Beiträge von Yon

    Warum sollte Alex keine 54-jährigen Frauen kennen lernen? Ist doch nichts dabei. Und wenn sie 95 wäre, Hauptsache ist doch, dass die "Helden" ihr eine Menge verdanken und jetzt im Privathaus des Arztes angekommen und sich erst einmal etwas erholen können.

    Die Eltern des an der Autobahn gefundenen Komakindes wähnten ihre Tochter bei ihrer Freundin, machen sich in den Augen der "Helde" aber auch etwas verdächtig, zumindest haben Semir und Ben kein ganz so gutes Gefühl.
    Doch nun bringt Hartmut einen vorbestraften Kinderschänder ins Spiel, vielleicht eine erste Spur?

    Nee, Yon, Laura will als Kronzeugin aussagen!


    Das kommt davon, wenn zwischen Lesen und Feeder 10 Stunden liegen ...

    Berger und Jansen sind vorläufig verhaftet, bzw. zur Vernehmung auf die PAST gebracht worden. Tja, sieht ganz so aus, als könnte der Anwalt selber einen Anwalt gebrauchen können.

    PAST

    Während Semir im Krankenhaus einer hoffentlich schnellen Genesung entgegen schlief, setzte sich Alex in der PAST an den Computer. Er hielt Kontakt mit den Streifenwagen, von denen er sich einen möglichst baldigen Fahndungserfolg erhoffte. Sie hatten nicht gerade viele Fakten: Vier Motorräder, sechs Personen, die eventuell nicht einmal gemeinsam in einer Gruppe anzutreffen sein werden, ein blau-weißer Helm und eine auffällige Lackierung. Und er hatte das Kennzeichen des Transporters, den Sascha vor seiner Werkstatt auf dem Parkplatz beobachtet hatte. Alex gab die Buchstaben-Zahlen-Kombination in seinen PC ein und erhielt kurz darauf ein Ergebnis. »Mist!«, fluchte er laut. Das Auto, das auf die Nummer zugelassen war, war ein weißer Opel Corsa. Das Kennzeichen war also eine Fälschung oder gestohlen. Er gab das Kennzeichen erneut in den Computer ein, um einen Tippfehler auszuschließen, aber das Ergebnis war eindeutig. An den Fahrer des Transporters kamen sie so nicht ran. Oder sollte der eventuell sein Kennzeichen vor den Aktionen einfach vom Opel Corsa an den Transporter angeschraubt haben? Sicherheitshalber notierte sich Alex die Daten, das könnte Susanne am Montag überprüfen. Nicht gerade ein Fahndungserfolg, aber für Alex stand nun fest, dass der Fahrer oder Halter des Transporters Dreck am Stecken hat. Und wenn ein Mann zusammengeschlagen wird, der eine kriminelle Handlung vor seiner Haustür beobachtet hat, muss man schon ein ganz schlechter Polizist sein, um hier keinen Zusammenhang zu vermuten.

    Sechs Männer hatten Sascha und Claudia aufgelauert, sie in eine dunkle Straßenecke bugsiert und Sascha fast zu Tode geschlagen und getreten. Der Totschlag wäre ihnen wahrscheinlich auch geglückt, wenn Semir sie nicht überrascht hätte. Ob sie jetzt von einem Erfolg ihres Überfalls ausgingen? Wie würden sie reagieren, wenn sie erführen, dass Sascha den Angriff überlebt hat und in der Uni-Klinik lag? Benötigte er eventuell Polizeischutz? Die Presse würde am nächsten Tag sicher von dem Überfall berichten und erwähnen, dass das Opfer schwer verletzt in die Klinik eingeliefert wurde. Je mehr Alex darüber nachdachte, desto mehr reifte in ihm der Entschluss, eine Überwachung zu veranlassen.

    Als er sich in den frühen Morgenstunden – nachdem er auf dem Sofa im Büro ein paar Stunden Schlaf gesammelt hatte – in der Küche einen Kaffee holte, hatten die Beamten in der Zentrale noch keine Erfolgsmeldung für ihn. Die Biker waren ihnen trotz der nur Minuten nach dem Überfall angeleierten Fahndung durch ihr Netz geschlüpft. Ein Grund mehr, umgehend für den Schutz von Sascha zu sorgen. Da kamen ihm Jenny und Dieter, die just zu dieser Zeit ihre Frühschicht beginnen wollten, gerade recht. »Morgen Dieter, du ich habe …«, weiter kam Alex nicht, da wurde er von dem hochgewachsenen Polizisten unterbrochen, »Alex? Was machst du denn hier? Ihr habt doch heute frei, ist Semir auch da?« – »Nein, Semir wird auch die nächsten Tage wohl nicht herkommen.« Auf Dieters und Jennys fragende Gesichter hin, schilderte Alex kurz die Geschehnisse der letzten Nacht. Dieter war ja gegen 22:00 Uhr bereits nach Hause gefahren, etwa zwei Stunden vor dem Überfall, und hatte von alldem noch nichts erfahren. »Jetzt müssen wir davon ausgehen, dass Sascha auch im Krankenhaus nicht sicher ist. Darf ich euch bitten, dort für heute Vormittag aufzupassen? Ich kümmere mich im Verlauf des Tages um Ablösung.« – »Weiß die Chefin Bescheid?«, fragte Jenny. »Noch nicht, ich rufe sie später an, jetzt fahrt los, bevor die Nachricht in allen Zeitungen steht.«

    Gegen 9:00 Uhr rief Alex bei Andrea an und war erfreut zu hören, dass es Semir nicht ganz so schlimm ging, wie die Situation am Tatort es noch vermuten ließ. Sie wollte gleich nach dem Frühstück mit den Kindern ins Krankenhaus fahren. Nachdem sie spät in der Nacht nach Hause gekommen war und Susanne sich verabschiedet hatte, hatte sie ganze viereinhalb Stunden Schlaf bekommen, dann standen Ayda und Lilly im Schlafzimmer und forderten Aufmerksamkeit. Die Abwesenheit ihres Vaters nahmen sie zwar wahr, aber das waren sie gewohnt. Aber Andrea entschied sich, sie gleich darüber in Kenntnis zu setzen, dass Semir im Krankenhaus lag, denn schließlich würden sie heute mit hinfahren müssen. Sie wollte nicht schon wieder irgendeine Betreuung organisieren.

    Vorher war es aber auch wirklich zu kurz.
    Maria kommt den "Helden" bei der Verfolgungsfahrt zu Hilfe, und so gelingt es, die Amerikaner zum Stehen zu bringen. So können sie entkommen. Aber Melli, woran erkennt man denn an der Stimme eine über 60-Jährige? Immer diese Anspielungen auf das "beste Alter"!

    Ein Happy End auf jeder Ebene, die Bösen erledigt, alle Beteiligten glücklich und gesund, nur Ben musste doch schon bei seiner Begrüßung Lucky anlügen, denn er wird nicht bei ihm bleiben, sondern sicher bald "heldenhaft" sein nächstes Krankenhausabenteuer zu bestehen haben.
    Ich bin mir sicher, dass die nächste Story morgen beginnen wird, eigentlich ist es doch eine lange einzige Geschichte, und wir haben lediglich einen Kapitelwechsel vor uns.

    Intensivstation

    Einen Mann mit seiner etwa 10-jährigen Tochter, die gerade auf dem Flur den Tod seiner Frau und ihrer Mutter beweinten, die vor wenigen Minuten den Kampf gegen ihre Krankheit verloren hatte, nahm Claudia gar nicht wahr, als sie einen Schritt hinter dem Arzt über den Flur schritt. An diesen ersten Gang als Besucherin auf die Intensivstation würde sie sich später nur noch wie an einen entfernten Traum erinnern können. Sie ahnte noch nicht, dass es der erste von vielen Besuchen auf dieser Station sein würde. Bald würde sie diese gelben Wände, den Wasserspender in der Ecke, den Tresen, der die Station vom Aufenthaltsort der Pflegekräfte trennte, wie ein zweites Zuhause betrachten.

    Doch von der Zukunft ahnte sie in dieser Nacht nichts, als sie die Intensivstation zum ersten Mal betrat. Eine breite Schiebetür trennte den Raum, in dem Sascha lag, vom Gang. Der Raum war in gedämpftes Licht gehüllt. An der rechten Wand standen, durch mobile mit Stoff bezogene Stellwände getrennt, drei Betten, an der linken Wand war eine halbhohe Schrankwand, die als Ablagefläche für zwei flache Bildschirme diente, die zu unsichtbar im Schrank verstauten Computern gehörten. Patientenakten lagen aufgeschlagen neben den Tastaturen und viele Schubfächer beinhalteten allerhand an Material, welches hier auf dieser Station Verwendung fand. Zwei Halogenlampen erleuchteten diese Arbeitsplätze, warfen je einen punktuellen Lichtschein auf jede Tastatur.

    Der Arzt führte Claudia zu dem hintersten Bett, in dem Sascha lag. Das Ärzteteam hatte entschieden, das Aufwachen ihres Patienten noch hinauszuzögern, bis sich seine Werte soweit stabilisiert hätten. So lag er beatmet und reglos in tiefer Narkose, den Kopf dick verbunden, das Gesicht, soweit sichtbar, rot und blau, die Augen zugeschwollen, selbst Claudia hatte Schwierigkeiten, ihn zu erkennen. Sein Körper war lediglich von einem Krankenhauslaken bedeckt, der Brustkorb hob und senkte sich regelmäßig, was er der Maschine neben seinem Bett zu verdanken hatte. Ein Monitor links von seinem Kopfende zeigte eine Reihe von Werten an, Claudia vermutete Blutdruck, Temperatur, Sauerstoffsättigung, die anderen Zahlen konnte sie nicht zuordnen. Auf der rechten Seite war ein Ständer, von dem mehrere Medikamente über Schläuche Sascha zugeführt wurden.

    Schon bald würde sie wissen, welche Mittel es waren, und sie würde auch nicht mehr vor Schreck auffahren, wenn ein Signal ertönte, das die Schwestern aufforderte, einen leeren Spender auszutauschen. Aber als sie jetzt zum ersten Mal diese Station sah, erschreckte sie vor der ganzen Technik und den ganzen Maschinen, von denen das Überleben der Patienten, das Überleben ihres Saschas in der nächsten Zeit abhängen würde.

    Sie trat vorsichtig an das Bett heran und streichelte Sascha über den linken Unterarm, der auf der dünnen Decke ruhte, aufmerksam darauf bedacht, keine der Schläuche oder Kabel zu berühren. Der rechte Arm war mit Hilfe einer Schiene ruhig gestellt. Sascha reagierte nicht auf ihre sanften Berührungen, so gern sie es gehabt hätte. Auch ihre leise Ansprache war mehr für sie selbst gedacht, als für ihren Mann. »Sascha?«, flüsterte Claudia, »ich bin jetzt da. Du schaffst es, hörst du? Du musst es schaffen.«

    ***

    »Hört er mich?«, richtete sie leise eine Frage an den Arzt. Der zuckte mit seinen Schultern. »Ich glaube nicht, dazu ist die Narkose wohl noch zu tief. Aber reden Sie ruhig weiter mit ihm. Das tut auch Ihnen gut.« Der junge Mediziner erklärte Claudia noch die einzelnen Angaben auf dem Monitor und die einzelnen Mittel, die Sascha die Schmerzen nahmen und ihn tief schlafen ließen. »Sie können ihn jederzeit besuchen, wir sind Tag und Nacht hier, ich gebe Ihnen auch unsere Telefonnummer, falls sie sich nach ihm erkundigen wollen. Ihre Rufnummer haben wir ja schon. Wir melden uns, sobald sich irgendetwas an seinem Zustand ändert. Sie sollten aber auch bald nach Hause gehen, Sie werden in der nächsten Zeit ebenso viel Kraft brauchen wie ihr Mann. Aber ein paar Minuten können Sie gerne noch hierbleiben. Wenn Sie mich suchen, ich bin gleich nebenan oder fragen Sie eine der Schwestern oder Pfleger, die finden mich dann schon.« Er drückte Claudia noch ermutigend mit einem Kopfnicken die Hand.

    Claudia blieb noch etwa zwanzig Minuten bei Sascha und redete mit ihm, allmählich entspannte sie sich, und eine bleierne Müdigkeit machte sich bei ihr bemerkbar und hängte sich an ihre Augenlider. Sie gab ihm einen Kuss auf die Stirn zum Abschied, drückte seinen Arm zärtlich, erhob sich von dem Kunststoffstuhl, den sie sich an das Bett gestellt hatte, und verließ die Intensivstation.

    »Mama, ich will nach Hause.« Claudia war wieder im Wartebereich der Klinik eingetroffen, in dem sie ihre Mutter, Andrea und Ben zurück gelassen hatte. Mit der Zeit war die Aufregung der Nacht auch von ihnen abgefallen und hatte Platz gemacht für ein schläfriges Schweigen, dem sie sich hingegeben hatten. Claudias plötzlichen Worte ließ sie alle hochfahren, ihre Mutter stand sofort auf und trat zu ihrer Tochter. »Bringst du mich heim?«

    Ben und Andrea erhoben sich auch langsam von ihren Sitzen. Andrea nahm Claudia in ihren Arm. »Wenn irgendetwas ist, oder ich irgendetwas für dich tun kann, sagst du Bescheid, ja?« Die Umarmung löste in Claudia die lange zurück gehaltene Tränenflut aus, und sie begann in den Armen ihrer Freundin zu schluchzen. Ihre Schultern bebten. Nach einigen Minuten löste sie sich von Andrea, wischte sich mit ihrem Ärmel die Tränen vom Gesicht. »Ich will jetzt nach Hause. Die Kinder … danke, dass ihr hier wart.« Sie schaute dabei Andrea und Ben nacheinander an und wurde auch von Ben noch einmal in den Arm genommen.

    Dann machte Claudia sich mit ihrer Mutter, die einen Arm um ihre Tochter gelegt hatte, auf den Weg nach Hause, wo ihr Vater mit den beiden Kindern wartete, welche den Abend, den Vorfall und die Nacht friedlich verschlafen durften. Claudia wusste, dass sie etwas Schlaf brauchte, um die nächste Zeit gut zu überstehen. Am Vormittag wollte sie wieder in die Klinik kommen.

    Saschas Eltern und Schwester musste sie auch noch anrufen, das würde sie gleich nach dem Frühstück machen, Herr und Frau Mirnov befanden sich im Urlaub in der Toskana und würden sich sicher gleich auf die Rückreise nach Köln machen. Vorher brauchte sie selbst aber noch ein paar Stunden Schlaf, wenn es ihr denn gelänge, einzuschlafen.

    »Komm, Andrea, ich bring dich nach Hause«, riss Ben Andrea aus ihren Gedanken. »Hmm. Wir müssen Claudia im Auge behalten. Das Ganze könnte ihr über den Kopf wachsen. Ich werde morgen wieder nach ihr sehen.« – »Wir werden sie alle unterstützen, aber jetzt brauchen dich auch deine Kinder, Susanne wird auch wissen wollen, wie es Semir und Sascha geht.«

    Einem Arzt, der Semir und Alex seinen A8 leiht, das DU anzubiten, ist wohl das mindeste, das getan werden muss. Er nennt ihnen auc die Adresee, so dass sie jetzt einen Unterschlupf haben.
    Hat ein A8 kein eingebautes Navi? Egal, Alex hat ja sein persönliches, ich vermute mal, Maria?

    Semir erholt sich jetzt hoffentlich von der Unterkühlung und dem Eingesperrtsein, damit er Ben bei der weiteren Aufklärung helfen kann. Ben erhofft sich derweil Unterstützung von seiner Nachbarin, bin gespannt auf seinen Plan.

    Semir bekommt nun wenigstens rechtzeitig die richtige Behandlung und wird diese Krankheit bald überwunden haben.
    Auch Lucky hat den Glückstreffer gelandet und wartet schon in der Wohnung seines neuen Herrchen, der nun sicher bald entlassen werden kann.
    Lediglich Marek in Polen hat noch einen Kampf vor sich. Aber auch ihm kann jetzt geholfen werden. Sieht alles gut aus.

    Uni-Klinik

    »Was ist denn das für ein Auto?«, fragte Andrea, als sie in dem schwarzen VW Touareg Platz nahm. »Ein Leihwagen von Sascha, meiner ist zur Inspektion in seiner Werkstatt.« Andrea nickte. »Was wird jetzt aus seiner Firma? Ich meine, es kann doch sicher einige Zeit dauern, bis er wieder ganz fit ist«, fragte sie besorgt. »Sascha hat gute Mitarbeiter, die werden den Betrieb am Laufen halten. Und im Büro kennt sich eh Claudia am besten aus.« Sie schwiegen die weitere Fahrt über bis zur Uni-Klinik. Dort sagte man ihnen am Empfang, dass Sascha zurzeit im OP wäre und seine Frau im dritten Stock im Wartebereich anzutreffen sei. Dort fanden sie Claudia zusammen mit einer älteren, rüstigen Dame auf den mit Kunstleder bezogenen Stühlen.

    Als Andrea und Ben eintraten, stand sie auf und begrüßte Andrea mit einer stummen Umarmung. »Weißt du schon was?«, fragte sie leise. Claudia sagte dazu nichts, ihrem Gesicht waren die Sorgen um ihren Mann deutlich anzusehen. »Das ist meine Mutter«, stellte sie ihre Begleiterin vor, »Mama, das sind Andrea und Ben, Freunde von uns. Andreas Mann ist heute auch niedergeschlagen worden, er kam Sascha zu Hilfe. Wie geht es Semir?«, richtete sie nun eine Frage an Andrea. Andrea zögerte. Sie hätte ihrer Freundin gerne erleichtert erzählt, dass es Semir recht gut ginge und er vielleicht schon übermorgen wieder nach Hause käme, wollte aber angesichts der Tatsache, dass Claudias Mann zur selben Zeit im OP um sein Leben kämpfte, nicht zu erleichtert wirken. Aber musste sie sich dafür schämen, dass Semir dieses Mal offensichtlich Glück gehabt hatte? »Recht gut«, antwortete sie daher etwas einsilbig, »Und Sascha?«, fragte Ben, um das drohende Schweigen zu verhindern. »Sie operieren noch. Schweres Schädel-Hirn-Trauma, Knochenbrüche im Gesicht, Rippenbrüche, ein Arm ist gebrochen ….«, Claudia wurde bei der Aufzählung immer leiser und schließlich erstarb ihre Stimme ganz, und Andrea nahm sie etwas fester in ihre Arme. Sie führte sie zurück zur Sitzbank und nahm mit ihr Platz. Auch Claudias Mutter rückte näher ran und strich ihrer Tochter sanft über den Rücken. Ben setzte sich neben Andrea. Für lange Zeit fiel kein Wort.

    Als ein Arzt den Wartebereich betrat, schaute niemand auf. Er räusperte sich und fragte dann: »Frau Mirnov?« Claudia zuckte zusammen. »Ja?«, fragte sie und löste sich aus Andreas Armen. Vier neugierige Augenpaare blickten dem ernst dreinblickenden Weißkittel entgegen. Der sprach frei heraus, merkte, wie vertraut die Gruppe war, und dass es hier nicht erforderlich war, Claudia für das Gespräch auf die Seite zu bitten. »Die Operation ist zunächst zufriedenstellend verlaufen. Wir haben Ihren Mann auf die Intensivstation gebracht. Von einem Erfolg zu sprechen wäre noch etwas zu früh, aber leise Zuversicht ist schon erlaubt. Jetzt kommt es darauf an, wie er sich die nächsten Stunden und Tage erholt.« – »Kann ich zu ihm?«, wollte Claudia wissen. »Sie alleine ja, und kurz, das geht wohl. Kommen Sie ruhig mit.« Sie nickte und verließ mit dem Arzt den Wartebereich und ging langsam über den gelb gestrichenen Flur in Richtung des Zimmers, in das Sascha nach der Operation gebracht worden war.

    Hier ist der Trailer:

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    Wie gut, dass Andrea einen Arzt gerufen hat, der Semir gleich mal ins Krankenhaus einweist. Und der, der sich kaum auf seinen Beinen halten kann, wollte noch selbst fahren? Jetzt bin ich mal auf die Laborwerte gespannt.
    Wenn das auch von dem Gift kommt, das dem Hund gegeben wurde, müsste es dann nicht auch Marek schlecht gehen?

    Das habe ich mich auch gefragt, war das nicht eine Klappe oder eine Tür? Ich habe jetzt nicht mehr nachgelesen.
    Aber egal - Semir ist gefunden, gerettet und zurück auf Station. Andrea weiß auch Bescheid und ist von Kim abgeholt worden.
    Jetzt sollten aber die Ermittlungen mal weiter gehen. Ist die Polizei schon weiter gekommen?

    Semir im Krankenhaus

    Semir lag mit leicht erhöhtem Oberkörper dösend im Bett, als Andrea und Ben nach Zimmer betraten. Als sie ihn aber leise ansprach, wandte er sofort seinen Kopf in Richtung der Besucher und öffnete seine Augen. Semir lächelte, doch nur kurz, und klopfte auf seine Bettdecke neben sich. Andrea setzte sich auf die Bettkante, nahm Semirs Hand in ihre und gab ihrem Mann einen Kuss. »Schatz, wie geht es dir? Hast du Schmerzen?« – »Nein, sie haben mir was gegeben dagegen«, er sah hoch zu Ben, der neben Andrea stand, »habt ihr sie?« – »Alex ist dran, die Fahndung läuft.« – »Und Sascha?« Andrea und Ben sahen sich schweigend an, so dass Semir nervös wurde, »Ist er…?« – »Nein, er lebt, sie haben ihn in die Uni-Klinik gebracht. Wir wissen noch nicht, wie es ihm geht, fahren aber gleich hin?«, zerstreute Ben Semirs Befürchtungen. »Der Arzt meinte, du sollst 4-5 Tage hier liegen bleiben, bis sie ganz sicher sind, dass keine Komplikationen mehr auftreten. So eine Schwellung kann auch verspätet auftreten. Ich bring dir morgen«, Andrea sah auf die Uhr, »das heißt nachher ein paar Sachen.« – »Hmm«, lautete Semirs Antwort, »4-5 Tage? So lange?« – »Ja, Semir, mindestens«, behauptete Andrea, »ich denke du solltest jetzt schlafen, ich komme dann gegen Mittag wieder.« Semir nickte müde und schloss die Augen. Andrea verabschiedete sich mit einem Kuss und erhob sich von der Bettkante. Ben berührte nur kurz Semirs Schultern. »Mach’s gut Partner, bis später!«

    Draußen auf dem Krankenhausflur lehnte sich Andrea an die Wand und blickte Ben ins Gesicht. »Warum, Ben?«, fragte sie, »warum muss Semir ständig etwas zustoßen? Irgendwo passiert etwas, und er ist mittendrin. Warum können wir nicht einen Abend mit unseren Freunden verbringen, ohne dass etwas passiert?« Ben schwieg. »Ben?« – »Andrea, ich habe darauf keine Antwort parat, tut mir leid. Es liegt wahrscheinlich daran, dass Semir die Dinge um sich herum nicht einfach geschehen lässt, sondern sich einmischt. Er hätte auch mit dir auf der Bank sitzen bleiben können. Dann wäre er jetzt nicht hier.« – »Aber dann wäre Sascha vermutlich jetzt tot«, warf Andrea entrüstet ein, »das war Claudia, die da geschrien hat, Ben. Aber auch wenn es eine unbekannte Stimme gewesen wäre, wären wir doch nicht sitzen geblieben.« Sie drückte damit auch Bens Gedanken aus. »Genau, das wäre niemand von uns, Andrea. Und wer sich einmischt, begibt sich in Gefahr. Das ist unser Risiko.« Semirs Einschreiten hatte ihm zwar eine saftige Gehirnerschütterung eingebracht, aber wahrscheinlich Saschas Leben gerettet, so er es denn überlebt. Dann fiel ihm noch etwas anderes ein, was er eben im Krankenzimmer nicht ansprechen wollte.

    »Andrea? 4-5 Tage? Der Arzt sagte doch etwas von 2-3 Tagen.« – »Ja, aber das muss Semir ja nicht wissen.« Als Andrea Bens fragenden Blick sah, erklärte sie: »Wenn Semir von 4-5 Tagen ausgeht, hält er die 2-3 Tage viel besser durch und wertet es als großen Erfolg, wenn er die Ärzte auf 2 Tage herunterhandeln kann. Sage ich ihm jetzt 2-3 Tage, hält er nur bis morgen Abend durch, davon kannst du doch wohl ausgehen.« Ben schüttelte lachend den Kopf. »Ihr Frauen seid so clever!« Dem konnte Andrea nur zustimmen.

    Ein Blick auf die Uhr, die über der Tür zur Station hing, verriet ihnen, dass es mittlerweile 2 Uhr nachts war. »Soll ich dich nach Hause fahren, Andrea?«, bot Ben an. »Ich möchte erst noch nach Claudia sehen und wissen, wie es Sascha geht. Fahren wir gemeinsam in die Uni-Klinik?«

    Ich bin - da bin ich hier wahrscheinlich in der Minderheit - eh kein Freund von Autorennen und dem ganzen Rennzirkus, Boxengasse, Frauen als schmückendes Beiwerk usw ... und außerdem mag ich - und das teile ich wohl mit den meisten hier - die Auftritte von prominenten Nicht-Schauspielern absolut nicht. Wobei Ralf S. seine Sache noch wesentlich besser gemacht hat, als damals Lothar M. (das war wohl auch der Tiefpunkt in dieser Hinsicht). Da beides bereits im Trailer und der Vorschau zu sehen war, hatte ich eine entsprechende Vorahnung.

    Zur Story ist hier eigentlich alles gesagt worden, ein toller Unfall, eine Explosion, eine Verfolgung, Rettung in letzter Minute ... das musste irgendwie in die Story eingebaut werden, entsprechend konstruiert wirkte sie. Und die Zuständigkeit der Autobahnpolizei - geschenkt!
    Am besten hat mir noch der gut dosierte Humor gefallen, Sprüche wie "Keine Angst, wir fahren defensiv", "Du hast sie ausgebuddelt, da kannst du dich auch um sie kümmern" und "Gerkhan, machen Sie nicht noch mehr kaputt" gefallen mir, aber auch diese waren zum Teil bereits im Trailer enthalten.
    Was mir gefehlt hat, war der Anschluss an die letzte Staffel, ich hätte mir ein Aufgreifen des Dana-Themas gewünscht, die Folge hätte zum Beispiel bei Semir zuhause beginnen können, bevor Alex und Semir zur DTM aufbrechen.

    Das wirklich beste an der Folge ist: Die Frühjahrsstaffel hat endlich begonnen!

    Semir ist die Flucht mit Nicole aus dem Krankenhaus gelungen. So ist sie nicht in Gewalt des amerikanischen Arztes geraten. Glück gehabt. Doch wohin will er und Alex mit ihr fahren? So richtig fit ist sie ja noch nicht.

    Na endlich sagt mal jemand was, und zufällig bekommt Ben das mit. Aber wer bitte glaubt denn noch an Geister?

    Jetzt wird die Suche nach Semir endlich wieder aufgenommen und die Tiefgarage untersucht.
    Was ich mich frage ist, wie die Entführer das Versteck haben finden können, wenn niemandem bisher diese Klappe oder Tür oder was auch immer es ist, aufgefallen ist.