Beiträge von Yon

    „Das nächste Mal fahren wir woanders hin in Urlaub, hier in Bayern ist das zu aufregend-so schön es hier auch ist!“ und nun musste sie ein wenig grinsen, so müde sie auch war. Mit Semir konnte man doch hinfahren, wo man wollte-man musste immer mit Überraschungen rechnen!


    Na, eigentlich hätten sie nur Ben zuhause lassen müssen, und es wäre ein schöner, harmonischer Urlaub geworden. Diesmal trifft Semir und Andrea keine Schuld an den Urlaubsturbulenzen.

    Super-Kampfbeschreibung Semir gegen Jantzer. Zum Glück kommt der schlanke Polizist ihm noch zu Hilfe, so dass sie den korrupten Polizisten festsetzen können.
    Andreas Verletzung scheint nicht so schlimm zu sein, das wird sicher im Krankenhaus schnell versorgt werden, Jantzer geht in das Gefängniskrankenhaus, wo seine Stichverletzung behandelt werden wird.

    Macht sich Semir jetzt auf die Jagd nach dem Chemiker? Ich hoffe doch, dass die Geschichte ab jetzt nicht ausschließlich im Krankenhaus spielen wird.

    Dem muss ich mich anschließen, bei FanFiction ist alles erlaubt, was dem Autor gefällt.

    Aber ich glaube auch nicht, dass sich Hunde nicht nach einer Explosion verkriechen würden, sondern weiter achtsam auf den kleinen Jungen aufpassen, dem das Feuer und die Explosion kein Stück zu interessieren scheint. Aber gut, die "Helden" leben.

    Tommys Geschichte

    Die Suche nach der Familie Sanders, die 1997 einen kleinen Jungen an Maximilian und Eva Lange abgegeben hatten oder besser an das Ehepaar Lange verkauft hatte, gestaltete sich schwerer als gedacht. Es gab viele mit diesem Namen, aber keine, die mit der tatsächlichen Geschichte in Verbindung zu bringen waren. Alleine im Kölner Raum lebten 1997 27 Familien mit diesem Nachnamen. Susanne telefonierte mit allen, die sie ermitteln konnte, erreichte aber nichts. Die Familie konnte ja auch längst aus der Region weggezogen sein.

    Sie startete neue Aufrufe im Internet und in den Zeitungen, diesmal konnte sie dem Kinderfoto des kleinen Tommys auch den Nachnamen Sanders hinzufügen. Dann begann das lange Warten. Alex hatte mittlerweile andere Fälle übernommen. Mitte Januar erschien ein Beitrag in einer bundesweit ausgestrahlten TV-Sendung über ungeklärte Kriminalfälle und die brachte schließlich den Durchbruch.

    Eines Morgens um kurz nach 9:00 Uhr stand eine junge Frau in der PAST und meldete sich bei Susanne. „Mein Name ist Meike Hansen, der Sanders-Junge ist mein Bruder Julian.“ Sie konnte sich der vollen Aufmerksamkeit aller Anwesenden in der PAST sicher sein, als sie ihre Geschichte erzählte. Alex, Susanne, Dieter, Jenny und Kim Krüger saßen im Büro der Chefin zusammen und lauschten.

    „Meine Eltern hießen Harald und Regina Sanders. Neben mir hatten sie noch vier weitere Kinder. Ich bin die Älteste, die Zwillinge Michael und Martin sind vier Jahre jünger als ich, anschließend kamen Lukas und Julian innerhalb der nächsten zwei Jahre. Julian ist fast auf den Tag genau sieben Jahre jünger als ich. Als er ein Jahr alt war, verließ unser Vater die Wohnung und kehrte nicht zurück. Unsere Mutter meinte immer, er hätte sie im Stich gelassen, aber ich glaube, einfach hatte sie es ihm auch nicht gemacht zu bleiben. Sie war alkoholabhängig, wir lebten in einer kleinen Dreizimmerwohnung. Im Stich gelassen hatte er mit Sicherheit uns, indem er uns bei ihr zurückließ.

    Eines Tages war Julian plötzlich verschwunden. Unsere Mutter hat uns nie etwas Genaues erzählt, nur, dass er jetzt in einer netten Familie untergebracht wäre, wo es ihm besser ginge. Uns ging es in den folgenden Wochen auch besser. Wir bekamen einen neuen Fernseher, durften ins Kino, gingen in den Freizeitpark. Als Kinder haben wir gar nicht lange nachgefragt, wo das Geld hergekommen sein könnte. Aber der Luxus war auch bald wieder vorbei.

    Zwei Jahre nach Julians Verschwinden starb unsere Mutter. Wir vier kamen in ein Kinderheim und später zu unterschiedlichen Pflegefamilien. Wir hatten spätes Glück. Meine Pflegeeltern ermöglichten mir eine gute Schulbildung. Ich bin Versicherungskauffrau geworden. Michael und Martin studieren beide noch, Betriebswirtschaftslehre bzw. Architektur und Lukas ist bei einer Spedition in der Lehre. Wir haben den Kontakt untereinander nie abreißen lassen und hätten auch gerne Julian wieder getroffen, aber er war nicht aufzufinden, für die Behörden war er einfach nicht vorhanden. Es gab für sie nur vier Sanders-Kinder.“

    Nach einer kurzen Pause des Schweigens griff Alex schließlich zum Telefon und rief Familie Schröter an.

    Wir erfahren, was damals vorgefallen war, als Winkel Raupach anschoss. Dass damals auch eine Freundschaft zerbrochen ist.

    Und jetzt sprengen die Brüder Harmsen die Wohnung in die Luft? Hoffentlich waren Ben und Semir noch nicht drinnen oder konnten noch rechtzeitig in Deckung gehen. Aber sie müssen ja auch noch zur Einschulung, daher gehen ich mal davon aus, dass sie der Explosion halbwegs aufrecht haben entkommen können.

    Im Grunde ist das Ergebnis positiv, nur in diesem Fall hätte sich Sarah sicher gewünscht, sie hätten beim Drogenscreening oder den anderen Tests irgendetwas gefunden. Dann wüssten sie, was sie bekämpfen mussten.

    Semir ist doch etwas angeschlagen durch seine Rückenprellung. darauf kann er allerdings momentan keine Rücksicht nehmen. Jetzt gilt einzig und allein die Rettung von Andrea. Zum Glück wird Jantzer gut und lautstark von den anderen Polizisten abgelenkt. Bin trotzdem sehr auf die Begegnung von Semir und Jantzer gespannt.

    Entlassen

    Mit dem tödlichen Sturz von Maximilian Lange musste Alex seine Hoffnung begraben, auch Tommy in kurzer Zeit seine wahre Familie präsentieren zu können. Er übergab Susanne die dürftigen Informationen, die er Maximilian auf dem Dach entlocken konnte, mit der Bitte, sich doch um die Suche zu kümmern. Sich selbst nahm er ein paar Tage Auszeit, er wollte der Trauerfeier für seine Cousine Sandra beiwohnen, außerdem wollte er Semir den Ausgang des Falls mitteilen und um ein neues Auto musste er sich auch kümmern. Der Bericht musste warten, und zum Todessturz konnte auch das SEK Stellung nehmen. Er machte den Kollegen keinen direkten Vorwurf, nur der Zeitpunkt und die Lautstärke ihres Auftretens war so denkbar ungünstig gewesen.

    Alex verließ die PAST und fuhr als erstes zu Semir, der in seinem Krankenhauszimmer auf seinem Bett saß und auf seine heutige Entlassung wartete. Seine Verletzungen könnten jetzt auch zuhause heilen, meinte er zu Alex, als dieser ihn etwas erstaunt anblickte. „Du willst dich jetzt also in den nächsten Wochen von Andrea verwöhnen lassen?“, fragte er seinen Partner. „Ja, wie schon die letzten zehn Jahre. Nein, aber ich muss wirklich nicht mehr hier liegen, das kann ich auch auf der Couch, und meine Familie fehlt mir jetzt schon nach der knappen Woche. Solange ich Arm und Schulter schone, wird es gehen.“ – „Maximilian ist tot.“ – „Was?“ – „Er ist vom Dach seines Hauses gestürzt. Ich hatte ihn fast soweit, mir zu erzählen, wo er Tommy damals geholt hatte, da stürmte das SEK hinter mir auf das Dach. Lange hat sich erschrocken, taumelte drei Schritte rückwärts und fiel.“ Alex hatte sich mittlerweile hingesetzt. „Aber ich habe den Nachnamen. Sanders. Hier aus Köln. Frau Sanders hat Maximilian Lange ihr Kind verkauft, für 10.000,00 DM. Unvorstellbar, oder? Susanne sitzt schon dran.“ Semir konnte nur mit dem Kopf schütteln. Ihn wunderte in der Geschichte eigentlich gar nichts mehr. „Und ich habe jetzt eine Woche Urlaub. Sandras Beerdigung ist morgen.“ Semir nickte stumm und blickte in Alex traurige Augen. „Wenn du es zuhause nicht aushältst, kommst du zu uns, verstanden? Ich bin in den nächsten Wochen wohl fast immer dort anzutreffen und für jede Gesellschaft dankbar. Unsere Tür steht dir immer offen, okay?“ – „Danke, Semir. Soll ich dich nach Hause fahren? Oder holt Andrea dich ab?“ Alex wies auf die Tasche. „Wenn du das machen würdest, warte, ich rufe Andrea schnell an, dass sie nicht los muss. Der Arzt wollte gleich noch kurz mit mir sprechen, dann können wir los.“

    Besuch bei Semir

    Semir war vor wenigen Tagen aus dem Krankenhaus entlassen worden und wartete jetzt zuhause die Wiederherstellung seiner Dienstfähigkeit ab, die aber wohl noch einige Wochen auf sich warten lassen wird. Am frühen Nachmittag war er mit Andrea alleine im Wohnzimmer, als es an der Haustür läutete. Andrea stand auf und öffnete. Vor der Tür stand eine junge blonde Frau, den einen Arm im Gips und unter dem anderen ein Geschenk, in der Hand einen Strauß Blumen.

    „Guten Tag, ich bin Miriam Schröter und möchte zu Herrn Gerkan, ist das möglich?“ - „Sicher, kommen Sie rein.“ Andrea ließ die Frau ins Wohnzimmer. Diese übergab die Blumen an Andrea. „Die sind für sie. Und das hier“, sie nahm das Geschenk in die jetzt freie Hand, ist etwas Schokolade für Sie, Herr Gerkan. Ich möchte mich bei Ihnen bedanken und um Entschuldigung bitten.“

    Semir versuchte, aufzustehen, es fiel ihm aber schwer, sich nur mit einer Hand abstützend aus dem tiefen Sofa zu erheben. „Bleiben Sie ruhig sitzen“ - „Wofür?“, fragte Semir, nachdem er es sich wieder bequem gemacht hatte. „Setzen Sie sich doch bitte. Kann ich Ihnen etwas zu trinken anbieten? Kaffee oder Tee vielleicht?“ - „Tee wäre sehr nett.“ Semir blickte Andrea an, die verstand. „Dann mache ich noch den Tee für euch und fahre dann gleich Ayda und Lilly abholen.“ Damit ging sie in die Küche, stellte die Blumen in eine Vase und hörte dem Gespräch von dort zu.

    „Wofür möchten sie um Entschuldigung bitten?“; wiederholte Semir seine Frage von eben. „Für das, was Maximilian getan hat.“ - „Aber Frau Schröter, Sie können doch nichts für die Taten dieses Mannes. Da ist einzig und alleine er selbst für verantwortlich.“ - „Ja, das schon. Aber ich hätte Sie warnen können und müssen. Am Tag nach dem Unfall waren Sie bei mir im Krankenhaus. Und ich habe geschwiegen. Ich hätte Ihnen die ganze Geschichte erzählen müssen. Es war töricht von mir zu denken, ich könnte ohne Polizei damit klar kommen. Dass Maximilian gefährlich sein würde, hätte ich Ihnen sagen können. Und das habe ich nicht. Das tut mir leid.“ - „Machen Sie sich darüber man keine Gedanken mehr. Ich trage es Ihnen nicht nach. Und, auch mit der Warnung hätte er auf uns geschossen, als wir auf seinen Hof fuhren.“ - „Hätten Sie nicht Verstärkung gerufen, wenn Sie von der Gefährlichkeit gewusst hätten?“ - „Das hätten wir vielleicht ...“, begann Semir, wurde dann aber von Andrea unterbrochen: „Das hätten Alex und Semir bestimmt nicht getan, glauben Sie mir, Frau Schröter“, sie stellte Teetassen und die Kanne auf den Wohnzimmertisch ab, „so, ich muss los.“ Andrea beugte sich zu Semir, gab ihm einen Kuss und dann Miriam die Hand. „War nett, Sie kennen gelernt zu haben. Und vielen Dank für die Blumen.“

    „Werden Sie der Sache nachgehen?“, fragte Miriam Semir - „Sie meinen...“ - „Ja, dass mit Tommy, dass er als Kind gekauft worden sein soll?“ - „Mein Partner ist an der Geschichte dran. Ich verspreche Ihnen, dass wir herausfinden werden, wo Tommy herkommt und seine wirkliche Familie finden werden.“ - „Ich weiß nicht, ob er sie wirklich kennerlernen möchte. Wissen Sie, wo ein Käufer ist, ist auch ein Verkäufer. Wer verkauft sein Kind denn für 10.000 Mark? Das sind gerade etwas mehr als 5.000€.“ - „Gerade das interessiert uns. Tommy kann dann selbst entscheiden, ob er den Kontakt haben möchte, oder nicht.“ Sie tranken Tee.„Ihr Partner hat seine Cousine verloren durch die Hand von Maximilian. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Und Sie hätte er auch fast getötet.“ Miriams Blick wanderte durch das Wohnzimmer der Gerkans und blieb an einigen Weihnachtsgeschenken hängen, die noch immer in einer Ecke liegen. Sie blickte Semir nicht an, als sie leise fragte: „Es war Weihnachten, oder?“ - „Ja, wir werden die Bescherung demnächst nachholen, finden nur, dass die Großeltern und Ben dabei sein müssten. Aber mal was anderes: Was haben Sie jetzt mit Ihrem Leben vor?“ - „Tommy und ich werden ab April wieder zur Schule gehen und den Schulabschluss nachholen, so sehen unsere nächsten Jahre aus. Es ist aufregend, das freie Leben kennen zu lernen, andere Menschen zu treffen. Ich mache gerade den Führerschein. Unvorstellbar, was wir alles versäumt haben. Das werden wir jetzt alles nachholen.“

    Semir wollte etwas darauf erwidern, wurde aber durch die Ankunft seiner Familie unterbrochen. Miriam beobachtete die Begrüßung der Kinder, die sich dann neben Semir auf die Couch setzten und war froh, dass es Maximilian nicht gelungen war, diesen Mädchen ihren Vater zu nehmen. Aber sie fühlte sich plötzlich etwas fehl am Platz und stand auf, um zu gehen. „Ich werde dann mal wieder. Ich wollte Ihnen nur sagen, dass ich unendlich froh bin, dass Sie uns geholfen haben.“ - „Wir haben nur unseren Job getan, Frau Schröter. Und wenn wir Tommys Geschichte geklärt haben, melden wir uns bei Ihnen. Und Sie sollten jetzt beginnen, Ihr Leben zu leben.“ – „Das werde ich, und Sie, passen Sie gut auf sich und Ihre Familie auf.“

    Drachen sind doch auch sehr feminine Wesen. Ayda richtet sich bestimmt nach ihrer Großmutter, die sich ja manchmal wie ein Schwiegerdrachen benimmt. Ich glaube, die Vorliebe hat sie nur zum Teil von Semir.

    Bei dem Verhör erfahren wir etwas über Bens Vergangenheit beim LKA. Anscheinend war damals Bens Partner ums Leben gekommen, weil Ben einen Fehler machte. Zumindest will uns das der Festgenommene weis machen. Oder war Raupach gar nicht Bens Partner, sondern jemand ganz anders? Und Winkel hat damals Ban mit einem Messerstich verletzt, kein Wunder, dass der ihm an die Gurgel will.

    Und ich sage jetzt nicht, dass du einmal Oberarm und einmal Unterarm geschrieben hast, uppps, jetzt ist es mir doch rausgerutscht ;)

    Ich glaube bestimmt, dass es Sarah gelingen wird, in die Akte zu schauen, und - im Gegensatz zu uns - wird sie ja auch schlau aus den Begriffen, Abkürzungen und Werten, die sie dortdrin findet.

    Und Semir hat den Zugang zur Höhle gefunden, hoffentlich endet der nicht in einer Sackgasse, nach dem Teileinsturz kann man das ja nicht wissen. Ich bin auf das Zusammentreffen von ihm und Jantzer gespannt, das geht nicht kampflos, so entschlossen wie der Jantzer ist.

    Showdown

    Es war durchaus nicht ungefährlich, was er hier tat, das war ihm durchaus bewusst, aber Alex konnte nicht länger abwarten, dem Mörder von Sandra gegenüber zu stehen, dem Mann, der für Semirs Verletzung verantwortlich war. Und er persönlich wollte es sein, der diesen Kerl zur Strecke bringt, kein anderer!

    Maximilian saß eingedöst in seinem Sessel, als der Hauptkommissar mit der Tür in seine Wohnung stürmte. Auf dem Wohnzimmertisch lag die Zeitung vom 27. Dezember, aufgeschlagen mit dem Artikel „Anschläge auf Polizisten zu Weihnachten“. Für ihn war die Rache damit erledigt. Er war gerade bei den Planungen der Suche nach Katja und Tommy eingenickt, als plötzlich Alex in seinem Wohnzimmer stand.„Mist“, fluchte er und sprang auf. Seine Waffe stand unerreichbar in der Zimmerecke. Was ihm blieb, war der Balkon. Mit zwei Sätzen war er an der Balkontür und riss diese auf. Alex sah ihn gerade noch so verschwinden und rannte hinter ihm her.

    Vom Balkon aus sprang Maximilian auf eine benachbarte Dachterrasse und kletterte eine Leiter zum flachen Dach empor, Alex jetzt dicht auf seinen Fersen. „Lange!“, schrie dieser, „nun geben Sie doch auf, es hat keinen Sinn mehr, sie kommen hier nicht raus!“ Er hörte, wie unten drei Dienstwagen des SEK vor dem Haus bremsten und mehrere Mann in das Treppenhaus stürmten. „Ich könnte Sie jetzt hier auf der Stelle erschießen!“ Dass Maximilian nicht bewaffnet war, hatte Alex beim Klettern auf der Leiter schon gesehen.

    Auf dem Dach war Endstation. Maximilian blieb zwei Schritte vor der Dachkante stehen und drehte sich zu Alex um. „Sie? … Sie sind doch…“ – „Nein, wie Sie sehen, bin ich nicht in meinem Auto verbrannt, wie Sie es eigentlich wollten. Meine Cousine hatte sich den Wagen geliehen, und…“, Alex geriet ins Stocken, fasste sich dann aber wieder und fuhr fort: „Sie haben sie umgebracht. Aus diesem Grund ist es mir ganz egal, ob Sie sich hier zu Tode stürzen oder nicht. Sehen Sie ein, dass es vorbei ist! Hier, ich lege meine Waffe runter“, Alex legte die Pistole an den Leiteraufgang, „dann können wir zusammen das Dach verlassen. Es muss niemand mehr sterben.“

    „Ich“, stammelte Maximilian, „wollte Ihre Cousine bestimmt nicht töten, ich wollte nur Sie und Ihren Kollegen, Sie haben mir meinen Sohn weggenommen und meine Tochter vorenthalten, dafür sollten Sie büßen.“ Maximilian machte keinerlei Anstalten, auf Alex zuzugehen. Dieser tat jetzt mit ausgestreckten Armen - um Maximilian zu zeigen, dass er keine Waffe in den Händen hielt - einen Schritt nach vorne, blieb aber sofort stehen, als er sah, dass sein Gegenüber eher noch nach hinten auswich. „Es tut mir leid, aber Ihr Plan hat nicht funktioniert. Sowohl ich, als auch mein Partner erfreuen uns bester Gesundheit. Sie hätten besser zielen müssen. Kommen Sie jetzt oder wollen Sie springen, mir wird langsam kalt hier draußen. Es ist Ihre Wahl – und mir egal! Aber sagen Sie mir vor Ihrem Flug noch eines: Wo haben Sie Tommy her? Hier waren Sie clever, wir haben noch keine Hinweise auf seine Herkunft ermitteln können. Und er hat doch ein Recht zu erfahren, wer seine Familie ist.“ Maximilian sah auf seine Füße, in seinem Kopf schien es zu arbeiten. Dann blickte er Alex ins Gesicht: „Tommy? Ich bin seine Familie! Gekauft habe ich ihn. Frau Sanders brauchte Geld, ich den Jungen, es war ein gutes Geschäft. 10.000,00 Mark“ – „Sie haben den Jungen für zehn Riesen gekauft?“, fragte Alex und betonte das Wort „gekauft“ dabei besonders ungläubig.

    Bevor Maximilian, der nun auf Alex wirklich allmählich den Eindruck machte, zum Aufgeben überredet werden zu können, antworten konnte, polterte das SEK hinter Alex auf das Dach, bis an die Zähne gepanzert und mit Maschinenpistolen bewaffnet. Maximilian vergaß für einen fatalen Augenblick, wo er stand, wich einige Schritte zurück, fand keinen Halt mehr für seine Füße und stürzte mit einem lauten Schrei, mit den Armen in der Luft rudernd fünf Stockwerke in die Tiefe. Alex starrte ihm entsetzt hinterher, als er die Dachkante erreichte, und sah seinen Körper auf dem Innenhof liegen.

    Dann drehte er sich langsam um, ging an den wie versteinert dreinblickenden SEK-Beamten vorbei, hob seine Waffe auf und verließ mit einem zynischen „Gute Arbeit, Jungs“ das Dach.

    „Sanders“, wenigstens ein Name war ihm geblieben.

    Na, das geht ja schon in rasanter Cobra-Manier los.
    Da konnten Semir und Ben also einen Raketen-Diebstahl vereiteln. Und die wollen jetzt eine Schule bei der Einschulung der Enkelin (oder Tochter, hier musst du dich noch entscheiden) stürmen. Lass mich raten: Das ist nicht zufällig die Schule, in die Ayda eingeschult wird, bei deren Einschulung unsere ¨Helden¨ anwesend sein werden? Ich glaube, das könnte spannend werden. Ich bleibe dran!

    Das kann Sarah ja gar nicht gefallen, draußen bleiben zu müssen, dann keine Informationen zu bekommen und dann noch mitzubekommen, dass Ben wieder beginnt zu krampfen. Vielleicht sollte sie schnell Konrad oder Julia anrufen, die bekommen als Angehörige sicher schnell Auskunft, aber geht das auch telefonisch?

    Während Semir den Notausstieg zum Klettern in die Höhle benutzt, sollen die Polizisten draußen den Jantzer ablenken. Hoffentlich gelingt es ihnen. Obwohl ganz so ohne Gegenwehr wird der sich Semir sicher nicht ergeben, und er hat immerhin auch Andrea in seiner Gewalt. Bin gespannt, ob es zum Kampf kommt und ob es Semir gelingt, seine Frau zu befreien.

    Hinter dieser Tür?

    Die Fahndung nach dem dunkelroten Opel Vectra mit dem Kennzeichen MO-JK 171 zog sich in die Länge. Alex hatte es sich zu Angewohnheit werden lassen, in seinem Büro wie ein Tiger im Käfig auf und ab zu wandern. Immer wieder verließ er das Zimmer, um nach neuen Erkenntnissen zu fragen, eine Frage, auf die er jedes Mal dieselbe Antwort von Susanne erhielt: „Alex, du wirst der Erste sein, der erfährt, wenn sich etwas tut!“ Und dann am Ende des vierten Tages tat sich wirklich etwas.

    Eine aufmerksame Bewohnerin eines Mehrfamilienhauses in Köln hatte den Wagen auf dem Parkplatz vor dem Haus entdeckt. Da sie auch den Fahrer gut beschreiben konnte, der in einer kleinen Wohnung im selben Haus wie sie wohnte, waren sich Alex und seine Kollegen ihrer Sache sicher. Alex raste sofort zu der angegebenen Adresse. „Sie warten dort aber auf das SEK, Herr Brandt!“, rief ihm Kim Krüger, die Dienststellenleiterin, noch hinterher und alarmierte sogleich das Spezialeinsatzkommando.

    Alex fand den Vectra wie angegeben auf dem Parkplatz stehend vor, Farbe und Kennzeichen stimmten und in der rechten oberen Ecke der Heckscheibe war ein verblichener Aufkleber angebracht, genau so, wie ihn Ben beschrieben hatte. Er wunderte sich, dass er in den letzten Tagen keiner Streife aufgefallen war, denn die hatten den Auftrag, offenen Auges auch durch die Seitenstraßen zu fahren. Oder war Maximilian erst nach vier Tagen leichtsinnig geworden und hatte es an diesem Tag versäumt, den Wagen vor Blicken sicher zu verstecken?

    Die Warnung seiner Chefin hatte er sehr wohl wahrgenommen, aber er konnte sich doch schon mal von der Informantin die fragliche Wohnung zeigen lassen, oder? Alex stieg die Treppen zum vierten Stock hoch. Diese deutete ihren Treppenhausflur hinunter. „Die letzte Wohnung auf der linken Seite ist es.“ – „Danke. Gehen Sie jetzt bitte wieder in ihre Wohnung zurück und schließen die Tür, es könnte hier gleich etwas laut werden. Wir sagen Bescheid, wenn es vorbei ist.“

    Obwohl die Warnung seiner Chefin noch in seinem Ohr laut und deutlich nachklang, übertönte sie seine innere Stimme bei weitem. Er konnte doch schon mal vorfühlen, die Verstärkung müsste doch nun jeden Moment eintreffen. Er zog seine Waffe, entsicherte sie und schritt geräuschlos auf die Wohnungstür zu, hinter der sich Maximilian Lange aufhalten soll. Er versuchte zu lauschen, konnte aber kein Geräusch aus der Wohnung wahrnehmen. Das SEK ließ heute aber auch auf sich warten.

    Jetzt stand er vor der Tür, hinter der sie diesen Fall zu den Akten legen könnten, der Tür, hinter der er den Mann vermutete, der 2 Kindern die Jugend gestohlen, auf Semir und ihn geschossen, Semir schwer verletzt und nicht zuletzt Sandra, seine Cousine, mit einer Autobombe getötet hatte, der Mann, dessen Flucht heute, hier und jetzt ein Ende haben sollte. Alex blickte wiederholt auf seine Uhr. Er hielt es nicht länger aus. Klingeln oder Klopfen? Er entschied sich für die dritte Option, ging ein paar Schritte zurück und trat mit Anlauf die Wohnungstür ein.

    Hartmut, unser KTU-¨Held¨ hat einen Plan für Semir. Puh, Glück gehabt, sonst wäre an der versperrten Höhle wirklich Endstation gewesen. Das klingt aber nicht ganz ungefährlich, wird bestimmt ein Alleingang, oder? Ich bin gespannt, was du dir ausgedacht hast. So hilflos Andrea schreien zu hören, muss wirklich schlimm für ihn sein.

    Was ist das denn für eine Vorschrift, die es einem Polizisten untersagt, sein Handy dabei zu haben? Und was ist das für eine Memme, dass er sich daran hält? Aber gut, ist ja noch neu im Geschäft. Hauptsache ist doch, dass Semir ein Handy hat, mit dem er telefonieren und Hilfe bei seinen Kölner Kollegen holen kann.

    Yon, kleine Anmerkung. Wesel hatte früher "MO", aber schon seit den 70er Jahren „WES“. Jetzt ist es zwar seit ein paar Jahren wieder möglich „MO“ (Moers) zu nehmen, aber die meisten Autos werden da sicher noch „WES“ haben. Aber natürlich gibt es sicher das eine oder andere, das mit „MO“ rumfährt und der Vectra ist ja auch nicht mehr das neuste Auto.

    Gemeint war der Landkreis Wesel, wo die Kfz-Kennzeichen WES, MO und DIN möglich sind, nicht die Stadt Wesel! Sei doch froh, dass ich nicht Mettmann genommen habe :D