle drei Geschwister an der Plattenbausiedlung. Kevin gelingt es Jessy aus der Wohnung nach unten zu holen, kommt aber vor der Haustür doch wieder in Versuchung, sie nicht auszuliefern. Ben und Semir wollen sich den Brüdern nähern, hoffentlich geht das gut und sie können die beiden festnehmen, und Kevin ist kurz davor mit Jessy durchzubrennen?
Dem Lob von @Schlumpf schließe ich mich an, auch ich habe die Szenen klar vor Augen.
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Ja, bei Ben machen sich die Entzugserscheinungen immer deutlicher bemerkbar. Und das wird sicher in den nächsten Tagen noch schlimmer werden, Sarah ist sich jetzt schon nicht mehr sicher, ob er nicht bald auf sie losgehen könnte. Wie schrecklich muss es erst sein, wenn sie nicht mehr alleine den Raum betreten kann. Bekommt sie denn jetzt Unterstützung von Andrea?
Sicher wäre es gut für Semir, jemanden zum Reden zu haben, aber er sollte auch wissen, je weniger Mitwisser es gibt, desto besser.@Mrs.Murphy Sei doch nicht so kleinlich!

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Während Ben seine Gedanken an Flucht angesichts der Waffen schnell sausen lässt und seine Nacht gefesselt verbringen muss, zumindest hat man ihm noch Decken besorgt, warten Konrad und Semir nervös auf den Anruf der Entführer. Ok, der Sender im Geld hat jetzt nicht so viel Sinn, aber das können die Polizisten ja nicht ahnen. Bin auch gespannt, ob der jetzige Anruf der erwartete ist und die Verfolgung wie geplant klappt.
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Und weg
„Papa, wir wussten, dass du kommst“, strahlte Lilly und Andrea fügt hinzu: „Wir haben es wirklich gehofft. Also hat Ayda es geschafft?“ Semir nickte und hatte immer noch Mühe richtig Luft zu holen. Die Projektile hatten es zwar nicht durch die Schutzweste geschafft, der Schlag war dennoch heftig. Jetzt stand Andrea vor ihm. „Ich bin froh, dass ihr gekommen seid. Danke.“ – „Seid ihr in Ordnung?“, fragte Semir. Andrea wusste nicht wirklich, wie sie sich verhalten sollte, der Mann, den sie wegen eines anderes verlassen hatte, rettete sie aus einer Situation, in die sie ohne diesen anderen Mann wahrscheinlich nie gekommen wären. Sie war sich unsicher, wäre ihm am liebsten um den Hals gefallen, meinte aber, dazu nicht das Recht zu haben und hielt sich lieber zurück. Zum Glück unterbrach Alex das Schweigen. „Könnt ihr euer Wiedersehen später feiern? Wir sollten uns beeilen.“ Alex hatte inzwischen auch den anderen Mann in die Hütte gezerrt und beide an die Heizung gefesselt. „Alex hat Recht, wir müssen los.“
Alex ging vor zur offen stehenden Tür, blickte sich vorsichtig um und lotste Andrea am Haus vorbei in Richtung Gebüsch. Semir folgte langsam mit Lilly. Durch den Wald bahnten sie sich ihren Weg in Richtung Straße. Sie hielten ihre Umgebung ständig im Auge, waren sich aber sicher, unbeobachtet davon gekommen zu sein und nicht verfolgt zu werden. Jetzt, an der Straße angekommen, rief Alex die Kollegen an und ließ einen Streifenwagen kommen, um die beiden Männer abzuholen und zur PAST zu bringen. Alex entschied sich, auf die Uniformierten zu warten, Semir sollte doch mit Andrea und Lilly nach Hause fahren und dann später zur PAST kommen. Alex würde schon mal mit der Vernehmung anfangen. Semir verabschiedete sich von seinem Partner: „Danke, Alex. Ohne dich hätte ich das heute nicht geschafft.“ Der Angesprochene nickte lächelnd und schlug Semir stumm auf die Schulter. Dann drehte er sich um und ging wieder zum Waldweg zurück.
Als sie endlich im sicheren Dienstwagen saßen und Ben kurz Bescheid gesagt hatten, blickte Semir Andrea in die Augen. „Andrea, kannst du mir verraten, was zum Teufel ihr hier macht? Was predigen wir seit Jahren unseren Töchtern? ‚Steig niemals zu Fremden ins Auto!‘ Und was machst du? Was sind das für Typen? Was wollen die von euch? Hat Robert etwas damit zu tun?“ – „Ich weiß es nicht, Semir. Sie kamen am Samstag, machten einen netten Eindruck und sagten, Robert würde auf uns warten. Er hatte uns ja vorher selber angerufen. Ich habe ihnen vertraut.“ Es entstand eine kurze Pause, dann fügte Andrea kleinlaut hinzu: „Ich habe mich ganz schön dumm verhalten, oder?“ Dem hatte Semir nun nichts mehr zu entgegnen, richtete seinen Blick nach vorne auf die Straße und fuhr los.
Was weder Semir noch Alex bemerkt hatten war, dass eine dritte Person aus dem oberen Stockwerk des Nachbargebäudes die Überwältigung beider Wachen beobachtet hatte und just in dem Moment, in dem Semir von den Schüssen in seine Schutzweste benommen in der Hütte lag und Alex damit beschäftigt war, den zweiten Mann vom Holzstapel in die Hütte zu schleppen, die Flucht durch die dem Geschehen abgewandte Hintertür des Hauses antrat und durch den Wald entkommen konnte. Während Alex sich wieder auf den Weg zu dem Anwesen machte, um dort auf die Kollegen zu warten, war dieser dritte Mann bereits auf und davon.
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DUrchaus ein interessanter Ansatz, eine Story aus der Ich-Perspektive, aber ich habe auch meine Bedenken und bin gespannt, ob es dir gelingt, diese zu zerstreuen. Aber etwas anderes geht mir auch durch den Kopf: Was ist mit deiner anderen Story (Prominent)? Seit 14 Tagen Stillstand und jetzt eine neue Geschichte? Ich hoffe, du hast diese hier schon weiter gedacht (geschrieben vermute ich jetzt mal nicht) und bringst sie auch zuende.
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Das wäre doch DIE Ausstiegsgeschichte von Ben Jäger.Er schafft den Entzug ,Semir schnappt die Kerle,es kommt alles ans Licht was Ben gemacht hat und er wird entlassen.
Dann startet er seine Musikkarriere in den USA.Perfekt!Das würde hier aber einigen gar nicht gefallen ...;)
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Ben ist sicher momentan nicht in der Lage, eine Flucht zu planen und erfolgreich durchzuziehen. Harald ist echt krank im Kopf, Matze zeigt dagegen noch eine Spur von Menschlichkeit, aber auf Konrads Geld haben es beide abgesehen.
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Tja, ob das Drogenproblem so verheimlicht werden kann? Semir wird bestimmt nicht zum Mörder, aber wenn die Gangster plaudern, ist es mit seinem Job vorbei. Wobei das noch das geringste Problem wäre. Schlimmer wäre es, die Gangster könnten entkommen und Ben müsste eine andere Identität annehmen und untertauchen, dann wäre es wohl auch mit dem Kontakt zu Semir dahin.
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Das hätte ich auch nicht gedacht, aber es wurde langsam Zeit, dass Kevin die ganze Geschichte erzählt. Aber hätten sie sich nicht besser aufteilen sollen, die einen fahren zur Mutter der Geschwister und die anderen zum Haus? So hängt sehr viel vom Glück ab.
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Befreiung
Alex erledigte seinen Gegner mit einem einzigen vielfach geübten Handgriff und zog ihn bewusstlos hinter den Holzstapel, wo er ihm Hand- und Fußfesseln anlegte. Von dort sah er, dass Semir beinahe zeitgleich mit dem Frühstücksbringer die Hütte betrat, aber mehr Schwierigkeiten hatte, ihn zu überwinden, als er selbst vorhin mit seinem Gegner. Der Kerl war etwa einen Kopf größer als Semir und kräftig gebaut. Semir stürzte sich von hinten auf den Mann, der die Gegenstände vom Tablett gleiten ließ und sich mit diesem herumschwang und Semir das Tablett an den Kopf schlug. Mehr vor Schreck als Schmerz ließ dieser seine schon gezogene und entsicherte Waffe fallen.
Andrea saß mit Lilly im Arm auf einer von zwei Matratzen, die in dem sonst unmöblierten Raum auf dem Fußboden lagen und erwartete das Frühstück. Auf der anderen Matratze hatte sie eine Decke zusammen gerollt unter die Bettdecke gelegt, um so die Anwesenheit von Ayda vorzutäuschen. Sie hoffte so sehr, dass Ayda es irgendwie in die Stadt geschafft hatte. Nach mehreren Tagen in dieser Hütte sah sie darin ihre letzte Möglichkeit. Der Spalt zwischen Wand und Decke hatte sie schon gleich am Samstagabend entdeckt, aber sie selbst hätte nicht hindurch gepasst, Lilly war zu klein für dieses Abenteuer, und Ayda hat sich dann gestern selbst angeboten, rauszugehen. Sie hatte noch hin und her überlegt, dann aber begriffen, dass es im Grunde nur diese eine Möglichkeit gab. Nachdem sie die Routinen ihrer Bewacher verinnerlicht hatte, war letzte Nacht die Gelegenheit gekommen, in der sie schweren Herzens ihre Tochter hochhob, so dass sie sich durch den Spalt unter dem Dach hindurchzwängen konnte und rückwärts an der Außenwand hinunterglitt. Bei dem Gedanken an diesen Augenblick traten ihr wieder die Tränen in die Augen. Sie hatte diese Nacht vor Sorge keinen Schlaf bekommen. Auch Lilly ist erst spät nach Aydas Weggang weinend in ihren Armen eingeschlafen. Jetzt erwarteten sie ihr Frühstück. Andrea hatte durch das kleine Fenster gesehen, wie ihre Wache das andere Haus mit einem Tablett verlassen hatte und sich auf den Weg zu ihrer Bleibe machte. Sie erwartete jeden Moment, dass die Tür aufgeschlossen wurde und der Mann eintrat. Sie hörte den Schlüssel im Schloss, sah die sich senkende Klinke. Aber dann erschrak sie!
Gleichzeitig mit dem Wachmann stürzte sich katzengleich eine Gestalt in den Raum und riss ihn zu Boden, der Angreifer wurde von dem Tablett am Kopf getroffen und ließ seine Waffe fallen. Wie hypnotisiert starrte Andrea auf die silberfarbene Pistole mit dem Holzgriff. Semir? Dieser schien der Wache allerdings unterlegen zu sein. Im Laufe des entstandenen Zweikampfes, erhielt er einige empfindliche Schläge, bis die Wache in den Besitz der Waffe kam, auf Semir anlegte und zwei Mal abdrückte, bevor er von dem reinstürzenden Alex zurückgerissen und überwältigt werden konnte. Andrea hielt Lilly schnell die Augen zu und wandte den Kopf ihrer kleinen Tochter zur Seite, selbst starrte sie wie gebannt auf die Szenerie. In ihr fuhren die Gefühle Achterbahn. Die Erkenntnis, dass Ayda es geschafft haben musste und in Sicherheit war, wurde jetzt überlagert von der Sorge um Semir, der getroffen am Boden lag und sich nicht rührte.
Nachdem Alex auch diesem Mann Fesseln angelegt hatte, ging er erschrocken neben Semir in die Knie, zog ihm den Reißverschluss der Jacke nach unten und öffnete die Klettverschlüsse der Schussweste, in der die Projektile stecken geblieben waren. „Semir! Los, Komm zu dir! Wir müssen uns beeilen!“ Er zog seinen sich jetzt langsam wieder regenden Partner in eine sitzende Position. „Was?“ fragte Semir mit schmerzverzerrtem Gesicht und griff sich mit einer Hand an die schmerzende Brust, „Oh Mann, das hat gesessen.“ Andrea fiel ein Stein vom Herzen und auch Lilly erkannte jetzt, wer in die Hütte gestürmt war und fiel ihrem Vater in die Arme. Dieser rappelte sich langsam an der Wand auf, hielt seine Tochter im Arm, hob dann seine Waffe vom Boden auf und sah Andrea an, die sich zögernd von der Matratze erhob.
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Ähm, Yon, was meinst du denn mit der "PTBS-Tarnung"???
PTBS = Posttraumatische Belastungsstörung (deswegen hat der Arzt ihn doch krankgeschrieben)
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So einen offenen Bruch stelle ich mir auch sehr schmerzhaft vor. Und dann geht da auch noch ein Laie ran und will den Knochen einrenken??

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Da hat Semir ja noch mal Glück gehabt, das Kennzeichen des Porsches ist erkannt worden. Was mich etwas verunsichert, ist, dass nun auch andere Polizisten involviert sind, hoffentlich kommt nicht im Nachhinein ans Licht, dass der Schütze Rauschgift an einen Polizeibeamten geliefert hat. Dann könnte Bens PTBS-Tarnung doch noch auffliegen.
Dieser durchleidet mittlerweile die ersten Entzugserscheinungen. Aber Sarah ist jetzt bei ihm und noch ist das wohl auch hilfreich. Ich befürchte nur, bald wird ihm auch das nicht merhr helfen. -
Das Jessy zu ihren Brüdern zurückkehrt, wundert mich auch nicht, sind das doch ihre einzigen Bezugspersonen für sie in den letzten Jahren gewesen, und die Stelle kann Kevin nicht innerhalb von ein paar Tagen einnehmen.
Kevin ist unterwegs zur Dienststelle, hoffentlich zieht er jetzt Semir und Ben ins Vertrauen und erzählt ihnen alles. -
Am Anwesen
Unterdessen trafen Alex und Semir an der Bushaltestelle Forsthaus ein und Alex verlangsamte die Fahrt. „Hier muss Ayda entlang gegangen sein“, meinte Semir und fügte angesichts der unbeleuchteten Landstraße, der beiderseitigen Gräben und dem dahinter liegendem Wald ein „Ich mag gar nicht daran denken“ hinzu.
Alex ließ den Mercedes langsamer rollen, und beide Männer schauten angestrengt aus den Seitenfenstern. „Da!“, rief Semir plötzlich und wies auf ein Haus, das am Waldrand stand, „da ist das Haus mit dem Turm. Stell den Wagen hier oben ab, wir gehen zu Fuß weiter.“ Alex parkte seinen Dienstwagen, stieg aus und ging zum Kofferraum. Er reichte Semir, der sich zu ihm gesellt hatte, eine der schutzsicheren Westen, die sie sich jetzt beide unter den Jacken anzogen. Das war zwar etwas eng, aber die leuchtende Aufschrift „Polizei“ auf dem Rücken könnte sich bei dieser Aktion als kontraproduktiv erweisen.
Semir blickte zu dem Haus mit dem runden Anbau, und jetzt erkannte auch er, warum der Turm Ayda an einen Leuchtturm erinnert hatte. Er war etwa 15m hoch und hatte einen auffallenden weißen Streifen auf dem ansonsten braun-grauen Betonputz. Kleine LED-Lämpchen erhellten den Turm etwas, so dass die Farbe auch nachts zu sehen war. Alex und Semir machten sich auf den Weg in den Wald. Wie bereits auf dem Foto im Internet zu erkennen gewesen war, war der Waldweg mit einer Schranke gesichert, die aus einem Baumstamm, etwa 20cm im Durchmesser, bestand, welcher auf der einen Seite fest in einer Halterung befestigt war und auf der anderen Seite lose auflag, hier aber mit einem Vorhängeschloss gegen unberechtigte Zufahrten zum Wald gesichert war.
Etwa 1,5 km von der Straße entfernt, erkannten sie ein niedriges Steinhäuschen, welches sich beim Näherkommen als zwei Häuser herausstellte. Denn der linke Teil entpuppte sich als eigenständiges Haus, nicht als Anbau, für den Semir es zunächst hielt. Alex und Semir umrundeten das Anwesen innerhalb der Deckung durch Büsche und Bäume. Dann riss Alex, der zwei Schritte hinter seinem Partner lief, Semir plötzlich auf den Waldboden. „Runter!“, zischte er, „da ist jemand!“
Im Gebüsch versteckt beobachteten die beiden Polizisten, was auf dem Anwesen vor sich ging. Eine Wache schlenderte über die Waldlichtung und näherte sich dem größeren der beiden Gebäude, das gerade von einem anderen Mann verlassen wurde, der ein Tablett in den Händen hielt, auf dem sich drei Becher, eine Kanne, sowie mehrere Kunststoffdosen befanden. „Frühstück“, flüsterte Alex. Semir nickte zustimmend. Die Männer unterhielten sich leise, dann ging der mit dem Tablett weiter in Richtung des kleinen Gebäudes und der andere setzte seinen Rundgang fort.
„Spätestens gleich werden sie wissen, dass Ayda nicht mehr da hier ist und schlagen Alarm. Wir müssen eingreifen“, meinte Semir. Alex nickte. „Ich könnte die eine Wache ausschalten“, meinte er, „und du holst Andrea und Lilly aus der anderen Hütte. Es muss lautlos geschehen, und gleichzeitig, sie dürfen sich nicht gegenseitig warnen.“
Alex wartete nicht erst die Antwort von Semir ab, sondern erhob sich und lief in gebückter Haltung auf die Lichtung, um hinter einem Stapel Feuerholz Deckung zu suchen. Mit dem Rücken an die Holzscheite gepresst, ging er einige Schritte zur Seite und lugte um die Ecke. Sein Gegner war nur etwa vier Schritte von ihm entfernt.
Semir legte noch einige Meter in den Büschen zurück, bis er den kürzesten Weg zu der Hütte hatte, in der sie Andrea und Lilly vermuteten. Er lehnte sich an die Hüttenwand und atmete tief ein. Ein Blick nach oben zeigte ihm den Spalt, den Ayda angesprochen hatte. Die Mauer schloss nicht auf voller Länge mit dem Dach ab, sondern wies einen Abstand von dreißig Zentimetern auf. Das Dach ruhte lediglich auf einigen Holzbalken dieser Stärke. Als Semir um die Hausecke blickte, sah er, wie Alex sich dem Wachmann blitzschnell von hinten näherte, der Mann mit dem Tablett hatte die Hütte fast erreicht.
Semir machte sich bereit zum Angriff.
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Als Hauseigentümer wäre ich aber auch aus dem Haus gestürmt, wenn sich jemand, den ich nicht beauftragt habe, an den Klingelknöpfen zu schaffen macht. Sie hätte sich auch in ein Auto setzen können, oder einfach so herumstehen und in einer Zeitschrift blättern, oder den Eigentümer gleich in den Hausflur bugsieren und ihm dort ihren Ausweis zeigen können.