Beiträge von Yon

    So einen Abschied hätte ich mir für Hotte damals auch gewünscht, die gesamte PAST-Familie bei der Beerdigung, eine schöne Rede von Semir …

    Der Anschlag Hofers aus dem Hinterhalt, die anschließende Jagd, ohne Rücksicht auf das eigene Leben, der zweite Teil fängt so rasant und spannend an, wie der erste Teil aufhörte. Hofer kann (natürlich) entkommen. Super Zitat: „Ich will nicht noch ein Freund verlieren“
    Die anschließende Diskussion in der PAST zeigt, wie angegriffen die gesamte Belegschaft von Dieters Tod ist. Da ist es auch Semir nicht zu verdenken, dass er im Laufe der Folge mehrfach auf Hofer einschlägt.

    Alex Fürsorge gegenüber Jenny, auch sehr schön, hervorzuheben natürlich die Szene unter der Dusche – die Familie hält halt zusammen.

    Dann überschlagen sich die Ereignisse, Jennys Entführung, Hofers „Flucht“, Giftgasanschlag im Eishockeystadion (den ich etwas weit hergeholt fand), Jennys Beinahe-Ertrinken und Rettung durch Semir (die Strömung des Rheins wurde kurzerhand mal zum Erliegen gebracht, da liegt nichts ruhig am Grund und mal eben runtertauchen, ist auch nicht möglich), der Kampf von Alex gegen Hofer, der sich zum Schluss als wahrer Psychopath zeigt, der Tod Hofers (ein anderes Ende hätte ich auch nicht ertragen können), Jennys für mich etwas plötzliche starrsinnige Reaktion auf ihre Retter – fast ein bisschen zu viel.

    Der neue Staatsanwalt und die Psychologin haben mir in ihren Rollen gut gefallen. Die Psychologin wird sicher noch einiges zu tun bekommen. Hoffentlich kann auch Jenny sich ihr anvertrauen.

    Nicht so überragend wie der erste Teil, aber doch sehr ordentlich. Ich bin gespannt, wie die Verarbeitung des Traumas in den nächsten Folgen fortgesetzt wird.

    Mensch Ben, jetzt mach nicht wieder den selben Fehler, wie beim letzten Undercover-Einsatz. Ich halte schon einen Besuch in der KTU für grenzwertig, aber ein Treffen mit Semir nach Feierabend und jetzt auch noch in der PAST, das könnte verhängnisvoll werden. Undercoder ist ein fulltime-Job! Aber auf diese Anmerkung hat er schon letztes Mal nicht gehört.
    Und diesen "Digitalisierer" sollte er mal überprüfen lassen, der ist bestimmt nicht in den Personalakten vorhanden, die Ben Hartmut gegeben hat. Und auf der Etage der Büros hat er im Grunde nichts verloren. Was hat denn der Stumpf jetzt?

    Ihm nach!

    Die Fahrt ging über die Autobahn Richtung Süden. Alex hatte das Funkgerät nicht eingeschaltet, es war ja keine Einsatzfahrt. Er wollte lediglich aus reiner Neugier und etwas beruflichem Interesse wissen, wohin der Transporter wohl fahren würde. Das Kennzeichen des Mercedes würde ihnen Susanne am nächsten Tag gemeinsam mit den anderen Kennzeichen, die sie auf den Überwachungsvideos festgestellt hatten, den jeweiligen Haltern zuordnen. Aber der Transporter war der große Unbekannte, das Kennzeichen war gefälscht, und jetzt hatte Alex die einmalige Gelegenheit, etwas über den Halter und dessen Adresse herauszufinden.

    Nach etwa einer Stunde Fahrt bog der Transit von der Autobahn auf die Landstraße ab. Alex war dankbar, als sich andere Autos zwischen den Transporter und seinen Dienstwagen setzten, so fiel seine Verfolgung nicht weiter auf. Er wusste nicht, ob der Fahrer des Transporters zu seiner Heimatadresse hin unterwegs war oder zu einem anderen Auftrag, vielleicht war er sogar unterwegs nach Südfrankreich? Wie lang sollte er ihm hinterher fahren? Alex setzte sich 21:00 Uhr als Limit, dann würde er den Kollegen aus der Region Bescheid geben und ihn in eine Routine-Polizeikontrolle lotsen, bei der dann das Kennzeichen auffliegen würde. Aber dann hätten sie nur diesen einen Fahrer und nicht dessen Komplizen. Sascha war von sechs Männern überfallen worden, Alex wollte jeden einzelnen dieser sechs Männer hinter Gittern oder zumindest vor dem Richter sehen.

    Allmählich meldete sich dann aber doch bei ihm das schlechte Gewissen, er hätte sich gerne bei Lena gemeldet, die er nun erneut versetzte, und das nur, weil er sein Handy im BMW gelassen hatte. Kurz überlegte er, sich über Funk zu melden, verwarf diesen Gedanken dann aber wieder, weil ansonsten sein Alleingang aufgeflogen wäre.

    Kurz vor neun, die Dämmerung hatte sich schon über das Land gelegt, bog der Transporter auf einen sandigen Feldweg ab und entfernte sich, eine dichte Staubwolke hinter sich herziehend. Alex lenkte den Mercedes etwa 100m hinter der Abzweigung auf eine einsame Bushaltestelle für Schulbusse. Er verfolgte die Staubwolke noch eine ganze Weile und suchte in seinem Navigationsgerät nach möglichen Fahrtzielen. Der Sandweg führte zu einem größeren Gutshof, bestehend aus mehreren Gebäuden, die um einen Hofplatz herum angeordnet waren. Felder, Knicks und kleinere Baumbestände umgaben das Anwesen. Der Sandweg war die einzige Zufahrt zu dem Gehöft, dort musste das Ziel des Transporters liegen.

    Alex ließ sich seine Möglichkeiten durch den Kopf gehen, überlegte hin und her. Es war absolut unvernünftig, hier alleine ohne Rückendeckung weiter ermitteln oder beobachten zu wollen. Wenn der Fahrer des Transportes, wovon er fest ausging, in eine Straftat verwickelt war und er und seine Komplizen auch vor Mord nicht zurückschreckten, dann war es in höchstem Ausmaß gefährlich, was er hier tat. Aber meldete er sich über Funk, wäre hier gleich ein großes Polizeiaufgebot und würde die Gangster aufschrecken. Was war denn dabei, nur kurz zu schauen, ob der Transporter wirklich auf den Hof gefahren war, dort stand und vielleicht der Fahrer noch durch ein Fenster zu sehen war? Vielleicht könnte er ein Namensschild erkennen und mehr über den oder die Bewohner in Erfahrung bringen?

    Dann würde er auch gleich wieder nach Köln zurückfahren. Sie würden am nächsten Tag dem Hof einen offiziellen Besuch abstatten. Dazu war es jetzt schon zu spät. Mittlerweile war es dunkel geworden, die Tage jetzt im Frühsommer waren doch noch recht kurz. Alex startete den Motor seines Dienstwagens und ließ den Mercedes langsam und unbeleuchtet den Sandweg bis zum Anwesen hinabrollen, wo er im Schutze eines Gebüschs anhielt. Er kramte ein Fernglas hervor und begann, die Umgebung vom Fahrersitz aus zu beobachten.

    Das Haupthaus war hell erleuchtet. Alex konnte gut durch die nicht verhangenen Scheiben der großen Fenster blicken, er zählte neben dem Fahrer des Transporters weitere sieben Männer und drei Frauen in dem großen Saal. Im Obergeschoss hielten sich weitere Personen auf, hier war der Blickwinkel aber so ungünstig, dass Alex nur hier und da mal einen Haarschopf erspähen konnte. Er war sich bald sicher, dass der Fahrer hier beheimatet und nicht nur zu Besuch war.

    Suche nach Alex

    Gegen 20:00 Uhr kam der Anruf von Dieter Bonrath, den Semir gleich nach dem ersten Klingeln entgegen nahm. Alex war mittlerweile drei Stunden überfällig.

    Andrea hatte sich mit den Kindern eine halbe Stunde früher verabschiedet. Am nächsten Tag war wieder ein normaler Schul- und Kindergartentag, und Ayda und Lilly sollten nicht aus ihrem gewohnten Rhythmus gerissen werden.

    »Ja, Semir.« – »Hier Bonrath, also Semir, dein BMW steht hier auf dem Parkplatz zwischen den LKWs, ein ganzes Stück von der Werkstatt entfernt.« – »Und von Alex keine Spur?«, vermutete Semir. »Nein, er ist nicht im Auto.« – »Und sonst auf dem Parkplatz?« – »Ich habe mich noch nicht umgeschaut.« Semir atmete hörbar ein und aus. »Tust du das denn bitte? Auch auf der Raststätte und bei Saschas Werkstatt? Und melde dich, wenn du fertig bist.« ‚Muss ich wirklich alles selber machen?‘, dachte er noch, da fiel ihm plötzlich etwas ein und er rief Bonrath wieder an. »Dieter? Prüf doch bitte zu allererst, ob Alex‘ Mercedes noch bei Sascha steht.« – »Aber Sascha ist doch in der Klinik.« – »Dieter! In der Werkstatt natürlich! Der Wagen ist am Freitag von Sascha abgeholt worden, vielleicht ist er schon fertig geworden, und Alex ist mit ihm weiter gefahren.«

    Dieter schritt zügig in Richtung Werkstatt, wo Georg gerade Feierabend machte und das Feld der Nacht-Bereitschaft des Pannendienstes überließ. »Alex? Ja, der war hier«, gab er Auskunft, »der Mercedes war gerade fertig geworden, ich hatte ihn schon vor das Tor gefahren und ihm Schüssel und Papiere übergeben. Er muss dann mit ihm weggefahren sein, denn«, er wies auf den für Kunden reservierten Parkplatz, »da steht er nicht mehr.«

    Als Bonrath Semir die Nachricht durchgegeben hatte, gab dieser ihm sofort den Auftrag, Alex über Funk zu erreichen. Der Versuch war leider nicht von Erfolg gekrönt. So schickte Semir den Uniformierten zurück in die PAST. Was hatte Alex nur vor? Hatte er bei Saschas Werkstatt den Transporter wieder gesehen und war ihm gefolgt? Das jedenfalls hätte Semir getan. Irgendwas war da faul, das sagte ihm sein Bauchgefühl. Der Mercedes könnte von ihnen geortet werden, kurz fiel ihm ein, Bonrath und Jenny zu schicken oder mit Kim Krüger zu sprechen, diese Gedanken verwarf er aber schnell wieder. Dann kam ihm eine Idee. Er würde selber nachsehen, es war gerade kurz nach acht, bis zum Wecken würde keiner mehr in sein Zimmer kommen, wenn er selber keinen Alarm auslöste, und bis dahin wäre er längst wieder da. Und er wusste auch schon, wer ihn zu Alex bringen würde.

    So ein "Geheimausgang" kann auch ein Alibi sehr gut unterstützen. Wie oft ist denn der Chef außer Haus, während die Vorzimmerdamen denken, er sein in seinem Büro?
    Nach außen scheint alles piekobello zu sein in dieser Firma, bin gespannt, wann Ben etwas auffällt. Aber wahrscheinlich fällt er selber vorher auf.
    @susan: Ich meinte damit nicht, dass Ben jeden Anzug anprobiert haben muss, sondern meinte lediglich das Wissen um die Esistenz dieser Kleidungsstücke in seinem Schrank, anscheinend öffnet er ihn wirklich nie.

    Beobachtung

    Noch während Alex von Düsseldorf aus mit Lena telefonierte, machte sich sein Handy mit dem allzu bekannten Piepen bemerkbar, das die schwindende Akku-Leistung ankündigte. Er kramte aus dem Handschuhfach ein Ladekabel hervor und schloss sein Mobiltelefon an den Zigarettenanzünder zum Aufladen an.

    Die Fahrt in Richtung Köln verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle. Es war relativ wenig Verkehr auf der Autobahn. In wenigen Stunden würde sich das ändern, zuerst würden die Wochenendpendler nach einem bei ihren Familien verbrachten Wochenende über die Autobahn zurück an die Orte ihrer Arbeitsstätten strömen, ab 22:00 Uhr kämen dann noch die durch das Sonntagsfahrverbot ausgebremsten LKWs hinzu, die momentan noch auf den Parkplätzen am Rande der Autobahnen ausharrten.

    Erst als der Rastplatz ausgeschildert wurde, auf dem sich Saschas Werkstatt befand, entschied sich Alex für den kleinen Umweg. Die Werkstatt lag zwar auf der gegenüberliegenden Seite, da hier aber eine Abfahrt in der Nähe war, war sie auch aus der Fahrtrichtung Nord-Süd über die dort befindliche Brücke gut erreichbar. ‚Gucken kostet ja nichts‘, dachte sich Alex und lenkte den BMW auf die Ausfahrt. Im Grunde wusste er nicht, wie er reagieren sollte, würde er tatsächlich etwas bemerken, aber er rechnete eigentlich auch nicht mit dem, was er erblickte, als er auf den Parkplatz fuhr:

    Da wo vor wenigen Stunden noch gähnende Leere herrschte, stand jetzt der von Sascha beschriebene Transporter. Es handelte sich um einen älteren Ford Transit. Daneben stand ein schwarzer Mercedes der E-Klasse mit getönten Scheiben.

    Alex fuhr weiter auf den belebten Parkplatz und stellte den Dienstwagen zwischen den LKWs ab, dann schlich er sich auf der dem Transporter abgewandten Seite des Werkstattgebäudes zurück. Seine Neugierde war geweckt. Vergessen war der Vorsatz, mit Kim Krüger zu sprechen und mit einem ganzen Team die Beobachtung vorzunehmen. Er wollte jetzt sehen, was hier abging. Alex betrat die Werkstatt durch die große Schiebetür. Georg, der ihm am Vortag die DVDs ausgehändigt hatte, legte gerade letzte Hand an Alex‘ Mercedes. »Alex! Kannst du hellsehen? Ich bin gerade fertig geworden, er sieht jetzt aus wie neu. Willst du ihn gleich mitnehmen?« – »Das wäre super, geht aber nicht, ich bin alleine und kann schlecht mit zwei Dienstwagen zurückfahren. Stell ihn mir doch vor die Halle, ich lass mich dann wieder herfahren. Du kannst mir ja schon die Schlüssel und die Papiere geben. Du, ich muss kurz ins Büro, geht doch in Ordnung?« Georg stand das Fragezeichen auf der Stirn geschrieben, und Alex fügte eine Erklärung an. »Der Transporter ist da, und ich will kurz sehen, ob ich mehr erkennen kann, als eure Überwachungskamera.« Georg nickte. »Nur zu. Ich bring dir gleich den Schlüssel.« Er wischte noch mit einem Lappen einen Fettfleck vom Lack des Dienstwagens, fuhr ihn dann aus der Halle und ging mit dem Schlüssel zurück in Richtung Büro.

    Dort hatte Alex Position am Fenster bezogen. Das Kennzeichen des Mercedes‘ hatte er sich schon notiert. Zunächst tat sich nichts, kein Mensch war zu sehen. Georg brachte ihm zwischenzeitlich seinen Wagenschlüssel und die Papiere, Alex unterschrieb die Übergabe, die Rechnung würde direkt an die Dienststelle geschickt werden. Dann wurde Alex‘ Aufmerksamkeit wieder von den beiden Autos auf dem Parkplatz in Anspruch genommen, denn es öffnete sich die Schiebetür des Transit und vier Personen betraten den Asphalt, zwei ältere Männer, offensichtlich die Fahrer beider Wagen und zwei junge Frauen, beide schwarzhaarig, etwa 20 Jahre alt. Einer der Männer machte auf Alex einen sehr gepflegten Eindruck, frisch rasiert und frisiert, schwarze Anzugshose mit weißem Hemd und einer dezent gestreiften Krawatte. Er verabschiedete sich von dem anderen Mann, der eine blaue Jeans und eine braune Lederjacke über seinem Rollkragenpullover trug, die längeren braunen Haare waren zu einem kleinen Zopf gebunden. Die Frauen trugen bunte Kleider und jeweils eine kleinere Reisetasche in ihren Händen, sie gingen mit dem ersten Mann zum Mercedes, stiegen ein und fuhren ab.

    Dann setzte sich auch der Andere im Transporter hinter das Lenkrad und startete den Motor. Das wäre jetzt der Moment, in dem Alex noch hätte Feierabend machen können, aber es interessierte ihn einfach zu sehr, wo dieser Transporter wohl jetzt hinfahren würde. Er verließ seinen Posten hinter dem Fenster des Werkstattbüros und ging zurück durch die Werkstatt, wo er Georg noch einen Abschiedsgruß zurief. Der Mercedes-Schlüssel brannte in seiner Hand, der Wagen stand direkt vor ihm. Und eigentlich wäre es doch egal, welchen Wagen sie hier später abholten. Er setzte sich in seinen gewohnten Dienstwagen und fuhr dem Transporter nach. Erst ein paar Hundert Meter weiter fiel ihm ein, dass sein Handy im BMW lag. Aber gut, es musste halt auch mal ohne gehen, vielleicht war die Fahrt ja auch gar nicht so weit.

    Sehr interessante Geschichte und endlich ist auch Alex mal wieder dabei.
    Meistens ist ja noch Ben der Partner von Semir.

    Meistens, aber nicht immer ;) , die Alex-Geschichten werden mehr.
    Semir eilt ins Krankenhaus, nachdem er den Namen des Verletzten erfahren hatte. Ich bin gespannt, wie es Ben geht, er wird doch überleben?

    Die letzten Undercover-Einsätze haben Ben direkt in sein zweites Zuhause gebracht, und jetzt entscheidet er sich wieder dafür? Na dann wird es ja nicht mehr lange dauern ....
    Zumindest wird er als Architekt nicht auffallen, wenn er im Porsche vorfährt oder am Wochenende mit Familie gesehen wird.
    Lustig finde ich, dass Ben nicht weiß, dass er Anzüge im Schrank hat, sind die in einem Geheimfach, oder legt Sarah ihm abens die Sachen raus, die er anziehen soll?

    Erste Sorgen

    Lena wartete die angekündigte Stunde. Sie wartete auch zwei Stunden. Aber Alex kam nicht. Schließlich rief sie ihn an und hinterließ eine kurze Nachricht auf seiner Mobilbox, als er sich nicht meldete. Alex wollte doch nur von Düsseldorf aus zu ihr nach Köln fahren, dazu waren doch keine zwei Stunden erforderlich. Und im Stau würde er an einem Sonntagnachmittag auch nicht stehen. Was war ihm nun wieder in die Quere gekommen? Und warum hatte er sich nicht bei ihr gemeldet und seine Verspätung angekündigt? Ihr kam eine Unterhaltung mit Andrea, der Frau von Alex' Partner Semir, in den Sinn, deren Beziehung unter anderem an diesen Unverlässlichkeiten beinahe zerbrochen wäre und die sich erst kürzlich wieder zusammengerauft hatten. Andrea hatte ihr erzählt, sie würde nun die Unverlässlichkeit von Semirs Job nicht mehr als Fehler sondern als Normalität und die geringe gemeinsame Zeit als Geschenk betrachten. Und Lena fand, dieses sei eine passable Art, mit dem Beruf ihres Mannes umzugehen.

    Andrea hatte die Erfahrung gemacht, dass ihr das Gras auf Nachbars Grundstück zwar saftig grün und verlockend erschienen war, jedoch aber einen äußerst faden und bitteren Beigeschmack hatte.

    Aber Verlässlichkeit hin oder her, anrufen hätte Alex wenigstens können. Das hatte er bislang zumindest immer getan. Sie kannten sich zwar erst seit ein paar Monaten, aber Lena war sich sicher, dass in dieser Hinsicht auf ihren neuen Lebenspartner Verlass war. Und wenn - sie fürchtete sich vor diesem Gedanken - ihm etwas zugestoßen war? Vielleicht war er nicht in der Lage zu telefonieren, weil er ... Nein, diesen Gedanken wollte sie nicht zuende denken. Aber sie wollte Gewissheit haben und wissen, woran sie war. Der einzige, der ihr zu fragen einfiel, war Alex' Partner Semir, aber der lag im Krankenhaus. Ob Andrea ihr weiterhelfen konnte?

    Andrea saß mit Ayda und Lilly am kleinen Tisch in Semirs Krankenzimmer. Die beiden Kinder waren aufgekratzt. Sie hatten gerade erfahren, dass sie nach den Herbstferien wieder jeder ihr eigenes Zimmer bekommen sollten. Jetzt malten sie es sich in den schönsten Farben aus, als ob sie gar nicht erwarten konnten, sich voneinander zu trennen. Andrea und Semir mussten schmunzeln, als sie dem Gespräch ihrer Töchter lauschten. Sie wussten, dass auch getrennte Zimmer sie nicht davon würde abhalten können, auch weiterhin gemeinsam desöfteren in einem Bett zu schlafen.

    Semir lag angezogen auf dem Bett, eben hatte er sogar einen Spaziergang mit seiner Familie durch den kleinen Park des Krankenhauses unternommen, ihm ging es jetzt wesentlich besser, als noch am Morgen desselben Tages. Auch die Ärzte sahen einer Fortsetzung der Erholung in den eigenen Wänden bald nichts mehr im Wege stehen. Andrea und er überlegten gerade, wohin sie denn während der Umbaumaßnahmen in ihrer Wohnung »auswandern« könnten, als Andreas Handy klingelte. Sie zog es aus ihrer Handtasche, wunderte sich ein wenig, dass der Anruf von »Unbekannt« kam und nahm den Anruf entgegen. »Gerkan, mit wem spreche ich? ... Lena, du? ... vor zwei Stunden? Das ist in der Tat ungewöhnlich. ... Ja, ich werde mal sehen, was ich machen kann, es wird sich sicher alles aufklären. Mach dir keine zu großen Sorgen.« Sie schaute in Semirs fragendes Gesicht. »Alex hatte Lena zugesagt, sie in einer Stunde abzuholen, das ist jetzt über zwei Stunden her. Zwei Stunden fährt man doch nicht von Düsseldorf nach Köln, oder? Und sie kann ihn auch nicht erreichen.« Semir verdrehte die Augen. »Dunkle Wolken am Beziehungshimmel? Wo ist mein Telefon?« - »In deinem Nachttisch.« Semir beugte sich zur Seite, zog die Schublade auf und das Handy daraus hervor. Er probierte zunächst seinen Partner zu erreichen, hatte aber genau den gleichen negativen Erfolg wie Lena und hinterließ ebenfalls einen kurzen Spruch auf Alex' Mailbox. Das war in der Tat ungewöhnlich, denn sie waren eigentlich, sofern sie dienstlich unterwegs waren, stets mobil zu erreichen.

    Semir rief in der PAST an. Nachdem nun das Innenstadtrevier die Überwachung in der Uni-Klinik übernommen hatte, traf er Bonrath im Büro an. »Hallo Bonrath, ich hab ... Danke, besser ... wahrscheinlich morgen ... aber weshalb ich anrufe, ich suche Alex, er ist heute nach Düsseldorf gefahren und sollte längst wieder hier sein ... was? Mit meinem Auto? Mensch Dieter, das könnt ihr doch orten. Stell doch bitte mal fest, wo es sich gerade befindet ... Ja, ich warte ... Bitte? Bei Saschas Werkstatt? Bist du dir ganz sicher? Dann tu mir doch bitte den Gefallen und fahr dort hin. Und ruf mich dann wieder an, danke. Ciao Ciao«

    Semir blickte Andrea an. Sie sah ihm die innere Unruhe an, es hätte nicht viel gefehlt und er hätte sich aus seinem Bett geschwungen und wäre der Sache persönlich nachgegangen. »Wenn das man kein Alleingang von Alex ist! Kann man hier nicht mal in Ruhe krank sein?«

    Naja, in den Kreisen von Andreas Eberhain trägt man schwarze oder weiße Helme oder welche mit Airbrush-Motiven, vielleicht auch ganz dunkelblaue, aber nicht himmelblau und auch keine bayerische-Fahnen-Farbe, und bestimmt keine Rauten 8)

    Die Namensgleichheit des Opfers mit der Chefin ist mir auch aufgefallen, und jetzt wissen wir, dass beide miteinander verwandt waren.
    Ansonsten gibt es gerade keine überzeugende Spuren, die die "Helden" wirklich weiterhelfen. Lediglich die Vermutung, dass das Opfer nicht freiwillig gesprungen ist, wurde zur Gewissheit.

    Andreas Eberhain

    Die Tür wurde von einem hoch gewachsenen, schlanken Mann mit kurzen, blonden Stoppelhaaren und gepflegtem Dreitagebart, einer Brille mit kleinen, runden Gläsern und schmalem schwarzen Rand geöffnet. Er trug ein weißes Hemd locker über der blauen Jeans, die Ärmel zur Hälfte hochgekrempelt, was ein großes Tattoo auf dem Unterarm entblößte. »Ja? Sie wünschen?«, fragte er Alex in freundlichem Ton. »Entschuldigen Sie die Störung am Sonntagnachmittag. Mein Name ist Brandt, Kripo Autobahn.« Alex zeigte ihm seinen Dienstausweis, »Sind Sie Andreas Eberhain?« – »Ja, das bin ich. Polizei? Haben Sie mein Moped gefunden?« – »Deswegen bin ich hier. Gefunden haben wir es nicht, aber es ist aufgetaucht.« Andreas Eberhain zog fragend die Augenbrauen in die Höhe, »Und zwar auf einem Überwachungsvideo.« – »Wie meinen Sie das? Oh, entschuldigen Sie, kommen Sie doch rein.« – »Wann hatten Sie die Maschine gestohlen gemeldet?« – »Vor acht Wochen etwa.« Eberhain ging voraus durch den Flur in die Küche des Hauses. Ein Junge und ein Mädchen saßen am Tisch und spielten mit Lego. »Paul, Emma, geht doch bitte raus in den Garten zu Mama.« Die Kinder erhoben sich und verließen die Küche. »Möchten Sie etwas trinken?«, fragte er nun Alex, der aber ablehnte. »Können Sie mir den Diebstahl noch mal erläutern?« – »Ich mache etwa drei Mal im Jahr eine Ausfahrt mit meinen Kumpels, zuletzt eben vor zwei Monaten, auf dem Rückweg musste ich tanken und wir fuhren bei Leverkusen auf eine Tankstelle. Meine Freunde hielten am Kaffeestand, ich fuhr zur Zapfsäule, tankte, und als ich zum Bezahlen drinnen war, hat jemand meine Maschine geklaut. Sie ist alles, was mir geblieben ist, von meiner »wilden Zeit««, er zeichnete die Anführungsstriche in der Luft mit seinen Zeigefingern nach, »na ja, und das natürlich«, er wies auf die Tätowierung auf seinem linken Unterarm, »aber sonst hat mich meine Frau recht gut erzogen, oder – wie sie sagen würde – sozialisiert. Sonst wäre ich bestimmt längst im Gefängnis gelandet, wir hatten damals reichlich Blödsinn gemacht. Aber das wissen Sie bestimmt alles.« Alex nickte. »Warum sind Sie dann gekommen?«

    Da der erste Eindruck, den Andreas Eberhain auf ihn machte, ihn als vernünftigen Familienvater zeichnete und seine Menschenkenntnis Alex eigentlich nie im Stich ließ, strich er ihn von seiner Liste der möglichen Verdächtigten und beschloss, ihm zu erzählen, was Freitagnacht vorgefallen war. »Ihr Motorrad ist im Zusammenhang mit einer Straftat aufgetaucht, der Fahrer hat mit einigen anderen gemeinsam zwei Personen krankenhausreif geschlagen. Bei der einen Person wissen wir noch nicht, ob er durchkommt, die zweite Person ist ein Kollege von mir. Das Bike konnten wir aber noch nicht sicherstellen. Sie haben keine Ahnung, wer der Dieb gewesen sein könnte, es war auf keinen Fall ein Bekannter von Ihnen?« – »Nein, ich habe mir auch schon den Kopf zerbrochen, bin aber zu keinem Ergebnis gekommen. Ich war ein paar Minuten nicht da und schwupp war sie weg.« – »Der Fahrer trug einen blau-weißen Helm, ist der mitgestohlen worden, oder trug der Dieb einen solchen?« – »Blau-weiß? Wie krank ist das denn? Wer trägt denn einen blau-weißen Helm?« – »Sie kennen niemanden?« – »Bestimmt nicht!«, Andreas Eberhain war sichtlich entrüstet, »Das wüsste ich wohl!«

    »Also, ich bin zwar davon überzeugt, dass Ihnen die Maschine tatsächlich entwendet wurde, darf ich mich trotzdem mal auf Ihrem Grundstück umsehen? Zeigen Sie mir mal den Platz, wo das Bike normalerweise steht? Und haben Sie ein Foto für mich? Die Aufnahmen, die wir haben, sind alle schwarz-weiß.« – »Ja klar«, erklärte Eberhain sich einverstanden, »da nehmen wir doch gleich eines von der Pinnwand.«

    Alex trat hinter dem Hausherrn durch die Terrassentür in den gepflegten Garten. In einem Liegestuhl lag eine Frau und schlief, wachte auch nicht auf, als Andreas und Alex nun durch eine schmale Tür die Garage betraten. Der Platz war deutlich als Abstellplatz für ein Zweirad zu erkennen. An der Wand hingen Werkzeuge und Zubehörteile. Alex nickte zufrieden und ließ sich durch die große Garagentür in das Carport, an den beiden Familienautos vorbei auf die Straße führen, wo die beiden Männer sich an Semirs Dienstwagen voneinander verabschiedeten. "Blau-weißer Helm. ich kann es immer noch nicht fassen", war das Letzte, was Andreas Eberhain sagte.

    Alex freute sich auf den restlichen Sonntag mit Lena. Er nahm sich vor, mit ihr irgendwo hinzufahren, draußen zu sitzen und die Abendsonne zu genießen. Gemeinsame Abende waren selten, ihre unterschiedlichen Dienstpläne waren selten miteinander in Einklang zu bringen, dazu kamen Alex‘ unregelmäßigen Einsätze und Bereitschaften. Aber irgendwann würde sich das schon einspielen. Wenn Lena erst einmal ihre Probezeit abgeschlossen hätte und hoffentlich vom Hotel in eine Festanstellung übernommen sein würde, könnten sie ihre Dienstpläne besser aufeinander abstimmen. Zurzeit mussten sie halt jede Möglichkeit nutzen, die seltene gemeinsame Freizeit miteinander zu verbringen. Er rief sie vom Auto aus an und kündigte an, sie in einer Stunde etwa von zuhause abholen zu wollen.

    Aber vorher wollte er erneut einen Umweg über Saschas Werkstattgelände unternehmen. Und diesmal sah er ihn bereits von weitem: Auf dem Parkplatz stand ein silberfarbener Transporter.

    Die Todesnachricht trifft die Familie aus heiterem Himmel. Das stelle ich mir echt grausam vor. Und wieder gibt es eine Verbindung zur Firma Stumpf. Ob die Auswertung des Telefonanschlusses endlich eine Spur ergibt? Ob es noch weitere Todesopfer geben wird? Und kannten sich die Todesopfer? Die Frage hättem Ben und Semir noch stellen können.

    Nenne 3 Folgen bei denen Boni und Hotte auf der Autobahn zusammen eine Unfallaufnahme durchführen ?

    Robert was heißt das genau?

    Das heißt wohl. Wann crashen Bonrath und Herzberger ihren Wagen auf der Autobahnen.

    :D der war gut!

    @cobra11fan1998 Eine Unfallaufnahme findet nach einem Unfall statt, es werden also Folgen gesucht, in denen Hotte und Dieter, Unfallhergang aufzeichnen, Zeugen an der Unfallstelle befragen usw ...

    Was für eine Folge!

    Ich saß vom ersten Moment an regungs- und später fassungslos vor dem Bildschirm.

    Als Zuschauer mitten in der Handlung „abgeworfen“, wurde ich Zeuge einer Verfolgungsjagd zu Fuß durch den Wald, erstklassig gefilmt. Warum Alex und Semir durch den Wald jagen, wird dann klar, als sie Jenny per Handy vor einem Attentäter warnen, der es auf sie abgesehen hat, und dem zum Schluss nicht Jenny, sondern – wie wir wissen - Dieter zum Opfer fallen wird.

    Die kurze Szene mit Semirs Familie nimmt dann Bezug auf die letzte Folge der Herbststaffel, Dana ist bei ihnen, bockig, wie Teenies wohl manchmal sind. Bei Ayda sollten die Autoren aber aufpassen, dass sie sie nicht zu altklug werden lassen, aber ansonsten war es schön, Andrea und Semir zusammen zu sehen. Obwohl ich mich frage, was Alex ausgerechnet in dem Moment der Geschenkübergabe und der Entzündung der Kerzen im Keller wollte, es hat auf jeden Fall die Partygäste vor dem Tod bewahrt. Sehr emotional fand ich dann die nächste Szene mit Dana und Semir, als der eben noch bockige Teenager plötzlich gewahr wird, dass sie um ein Haar auch ihre zweite Familie verloren hätte und sie ihren Vater in den Arm nimmt. Vielleicht ein einschneidender Moment für die Zukunft?

    Und für die Schrankmann scheint das Karriereende gekommen zu sein, auch sie werde ich vermissen, sie war doch auch sehr lange ein Teil der Cobra-Familie.

    Dass Hofer auf der falschen Seite steht, war dann schnell klar. Als bei seiner Festnahme sein Sohn statt er von dem Killer tödlich getroffen wird, stockte mir der Atem. Klar, dass darin seine Wut auf Jenny begründet liegt, hat sie doch ihn aus der Schusslinie gezogen. Hofer nutzt die Fassungslosigkeit der Polizisten zur Flucht und steigert sich in seinen teuflischen Plan.

    In ihm werden Alex und Semir in eine Falle gelockt, die ihnen die belgische Polizei gestellt hat. Hofer flieht und die „Helden“ verunfallen. Hofer wird von der belgischen Polizistin „erschossen“, Semir und Alex erwachen in einer Krankenhaus-Attrappe (stand die da bereit oder wurde sie mal eben aufgebaut?) und verraten den Aufenthaltsort des Waffenhändlers, können aber entkommen. Jetzt schließt sich der Kreis zur Anfangsszene (die im Übrigen perfekt für die Werbung taugen würde „Auf der Jagd nach dem neuesten Handy-Modell“).

    Jenny und Bonrath fliehen nach der Warnung aus der Villa. Dann zwei Bemerkungen, die einem, der den Ausgang der Flucht kennt, immer wieder einen Schauer über den Rücken laufen lassen werden:
    Dieter: „Wenn wir alle zusammen halten, passiert uns auch nichts“
    Jenny: "Es ist gut, dass du da bist, Dieter“

    Dramatischer hätte man den Tod eines so tollen, langjährigen Kollegen nicht inszenieren können. Der Schock stand Jenny und Semir deutlich in den Gesichtern geschrieben, in Alex‘ nicht ganz so, der könnte genauso schauen, wenn einem Clown in der Manege ein Kunststück gelingt, das hätte er besser schauspielern können, der Vinzenz.

    Übrig bleiben ein Hofer auf freiem Fuß, eine zerstörte Jenny, eine geschockte PAST-Familie, und eine unermesslich große Leere, die Dieter hinterlassen wird.

    Für mich war es die wohl stärkste Folge der letzten Jahre.

    Auf nach Düsseldorf

    Auf dem Weg nach Düsseldorf fuhr Alex bei Saschas Firma vorbei, aber der Transporter stand nicht auf dem Parkplatz. Er wusste auch nicht, was genau er getan hätte, wenn er dort abgestellt gewesen wäre. Eine Aktion gegen den Transporter bedarf einer intensiven Vorbereitung und vor allem der Rückendeckung durch Frau Krüger. Außerdem hätte Alex dazu gerne seinen Partner an seiner Seite, aber Semir würde noch einige Tage ausfallen und bestimmt auch in der nächsten Woche nicht voll einsatzfähig sein. Höchstens eine Beobachtung könnte er durchführen und versuchen, ihm zu folgen, um herauszufinden, woher er gekommen war oder wohin er fahren würde. Aber auch dazu müsste er sich auf die Lauer legen und bräuchte ein Team. Vielleicht hatten die sich auch nach dem Überfall auf Sascha einen anderen Platz gesucht? Dann könnte er dort lange warten. Aber da der Transporter nicht auf dem Parkplatz abgestellt war, war es eh müßig, darüber nachzudenken. Er würde es vertagen und mit Frau Krüger besprechen. Alex lenkte den BMW zurück auf die Autobahn, hörte leise Musik und ließ seinen Gedanken freien Lauf.

    Semir lag nun schon eineinhalb Tage im Krankenhaus, hatte schon mehrere Versuche unternommen, auch längere Zeit das Bett zu verlassen, fühlte sich aber immer noch am Wohlsten in der Horizontalen mit leicht erhöhtem Oberkörper. Er konnte sich kaum erinnern, wann er das letzte Mal so angezählt gewesen war. Aber durch die Ruhezeit hatte er an diesem Sonntag endlich Gelegenheit gefunden, Andrea von den Plänen des Vermieters zu berichten. Andrea konnte sich ebenfalls wie Semir gut vorstellen, in der Innenstadt wohnen zu bleiben und freute sich auf die zusätzlichen zwei Zimmer, die ihnen durch die Umbaumaßnahme in Aussicht gestellt wurden und die erweiterte Küche. Sobald Semir das Krankenhaus verlassen hätte, würden sie dem Vermieter ihr Einverständnis erteilen. Sie würden während der bevorstehenden Bauarbeiten in Urlaub fahren, um so dem größten Baulärm und –schmutz zu entgehen. Aber bis dahin waren ja noch einige Monate Zeit.

    Claudia pendelte das Wochenende über zwischen ihrer Wohnung und der Uni-Klinik hin und her. Ihre Mutter würde noch länger bei ihr bleiben, um sie mit den Kindern zu unterstützen, ihr Vater musste ab Montag leider wieder arbeiten, versprach aber am nächsten Wochenende wieder zu kommen. Auch Saschas Eltern und seine Schwester waren mittlerweile bei Sascha gewesen. Pjotr Mirnov, selbst Mediziner, konnte sich von der optimalen Versorgung seines Sohnes auf der Intensivstation überzeugen, er ließ sich vom behandelnden Arzt die Diagnose und geplanten Behandlungsschritte genau erklären und bat auch weiterhin über alle Untersuchungsergebnisse auf dem Laufenden gehalten zu werden. Er selbst arbeitete auf der Kinderstation, hatte aber gerade Urlaub, konnte sich daher längere Zeit auf der Intensivstation aufhalten. So wechselten sich sämtliche Familienangehörige an Saschas Bett ab, so dass einerseits ständig jemand in der Nähe war und andererseits auch jeder mal rausgehen und durchschnaufen konnte. Sie hofften alle, dass sich der Gesundheitszustand bald zum Guten wenden würde.

    Das Wohnhaus von Andreas Eberhain entpuppte sich als schmuckes Einfamilienhaus in einem ruhigen Neubaugebiet, Spielstraße vor dem Haus, gepflegter Garten dahinter, roter Backstein, weiße Kunststofffenster, der gepflasterte Weg, der sich durch den Vorgarten zur weißen Eingangstür schlängelte, gesäumt von Buchsbäumen und anderen kleineren Büschen, die Alex pauschal als »Friedhofsgewächs« beschrieben hätte. Neben dem Haus befand sich eine Garage, davor ein Carport, unter dem zwei Autos abgestellt waren, ein Ford B-Max und ein Ford Fiesta, sowie vier Fahrräder, zwei davon Kinderräder.

    Ein Keramiktürschild verriet dem Besucher einiges über die Bewohner des Hauses, so lebten hier Andreas und Sonja Eberhain, sowie Paul und Emma. Der Name »Emma« war nachträglich angebracht, somit schien es sich bei ihr um die kleine Schwester von Paul zu handeln.

    Alex war gespannt, was ihn hier erwartete, dieses Haus und die Umgebung passte so gar nicht zu einem Mann, dessen Motorrad mit einem Airbrush-Flammenmotiv versehen war. Aus dem Haus drang Radiomusik. Es war also jemand zuhause. Alex klingelte.

    Na läuft bei Ben, wie man so sagt. Hauskauf und Dach und Fach, Haus sogar toll renoviert, Sarah hübsch, Hildegard treu, Haus liegt nicht weit weg von der PAST und auch Hildegard kann weiterhin kommen, hat denn die Sache nicht irgendeinen klitzekleinen Haken ;) ?

    In der Zwischenzeit kommt es an einer anderen Brücke zu einem weiteren Todesfall. Ich vermute mal, auch diese Brücke ist von derselben Firma geplant und gebaut worden?