Let's Rock auf der Autobahn

  • Fertig gestellt
  • Elvira

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  • Let's Rock auf der Autobahn

    Mein Ostergeschenk für die treuen Leser....;)

    Die Monate vergingen und Niklas lebte sich immer mehr bei Dieter ein. In der Schule kam er sehr gut mit und was ihm noch mehr freute, heute war der letzte Schultag vor den Sommerferien. Die Zeugnisse standen an und er wurde immer nervöser je näher der Zeitpunkt kam. Wie würde er hier abschneiden? Ben hatte ihm eine Überraschung versprochen, wenn es gut war und er hoffte inständig dass es gut war. „Niklas Brauer!“ rief der Klassenlehrer. Niklas ging mit etwas steifen Schritten zum Pult und nahm sein Zeugnis entgegen. „Niklas hat mit Ausnahme von zwei Fächern „Und was hat er in den anderen beiden Fächern?“ wollte Mark wissen. „Das ist Mathematik und Physik. Dort hat er sogar eine Eins. Eine sehr gute Leistung für ihn, denn so lange ist er ja nicht in der Schule.“ Gab der Lehrer zur Antwort. Niklas wurde rot. Das Zeugnis konnte sich wirklich sehen lassen, aber warum mussten es alle erfahren? Er spürte wie es ihm heiß wurde, als die Schüler aufstanden und applaudierten. „Setzt dich bitte wieder..“ lächelte Dr. Roth ihn an. Niklas nickte und setzte sich. „Hey…klasse gemacht..“ lobte ihn sein Sitznachbar. „Danke…“ gab Niklas beschämt zurück. Insgeheim jubelte er jedoch, denn damit konnte Ben auch zufrieden sein. Was hatte er wohl für eine Überraschung für ihn? Vielleicht eine eigene Gitarre? Oder eines dieser Videogames? Er war gerade mal ein halbes Jahr in der Schule und hatte schon eines der besten Zeugnisse hier in der Klasse. Doch nun kam ein weiteres Problem. Er wollte nach Hause, er wollte es allen zeigen. Sein Zeugnis..seine Leistungen…alles…und er musste es Sonja erzählen. Sie musste erfahren dass er jetzt scheinbar das Glück gepachtet hatte. Endlich klingelte es. Die Schüler stürmten raus. „Ich wünsche euch einen schönen Urlaub!“ rief der Lehrer ihnen noch nach. „Du hast ein verdammt gutes Zeugnis…“ lobte Mark seinen Freund. „Danke…das ist wirklich klasse. Ich habe damit gar nicht gerechnet.“ gab Niklas zu. „Hey…du bist Klassenbester, das stand schon lange fest.“ lachte Mark. „Egal..ich muss nach Hause..und dann muss ich zum Friedhof…Ich ruf dich nachher an und sage dir welche Überraschung mein Freund für mich hat.“ gab Niklas von sich und rannte los. Mark nickte leicht. „Ich fahre übrigens mit meinen Eltern nach Spanien. Schon heute Abend geht mein Flug. Wünsch dir ne schöne Zeit..“ rief Mark ihm nach. Niklas brauchte noch gute zehn Minuten bis er zu Hause ankam. Dieter hatte noch Dienst und würde erst in zwei Stunden heim kommen. So lange hatte er noch Zeit Sonja zu besuchen. Schnell verstaute er seine Schultasche in seinem Zimmer und legte sein druckfrisches Zeugnis auf den Schreibtisch. Dann schrieb er Dieter schnell einen Zettel das er sich noch bei Sonja aufhielt und vielleicht später kam. Er kannte Dieters Angst wenn er nicht zuhause war und dieser heim kam.

    Der Sommer meinte es sehr gut mit den Menschen in Nordrhein-Westfalen. Während sich die Kinder über den Beginn der Schulferien und die Hitze freuten, stöhnten die, die arbeiten mussten unter dem 35 Grad im Schatten. Die Mädchen geizten nicht mit ihren Reizen und auch die 16jährige Tamara Conahan, zeigte was sie zu bieten hatte. Wie oft hatte ihr Bruder sie schon gewarnt nicht so freizügig zu sein um die Männer auf sich aufmerksam zu machen, doch was sollte denn passieren? Sie war nicht allein sondern mit Sue unterwegs. Sue war 17 und ihre beste Freundin. Die Warnung ihres Bruders vergaß sie schnell als die Mädchen unterwegs waren. Tamara wollte ihre Wirkung auf Männer testen und staunte nicht schlecht. Sie wurde regelrecht mit den Augen ausgezogen. Sue zog sie in eine dunkle Gasse. „Was willst du denn hier? Das ist doch das Revier der Darkriders!“ stieß Tamara erschrocken aus. „Na und? Das reizt mich doch. Mal sehen wie die Rocker uns anstarren. Komm...das macht einen riesigen Spaß!“ lachte Sue. Tamara überlegte. Sie war eine von den Sunriders und damit ein erklärter Feind der Darkriders, aber niemand der Gruppe kannte sie persönlich. Sie lachte Sue an. „also gut...aber wenn die zudringlich werden, kratzen wir die Kurve...“ mahnte sie ihre Freundin. „Klar doch... aber das sind alles ganz klasse Jungs…“ lachte Sue und zog Tamara weiter. Dann standen sie vor einer Gruppe von Motorradfahrern. Tamara erkannte das Abzeichen auf der Jacke und schluckte. Jetzt nur nichts anmerken lassen, dachte sie. „Da hast du vollkommen Recht Sue...“ kam eine männliche höhnisch klingende Stimme aus ihrem Rücken.. Tamara drehte sich erschrocken zu dem Besitzer um. Vor ihr stand Ulf Sanders und grinste sie an. „Hallo Tamara... du weißt doch, dass du in unserem Revier bist oder? Das ist für Suns aber verboten. Was meinst du was Tom dazu sagt?“ fragte er grinsend. „Ähm...ich... ich bin sofort wieder weg...ich wollte nur...meine Freundin...also...“ stammelte sie. Sue lachte auf. „Und sie haben mich gebeten dich herzubringen. Es wird ein Fest für dich werden. Die Jungs haben so einiges drauf. Ich habe sie schon alles durch.“ erklärte sie. Tamara sah sie an. „Warum hast du das getan? Du bist doch meine Freundin… Du verdammte Nutte!““ stieß sie aus. Tamara holte aus und wollte gerade in Sues Gesicht schlagen, als ihre Hand festgehalten wurde. Ulf hatte sie gepackt. „Aber...wieso denn gleich so böse und ausfallend werden. Also wirklich. Hat dir Tom nicht beigebracht wie man sich verhält? Aber keine Sorge...ich werde es dir mit meinen Freunden zeigen... Aber nicht hier...wir werden nun eine kleine Spritztour machen und du tust gut daran, mitzukommen. Ich schlage auch kleine Mädchen wenn es sein muss…“ warnte er Tamara. Dann küsste er Sue auf den Mund. „Das hast du gut gemacht, Süße...dafür hast du dann eine Freifahrt durch die Bande gut.“ lachte er. Ein Wink genügte und Tamara wurde von zwei Männern gepackt und in ein Auto gesteckt. Sie wehrte sich und schrie um Hilfe, doch hier stellten sich die Bewohner grundsätzlich auf Taub. Es war besser, wenn man nicht alles hörte.
  • Niklas stand vor dem Grab seiner Schwester und strahlte mit der Sonne um die Wette. „Hallo mein Engel….heute sind die Ferien angefangen und mein Zeugnis ist super toll ausgefallen. Ben wird stolz auf mich sein und Dieter auch….ich habe nur zweien und Einser…es ist alles so klasse.“ erzählte er und reinigte das Grab. Da er von Ben Taschengeld bekam konnte er sogar Blumen für das Grab kaufen. Der Stein stand ebenfalls da und er war in seinen Augen wunderschön. „Jetzt hast du ein wundervolles Zuhause genau wie ich. Ach mein Engel… wenn du sehen könntest wie glücklich ich bin. Ich wünschte du wärst bei mir und könntest es auch erleben. Das Leben ist wunderschön. Ich mache auch sehr große Fortschritte bei Martin. Er hilft mir über alles hinweg zu kommen aber ich werde dich nie vergessen. Niemals…das schwöre ich dir. Ich werde immer an dich denken und ich habe sogar das Bild von dir eingerahmt und es steht auf meinem Nachtisch. Martin fordert von mir Tagebuch zu führen. Er will alles wissen, was ich getan habe und wann ich an die grausame Zeit denke und was ich dann fühle. Aber es ist in Ordnung. Seit ich darüber reden kann und Menschen gefunden habe, die mich lieb haben, ist es toll. Ich habe eine richtige Familie. Und der Freund von Ben..der hat sogar Kinder. Zwei Mädchen. Und eines ist so alt wie du warst als du von mir gegangen bist. Sie ist auch wunderhübsch und sie heißt Emily. Ich darf manchmal mit ihr spielen. Andrea, die Mutter von ihr ist eine sehr nette Frau und die kann verdammt gut kochen.“ erzählte er ihr alles was in der letzten Zeit passiert ist. Dann sah er auf das Grab. Es war wieder alles sauber und in bester Ordnung. „Ich muss nach Hause…Dieter wartet sicher schon auf mich. Bis bald mein Schatz…“ verabschiedete er sich und lief so schnell er konnte zu seinem Zuhause. Dort wartete tatsächlich Dieter schon auf ihn. „Und…wie war es bei Sonja?“ wollte sein Ziehvater wissen. „Sie ist glücklich, weil ich glücklich bin.“ strahlte Niklas. „Nun dann kannst du mir sicher auch dein Zeugnis zeigen, oder?“ harkte Dieter nach. Niklas nickte und rannte nach oben. Dann legte er Dieter sein Zeugnis vor, der aus dem Staunen nicht mehr herauskam. „Das ist ein wunderbares Zeugnis. Das hast du wirklich gut gemacht, Niklas. Ich wusste das du ein super guter Schüler bist.“ lobte Dieter seinen Pflegesohn. „Ja….? Ich bin sehr glücklich, dass ich es so geschafft habe. Ich dachte ich könnte es nicht, aber es ist sehr einfach. Es ist wirklich sehr einfach…“ gab Niklas zu. Dieter sah ihn prüfend an. „Warum solltest du das nicht schaffen? Du kannst alles schaffen, wenn du es willst. Schon vergessen?“ harkte er nach. Niklas schüttelte seinen Kopf. „Ich muss Ben unbedingt sagen, was ich für Noten habe…er muss sein Versprechen einlösen!“ forderte er Dieter auf. „Das kannst du ihm heute Abend sagen. Ben und Semir werden zu uns kommen.“ lächelte Dieter nur und tischte auf.

    „Ich bin gespannt was für Noten Niklas hat...“ meinte Ben als er mit Semir unterwegs war. „Ja, aber der Junge ist sehr intelligent und ich denke er wird einen guten Abschluss der Klasse hinlegen. Vielleicht kann er dann ja sogar in die Klasse in der er eigentlich wäre…“ mutmaßte Semir. „Nein, das wird nicht gehen. Er muss zehn Jahre vollmachen und deshalb wird er wenn er es geschafft hat nun in die nächste Stufe kommen. Gleiche Klasse, gleiche Lehrer. Das ist das Beste für ihn. Selbst wenn es für ihn ein Spaziergang werden würde. Ich denke es ist besser so.“ erklärte Ben. „Du gehst richtig auf in deiner Rolle als Vater. Was hältst du von eigenen Kindern?“ wollte Semir wissen. Ben sah aus dem Fenster. „Noch nicht. Ich denke wenn ich Vater werden will, wenn ich es mir richtig wünsche, dann könnte es klappen. Aber jetzt will ich noch nicht.“ gab sein Partner zurück. Eine Gruppe von Motorradfahrern überholte den BMW. „Hey…das sind die „Darkriders“ stieß Semir aus. „Ja, die sind wieder mal auf Kriegsfuß. Das hatte die Krüger ja schon angedeutet. Ich hoffe nur, dass sie nicht wirklich Krieg anzetteln. Ich will morgen in Urlaub fliegen. Ich habe die Tickets für mich und Niklas bereits bestellt.“ murmelte Ben leise. „Ich dachte du willst ihn nur mitnehmen, wenn das Zeugnis in Ordnung ist und du hast es jetzt noch nicht einmal gesehen!“ stieß Semir aus. Ben lachte. „Ich vertraue Niklas. Er ist ein sehr guter Schüler. Sehr gelehrig. Er hat jetzt schon ein paar Kniffe auf der Gitarre drauf, die ich nach zwei Jahren erst konnte. Ein wahres Naturtalent. Da wird er die Schule doch mit links machen.“ grinste Ben nur. Die Motorradfahrer verließen die Autobahn. „Bisher sind sie ja friedlich. Die Kollegen der Stadt haben uns schon vorgewarnt, dass sie die Rastplätze zu Umschlagplätzen nutzen werden, um Drogen und Mädchen zu verkaufen. Wir sollten sie auf jeden Fall im Auge behalten. Immerhin sind die Gruppen dafür bekannt.“ meinte Semir nur. „Ja sicher. Was machst du wenn ich in Urlaub bin? Ich meine du kannst die bösen Buben ja nicht allein schaffen.“ wollte Ben wissen. „Ich werde sicher kein Risiko eingehen, aber Dieter und Jenny werden mich sicher unterstützen. Und wenn du zurück bist, werde ich in Urlaub fliegen. Andrea freut sich schon auf unseren Urlaub in der Türkei. Meine Familie will Emily endlich kennen lernen.“ strahlte Semir zufrieden. „Gut…dann lass uns mal wieder auf den Rückweg machen. Heute ist pünktlich Feierabend!“ befahl Ben freundlich Semir nickte und fuhr ab um an der nächsten Auffahrt wieder in Richtung Revier zu fahren.
  • Tom Conahan sah auf die Uhr. Tamara hätte längst zuhause sein müssen. Die Schule war aus und sie war mit dem Einkauf dran. Doch seine Schwester schien nicht daran zu denken. Leicht wütend griff er zu seinem Handy und rief sie an. Tamara ging nicht ran. Nur die Mailbox meldete sich. Tom beendete den Versuch. Wo steckst du denn nur? fragte er in Gedanken. „Hey. Tom…was ist los?“ riss Frank Wagner ihn aus seinen Gedanken. „Tamara ist noch nicht da. Dabei hast sie schon seit elf die Schule aus.“ meinte Tom nur. „Na…sie ist sicher noch mit Sue unterwegs. Was beunruhigt dich das denn? Tamara ist 16 und sie ist sehr vernünftig.“ versuchte Frank ihn zu beruhigen. „Genau das ist es was mich stört. Sue ist eine Schlampe. Sie ist mit ihren 17 Jahren schon so verdorben und ich habe Angst, dass sie Tamara mit runter zieht.“ stöhnte Tom auf. „Dafür ist Tami doch viel zu intelligent. Sollen wir sie suchen?“ bot sich Frank an. Tom schüttelte den Kopf. „Noch nicht. Sollte sie aber heute Abend nicht zuhause sein, dann werden wir sie suchen gehen. Vielleicht verspätet sie sich wirklich nur.“ lächelte er. Doch seine Hoffnung zerschlug sich als es Abend wurde. Tamara kam nicht zurück. „Wir suchen sie!“ gab er bekannt. Alle seine Freunde der Gruppe der „Sundriders“ ließen ihre Maschinen aufheulen und machten sich auf den Weg nach Köln um Tamara Conahan zu suchen. Sie fuhren über die Autobahn und Tom wollte unbedingt alle Rastplätze bis nach Köln absuchen. Doch nirgends fanden sie eine Spur von Tamara. Es war als wäre sie spurlos verschwunden. Sie fuhren zur Schule von Tamara, aber dort war niemand mehr. Tom drehte sich verzweifelt im Kreis. Wo war Tamara? Und wenn sie mit Sue zusammen war, war Sue dann auch verschwunden? „Wir fahren zu Sue nach Hause!“ befahl er seinen Leuten. Sie folgten ihm ohne Gegenworte. Vor Sues Haustür sahen sie Sue sitzen. „hallo Sue…“ begrüßte Tom sie. „Hi Tom….wann kommt Tamara denn? Sie wollte doch mit mir shoppen gehen und nun warte ich schon geschlagene vier Stunden auf sie...“ stöhnte das Mädchen. „Du warst doch mit ihr zusammen! Wo ist meine Schwester?“ wollte Tom von ihr wissen. Sue stand auf. „Ich weiß es nicht. Wir sind nach der Schule zusammen nach Hause und sie ist dann auch….soll das heißen, dass sie verschwunden ist?“ fragte Sue erstaunt. Tom beobachtete sie sehr genau. Sie schien tatsächlich verwundert. Er nickte. „Sie ist nicht nach Hause gekommen. Ist ihr Zeugnis so schlecht?“ harkte er nach. Sue schüttelte den Kopf. „Nein…sie ist sogar besser als ich.“ widersprach Sue. „Hatte sie noch etwas vor?“ versuchte Tom heraus zu finden. „Nein…nicht das ich wüsste. Wir machen doch alles zusammen. Wo kann sie nur sein?“ wollte Sue wissen. Ihre Verzweiflung klang echt.

    Ben und Semir fanden sich nach Feierabend bei Dieter ein, wo Niklas ihnen stolz sein Zeugnis präsentierte. „Sehr gut…wirklich sehr gut…“ lobte Ben ihn. „Dann solltest du jetzt packen. Unser Flieger geht morgen um neun in der Früh.“ Hängte er an. „Fliegen? Wohin? Ich meine…wir? In Urlaub?“ kam erstaunt von Niklas. Ben nickte. „Ja…wir beide fliegen morgen nach Mallorca. Für ganze drei Wochen.“ Grinste er breit. „Was? Wirklich? Aber…das…das ist….Whow WHOW!! Das ist geil!“ stieß der Junge aus und umarmte Ben. „Hey..erwürg mich nicht.“ lachte der Hauptkommissar. „Das ist so klasse! Ich bin sprachlos! Das ist so toll…“ strahlte der Junge und rannte die Treppe hoch in sein Zimmer. Nur wenig später schleppte er einen Koffer runter. Ben und Semir lachten leise. Es tat gut zu sehen wie sich der Junge freute. „Vor einem halben Jahr hätte er nicht so reagiert.“ murmelte Semir seinem Partner zu. „Nein…da wäre er sicher vor Scham in den Boden versunken. Aber so wie er jetzt ist, gefällt er mir.“ grinste Ben ihn an. „Okay…du wirst Niklas also für drei Wochen von mir fern halten. Das ist zwar nicht schön, aber ich gönne es ihm. Ich fahre euch morgen zum Flughafen, wenn ihr wollt. Ben du könntest hier schlafen, dann muss ich euch morgen nicht abholen.“ bot Dieter an. Ben lachte leise. „Mein Koffer ist noch zuhause.“ gab er zu bedenken. „Dann hol ihn mit Semir ab und dann kommst du wieder her! Du kannst ja bei mir im Zimmer schlafen.“ mischte Niklas nun mit. Ben lachte auf. „ Okay…ich gebe mich geschlagen. Semir..fährst du mich schnell nach Hause und wieder hier her?“ bat dieser nun seinen Partner. Semir nickte. Nur eine Stunde später war alles erledigt. Semir verabschiedete sich von Ben und Niklas und fuhr dann selbst nach Hause. „Was machen wir denn so auf Mallorca?“ wollte Niklas wissen, als sie allein im Zimmer waren. „Nun, es gibt viele Dinge die wir machen können. Am Strand liegen, schwimmen…Mädchen verrückt machen…“ grinste Ben ihn an. „Das gefällt mir…“ lachte Niklas. „Dann lass uns jetzt schlafen.“ befahl Ben leise. „Aber Ben…ich habe doch gar keinen Reisepass. Ich brauche den doch wenn ich reise...“ meinte Niklas. „Den hab ich schon….“ murmelte Ben verschlafen. „Echt? Woher denn?“ harkte Niklas nach, der scheinbar nicht schlafen wollte oder nicht konnte. „Schlaf…ich erkläre es dir morgen auf dem Flug.“ kam zur Antwort.
  • Der nächste Tag kam schneller als Ben wollte. Niklas hatte ihn die halbe Nacht wach gehalten, weil er vor Aufregung nicht schlafen konnte. Nun saß er im Wagen und war im Halbschlaf. „Hey…jetzt brauchst du nicht mehr schlafen.“ lachte Ben. „Ich bin müde…“ stöhnte der Junge. „Dann hättest du heute Nacht schlafen sollen, anstatt zu reden.“ gab Dieter zurück. „Ich konnte irgendwie nicht. Es war so aufregend. Der ganze Tag war so aufregend.“ stöhnte Niklas. Ben sah Dieter kurz an. „Dann bin ich wirklich gespannt wie die nächsten drei Wochen werden.“ meinte er nur. Endlich hatten sie den Flughafen erreicht. Doch nun wurde Niklas Geduld auf eine harte Probe gestellt, das Einchecken dauerte ihm viel zu lang. Sie brauchten gute zweieinhalb Stunden bis sie endlich abhoben. Niklas saß am Fenster und starrte hinaus. Die Müdigkeit war verschwunden. „Wo hast du eigentlich den Pass her?“ harkte er doch noch nach. „Den hat Dieter als dein Vormund beantragt.“ murmelte Ben und hielt seine Augen geschlossen. „Dieter wusste die ganze Zeit, dass du mich mitnehmen willst? Das du die Tickets schon gekauft hast obwohl du nicht wusstest wie mein Zeugnis ist?“ fragte Niklas weiter. „Mmmhmm…“ machte Ben nur. „aber woher konntet ihr wissen, dass mein Zeugnis auch dafür ausreichend ist eine solche Belohnung zu erhalten?“ wollte Niklas wissen. „Niki…bitte…ich will wenigstens etwas schlafen. Sieh aus dem Fenster und zähle die Wolken, wenn dir langweilig ist.“ schlug Ben vor. Niklas schwieg für kurze Zeit. „Wann werden wir da sein?“ riss er Ben aus einem leichten Schlaf. „In ungefähr einer Stunde.“ gab dieser zurück. „Was machen wir wenn wir gelandet sind? Gehen wir direkt an den Strand?“ harkte der Junge weiter nach. Ben sah ihn mit einem Auge an. „Niklas…bitte lass mich bis zur Landung schlafen. Tu es auch, der Tag wird sicher noch lang werden. Und was ist wenn du dann einschläfst wenn es spannend wird?“ stellte Ben nun die Gegenfrage. Niklas nickte. „Du hast Recht…eine Stunde schlafen tut sicher gut.“ stimmte der Junge zu. Nun schloss auch er die Augen, doch Ben glaubte noch nicht daran, dass er wirklich schlafen würde. Immerhin war der Junge sehr aufgeregt und Ben konnte es sehr gut nach vollziehen, wie es in ihm aussah. Tatsächlich blieb Niklas ruhig bis zur Landung. Er musste sogar von Ben geweckt werden. „Wir sind da..“ verkündete er. Niklas sah ihn müde an. „Schon?“ fragte er erschrocken und setzte sich gerade hin. „Ja…schon. Schnall dich an!“ forderte Ben ihn auf. Niklas tat es und sah als er aus dem Fenster schaute bereits die Landebahn. „Whow…“ stieß er aus.

    Semir war auf der Autobahn unterwegs als sich ein natürliches Bedürfnis regte. Er sah auf die Hinweisschilder. Nicht weit von hier war eine Toilette und er reihte sich bereits ein. Immer wieder sah er in den Spiegel und beobachtete aus Gewohnheit das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer. Heute schienen alle sehr ruhig zu sein. Das Wetter war einfach zum genießen. Semir fuhr ab. Er hielt etwas von dem Toilettenhäuschen entfernt an und stieg aus. Vor dem Häuschen sah er ein paar Motorräder stehen und er schluckte schwer. Vielleicht sollte er besser eine Station weiter fahren. Wenn die Besitzer im Häuschen sind dann würde er sicher gleich ein Spießrutenlauf mitmachen. Immerhin hatte er seine Waffe dabei und das zeichnete ihn als Polizisten aus. Er wandte sich zum Gehen um, als er aus der Damentoilette einen Schrei hörte. Ihm kam ein böser Verdacht. Er öffnete die Tür nur einen kleinen Spalt und sah mehrere Schatten. Semir schloss kurz die Augen und zog seine Unterlippe zwischen die Zähne. Allein hatte er keine Chance gegen die Typen, das war ihm klar, aber wenn er nichts unternahm, dann würden sie das Mädchen was dort schrie, schlimmes antun. Das konnte er nicht zulassen. „Nein! Nein! Hilfe!! Helft mir doch!! Hört auf! Ihr verdammten Schweine…Nein!“ hörte er das Mädchen schreien. Er überprüfte die Waffe und spannte den Hahn. Vielleicht konnte die Waffe den Männern ja doch etwas Respekt einjagen. „Und nun zeige ich dir, was ich mit bösen Suns mache…“ hörte er einen Mann sagen. Lautes Grölen seiner Freunde folgte. Das war das Zeichen zum Eingreifen. Semir trat die Tür mit voller Wucht auf und die Männer sahen ihn an. Sein Blick fiel auf das Mädchen was weinte. Es wurde von vier Männern festgehalten, während der Fünfte seine Hose herunter gelassen hatte. „Okay…das wars Jungs! Polizei! An die Wand und lasst das Mädchen los!“ forderte er mit harter Stimme. Der Mann mit offener Hose sah ihn grinsend an. „willst du uns den Spaß verderben? Du ganz allein?“ fragte er höhnisch. Semir nickte. „Wenn es sein muss ja…Los! And die WAND!“ wiederholte Semir scharf den Befehl. Die Männer folgten nur sehr zögernd diesem Befehl. Nur der Mann mit der immer noch offenen Hose stand nach wie vor dicht bei dem Mädchen. Er schloss seine Hose und sah ihn provozierend an. Semir richtete die Waffe auf ihn. „An die Wand! Ich sage es nicht noch einmal!“ erklärte er. Der Mann tat was er wollte. „Hey du! Komm zu mir!“ forderte er nun das Mädchen auf. Diese sah ihn an und nickte. Sie raffte ihre Kleidung zusammen und rannte zu ihm. „danke…“ weinte sie leise. „Schon gut…zieh dich an und dann verschwinden wir..“ befahl er sanft. Wieder richtete er seinen Blick auf die Männer. Sie sahen ihn alle an und Semir prägte sich die Gesichter ein.
  • Tamara sah den Mann dankbar an. Sie zog sich schnell an und stellte sich hinter ihn. Seit zwei Tagen hatten sie die Darkrider nun schon in ihrer Gewalt und sie war mehrfach vergewaltigt worden. Das würden die Mistkerle büßen, das wusste sie. Sie kannte die Namen der Männer und sie würde es Tom erzählen. Er würde alles andere unternehmen. „Hier…nehmen Sie mein Handy und rufen die Kollegen an. Sie sollen viel Verstärkung schicken“ forderte ihr Retter sie auf. Tamara tat was er sagte ohne dass er sie ansah. Tamara sah zu Ulf Sanders der sie gierig ansah. „Hey…wir können doch sicher eine andere Lösung finden. Der Kleinen ist doch nichts passiert.“ meinte er und machte einen Schritt auf den Mann zu. Sofort ging die Waffe wieder in die Richtung. „Stehen bleiben!“ warnte der Polizist. Tamara versteckte sich hinter ihm. Langsam gingen sie rückwärts raus. Doch einer der Darkrider schien die Warnung nicht ernst zu nehmen und griff den Mann trotz der Waffe an. Dieser drückte aus Reflex ab. Der Darkrider blieb stehen als wäre er gegen eine Wand gelaufen und sackte dann mit erstauntem Ausdruck zusammen. Tamara sah die Szene mit weit aufgerissenen Augen. Der Polizist griff sie und rannte mit ihr raus. Er zerrte sie zu einem Wagen und drängte sie regelrecht rein. „Los, Los! Schnell!“ stieß er aus und warf sich hinter das Steuer. Er trat das Pedal durch und verließ den Parkplatz. Nur wenig später kamen auch die Motorräder auf die Autobahn „Sie sind hinter uns!“ kam panisch von ihr. Der Mann nickte. Er griff zum Mikro und setzte einen Notruf ab. „Beamter in Not! Ich wiederhole! Beamter in Not! Kilometer 328 auf der A4! Brauche Unterstützung!“ schrie er regelrecht ins Mikro. Dann schaltete er das Blaulicht ein und raste noch schneller. Tamara krallte sich am Sitz fest. Immer wieder sah sie nach hinten. „Die kommen näher!“ weinte sie leise. Nur wenige Sekunden später zersprang die Heckscheibe. „RUNTER!! RUNTER!!“ schrie der Fahrer. Der Wagen geriet ins Schlingen und er hatte aller Hand zu tun um ihn auf der Straße zu halten. „Ich habe Angst….“ weinte Tamara. Der Fahrer sah sie nur kurz an. Auch er duckte sich tief um nicht getroffen zu werden. „wir schaffen das schon..“ lächelte er ihr zu. Wieder fielen Schüsse. Diesmal schlugen sie in die Karosserie. „Verdammt!“ stieß der Fahrer aus. Der Wagen schleuderte hin und her. „Was ist?“ wollte Tamara wissen. „die haben einen Reifen getroffen!“ kam von dem Fahrer.

    Semir lenkte den BMW weiter über die Autobahn. Die Kollegen mussten doch gleich endlich auftauchen, sonst war schon sehr bald Ende im Gelände…dachte er und wollte gerade zum Mikro greifen als er die Auffahrt passierte und mehrere Streifenwagen sah. „Die Kavallerie ist da.“ meinte er nur zu dem Mädchen. Sie hockte im Fußraum des Beifahrerbereichs und nickte nur. „Wir haben es gleich geschafft.“ machte er ihr Mut. Das Mädchen reagierte nicht. Semir sah in den Rückspiegel. Die Rocker waren verschwunden. Langsam ließ er den Wagen auf den Seitenstreifen ausrollen und hielt endgültig an. Die Streifenwagen hielten hinter ihm. Einer der uniformierten Kollegen kam zu ihm. „Alles in Ordnung, Semir?“ fragte er besorgt. Semir sah den Mann an. „ja…danke…das war in letzter Sekunde.“ nickte der Hauptkommissar. Dann sah er wieder auf das Mädchen. „Hi…ich bin Semir Gerkan. Du kannst jetzt rauskommen. Es ist vorbei…“ stellte er sich nun vor. Doch das Mädchen rührte sich zunächst nicht. Dann sah sie ihn an. „Ich will nach Hause…“ schluchzte sie. Semir strich ihr sanft über den Kopf. „Erst wirst du im Krankenhaus untersucht werden. Wie heißt du?“ wollte er von ihr wissen. „Tamara Conahan.“ gab sie von sich. „Und wo wohnst du?“ harkte er nach. „Ich bin bei meinem Bruder. Auf der Bude 17 in Longerich“ kam die Antwort. „Okay…ich rufe deinen Bruder an und bestelle ihn ins Krankenhaus, einverstanden?“ wollte Semir wissen. Tamara nickte. Mit Semirs Hilfe stieg sie aus. Der Rettungswagen kündigte sich bereits an. „Kommen Sie auch mit ins Krankenhaus?“ wollte sie wissen. „Wenn du es möchtest begleite ich dich.“ nickte Semir. Sein Wagen musste eh zur KTU um die Spuren zu sichern. Er sah seinen Kollegen an. „Sorgst du für meinen Wagen?“ bat er ihn. Der Kollege war einverstanden. Semir stieg mit Tamara in den Rettungswagen. Die Fahrt ins Krankenhaus dauerte gute fünfzehn Minuten. Während der Fahrt wurde Tamara untersucht. Sie hatte einige Hämatome und der Arzt sah sie ernst an. „Die sind aber nicht von heute…“ meinte er nur. „Ich weiß…die Männer haben mich gestern eingesperrt und…sie… sie haben…es war so ekelhaft…“ stieß sie aus. Semir sah zu dem Arzt. „Ich weiß es ist schwer, aber kennst du die Namen der Männer?“ harkte er bei Tamara nach. „Nein…aber ich werde jeden wieder erkennen…“ stieß sie aus. In diesen beiden Worten war extrem viel Hass zu hören.
  • Auch Tom Conahan war bereits früh an diesem Morgen wach. Er hatte die Nacht wegen der Sorge um seine kleine Schwester nicht geschlafen. Jetzt sah er in ihr Schlafzimmer. Das Bett war nach wie vor ungenutzt. Seine Schwester war nicht heim gekommen. Doch er wusste auch, dass sie keinen Grund hatte nicht nach Haus zu kommen. Sue sagte doch, dass ihr Zeugnis nicht schlecht war. Mehrmals hatte er versucht sie auf ihrem Handy zu erreichen, doch sie ging einfach nicht ran. Verzweifelt sah er aus dem Fenster. Die Sonne stand bereits wieder am Himmel und brannte. Tom spürte die Wärme sogar durch das geschlossene Fenster. Er schloss die Augen und fing an zu beten. Wie lange hatte er das schon nicht mehr getan. Das letzte Mal so erinnerte er sich, war als seine kleine Schwester im Krankenhaus lag und die schweren Verletzungen des Unfalls hatte. „Wo bist du denn nur?“ stöhnte er leise. Es klingelte an der Tür. „Endlich!“ stieß er aus und riss die Tür auf. Doch es war nicht Tamara die vor der Tür stand, sondern Frank. „Was willst du denn hier?“ stöhnte Tom auf. „Na hör mal…ist Tamara wieder da?“wollte Frank wissen. „Nein…sie ist weg. Sie meldet sich nicht, sie geht nicht ans Telefon. ich mache mir große Sorgen.“ stöhnte Tom. Sein Handy klingelte. „Ja?“ fragte er, denn die Nummer im Display kannte er nicht. „Semir Gerkan, Kripo Autobahn. Sind Sie Tom Conahan?“ wollte der Anrufer wissen. „ja?“ kam heiser von Tom. Wenn die Polizei anrief, dann war es sicher nicht grundlos. „Ihre Schwester Tamara wurde heute von mir ins Krankenhaus gebracht. Es wäre gut, wenn Sie herkommen könnten. Marienhospital, Notaufnahme. Ich werde auf Sie warten.“ erklärte der Polizist am anderen Ende. „Ja… ja… Marienhospital. Ich komme…“ gab Tom verstört zurück. Das Gespräch war beendet. „Was ist los?“ harkte Frank sofort, denn er sah wie blass Tom war. „Das war die Polizei. Tamara ist im Krankenhaus. Ich muss sofort hin.“ erklärte Tom nur. „Ist sie schwer verletzt? Hatte sie einen Unfall?“ harkte Frank nach. „Ich weiß es nicht…aber der Mann hörte sich sehr ernst an. Ich fahre los!“ stieß Tom aus und verließ die Wohnung. Frank rannte hinterher. Er wollte seinen Freund nicht allein lassen. Gemeinsam fuhren sie mit ihren Motorrädern zum Krankenhaus. Dort fragte Tom sich zur Notaufnahme durch.

    Semir spannte sich, als er zwei Männer in Motorradkluft auf sich zukommen sah. Er stand auf und stellte sich den Männern entgegen. „Entschuldigen Sie…ich suche Semir German..“ erklärte der junge Mann. „Gerkan…Semir Gerkan und er steht vor Ihnen. Tom Conahan nehme ich an.“ stellte Semir sich vor. Der junge Mann nickte. „ Das ist Frank Wagner…Wo ist Tamara? Was ist mit ihr?“ wollte er wissen. „Ich habe sie in einer ziemlich prekären Situation vorgefunden. Fünf Männer wollten sie wohl vergewaltigen. Ich hörte sie auf einer Toilette schreien und habe sie davor bewahren können. Aber sie sagte mir, dass sie bereits seit gestern in den Fängen der Gruppe war und dass sie wohl bereits mehrmals…“ Semir stockte. „Wer waren die Kerle?“ harkte Tom Conahan nach. „Das weiß ich nicht. Ich kenne sie nicht mit Namen. Einen der Männer musste ich erschießen, weil er mich trotz Waffe angegriffen hat. Sie trugen alle wie Sie Lederjacken und vor dem Toilettenhäuschen standen Motorräder. Die Fahndung nach den Männern ist bereits raus.“ erklärte Semir weiter. „Die Darks! Diese verdammten Darks. Jetzt hat Ulf Sanders den Bogen überspannt. Dafür wird er bezahlen.“ stieß Tom Conahan aus. Semir sah ihn ernst an. „Es ist nicht gesagt, das es die „Darks“, wie Sie sie nennen waren.“ erklärte er sofort. „Sie waren es. Denn es gibt nur zwei Gruppen die Lederjacken tragen und Motorrad fahren .Das sollten Sie eigentlich wissen. Die einen sind die Darkriders, ungehobelte, dumme Männer die sich nur an Schwächere wagen. Sie schicken Frauen auf den Strich, erpressen Geschäftsleute die Angst haben und verkaufen Drogen. Und die Sunriders, die einfach nur ihrem Hobby frönen und ihre Maschinen lieben. Tamara ist eine Sunrider. Sie ist meine Schwester und genau deswegen ist es passiert. Ulf Sanders ist der andere. Er wird dafür büßen, was er Tamara angetan hat.“ stieß Tom aus. Auch in diesen Worten lag der blanke Hass. Semir schluckte. Vor einigen Monaten hatte Kim Krüger schon einen Krieg zwischen Rockerbanden angekündigt. Sollte das jetzt wirklich soweit kommen. „Herr Conahan…Sie tun sich kein Gefallen, wenn Sie Selbstjustiz verüben. Es ist verboten und wenn Sie sich bisher an die Gesetze gehalten haben, dann sollten Sie es auch jetzt tun. Ich habe die Täter gesehen und ich werde sie alle verhaften.“ versprach Semir. Tom Conahan sah ihn an. „Sie waren dabei? Sagen Sie mir die Namen und dann fahren Sie am besten nach Hause und genießen den Feierabend. Ich wollte keinen Krieg, aber die Tat muss gerächt werden.“ knurrte er. Semir schüttelte den Kopf. „Ich werde keine Namen preis geben.“ kam entschlossen von ihm.
  • „So Frau Conahan…Sie dürfen sich wieder anziehen. Sie sollten aber auf alle Fällen drei Tage auf Station bleiben. Ihre Verletzungen sind nicht schwer dennoch ist es besser, wenn Sie jetzt erst einmal zur Ruhe kommen.“ erklärte Dr. Elke Berger. Tamara nickte. „Mein Bruder…er wollte kommen. Können Sie nicht mal nachsehen ob er schon da ist?“ bat sie mit leiser Stimme. Dr. Berger lächelte und nickte. Nur wenig später kam sie tatsächlich mit Tom zurück. „TOM!! Es war so grausam!!“ weinte Tamara los und sprang ihrem Bruder in die Arme. „Ulf und sein Bruder haben mich…sie haben mich…und…drei andere….ich hasse sie. Ich konnte nichts tun. Sie haben mir so weh getan…“ schluchzte sie verzweifelt. Tom strich ihr über die Haare. „Sssscht….beruhige dich. Du bist in Sicherheit. Niemand wird dir etwas antun.“ redete er sanft auf sie ein und sah die Ärztin an. „Sie sollte hier bleiben. Wenigstens die nächsten drei Tage.“ schlug sie vor. Tom Conahan nickte. Er hob den Kopf seiner Schwester. „Wie konnte es passieren? Warst du im Gebiet der Darks?“ harkte er nach. Tamara nickte. „Sue…sie wollte mir etwas zeigen und…plötzlich standen die Darks vor mir. Sie hat mich in die Falle gelockt und sie hat mich ausgelacht. Sie sagte dass sie alle Darkrider schon gehabt hätte und mir den Spaß auch gönnen will. Dann hat Ulf und Mark mich weggebracht. Sie haben mich die ganze Nacht ….es war so grausam..“ schluchzte sie weiter. Wieser strich Tom ihr über den Kopf. „Und was war heute auf dem Rastplatz?“ harkte er nach. „Sie wollten mich dort töten. Ulf sagte, dass er mich nicht laufen lassen könne aber auch nicht in seinem Revier umbringen könnte, da du dann sofort weißt was passiert ist. Deshalb haben sie mich auf diesen Parkplatz gebracht. Sie wollten mich noch einmal….und…sie hätten es sicher getan, wenn der Polizist nicht aufgetaucht war. Er war meine Rettung. Er hat mich rausgeschickt und ich sollte mich in seinen Wagen setzten. Dann fiel ein Schuss und er rannte raus. Wir sind gerade noch entkommen.“ erzählte sie stockend weiter. Tom sah sie an. „Sue wird dafür bezahlen. Sie wird es spüren…wie es ist.“ knurrte er. Doch Tamara schüttelte den Kopf. „Lass dich nicht auf das Niveau von den Darkriders runter fallen. Das ist sie nicht wert.“ bat sie ihn. Tom lächelte. „Sie nicht…aber du bist es mir alle Male Wert. Du wirst jetzt hier bleiben und dich ausruhen. Übermorgen hole ich dich ab. Du wirst Sue nicht anrufen! Das musst du mir versprechen!“ forderte er. Tamara nickte. Sie wusste, dass sie ihren Bruder eh nicht aufhalten konnte. „Sagst du dem Mann bitte danke…wenn er nicht gewesen wäre, dann würde ich sicher hier im Keller liegen.“ erklärte sie Dr. Berger kam zu ihr. „Sie werden jetzt erst einmal für ein paar Stunden schlafen.“ sagte sie und gab Tamara eine Spritze.

    Während Semir seinen Dienst tat, räkelten sich Ben und Niklas bereits am Strand. Niklas wurde direkt von Mädchen in seinem Alter belagert und Ben sah dass es dem Jungen sichtlich gefiel im Mittelpunkt der Schönheiten zu sein. Die Mädchen schienen jedoch kein Deutsch zu sprechen, denn Niklas sprach ein perfektes Englisch. Er sah Ben an. „Es ist herrlich hier. An dieses Leben könnte ich mich gewöhnen.“ meinte der 14jährige nur. „Das kann ich mir vorstellen aber denk daran die drei Wochen werden schnell vorbei gehen. Und dann fahren wir zurück in das kalte Deutschland.“ lachte Ben und nippte an seiner Limo. „Das ist echt schade. Drei Wochen muss ich mich dann langweilen. Sieh dir die Bräute an. Sie sind wunderschön. Ich glaube ich schleppe eine ab..“ grinste der Junge. Ben sah ihn warnend an. „Oh nein…mein Freund. Keine Schweinerei. Du bist zu jung dafür!“ warnte er ihn. Niklas lachte auf. „Woran du wieder denkst. Das meinte ich doch gar nicht. Keine Sorge..ich lasse mir sicher kein Kind an die Backe nageln. Nein…nur ein bisschen Erfahrung sammeln.“ grinste Niklas. Ben stöhnte auf. Sicher Niklas war kein kleines Kind mehr und die Anziehung der hübschen jungen Damen konnte man als Mann schon mal erliegen, aber wusste Niklas was er dort tat? Immerhin war er nicht wirklich aufgeklärt worden. Ben setzte sich auf. „Niki…bevor du dich mit einer von ihnen einlässt möchte ich mit dir sprechen…“ fing Ben an. Niklas sah ihn an. „Worüber?“ harkte er nach. „Nun ja…. wegen dir … und sie… oder sie… oder sie…“ meinte Ben und zeigte auf die Mädchen, die nichts verstanden. Niklas lachte auf. „Ach so…du meinst….Sex!“ stieß er aus. Ben drehte sich erschrocken um. „Nicht so laut!“ stieß er aus. „Wieso denn? Es ist doch ganz natürlich. Nur keine Sorge…Ben… ich habe im Internet gelesen was passieren kann. Ich sagte nur… wozu gibt es Kondome?“ grinste der Junge frech. Ben stöhnte erneut auf. „Ich kann dir wohl gar nichts beibringen was?“ fragte er. Niklas lachte auf. „Doch….wie kriege ich die Kleine ins Bett?“ wollte er wissen. Ben schluckte. Wie sollte er das dem Jungen erklären?



    Keine Feeds????? Was ist los mit euch?
  • Semir sah auf, als Tom aus dem Behandlungsraum kam. „Ich …ähm… ich konnte mich noch nicht bei Ihnen bedanken. Sie haben meiner Schwester vermutlich das Leben gerettet. Sie erzählte mir, dass Schüsse gefallen sind…“ Tom reichte ihm die Hand. Semir nahm sie und lächelte. „Kein Ding. Ich habe nur meine Pflicht getan. Und ja… es sind Schüsse gefallen. Sie haben aber in aller ersten Linie mir gegolten. Passen Sie gut auf Ihre Schwester auf.“ bat Semir und verabschiedete sich. „Warum wollten die Darkrider Sie denn erschießen? Es kann denen doch nicht nur um Tamara gegangen sein!“ rief Tom hinter doch Semir reagierte nicht. „Wie ich schon sagte….ich habe einen von ihnen erschossen. Ich wollte es auch nicht, aber, er hat mich angegriffen und der Schuss hatte sich gelöst…“ erklärte Semir. Es war schwer genug für ihn, denn er hatte einen Menschen erschossen. Einen jungen Menschen. Wie konnte dieser Mann auch den Angriff starten obwohl er eine Waffe in der Hand hatte? Der Schuss hatte sich gelöst und die Kugel konnte Semir nicht aufhalten. Wieder sah er wie der Mann mit einem erstaunten Blick zu Boden ging und liegen blieb. Das Handy riss ihn aus den Gedanken. „Ja Semir!“ meldete er sich. „Kim Krüger hier! Ich erwarte Sie zur Berichterstattung. Die Kollegen sagten mir, dass man Sie vor Rockern beschützen mussten und das Sie einen der Männer erschossen haben.“ hörte er die Revierleiterin. „Ja Chefin..es war Notwehr. Der Mann hat mich angegriffen und der Schuss hat sich dann gelöst. Ich komme direkt ins Büro.“ gab Semir zum Besten. „Das klären wir, wenn Sie hier sind!“ kam von Kim Krüger kühl zurück. Semir wusste was nun passierte. Es würde eine Anhörung geben in dem er vor einem Gremium erklären musste warum er auf den Mann schoss und ob es keine andere Möglichkeit gegeben hätte. Und wenn sie sich dann beraten hatten, würden sie beschließen ob er ein Disziplinarverfahren bekam und suspendiert wurde, oder ob man ihm glaubte, dass es Notwehr war und er weiter arbeiten durfte. Als er unten vor dem Krankenhaus stand blieb er ratlos stehen. Sein Auto war ja nicht hier? Wie sollte er nun zur PAST kommen? Er nahm sein Handy und rief Andrea an. Er bat sie ihn abzuholen und teilte ihr den Standort mit. „Was ist denn mit deinem Auto? Hast du einen Unfall gehabt? Wieso bist du im Krankenhaus?“ prasselten die Fragen auf ihn ein. Doch nachdem Semir erklärte was passiert war, versprach Andrea ihn abzuholen. Sie war tatsächlich eine halbe Stunde später auf dem Parkplatz. Sofort sah sie ihn prüfend an. „Ist dir wirklich nichts passiert?“ harkte sie nach. „Ich bin in Ordnung. Fahr mich zur PAST. Ich muss ein Protokoll schreiben…“gab er zurück. „Was hast du getan?“ harkte Andrea nach. „Ich habe einen Mann erschossen….in Notwehr. Er hat mich angegriffen obwohl ich eine Waffe hatte und als er mit mir kämpfte hat sich ein Schuss gelöst und ihn tödlich getroffen.“ erzählte Semir kurz und knapp.

    Ulf Sanders saß weinend auf seinem Stuhl. „Dieser verdammte Bulle! Das wird er mir büßen. Mark war doch noch ein halbes Kind.“ stieß er aus. Rolf kam zu ihm. „Das wird er auch bezahlen. Wir müssen nur herausfinden wer er ist. Ich habe sein Kennzeichen, aber damit kommen wir nicht weiter. Vor ein paar Jahren, konnte man im Internet noch herausfinden zu welchem Wagen welches Kennzeichen gehörte, aber das ist nicht mehr. Datenschutz schimpft sich der ganze Mist. Woher wusste der Kerl eigentlich, dass wir in der Toilette waren? Ob uns jemand verraten hat?“ harkte er nach. Ulf schüttelte den Kopf. „Es wusste niemand außer uns, dass wir die Kleine dort hinbringen wollten. Niemand wusste es außer die die dort waren. Und für jeden von ihnen lege ich meine Hand ins Feuer. Vielleicht war der Bulle nur zufällig dort. Dennoch..es war ein Fehler von ihm. Er hat Mark eiskalt erschossen. Er hat ihn umgebracht! Und dafür wird er bezahlen. Seid ihr dabei?“ harkte er nach und sah in die Runde der gut fünfzehn Männer. Alle stimmten zu. „Okay…jetzt müssen wir nur wissen wer er ist. Irgendwelche Vorschläge wie wir es heraus bekommen?“ wollte Ulf wissen. Doch nun schwiegen alle und sahen zu Boden. „Schon gut…wir werden es irgendwie herausfinden. Tamara wird es sicher wissen wer er ist. Immerhin ist sie mit ihm gefahren. Wenn sie Mark identifizieren kann, dann wird denen klar werden mit wem sie sich angelegt haben und wer ihr Feind ist. Aber so lange werden wir nicht warten. Die Zeitungen hetzen eh über uns her.“ knurrte Ulf und warf eine Tageszeitung in die Runde. Die Schlagzeile war eindeutig. „Rocker überfallen Tankstelle und rauben mehrere Tausend Euro“. „Die spinnen sich was zu Recht. Es waren keine Tausende von Euros, es waren nicht einmal Tausend und wenn der Mistkerl freiwillig gezahlt hätte, dann wäre es alles ohne Gewalt ausgegangen. Aber gut….okay…die Presse kann uns gestohlen bleiben. Es gibt eh kaum jemanden der denen glaubt dennoch sollten wir die nächste Zeit die Füße stillhalten. Rolf…du bringst Sue aus der Schusslinie. Die wird nämlich jetzt im Auge der Suns sein, weil sie Tamara in die Falle gelockt hast. Du Peter…versuchst herauszufinden wer der Bulle war, wo er lebt, Familie, Freunde und so weiter!“ befahl Ulf. Die Angesprochenen nickten und verschwanden.
  • Sue saß gerade in der Badewanne als es klingelte. Sie sah auf die Uhr. Der Tag war doch fast vorbei. Wer konnte sie jetzt noch besuchen? Sie warf sich ein Handtuch über und sah durch den Spion. „Scheiße“ stieß sie aus als sie Tom davor stehen sah. Sollte sie tun, ob sie nicht da war? Vielleicht war Tamara schon zuhause und sie hat ihm gesagt, dass sie Tamara verraten hatte. Was mache ich nur? fragte sie sich in Gedanken und schlich durch die Wohnung. Sie holte ihr Handy hervor. Ulf wollte das sie Tamara in die Falle lockt also musste er es auch sein, der sie hier rausholte. Sie hatte absolut keine Lust von den Suns genauso behandelt zu werden wie die Darks es mit Tami getan hatten. Auch wenn sie nicht dabei war, wusste sie was dem 16jährigen Mädchen blühte. „Sue!! Mach auf! Ich weiß das du da bist!!“ hörte sie Tom brüllen. „Ulf! Tom steht vor meiner Tür…er ist verdammt wütend….hilf mir!“ stieß sie leise ins Handy. „Rolf ist schon unterwegs. Mach ja nicht auf! Versteck dich falls er reinkommt!“ befahl Ulf und beendete das Gespräch. Sue steckte das Handy ein. Verstecken…der hat gut reden. Wie denn in dieser Wohnung. Zum Glück waren ihre Eltern nicht zuhause und so blieb Tom vor der Türe. Dennoch sie musste weg. Schnell zog sie sich an und sah aus dem Fenster. Tom schien allein zu sein. Nur eine Maschine stand da unten. Wenn sie aus dem Fenster kletterte und die Straße runter lief aus der Rolf kommen musste, dann war sie in Sicherheit. Sue packte ein paar Sachen in ihren Rucksack und setzte ihre Idee in die Tat um. Sie entkam von Tom unbemerkt. Als sie die nächsten drei Häuser passiert hatte, sah sie Rolf auf seiner Maschine und winkte ihm heftig zu. Rolf hielt vor ihr an. „Was ist denn los?“ wollte er wissen. „Tom….er steht vor meiner Tür und ist ziemlich wütend..“ stieß sie aus. „Wäre ich auch. Vermutlich weiß er von Tamara was passiert ist. Sie liegt im Krankenhaus und hat ihm sicher erzählt, dass du es warst, die sie verraten und uns ausgeliefert hast. Sie war echt gut…und so richtig wie eine Wildkatze. Los spring auf, bevor Tom raus kommt und uns sieht.“ lachte Rolf und wies auf den Sozius. Sue nickte und tat was er wollte, dann ging es zum Versteck der Darkrider zurück. Sue lehnte ihren Kopf an Rolfs Rücken und ihre Hände umarmten ihn. „Hey….heb es dir für später auf, Baby…deine Freifahrt steht auch noch an.“ lachte er.

    Ben und Niklas saßen im Hotel und aßen zu Abend. „Das ist verdammt lecker!“ schmatzte Niklas und ließ sich die Hähnchenbrust in Rahmsoße schmecken. Ben sah ihn strafend an. „Lass dir Zeit beim Essen. Schling nicht so. Da merkst du ja von dem Geschmack nichts…“ tadelte er ihn. Niklas lachte auf. „Das schmeckt so lecker und ich habe so einen großen Hunger. Keine Sorge..ich weiß wie gut es ist.“ kam zur Antwort. Ben lachte ebenfalls und schüttelte den Kopf. „Du erinnerst mich immer an Semir. Der kann auch nichts genießen. Aber sag mal…wo willst du deinen Geburtstag feiern und wie viele hast du eingeladen?“ fragte Ben. Niklas hielt inne. „Geburtstag feiern? Warum? Ich werde doch nur ein Jahr älter.“ kam erstaunt von ihm. „Willst du denn keine Geschenke von den Freunden bekommen?“ harkte er nach. Niklas schüttelte den Kopf. „Nö…wichtig ist doch, dass sie meine Freunde sind und das kann man nicht mit Geschenken aufwiegen.“ gab er gleichgültig zurück. Ben dachte kurz nach. Sicher, Niklas hatte vermutlich noch nie ein Geburtstag gefeiert, aber er wusste auch nicht, wie schön solche Partys werden konnten. Vielleicht sollte er eine kleine Feier arrangieren. Aber das war etwas, das er sich noch überlegen musste. Immerhin war der Geburtstag erst in zwei Monaten. Was er Niklas schenkte wusste er auch noch nicht. Was mochten 15jährige Jungs denn wohl? Wie wäre ein schönes Handy? Ja…das wäre das ideale Geschenk für ihn. Aber erst musste er wirklich mit Dieter sprechen. Nicht das Niklas plötzlich drei Handy bekam. Sie waren eine gute Stunde später mit dem Essen fertig. Niklas lehnte sich zurück und stöhnte auf. „Das war gut…“ meinte er und schloss die Augen. Seit er bei Dieter wohnte, hatte der Junge zugenommen. Nicht das er dick war, nein, es stand ihm sogar sehr gut. So musste man keine Angst haben, dass der Junge zusammenbrach, wenn er sich anstrengen musste. Die Augen fingen ebenfalls an zu leuchten. So wie Kinderaugen sein sollten, fand Ben. „Was machen wir jetzt?“ wollte Niklas wissen. „Wir könnten in die Bar gehen.,.“ hängte er an. Ben lachte auf. „Oh nein Niklas. Die Bar ist für dich tabu! Kein Alkohol für dich!“ setzte er die Grenzen. Niklas sah ihn an. „Wer sagt denn, dass ich Alkohol trinken will? Nee, das von meinem Vater hat mir gereicht. Ich will so ein Zeug nicht anfassen!“ stieß er aus. „Okay…was willst du dann in der Bar?“ harkte Ben nach. Niklas grinste breit und zeigte seine weißen Zähne. „Mädchen anschauen?“ lachte er. Ben grinste und schüttelte den Kopf.
  • Nach einem langen Drehtag, geht es hier nun weiter:

    Der nächste Morgen kam für Semir viel schneller als er wollte und so quälte er sich um halb 6 aus den Federn. Er duschte während Andrea ihm das Frühstück machte. Nach einer ausgewogenen Mahlzeit fuhr er ins Büro wo Susanne bereits auf ihn wartete. „Guten Morgen Susanne…hast du was Neues für mich?“ wollte er wissen. „Ja…der Tote in der Toilette war Mark Sanders…er war 24 Jahre alt und Mitglied der Darkriders…“ fing Susanne an. „Ah…Sanders? Da gab es doch auch diesen Ulf Sanders…den Anführer der Darks. Hat er damit zu tun?“ harkte Semir nach. Susanne nickte. „Das ist der ältere Bruder. Ulf Sanders hat bereits einiges auf dem Kerbholz: Vergewaltigung, Raub, schwere Körperverletzung, Menschen- und Drogenhandel. Er wurde allerdings nie verurteilt, weil die Zeugen sich bei der Aussage an nichts mehr erinnern konnten, oder alles für einen Scherz abtaten. 2001 soll er sogar einen SEK-Beamten erschossen haben. Aber man konnte es ihm nicht nachweisen.“ Erklärte Susanne weiter. Semir sah sie erstaunt an und zog seine Augenbraue hoch. „Wie kann man dann behaupten, dass er den Mann erschossen hat? Das muss doch jemand gesehen haben…“ sinnierte er. „Nun es heißt das die SEK-Beamten die Wohnung von Ulf Sanders stürmte und sich dann ein Schuss löste, während Sanders mit Markus Franke, so hieß der SEK-Beamte, rangelte. Die Beweise reichten nicht aus um Sanders vor Gericht eindeutig die Schuld nachzuweisen. Sie drehte den Monitor in seine Richtung und zeigte ein Bild von Ulf Sanders. Semir sah es sich an. „Ja…der war dabei…“ nickte er. „Wie geht es dem Mädchen?“ wollte Susanne nun wissen. „Sie ist sehr gefasst. Sie war nach ihren eigenen Angaben einen ganzen Tag in deren Gewalt und wurde mehrfach vergewaltigt. In der Toilette sollte es dann wohl noch einmal passieren und vermutlich wäre sie danach umgebracht worden. Ich habe den Bruder informiert und ins Krankenhaus kommen lassen. Sie sagte ganz klar aus, dass es die Darkrider waren, die es ihr angetan haben. Jetzt ist es auch hier klar. Ich hoffe nur, dass Tom Conahan nicht Amok läuft und auf Rache sinnt. Denn dann ist der Krieg da, von dem Krüger vor einigen Monaten sprach.“ stöhnte Semir. „Was willst du denn jetzt machen? Ben wird noch gute drei Wochen weg sein und du bist allein.“ harkte Susanne nach. Semir zog die Schultern hoch. „Im Augenblick erst einmal mit dem Mädchen sprechen. Außerdem mit dem Bruder, damit er nicht auf einen Privatkrieg zieht.“ erklärte Semir weiter. „Ach so… ich habe natürlich auch die Sunriders mal überprüft. Tom Conahan ist sauber. Keine Vorstrafen gar nichts. Seine Eltern sind bei einem schweren Verkehrsunfall gestorben und seit dem erzieht er seine Schwester Tamara, die damals neun Jahre alt war und selbst verletzt wurde. Tom war damals nicht im Fahrzeug. Die Bindung zwischen Bruder und Schwester ist sehr eng.“ gab Susanne von sich. Semir nickte. „Das habe ich gemerkt. Okay…haben wir eigentlich eine Anschrift von den Darkriders? Oder von diesem Ulf Sanders?“ fragte er weiter. Susanne schüttelte den Kopf. „Von den Darkriders nicht direkt aber dieser Ulf Sander wohnt in der Halwegstrasse 17 in Köln-Ehrenfeld. Sag nicht, dass du jetzt allein da hin willst!“ stieß sie aus. Semir stöhnte auf. „Ben ist in Urlaub, wie du schon festgestellt hast, Dieter ist mit der Krüger wegen Niklas unterwegs um die Papiere endlich in den Griff zu bekommen und du bist keine Polizistin.“ lächelte er.

    Jenny Dorn hörte das Gespräch natürlich mit. Sie langweilte sich und drehte den Bleistift zwischen den Fingern. Jetzt war doch der geeignete Moment auch etwas zu sagen. Sie stand auf und ging zu Semir und Susanne. „Was ist denn mit mir? Wenn Bonny nicht hier ist, dann sitze ich die ganze Zeit im Büro. Du kannst mich doch mitnehmen“ warf sie ein. Semir lächelte gequält. „Sei mir bitte nicht böse Jenny, aber ich habe keine Zeit Kindermädchen zu spielen.“ erklärte er. Jenny schnaubte wütend. „Ich bin kein Kind! Ich bin eine vollwertige Polizistin, genau wie die Anderen hier!“ stieß sie wütend aus. Semir nickte „Das weiß ich. Nur weiß ich nicht im Geringsten, ob dieser Sanders allein ist oder seine Freunde dabei hat.“ gab Semir besonnen zurück. „Genau deshalb solltest du jemanden mitnehmen, der dich notfalls schützt.“ lächelte Jenny. Semir stöhnte leise auf, aber er konnte Jenny auch nicht widersprechen, dass es ein triftiger Grund war mit zwei Personen hinzufahren. Er sah sie an. „Also gut...aber du unternimmst nichts was ich dir nicht sage! Ich habe die Befehlsgewalt und du fügst dich! Keine Alleingänge oder Unternehmungen, denen ich nicht zustimme!“ mahnte er seine junge Kollegin. Jenny strahlte. „Ja Chef!“ sagte sie breit grinsend und zog ihre Jacke an und setzte die Mütze auf. „Ich bin startklar..“ gab sie bekannt. Semir schüttelte nur den Kopf und ging raus. Jenny lief hinterher. Nur wenig später waren sie unterwegs. „Wenn wir dort sind, möchte ich dass du im Wagen bleibst!“ befahl Semir. „Ich dachte ich soll dir Rückendeckung geben?“ kam erstaunt von Jenny. „Das tust du ja auch...aber vom Auto aus. Jenny... dieser Kerl ist gefährlich. Ich will kein Risiko eingehen. Du wartest im Wagen!“ wiederholte Semir den Befehl. „Wie soll ich dir denn dann zur Hilfe kommen, wenn du sie brauchst?“ murmelte Jenny enttäuscht und verschränkte die Arme vor der Brust. Semir sah sie von der Seite an. „Warum musst du denn immer mitten im Geschehen sein? Was ist daran so schlimm im Wagen zu warten bis ich wieder rauskomme? Du wirst einfach auf mich warten, mehr nicht. Außerdem ist es noch gar nicht sicher, dass der Typ wirklich zuhause ist. Der ist ja nicht dumm und weiß dass wir ihn suchen...“ erklärte Semir. Jenny sah ihn an. „Alle behandeln mich wie ein Kind. Ich habe den Beruf doch auch gelernt. Auch wenn ich eine Frau bin, kann ich meinen Mann stehen!“ maulte Jenny weiter. Semir nickte. „Ich weiß...aber wir wollen alle nicht, dass du deinen Job schon mit 25 an den Nagel hängst. Von daher...vertraue den alten Hasen und halte dich an die Befehle.“ gab er zurück. Semir hielt seinen Wagen vor der von Susanne ermittelten Adresse an. Sie erwies sich als Reinfall. Hier wohnte niemand mehr.
  • Ben und Niklas frühstückten ausgiebig. „Was machen wir heute?“ wollte Niklas wissen. „Heute gehen wir surfen und tauchen danach in der kleinen Bucht.“ meinte Ben. „Klasse...das ist echt toll. Und heute Abend?“ kam die nächste Frage. Ben stöhnte auf. „Warum muss dein Tag immer so strukturiert sein? Mal sehen was kommt und dann das Beste daraus machen. Das ist eine Devise die du dir zulegen solltest. Wir haben noch gute 19 Tage bis es zurück geht.“ erklärte er. Niklas nickte. „Ich weiß...es ist schön hier. Warm, schöne Mädchen, coole Aktionen, einfach alles wie im Märchen. Aber man muss einen Plan haben, wie der Tag verläuft, weil sonst verrennt man sich nur.“ setzte Niklas dagegen. „Hast du das von Dieter?“ wollte Ben lachend wissen. Doch nun wurde Niklas ernst. „Nein...von meinem Vater... weißt du...wenn ich etwas angestellt habe oder wenn ich zu spät kam, dann wurde ich immer wieder bestraft. Schläge, Essensentzug oder sonst etwas. Die fanden immer wieder neue Aktionen mit denen sie mich strafen konnten. Und mein Vater sagte immer, ich soll den Tag so einplanen, dass alles funktioniert. Aber wie sollte ich das damals? Ich wollte auch spielen, oder einfach nur vor dem Fernseher sitzen oder mit Sonja raus...“ beklagte der Junge sich. Ben setzte sich richtig hin und sah ihn fest an. „Niklas...das ist vorbei. Du hast jetzt dein eigenes Leben und solche Sätze...sie sind nichts wert, wenn man sich selbst nicht daran hält. Du wirst etwas aus deinem Leben machen, das weiß ich. Egal ob du es heute schaffst oder morgen. Hauptsache du schaffst es! Das ist wichtig.“ redete Ben auf den Jungen ein. Niklas nickte und aß seine Ananas auf. „Wie weit bist du eigentlich bei Martin?“ harkte Ben nach einer Weile nach. Niklas sah ihn an. „Ich glaub es ist ganz gut. Aber vor der nächsten Sitzung habe ich Angst.“ meinte er nur. „Warum?“ wollte Ben wissen. „Martin meint es wäre gut, wenn ich meine Mutter besuchen würde. Er sagt ich sollte ihr sagen, was nicht gut war...und bei meinem Vater auch. Er will das ich ihnen sage was ich gefühlt habe und dass sie mir sehr weh getan haben... Aber ich kann das nicht! Ich weiß nicht wie ich es ihnen sagen soll. Diese Menschen haben mein Leben zerstört. Sie haben...“ Niklas stockte. „Ich will das nicht! Von mir aus können sie sterben...“ hängte er wütend an. Ben griff seine Hand. „Niki...vielleicht ist es gut, wenn du ihnen sagst was du fühltest. Vielleicht kannst du ihnen so ein schlechtes Gewissen machen. Hast du jemals wieder Kontakt zu deinen Eltern aufgenommen?“ fragte er. Niklas schüttelte den Kopf. „Diese Menschen haben mir das Schlimmste angetan, was man einem Kind antun konnte. Wie soll ich ihnen da unter die Augen treten?“ stellte Niklas die Gegenfrage. „Martin sieht es sicher als wichtigen Therapieschritt an. Ist er dabei?“ ging es bei Ben weiter. Niklas nickte „Dennoch ...ich habe Angst vor der Begegnung. Ich habe immer noch Angst diesen Leuten unter die Augen zu treten. Ich bin eben doch ein Feigling.“ stöhnte der Junge. Ben lache leise auf, denn er hatte einige Gesprächsfetzen vom Nachbartisch mitbekommen. „Ein Feigling der verdammt gute Chancen bei Mädchen hat. Siehst du die beiden Hübschen am Nebentisch?“ raunte er Niklas zu. Dieser sah verstohlen hin. „Ja?“ flüsterte er zurück „Die unterhalten sich über dich.“ grinste Ben. Er wollte den Jungen auf andere Gedanken bringen und es gelang. „Echt? Die sind süß. Vielleicht sollte ich mal zu ihnen gehen und fragen ob sie...?“ schlug er fragend vor. „Ben lachte erneut. „Nach dem Frühstück du Don Chuan.“ gab er zurück.

    Tom Conahan fuhr nach dem Frühstück zu Tamara ins Krankenhaus. Seine Schwester sollte sich wenigstens im Krankenhaus nicht langweilen und deshalb hatte er ihren Laptop eingepackt. Doch als er das Krankenzimmer betrat, sah er dass Tamara nicht in ihrem Zimmer war. Auf ihrem Bett lag ein Zettel. „Bin gleich zurück…“ stand darauf. Tom grinste leicht. Seiner Schwester schien es besser zu gehen. Er setzte sich aufs Bett und wartete. Nach einer guten halben Stunde kam Tamara zurück. Sie fiel ihrem Bruder um den Hals. „du bist meine Rettung…“ strahlte sie und küsste den Laptop. „Was ist denn mit mir?“ wollte Tom wissen. „Du bist mein Bruder…es ist deine Pflicht sich um mich zu kümmern.“ lachte Tamara und bedachte ihn mit einem Kuss auf die Wange. „Ich will nach Hause…es ist so langweilig hier.“ beklagte Tamara sich. „Was sagt der Arzt denn? Darfst du schon nach Hause?“ wollte Tom wissen. „Morgen…ich bin soweit in Ordnung. Die Verletzungen wurden alle schriftlich festgehalten und die Polizei war sicher viermal da. Immer wieder wollten sie von mir wissen, was passiert ist und warum ich mitgegangen bin und so weiter. Habt ihr euch diese Schlampe vorgenommen?“ wollte Tamara wissen. Tom nickte. „Ich bin zu ihr gefahren, aber sie war nicht da. ihre Eltern wissen auch nicht wo sie steckt. Vermutlich ist sie bei Ulf untergetaucht. Aber das soll nicht unser Problem sein. Du wirst wenn du wieder zuhause bist wirst du dich nie wieder mit ihr einlassen. Sie wird ihre Strafe noch bekommen.“ schwor Tom. Tamara nickte. „Du hattest Recht gehabt. Sue ist nicht gut für mich, aber ich hätte wirklich nie gedacht, dass sie so gemein ist. Sie hat sogar damit geprahlt, dass sie schon alle Jungs durchhat. Das ist eine richtige Nutte.“ stieß Tamara verächtlich aus. Tom strich seiner kleinen Schwester über ihr Haar. „Ich hoffe nur die Kerle haben dir nichts angehängt.“ sagte er voller Sorge. „Ich bin nicht schwanger….das weiß ich. Die haben nämlich Kondome getragen. Das hat mir der Arzt erzählt, der mich untersucht hat. Er wollte irgendwie Spuren suchen. Hat was von DNS gesprochen. Ich habe Angst, dass ich irgendeine Krankheit bekomme. Die haben mir so weh getan…es war so entwürdigend…so abartig.“ stieß sie aus. Tom nahm sie in den Arm. „Sie werden dir nie wieder etwas tun.“ versprach er.
  • Ulf Sanders sah in die Runde. „Habt ihr herausgefunden wer der Bulle ist?“ fragte er. „Nein. Es ist wie verhext. Wir haben versucht ihm von deiner alten Bleibe aus zu folgen, aber wir wissen nur dass er bei der Autobahnpolizei ist. Aber die Alte die er dabei hatte, die war schon scharf.“ schnalzte Norbert. Ulf sah ihn warnend an. „Sorry…aber du läufst Amok. Mark ist tot daran wirst du nichts ändern. Denk bitte auch an die anderen Geschäfte. Seit du den Mörder suchst, haben wir kaum Geld eingenommen.“ beklagte sich Rolf. „Dieses Schwein von Bulle hat Mark einfach erschossen. Ich will den Mörder haben und wenn ich ihn bekomme, dann können wir die anderen Geschäfte auch wieder anziehen.“ knurrte er. Rolf sah ihn an. „Wenn er bei der Autobahnpolizei ist, dann wird er bei Überfällen an der Autobahn auch in Aktion treten. Wenn du ihn willst, dann solltest du vielleicht etwas machen, um ihn aus seinem Bau zu locken.“ schlug er vor. Ulf sah ihn an und grinste dann. „Das ist eine geniale Idee. Das werden wir machen. Okay..du und Thomas fahrt die Strecke ab und sucht nach einem geeigneten Objekt. Nicht zu groß, aber viel Besuch. Eine Raststätte ist genau das richtige.“ stimmte er zu. Rolf und Thomas nickten und verschwanden. Ulf Sanders ging in die Halle zurück. „Ich will ihn lebend haben, denn dann wird er spüren wie übel es ist, sich mit den Darkriders anlegt. Niemand macht das ungestraft.“ knurrte er kaum hörbar. In Gedanken malte er schon aus, was er mit dem Polizisten machen würde, wenn er ihn erst einmal in den Fingern hatte. Niemand würde ihn schreien hören, oder um Hilfe rufen. Niemand würde sich daraus was machen, wenn es in der Nacht sonderbare Aktionen stattfanden. Hier in dieser Gegend waren die Bewohner so voller Angst, dass sie nichts sahen. Man hätte sogar auf einer vollen Straße einen Menschen zusammenschlagen können, niemand hätte eingegriffen oder gar die Polizei zu rufen. Die Angst vor den Darkriders war groß und Ulf genoss diese Angst. „Hier wirst du deinen Tod finden, verdammter Mörder…“ sagte er leise. Rolf kam nach einer guten Stunde zurück. „Die einzige Raststätte die dafür in Frage käme wäre die „Geismühle.“ Aber die ist bis zum 14 geschlossen. Also in zehn Tagen. Wir sollten auf jeden Fall so lange warten.“ schlug er vor. Ulf sah ihn an. „ich kann warten, aber keine zehn Tage. Diese Woche nur. Dann lege ich los. Ich will die Sache schnell hinter mich bringen und dann können mich alle mal. Wir werden uns die nächsten Tage sicher nicht ruhig verhalten. Morgen fahren wir die Tour wieder ab und werden den Leuten das Geld abknüpfen. Immerhin haben sie jetzt einige Tage Zeit gehabt, Geld zu horten.“ befahl er. Rolf lächelte leicht. „Warum machst du dir die Arbeit, den Bullen einzukassieren? Lass doch für dich arbeiten...“ schlug er vor. „Wie meinst du das?“ harkte Ulf sofort nach. „Nun…was meinst du würde Tom alles für Tamara machen? Meinst du sie wäre mehr wert, als das Leben eines Bullen?“ grinste Rolf. Auch Ulf ließ seine Zähne blinken. Der Plan gefiel ihm.

    Schon am nächsten Morgen wurde Tamara entlassen. Sie rief Tom an, doch dieser meldete sich nicht. Verdammt wie sollte sie denn jetzt heimkommen? Mit dem Bus? Klar…warum eigentlich nicht? Sie packte die Tasche und verließ die Klinik. Noch einmal versuchte sie Tom zu erreichen, doch es ging nur die Mailbox ran. Vielleicht war er gerade beim Arzt oder aber sein Handy war leer. Tamara ging zur Haltestelle. „Och nee…“ stöhnte sie, als sie sah, dass der Bus erst in zwanzig Minuten kam. Sie ließ sich auf die Wartebank fallen und schloss die Augen. Warum meldete Tom sich denn nicht? dachte sie als ihr Handy klingelte. „TOM! Endlich. Ich bin aus der Klinik raus. Sitze jetzt an der Haltestelle…kannst du mich abholen?“ wollte sie wissen. „Geht leider nicht, Baby…ich habe einen Termin und sitze gerade beim Zahnarzt. Mir ist ein Zahn abgebrochen und er schmerzt höllisch. Außerdem habe ich sehr viele Schmerztabletten genommen und darf gar nicht mehr fahren. Deine Tasche ist ja nun auch nicht schwer, das schaffst du schon. Aber bitte…keine Umwege! Du kommst direkt nach Hause!“ warnte Tom sie. Tamara lachte leise. „Klar komme ich nach Hause. Wo sollte ich sonst auch hin?“ harkte sie nach. „Egal…du fährst nach Hause, du wirst mit niemanden mitgehen oder aus Bequemlichkeit in ein Auto steigst. Wenn du es tust, dann werde ich dich windelweich prügeln, das schwöre ich dir!“ wiederholte Tom die Warnung. „Schon gut…ich bin kein kleines Kind mehr und weiß was ich darf und was nicht.“ maulte sie zurück. „Dann ist ja gut. Ich bringe dann etwas zu essen mit. Du wirst schon richtig erwartet..“ lachte Tom zurück. Tamara war erstaunt. „Echt? Von wem?“ harkte sie nach. „Von all den Jungs. Sie haben dich auch mit gesucht, als du ….“ Tom stockte. „Das ist schön.“ gab sie zurück. Die Wartezeit war schnell vorbei und Tamara stieg in den Bus. Ohne Schwierigkeiten kam sie zuhause an. Die Wohnung in der sie mit Tom wohnte war aufgeräumt. Sogar die Wäsche hatte Tom gewaschen. Tamara lächelte. Ihr Bett war gemacht. Tom war ein echter Hausmann. Das vermutete man gar nicht wenn man ihn mit seinen Freunden auf den Motorrädern traf. Aber Tamara kannte auch die andere Seite, die sie an Tom gar nicht mochte. Die aggressive Seite, wo er auch schon einmal zuschlägt wenn es sein muss. Sie legte sich aufs Bett und machte den Fernseher an. Es war schön, daheim zu sein. Hier fühlte man sich geborgen.
  • Der Tag ging zu Ende und auch für Semir endete der Dienst gegen 17 Uhr. Er fuhr nach Hause und fühlte sich müde. Er stellte seinen Wagen ab und ging ins Haus. „Hallo Schatz. Wie war dein Tag?“ wollte Andrea wissen. „Anstrengend. Aber es ist okay. Wo sind die Kinder?“ harkte er nach. „Sie spielen im Garten. Aber gleich ist eh Feierabend draußen. Was war denn heute los?“ fragte Andrea weiter. „Heute war es ziemliche ruhig. Keine Verstöße. Ich war mit Jenny unterwegs. Sie macht sich wirklich gut, als Polizistin aber ich würde sie nicht als Partner haben wollen.“ erzählte Semir. „Warum denn nicht? Nein…warte…es ist besser wenn Ben dein Partner bleibt. Dann muss ich mir keine Gedanken machen, dass du mir fremd gehst.“ lachte Andrea. Semir sah seine Frau erstaunt an. „Denkst du ich würde mit Jenny etwas anfangen? Das ist noch ein Kind!“ empörte er sich. „Nun ein sehr reifes Kind, findest du nicht. Und eigentlich doch richtig süß.“ gab sie nun von sich und küsste ihn schnell. „Sie ist mit dir nicht zu vergleichen. Du bist meine Göttin, mein Schatz…du und die Mädchen.“ ging es bei ihm weiter. „Das will ich wirklich hoffen. Sie sind die einzigen Nebenbuhlerinnen mit denen ich dich freiwillig teile.“ lachte Andrea. „Ich habe Hunger..“ stöhnte Semir. Andrea löste sich von ihm und nickte. „Ich mache dir das Essen von heute warm. Gibt heute Rahmgeschnetzeltes mit Reis.“ verkündete sie. „Das klingt super.“ lobte Semir sie. Nur wenig später kamen auch die Kinder rein. „PAPA!!“ riefen beide Mädchen und sprangen Semir regelrecht an. „Oh…Hilfe…nein….die Killerbande hat mich…“ lachte Semir und tat als würde er vor ihnen davonlaufen. Emily und Ayda rannten hinterher und jauchzten vor Freude. Semir fiel zu Boden und schon waren die Mädchen über ihn. „Jetzt wirst du durch gekitzelt!“ versprach Ayda und fing an ihren Vater zu kitzeln. Semir machte das Spielchen mit, obwohl er gar nicht kitzelig war. Außer unten den Füßen, wie fast alle Menschen. „Und jetzt wehre ich mich!“ warnte er die Mädchen und packte sich Ayda. Nur wenig später schrie das Mädchen lachend um Hilfe. Auch Emily bekam ihr Fett weg. Nach guten zehn Minuten war Feierabend. Semir und die Mädchen lagen alle schweratmend auf dem Boden. Emily drückte ihren Papa fest an sich und auch Ayda liebte diese Kuschelstunde mit ihm. „Essen!“ rief Andrea. „Papa…essen!“ wiederholte Ayda. „Danke mein Schatz…und dann lese ich euch gleich noch eine Geschichte vor.“ schlug er vor und verschwand in die Küche.

    Ulf Sanders sah Licht in der Wohnung von Tom Conahan. „Wir sollten noch warten. Wenn wir heute zuschlagen, dann geraten wir sicher sehr schnell unter Verdacht. Nein…wir müssen warten…ein oder zwei Tage. Du wirst jeden Schritt überwachen, den sie unternimmt. Wir müssen auf eine gute Gelegenheit warten.“ raunte er Rolf zu. Dieser nickte. „Gut…und wann willst du sie dir schnappen?“ harkte er nach. „Ich denke in zwei Tagen. Bis dahin hat sich die Aufregung gelegt und sie wird nicht mehr so bewacht werden. Was ist mit dem Bullen? Denkst du wirklich er wird sich von Tom in die Falle locken lassen?“ wollte Ulf wissen. „Tom wird alles unternehmen um Tamara zu retten. Blut ist dick. Und er wird uns diesen Bullen ganz sicher ausliefern denn die Angst um Tamara ist sicher größer als sein Gerechtigkeitssinn.“ grinste Ulf. „Was willst du mit dem Bullen machen?“ kam die Frage von Rolf. „Nun…wir werden ihn noch etwas Angst einjagen. Pass auf…morgen werden wir eine dieser Tankstellen an der A4 überfallen. Wir rauben sie aus und dann verstecken wir uns in der Nähe. Ich vermute, wenn du Recht hast, wird dieser Bulle mit Kollegen kommen um den Raub zu untersuchen. Wir werden warten bis er abfährt, ich hoffe allein und dann werden wir ihn jagen. Ein wenig Angst einjagen…“ schlug Ulf vor. Rolf lachte gehässig. „Schade dass ich dann nicht dabei bin. Diese Aufgabe wäre doch was für unseren Frischling. Markus macht diese Beobachtung sicher gern.“ gab Rolf nachdenklich von sich. Ulf dachte kurz nach und war einverstanden. „Okay..dann soll Markus das machen. Solange er es nicht versaut. Ich hätte dich sehr gern dabei, wenn wir diesen Bullen jagen.“ stimmte Ulf zu und orderte das neueste Mitglied der „Darkriders“ zu seinem Standort. Tatsächlich kam der junge Mann nur wenig später an. „Du wirst hier Stellung beziehen und diese Wohnung dort oben. Wo das kleine Plastikvögelchen hängt nicht aus den Augen lassen. Wenn das Mädchen was du dort oben siehst raus kommt, dann rufst du mich an und folgst ihr. Ich will wissen wo sie ist..klar?“ fragte Ulf. Markus nickte eingeschüchtert. Ulf und Rolf grinsten nur und fuhren davon. Sie hatten noch eine Menge zu tun, wenn der Überfall morgen klappen sollte. Sie sahen sich noch einmal die Tankstelle an, die ihnen zum Opfer fallen sollte. „Das sieht sehr gut aus. Wir werden morgen dafür sorgen, dass der Besitzer oder wer auch immer dort im Büro sitzt die Polizei rufen kann. Und dann werden wir Jagd auf ihn machen.“ grinste Ulf. Rolf sah ihn skeptisch an. „Was willst du machen? Ihn bedrängen? Dann wird er unter Schutz gestellt, das kannst du vergessen. Dann kommst du nie an ihn ran.“ Stieß er aus. Ulf sah ihn an. „Dann ist der Überfall doch auch für nichts…“ knurrte er. „Nicht ganz. Es bringt und wieder etwas Geld ein und das können wir gebrauchen.“ grinste Rolf.
  • Tom Conahan fuhr nach Hause. Als er die Tür öffnete roch er das frisch gekochte Essen und grinste leicht. Tamara hatte gekocht und er freute sich darauf. „Whow…das riecht sehr gut.“ lobte er seine kleine Schwester. „Das ist doch nur Schnitzel und Pommes..“ lachte sie. „Dennoch…du hast es gemacht und das ist das Schöne daran.“ schmunzelte er. „Danke…Tom...ich…ich…“ fing Tamara an. Tom nahm sie ihn den Arm. „Schon gut. Es ist alles in Ordnung und ich bin dir nicht böse. Sue wird auch noch ihre Strafe bekommen.“ sagte er. „Ich würde dem Polizisten, der mich gerettet hat gern danke sagen, aber ich weiß nicht wo ich ihn finden kann.“ gab sie zurück. „Da kann ich dir helfen. Er heißt Semir Gerkan und arbeitet bei der Kripo Autobahn. Er war im Krankenhaus und hat noch mit mir gesprochen, als man dich untersuchte. Aber sie werden die Täter nicht festnehmen. Es gibt keine Zeugen.“ stöhnte er. „Aber ich war doch hautnah dabei. Es war so schrecklich. Sie haben mir weh getan und eingesperrt und…es war so ekelhaft. Ich will dass sie bestraft werden.“ forderte Tamara. Tom nickte. „Das werden sie. Dafür werden die Suns sorgen“ gab Tom entschlossen von sich. „Ich weiß, dass ihr das machen werdet, aber genau davor habe ich Angst. Was wenn sie dich erschießen? Was soll dann mit mir passieren?“ wollte Tamara wissen. Tom strich seiner Schwester über die Wange. „Nur keine Sorge…mir wird nichts passieren. Ich lasse dich nicht allein. Nie wieder.“ schwor er leise. Tamara nickte. „Lass uns essen. Ich habe großen Hunger.“ bat sie. Gemeinsam machten sie sich über das Essen her. Während des Essens beobachtete Tom seine Schwester unauffällig. Sie schien die Tatsache, dass ihr das Schlimmste angetan wurde, was man einem Mädchen nur antun kann, gut zu verkraften. Es war als würde sie nicht einmal darüber nachdenken. Sollte er sie noch einmal darauf ansprechen? „Warum schaust du mich so an?“ fragte sie leise, denn sie hatte es natürlich gemerkt. „Nichts…ich…ähm…Tami…“ fing er nun an. „Schon gut. Tom… mir geht es gut. Du musst dir keine Sorgen machen. Diese Schweine haben mich nicht gebrochen. Das schafft kein Darkrider…“ versprach sie. Tom lächelte leicht. „Ich weiß dass du die Starke spielst, aber du musst ja nicht nur das verkraften. Deine beste Freundin hat dich in die Falle gelockt und das ist schmerzhaft.“ erklärte er. Tamara nickte. „Du denkst wieder an deine Freundschaft mit Ulf. Bevor ihr euch gestritten habt oder?“ harkte sie nach. Tom nickte. Vor sechs Jahren war er noch ein Darkrider. Doch dann fing Ulf Sanders an kriminell zu werden und Tom wollte nicht mitziehen. Sie trennten sich und Tom machte mit einigen der Jungs die Gruppe der Sunriders auf. Ulf war diese Gruppe ein Dorn im Auge und zwischendurch gab es dann auch schon mal Kämpfe, die nicht selten blutig endeten.

    Die Tage vergingen ohne dass etwas passierte. Während Semir ein paar Überfälle auf Tankstellen und Restaurants entlang der Autobahn bearbeitete, fühlten Ben und Niklas sich sichtlich wohl im Urlaub. Jetzt waren schon zwei Wochen um und die letze war angebrochen. Ben sah seinen Ziehsohn an. Dieser lag im Sand und wurde erneut von den Mädchen umgarnt. „Wie machst du das nur?“ wollte er wissen. Niklas sah ihn mit einem Auge an. „Das ist ganz einfach. Mach einen auf harmlos.“ grinste der 14jährige. Ben lachte auf. „Wie geht das? Du und harmlos? Sollte ich den Mädchen mal erzählen, was du so anstellst?“ bot er an. „Untersteh dich! Das ist gemein. Ich kann nichts dafür, dass ich so begehrt bin.“ gab Niklas zurück. Bens Handy klingelte. Niklas sah ihn erstaunt an. „Du hast dein Handy mitgenommen? Hier an den Strand?“ harkte er etwas verwundert nach. „Ich muss erreichbar sein…das steht in meinem Vertrag.“ nickte Ben. Auf dem Display erschien Semirs Bild. „Das ist Semir!“ stieß Ben aus. „Und das ist nicht gut...“ hängte er stöhnend an. „Ja Semir?“ meldete er sich. „Ben..wie geht es euch Beiden am Strand? Ich hoffe es regnet...“ gab sein Freund von sich. „Da muss ich dich leider enttäuschen. Die Sonne steht hoch am Zenit und gibt uns all ihre Wärme die sie hat. Niklas ist von Mädchen umrahmt und ich liege ganz allein im Liegestuhl.“ gab Ben Bericht ab. „Oh…das muss schrecklich sein für dich.“ lachte Semir zurück. „Ha ha…sehr witzig. Was gibt es? Du rufst doch nicht nur an um zu erfahren ob die Sonne scheint.“ wollte Ben wissen. „Nun ja…stimmt schon. Die Chefin ordert dich zurück…“ fing Semir an. „Warum das denn? Ich habe die letzten Monate geackert damit ich diesen Urlaub machen kann. Was sollst das?“ fauchte Ben wütend ins Telefon, obwohl er genau damit gerechnet hatte. „Nun ja….es geht um den aktuellen Fall den ich gerade bearbeite. Ich bin den Darkriders auf die Füße getreten.“ kam leise von Semir. „Bitte wen? Bist du wahnsinnig? Das ist die gefährlichste Rockerbande die es in NRW gibt!“ fauchte Ben wütend. „Das weiß ich…aber ich kam dazwischen, als sie ein Mädchen von den Sunriders umbringen wollten, sollte ich vielleicht zusehen?“ gab Semir maulend zurück. „Natürlich nicht… aber das hätte man sicher auch anders regeln können und irgendwie glaube ich nicht das das schon alles war.“ mutmaßte Ben nun. „Ja stimmt schon. Ich habe einen von ihnen erschossen, aber das war Notwehr! Er hat mich angegriffen und wir haben gerangelt. Dabei hat sich der Schuss gelöst...“ erklärte Semir. „Na super….wenn dann machst du es auch richtig…Semir, Semir… und warum muss ich nun zurück kommen? Wirst du bedroht? Brauchst du ein Kindermädchen?“ harkte Ben nach. „Nein…noch nicht. Obwohl die schon auf mich geschossen haben….“ gab Semir zu. „Bitte was??“ schrie Ben so laut ins Handy, das sich einige der Strandbesucher zu sich umdrehten. „Hey…es ist okay…ich bin ja nicht getroffen worden.“ hörte er Semir sagen. „Okay…wann soll ich zurück kommen?“ wollte Ben nun wissen. „In einer Woche…“ lachte Semir leise. „Scherzkeks…“ lachte nun auch Ben und atmete erleichtert auf, das es wohl doch nicht so brannte wie gedacht . „Holst du mich am Flughafen ab?“ wollte Ben wissen. „Wenn ich die Zeit finde immer. Bis dann und grüß mir Niklas..“ meinte Semir und beendete das Gespräch.
  • „Semir! Wir haben einen Überfall an der A4. Diesmal eine Beschreibung der Täter!“ kam von Susanne. Semir griff seine Jacke und rannte raus. Nur wenig später hörte man ihn mit kreischenden Reifen abfahren. Er kam knappe zehn Minuten später am Tatort an. Eine junge Frau saß weinend auf dem Bordstein. „Hey… alles klar?“ fragte Semir besorgt. Das Mädchen schüttelte den Kopf. „Nichts ist klar! Die Schweine…diese verdammten Schweine…“ weinte sie. „Haben Sie die Polizei gerufen?“ harkte Semir nach. Die junge Frau nickte. „Ich….ich bin überfallen worden. Diese verdammte Rockerbande!“ fauchte sie wütend. „Ich bin Semir Gerkan, von der Kripo Autobahn. Was können Sie mir erzählen? Haben Sie die Männer gesehen? Können Sie sie beschreiben?“ wollte er wissen. Die junge Frau nickte. Semir schätzte sie auf 17 höchstens 18. Eigentlich noch zu jung um hier zu arbeiten, es sei denn, es wäre ein Familienbetrieb und das waren die meisten Rast- und Tankstellen. „Ich…ich habe sie so genau gesehen, wie Sie jetzt.“ nickte sie. „Wie ist Ihr Name?“ harkte Semir nach. „Sue…Sue Meyer…“ gab sie zurück. „Sie arbeiten hier?“ fragte Semir weiter. „Nein..ich..ich bin nur hier…ich… Ach was soll‘s. Ich bin getrampt. Ich wollte von zuhause weg und…als der Fahrer hier hielt hat er mich rausgeworfen, weil ich nicht auf seine Anmache reingefallen bin. Die Männer sind alle gleich!“ stieß sie verachtend aus. „Wie sahen die Rocker aus?“ harkte Semir nach. „Der eine war groß…ich schätze 180 cm, schlank und hatte dunkle Haare. Der zweite war ungefähr 30 vielleicht auch älter. Er hatte einen Vollbart und war etwas rundlich, aber nicht dick..“ beschrieb sie die Männer. Semir dachte nach. Die Beschreibung passte nicht auf Ulf Sanders, sondern auf Tom Conahan. Sollten sich die Sunriders jetzt auch mit Verbrechen zupacken? „Okay…was ist genau passiert?“ wollte Semir nun herausfinden. „Ich stand hier und der Typ der mich mitgenommen hatte, ist weiter gefahren. Dann kamen die zwei Rocker und machten hier großes Trara. Sie johlten und gingen lachend zur Zapfsäule. Dann haben sie getankt und bis dahin dachte ist alles okay…die Jungs hatten halt Spaß. Doch als ich dann ebenfalls in den Shop ging und mir was zu trinken holen wollte, da sah ich wie der Große eine Waffe zog und die Kassiererin bedrohte. Die arme Frau war völlig fertig und hat ihr ganzes Geld gegeben. Mich haben die beiden zur Seite gestoßen. So heftig, das ich gegen das Regal da gefallen bin. Dann sind sie auf und davon. Ich habe mir nicht einmal die Kennzeichen gemerkt.“ stieß Sue aus. Semir lächelte. „Das ist schon okay…“ beruhigte er sie. „Brauchen Sie einen Arzt?“ harkte er nach. „Nein…ich will nur weg. Wissen Sie wo ich hin kann? Ich will nicht nach Hause..“ bat sie. „Wenn Sie Geld haben, dann könnten Sie im Motel hier in der Nähe unterkommen. Da ich eh noch eine Unterschrift brauche, könnte ich Sie gleich hinfahren.“ bot er sich an. „Das ist sehr nett. Vielleicht kann ich ja noch mehr für Sie tun…“ hauchte sie ihm zu. „Danke, aber ich bin verheiratet.“ lehnte Semir dieses eindeutige Angebot ab.

    Tamara erholte sich immer mehr und ging nach einer guten Woche wieder in die Schule. Sue schien dies nicht mehr nötig zu haben. Sie kam nicht, aber das störte Tamara auch nicht. So musste sie dieser Person wenigstens nicht mehr unter die Augen treten. Von den anderen Klassenkameraden wurde sie freudig begrüßt. Niemand schien zu wissen, was sie durchgemacht hatte und auch darüber war sie sehr froh, denn dann musste sie auch nicht darüber reden. Der Unterricht war langweilig und sie malte einige Pferdchen in ihr Heft. „Was soll das denn, Tamara? Warum machst du nicht mit?“ riss der Lehrer sie aus ihren Gedanken. Entschuldigend sah sie ihn an. „Mir ist nicht so gut…“ gab sie zu verstehen. „Willst du lieber nach Hause gehen?“ harkte der Pädagoge sofort nach. Tamara nickte. „Gut…dann geh.“ nickte er und Tamara packte ihre Sachen ein. Sie verließ die Schule und ging auf direktem Wege zur Bushaltestelle. Die Straße war um diese Zeit ziemlich leer und so schlenderte sie gemütlich weiter. Nach ungefähr fünf Minuten hielt ein Wagen an. Tamara sah neugierig hin und erschrak, als bei diesem die hinteren Türen aufgerissen und sie gepackt wurde. „HILFE!! HILFE!!“ schrie sie und versuchte sich zu wehren, doch gegen den festen Griff kam sie nicht an. Nur wenige Sekunden dauerte die Aktion und dann lag sie im Wagen. Voller Angst sah sie den Mann an, der sie festhielt. „ULF! Lass mich!! Lass mich!!“ weinte sie, als sie erkannte wer er war. „Hallo Tamara….ich habe eine Lust auf die Fortsetzung. Dir hat es doch auch gefallen oder? Mal so richtig rangenommen zu werden.“ verhöhnte der Mann sie. Dann drückte er ihr einen Lappen auf Mund und Nase. Tamara war erschrocken und wehrte sich sofort. Sie schrie durch den Lappen um Hilfe und atmete dabei das Chloroform ein. Nur wenig später war Ruhe. Tamara saß neben Ulf und lehnte den Kopf an seine Schulter. Sie schlief tief und fest. Rolf der am Steuer saß drehte sich um. „Und?“ fragte er. „Alles bestens. Fahr zum Versteck. Wenn man uns jetzt anhält, dann spielen wir das tolle Liebespaar.“ grinste Ulf zurück. Rolf lachte auf. „Ich hoffe nur, das Sue auch soweit ist und dem Bullen eine glaubhafte Lügenstory auftischt.“ murmelte er. „Nur keine Sorge…ich habe ihr genau gesagt, was sie zu tun und zu sagen hat. Wenn sie nicht spurt, das habe ich ihr gedroht, wird sie für mich auf den Strich gehen und dort Geld sammeln. Und mit Tamara werden wir das gleiche machen. Die Beiden werden sicher auf dem Babystrich die Stars werden.“ lachte Ulf und strich Tamara über die Wange. „Sie ist doch hübsch und alles andere gibt sich.“ hängte er an.
  • Nur eine Stunde später war Semir wieder im Büro. Die Aussagen der Angestellten der Tankstelle und des Mädchens stimmten überein. Allerdings konnte Angestellte keine Beschreibung der Männer abliefern. Aber konnte er sich so in diesem Tom Conahan getäuscht haben? Das konnte doch eigentlich Tom nur selbst sagen. Doch erst wollte er alles über diese Rockergruppe wissen. Vielleicht gab es bei den Darkriders, die Semir eher für verdächtig hielt, ebenfalls Personen die auf die Beschreibung passten. „Susanne! Ich brauche alle Mitglieder der Sunriders und der Darkriders. Hier die Beschreibung, die ich von einem der Opfer bekommen habe. Überprüfe sie mal bitte.“ bat Semir die Sekretärin. „Klar mach ich. Ist jemand verletzt worden?“ harkte sie nach. „Nein…aber irgendwas stimmt da nicht. Ich habe da ein ziemlich übles Gefühl in der Magengegend. Nur muss ich erst einmal sichergehen, ob es wirklich so ist.“ erklärte Semir weiter und ging in sein Büro. Es dauerte eine ganze Stunde bis Susanne soweit war, die Bilder auf seinen PC zu spielen. „Dann wollen wir mal..“ murmelte er und klickte die Bilder durch. Doch es war wie verhext. Die Männer die Sue Meyer ihm beschrieben hatte waren Mitglieder der Sunriders. Es war Tom Conahan und Frank Wagner. Semir stöhnte leise auf. „Susanne…die Akte von Tom Conahan…hast du sie?“ rief er ihr zu. „Die liegt doch auf dem Server. Aber er ist unbeschrieben. Hat sich bisher kaum was zu Schulden kommen lassen. Lediglich ein paar Schlägereien mit den Darkriders. Ansonsten sind alle Mitglieder recht angenehme Zeitgenossen, auch wenn sie nicht so aussehen.“ gab Susanne Bericht ab. „Scheinbar nicht mehr. Die Beschreibung die diese Zeugin von sich gegeben hat stimmt zu 100% mit Tom Conahan und Frank Wagner überein. Die Angestellte sagte auch, dass sie zwei Männer als Täter hatte und das Emblem auf der Jacke war das der Sunriders.“ setzte Semir dagegen. „Aber die sind doch bisher noch nie so aufgefallen?“ kam erstaunt von Susanne. „Genau das, ich kann mir sehr gut vorstellen, das sie so die Darkriders provozieren wollen. Diese Tankstelle wurde so hat mir der Besitzer bestätigt des Öfteren von den Darkriders besucht um Schutzgeld zu erpressen. Leider hat er zu viel Angst um eine Anzeige deswegen zu erstatten. Aber darum kümmern wir uns nach diesem Fall und wenn Ben wieder aus dem Urlaub ist. Ich verstehe nur nicht, warum gerade jetzt. Das Mädchen ist vor gut zwei Wochen vergewaltigt worden und ausgerechnet jetzt fangen die Sunrider an zu spinnen? Dieser Ulf Sanders ist verschwunden und wo sich die Darkriders aufhalten wissen wir auch nicht. Das ist wie verhext…“ stöhnte Semir. „Und was willst du jetzt tun?“ harkte Susanne weiter nach. „Jetzt werde ich Tom Conahan und seine Schwester aufsuchen und nach dem Verstand fragen.“ gab Semir zurück und stand auf. „Willst du allein hinfahren?“ fragte Susanne erstaunt. Semir nickte. „Ich glaube einfach nicht dass die Sunrider so austicken. Bisher habe ich Tom Conahan als ziemlich besonnen kennen gelernt. Im Krankenhaus war er besorgt und kümmerte sich liebevoll um seine Schwester und auch danach, war er für alle Gespräche offen. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen aber das werde ich jetzt klären.“ meinte er und verschwand. Susanne sah ihm nachdenklich nach.

    Tom kam gerade nach Hause, als sein Handy klingelte. „Schwesterchen…was gibt es?“ wollte er wissen, als er sah wer dort anrief. „Tom…hilf mir…bitte..“ weinte Tamara. „Tami? Was ist los? Wo bist du?“ fragte er sofort. „Ich bin…“ mehr kam von Tamara nicht. „Hallo Tom. Sie ist bei mir…“ hörte er Ulf Sanders. „Ulf! Lass sie! Warum tust du das? Du kennst sie doch seit sie ein kleines Kind ist!“ versuchte er seinen Exfreund zu überzeugen. „Du kannst sie gern wieder haben. Du musst mir nur ein Gefallen tun.“ lachte Ulf. „Welchen? Ich tue alles. Was willst du?“ harkte Tom nun nach. „Du wirst gleich sicher Besuch bekommen. Semir Gerkan, der Bulle von der Autobahn. Du weißt schon, der Tamara gerettet hat. Du wirst ihn ausschalten und gegen Tamara eintauschen.“ ´befahl Ulf. „Warum? Weil er deinen Bruder erschossen hat? Willst du Rache an ihn nehmen oder was?“ brüllte Tom ins Handy. „Du hast es erfasst. Er wird dafür bluten und du wirst ihn mir bringen denn sonst…“ drohte Ulf. „Bitte Tom..tu was er sagt, ich will nicht noch einmal durchmachen was er mir schon angetan hat. Bitte hilf mir…“ weinte Tamara wieder ins Telefon. Dann war das Gespräch zu Ende. Tom steckte sein Handy ein. Verdammt…was sollte er tun? Er hatte sich bisher noch kein Verbrechen zu Schulden kommen lassen und nun stand er kurz davor. Er sollte einen Polizisten als Pfand gegen seine Schwester geben? Wie sollte er das tun? Er konnte doch nicht einfach sagen, sorry aber meine Schwester ist in Gefahr und der Entführer will Sie haben? Wie sollte das gehen? „Hey Tom! Alles okay?“ riss Frank Wagner ihn aus seinen Gedanken. Tom zuckte zusammen. „Was? Ja..ja…Frank...ich…ich brauche Hilfe…ich…“ stammelte er. Frank zog ihn zur Seite. „Was ist los?“ harkte sein Freund nach. Tom hatte Tränen in den Augen. „Ist was mit Tamara? Haben die Schweine ihr doch mehr angetan als gedacht?“ fragte er weiter. „Ulf hat sie noch einmal entführt und er will diesen Bullen haben. Der, der ihr das Leben gerettet hat. Er hat den Mark erschossen. Seinen Bruder und Ulf will Rache nehmen..“ erklärte Tom. Frank sah ihn an. „Das ist übel. Was willst du tun?“ wollte er wissen. „Das weiß ich eben nicht! Ich kann doch keinen Polizisten gegen meine Schwester austauschen. Sie bedeutet alles für mich..aber…der Mann…er hat ihr das Leben gerettet…“ kam ratlos von Tom. „Dann sollten wir mir dem Mann reden.“ schlug Frank vor. Tom sah ihn an. „Mit Reden erreichen wir nichts. Wir müssen es tun. Wir müssen Semir Gerkan gegen Tamara austauschen.“ kam leise von ihm.
  • Semir klingelte vergeblich an der Tür von Tom Conahan. Es war niemand da. Er steckte seine Visitenkarte an die Tür und verließ das Haus wieder. Im Wagen griff er zum Handy und rief Susanne an. „Susanne…Tom Conahan ist nicht zuhause. Ich werde mal zu der Kneipe fahren, wo die sich immer treffen. Die Adresse hat mir Tom schon gegeben. Sobald ich was heraus gefunden habe, melde ich mich wieder.“ erklärte er und beendete das Gespräch. „Okay Semir…sei bitte vorsichtig...“ mahnte Susanne ihn. „bin ich doch immer.“ gab Semir zurück und setzte seinen Weg fort. Als er auf der Landstraße war die zum Clubhaus der Sunriders führte sah er mehrere Motorräder die auf ihn zukamen. Sie trugen keine Jacken und so konnte er nicht erkennen zu welcher Gruppe sie gehörten, doch das war auch Nebensache denn als er im Rückspiegel schaute sah er noch mehr Leute. Die vor ihm hielten an und stellten sich in eine Reihe auf und sperrten die Fahrbahn. Semir hielt an. Er überlegte sich, ob er ausstieg. So wie es aussah war er mitten in zwei Gruppen. Er zog seine Unterlippe zwischen die Zähne und überlegt. Doch dann griff er zum Mikro. „Cobra 11 an Alle…!“ fing er an und stockte mitten im Satz. Einer der Männer kam direkt auf ihn zu und zielte mit einer Waffe auf ihn. Er schüttelte bedächtig den Kopf. „Semir? Was ist los? Was gibt es?“ plärrte es aus dem Funk. Semir antwortete nicht und hängte das Mikro wieder ein. Dann hob er die Hände. Wenn dieser Mann vor ihm abdrücken würde, dann hätte er keine Chance zu entkommen. Vielleicht sollte er Gas geben und die Maschinen ummähen. Dann würde er auf jeden Fall einen Vorsprung bekommen. Doch bevor er sich entscheiden konnte wurde die Fahrertür aufgerissen. Semir fühlte sich gepackt und gegen den Wagen gedrückt. „Hey..Jungs…das kann man doch sicher anders regeln…“ stieß er aus. Er wehrte sich nicht, denn gegen diese Horde hatte er keine Chance. Seine Waffe wanderte zu den Männern und auch sein Handy wurde ihm weg genommen. „Was soll das? Was wollt ihr?“ versuchte Semir herauszufinden, doch niemand sprach mit ihm. Der Mann, der ihn mit der Waffe bedrohte hielt ihm eine Augenbinde hin. „Aufsetzen!“ befahl er fauchend. Semir nahm sie und führte den Befehl aus. Dann wurden seine Hände mit den Handschellen auf den Rücken gefesselt. Das nächste was kam, war ein Helm der ihn übergestülpt wurde. „und nun werden Sie auf die Maschine steigen. Nur keine Angst. Wir passen auf, dass Sie nicht runterfallen..“ versprach der Mann. Er half Semir auf eine der Motorräder und Semir hielt sich krampfhaft an dem Eisenbogen in seinem Rücken am Sitz fest. „Wer sind Sie? Was wollen Sie?“ versuchte Semir erneut, doch er bekam auch diesmal keine Antwort.

    Kim Krüger kam ins Büro. „Wo ist Gerkan?“ wollte sie von Susanne wissen. „Er ist auf der Suche nach Tom Conahan, dieser scheint eine Tankstelle überfallen zu haben.“ erklärte die Sekretärin. „Aber die Sunrider waren doch bisher immer friedlich…“ wunderte sich nun auch Kim. „Genau deshalb ist Semir ja hin. Er will ihn zur Rede stellen, denn Semir glaubt auch nicht, dass Tom Conahan der Täter ist. Die Zeugenaussage ist allerdings eindeutig. Sie passt auf ihn und seine Komplizen. Kim nickte. „Wenn er zurück ist, soll er bitte in mein Büro kommen.“ bat sie Susanne. „Alles klar.“ lächelte diese und machte sich wieder an die Arbeit. Die Stunden vergingen, doch von Semir fehlte jede Spur. Gegen späten Nachmittag meldete sich Andrea bei Susanne. „Hör mal…was ist denn wieder mit meinem Göttergatten? Ist er in einem Unfall verwickelt? Hat er den Dienstwagen geschrottet? Oder jagt er immer noch einem Bösen hinterher?“ wollte sie wissen. „Das weiß ich nicht…ich habe ihn heute Morgen noch gesehen, da wollte er etwas überprüfen. Hast du ihn versucht auf dem Handy zu erreichen?“ stellte Susanne die Gegenfrage. „Ja…nur die Mailbox. Ruf ihn doch mal bitte über Funk und sag ihm, dass ich den Termin zur Gymnastik absagen kann, weil er nicht nach Hause kommt und auf Emily aufpasst.“ fauchte Andrea wütend ins Telefon. „Ich werde es versuchen Andrea…tut mir echt leid. Du könntest die Kleine auch zu mir bringen wenn du willst.“ schlug Susanne vor. „Danke für das Angebot aber das ist für mich ein Umweg. Sag mir Bescheid wenn etwas ist..“ bat Andrea ihre Freundin. „Mach ich…jetzt werde ich erst einmal versuchen ihn über Funk zu bekommen.“ bestätigte Susanne und beendete das Gespräch. „Ist Gerkan schon wieder zurück?“ wollte nun auch Kim Krüger wissen, die aus ihrem Büro kam. „Nein..aber er meldet sich auch nicht über Handy. Andrea hat es bereits versucht. Ich werde ihn jetzt über Funk rufen.“ gab Susanne zurück. „Tun Sie das!“ nickte Kim. Susanne griff zum Funkgerät. „Cobra 11 für Zentrale!“ gab sie durch. Nichts passierte. „Semir! Melde dich bitte!“ forderte sie erneut auf. Nichts. „Semir! Hörst du mich?“ versuchte sie es. Doch es blieb ruhig. „Chefin..da stimmt was nicht. Er meldet sich nicht.“ gab sie besorgt von sich. „Wissen Sie wo er hin wollte?“ fragte Kim. Susanne nickte. „Zum Clubhaus der Sunrider. Er wollte dort versuchen Tom Conahan zu befragen.“ erklärte Susanne. Kim nickte. „Rufen Sie Bonrath und Dorn! Sie sollen die Strecke mal abfahren!“ befahl die Dienststellenleiterin. Susanne tat wie ihr gehießen.
  • „Cobra 19 für Zentrale!“ hörte Jenny die Stimme von Susanne. „Susanne..hier Jenny was gibt es?“ wollte die junge Polizistin wissen. „Du und Dieter sollt bitte mal zum Clubhaus der Sunriders fahren, Neusser Landstraße 73.“ gab Susanne durch. „Verstanden!“ kam von Jenny. Dieter Bonrath sah sie an. „Ob er wieder einen Unfall gebaut hat und irgendwo im Graben liegt?“ mutmaßte er. „Das werden wir sehen, wenn wir dort sind Bonny…und nun gib mal Gas.“ grinste Jenny ihn an. „Ja Chefin..“ lachte Bonrath und fuhr los. Sie brauchten eine Weile bis sie die Straße erreicht hatten und fuhren sie entlang. „Sonderbar….wenn er hier sein soll, dann müssten wir ja sein Auto entdecken…“ murmelte Jenny und sah auf die Straße. Die Dunkelheit setzte langsam ein. Plötzlich stieg Dieter hart in die Bremse. „DA!“ stieß er aus. Jenny sah hin und bemerkte den BMW der am Straßenrand stand und mit einigen Sträuchern bedeckt war. „Was soll das denn?“ fragte sie. „Das ist auf jeden Fall Semirs Wagen.“ Meinte Dieter. „Ja das sehe ich auch Bonny, halt an!“ kam von Jenny. Kaum stand der Wagen sprang die junge Beamtin raus und rannte zum BMW. „Er ist leer! Semirs Waffe liegt auf dem Beifahrersitz und sein Handy auch!“ gab sie von sich, als sie wieder bei Dieter war. „Verdammt…warum ist er eigentlich allein unterwegs. Es gibt doch eindeutige Vorschriften, dass man solche Gruppen nicht allein besucht. Das ist so was von leichtsinnig…“ erklärte er. „Bonny…die Vorschriften sind egal. Semir ist hier nirgends zu sehen. Das Vereinsheim ist noch eine gute Stunde weg und ich denke nicht, dass er die gelaufen ist. Da muss was passiert sein.“ warf sie ein und griff zum Mikro. „ Cobra 19 an Zentrale. Wir haben Semirs Wagen gefunden. Von ihm fehlt jede Spur. Seine Waffe und sein Handy liegen im Fahrzeug und es ist abgeschlossen.“ gab sie Bericht ab. „Verstanden!“ kam von Susanne. Dieter sah Jenny an. „Ich wette der steckt wieder bis zum Hals in Schwierigkeiten. Das wird der Krüger aber gar nicht gefallen.“ prophezeite er. „Das ist ziemlich egal… wir müssen ihn suchen und das ist an erster Stelle!“ gab Jenny zurück. „Und wo willst du anfangen?“ harkte Dieter nach. „Bei dem den Semir vernehmen wollte. Susanne weiß das doch bestimmt.“ schlug sie vor. „Dann frag sie!“ nickte Dieter. Jenny tat es und bekam die Informationen die sie benötigten. „Dann fahren wir mal und besuchen Herrn Conahan...“ meinte Dieter. Er wendete und fuhr zu der Wohnung in dem der gesuchte Mann wohnen sollte.

    Für Semir endete die Fahrt nach ihm endlos scheinender Zeit. Die Maschine wurde angehalten und er wurde vom Sitz gezerrt und der Helm verschwand.. „Was soll das verdammt noch mal!“ fauchte er wütend, denn bisher wusste er immer noch nicht, was hier gespielt wurde. „Das erfährst du noch.“ gab die Stimme links von ihm. „Und wann?“ harkte Semir weiter nach. „Morgen…“ knurrte die Stimme. Semir wurde auf den Boden gedrückt. Es war ein weicher Boden doch wenn er dachte, das er nun etwas mehr Freiheit bekam, dann wurde er enttäuscht. Im Gegenteil. Die Handschellen wurden geöffnet und kurz darauf um ein Rohr gelegt und wieder zugedrückt. Die Augenbinde wurde ihm nicht abgenommen. „Gute Nacht…“ meinte die Stimme und dann folgten Schritte die sich entfernten. „EY!! Was soll das? Was wollt ihr von mir?“ schrie Semir wütend. Er zerrte an den Fesseln, doch gegen die Handschellen kam auch er nicht an und das Rohr an dem er hing schien sehr stabil. Sollte er um Hilfe rufen? Vielleicht brachte das etwas. Doch es konnte auch nach hinten losgehen. Und einen Knebel wollte er nicht auch noch haben. So haderte er mit seinem Schicksal und versucht sich bequemer hinzusetzen. Spätestens morgen würde er erfahren wer seine Entführer waren und was sie wollten. Nach einigen Minuten hörte er Schritte auf sich zukommen. Nur kurz darauf roch es nach dem typischen Mac Donalds Gerichten. Pommes, Hamburger und Chickennuggets mutmaßte er. Und tatsächlich. „Essen!“ forderte die Stimme. Gleichzeitig spürte er etwas an seinen Lippen. Semir öffnete seinen Mund und biss ab. Es schmeckte frisch und war sogar noch warm. Nach einer guten halben Stunde war er fertig. „Wer sind Sie? Was wollen Sie? Sind Sie von den Darkriders?“ versuchte er heraus zu finden, doch sein Gegenüber gab nichts von sich. Dafür spürte Semir Hände an seinen Schultern, die ihn runter drückten. „Legen Sie sich hin!“ befahl die Stimme. Semir tat es. Jetzt merkte er auch, dass er auf einer Matratze lag und sogar ein Kissen bekam. Das waren ja nette Entführer, die sogar an die Bequemlichkeit dachten, dachte er bei sich. „Morgen werden Sie es sicher besser verstehen…“ gab sie Stimme zurück. „Was soll das Ganze? Warum sagen Sie mir nicht was Sie von mir wollen?“ gab er leise fragend von sich. „Sie werden es morgen besser verstehen, Herr Gerkan.. Nun eine gute Nacht. Ich hoffe es ist Ihnen nicht zu kalt oder zu stickig hier drinnen.“ entschuldigte sich der Mann. Semir hörte wie der Mann sich entfernte. Eine ganze Weile hing er seinen Gedanken nach. Die Stimme des Mannes kannte er nicht oder aber er konnte sie nicht einordnen. Aber eins war sicher es waren nicht die Darkriders denn die hätten ihn sicher nicht so zuvorkommend behandelt.
  • Tom wartete auf Frank Wagner, der sich um Semir Gerkan kümmerte, der im Nebenraum festgebunden wurde. „Und?“ fragte er, als Frank zu ihm kam. „Er schläft sicher bald ein. Was hast du vor?“ wollte er wissen. „Ich muss darauf warten, dass Ulf mich anruft und mir den Ort der Übergabe nennt. Ich hoffe nur, dass er Tamara nicht noch mehr Leid zufügt. Sie ist doch noch ein Kind..“ stieß er aus. „Du fühlst dich nicht wohl dabei, dass du ihn austauschen willst oder?“ fragte Frank. Tom schüttelte den Kopf. „Er hat Tamara das Leben gerettet. Ich bin ihm etwas schuldig.“ stieß er aus. „Tamara ist deine Schwester und sie sollte die mehr Wert sein als der Polizist!“ warf sein Freund ein. Tom sah ihn an. „Der Wert eines Menschen hängt nicht von der Verwandtschaft ab. Jeder Mensch hat den gleichen Wert. Zeig ihn mir!“ befahl Tom und stand auf. Frank und er gingen in den Teil der Halle wo Semir Gerkan scheinbar fest auf einer Matratze schlief. „Ich habe ihm was ins Essen getan, damit er ruhig ist.“ gab Frank von sich. „Das habe ich nicht befohlen! Warum hast du ihn so gefesselt?“ wollte Tom wissen. „Weil er sich sonst die Augenbinde runternimmt und uns sieht!“ setzte sein Freund dagegen. „Ich spiele mit offenen Karten. Ich weiß, dass ich für diese Entführung eh ins Gefängnis gehe, aber ich erspare hoffentlich das Tamara ….“ Tom stockte, denn sein Handy klingelte. „Ja?“ meldete er sich. „Hast du das was ich will?“ hörte er Ulf sagen. „Ja…wann und wo soll der Austausch stattfinden?“ kam hartklingend von Tom zurück. „Das werde ich dir noch sagen. Jetzt wirst du den Bullen zwei Tage festhalten und ihn richtig fertig machen. Denk an deine Schwester..“ drohte Ulf. „Ulf…hör zu….bitte….Ulf? Ulf?!“ schrie Tom ins Handy. Doch sein Gesprächspartner hatte aufgelegt. Frank sah ihn an. „Was ist?“ wollte er wissen. „Binde ihn nur mit einer Hand am Rohr fest…“ kam von Tom und er verschwand. Wieder in seinem kleinen Raum setzte er sich auf das Bett und weinte leise. Wie sollte er den Retter von seiner Schwester denn fertig machen? Und was geschah mit Tamara wenn er es nicht tat? Beobachteten Ulf und seine Männer die Sunrider? Vielleicht konnte er mit dem Mann reden und er würde freiwillig tun was….vergiss es! Er ist ein Polizist und er wird sein Leben genauso schützen wollen wie das der Anderen! Aber wenn er ihm erklärte, dass es nicht freiwillig passierte, vielleicht würde er es dann verstehen…Entführung ist Entführung und das wird bestraft, egal ob man nun unter Druck stand oder nicht… die Gedanken sprangen bei ihm hin und her. Immer wieder gab es ein Für und Wider.

    Ben und Niklas waren in ihrem Zimmer. Die letzte Woche des Urlaubs war angebrochen und je näher die Rückreise kam umso stiller wurde Niklas. Ben bemerkte dies natürlich. „Was ist los?“ wollte er wissen. „Nichts…“ kam leise von Niklas. „Hey…das kannst du mir nicht erzählen. Also was ist mit dir?“ harkte Ben beharrlich nach. „Ich habe Angst…wenn ich wieder zuhause bin, dann….Martin und…meine Eltern…“ kam zögerlich von Niklas. „Niki…sie können dir nie wieder etwas tun. Sie werden dich nicht mehr bekommen. Du wirst bei Dieter den Rest deiner Jugend verbringen. Deine Eltern haben jedes Recht an dir verloren, wenn sie es jemals gehabt haben. Fall nicht wieder in diese Zeit zurück. Denk daran was du bisher geschafft hast. Du machst deinen Schulabschluss, du hast ein beschütztes Zuhause, du hast Freunde und du hast verdammt gute Chancen bei Mädchen…das ist doch wunderbar.“ zählte Ben die positiven Aspekte auf. Niklas sah ihn an. „Ich weiß…ich habe das alles, aber ich habe immer noch Angst alles zu verlieren. Was wenn meine Mutter auf den Gedanken kommt mich aufzunehmen, wenn sie die Klinik verlassen hat. Oder mein Vater, wenn er aus dem Gefängnis kommt?“ warf der Junge ein. Ben nahm seine Hand. „Es wird nicht passieren! Dafür werde ich sorgen, wenn es sein muss. Das Jugendamt hat die Akte über dich und über deine Eltern. Sie haben keine Rechte mehr an dir. Du bist jetzt frei, wenn du willst. Genieße es.“ ging es bei Ben weiter. „Es klingt alles so einfach. Tu was du willst…du gehörst dir…Ben…ich habe immer diese Angst, dass alles zerbricht und das ich nichts daran ändern kann. Was wenn Dieter mich eines Tages nicht mehr will?“ wollte Niklas wissen. Ben zog den Jungen an sich ran. „Niemand wird dich verstoßen. Niemand. Wenn dich was bedrückt, dann kannst du zu all deinen Freunden kommen. Egal ob es Semir ist, oder Dieter oder ich. Wir sind für dich da.“ schwor Ben ihn ein. „Meinst du ich darf wenn wir wieder zuhause sind, mit den Kindern von Andrea und Semir spielen? Die kleine Emily erinnert mich so sehr an Sonja…und Ayda ist auch eine ganz liebe…“ wollte Niklas wissen. Ben lachte auf. „Klar…ich denke da spricht nichts dagegen.“ gab er zu. „Ich könnte ja mal Babysitter spielen und Andrea und Semir könnten ins Kino gehen, oder Essen…ich meine so als Eltern hat man ja eine Verantwortung und das private Leben kommt zu kurz. Oder sie machen einen Urlaub und ich passe auf die Mädchen auf.“ sinnierte Niklas weiter. „Ich denke wir belassen es zunächst bei Besuchen. Wenn die Mädchen dich mögen und akzeptieren, dann können wir weiterspinnen.“ warf Ben ein. Nur wenig später war Ruhe. Noch ahnte keiner der Beiden dass der Urlaub schon morgen vorbei war.
  • Ulf Sanders sah Tamara lachend an. Sie saß voller Angst zusammengekauert in der Ecke und umklammerte ihre Knie. „Was ist? Willst du nichts essen?“ fragte er. Tamara antwortete nicht. „Hey…redest du nicht mit mir? Hat dir Tom nicht beigebracht, dass man Erwachsenen antwortet?“ lachte er höhnisch. Er hockte sich vor ihr hin und hob am Kinn den Kopf des Mädchens. „Willst du nicht ein wenig nett zu mir sein?“ grinste er sie an. Tamara nickte und trat aus. Sie traf Ulf sehr empfindlich. Mit einem lauten Gebrüll ging der Rocker ganz zu Boden und krümmte sich vor Schmerzen. Tamara sprang auf und rannte aus dem Raum. Jetzt musste sie nur noch weg. Weg hier…und dann Tom anrufen. Bis morgen würde sie sich irgendwo verstecken. Sie rannte einfach drauf los. Als sie im Freien war, sah sie sich kurz um. Um ihr herum war alles Wald. Sie lief weiter. Es wurde immer dunkler und sie bekam Angst. Sicher würde Ulf nicht lange fackeln und die Jagd auf sie eröffnen. Sie musste schneller sein. Viel schneller. Leider schien sich der Mann schneller zu erholen, als sie gehofft hatte. Sie war keine zehn Minuten unterwegs als sie den Motorenlärm von Motorrädern hörte. Die Jagd war eröffnet. Tamara sah sich gehetzt um. Wo sollte sie hin? Sie kannte sich hier nicht aus und sah hinter sich. Da…die ersten Scheinwerfer. Sie machte einen Schritt vorwärts und schrie laut auf, als sie in die Tiefe fiel. Sie rollte einen Abhang runter und blieb reglos liegen. Tamara bekam nicht mit, wie die Rockerbande zu ihr kam und sie auf eine der Maschinen setzten. Dann ging es zurück zum Versteck. Sie kam langsam zu sich. Der ganze Körper schmerzte und der rechte Arm war nicht zu gebrauchen. Sie öffnete die Augen und sah Ulf vor sich. „Du verdammte kleine Schlampe, hast du wirklich gedacht, dass du so einfach entkommen kannst? Das war ein verdammt großer Fehler den du gemacht hast und Fehler werden bei uns sehr hart bestraft.“ fauchte er sie an. Tamara ahnte was er damit meinte und fing an zu weinen. „Bitte lass mich in Ruhe…bitte…es tut mir leid…bitte…“ flehte sie. Ulf griff in ihre dichten Haare und zerrte ihren Kopf in den Nacken. Dann presste er seine Lippen auf ihre. „Du wirst es nie wieder tun ist das klar?“ fragte er anschließend. Tamara spürte die Übelkeit die in ihr aufstieg, doch sie nickte nur. Ulf ließ sie los. „Fein…du kannst froh sein, wenn ich heute dich nicht noch was anderes antue. Aber du musst fit sein, wenn Tom dich in zwei Tagen austauscht.“ nickte er zufrieden. Tamara hielt ihren Arm. Sie hatte das Gefühl als würde er immer dicker werden. Eine leichte bläuliche Färbung war auf jeden Fall zu sehen.

    Kim Krüger sah Dieter Bonrath und Jenny Dorn an. „Haben Sie die Umgebung überprüft? Nach ihm gerufen?“ wollte sie wissen. „Der Wagen war leer und seine Waffe lag im Auto, genau wie sein Handy. Wenn er nicht entführt wurde, dann hätte er sicher die Sachen bei sich. Zum Austreten geht er nicht einfach so in den Wald.“ meinte Dieter nur. „Das ist mir klar. Nur bevor ich die ganze Mannschaft unsicher mache, muss ich Beweise haben!“ stieß Kim aus. „Die Beweise sind doch eindeutig! Semir wurde entführt! Sein Auto ist abgeschlossen, seine Waffe und sein Handy liegen im Fahrzeug. Was für Beweise brauchen Sie noch? Blut?“ fauchte Jenny nun wütend. Kim sah sie warnend an. „Nein…ich brauche Beweise dass Semir nicht irgendwo liegt. Frau Dorn…wir müssen seiner Frau Bescheid geben und das möchte ich nicht unbegründet machen.“ stellte sie richtig. „Semir ist seit sechs Stunden überfällig! Das ist doch eindeutig. Draußen sieht man jetzt nichts und wie soll man denn dann in dem Gebiet suchen?“ harkte Dieter nach. „Okay….dann werden wir Ben jetzt zurück beordern und er muss sich in den Fall einarbeiten. Das werden Sie erledigen Frau Dorn, Sie Herr Bonrath werden mit dem Hubschrauber und einer Wärmebildkamera über das Gebiet fliegen und ich werden zu Andrea fahren und ihre wieder einmal erklären, das ihr Mann verschwunden ist.“ stöhnte Kim. Sie stand auf und ging auf den Parkplatz, als sie den Wagen von Andrea Gerkan sah. Die Frau des Hauptkommissars stieg aus und sah sie an. „Wo ist mein Mann?“ wollte sie wissen. „Frau Gerkan, ich war gerade auf den Weg zu Ihnen…“ gab Kim ruhig von sich. „Wo ist er? Er geht nicht ans Handy und Susanne kann ihn nicht per Funk erreichen.“ harkte Andrea nach. „Frau Gerkan…kommen Sie doch erst einmal ins Büro, wir trinken einen Kaffee und ich erkläre Ihnen was die Sachlage ist…“ schlug Kim vor. Andrea sah sie prüfend an. „die Kinder können solange bei Susanne bleiben.“ hängte Kim an. Andrea nickte. Sie nahm die Kinder aus ihren Sitzen und ging gemeinsam mit Kim ins Büro. Während Susanne sich um die Kinder kümmerte sah Andrea Kim an. „Was ist los?“ fragte sie. „Ihr Mann ist seit sechs Stunden überfällig. Es ist richtig, dass er sich nicht am Handy melden kann, denn das liegt in seinem Auto was herrenlos am Straßenrand gefunden wurde. Außerdem war seine Waffe im Wagen. Wir haben jetzt den Hubschrauber über das Gebiet geschickt, welches mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist. Wenn er sich dort befindet, werden wir ihn auch finden.“ versuchte Kim Andrea zu beruhigen. Andrea stand auf und ging zum Fenster. Sie sah in die Dunkelheit. „Und das soll mich beruhigen oder was?“ fragte sie leise.