Beiträge von Yon
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Zange ist aber auch die einzige Person, die etwas zu den Entführern sagen kann. Ich hoffe, Semir hat sich soweit im Griff, dass der Kerl noch in der Lage ist, zu plaudern. Zimperlich sollte er aber nicht sein, und das wird er auch nicht.
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Ich glaube kaum, das die zwei Kinder wieder zuhause angekommen sind, so wie es den eingeschlossenen Kindern erzählt wurde.
Was aus den Kindern wurde, wissen wir doch, eines tot und das andere völlig verstört. Oder habe ich das falsch gelesen?
Und das Schicksal des fiebrigen Kindes ist wohl auch besiegelt, sie werden es sicher nicht nach hause bringen, damit es den Aufenthaltsort der anderen Kinder verraten kann. -
Semir und seine Selbstvorwürfe (auch eine Schublade, die in FanFiction gerne aufgezogen wird (ich nehme mich da nicht aus
), aber hier hatte er wirklich gute Gründe, und noch ist es ja nicht zu spät. Susanne wird sicher bald eine Verbindung von Brummer zu Stumpf und den Brücken finden und Semir die richtigen Schlüsse ziehen. -
Du möchtest ernsthaft ein Feed für das heutige Kapitel
Es ist zu kurz!
Dem stimme ich zu!!! Viel zu kurz!!! Ich fordere einen Nachschlag
Eure konstruktive Kritik macht mir die Entscheidung leicht: Es gibt heute keinen Nachschlag!

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Was tun?
Semir saß in seinem Familienauto, einem Skoda Octavia, hinter dem Lenkrad. Oliver Glaser, der Wortführer der Vierer-Gang hatte sich auf den Beifahrersitz gesetzt, und Peter Albrecht hatte hinter dem Beifahrer Platz genommen und saß damit schräg hinter Semir, eine optimale Position, um als Linkshänder dem Polizisten seine Waffe in die Hüfte zu bohren. »So, jetzt fahren Sie uns zu unserem Geld! Keine Tricks, wenn Ihnen das Leben Ihrer Familie lieb ist. Sie wissen, unsere Freunde hören mit, und für jeden Fehler von Ihnen wird Ihre Frau oder eine Ihrer Töchter leiden. Und Sie können mir glauben, Martin ist da skrupellos. Also ganz easy. Sie tun, was wir wollen und niemandem wird etwas passieren.«Semir fuhr langsam durch Köln, kein Stück schneller als erlaubt, beachtete alle Regeln und verhielt sich vollkommen unauffällig. »Wo fahren wir hin?«, wollte Oliver wissen, »wo liegt unser Geld?« Semir antwortete nicht. »Martin, mach dich bereit, unser Held sträubt sich etwas.« Umgehend hörte man aus dem Telefon, welches eingeschaltet und mit stehender Verbindung auf der Ablage lag, Andrea panisch aufschreien und dann rufen: »Semir, tu was er sagt. Die machen ernst!«
Semir gingen schlimme Bilder durch den Kopf, die Männer, welche vor wenigen Tagen seinen Wagen angesteckt hatten, hätten dabei sicher keine Rücksicht auf Ayda genommen, die bis zum letzten Moment in eben diesem Wagen ausgeharrt hatte und dann glücklicherweise noch rechtzeitig fliehen konnte. Sie waren in der Tat skrupellos. Er sah im Geiste geladene Pistolen oder Messer auf seine Familie gerichtet und entschied sich dazu, seinen Dickkopf hinten an zu stellen. Er war schließlich nicht alleine in Gefahr, das Leben seiner Familie liegt in den Händen dieser Verbrecher. Mit dem Wissen, dass durch seine Sturheit Andrea und die Kinder zu Schaden gekommen wären, mit diesem Wissen konnte und wollte er nicht weiterleben. Also antwortete er schnell: »Halt! Bitte! In der Asservatenkammer, das Geld ist in der Asservatenkammer der Polizei.« – »Bitte, geht doch!«
Andrea hoffte in der Zwischenzeit, dass Alex möglichst viel mithörte, und auch Semir und die anderen Männer im Auto hören konnte. Sie wollte ihm aber noch einige Informationen mehr zukommen lassen. Deshalb begann sie nun, so angewidert sie von ihren Besuchern auch war, eine Unterhaltung mit ihnen. »Was werden Sie tun, wenn Sie das Geld aus der Asservatenkammer haben? Lassen Sie dann meinen Mann wieder frei?« – »Das zu entscheiden, liegt nicht in unserer Macht, Frau Gerkan«, antwortete Martin. Er spielte mit der Waffe in seiner Hand. »Das wird Olli entscheiden, wenn es so weit ist. Erst holen wir uns das Geld, dann planen wir weiter. Schön einen Schritt nach dem anderen. Vielleicht brauchen wir Sie und Ihren Mann noch eine Weile, wer weiß? Vielleicht aber auch nicht? Das wird sich zeigen.«
Alex überlegte fieberhaft. Was wusste er bislang? Was konnte er tun? Andrea war in ihrer Wohnung, Ayda und Lilly waren bei ihr. Lilly sollte in ihrer Spielküche spielen, die stand im Wohnzimmer in der Ecke, soviel wusste Alex, er sah sie vor seinem geistigen Auge. Bei ihnen waren zwei Männer, Andrea hatte von ‚unseren beiden Besuchern‘ gesprochen. Semir war in Gewalt weiterer Männer und unterwegs zur Asservatenkammer, der Name Olli ist gefallen, Oliver Glaser?« Es musste sich um den flüchtigen Menschenhändler Oliver Glaser handeln, dessen Geld sie vor einigen Tagen beschlagnahmt hatten.
Was sollte er tun? Befreite er Andrea, würde Semir dafür büßen, schnappen sie die Kerle an der Asservatenkammer, wäre Andrea in Gefahr. Und gleichzeitiges Vorgehen? Kaum zu schaffen, bei einem fahrenden Auto, einer Wohnung und einer stehenden Telefonverbindung zwischen den beiden. Sie brauchten vor allem Zeit. Und er brauchte Hilfe.
Er ging zu seinem Festnetztelefon und wählte die Rufnummer von Kim Krüger. »Chefin? Wir haben ein Problem.«
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Ich glaube kaum, dass bei dem Festgenommenen der Einsatz von roher Gewalt zum Ziel führen würde. Ich nehme an, dass Schläge bei ihm eher das Gegenteil bewirken werden. Der Vorschlag der Chefin, ihn in ein Gespräch zu verwickeln und zu hoffen, dass er sich irgendwann verplappert, klingt für mich gut.
Wie gut, dass Andrea sich noch der Unterstützung ihrer Eltern sicher sein kann, denn Semir wird nicht zuhause hocken bleiben. -
Ausweg möglich?
Martin Sandmann und Jonas Berg richteten sich in Semirs und Andreas Wohnung häuslich ein, und während der erste telefonisch den Kontakt zu seinen Partnern im Auto aufnahm und das Telefon anschließend im Freisprechmodus auf den Tisch legte, setzte sich der andere in den Sessel und ließ Andrea nicht aus den Augen, die in der Sofamitte Platz genommen hatte und ihre beiden verängstigten Töchter in ihren Armen hielt. Sie traute sich nicht zu sprechen, erwiderte nicht den Blick, sondern schaute nur auf ihre Knie. Ihre Angst hatte sich mittlerweile auf ihre Töchter übertragen, sie konnte nichts dagegen tun. Lilly begann leise zu weinen, und Ayda flüsterte leise: »Mama? Was wollen die Männer von uns? Warum haben die Papa mitgenommen?« Andrea strich ihrer Ältesten beruhigend über den Rücken und wollte gerade antworten, doch da fiel Martin Sandmann ihr ins Wort: »Alles ist in Ordnung. Dein Papa macht mit uns einen kleinen Ausflug und wir warten hier auf ihre Rückkehr«, und zu Andrea gewandt: »Haben Sie nichts zu spielen für die Kinder? Beschäftigen Sie sie, dann werden sie uns schnell vergessen haben. Aber denken Sie daran, unsere Freunde in Ihrem Wagen hören jedes Wort mit und deren Finger spielen sehr locker mit dem Abzug ihrer Waffen. Olli, hörst du uns?« Diese Frage stellte er in Richtung des Telefons auf dem Tisch.
»Klar und deutlich, Martin« – »Was macht unser Chauffeur?« – »Lammfromm fährt er uns durch die Straßen von Köln«, kam die Antwort aus dem Lautsprecher. »Sehen Sie, Frau Gerkan, Ihr Mann benimmt sich vorbildlich, und da wollen Sie doch nicht seinen Tod riskieren, nicht wahr? Und nun los, Sie werden doch wohl etwas zum Spielen oder zum Lesen für die Kinder haben!«
Andrea stand auf und ging zum Sideboard. Ihr Blick fiel auf Aydas Schulranzen, der an dem Möbelstück lehnte. »Ayda? Neulich war doch Büchereitag in der Schule, hast du dir ein neues Buch ausgeliehen? ... Ayda?« – »Ja, es ist noch in meinem Ranzen, ein neues von den drei ???.« Andrea trug den Ranzen zum Sofa und begann darin zu blättern. Zwischen den Schulheften und –büchern fand sie das Kinderbuch und wollte es schon hervorziehen, als sie noch etwas anderes entdeckte, was ihre Finger zum Zittern brachte. Zum Glück konnten die Männer ihre bebende Hand nicht sehen. Auf dem Boden des Ranzens lag – vielleicht ihre einzige Chance, der bedrohlichen Situation zu entkommen: Aydas Handy!
Im Kopf versuchte sie sich an die Kurzwahlnummern zu erinnern, die Semir und sie eingespeichert hatten, damit ihre Tochter in jeder Situation über eine Kurzwahl in jedem Fall jemanden erreichte, den sie kannte und vertrauen konnte. Wie war noch die Reihenfolge?
1 Zuhause, 2 Mama Handy, 3 Papa Handy, 4 Papa Büro, 5 Oma, 6 Ben, 7 Alex … Gut, dass das Gerät noch über Tasten verfügte, so war es ein Leichtes für Andrea, die Kurzwahl zu betätigen. Sie drückte auf die 7, bis das Display anzeigte, dass eine Verbindung aufgebaut wurde. Dann schaltete sie noch den Lautsprecher aus, legte das Handy zurück, griff den Kinder-Krimi und stellte den Ranzen zurück an die Sofalehne. Mit Glück ging Alex ran und konnte sie hören, seine Stimme aber nicht in Andreas Wohnzimmer dringen. Sie hoffte, dass es funktionierte. Jetzt musste sie die Worte finden, die auf der einen Seite Alex genug Informationen gaben, und ihm ihre und Semirs Situation deutlich machen konnten und auf der anderen Seite bei ihren beiden Bewachern keinen Verdacht erregten.
»Hier Schatz, lies ein bisschen, das wird dich ablenken. Und du Lilly, was möchtest du machen? In eurer Küche spielen? Dann mach doch mal einen schönen Kaffee für mich und unsere beiden Besucher.«
Alex reagierte auf das zweite Klingeln seines Handys. Die Telefonnummer war ihm unbekannt. »Brandt, mit wem spreche ich?« Niemand meldete sich. Stattdessen hörte er eine gedämpfte Stimme. »Und du Lilly, was möchtest du machen? In eurer Küche spielen? Dann mach doch mal einen schönen Kaffee für mich und unsere beiden Besucher.« – »Andrea? Bist du das?« Als er nun eine fremde männliche Stimme wahrnahm und hörte, was er sagte, konnte sein Handy sich seiner vollständigen Aufmerksamkeit und Konzentration sicher sein.
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Polizei Autobahn Station
siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_pol…bk%C3%BCrzungen
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Aber das Schokomuseum, das kennst du
Aber nur, weil der Platz schon mal Drehort war, ehrlich ...
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Wiese "könnte"? Er ist doch schon unter die Sänger gegangen.
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Semir ist glücklicherweise nur leicht verletzt und kann Ben wieder beistehen, und hoffentlich auch noch Brummer ausfindig machen, bevor Stumpf Senior ihn abknallt. Denn so ein schnelles Ende hat er nicht verdient.
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Semir lässt sich vorab aus dem Krankenhaus abholen, na hoffentlich rächt sich das nicht.
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Ben und Kevin sollten Zange mal etwas mehr in die Zange nehmen, denn bisher läuft das Verhör alles andere als positiv für die Polizei.
Wahrscheinlich ist das Koma für Ayda eh nicht mehr zu verhindern, denn dass der Geldbote nicht bei seinem Boss aufgetaucht ist, wird dem mittlerweile aufgefallen sein und entsprechend wütend gemacht haben. Bin gespannt, mit welchen "Argumenten" Ben und Kevin dem Knilch die gewünschte Aussage entlocken wollen. -
Böse Überraschung
Am Sonntagmorgen saßen Semir und Andrea mit ihren Kindern am Frühstückstisch. Die Sonne erhellte die kleine Küche, es versprach ein wundervoller Tag zu werden. Andrea umschloss ihren Kaffeebecher mit beiden Händen, stützte die Ellenbogen auf den Tisch und sah zu Semir hinüber. »Musst du heute arbeiten, Semir? Oder können wir etwas zusammen unternehmen?«, fragte sie. »Was wollen wir denn machen?«, lautete die Gegenfrage, die Semir stellte, ohne seine Frau dabei anzublicken, weil er gerade damit beschäftigt war, eine kleine Sauerei auf dem Teller von Lilly zu verhindern, die begonnen hatte, ihrem Brötchen ein Vollbad in ihrem Kakao zu gönnen, »ich habe heute nur Bereitschaft, aber es muss ja nichts vorfallen.« – »Ich würde gerne mal ins Schokoladen-Museum gehen, darüber habe ich neulich einen Bericht gelesen, da bräuchten wir auch nicht mit dem Wagen hin, sondern könnten am Rhein entlang gehen.« – »Dann machen wir das doch. Aber erst möchte ich noch einen Kaffee.« Semir erhob sich von seinem Stuhl und streckte seinen Arm zur Kaffeekanne aus, als es an der Tür klingelte.
Er sah Andrea an und zuckte mit den Schultern. »Wer das wohl ist? Erwartest du jemanden?«, fragte er, stellte die Kaffeekanne wieder auf den Tisch und schob seinen Stuhl zurück. Dann ging er hinaus auf den Flur.
Semir betätigte den Türöffner und wollte gerade die Tür einen Spalt öffnen, damit ihr Besucher nach dem Erklimmen der Stockwerke eintreten könnte, als diese ihm aus der Hand gerissen und aufgeschlagen wurde. Der Rand der Tür landete dabei ungebremst in Semirs Gesicht, aus dessen Nase gleich das Blut lief und auf sein weißes T-Shirt tropfte. Da er vom plötzlichen Schmerz abgelenkt war, gelang es vier Männern, in den Wohnungsflur zu treten. Semir erkannte in den Vieren auch die Schlägertypen von neulich, denen er sich gegenüber gesehen hatte, als er Sascha helfen wollte. Ehe er sich versah, trat einer der Männer hinter ihm und ergriff seine Arme. Semir versuchte sich zu wehren, versuchte sich aus dem Griff zu lösen, hatte aber keinen Erfolg. Ein Aufschrei von Andrea ließ ihn in seinen Bewegungen vollends verharren und aufblicken. Einer der Männer hatte sich seine Frau gegriffen und hielt ihr eine Waffe an den Kopf. »Was wollen Sie?«, stieß Semir aus, »lassen Sie meine Frau in Ruhe!«
»Ich werde Ihnen genau sagen, was wir wollen, Herr Gerkan, und wenn Sie sich fügen, wird niemandem etwas geschehen. Sie und Ihre Kollegen haben in meinem Haus einen nennenswerten Geldbetrag beschlagnahmt, und den hätten wir gerne zurück. Und dazu werden Sie uns heute verhelfen.« – »Wie soll das gehen? Ich habe Ihr Geld nicht!« – »Machen Sie sich doch nicht lächerlich, Herr Hauptkommissar, dass das Geld nicht bei Ihnen in der Küche liegt, ist uns auch klar. Aber Sie wissen doch wohl, wo unser Geld aufbewahrt wird. Wenn nicht, dann wird Ihre Familie deutlich zu spüren bekommen, wozu wir in der Lage sind. Peter, der nette Herr, der Sie gerade so liebevoll in den Armen hält …«, wie auf Befehl hob der Angesprochene Semirs Arme in dessen Rücken in die Höhe, was diesen vor Schmerz in die Knie zwang, »und ich werden mit Ihnen einen kleinen Ausflug machen, die anderen beiden, die sich gerade schon mit Ihrer Gattin und Ihren Kindern anfreunden, bleiben hier. Über dieses Telefon«, er hielt ein Handy in die Höhe, »bleiben wir in Verbindung, und wenn Sie nicht tun, was wir von Ihnen erwarten, wird es Ihre Familie sofort büßen. Wird dagegen eine der Ladies unfolgsam oder aufmüpfig, wird Ihr Ausflug mit uns ein sehr bedauernswertes Ende finden und Ihre Kinder werden zu Halbwaisen. Haben Sie mich verstanden? Ihr Wagen steht in der Tiefgarage, das haben wir schon gesehen, also lassen Sie uns keine Zeit verlieren.«
Semir schaute zu Andrea, die sich kreidebleich vor ihre Kinder gestellt hatte und zwischen der auf sie gerichteten Waffe und ihrem Mann hin und her blickte. In ihr keimte Angst auf. Sollte sie mit Ayda und Lilly alleine in der Gewalt der beiden Männer bleiben? Sie begann zu zittern und spürte, wie ihre Augen sich mit Tränen füllten. Auch Semir fühlte die aufsteigende Panik und versuchte Andrea zu trösten. »Andrea«, flüsterte er. Andrea blickte ihm ins Gesicht, eine Träne löste sich und rann ihr über die linke Wange, »wir schaffen das, das AARRRGH«, wieder drückte der Mann in seinem Rücken Semirs Arme nach oben, »Ruhe jetzt!«, wurde er von Oliver Glaser unterbrochen, »lasst die Kinder und die Frau nicht aus den Augen, wir fahren jetzt los.«
Peter Albrecht, der Semir mit festem Griff gepackt hielt, schob ihn nun zur Wohnungstür. »Wo ist Ihr Autoschlüssel? Sie fahren!«
Nur Minuten später befand sich Semir mit den beiden Gangstern auf dem Weg durch das Treppenhaus in die Tiefgarage und Andrea mit ihren Kindern in der Gewalt von zwei ihr unbekannten und angsteinflößenden Männern, die nun in ihrem Wohnzimmer begannen sich breit zu machen.
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Aussagen
Den Samstag verbrachten Alex und Semir zu einem großen Teil mit der Vernehmung der beiden verletzten Festgenommenen in der Krankenstation des Untersuchungsgefängnisses. Die Verletzungen hatten sich als nicht bedrohlich erwiesen, so dass sie vernehmungsfähig waren und Semir und Alex bereitwillig Auskunft gaben. Es handelte sich um Lukas Urban und Alexander Hahn.
Semir holte nach ihrer Vorstellung die Ergebnisse von Hartmut und Susanne hervor und konfrontierte die beiden mit den Spuren, die im Landhaus aufgenommen worden waren.
»Ja«, begann Lukas zu erzählen, »Oliver Glaser ist unser Boss. Gewesen, meine ich, für mich ist es jetzt ja wohl vorbei. Ihm gehören das Landhaus bei Mayen und auch die Stadtvilla, in der Sie uns gestern erwischt haben. Als wir die Leiche von Theo fanden, hat Glaser bestimmt, den Ort zu wechseln, weil Emil verschwunden war. Er hatte Angst, Emil könnte zur Polizei gehen und uns verraten.« Alexander Hahn ergänzte: »Und Peter Albrecht ist ein Freund von Oliver, die beiden hängen schon seit langer Zeit zusammen.«
»Wer ist mit Oliver Glaser und Peter Albrecht gestern entkommen? Sind das Martin Sandmann und Jonas Berg?«, wollte Semir weiter wissen. »Ja, die beiden sind noch nicht lange dabei, erst seit einigen Wochen.«
»Und wer ist der Mann, der die Festnahme gestern nicht überlebt hat?« – »Den hat Peter angeschleppt, ich weiß nur seinen Vornamen, Erwin, mehr nicht« – »Der war aber nicht im Landhaus, oder?«, fragte Semir weiter, dem der Name nicht geläufig war. »Nein, der kam erst gestern früh zu uns«, meinte Lukas.
»Wo halten sich die vier Entkommenen jetzt auf?«, setzte Alex die Befragung fort, erntete dafür jedoch nur ein Schulterzucken der Befragten. »Das kann ich Ihnen nicht sagen«, kam von Alexander Hahn, »ich kenne nur das Landhaus und jetzt diese Villa, keine Ahnung, ob es noch andere Wohnungen gibt.« – »Ich kann Ihnen auch nichts sagen. Peter hat noch eine Wohnung in Langenfeld, Martin und Jonas kamen aus Monheim. Vielleicht dort?«, ergänzte Lukas seinen Freund. »Dann laufen sie unseren Kollegen direkt in die Arme.«
»Wisst ihr das Kennzeichen des grünen Opels, mit dem sie abgehauen sind?« – »Moment, das ist Olivers Auto, K – OG aber die Nummer? 348 oder 384, genau weiß ich es nicht.«
»Wie hoch war Ihr Anteil am Gewinn des Geschäfts mit den illegalen Arbeitern?« – »Bislang haben wir jeder 5.000€ bekommen und sollten nächste Woche wieder 5000€ erhalten.« – »Nicht sehr großzügig, euer Boss, oder? Wir schätzen seinen Umsatz auf über 150.000€ im Monat« Alexander Hahn schwieg. Entweder hatte er es noch gar nicht ausgerechnet oder gab sich wirklich mit einem Anteil von einigen Prozenten zufrieden.
»Wenn Ihnen noch etwas einfällt, melden Sie sich bei uns, ja?« Dann nickte er Semir zu und erhob sich von dem Holzstuhl. Auch Semir stand auf. Auch er hatte keine weiteren Fragen zu diesem Zeitpunkt. Die beiden Polizisten wandten sich zur Tür und klopften, damit der Justizbeamte davor ihnen die Tür öffnete.
»Herr Gerkan?« Die Frage, gestellt von Lukas Urban, stoppte Semir beim Hinausgehen. Er wandte sich um und zog die Augenbrauen hoch. »Hm?« – »Das mit letzten Freitag tut mir leid, es war die Idee von Peter, der damit meinte, den Werkstattheini in seine Schranken weisen zu können. Peter hat uns gezwungen mitzumachen, wir sollten die Frau festhalten. Ich dachte, er wollte dem Typen nur eine kleine Abreibung verpassen, aber sie haben nicht aufgehört, auf ihn einzuschlagen.« – »Viel unternommen, ihn zu stoppen, haben Sie aber auch nicht.« Lukas schüttelte seinen Kopf und senkte seinen Blick auf seine Bettdecke, »Nein, das war feige, ich weiß. Können Sie mir sagen, wie es ihm geht? Er lebt doch noch?«, kam leise aus seinem Mund.
Semir trat einige Schritte auf das Bett mit dem Blondschopf zu. Er bemühte sich, ruhig zu bleiben, konnte jedoch nicht verhindern, dass er sich zu einer Wutrede hinreißen ließ. »Ich erzähle Ihnen mal was. Der Typ oder Werkstattheini, wie Sie ihn eben bezeichneten, hat einen Namen. Er heißt Sascha Mirnov. Er hat eine Frau und zwei kleine Kinder, die jetzt vielleicht einer Zukunft ohne Mann und Vater entgegenblicken. Ich habe selbst auch kleine Kinder, die es gerne sehen, wenn ich nach Feierabend nach Hause komme, anstatt auf dem Asphalt niedergeschlagen zu werden und in einem Krankenhausbett wieder aufzuwachen. Ebenso bevorzuge ich nicht mit anblicken zu müssen, wie mein Auto in Flammen aufgeht, in dem meine Tochter sitzt! Um Ihre Frage zu beantworten: Ja, er lebt noch, aber das ist bestimmt nicht Ihr Verdienst. Er ist auch noch nicht über den Berg. Sie werden sich wegen Ihrer Taten vor Gericht verantworten müssen. Fangen Sie schon mal an zu beten, dass nicht noch ein Totschlag hinzukommt, sondern es beim Versuch bleibt.«
»Wenn ich wüsste, wo Oliver und die anderen drei jetzt sind und es Ihnen sagen würde, hätte das irgendwelche Folgen für mich?« – »Sie meinen, so etwas wie mildernde Umstände? Ich würde es zumindest in meinem Bericht positiv erwähnen.« Lukas nickte. Semir und Alex schauten ihn erwartungsvoll an. »Ich weiß es wirklich nicht, ich würde es Ihnen jetzt sagen.«
Draußen vor der Tür fragte Alex: »Glaubst du ihm, Semir?« – »Dass er nicht weiß, wo seine Komplizen sind? Ja, ich glaube ihm, ich glaube, in den letzten Minuten war er das erste Mal wirklich ehrlich.«
Sie fuhren zurück in die PAST, ergänzten die laufende Fahndung nach dem grünen Opel um das Kennzeichen und nahmen die Fotos von ihrer Glasscheibe, bis ihnen nur noch vier Gesichter entgegen blickten: Oliver Glaser, Peter Albrecht, Jonas Berg und Martin Sandmann.
Seitenwechsel
Und eben diese vier saßen zur selben Zeit um einen Tisch in einer kleinen Campinghütte herum, die sie sich unter falschem Namen an einem Angelsee angemietet hatten, und beratschlagten, wie sie heil aus der Sache herauskommen sollten und des beschlagnahmten Geldes trotzdem habhaft werden konnten.
»Was sollen wir tun, Oliver? Das hätte gestern gehörig in die Hose gehen können! Unsere Ware weg! Unser Geld weg! Lukas und Alexander bei der Polizei! Wir können nicht zurück ins Landhaus, nicht in die Villa, nicht in unsere Wohnungen, was sollen wir jetzt tun? Wie sollen wir abhauen ohne das Geld-«
»Peter«, unterbrach ihn Oliver, »reg dich jetzt nicht wieder auf, das haben wir doch gestern schon besprochen. Wir müssen ins Ausland gehen. Ich habe heute Morgen die Kennzeichen des Opels geändert.« – »Und wie soll das gehen, ohne Geld?«, gab Jonas seine Bedenken kund, »das hat die Polizei im Haus gefunden, stand in dem Artikel heute in der Zeitung. Da kommen wir nicht mehr ran. Montag sollte die nächste Lieferung kommen, aber wir sind nicht mehr im Geschäft. Ich glaube, ich stelle mich der Polizei.«
»Das wirst du nicht tun!«, fiel Oliver Glaser ihm scharf ins Wort, »du wirst uns nicht verraten. Wir holen uns das Geld zurück« – »Und wie denkst du, sollte das gehen? Das ist bestimmt bei der Polizei und gut bewacht.« – »Ja, deshalb wird uns auch ein Polizist dabei helfen. Und ich weiß auch schon wer das sein wird. Ich war seit gestern Abend nicht untätig und habe herausgefunden, wie der Polizist heißt, der uns am letzten Freitag gestört hat, als wir den Werkstattbesitzer aufgemischt hatten, manche Leute sind doch sehr redselig.«, sinnierte er. »Der wird uns zu dem Geld bringen. Ihm werden seine Kollegen die Taschen sicher aushändigen.« – »Und wenn nicht?« – »Ach, da fallen mir so einige Druckmittel ein, Stichwort Familie. Klingelt es?« – »Nicht wirklich, was meinst du konkret?« – »Was seid ihr alle schwer von Kapee heute, also gut, ich erzähle es euch in allen Einzelheiten. Wir machen folgendes …«
Und Oliver Glaser breitete seinen Plan vor seinen Komplizen aus, der am Sonntag über die Bühne gehen soll. »Noch Fragen?«
»Was machen wir mit ihm, wenn wir das Geld haben? Und mit seiner Familie?« – »Das klingt jetzt vielleicht hart, Jungs, aber da wir sie nicht mitnehmen können, von ihm und seinen Kollegen aber auch nicht gejagt werden wollen, werden wir sie wohl irgendwo zurücklassen müssen. In diesem Spiel kann es nicht nur Sieger geben.«
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Semir und das Krankenhaus - einer never ending story! Zum Glück lässt sich Ben nicht überreden, ihn noch am selben Tag abzuholen.
Tanita ist inzwischen bei Jenny und Dieter in der Schutzwohnung in Sicherheit.
Aber hat der Unfall, bzw. Anschlag auf der Autobahn etwas mit dem Fall zu tun? Bin gespannt. -
Na, auf das Gefecht "Gewehr gegen Armbrust" bin ich gespannt.
Ben ist inzwischen im Krankenhaus angekommen, der Untersuchungs- und Operationsmarathon beginnt.
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Ja, da musste ich auch gleich noch mal nachlesen. Cablonsky sollte doch auf den Typen warten? Aber Namensverwechselungen können beim Schreiben schon mal vorkommen.
Semir konnte sich doch zum Zugriff durchdringen. Hoffentlich hat er damit die richtige Entscheidung für Ayda getroffen. Und hoffentlich überlässt er wirklich die Befragung Ben und Kevin.