Beiträge von Yon

    Von wegen, jetzt kommen wieder Hartmut und Semir ....

    Ben wird wohl längere Zeit Wassersuppe essen müssen, mit seinem gebrochenen Kiefer, und jetzt kommen noch die Verbrennungen dazu. Und ein Vampir ist Hieronymus auch noch.

    Ich fürchte, Berghoff muss sich langsam davon verabschieden, Ben weiteren Kunden anbieten zu können.
    Kommen denn die Ermittlungen allmählich voran?

    Ich habe auch länger gebraucht, dein gestriges Kapitel zu verstehen und mich gefragt, warum die Geschädigten eines Unfalls den Anwalt des Verursachers bestechen wollen. Neben der von Susanne erklärten Tatsache, dass bei Todesopfern die Polizei und Staatsanwaltschaft von Amts wegen ermitteln und tätig werden, bräuchten doch die Opfer nur ihre Anzeige zurückziehen. Und schon könnte der Anwalt von Schubert seine Tätigkeit einstellen. Wenn Schubert selbst ein Interesse am Verfahren hätte, wäre es was anderes, dann könnte ihn Geld dazu bewegen still zu halten.
    Aber okay, das kannst du wahrscheinlich alles noch nicht wissen.
    Gut finde ich, dass die nächste Geldübergabe in bar über die Bühne gehen soll (ich kann dir da einen versteckten Parkplatz an der A57 empfehlen ;) ), das könnte dann zur Begegnung unserer "Helden" mit den Handlangern des Bosses führen, was spannend zu werden verspricht.

    26. Lothar Dammann

    „Ben, am besten fängst du an“, forderte Semir seinen Freund auf. „Okay, also ich bin der Patenonkel von Ayda“, Ben wies auf das immer noch auf der Fensterbank sitzende Mädchen, „und wir habe drüben auf dem Zeltplatz gezeltet, während ihre Eltern hier das Ferienhaus angemietet hatten. Gestern Mittag dann ….“

    Und Ben erzählte Lothar Dammann ausführlich von ihrer Beobachtung, der Entführung, ihrer Flucht, der Verfolgung durch den Wald, das Wiedersehen mit Semir und Andrea und dem nächtlichen Brandanschlag.

    „Und die Bilder haben Sie?“, fragte der Uniformierte. „Ja“, ergriff nun Semir das Wort, „ich habe sie schon einem Kollegen in der KTU zugänglich gemacht. Er wird sie vergrößern und auswerten.“ – „Kollege?“ – „Ja, ich bin bei der Autobahnpolizei, Kripo Autobahn genauer gesagt. Und Herr Freund wird die Kerle identifizieren, falls sie bei uns gespeichert sind.“ – „Ich muss Sie aber darauf hinweisen, Herr Gerkan, dass Ihre Zuständigkeit in diesem Fall nicht gegeben ist“, belehrte der Uniformierte Semir. „Aber Herr Dammann, da meine Familie persönlich betroffen ist, werde …“ – „werde ich Sie“, fiel Lothar Dammann ihm ins Wort, „nicht von Ihren Ermittlungen abhalten können, das ist mir durchaus bewusst, und ich kann es auch sehr gut nachvollziehen. Aber ich muss Sie bitten, mich ständig über Ihre Ergebnisse in Kenntnis zu setzen, damit wir wenigstens nach außen hin den Anschein erwecken, die örtliche Zuständigkeit meiner Dienststelle nicht zu untergraben. Verstehen wir uns?“ Semir sah den kräftigen, dunkelhaarigen Oberkommissar schmunzelnd an. Sie hatten sich verstanden. „Aber sicher“, bekräftigte er daher die Abmachung. „Dann gebe ich Ihnen mal die Mail-Adresse, an die Herr Freund seine Ergebnisse schicken kann. Wir brauchen hier nur noch einen PC mit Internet-Anschluss.“ Er reichte Semir eine seiner Visitenkarten, die er in der Innentasche seiner Uniform aufbewahrte.

    „Hinter dem Empfangstresen steht ein PC, ich werde den Verwalter holen, der kann uns vielleicht helfen“, schlug Ben vor und verließ die Rezeption auf der Suche nach dem Vermieter der Ferienhäuser. Er fand ihn draußen, wo er sich den Verlauf der Löscharbeiten ansah. „Können Sie uns den PC starten und eine Internet-Verbindung herstellen? Und können Sie mir vielleicht ein Auto leihen? Ich würde gerne mein Zelt drüben abbauen und die Sachen herbringen.“ – „Das geht los“, antwortete der hilfsbereite Ferienhausvermieter, „kommen Sie!“, forderte er Ben auf und marschierte in Richtung Rezeption. Er schaltete den PC an, gab sein Passwort ein und den Rechner für die Polizisten frei. Dann nahm er einen Autoschlüssel aus der Schreibtischschublade und überreichte ihn Ben. „Es ist der blaue Audi A4 hier hinterm Haus“, erläuterte er. Ben sah in Semirs fragendes Gesicht, erklärte ihm: „Ich hole unsere Sachen vom Zeltplatz“ und verschwand.

    Jetzt hieß es Warten. Warten auf den Anruf von Hartmut, warten auf dessen Ergebnisse, warten auf Ben. Semir rief bei Hartmut an, der mittlerweile in der KTU damit beschäftigt war, die Bilder über eine Gesichtserkennungssoftware laufen zu lassen. Die vergrößerten Aufnahmen würde er gleich an die E-Mail-Adresse schicken, die Semir ihm von der Visitenkarte des Oberkommissars aus Simmerath vorgetragen hatte.

    Für diesen Spruch - Kieferbruch!
    Berghoff muss aufpassen, wenn sein ¨Werkstück¨ mehr als 1 Mio. einbringen soll. Dieser ¨Kunde¨ könnte es auch zu einem vorschnellen Ende bringen.
    Jetzt kommen Semir und Hartmut hoffentlich einen Schritt weiter und können sich der Burg und dem Berghoff nähern.

    25. Start der Ermittlungen

    Semir wandte sich jetzt dem Ferienhausverwalter zu, der gerade den Raum mit einer großen Kanne Kaffee, einer Flasche Milch und vier Bechern betrat. „Kann ich Ihr Telefon mal benutzen?“, fragte er. „Sicher. Ist dort hinter dem Empfangstresen.“ - „Danke!“

    Semir ging in den Empfangsbereich, blickte auf seine Uhr, murmelte „Ausschlafen wird auch überbewertet“, nahm entschlossen den Hörer ab und wählte die Rufnummer der KTU. Nach viermaligen Klingeln wurde der Anruf auf Hartmuts Privatanschluss umgeleitet und ein schlaftrunkener Hartmut meldete sich. „Freund.“ - „Hartmut, Pass auf, du musst uns helfen!“ - „Wer ist denn da überhaupt? Semir, bist du das?“ Langsam wurde Hartmut wach. „Hast du nicht Urlaub? Hast du mal auf die Uhr gesehen? Es ist noch nicht einmal halb fünf“ - „Darauf kann ich jetzt leider keine Rücksicht nehmen. Pass auf, Ben und Ayda haben etwas fotografiert, was sie nicht hätten sehen sollen. Wir konnten die Bilder retten und auf einen Server im Internet speichern. Du musst sie für uns ansehen und auswerten. Wegen des Zugangs gebe ich dir mal Andrea, ich kenne mich da nicht so aus. Mach deinen Rechner an!“ Während der letzten Sätze ging Semir mit dem Telefon zu Andrea und übergab ihr das Gerät. „Hartmut? Bist du schon am Rechner? - Das ist gut. Die Adresse ist http://www.fotocloud24.net“ - „Einen Moment noch, Andrea, der PC fährt noch hoch. So jetzt bin ich soweit. Wie war das?“ - „http://www.fotocloud24.net“ - „Okay, jetzt will er Kennung und Passwort wissen.“ - „Meine Kennung ist Andrea Unterstrich Gerkan“ - „Ja, und das Passwort?“ - „Das Passwort ist geheimforyou“ - „Andrea, mir musst du das Passwort schon sagen, auch wenn es geheim ist.“ - „Das habe ich doch. 'geheim4u'“, sie buchstabierte es, „g-e-h-e-i-m-4-u“ - „Das ist schlau“, sagte Hartmut, „ich bin jetzt drin.“ - „Dann gebe ich dir Semir wieder, auf Wiederhören Hartmut.“ Sie gab das Telefon ihrem Mann zurück.

    „Hartmut, wichtig sind die letzten Bilder, die mit dem Boot und den drei Männern, die musst du vergrößern und auswerten, ob wir sie in unserem Computer haben. Kannst du das gleich machen?“ - „Ich fahre sofort in die KTU und mache mich an die Arbeit. Kann ich dich unter dieser Nummer erreichen?“ - „Vorerst ja. Danke, Hartmut! Ciao.“ Er drehte sich wieder um wollte gerade zu Andrea und Ayda gehen, als von draußen ein großes Getöse klang, das alle im Raum schlagartig zum Fenster blicken ließ. Die Feuerwehr hatte beschlossen, die Reste des Ferienhauses einzureißen, um das Feuer restlos löschen zu können. Auch der Wagen war mittlerweile ausgebrannt, Bens Auto, das etwas weiter abseits stand, konnte noch rechtzeitig zur Seite gezogen werden und kam daher mit einem Lackschaden davon.

    Ayda war aufgestanden und schaute direkt auf die Löscharbeiten. Semir trat hinter seine Tochter und umarmte sie. „Alles weg“, flüsterte sie, „unsere ganzen Sachen.“ Semir hob sie hoch und setzte sie auf das Fensterbrett. „Hey Ayda, das sind doch nur Dinge, die können wir alle ersetzen. Wichtig ist doch, dass es uns gut geht und euch nichts passiert ist.“ Er schloss sie in die Arme und sah über ihre Schultern, dass draußen die Polizei vorfuhr und ein einzelner uniformierter Mann aus dem Streifenwagen stieg.
    „Fahren wir denn jetzt nach Hause?“, fragte Ayda weiter. „Ja, sobald wir dem Polizisten alles erzählt haben, werden wir nach Hause fahren“, bestätigte ihr Semir. „Hattest du deinen Autoschlüssel im Ferienhaus, Ben?“ - „Nein, der ist in meinem Rucksack - Semir, wir müssen noch die Sachen vom Zeltplatz holen“ - „Die Polizei ist da, vielleicht solltet ihr euch auch etwas überziehen?“ ein Streifenwagen hielt vor der Rezeption an.

    „Guten Morgen“, begrüßte sie der uniformierte Beamte, der jetzt den Raum betrat, mit dunkler Stimme, „ich bin Oberkommissar Lothar Dammann von der Polizei in Simmerath, sind sie die Bewohner des Ferienhauses?“ Er war eine imposante Erscheinung, etwa 1,90m groß, kräftig gebaut, mit einer Neigung zum Übergewicht, aber noch sportlich zu nennen.„Ja“, antwortete Semir, „Semir Gerkan mein Name, meine Frau Andrea und unsere Tochter Ayda. Und das ist unser Freund Ben Jäger.“ - „Dann erzählen Sie mir doch bitte genau, was geschehen ist.“

    24. Nach dem Brand

    „Semir, ich möchte, dass wir nach Hause fahren.“ Andrea saß mit Ayda auf dem Schoß auf einer Bank in der Rezeption der Ferienhaussiedlung, sie hatte sich und ihre Tochter zusammen in eine Wolldecke gehüllt. Semir und Ben saßen auf zwei Stühlen am Tisch und versuchten zu begreifen, was geschehen war.

    „Das werden wir auch, Andrea, sobald wir mit der Polizei gesprochen haben“, sagte Semir mit Blick auf seine Frau und seine Tochter, dann sah er erneut aus dem Fenster, „Wie lange brauchen die denn noch?“ Die Feuerwehr war noch mit dem Löschen des abgebrannten Ferienhauses beschäftigt. Die Polizei war noch nicht eingetroffen, sie musste um diese Uhrzeit aus der nächstgrößeren Stadt gerufen werden und war noch unterwegs.

    Der Vermieter der Ferienhäuser betrat jetzt den kleinen Raum mit einem Berg Klamotten, Trainingshosen, T-Shirts und Sweat-Shirts. „Hier, das dürfen Sie gerne anziehen, von meiner Frau, meiner Tochter und mir. Dann brauchen Sie nicht in ihrem Nachtzeug und Wolldecken hier zu warten“, bot er an. „Oh, das ist sehr nett von Ihnen“, bedankte sich Ben, aber niemand machte Anstalten, ihm den Stapel abzunehmen. So legte er ihn auf dem Tisch ab. Semir blickte nicht mal auf, er hatte seine Ellenbogen auf den Tisch gestützt, seinen Kopf in seine Hände vergraben und blickte auf die Tischplatte, so sehr überlegte er, was zu unternehmen war. „Ich glaube, ich werde mal eine große Kanne Kaffee kochen. Sie sehen aus, als könnten sie einen gebrauchen.“ - „Danke, da haben Sie recht“, wieder war es Ben, der sprach, und der Verwalter wandte sich zum Gehen. „Was willst du jetzt machen, Semir?“, fragte er seinen Freund, „Semir?“, setzte er nach, als von dem Angesprochenen keine Reaktion kam. Der blickte jetzt auf. „Das war verdammt knapp diesmal, oder? Wenn du nicht aufgewacht wärst, dann …“ – „Bin ich aber, jetzt zermartere dir darüber nicht den Kopf. Wir sollten jetzt die nächsten Schritte überlegen. Was willst du tun?“

    „Ich weiß es nicht, Ben“, sagte er leise, „woher wussten die, dass wir in diesem Ferienhaus waren? Sind sie uns gefolgt? Wissen Sie womöglich, dass wir jetzt hier drin sitzen? Die waren hinter den Bildern her, oder? Und jetzt haben sie die Bilder.“ - „Wir aber auch“, kam leise von Andrea.

    Semir und Ben drehten sich zugleich zu Andrea um. „Was sagst du da? Wie?“ - „Naja, als wir uns die Bilder angesehen haben, da habe ich sie gleich auf unsere Foto-Cloud geladen, und da kommen wir von überall ran. Die ist im Internet“ Ben und Semir blickten sich an und kamen gleichzeitig auf die Idee. „Hartmut!“ - „Ich brauche ein Telefon.“ In Semir war wieder Leben gekommen. Er sprang auf, warf die Wolldecke von sich und suchte sich in dem Berg an Wäsche eine Trainingshose und ein Sweat-Shirt raus, welche er schnell überzog. Dann machte er zwei schnelle Schritte zu Andrea, gab ihr einen Kuss „Andrea, du bist genial, was täten wir nur ohne dich?“ - „Ich weiß ja nicht, was ihr tätet, aber ich weiß, was ich ohne euch täte. Zum Beispiel einen schönen ruhigen Urlaub verbringen.“ – „Das werden wir, wenn das alles vorbei ist, versprochen.“