Klosterwein kann tödlich sein

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  • Semir sah sich im Klostergarten um. Da stand es... die Pflanze, die Dormagen tötete. Also war doch das Kloster der Schlüssel zur Lösung des Falles. Semir besah sich die Pflanze genau... einige Exemplare schienen zu fehlen. Er merkte nicht, wie sich Martin von hinten auf leisen Sohlen näherte. „Kann ich ihnen helfen?“, fragte er dann und Semir ruckte mit seinem Kopf herum. „Allerdings...“, murmelte er, richtete sich auf und nahm einen Sicherheitsabstand zu dem Mönch ein. Er wollte keinerlei ungewöhnliche Überraschungen erleben. „Sie haben hier den blauen Eisenhut einfach so zu wachsen... Sie wissen aber schon, dass er giftig ist, oder?“, fauchte Semir und ging einen Schritt auf den Mönch zu. „Ja natürlich, aber wir essen ihn ja nicht... Er dient uns als Untersuchungsobjekt. Wir Klosterbrüder versuchen, die heilende Wirkung des Eisenhuts noch deutlicher zu ergründen.“, lächelte Martin. „Mit diesem Eisenhut... und ich wette, ich kann es nachweisen... wurde der Anschlag auf die Staatsanwältin und den Regierungspräsidenten verübt. Wer hat sie dazu angestiftet? War es vielleicht Gernot Wild?“, fauchte Semir mit lauter Stimme. „Ich weiß nicht, was sie meinen.“, begehrte Martin auf, ließ aber nicht das Lächeln fallen. „So, das wissen sie nicht. Ich will, dass sich alle Brüder im großen Saal versammeln und zwar ein bisschen plötzlich.“, forderte er. „Wie sie meinen, Herr Hauptkommissar. Bitte, hier entlang.“, bat Martin und ließ Semir vor. Da er sich in seine Wut gesteigert hatte, ging Semir vor und beging damit einen schweren Fehler. Denn schon im nächsten Moment holte Martin aus und streckte den Deutschtürken eiskalt mit einem Schlag ins Genick nieder. „Du hast mir nichts zu sagen, Bulle. Wollen doch mal sehen, wie viel du aushältst.“, lachte Martin und zog Semir unbeobachtet zum Weinkeller rüber, wo sich der Eingang zur versteckten Kammer befand.
    Ben sah Stefan an. Er musste hier raus. Er musste Semir warnen, bevor Martin etwas unternahm. Er ließ ein Stück Brot in den Mund gleiten und fing an zu husten. Dieses hörte sich so grausam an, dass man glauben konnte, er würde ersticken. Mit wedelnden Händen versuchte er Stefan dazu zu bewegen, ihm zu helfen. Und tatsächlich ließ er sich erweichen. Wie durch ein Wunder war Ben von seinem Husten befreit und schlug zu. Doch Stefan schien nicht so einfach zu überwältigen zu sein, denn er drehte sich um und hielt Bens zuschlagende Hand fest. „Nicht mit mir…Bulle!“, stieß er wütend aus und schlug Ben in den Magen. Dieser schrie auf. Er hatte zwar mit Gegenwehr gerechnet, aber nicht, dass dies so schnell passierte. Ben ließ sich nicht so einfach fertig machen. In der kleinen Kammer entwickelte sich ein Kampf. Mal schlug Ben zu, dann kassierte er wieder einen heftigen Schlag ein. Der Kampf ging über fünf Minuten und er hörte, dass auch Stefan Probleme hatte. Und gerade, als Ben dachte, er könnte gewinnen, trat Stefan ihn in den Schritt. Wie eine Explosion überkamen Ben die Schmerzen. Er ging zu Boden und krümmte sich. Stefan riss einen Arm von Ben hoch und der Hauptkommissar spürte wie sich eine Schelle ums Gelenk schloss. „So….das war es jetzt für dich.“, stieß Stefan wütend aus. Er trat erneut zu. Ben versuchte sich mit einer Hand gegen die Tritte zu schützen, doch es gelang ihm nicht. Nur wenige Minuten später lag er blutend am Boden. Stefan stand atemlos im Türrahmen. „Wie du willst….Essen wirst du erst einmal nicht bekommen. Genauso wenige wie Wasser.“, stieß er mit Genugtuung aus. Er drehte sich um und verließ die Kammer. Ben hörte wie sich der Schlüssel drehte.

    Martin ließ den bewusstlosen Semir auf den Boden. Martin suchte nach Fesslungsmaterial und fand in einer Ecke Stacheldraht. „Wie für dich gemacht...“, lachte er gehässig. Er zerrte den reglosen Körper zu einem der Träger und lehnte ihn daran. Dann zog er die Arme nach hinten und legte den Stacheldraht an. Er hatte sichtlich Spaß daran, den Draht möglichst eng zu drehen. Die Gegenwehr würde der Bulle direkt spüren…mit jeder Bewegung… dachte er leise. Dann waren die Füße dran. Auch die wurden mit Stacheldraht gewickelt. Mehrmals stach Martin sich selbst in die Finger und fluchte verhalten. Als er fertig war schlug er Semir die flache Hand ins Gesicht. „Hey… schlafen kannst du wenn du tot bist!“, fauchte er ihn an. Semir zeigte keine Regung. „Komm schon!!“, lachte Martin und schlug erneut zu. Nichts. „Gut… dann eben Wasser… das hilft immer...“, murmelte er. Er stand auf und holte einen Eimer aus der angrenzenden Küche. Das eiskalte Nass ergoss er über den reglosen Polizisten. Dieser schrak auf und holte japsend Luft. „Na da sind wir ja wieder. Schade….dein Freund ist dummerweise aufgeflogen. Und nun werdet ihr uns Beide einen großen Dienst erweisen. Was dann passiert, wird dann Wild bestimmen.“, lachte er ihn an. Semir sah ihn an. „Sie werden damit nicht durchkommen…“, stieß Semir aus. „Ach meinst du wirklich?“, wollte Martin wissen. „Meine Kollegen wissen, dass ich hier her wollte. Sie werden mich suchen, wenn ich mich nicht melde!“, prophezeite Semir. „Oh wenn das so ist, dann wirst du dich bei deinem Vorgesetzten melden. Wann ist der Zeitpunkt?“, wollte Martin wissen. Doch nun fühlte Semir sich ihm überlegen. Er grinste nur. „Das werde ich dir sicher nicht verraten…“, kam von ihm. Martin lachte. „Du glaubst gar nicht, was du mir alles erzählen wirst. Ich habe meine Mittel dafür und ich werde sie auch nutzen. Also, wenn du nicht gerade Schmerzen erleiden willst solltest du es mir sagen…“, ermahnte Martin ihn. Doch Semir schwieg eisern.

    Andrea stellte den Kinderwagen parat. Aida sah ihre Mutter mit großen Augen zu. „So…meine Kleine… nun werden wir mal den Tag genießen. Was hältst du von einem Tag im Freien?“, wollte sie wissen. Aida strahlte regelrecht. Sie wusste genau, was die Mama damit meinte. Schnell hatte sie ihre Sandgarnitur zusammengepackt. „Da…“, sagte die Kleine. Andrea lachte. „Also gut… Spielplatz… die Mama muss nur schnell was zu trinken und zu essen einkaufen und dann geht es los.“, lachte sie. Schnell war es getan und mit ihrer Tochter im Kinderwagen ging es in den Park der hinter dem Haus begann. Sie bemerkte nicht, dass ein Mann ihr folgte. Auf dem Spielplatz ließ sie Aida laufen. Die Kleine nahm alles was sie tragen konnte aus dem Korb unter dem Sitz des Kinderwagens und lief dann zum Sandkasten. Dort spielte sie völlig versonnen und backte Sandkuchen. Andrea sah ihr entspannt zu. Immer wieder dachte sie an ein zweites Kind. Es wurde Zeit, denn der Altersunterschied sollte nicht all zu groß sein. So waren ihre Gedanken. „Ein herrlicher Tag nicht wahr..?“, riss sie eine männliche Stimme aus ihren Träumen. Andrea sah ihn an. „Ja… ein wunderschöner Tag.“, meinte Andrea nur. „Ist das Ihre Kleine…?“, wollte der Mann wissen. Andrea sah zu Aida. Sie war das einzige Kind, was im Kasten spielte. „Ja…mein Augenstern…“, nickte sie. „Dann sollten Sie gut auf sie aufpassen, Frau Gerkhan…“, lächelte der Mann und stand auf. Andrea sah ihm nach. „Woher kennen Sie meinen Namen?“, rief sie ihm nach. Doch der Mann reagierte nicht. Verwirrt sah Andrea ihm nach und ging danach gleich zu ihrer Tochter. Dieses Worte hatten ihr doch Angst gemacht. War ihr Leben wieder bedroht?

    Ben wachte langsam wieder aus seiner Ohnmacht auf und hörte, wie der Schlüssel im Schloss gedreht wurde. Stefan kam herein und sah ihn nur erbost an. „So... ich hoffe, du hast dich gut erholt. Denn jetzt geht es zum nächsten Schritt.“, lachte er und schloss die Handschelle um Bens Handgelenk auf, die mit dem Bettgestell verbunden war. „Los, und wehe, du machst irgendwelche Dummheiten. Ich warte nur drauf, dich fertig zu machen.“, lachte Stefan und ging mit Ben in den Weinkeller hinunter. „Was wollen wir hier?“, wollte Ben wissen. In ihm stiegen Angstgefühle hoch... Hier unten hörte ihn doch keiner, geschweige denn, es würde ihn jemand finden. Doch Stefan antwortete nicht, stattdessen betätigte er einen Hebel an der Wand und eine verborgene Tür öffnete sich. „Los, rein da...“, zischte der Mönch und stieß den Polizisten in den kalten und dunklen Gang. Ben strauchelte, fiel hin und richtete sich dann langsam wieder auf, doch Stefan schien kein Erbarmen mit ihm zu haben. Immer wieder wurde Ben gestoßen und er spürte, wie die Wut in ihm aufstieg. Dann kamen sie einem schwachen Licht näher. Doch bevor Ben in diesen Raum gehen konnte, hielt in Stefan fest. „Nein, du wirst hier bleiben... hier an der Wand angekettet.“, zischte Stefan und legte Ben eiserne Manschetten an. Dieser ließ es über sich ergehen, er wusste nicht, was noch alles kommen sollte. „So, und im Spiegel dort kannst du sehen, was passiert.“, lachte der Mönch und drehte Bens Kopf in eine Richtung. Erschrocken weiteten sich die Augen des jungen Hauptkommissars, als er sah, dass Semir dort auf einem Stuhl saß, mit Stacheldraht gefesselt und vor ihm Martin. „Sem...“, er verstummte, da Stefan ihm die Hand auf den Mund presste. „Wir wollen doch nicht, dass er dich hört.“, lachte er und zog ein zusammengeknülltes Tuch hervor, löste kurz die Hand auf Bens Mund, stopfte ihm aber dafür das Tuch tief in den Rachen. „Mmmmmmmmhhhhhhhhhhhh.“, stieß Ben wütend aus und wollte zutreten, doch Stefan wich aus. „Sieh zu und hör, was Martin mit deinem Freund macht.“, lachte er und hielt Bens Kopf in die Richtung des Spiegels.
  • Semir sah auf Martin und schwieg immer noch eisern. „Ich würde dir raten zu reden, oder es passiert gleich was sehr schmerzhaftes.“, drohte der Mönch. Doch von Semir kam keine Antwort. „Wie du willst, Bulle.“, meinte der Mönch und zog Semirs Arm nach vorne, dabei bohrten sich die Stacheln durch die Kleidung in Semirs Haut, doch er ignorierte die Schmerzen, indem er sich auf die Lippen biss. Dann wurde sein Arm auf der Lehne des Stuhls so fixiert, dass seine Finger hervorgestreckt waren. Martin griff hinter sich und holte eine kleines Ding hervor, was Semir im ersten Moment nicht zuordnen konnte. „Gefällt es dir? Das ist ein sehr altes Gerät, aber ich bin sicher, es funktioniert noch sehr gut.“, lachte Martin und schnell war das Ding um Semirs Daumen gelegt. „Nochmals ... ruf deinen Vorgesetzten an und mach denen klar, dass hier im Kloster nichts passiert ist.“, forderte Martin, doch wieder kam nichts von Semir. „Wie du willst... dann eben auf die harte Tour.“, meinte der Mönch und drehte die Schraube fest. Langsam spannte sich die Platte und quetschte Semirs Daumen zusammen, wobei dem Hauptkommissar ein spitzer Schrei entfuhr und seine Augen weit aufgerissen auf das Gerät sahen. „Na, willst du mir irgendwas sagen?“, fragte Martin, doch Semir grinste nur. „Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“, lachte er verächtlich. „Das wollen wir doch gleich mal testen.“ Wieder kam eine Umdrehung und Semir merkte, wie sein Nagel zusammengedrückt wurde. Die Schmerzen kamen wie Elektrostöße und durchrollten seinen ganzen Körper. Er versuchte nicht zu schreien, biss immer wieder die Zähne zusammen, doch dann ging es nicht mehr und er schrie... Er schrie sich die Schmerzen aus dem Leib. Er ahnte nicht, dass einige Meter weiter Ben stand, unfähig zu sprechen, dem die Schreie von Semir das Herz zerrissen.

    Semir stöhnte nach einigen Minuten nur. „Und wirst du nun anrufen?“, höhnte Martin. Semir sah ihn an. Verschwommen erkannte er das Gesicht. Doch er wusste auch, wenn er nun klein beigibt, dann hätten sie verloren. Er und Ben mussten auf die Hilfe von außen hoffen und das ging nur, wenn er nicht anrief. Warum konnte er seinen Mund nicht halten… warum musste er es raus posaunen? „Du….kannst mich mal…“, stieß er leise aus. „Schade… dann werden wir eine Drehung weiter machen. oder nein…. Weißt du ich habe was Besseres vor… dein Freund wird dich schon überreden. Ruf deinen Chef an!!“, fauchte Martin ihn an. „Niemals…“, kam von Semir. „Gut… dann werde ich mir deinen Freund vorknüpfen. Du darfst zusehen…STEFAN!!“, schrie Martin. Nur wenig später kam ein zweiter Mann herein. „Jetzt werden wir uns Bruder Ben vornehmen… Unser Freund hier weigert sich seinen Boss anzurufen. Und wir müssen ihn mal überreden. Hast du eine Idee?“, lachte Martin. „Lassen Sie Ben in Ruhe!!“, stieß Semir wütend aus und zerrte trotz der Stacheln an den Fesseln. „Oh…dann ruf deinen Boss an!“, meinte Martin nur. „NEIN!!“, schrie Semir dagegen. „Gut… wir drehen den Spiegel…“ kam von Martin. Er ging zu der Wand wo der Spiegel hing und hängte ihn aus. „BEN!!“, stieß Semir aus, als er seinen Freund dahinter sah. Angekettet an der Wand. Martin ging durch die Tür und Stefan stellte den Spiegel so, das Semir alles sehen konnte.

    Martin schritt auf Ben zu. „Wirst du bei deinem Vorgesetzten anrufen und ihm sagen, dass alles in Ordnung ist, Bruder Ben?“, fragte er und zog Ben den Knebel raus. „Du verdammtes Schwein….lass ihn in Ruhe…“, schrie Ben raus. Martin baute sich vor ihn auf und holte aus. Wie ein Dampfhammer landete die Faust in seinem Magen. Ben ging in die Knie, doch die Ketten hielten ihn so, das Martin ihn scheinbar mit einem Sandsack verwechselte. Die Schläge prasselten auf ihn ein und nur knappe fünf Minuten später hing Ben leblos in den Ketten. Völlig außer Atem ging Martin zurück zu Semir. Dieser starrte ihn wütend an. „Und wirst du nun anrufen?“, fragte er höhnisch. Semir nickte. Wenn er es nicht tat, dann würde dieser Typ Ben völlig fertig machen. „Gut…die Nummer!“, forderte er. Semir nannte ihm die Handynummer. Martin war zufrieden. Er wählte an und hielt Semir das Handy ans Ohr. Dabei stellte Martin den Lautsprecher an, damit Semir sich nicht verriet. „Semir hier…ich bin…bei Ben im Kloster…werde ihn hier unterstützen und …und mich morgen wieder melden…“, stieß er aus. Dabei versuchte er so gelassen wie nur möglich zu bleiben. Martin zog das Handy zurück und beendete das Gespräch bevor jemand antworten konnte. „Sehr gut gemacht. Damit sind wir doch schon mal auf der sicheren Seite.“, gab er grinsend von sich. „Stefan…mach unsere Freunde für die Nacht bereit…ist ja schon fast Abend. Essen fällt flach.“, befahl er. Sein Freund nickte nur. Semir schloss die Augen. Wenn du wüsstest…dachte er nur.

    Hotte sah Dieter verdutzt an. „Was sollte das denn?“, fragte er. Dieter zog die Schultern hoch. „Keine Ahnung. Ich meine er kann deine Nummer verwechselt haben. Nicht, dass er die Chefin anrufen wollte und deine Nummer gedrückt hat. Aber der Text war schon komisch… na geben wir ihn erst mal weiter.“, murmelte Dieter nur. Hotte nickte und verschwand in Richtung Büro von Kim Krüger. Er klopfte brav an. „Chefin… Semir hat angerufen. Er lässt ausrichten, dass er sich im Kloster aufhält und dann Ben unterstützt. Er wird sich morgen wieder melden.“, gab er bekannt. „Was? Wieso das denn?“, wollte sie wissen. „Ich weiß nicht… er hat aufgelegt bevor ich antworten kann. Aber das kann er dann ja morgen erklären…“, meinte Hotte nur. Kim sah ihn an. „Ja stimmt….also gut…wir warten bis morgen ab dann wird er es mir aber erklären, das schwöre ich…“, drohte Kim leise. Hotte verschwand. Kim sah ihm nach. Mein lieber Semir….sollte das wieder ein Alleingang werden, dann ist was gebacken…schwor sie in Gedanken.

    Semir wurde wie Ben an die Wand gekettet. Sein Daumen tat höllisch weh. Der Schmerz pochte, doch er hatte auch Wunden von dem Stacheldraht erlitten. Dennoch gingen die Beiden mit ihm brutal um. Aber er war mit Ben in einem Raum. Dennoch konnten sie sich nicht unterhalten, denn das hatte Martin verhindert, indem er beide Knebelte. Ben war immer noch ohne Bewusstsein. Semir sah ihn an. „Mmmmhhh….“, machte er und versuchte so weit wie nur möglich an Ben heran zu kommen. Er wusste nicht, dass Stefan und Martin den Beiden zusahen. „Sie können hier nicht raus. Lassen wir sie für die Nacht alleine.“, meinte Stefan und zog Martin mit raus. „Ja, wir werden Wild erstmal informieren und dann kümmern wir uns einige Tage um die Beiden.“, lachte Martin und ging mit Stefan den Gang entlang. „Was ist dann? Wir können sie doch nicht hier unten lassen?“, kam es von Stefan. „Warum denn nicht? Schließlich weiß keiner, dass sie hier sind und bis die gefunden werden, vergehen schon ein paar Wochen... vielleicht auch Jahre. Sicherlich werden die Ratten ihren Spaß mit den Beiden haben.“, lachte Martin und schloss die Tür wieder, als sie im Weinkeller standen und in ihre Kammern gingen.
  • Die Nacht brach rein und Andrea wartete auf ihren Mann. Noch immer war er nicht zu Hause und an sein Handy ging er nicht. „Wo ist der Papa bloß wieder?“, fragte sie ihre Tochter, die auf der Couch saß und ihre Mama mit den großen Augen ansah. „Tja, da müssen wir wohl wieder einige Leute aus dem Bett klingeln.“, meinte sie und wählte den Büroapparat von Kim Krüger an. Doch da meldete sich keiner mehr. „Dann eben auf dem Haustelefon.“, waren ihre nächsten Gedanken und schon wählte sie Kims Nummer an, die ihr Susanne für alle Fälle gegeben hatte. „Krüger?“, meldete sich die Frau verschlafen. „Frau Krüger... hab ich sie geweckt?“, fragte Andrea leicht peinlich berührt. „Frau Gerkhan... sagen sie nichts, sie suchen ihren Mann, oder?“, wollte Kim wissen und fuhr sich durch ihr Haar. „Allerdings, ich kann ihn nicht erreichen. Wissen sie denn, wo Semir ist?“, wollte Andrea wissen und ging immer wieder im Wohnzimmer hin und her. „Semir... ich meine Herr Gerkhan, ist bei Herrn Jäger im Kloster und wollte da bis morgen bleiben. Geht er denn nicht an sein Handy?“, kam die nächste Frage von Kim. „Nein... vielleicht irre ich mich auch.... vielleicht sitzt er auch in einem Funkloch, aber ich mache mir wirklich Sorgen, Frau Krüger.“, kam es mit zittriger Stimme von Andrea. „Gut... ich werde mich darum kümmern.... Versprochen.“

    Semir wand sich in seinen Fesseln und versuchte den Knebel aus seinem Mund zu kriegen. Dieses stinkende Tuch schürte fast in ihm einen Brechreiz und das wollte er bestimmt nicht haben. Endlich schaffte er es und stieß den Knebel auf den sandigen Boden aus. Sein Mund war trocken und die Kehle fühlte sich an, als habe er eine halbe Wüste verschluckt. „Ben... Ben, bitte sag doch was...“, flehte er seinen Partner an, der immer noch benommen in seinen Fesseln hing. „Verdammt Ben... komm schon... Ich brauch dich doch.“, flehte Semir und ließ dann den Kopf hängen. Dann hörte er ein leises Stöhnen und Semir sah auf. In Ben kehrte langsam das Leben zurück. „Ben... endlich. Wie geht’s dir?“, fragte Semir und Ben rollte nur mit den Augen. Mit den Fingern deutete er auf den Mund, wo immer noch der Knebel saß. „Oh stimmt ja... du hast die Klappe wieder mal ganz schön voll.“, lachte Semir und sah Ben dann dabei zu, wie er versuchte, den Knebel zu entfernen. Nach einer Weile war auch er ohne Tuch im Mund. „Boah... ist das ekelhaft.“, kam es hustend von Ben, der sich noch von seinen Schmerzen erholte. „Semir... meine Organe fühlen sich wie Sandsäcke an. Diese verdammten Mönche. Ich mach sie fertig, wenn ich die Gelegenheit dazu bekomme.“, fauchte Ben und wand sich in den Ketten. „Wir müssen irgendwie unsere Kollegen darauf aufmerksam machen, dass wir hier sind.“ „Keine Angst Ben, das habe ich schon, als ich telefonierte. Ich hoffe, dass Hotte den Wink verstanden hat.“, meinte Semir und sah sich in der Kammer um. „Scheint nicht gerade gemütlich zu werden. Wer weiß, was die noch mit uns vor haben.“, kam es stöhnend von Ben. „Ich denke, wir sollte nicht hier bleiben und warten, bis sie es an uns ausprobieren.“, kam von Semir und stemmte sich gegen die Ketten. Die Wände schienen nicht mehr die allerjüngsten zu sein und wenn er sich nur genügend bemühte, dann würde er schon frei sein. „Komm Ben... die Wände sind schon alt... Los, wir stemmen uns gegen und reißen die Ketten raus.“ „Klar, du Superman... dann fang mal an.“, meinte Ben skeptisch und sah Semir dabei zu, wie er sich abmühte. Ob er es schaffen würde?

    Martin konnte nicht wirklich schlafen. Er musste herausfinden, was der Bulle wusste und vor allem wie viel er davon schon preis gegeben hatte. So zog er sich an und ging die Stufen in den Keller schlurfend hinunter. Er betrat den Raum, von wo aus er die Beiden beobachten konnte. Warum er das tat, wusste er selbst nicht, aber er hielt es auf jeden Fall für das Richtige. So sah er erstaunt und doch auch irgendwie erfreut, dass der kleine Bulle versuchte sich los zu reißen. „Da kannst du reißen wie du willst.“, lachte er leise zu sich. Dennoch ging er nicht in den Raum. Die Knebel waren beide schon mal los. Das wird ein großer Spaß werden, gingen seine Gedanken weiter. Er freundete sich damit an, dem Bullen so richtig den Stolz zu nehmen. Er würde ihn brechen. Mit aller Gewalt. Doch immer noch ging er nicht zu ihnen. Er wusste ja genau, dass die Ketten fest waren, da konnte der Kleine dran zerren soviel er wollte. Martin stand eine Weile da. „Nun hilf mir endlich!!“, fauchte Gerkhan. Doch dieser Ben schien zu verstehen, dass er nicht gegen die Mauer ankam. „Semir….es hat keinen Sinn. Warum meinst du haben sie uns hier unten allein gelassen, wenn die Gefahr bestünde, dass wir uns losreißen könnten?“, stellte er die Frage. Martin zog die Augenbrauen hoch. Dieser Ben schien nicht auf den Kopf gefallen zu sein. „Hast du hier hinter den Mauern deinen Verstand verloren, Ben?“, wollte Gerkhan wissen. „Nein…ich bin realistisch. Du weißt nicht wie grausam die Brüder hier sein können. Aber glaube mir…ich habe hier schon einiges mitbekommen. Ich verfluchte meine dämliche Idee hier undercover gegangen zu sein…“, gab Ben von sich. Martin lachte leise. Du kennst nicht die ganze Brutalität, die in den Klostermauern steckt, aber ich werde sie euch schon noch zeigen….morgen spielen wir erst einmal Hexentauchen…und du mein lieber Bruder Ben, wirst deinen Freund ertränken… dachte Martin zufrieden und verschwand wieder. Er konnte sich getrost ins Bett fallen lassen.

    „Ben!! Hilf mir!!“, stieß Semir erneut aus. Er zerrte bereits seit einigen Stunden an den Ketten ohne auch nur den Ansatz eines Erfolges zu sehen. „Schlaf Semir… ich denke wir werden den noch gebrauchen. Du schaffst es nicht, die Ketten raus zu reißen…“, wiederholte Ben mit monotoner Stimme. Semir hörte tatsächlich auf. Seine Handgelenke taten höllisch weh. „Scheint ganz so…aber wenigstens habe ich es versucht…“, fauchte der Deutschtürke resignierend. Er ließ sich auf den Boden nieder und schloss die Augen. „Wenn ich die Brüder in die Finger bekomme, dann können die was erleben. Ich hoffe nur Hotte hat den Wink verstanden.“, murmelte er. Semir war auch wenn er es nicht gern zugab, erschöpft. Doch wer ihn kannte, wusste dass Semir niemals aufgab. Er tankte Kraft und dann würde er wieder loslegen. Sich gegen die Gewalt aufbäumen und vermutlich doch wieder verlieren, weil er sich einfach überschätzte. „Ben….hast du schon irgendwas heraus gefunden?“, fragte er plötzlich. „Ja… etwas… dieser Martin und Stefan…planen etwas. Aber nicht allein…es gibt einen Kerl im Hintergrund. Ich nehme an, das ist der dem ich es zu verdanken habe, dass meine wahre Identität ans Licht gekommen ist.“, murmelte Ben. „Das muss nicht zwangsläufig sein, als die Glocke gefallen ist, hast du laut meinen Namen gebrüllt. Ich vermute die Brüder haben es gehört und konnten eins und eins zusammenzählen. Wenn diese verdammten Ketten nicht wären. Ich habe Wild verhört, das ist der Nachfolger von Dormagen. Dieser Kerl hatte mir gedroht, wenn ich nicht aufhören würde zu ermitteln, könnte mir was passieren. Das war übrigens auch nach dem ersten Besuch hier. Einer oder auch zwei der Brüder haben mich irgendwo hier festgehalten, da bin ich mir sicher. Eine ganze Nacht war ich gefesselt und geknebelt und am nächsten Tag wurde ich dann ins Auto gesperrt. Dieter und Hotte haben mich dann gefunden und befreit. Auch da wurde ich gewarnt alle Ermittlungen einzustellen und alles als einen Unfall zu betrachten…“, berichtete Semir. Immer wieder merkte er, wie ihm die Augen zufielen. Von Ben kam bereits gar nichts mehr. „Na super…da gibt man einmal im Leben einen ausführlichen Bericht ab und er schläft ein…“, tadelte Semir seinen Partner verbittert lächelnd.
  • Der nächste Morgen brach an und Kim war recht zeitig im Büro. Sie rief Semir über Handy an. Allerdings ohne Erfolg. Dann versuchte sie es bei Ben. „Gut…die scheinen tatsächlich in einem Funkloch zu stecken. Nun gut…dann werden wir die Beiden halt im Kloster besuchen.“, murmelte sie. Nach dem Kaffee machte sie sich auf um zum Kloster zu fahren. Doch als sie dort ankam, sah sie Semirs Wagen nicht. Dennoch stieg sie aus und klopfte an die große Tür. Es dauerte etwas bis jemand kam. „Hallo…Kim Krüger….Kripo Autobahn. Ich würde gern mit dem Abt sprechen…“, bat sie. „Das tut mir Leid, Frau Krüger, aber der Abt ist nicht hier. Er wünscht aber nicht, dass Frauen Zutritt ins Kloster bekommen. Bitte beachten Sie das Gebot Gottes.“, bat der Mönch. Kim sah ihn an. „Wann ist der Abt denn zu sprechen?“, fragte sie freundlich. Natürlich würde sie diese Vorschrift nicht missachten. Dafür gab es schließlich keinen Grund. „Am späten Nachmittag…Kommen Sie doch einfach wieder…“, bat der Mönch. Kim nickte. „Danke werde ich gern tun.“, verabschiedete sie sich und stieg wieder ins Auto. Es schien alles in Ordnung zu sein. Sie musste abwarten was die Männer ihr berichteten. Sollten sie sich allerdings nicht melden, dann musste sie davon ausgehen, dass etwas nicht stimmte, bisher hatte sie allerdings keinen begründeten Verdacht. Nur eine Stunde später war sie im Büro. Ihr Telefon klingelte. „Frau Gerkhan…ich kann Sie beruhigen. Es ist alles in Ordnung. Semir und Ben scheinen tatsächlich in einem Funkloch zustecken, welches vorübergehend ist. Sonst hätte Ihr Mann ja auch nicht Herzberger anrufen können. Ich gebe Ihnen Bescheid, wenn er zurück ist.“, gab sie durch. Allerdings wusste sie auch, dass sich Andrea Gerkhan sicher nicht mit dieser Beruhigung abspeisen ließ.

    „Verdammt Martin…eine Frau war gerade am Tor…eine Kollegin unserer beiden Freunde im Keller…“ fauchte Stefan am Tisch. Martin nickte. „Na und? Die beiden hatten sich gemeldet. War sicher nur Kontrolle. Was wollte sie denn?“, kam die Gegenfrage. „Sie wollte den Abt sprechen. Sie wird heute Nachmittag wieder kommen.“, kam völlig besorgt von Stefan. „Das ist doch gut… weißt du was ich mir gedacht habe…wir lassen Bruder Ben das Tor öffnen. Er wird ihr sagen, dass sie sich noch ein paar Tage gedulden soll. Du wirst seinem Freund geknebelt ein Messer an die Kehle halten…. Wenn Bruder Ben was Falsches sagt… nun ja…“, grinste Martin böse. Stefan sah ihn nicht so verwegen an. Er machte eher den Eindruck, als würde die Sache nicht gelingen. „Kopf hoch Stefan... jetzt kümmern wir uns erst mal um unsere Gäste und werden den alten Hexenstuhl ausprobieren.... und mit Gerkhan fangen wir an.“, lachte er und ging mit seinem Kumpel in die Kellergewölbe, wo sich Semir und Ben befanden. Die beiden Polizisten sahen auf, als sie Schritte im Gang hörten. Sofort wichen sie an die Wand zurück, doch da war kein Platz mehr. Sie konnten ihren Peinigern nicht entkommen. Martin baute sich vor Semir auf. „Deine Kollegin war vorhin da... hast du etwa doch geplaudert?“, fragte er und riss Semirs Kopf an den Haaren zur Seite. Dieser schrie auf und Ben versuchte nach Martin zu treten. „Lassen sie ihn in Ruhe.“, schrie er, kassierte aber einen Kinnhaken von Stefan. Bens Kopf flog gegen die Mauer und Blut floss aus der aufgeplatzten Lippe. „Ihr Freund scheint sich sehr große Sorgen um sie zu machen.“, lachte Martin und zog einen Schlüssel unter seiner Kutte hervor. „Mal sehen, wie lange er sie halten kann.“, kam es als nächstes von dem Mönch. Semir verstand nicht, merkte dann aber, wie die Ketten aufgeschlossen wurden. Sofort wollte er sich auf Martin stürzen, dieser schien aber zu ahnen, was Semir vorhatte und wich dem Kerl aus, schlug aber gleichzeitig wieder zu. Stöhnend ging der Deutschtürke zu Boden und blieb dort liegen. „SEMIR!!“, stieß Ben aus und zerrte wieder an den Ketten. Er sah nur noch, wie Semir von Martin gepackt und um die Ecke geschleift wurde.

    Langsam wachte Semir wieder aus seiner Bewusstlosigkeit auf und fand sich gefesselt auf einen Stuhl wieder. Doch dieser schien über ein Wasserbottich zu schweben. „Hey, was soll das?“, schrie er und zappelte hin und her. „Sie sollten sich nicht so viel bewegen, Gerkhan. Sonst könnte es sein, dass sie Ben hier die Luft abschnüren.“, lachte Martin und Semir saß mit einem Male still. Er sah sich um und erblickte Ben, mit einem Strick um den Hals und dieser war mit dem Stuhl von Semir verbunden. Ben sah ihn mit wehleidigem Blick an. In seinen Händen hielt er nun das Seil, was Semir über Wasser hielt, und ihn um den Hals gelegt war. „Wissen sie, Gerkhan, wenn Ben keine Kraft mehr hat, wird er sie loslassen müssen und dann werden sie in der Weinlake ersaufen und er wird sich selbst ersticken. Ist das nicht herrlich?“, lachte Martin und sah immer wieder abwechselnd zu Ben und Semir. „Sie verdammter Teufel.“, schrie Semir und versuchte so still wie möglich zu sitzen. Er sah schon, dass jegliche Bewegung nur den Strick um Bens Hals zuzog. „Sieh dir das an Stefan, er will sich nicht bewegen. Versucht alles, um seinen Kollegen zu helfen.“, lachte Martin verächtlich und nahm dann eine dieser langen Selbstpeinigungspeitschen vom Tisch, mit denen sich die Mönche für jegliche Sünden mit körperlicher Gewalt gegen sich selbst bestrafen. Dann ging er auf Ben zu und riss ihm die Kutte und das darunter befindliche Shirt vom Körper. Ben ahnte schon, was jetzt kommen würde. Dieser Kerl würde ihn malträtieren, damit er Semir fallen ließ. Doch diesen Gefallen würde er ihm nicht tun.

    Martin holte aus und ließ die Peitsche mit voller Wucht auf Bens Rücken niederknallen. Dieser zuckte zusammen, schrie kurz auf, hielt aber das Seil fest in seiner Hand. Wieder sauste die Peitsche auf Bens Rücken nieder und wieder stieß er einen Schrei aus, der Semir das Herz zerriss. Er saß auf dem Stuhl und konnte nichts machen. Er konnte nur zuhören und musste alles mit ansehen, was diese Teufel in der Kutte Gottes mit ihm und seinen Partner anstellten. Er musste etwas tun. Doch was? Er war an den Stuhl gefesselt und dieser schwebte über einen sehr großen und tief zu scheinenden Bottich, der mit einer übel aussehenden Weinlake gefüllt war. Wieder hörte er das Schreien von Ben. „Aufhören.“, schrie Semir die beiden an und es klang fast flehend. Warum... warum mussten immer sie in diese Art von Katastrophe rennen? Er hoffte nur, dass die Chefin bald Lunte riechen würde. Sie würde die beiden doch nicht so hängen lassen. Sie musste doch Verdacht schöpfen, wenn sich Semir nicht mehr meldete. Das war sein Strohhalm an den er sich klammerte. Plötzlich ein Ruck... sein Blick ging zu Ben. Er hatte kurz das Seil losgelassen und röchelte schon. Mit schreckgeweiteten Augen sah Semir seinen Partner an. Würde er dieser Tortur lange standhalten können? „BEN!!! Hören Sie auf!!!“, schrie Semir wütend. „Aber warum denn?“, lachte Martin. „Ich habe sehr viel Spaß“ „Sie bringen ihn um!“, stieß Semir aus. „Ja…darauf läuft es hinaus…“, nickte Martin und schlug erneut zu. Ben ließ das Seil los. Rasant fiel Semir hilflos gefesselt in den großen Bottich und gleichzeitig fing Ben an zu röcheln. Seine Hände gingen zu dem Seil um seinen Hals.
  • Semir konnte nicht einmal die Luft anhalten als er in den Bottich tauchte. Der Sud darin brannte in den Augen und voller Panik riss er den Mund auf. Der Wein floss hinein und Semir schluckte unwillkürlich. Die Luft wurde knapp und er fing an, an den Fesseln zu zerren. Plötzlich bevor er das Bewusstsein verlor wurde er hoch geholt. Hustend und würgend ging es wieder in die Höhe. „BEN!!“, schrie Semir, dem einfiel, was Martin gesagt hatte. „Na war das gut? Wie findest du den Geschmack des Weines?“, lachte er. „Sie Teufel!!“, stieß Semir aus und versuchte den Geschmack von der Flüssigkeit los zu werden. „Du hast eine verdammt große Klappe… Ben liegt dort…sieh ihn dir an.“, wies Martin in die Richtung. Semir versuchte sich zu drehen was nicht wirklich klappte. Ben lag am Boden. Er blutete aus den Wunden, die auf seinem Rücken waren. Doch er regte sich nicht. War er tot? Hatte er ihn umgebracht? Semirs Blick ging zu Martin. „Nur keine Sorge… noch hat er den Löffel nicht abgegeben. Weißt du… ich dachte mir, wir lassen Ben noch etwas arbeiten. Warum müssen denn Stefan und ich es allein machen. Er gehört schließlich dem Kloster an. Und glaube mir… er wird arbeiten. Denn wenn nicht…dann wirst du eine weitere und längere Tauchfahrt machen. Allerdings haben wir gerade ein anderes Problem. Deine Chefin wollte ja heute noch einmal vorbeikommen. Bisher war sie es noch nicht und ich will auch nicht dass sie kommt. Du weißt doch sicher, wie du das verhindern kannst. Und du solltest es tun, denn wenn nicht, werde ich Ben auch mal den Wein zugute kommen lassen. Weißt du, wie sehr Alkohol in offenen Wunden brennt?“, wollte Martin wissen. „Du verdammtes Schwein!!“, stieß Semir aus. Dafür kassierte er von Stefan eine Ohrfeige. „Nicht schreien, nicht brüllen. ruf sie an und wage keinen Fehler…“, drohte Martin. Er nickte ergeben. „Sehr gut…Stefan mach ihn los und hol sein Telefon.“, hängte Martin an.

    Kim saß an ihren Schreibtisch und sah auf die Uhr. Sie musste gleich los, um Semir im Kloster zu besuchen. Irgendwas stimmte nicht. Etwas störte sie. Sie stand auf und griff zu ihrer Jacke als das Telefon klingelte. Auf dem Display erschien Semirs Name. „Semir? Was zum Teufel machen Sie?“, fragte sie sofort. „Chefin…ich und Ben….wir müssen hier noch etwas erledigen…“, gab Semir durch. Doch die Stimme war irgendwie anders. Es war Semir, das hörte sie, dennoch hörte sie auch Angst aus der Stimme. „Ist alles in Ordnung?“, wollte sie wissen. „Ja…alles in Ordnung…alles okay…“, kam von Semir. „Wie lange brauchen Sie noch bis der Fall erledigt ist?“, harkte Kim nach. „Vermutlich noch zwei Tage oder…drei…ich weiß es nicht genau…ich melde mich...“, beendete Semir das Gespräch, ohne ihre Antwort abzuwarten. „Semir? Semir?!“, rief sie noch. Was sollte sie nun tun? Drei Tage abwarten? Normalerweise war Semir zuverlässig. Wenn er sagte, dass er noch Zeit brauchte war sie die Letzte die ihm dies verwehren würde, aber dennoch….irgendwas und sie wurde sich immer sicherer, stimmte nicht.

    „Sehr brav…mein Freund.“, lobte Stefan Semir und nahm ihm das Handy ab. „Und nun darfst du dich deinem Freund widmen…er wartet sicher schon auf dich…“, lachte er. Semir stand auf. Stefan brachte ihn zu Ben, der scheinbar zu sich kam. „Ben!!“, stieß Semir aus. Er wollte zu seinem Partner, doch Stefan hielt ihn fest. „Lassen sie mich... Er ist verletzt.“, stieß Semir aus, wurde aber im Griff von Stefan vollkommen zurückgehalten. „Oh... ist er das?“, fragte Martin und nahm einen Eimer mit eiskaltem Wasser und schüttete ihn auf Ben aus. Prustend kam dieser mit nassem Kopf wieder zu sich und keuchte das Wasser aus. „Los hoch mit dir, Ben. Du wirst jetzt eine Weile im Garten arbeiten.“, lachte Martin und zog Ben nach oben, nachdem er ihm die Fesseln und das Seil um den Hals abgenommen hatte. „Stefan... kette unseren Gast hier doch wieder an... Nicht, dass er auf dumme Gedanken kommt, während wir draußen sind.“, lachte Martin und Stefan tat, was von ihm verlangt wurde. Ben wehrte sich nicht. Zu schwach war er noch von der ganzen Tortur und ließ sich einfach von Martin ins Freie bringen. Es dauerte nicht lange und er stand im Obstgarten, nicht weit von der Klostermauer entfernt. Der junge Hauptkommissar bekam eine Korb auf den Rücken geschnallt. Ben schrie auf, als das Teil seine frischen Wunden berührte, doch Martin nahm keine Rücksicht. „Wenn du nicht sofort die Klappe hältst, ist dein Freund tot.“, zischte er wütend zu Ben, denn die anderen Brüder wussten nichts, von Stefans und Martins kleinen Machenschaften innerhalb des Klosters. Sie arbeiteten einfach und auch Martin ging an seine Arbeit. Immer in Bens Nähe bleibend. Der junge Hauptkommissar stand am Fuß der Leiter und hielt den Korb hin, damit Martin die reifen Früchte hineinwerfen konnte. Immer wieder jedoch ging Bens Blick zur Klostermauer. Sie war nicht sehr hoch und ein großer Holzklotz stand an ihr, sodass er es doch schaffen konnte, sich rüberzuschwingen. Doch sollte er es riskieren? Immerhin war Semir noch in ihrer Gewalt, aber er musste Hilfe holen. Ein Versuch war es wert, auch wenn er scheitern würde.

    Martin stand auf der Leiter und warf immer wieder die Früchte in den Korb. Die Leiter stand ziemlich wackelig am Baum und so musste er sich mit einer Hand festhalten und mit einem Fuß auf einen Ast abstützen. Er merkte nicht, wie Ben den Korb hinstellte und dann um die Leiter ging. Aus seinen Augenwinkeln bemerkte er einen Bewegung, doch da war es zu spät. Ben zog die Leiter weg und Martin ging mit einem Geschrei zu Boden, fiel dabei in den Korb. „Ben...“, schrie er und machte Stefan damit auf den Fliehenden aufmerksam. Doch Ben war schon an der Mauer, schwang sich auf den Holzklotz und zog sich hoch. „Verdammt, er darf uns nicht entwischen.“, fauchte Martin, als er sich selbst aus dem Korb rollte und mit Stefan auf Ben zurannte. Ben zog sich an der Mauer hoch, doch mit jedem Zentimeter, den er weiter in die Höhe kam, schmerzte sein Rücken. Die Wunden trieften wieder vor Blut und er merkte, wie es ihm den Rücken hinunterlief und sein Shirt benetzte. Endlich war er mit dem Kopf über der Mauer und sah auf der anderen Straßenseite einen Passanten. „Hey... HILFE!!!“, schrie Ben und versuchte auf sich aufmerksam zu machen. Doch ehe er sein Glück realisieren konnte, wurde er wieder an den Füßen gepackt und brutal nach unten gezogen. Er krallte sich an dem Mauervorsprung fest und trat nach hinten aus, doch es half nichts. Er konnte noch einmal den Arm heben, bevor er unsanft mit dem Po auf den kiessandigen Boden landete. „Das hast du nicht umsonst gemacht.“, schrie Stefan und trat Ben in die Seite. Er schrie auf und krümmte sich vor Schmerzen. Doch dann ließ Stefan ab, als die anderen Brüder schon anfangen, sich umzudrehen. „Los, bringen wir ihn zurück in die Kammer. Dafür werden beide büßen.“, stieß Martin aus und gemeinsam zogen sie Ben wie ein Sandsack hinter sich her.
  • Paul Breitscheid rieb sich die Augen. Er war doch nur mit seinem Dackel spazieren und dann hörte er auf einmal Hilferufe von der Mauer des alten Klosters. Schnell sah er hin und sah, wie ein junger Mann scheinbar aufgeregt nach Hilfe rief, doch ehe sich Paul versah, war er wieder weg. Paul dachte, er sieht nicht richtig. Doch es schien so, als ob dieser Mann vor irgendetwas Angst hatte. Lange zögerte er, sein Handy hatte er schon in der Hand. Sollte er die Polizei anrufen? Würden die ihm glauben? Aber einer würde ihm doch sicherlich glauben... sein alter Angelkumpel Hotte. Er war doch Polizist und er musste ihm einfach glauben. Wozu waren sie denn Freunde? Schnell wirbelte er mit seinen Fingern über die Tasten und hatte Hottes Nummer gewählt. „Hallo Hotte…Paul hier…Hör mal… ich hab hier gerade etwas Sonderbares erlebt…hast du kurz Zeit oder störe ich gerade?“, fragte er als sich sein alter Freund meldete. „Nee…was gibt es denn?“, wollte Hotte wissen. „Also pass auf... ich bin gerade mit Siggi am alten Kloster entlang und da wollte einer abhauen. Über die Mauer und…er schrie um Hilfe…und da dachte ich…das muss ich doch melden.“, erklärte Paul. „Ja sicher…. Du meinst das alte Kloster? Ich meine, nur damit wir uns richtig verstehen. Und da wollte sich jemand über die Mauer davon machen? Wollte er raus oder rein? Und wie sah er aus?“, kam nun von Hotte. „Also gesehen wie alt er ist, weiß ich nicht, aber er hat um Hilfe gerufen und dann…also ich meine er wollte auf jeden Fall raus. Aber er ist dann wohl doch runter gefallen. Er könnte sich ja verletzt haben. Aber ich habe noch was gehört. Ein anderer hat ganz laut einen Namen gerufen…“, erklärte Paul. „Ach und welchen?“, wollte Hotte wissen. „Also wenn ich richtig gehört habe dann fiel der Name Ben… oder so…Hotte ich hab schon lange den Verdacht, dass die Brüder hinter diesen Mauern was drehen… du musst sofort mit dem Aufräumkommando kommen und die Kerle da drinnen festsetzen…“, kam von Paul.

    Semir wurde brutal in den Keller gezerrt. Hinter ihm waren Martin und Ben, der sich vor Schmerzen krümmte. „Lassen Sie ihn endlich!!“, fauchte Semir wütend. Stefan sah Martin an. „Meinst du nicht, dass wir unseren Freund hier für das was sein Freund gemacht hat bestrafen müssen?“, grinste er. Scheinbar hatte er Spaß daran, Semir zu drangsalieren. „Du hast Recht… wir werden uns was Feines einfallen lassen. Bring ihn in die Kellerei und ich komme mit Ben nach. Stefan zog Semir durch die Tür. Hier standen einige Fässer mit fertigem Wein. Einige waren noch nicht verschlossen. Semir bekam ein ungutes Gefühl. Er sah Stefan an. „Ich mag keinen Wein… das nur im Voraus.“, erklärte er heiser. Stefan lachte laut. „Schön...unseren Wein wirst du trinken… glaub mir… du wirst schlucken bis zu nicht mehr kannst… und dann helfe ich nach.“, gab er bekannt. Martin kam mit Ben und fesselte diesen auf einen der schweren Stühle. Martin verschloss die Tür, während Stefan Semir die Hände auf den Rücken fesselte. Dieser trat wütend aus. Doch Stefan hatte ihn im Griff. Nur wenig später stand Semir vor einem der geöffneten Fässer.

    Ben sah von Martin zu Stefan und dann zu Semir. „Lassen Sie ihn!!“, forderte er Martin auf. „Sieh mal Ben… du warst böse und ich hatte dich gewarnt… alles was du falsch machst wird dein Freund ausbaden…im wahrsten Sinne des Wortes. Stefan….du darfst!!“, lachte Martin. Stefan ließ es sich nicht zweimal sagen und griff Semir in den Nacken. Dieser versuchte sich zu wehren, doch er war ihm unterlegen. Ben sah wie er in das Weinfass getaucht wurde. Semir strampelte mit den Beinen und wandte sich. „Hören Sie auf!!“, schrie Ben erneut und zerrte an seinen Fesseln. Doch Martin und Stefan hörten nicht auf. Nach einer Ben unendlich dauernden Zeit wurde Semir wieder hoch gezogen…..er holte pfeifend Luft und prustete und hustete. „Na, schmeckt er schon?“, fragte Stefan höhnisch. „Ihr verdammten…“, fauchte Ben wütend. Martin hob die Hand und für Semir ging es erneut auf Tauchstation. Man hörte die Luftblasen die sich bildeten. Stefan zog den Polizisten raus. Semir ging in die Knie….Er war am Ende. Vermutlich hatte er einiges an Wein geschluckt. „Das reicht…“, bestimmte Martin. „Wir werden sie wieder in ihren Raum bringen und dort können sie sich dann etwas unterhalten. Beim nächsten Mal werden sie sicher besser gehorchen.“, meinte er nur.

    Hotte beendete das Gespräch nachdenklich. Was hatte Paul gesagt… man hatte Ben gerufen? Waren Ben und Semir vielleicht doch in Schwierigkeiten? Verdammt… der Anruf von Semir… das war kein Fehler… das war ein Hilfeschrei…er wollte ihm klar machen, dass sie Hilfe brauchten.. oh verdammt…. wie sollte er das der Chefin beibringen? Dieter bemerkte dass er in Gedanken war. „Was ist denn Hotte?“, wollte er wissen. „Ich glaub, ich hab Mist gebaut…“, stieß Hotte aus. „Ach und warum? War das das Finanzamt?“, lachte Dieter. „Nein…das war Paul…ein Freund…er…er sagt in dem Kloster…also da wo Ben und Semir sind, da wäre was faul. Einer wollte wohl über die Mauer abhauen…er hat den Namen Ben gehört…Weißt du was ich denke….? Semir hat sich nicht verwählt, als er mir sagte, dass er im Kloster bleibt… er wollte mir einen Hinweis geben…er wollte das ich helfe…“, stieß Hotte aus. Dieter stand langsam auf. „Wenn du Recht hast, dann…dann hat er und Ben vermutlich…oh mein Gott… wir müssen sofort zur Chefin…Hotte wir müssen es ihr sagen…“, flehte Dieter regelrecht. Hotte nickte und gemeinsam mit seinem Partner ging er zum Büro von Kim Krüger.

    Martin und Stefan verließen zufrieden den Raum, als sie Ben und Semir an der Wand wieder festgekettet hatten. „Semir... Semir...“, stieß Ben seinen Partner vorsichtig mit den Fuß an. „Ben... dieser Wein... schmeckt überhaupt nicht... er schmeckt eher wie Apfelsaft.“, lallte Semir und sah Ben mit einem schielenden Blick an. „Oh man... du bist ja betrunken.“, stieß Ben leicht lachend aus. Wenn das nicht eine gefährliche Situation wäre, würde er laut loslachen, aber wahrscheinlich wäre dann die Tortur von neuem losgegangen. „Semir... ich habe... ich konnte vielleicht Hilfe alarmieren. Als ich auf der Mauer war, hat mich ein Mann gesehen. Ich hoffe, es reicht, damit er die Kollegen verständigt.“, flüsterte Ben zu Semir rüber, doch der lachte nur. „Ben... ich... ich bin besoffen.“, gab Semir bekannt und lachte einfach nur wahnsinnig vor sich hin. Scheinbar war dieser Wein doch prozentiger, als angenommen. Aber klar... auf nüchternem Magen, da war es klar, dass Semir so lallte und sich in diesem Rausch hingab. „Mensch Semir, jetzt werde wieder klar im Kopf... Die Typen können jeden Moment wieder kommen. Ich hab echt keinen Bock mehr auf diese Scheiße hier.“, fluchte Ben und zerrte dieses Mal an den Ketten, doch es brachte nichts. Die Dinger saßen fest und so wie es aussah, würde auch so schnell keine Hilfe kommen.
  • Da Chris sich aus nach seiner eigenen STory aus dem Forum zurück zieht und mich gebeten hat die Storys die wir gemeinsam geschrieben haben allein einzustellen komme ich diesem natürlich nach. Aus welchen Gründen auch immer er dies tun mag, sei ihm überlassen. Ich wünsche ihm alles Gute auf seinem weiteren Lebensweg. Falls du dies hier lesen tust, Chris...es war mir eine Ehre mit dir gemeinsam Geschichten zu erfinden.

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    Hotte klopfte vorsichtig an die Glastür von Kims Büro und gemeinsam mit Dieter trat er dann ins Büro ein. „Frau Krüger... dürften wir sie einen Moment stören?“, fragte Hotte etwas kleinlaut. „Wenn es um den Urlaubsantrag geht, den sie mir auf den Tisch gelegt haben, dann muss ich sie leider enttäuschen...“, kam es kühl von ihr und sie sah nicht einmal von ihrer Schreibarbeit auf, als die beiden vor ihr standen. „Nein, darum geht es nicht... es ist so... mich hat gerade ein Freund angerufen... und er hat eine merkwürdige Beobachtung gemacht, die vielleicht mit Semirs Anruf auf meinem Handy zu tun hat.“, kam es stockend vom beleibten Polizisten. Sofort ruckte der Kopf von Kim auf. „Was ist mit dem Anruf?“, wollte sie wissen. „Nun... also ich... ich habe den Verdacht, dass Semir um Hilfe gerufen hat. Er aber offen reden konnte und ich Hornochse hab es nicht verstanden.“, tadelte sich Hotte. „Was für eine Beobachtung wurde denn gemacht?“, fragte Kim, die sich nun sichtlich mehr für die Aussage des Polizisten, als für ihren Schreibkram interessierte. „Mein Kumpel... also Paul... ist gerade mit seinem Hund spazieren gewesen, als er sah, wie jemand aus dem Kloster klettern wollte. Dieser jemand hat um Hilfe geschrieen.“, erklärte Hotte. Kim sah mit zusammengezogenen Augenbrauen auf die beiden Polizisten. „Es geht noch weiter... er habe gehört, wie jemand den Namen Ben gerufen habe.“, stieß Dieter plötzlich aus. Nun war Kim alles klar. Die Anrufe von Semir war getürkt.

    „Dann waren die Anrufe von Semir auch falsch.“, stieß Kim plötzlich aus. „Herzberger, Bonrath... warten sie draußen auf mich... wir fahren sofort zum Kloster. Da ist scheinbar einiges faul... ob mit Erlaubnis oder nicht, wir werden jetzt die Beiden allein suchen.“, zischte sie und griff zum Telefonhörer. Sie wählte die Nummer des SEK-Einsatzleiters Hoffmann. „Herr Hoffmann? Kim Krüger hier... wir brauchen mal wieder sie und ihre Rettungstruppe.“, meinte sie. „Lassen sie mich raten... Gerkhan und Jäger?“, fragte er nur lachend. „Sieht ganz so aus... sie stecken dieses Mal wie es aussieht in einem Kloster fest und scheinen von den Mönchen gefangengehalten zu werden. Das Kloster ist in Bödingen.“, erklärte sie. „Keine Sorge Frau Krüger, die beiden kriegen wir schon da raus... Das wäre ja gelacht.“, erklärte Hoffmann und legte wieder auf. Kim nahm ihre Waffe aus dem Schubfach und ging dann mit Hotte und Dieter auf den Parkplatz raus. Gemeinsam und mit weiteren Kollegen fuhren sie zum Kloster nach Bödingen. Sie musste jedoch warten. In sicherem Abstand hielt sie den Wagen an. „Wir müssen wissen was dort los ist. Verdammt….wenn die jetzt schon seit zwei Tagen in der Gewalt sind, dann befürchte ich das Schlimmste.“, murmelte sie. „Und das alles nur, weil ich nicht geschaltet habe…“, tadelte Hotte sich mit Selbstvorwürfen. „Herzberger…Selbstvorwürfe helfen uns jetzt nicht. Ich hätte auch schalten müssen, als ich hier war. Da haben mich die Mönche schließlich auch geleimt.“, gab Kim kühl zurück.

    „Semir?“, fragte Ben leise an. Er sah seinen Freund an der ihm gegenüberliegenden Wand liegen. Die Arme waren mit der Kette wieder mit der Wand verbunden. Semirs Haare klebten von dem Obstwein. Es stank extrem nach Alkohol. Wie viel hatte Semir getrunken? War er betrunken oder tatsächlich ohne Bewusstsein. „Semir?“, wiederholte er. „Hmmm…“, kam endlich von seinem Freund. „Bist du okay?“, wollte Ben wissen. „Geht so…mir dreht sich alles und ich stinke wie ne Kneipe…“, stieß Semir aus. Er richtete sich langsam. Die Ketten klirrten. „Warum werden die Kollegen denn nicht endlich wach….sie müssen doch verstanden haben, dass wir hier die Hölle durchmachen..“, kam leise von ihm. Ben stieß ein kleines Lachen aus. „Du hättest Susanne anrufen sollen, die hätte es sofort begriffen…“, meinte er nur. „Mir ist schlecht….“, kam von Semir. Wie auf Befehl hörte Ben ihr würgen. „Lass das bloß nicht diese Brüder hören…sonst denken die, der Wein schmeckt nicht.“, versuchte er zu scherzen. „Nur keine Sorge…wir haben es gehört…dein Freund scheint tatsächlich ziemlich unvernünftig zu sein.“, kam plötzlich eine Stimme von der Tür her. Bens Kopf ruckte in die Richtung. Martin stand im Rahmen. „Hat es dir nicht geschmeckt? Dann sollten wir vielleicht mal den Eisenhut probieren…wie wäre es?“, fragte er höhnisch. Ben sah ihn erschrocken an. „Das ist Mord!!“, schrie er wütend und zerrte an den Fesseln. Martin hatte Stößel und eine kleine Schale in der Hand. Ben ahnte, was sich darin befand und was er dort zu einem Brei mischte. „Ich warne dich Martin!! Lass ihn!!“, schrie Ben. Martin trat einen Schritt auf Semir zu und stellte sie Schale neben ihn auf den Boden. Er presste mit einer Hand Semirs Kopf gegen die Wand. Mit Zeigefinger und Daumen drücke er Semirs Mund auf. Mit der anderen Hand griff er in die Schale. Ben sah genau dass er etwas von dem Mus aufnahm.
  • „Also gut, Frau Krüger… das scheint ja diesmal ne richtige Festung zu sein. Haben Sie eine Ahnung wo die Beiden genau stecken?“, wollte Alexander Hoffmann wissen. „Nein ich habe keine Ahnung. Aber ich befürchte, dass es wieder verdammt knapp ist. Vor zwei Tagen hat Semir sich bei Herzberger gemeldet. Ganz wie geplant, aber bei der falschen Person. Wir haben es alle nicht registriert.“, kam leise von ihr. Alexander nickte nur. „Er hätte ja auch was sagen können.“, murmelte er nur. „Wissen Sie, ich denke wenn er es getan hätte, wäre vermutlich sein Kollegen getötet worden. Das könnte ich mir jedenfalls vorstellen. Es fing alles mit einem unverfänglichen Unfall der Staatsanwältin an. Sie wurde völlig betrunken im Auto gefunden. Von Semir. Und wenig später starb ein anderer Politiker. Vermutlich an Wein, der hier gemacht wird. Blauer Eisenhut… eine sehr gefährliche Pflanze und die wurde im Wein gemischt. Das heißt, es geht wieder um Leben und Tod. Sie kennen die politischen Kreise. Dort sind die größten und brutalsten Verbrecher beherbergt. Wie gehen wir vor?“, wollte Kim wissen. Alex sah durch das Fernglas. „Ich werden vier Mann auf die Mauer auf der Westseite kommandieren und drei auf die Ostseite, vier von vorn. Wissen Sie wie viele Brüder im Kloster sind?“, kam die nächste Frage von Alex. Wieder verneinte Kim. „Also gut…dann erst mal auf Horchposten.“, lächelte der sympathische SEK-Mann. Kim vertraute ihm. Wenn sie allerdings gewusst hätte, was Semir und Ben ausstanden, wären sie direkt ins Kloster gestürmt.

    Semir wurde der Mund mit Wasser ausgespült, sodass er es unfreiwillig schlucken musste. „So und jetzt werde ich mich an deinen Qualen weiden.“, lachte Martin und setzte sich zwischen Semir und Ben hin. „Sie Teufel.“, schrie Ben und riss an den Fesseln. Doch es war zwecklos. Er sah schon, wie die Krämpfe bei Semir einsetzten und er sich in seinen Fesseln wand. Was stand im Obduktionsbericht... der Tod trat nach einer halben Stunde ein, wenn man nicht sofort den Mageninhalt ausleerte. Er musste Semir dazu bringen, wieder zu brechen. War noch genug Restalkohol in ihm, dass er sich übergeben würde? Ben wusste es nicht und wenn nicht bald ein Wunder passierte, dann würde Semir sehr bald tot sein. Ben musste sich was einfallen lassen, doch er konnte nichts machen. Martin sah nur, wie sich Semir quälte und sich krümmte. „Ahhhhhhhhhh.“, schrie der Deutschtürke und krümmte sich immer mehr und riss dadurch an den Fesseln, die immer mehr seine Handgelenke aufscheuerten. „Semir!!“, schrie Ben und Tränen schossen ihm ins Gesicht. Wie sollte er das nur aushalten? Er schloss seine Augen und tat etwas, was er schon lange nicht mehr getan hatte... er betete. Er betete um Semirs Leben. Sein Partner wurde doch noch von seiner Frau, seiner Tochter und seinen ganzen Kollegen gebraucht. Ben brauchte ihn. Semir durfte einfach nicht sterben.

    Die schwarz vermummten Männer kletterten an den Mauern hoch und verschafften sich so Zutritt zum Kloster. Keiner war irgendwo zu sehen. Dafür war Gesang in der Kapelle zu hören. „Die scheinen beim Mittagsgebet zu sein.“, stieß Dieter aus, als er mit Hotte, Kim und Alexander Hoffmann durch das geöffnete Tor den Hof des Klosters trat und den Gesang aus der Kapelle hörte. „Alles wird nach den beiden durchsucht. Ich will sofort wissen, wo sie sind. Wir werden im Keller nachsehen.“, stieß Kim aus und sofort stürmten die Männer los. Kim, Hotte und Dieter gingen in den Keller und lauschten. Hier unten standen viele Fässer mit abgefüllten Wein. Doch dann entdeckte Hotte was. „Chefin, hier ist eine Spur.“, meinte er und deutete auf den Boden. Dort war eine nasse Schleifspur, die bis an die Wand führte, dann jedoch abbrach. „Komisch... hier endet die Spur.“, meinte Kim und fuhr mit ihrer Hand an der Wand entlang. Plötzlich knackte es und die Wand bewegte sich. Sofort waren die Waffen im Anschlag und mit einem mulmigen Gefühl in der Magengrube gingen die drei Polizisten in den langen, dunklen Gang hinein.
  • Martin sah auf, als er Stimmen und hallende Schritte hörte. „Was war das?“, wollte er von Stefan wissen, der neben ihm stand. „Ich weiß es nicht... Sieh doch nach.“, gab er ängstlich zurück. Plötzlich standen drei bewaffnete Menschen im Raum. „Hände hoch... Polizei.“, schrie die Frau und zielte auf Martin, doch dieser dachte nicht daran. Er schnappte sich ein Messer vom Tisch und hielt es Ben an die Kehle. „Waffen weg oder er ist tot.“, stieß Martin aus und drückte das Messer dicht in Bens Kehle, doch ehe er sich richtig daran erfreuen konnte, schoss Kim einfach und Martin sackte mit einem Loch in der Stirn zusammen. „Wenn sie nicht auch so enden wollen, schließen sie ihm die Fesseln auf.“, fauchte Kim und richtete ihre Waffe auf Stefan. Dieser nickte und nahm mit zittrigen Händen den Schlüssel in die Hand. Schnell war Ben befreit und schnellte zu Semir, der immer noch röchelnd am Boden lag und sich krümmte. „Er hat Eisenhut geschluckt... ruft einen Notarzt.“, stieß Ben aus und leistete bei seinem Partner erste Hilfe. „Was mach ich nur... Er muss den Mageninhalt ausbrechen.“, murmelte er leise vor sich her, nahm Semirs Kopf, drückte ihm die Zähne auseinander und steckte ihm zwei seiner Finger tief in den Rachen. Tatsächlich würgte Semir den Brei wieder heraus, doch hatte sich das Gift nicht schon im Körper verteilt. „Schnell, er muss in ein Krankenhaus.“, stieß Ben aus und Kim nickte. Sofort waren zwei Sanitäter bei ihm und schnallten Semir auf die Trage. Ein Arzt untersuchte den Deutschtürken. „Es sieht schlecht aus... aber gut, dass sie den Magen entleert haben. Dennoch... er muss schnell in die Klinik.“, kam es mit bedrohlichem Unterton vom Notarzt.

    Ben sah wie Semir raus getragen wurde. Doch nun kamen auch die anderen Brüder die von den Männern des SEKs beim Gebet unterbrochen wurden. Einer der Mönche sah entsetzt auf Semir, der auf einer Trage aus dem Keller gebracht wurde. „Was bitte ist hier los?“, wollte er wissen. „Krüger…Kripo Autobahn. Das sind meine Kollegen Ben Jäger und Semir Gerkhan… sie wurden hier gewaltsam festgehalten und ihm dort wurde Eisenhut eingeflößt! Wir müssen sofort in die Klinik!“, erklärte Kim. „Bis er in der Klinik ist, ist es zu spät. Er muss sofort behandelt werden….Markus!! Hol mir den Holundertrunk…schnell!!“, schrie der Alte und schon rannte einer der Mönche in den Keller. Der Arzt sah Kim an. „Wir müssen los! Sonst kann ich für gar nichts garantieren!!“, sagte er fordernd. Kim sah zu Ben. „Die Mönche habe sicher etwas….wir sollten es versuchen…“ Ben sah besorgt auf Semir, der immer noch Schmerzen hatte. Er war ohne Bewusstsein und Ben sah den weißen Schaum vor dem Mund. Bruder Markus kam mit einer kleinen Flasche zurück. „Hier Walther…“, sagte er nur und reichte die Flasche dem alten Mönch. Dieser ließ den Inhalt in Semirs Mund fließen. Natürlich weigerte er sich, es zu schlucken, doch Walther sprach beruhigend auf ihn ein. „Frau Krüger! Ich kann nichts garantieren, aber wenn Ihr Kollege stirbt, dann sind Sie und er dort schuld daran. Er muss sofort in die Klinik, sonst ist es zu spät.“, ermahnte der Arzt erneut. Scheinbar hatte er in die Quacksalberei der Klosterbrüder kein Vertrauen.

    Semir spürte die Flasche an seinem Mund. Er versuchte die grausam schmeckende Flüssigkeit auszuspucken, doch jemand hielt ihm den Mund zu. „Schluck es runter…. Es hilft dir…vertrau mir… vertrau mir… das Kraut wird die Wirkung des Eisenhuts aufheben…es hilft dir….“, säuselte jemand. Die Stimme klang beruhigend und ohne, dass er die Augen öffnete, schluckte er das bittere Zeug herunter. „So ist gut… und nun wirst du ins Krankenhaus gebracht. Es ist alles gut.“, kam von der beruhigenden Stimme. „Semir?“, hörte er Ben fragen. „Er wird jetzt nichts sagen. Er wird gleich schlafen und dann kann er schon heute Nachmittag was Gutes essen.“, kam von der fremden Stimme. Semir fühlte sich unendlich müde. Er bemerkte nur, dass er auf Wolken schwebte. Obwohl er versuchte die Augen zu öffnen ging es nicht. Er war einfach nur müde. „Ihr könnt jetzt abziehen. Das Gift ist nicht mehr wirksam. Aber er sollte nichts Festes essen“, hörte er wieder diese Stimme. Sie hatte etwas das sehr sympathisch klang. Semir spürte wie er getragen wurde und nur wenig später war er eingeschlafen.

    Walther sah Kim Krüger an. „Die Natur hat manchmal sehr böse Gifte. Aber sie hat auch die Gegenmittel für diese Gifte. Man muss sie nur kennen. Ich bin Walther Baumgarten…für die Ärzte vor Ort bin ich ein Scharlatan oder Quacksalber… aber bisher hilft es sehr gut. Was bitte ist hier passiert? Seit dem Tod des Abtes ist hier nichts mehr wie es war.“, klagte Walther. Ben sah zu Kim. „Ich bin Ben…ich war für einige Tage hier und habe versucht zu ermitteln. Bruder Martin und Bruder Stefan sind Verbrecher. Sie stehen im Verdacht den Regierungspräsidenten Dormagen mit Eisenhut vergiftet zu haben. Als sie hinter meine wahre Identität gekommen sind, haben sie mich und meinen Kollegen im Keller festgehalten, gefoltert und meinem Partner Eisenhut eingeflößt.“, erklärte Ben. Walther sah ihn an. „Sie haben sich hinter diesen Mauern dem Teufel verschrieben? Sie werden umgehend aus dem Orden entlassen. Ich werde alles in die Wege leiten. Ben…ich kann nicht rückgängig machen, was die Beiden getan haben. Aber ich werde sie bestrafen…“, versprach Walther. „Das übernimmt die Justiz im Falle von Stefan. Für Martin hat ein höheres Gericht zu urteilen.“, lächelte Ben. „Danke übrigens… Sie haben Semir vermutlich das Leben gerettet. Sie wären ein würdiger Nachfolger des Abtes…“, nickte Ben. „Das bin ich. Ich habe heute den Brief erhalten. Ich werde den Abt Nikodemus ersetzen. Ab sofort bin ich Abt Horatius….ihr seid immer willkommen. Ich werde alle, die mit den beiden Verrätern gemeinsame Sache gemacht haben, bestrafen.“, versprach der neu ernannte Abt. Ben reichte ihm die Hand. Er und auch Kim wollten so schnell wie möglich ins Krankenhaus zu Semir. Sie mussten auch noch Andrea informieren.
  • Während Kim zum Krankenhaus fuhr, übernahm Ben per Telefon die Information von Andrea. Auch sie wollte umgehend zum Krankenhaus fahren. Fast gemeinsam trafen sie dort ein. „Wo ist er?“, fragte Andrea sofort und hielt Ben fest. „Notaufnahme… aber es geht ihm gut…“, stieß er aus. Gemeinsam gingen sie zur Notaufnahme. Sie fragte nach Semir und wurden direkt auf die innere Station geschickt. Dort mussten sie zunächst auf den behandelnden Arzt warten, der sich wie immer sehr viel Zeit nahm. Doch dann endlich war er da. „Sie sind Frau Gerkhan?“, fragte er sofort. Andrea sah ihn an. „Was ist mit meinem Mann?“, stellte sie die Gegenfrage. „Ihrem Mann geht es den Umständen entsprechend gut. Die Vergiftung ist soweit abgeklungen. Ich weiß nicht, was die Mönche ihm gegeben haben, aber das und dass er sich übergeben hat, hat ihm das Leben gerettet. Aber er scheint außerdem ziemlich getrunken zu haben.“, meinte Dr. Lustig. Ben erklärte ihm, dass Semir in einen Holzbottich voll Weinlake getaucht wurde. „Sicherlich hat er aus Reflex etwas davon geschluckt.“, murmelte der Arzt. „Kann ich zu ihm?“, wollte Andrea wissen und der weißhaarige Mediziner nickte nur. Gemeinsam mit Ben ging sie in das angrenzende Zimmer, wo Semir in seinem Bett lag, in seinem Arm eine Kanüle und mit einem EKG verbunden. Er schlief. Sein Daumen war verbunden und sein Gesicht zierten nun einige Schrammen mehr. Ben musste sich eigentlich auch behandeln lassen. Die Striemen auf seinen Rücken schmerzten und das Blut klebte die Kleidung an seinen Körper fest. „Andrea... ich geh mich mal untersuchen lassen.“, meinte er nur und ließ die Frau mit ihrem Mann allein.

    Langsam ging sie um das Bett herum und strich Semir über die geschundenen Handgelenke. „Ach mein Schatz.“, flüsterte sie nur und fuhr mit ihren Fingern am Arm entlang, bis Semir plötzlich Regung zeigte. Seine Augen blinzelten und nach einigen Sekunden schlug er sie auf. „Andrea?“, fragte er und blickte sich vorsichtig um. „Wo bin ich?“, kam die nächste Frage. „Shhht... Semir, du bist im Krankenhaus. Die Kollegen haben dich rechtzeitig gefunden. Man hat dir Eisenhut eingeflößt.“, erzählte Andrea und ihr fiel es sichtlich schwer. Die Tränen kullerten ihr leise die Wangen hinunter und tropften auf das weiße Bettzeug. „Hey, nicht weinen... es wird doch alles wieder gut.“, meinte Semir und wischte seiner Frau die Tränen von den Wangen. Er beugte sich vor und drückte ihr einen Kuss auf die Lippen. Dabei schmerzte sein ganzer Körper und die Schnittwunden vom Stacheldraht pochte, ebenso sein Daumen. „Semir... ich... ich hab solche Angst um dich. Immer passiert dir so etwas. Ich weiß nicht, wie lange ich diese Angst noch durchstehen kann.“, meinte sie und rieb ihre Wange am Handrücken ihres Mannes entlang. Semir schluckte.

    Ben lag bäuchlings auf dem Behandlungstisch, sein Rücken war noch mit dem Shirt bedeckt, als Dr. Lustig reinkam. „So Herr Jäger, dann wollen wir uns doch mal ihre Verletzungen ansehen.“, meinte er und zog vorsichtig das Hemd vom Körper, wobei Ben die Zähne zusammenbiss, da damit die verkrusteten Wunden wieder geöffnet wurden und das Abziehen doch nicht ganz schmerzfrei war. Nach einigen Minuten, die Ben wie eine Ewigkeit vorkamen, war das Shirt weg und der Arzt sah die vielen und zum Teil tiefen Striemen. „Oh... da konnte sie wohl einer gar nicht leiden, was?“, versuchte der Arzt zu scherzen und Ben murrte nur. „Gut... ich werden jetzt erst mal die Wunden desinfizieren... Das könnte etwas brenzlig werden.“, gab der Arzt bekannt und sprühte schon im nächsten Moment Desinfektionsmittel auf die Wunde. Ben schrie kurz auf und verkrampfte seine Finger in der Liege, sodass sich seine Nägel fast in das Leder bohrten. „Ganz ruhig... Herr Jäger... zum Glück sind die Wunden nicht so tief, dass sie nicht von alleine wieder heilen würden. Ich werde ihnen einen Salbe verschreiben, mit der sie sich den Rücken jeden Tag zwei Mal eincremen werden.“, gab der Arzt bekannt und bat eine Schwester zu sich, die das übernahm. Ben sah sie an. Es schien noch eine recht junge und hübsche Krankenschwester zu sein. Ben sah sie mit einem verschmitzten Blick an. „Wenn ich ihnen weh tue, sagen sie es bitte.“, meinte sie. „Wenn ich dafür dann ihre Telefonnummer kriege.“, erwiderte er grinsend und sie lachte nur.
  • Gernot Wild saß in seinem Zimmer, als sein Assistent Thomas Koch zur Tür reinkam, ohne vorher anzuklopfen. Inzwischen war Wild bereits zum Nachfolger Dormagens ernannt worden und die Vereidigung zum Regierungspräsidenten stand für den nächsten Tag an. „Herr Wild... ich glaube, wir haben ein Problem.“, stieß Koch aus. „Dann lösen sie es... Wofür bezahle ich sie eigentlich.“, fauchte der Mann hinterm Schreibtisch zurück. „Das wird nicht so einfach sein. Ihre Freunde aus dem Kloster sind aufgeflogen und die Beweise gegen sie immer noch bei der Polizei.“, gab Koch bekannt. Wild sah auf. Doch in seinen Augen war schon ein Plan zusammengereift. Gernot ballte die Faust und schlug auf den Tisch. Die darauf stehenden Gläser sprangen etwas hoch. „Verdammt!!! Wo sind die Bullen?“, wollte Gernot wissen. „Das weiß ich nicht. Nachrichtensperre. Dieser Martin, so unser Informant ist tot, Stefan verhaftet. Der Kerl wird reden.. Sie wissen das doch genau. Nur etwas Druck reicht aus und er wird alles ausquatschen…“, gab Koch besorgt von sich. „Na dann lassen Sie unsere Leute im Knast aktiv werden. Etwas Eisenhut und Stefan schweigt.“, lachte Gernot. „Wichtiger sind die Beweise…ich brauche sie…“, fauchte er. „Ich denke, da kann ich diesmal helfen…“, ertönte eine Frauenstimme hinter ihnen. Gernot drehte sich um. „Frau Krüger… schön Sie hier zu sehen…wirklich sehr überraschend…“, stammelte Gernot als er sah, wer dort rein kam. „Herr Wild…ich verhafte Sie wegen Anstiftung und Beihilfe zum Mord. Außerdem wegen Freiheitsberaubung und Bestechung…“, zählte Kim auf. Gernot lachte leise. „Mädchen…was denken Sie, wie lange diese Behauptungen gegen mich stand halten?“, kam sehr selbstbewusst von ihm. „Ich habe hier einen Durchsuchungsbefehl. Ich bitte Sie, sich kooperativ zu zeigen. Es wäre sicher zu Ihrem Besten. Allerdings wenn ich an meine Kollegen denke, dann würde ich mir fast wünschen, dass Sie quer schlagen… draußen warten noch ein paar Freunde von mir, die nur darauf warten Ihre dämliche Fresse zu polieren…“, fauchte Kim in Tönen, die man von ihr überhaupt nicht kannte.

    „Andrea… egal was es ist.. ich werde sicher keinen Innendienst schieben. Ich brauche das Adrenalin. Dass diese Mistkerle so ausrasten…damit konnte ich doch nicht rechnen. Ich will nicht nur im Büro versauern…Außerdem muss ich auf Ben aufpassen…“, fing Semir an. Andrea lachte leise. „Ich weiß… du brauchst das… aber das will ich ja auch nicht. Semir… ich will einfach dass du endlich Urlaub machst… zwei oder besser noch drei Wochen. Bitte… lass uns weg fahren. Wir drei….nur du, Aida und ich. Irgendwo hin, wo es keine Telefone gibt, keine Handys…einfach nur Natur….bitte…“, flehte sie regelrecht. Semir sah sie an. „Ich denke, das geht in Ordnung. Die Chefin wird es mir nicht vorenthalten. Aber reichen nicht eine Woche? Ich meine…es gibt…“, wollte Semir wissen. Doch der Blick von Andrea sagte alles. „Also gut… zwei Wochen…aber dann muss ich wieder arbeiten…wirklich…ich…“, nickte er. Andrea küsste ihn. „Was ist mit deinem Daumen?“, wollte Andrea wissen. „Ist etwas gequetscht. Sicher kein großes Problem… Andrea… ich liebe dich…“, kam leise von Semir. Er wusste genau, wie knapp es wieder einmal war. Andrea nicke und küsste ihn einfach. „Tu mir ein Gefallen. Bitte… ich will diese Angst nie wieder ausstehen müssen.“, sagte sie nur. Es klopfte an der Tür. „Ja bitte!“, rief Semir. Ben trat ein. „Hey.. Partner…“, kam von ihm. „Ben… bist du okay?“, wollte Semir wissen. „Ja ein paar Wehwehchen aber in meinem Alter ist das nicht so extrem. Bei dir ist das schon schlimmer. Hast du eigentlich schon mal gehört, dass man nicht alles schluckt, was einem in den Mund gesteckt wird?“, tadelte Ben ihn. „Was sollte ich denn tun? Wenn ich nicht geschluckt hätte, wäre ich erstickt!“ verteidigte Semir sich. „Ich hatte verdammt noch mal Angst um dich. Als die Krämpfe dich schüttelten und… als du geschrieen hast…Am liebsten hätte ich die Ketten aus der Wand gerissen…“, gab Ben zu. Semir nickte. Semir sah Andrea an. „Würdest du mich und Ben mal kurz allein lassen?“, bat er sie. Andrea nicke. „Ja sicher… aber nicht zu lange. Du musst dich ausruhen.“, ermahnte sie ihn und verließ das Zimmer.

    Schrankmann hörte sich an, was Kim Krüger ihr berichtete. „Wenn diese Daten tatsächlich stimmen, dann haben wir ein verdammt großes Problem. Frau Krüger, verstehen Sie mich nicht falsch. Aber die Durchsuchung, die mein Kollege während meiner Erholung unterschrieben und genehmigt hat, ist nicht rechtens. Herr Wild ist Regierungspräsident und…also ich meine…er ist eigentlich über jeden Verdacht erhaben. Er hat doch mit mir den Wein getrunken… ich meine er kann doch dann nicht vergiftet gewesen sein. Er hätte doch sonst auch diese Vergiftungserscheinungen haben müssen…oder nicht?“, kam etwas zweifelnd von Schrankmann. „Frau Schrankmann….diese Aufzeichnungen sind der Grund für den Tod von Dormagen. Das sollte auch ihnen klar sein. Damit ist doch wohl eindeutig erwiesen, das Gernot Wild der Drahtzieher ist. Er ist der einzige Nutznießer…“, verteidigte Kim sich. Sie wurde nach der Verhaftung von Wild direkt zur Staatsanwältin zitiert. Isolde Maria Schrankmann schien nicht besonders überzeugt zu sein. „Was haben sie denn gegen ihn in der Hand? Nur diese Nachweise, dass er Schmiergelder angenommen hat? Das reicht höchstens für die Steuerfahndung.“, meinte Schrankmann und sah sich die Beweise sehr gründlich an. „Frau Staatsanwältin... der Junge, den wir im Kloster festgenommen haben, sagt eindeutig aus, dass es einen Auftraggeber gab. Er hat ihnen eine Menge Geld dafür versprochen.“, begehrte Kim auf. „Wild wird es abstreiten... ohne Beweise steht Aussage gegen Aussage. Tut mir Leid, aber wir werden ihm den Mord nicht nachweisen können.“, stieß Schrankmann kühl aus. Kim atmete tief ein. „Das soll es also gewesen sein? Wie soll ich Semir und Ben sagen, dass der Mann frei gekommen ist?“, fauchte Kim. „Frau Krüger, bei uns gilt immer noch... unschuldig, bis die Schuld bewiesen ist. Und jetzt gehen sie bitte.“, forderte die Juristin kühl.
  • und hier kommt wieder das Ende....aber es geht direkt im Anschluss weiter...."Die Organisation" folgt...

    Ben stand an dem Fußende von Semir und sah ihn an. „Ben... wie knapp war es diesmal?“, wollte er wissen uns sah seiner Frau nach, die aus dem Zimmer gegangen war, um sich einen Kaffee zu holen. Ben atmete tief ein und stieß die Luft schnell wieder aus. „Semir... glaub mir, dieses Mal hast du einen Schutzengel gehabt... Wenn die im Kloster dir nicht dieses Zeug gegeben hätten, wärst du jetzt ein harfespielender Engel.“, erzählte Ben mit schwerem Herzen. „Oh man... ich werde um Urlaub bitten.“, kam es kleinlaut von Semir. „Ben... Andrea macht sich große Sorgen um mich... Ich glaube beinahe, sie wollte, dass ich mich versetzen lasse.“, hangle er kleinlaut an. „Semir... du hast Familie. Ich würde vollkommen verstehen, wenn du dich versetzen ließest. Aber dann komme ich mit dir, Partner. Du wirst mich nicht mehr los.“, lachte er und Semir grinste. „Danke Partner, aber ich werde mich nicht versetzen lassen... Ich darf nur nicht mehr in solche Situationen geraten...“, kam es nachdenklich von Semir. Ben lachte auf und stützte sich auf das Fußteil. „Und wie willst du das machen?“ „Ich pass schon auf dich und meine Familie auf.“, erwiderte der Deutschtürke grinsend. „Und wer passt dann auf dich auf? Das soll ich dann wohl machen?“, lachte Ben und entspannte langsam wieder seinen Rücken.

    Gernot Wild ging aus der PASt und mit einem fiesen Lachen an Frau Krüger vorbei. „Tja, ich habe ihnen gesagt, dass sie mich nicht kriegen werden.“, lachte er und sah nicht, wie sie auf einmal anfing zu grinsen. „Herr Wild, ich glaube nicht, dass sie Grund zur Freude haben. Ich denke, die Presse wird sich sehr für diesen Fall interessieren. Es könnte nämlich passieren, dass das gesamte Material, was wir sichergestellt haben, morgen schon in der großen Zeitung erscheint. Was glauben sie, wie lange sie dann noch Regierungspräsident bleiben?“, fragte sie und sah ihn mit bösem Blick an. Wild sah sie an. „Das wagen sie nicht.“, fauchte er. „Wollen sie mich auch umbringen? Das schaffen sie nicht... die Staatsanwältin weiß Bescheid, der Verdacht würde sofort auf sie fallen. Guten Tag.“, zischte Kim und knallte dem Regierungspräsidenten die Tür vor der Nase zu.

    Und wirklich. Am nächsten Tag konnte man in großen Lettern in der Presse lesen, dass gegen den amtierenden Regierungspräsidenten Wild das Misstrauen ausgesprochen wurde. Semir lächelte zufrieden und trank seinen Kamillentee, was anderes hatte der Arzt ihm strengstens für die nächsten drei Tage verboten, und kaute sein Zwieback. „Ich hätte ihn zwar am Liebsten eingesperrt, aber der Typ ist erledigt.“, meinte er nur vor sich her und sah auf, als die Tür aufging. „Ben...“, begrüßte er seinen Partner. „Na wie geht’s, alter Mann?“, fragte er nur lachend. „Ich geb dir gleich... Was machst du überhaupt hier?“, wollte er wissen. „Oh ... eigentlich nur Schwester Monika abholen... und da sie noch nicht fertig ist, dachte ich, sieh doch mal nach Semir.“, lachte Ben. „Ja danke, kommst also nur, wenn du das Nützliche mit dem Vergnüglichen verbinden kannst.“, lächelte Semir und biss wieder in sein Zwieback. „Ben... kommst du?“, fragte eine kleine, zierliche Person. „Tja, ich lass dich dann mal wieder mit deinem Zwieback alleine. Schönen Abend noch...“, damit entschwand Ben mit der Schwester und ließ Semir alleine. „Jaja, die Liebe...“ gurrte er nur und widmete sich wieder der Zeitung. Bald konnte er zum Glück auch raus und dann ging es mit Andrea ab in den Urlaub. Es war ein entspannendes Gefühl. Kein Telefon... kein Ben... keine Chefin. Nur Andrea, Aida und er.


    ENDE
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