Zu viele Pferdestärken

    • in Erarbeitung
    • Susan

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    • Zu viele Pferdestärken

      Gerade hatten Semir und Ben ihre Mittagspause an einer Raststätte beendet und wollten sich gemütlich in den ruhig fließenden Verkehr einreihen. Ben hatte unauffällig den obersten Knopf seiner Jeans geöffnet, weil er wie üblich gut zugeschlagen hatte. „Wie machst du das bitte, so viel zu essen und trotzdem nicht dick zu werden?“, fragte der kleine Türke kopfschüttelnd. „Seitdem ich in die Jahre komme muss ich schon aufpassen, dass es bei mir nicht anschlägt, aber bei dir scheinen diese Gesetze nicht zu gelten“, lamentierte er ein wenig, als plötzlich ein gelber Wagen wie eine Rakete auf der Überholspur an ihnen vorbei schoss.

      „Hey was soll denn das? Hier ist auf 100 km begrenzt, aber der hat locker das Doppelte drauf- den schnappen wir uns!“, rief Semir, schaltete die Blaulichtleiste ein und wechselte ebenfalls auf die linke Spur. Man konnte sehen, wie ein Stück weiter vorne das Fahrzeug wohl mit Lichthupe und dichtem Auffahren die Verkehrsteilnehmer von der Überholspur scheuchte, der Fahrstil war nicht nur schnell, sondern auch aggressiv.
      Ben hatte mit einer Hand nach dem Griff an der Tür gefasst und mit der anderen angelte er nach dem Funkgerät, um Susanne das Kennzeichen durch zu geben, wenn sie nahe genug heran gekommen waren. Semir trat das Gaspedal durch, zufällig war um die Mittagszeit auf diesem Autobahnabschnitt relativ wenig los und die anderen Fahrer wichen sehr vernünftig schnell aus, als der gelbe Bolide ihnen zu nahe kam. „Das gibt’s doch nicht, ich fahre was die Karre hergibt, aber der versägt uns und das Nummernschild ist auch nicht lesbar!“, rief Semir aufgebracht, nur Ben musterte das Fahrzeug vor ihnen mit einem begehrlichen Gesichtsausdruck „Audi R 8 Spyder V 10 , 610 PS, Beschleunigung von null auf hundert in 3.3 Sekunden!“, murmelte er und Semir warf ihm einen schnellen Blick zu. „Ja, ja, ist ja alles sehr schön und prima wie du dich mit Nobelmarken auskennst, aber überleg dir lieber, wie wir den schnappen können!“, knurrte er, aber da war es vor ihnen schon passiert. Ein Kleinwagenfahrer der gemütlich auf die Überholspur gewechselt hatte, verlor die Nerven als das Geschoss ihn von hinten bedrängte, touchierte beim hektischen Einscheren seinen Nebenmann, der drehte sich, zwei weitere Fahrzeuge konnten nicht mehr ausweichen, krachten in das schleudernde Fahrzeug und Sekunden später war die Autobahn dicht, Bremsen quietschten und der Audi war über alle Berge, da sogar die Standspur von Unfallwagen blockiert war.
      „Cobra 11 an Zentrale- Massenkarambolage auf der A3, der Unfallverursacher ist flüchtig- erbitten Verstärkung und den Rettungsdienst!“, rief Ben ins Funkgerät und gab noch die Fahrzeugdaten des Boliden durch. „Den kriegen wir schon- solche Autos fahren ja nicht massenhaft auf Deutschlands Autobahnen herum!“, bemerkte er dann zu seinem Partner und jetzt stiegen die beiden aus, sicherten die Unfallstelle ab und gingen ihrer Arbeit nach. Gott sei Dank waren nur wenige Leichtverletzte zu beklagen und als einige Zeit später die Autobahn geräumt und der letzte Abschleppwagen davon gefahren war, setzten die beiden Hauptkommissare sich wieder in den BMW und fuhren zur PASt.

      „Susanne gibt’s irgendwelche Meldungen bezüglich des R 8? So ein Auto muss doch irgendwelchen Kollegen auffallen“, fragte Ben nach, aber die Sekretärin schüttelte den Kopf. „Ihr sollt zur Chefin kommen!“, gab sie ihnen Bescheid und nach einem kurzen Rapport schrieben die beiden noch den Unfallbericht. „Das ist dir auch noch nicht oft passiert, dass du einen flüchtigen Fahrer nicht einholst, mir ist allerdings schleierhaft wo der abgeblieben ist“, bemerkte Ben, aber dann machten die beiden Feierabend.

      „Sarah ist erkältet und wartet schon sehnsüchtig darauf, dass ich ihr die Kinder abnehme. Wir werden jetzt bei diesem Traumwetter eine große Runde spazieren gehen, dann werden die beiden müde und Lucky hat ebenfalls gleich sein Gassi!“, berichtete Ben und Semir wünschte ihm noch einen schönen Feierabend. „Ich muss mit Andrea einkaufen gehen- da würde ich lieber bei dir mit marschieren“, berichtete er und verdrehte die Augen. „Na jeder wie er´s verdient“, rief Ben, sprang in seinen Mercedes und brauste vom Hof. „Ja, ja du hast leicht reden“, seufzte Semir und fuhr ebenfalls nach Hause.

      Ben wurde von seiner Frau die mit Schniefnase und Kopfschmerzen durchs Haus schlich, schon sehnsüchtig erwartet. „Was bin ich froh, wenn ich mich jetzt ein bisschen hin legen kann!“, rief sie und Tim und Mia-Sophie sprangen ihrem Vater munter entgegen. Auch Lucky freute sich mega als Ben sich die Leine um den Hals hängte- das sah nach einem Familiengassi aus und die liebte der freundliche graue Deerhound. So zog Ben mit seinen Kindern los und als sie sich nach einer großen Runde dem Dorf wieder näherten, kam ihnen ein unbekannter Hund, fast ein Ebenbild von Lucky, mit seinem Frauchen entgegen. Der wedelte wild, blieb aber nach einem Blick auf Herrchen gehorsam bei Fuß, während der andere schon ein wenig an der Leine zog. „Alba sitz!“, rief die junge Frau und jetzt hockte sich die Graue doch hin, wenn sie auch mit verschmitzten Augen in Lucky´s Richtung sah und leise fiepte. „Meinetwegen dürfen sie ihren Hund ruhig los lassen, dann können die beiden ein wenig spielen- Straße ist hier ja weit und breit keine“, schlug Ben vor und Sekunden später tobte Lucky als wäre er ein ganz Junger mit seiner neuen Freundin über die Wiesen. „Wir sind erst kürzlich her gezogen- wir haben uns ein kleines Häuschen hier im Dorf gekauft!“, erklärte die junge Frau und begrüßte auch freundlich die beiden Kinder. „Aber was für ein Zufall dass gleich zwei Hunde dieser doch in Deutschland nicht so verbreiteten Rasse hier leben, außer auf Zuchtschauen habe ich ehrlich gesagt noch keinen gesehen“, berichtete sie und Ben betrachtete seinen Gefährten, der soeben einen zweiten Frühling erlebte, mit liebevollem Blick. „Das sind ganz tolle Hunde- Lucky hat mir sogar schon einmal das Leben gerettet!“, berichtete er und die junge Frau sagte: „Das müssen sie meinem Mann und mir unbedingt einmal erzählen, aber ich muss jetzt leider zurück- hoffentlich treffen wir uns bald mal wieder“, und rief dann ihre Hündin zu sich und leinte sie an. Ben musste nun auch Lucky an die Leine nehmen, denn der sah gar nicht ein, dass er jetzt mit nach Hause gehen sollte. Tim und Mia-Sophie streichelten ihn und Ben sagte „Das müssen wir gleich der Mama erzählen- Lucky ist verliebt!“, und schwatzend und plappernd strebten die drei dann dem Gutshof entgegen.
    • Am nächsten Tag war Sarah so krank, dass sie nicht vom Bett aufstehen konnte, weil sie hohes Fieber dazu bekommen hatte. „Keine Sorge- ich denke die Chefin hat nichts dagegen, wenn ich ein paar Überstunden abbaue bis du wieder gesund bist!“, bemerkte Ben und sagte in der PASt Bescheid. Auch Semir verständigte er noch kurz, damit der nicht zu viele Schokocroissants einkaufte, der war nämlich mit dem Frühstück besorgen dran. „Richte Sarah eine gute Besserung von mir aus, bis in ein paar Tagen“, bemerkte Semir freundlich und nachdem Ben noch den Hausarzt verständigt und um einen Hausbesuch gebeten hatte, machte er sich daran erst die Kinder für den Kindergarten fertig zu machen, dort mit dem Wagen ab zu liefern und dann die Tiere zu versorgen. Die beiden zutraulichen mit der Flasche aufgezogenen Schafe ließ er aus dem Stall in den abgezäunten Gartenabschnitt, füllte Futter und Wasser bei den Hühnern auf und rupfte ein wenig Wiese für die Kaninchen, die sich im Freigehege tummelten. „Na ja einen kleinen Privatzoo haben wir schon beieinander, aber wenn ich dann so schaue wie gut es euch allen geht und wie viel Freude und Verantwortungsbewusstsein unsere Kinder durch die ganzen Tiere haben, ist es das wert!“, sagte er und streichelte die beiden Zwerghäschen Al Bano und Romina, die begeistert den frischen Löwenzahn mümmelten.

      Lucky folgte ihm wie ein Schatten und als Ben sich vergewissert hatte, dass Sarah alles hatte was sie brauchte, joggte er mit Lucky eine kleine Runde. Der spähte immer nach seiner neuen Freundin und war ganz enttäuscht als er die Hündin nirgends entdecken konnte. „Na alter Junge- die treffen wir schon wieder, aber dich hats ganz schön erwischt“, schmunzelte Ben.

      Am späten Vormittag kam dann der Hausarzt, schrieb Sarah ein paar Medikamente auf und verordnete ihr Ruhe und viel Trinken und Ben holte gleich die Medizin und brachte am Rückweg nicht nur die Kinder mit, sondern auch gleich ein fertiges Mittagsgericht vom Metzger des Ortes- ihm war schleierhaft wie Sarah das schaffte, bis zum Mittag immer den Haushalt zu schmeißen und auch noch was zu kochen, dazu war er nicht geschaffen, aber die Geschäfte im Ort wollten schließlich auch leben.

      „Papa, Lucy hat gesagt neben ihnen wohnen Ponys, dürfen wir die anschauen?“, bettelte Tim während der Rückfahrt und Mia-Sophie echote: „Ja anschauen!“ „Meinetwegen“, ließ Ben sich breit schlagen. „Wir essen jetzt erst mal was, dann machst du deinen Mittagsschlaf, Mäuschen und anschließend laufen wir mit Lucky dorthin“, plante er bereits den Nachmittag. Ihm war klar, je mehr sich die Kinder bewegten und er was mit ihnen unternahm, desto eher waren sie am Abend müde und er konnte auf einen gemütlichen Feierabend vor dem Fernseher hoffen. Tim beschäftigte sich nach dem Essen auch selber mit seinen Spielzeugautos, während die Dreijährige noch ein Schläfchen machte. Sie war erst seit Kurzem im Kindergarten und die vielen Eindrücke machten müde und mussten von dem kleinen blond gelockten Mädchen erst einmal verarbeitet werden.
      Als er nach Sarah sah, lag die fiebernd im Bett und hatte fast keine Stimme mehr. Essen wollte sie auch nichts, sondern nur ihre Ruhe und schlafen. „Ich ziehe nachmittags mit den Kindern und Lucky wieder los, dann sind alle beschäftigt und keiner stört dich“, sagte Ben liebevoll, stellte ihr noch eine weitere Flasche Wasser nebens Bett und schloss dann leise die Schlafzimmertür. Er telefonierte kurz mit Semir, aber auch in der Arbeit gab es nichts Besonderes. Sein Kollege hatte wegen des gelben Flitzers noch Susanne nachforschen lassen, aber es war in der Nähe kein solcher Luxusschlitten zugelassen und so würde der Fahrer wohl straffrei ausgehen, obwohl er ja der eigentliche Unfallverursacher war.

      Wie versprochen zog Ben dann mit seinen Kindern wie am Vortag los und zu Luckys Entzücken trafen sie auch wieder auf seine neue Hundefreundin. „Ich habe meinen Hund noch nie so verliebt gesehen!“, erklärte Ben deren Besitzerin und während sie gemeinsam dem Dorf zustrebten, erzählte die, dass sie bei der nächsten Hitze Alba decken lassen wollte. „Wir haben schon einen Weltsieger als Rüden auserkoren, wir müssen dann zwar drei Stunden fahren, aber er passt von den Papieren her einfach perfekt zu unserer Hündin, ich denke ab nächster Woche können wir nicht mehr zusammen gehen, denn sonst würde Lucky, der ja unkastriert ist wie ich sehe, noch auf dumme Gedanken kommen, aber wenn Alba dann tragend ist, steht weiteren Spaziergängen nichts mehr im Weg“, beschied sie Ben und der sah seinen grauen vergnügten Riesen mitleidig an: „Na Lucky- wie gemein, aber die zwei Wochen gehen auch vorbei und dann hast du deine Freundin ja wieder!“, sagte er und nun waren sie auch schon im Dorf angekommen, wo ein alter Hof an einen Pferdehalter verkauft worden war und neben mehreren Pferden der unterschiedlichsten Rassen zwei kleine Ponys auf der abgefressenen Wiese standen und sofort neugierig an den Zaun kamen, als die Kinder sie riefen und Gras vom Wegesrand rupften und sie fütterten.
      Mia-Sophie juchzte vor Vergnügen als das weiche Ponymaul ganz vorsichtig das Gras aus ihrer Hand nahm. Beide Ponys waren kupferrot und eines der beiden hatte einen kleinen weißen Fleck auf der Stirn. Sie waren vielleicht 90 cm hoch und auch Ben, der ja eigentlich mit Pferden nicht so viel am Hut hatte, musste die vorwitzigen Wuschelmähnen streicheln und lächeln, als er sah wie viel Freude die Kinder hatten. Sogar Lucky, der fast genauso groß war wie die Ponys, leckte ihnen über die Nasen.
      Nun kam ein Mann mit Hut aus dem Gebäude, der Ben sofort unsympathisch war, der aber ein breites Grinsen auf dem Gesicht hatte. „Na Kinder- wäre das nicht was für euch- die beiden kann man auch reiten“, rief er und sofort begann Tim zu betteln- „Papa bitte – dürfen wir?“ „Jetzt geht’s nicht, ich muss gleich weg, aber kommt doch einfach morgen um dieselbe Zeit wieder, dann dürft ihr drauf sitzen“, versprach der Mann und als Ben nun mit seinem Anhang nach Hause ging, musste er sowohl Lucky als auch die Kinder schier hinter sich her zerren. Lucky weil er herausgefunden hatte wo seine Freundin Alba wohnte und Tim und Mia- Sophie weil sie sich nicht von den beiden Pferdchen trennen konnten.

      Als am Abend endlich alle Tiere im Stall waren, die Kinder geduscht und nach Abendbrot und Gute-Nachtgeschichte im Bett lagen und voller Vorfreude auf den nächsten Tag schliefen, machte Ben sich ein Bier auf und schaltete den Fernseher ein, aber das wars dann schon. Als er weit nach Mitternacht erwachte, konnte er nur noch das Bier weg schütten und selber ins Bett gehen, er hatte nicht gedacht dass ein freier Tag so anstrengend sein könnte.

      Heute war sowieso Samstag und der Kindergarten hatte geschlossen, so nahm Ben die Kinder am Morgen noch mit in den Supermarkt, wo er ein paar Einkäufe erledigte. Die hatten Hummeln im Popo und konnten den Nachmittag kaum erwarten. Sarah lag immer noch komplett flach und Ben hatte auch vorsichtshalber im Gästezimmer geschlafen, erstens um sie nicht zu stören und zweitens um sich nicht an zu stecken und die Kinder hatte er ebenfalls ein wenig von ihr fern gehalten, welch ein Alptraum wenn die beide auch noch krank werden würden, sie hatten das schon mehrfach durch, aber Spaß war das keiner.

      Als sie am Nachmittag dann vor dem Hof des Pferdebesitzers standen, waren da mehrere Leute die Pferde auf der Wiese ritten oder herum führten. Es standen so einige Autos mit Kennzeichen auch von weiter her herum und Ben ging jetzt auf, dass der Mann wohl mit Pferden handelte. Das tat der Freude seiner Kinder aber keinen Abbruch, die jetzt jeder auf einem Pony sitzen durften und geführt wurden. Die beiden Roten waren lammfromm, Ben musste sie- eines rechts, eines links- fast hinter sich her zerren. Sie hatten kleine billige Sättelchen auf dem Rücken und beide Kinder jauchzten vor Vergnügen und wollten überhaupt nicht mehr runter.
      „Na die passen doch hervorragend zusammen, das sind top gesunde Fünfjährige, also Ponys im besten Alter. Ich kann ihnen einen Sonderpreis machen- 1000 Euro die beiden zusammen mit Sattel. Ich habe da auch noch eine kleine ältere Kutsche rumstehen, die könnte ich ihnen ebenfalls günstig überlassen!“, warb der Mann und nun begannen die Kinder zu betteln. „Ich muss das erst mit der Mama besprechen“, wollte Ben die Kleinen ablenken, aber da sagte der Mann: „Nachher kommen noch einige weitere Interessenten, ich glaube nicht, dass ich die Ponys lange am Hof habe“, und als Tim und Mia-Sophie nun zu heulen begannen, die Pferdchen umarmten, die völlig ruhig da standen, egal was um sie herum passierte und das Gejammer seiner Kinder immer lauter wurde, begann Ben zu schwitzen.

      Sarah hatte ja immer schon gesagt, bereits als sie den Gutshof gekauft hatten, dass sie später ein Pferd wollte. Platz hatten sie ja genug und in der Remise waren sogar einige Pferdeboxen. Die Wiesen waren aktuell verpachtet, aber da lief in Kürze sowieso der Pachtvertrag aus. Ach was sollte es- wenn die Kinder so einen Spaß hatten, ein paar Tiere mehr oder weniger bei ihnen spielte doch gar keine Rolle mehr. Die Kinder versprachen mit verheulten Augen sich ganz alleine um die Ponys zu kümmern und so schlug Ben einfach in die ausgestreckte Hand des Mannes ein. „Der Kaufpreis ist sofort in bar fällig, die Ponys können durchaus noch ein paar Tag hier stehen bleiben bis sie einen Stall gefunden haben, pro Tag bekomme ich dafür 20 Euro pro Pferd. Die Equidenpässe händige ich ihnen aus wenn sie ihre Tiere abholen, herzlichen Glückwunsch, sie sind jetzt Pferdebesitzer!“, leierte der Mann herunter und als Ben nun am Geldautomaten des Ortes die geforderte Summe holte, lachten seine Kinder vor Glück und er war ein wenig verunsichert- was würde Sarah wohl sagen.
    • „Ich glaube du bist total verrückt geworden!“, krächzte Sarah, als zuhause die Kinder nicht mehr zu halten waren und ins Schlafzimmer stürzten, laut rufend: „Papa hat uns Ponys gekauft!“ Ben versuchte zu erklären wie das gelaufen war und zückte dann auch sein Handy um Bilder der beiden Füchse mit den Kindern auf dem Rücken her zu zeigen. „Und nicht mal Helme haben die beiden auf!“, war das Erste was Sarah ins Gesicht stach. „Ach Mann und solche Winzlinge, was sollen wir denn mit denen anfangen wenn die Kinder zu groß für sie geworden sind? Ich dachte immer wir kaufen ihnen in ein paar Jahren zwei ältere und erfahrene Isländer oder Norweger, die kann ein Erwachsener auch reiten und gegebenenfalls korrigieren, da gibt es eine große Auswahl und die kommen auch damit zurecht, wenn sie nicht jeden Tag was tun, aber solche Minishettis sind die reinsten Temperamentsbolzen und die Haltung ist alles andere als einfach“, schimpfte Sarah vor sich hin.

      „Mama- die sind sooo süß- wir versorgen die auch ganz alleine“, versuchte nun Tim seine Mutter milde zu stimmen und als sie sah wie die Mundwinkel ihrer Tochter zu zucken begannen, weil sie mit den Streitereien der Eltern überhaupt nicht zu Recht kam, beherrschte Sarah sich jetzt und ließ sich wieder in ihre Kissen zurück fallen. „Nun gut- jetzt haben wir sie halt, was sind es denn überhaupt, Wallache oder Stuten, wie alt sind sie und wie heißen die beiden?“, ballerte sie dann drei Fragen raus, die keiner der Drei vollständig beantworten konnte. „Der Händler hat gesagt es seien gesunde Fünfjährige, mehr weiß ich nicht- ach ja die Sättel sind dabei und eine Kutsche habe ich auch dazu erstanden“, beichtete Ben jetzt noch und nun musste Sarah grinsen. „Also ich habe ja vom Fahren keine Ahnung, aber ich weiß genau wer jetzt den Kutschenschein macht- und das bin nicht ich. Aber immerhin sind die beiden anscheinend wirklich ruhig und brav wenn ich mir die Fotos so anschaue und fünfjährig ist besser als dreijährig, dann haben sie die Pubertät schon weitgehend hinter sich wenn wir Glück haben. Lasst mich jetzt bitte wieder ein wenig ausruhen, ich muss erstens Pläne machen wo wir die beiden unterbringen und außerdem möchte ich euch nicht anstecken, wenn es nicht sowieso schon passiert ist.
      Ben du rufst am besten gleich deinen Vater an und versuchst für die nächste Woche einen Bautrupp zu organisieren, wir müssen hier so einiges vorbereiten!“, und jetzt ging Ben auf, dass er sich da in wenigen Minuten ganz schön was aufgeladen hatte. Aber egal, Hauptsache die Kinder waren glücklich und langsam beruhigte sich seine Sarah, das wäre auch das erste Mal dass sie irgendwelchen Viechern widerstehen konnte. Er war sich ganz sicher, wenn sie die beiden Wuschelmähnen zum ersten Mal streicheln würde, wäre es sowieso um sie geschehen und diese ganzen Diskussionen würden sich erübrigen.

      „Ich koche uns jetzt eine Nudelsuppe und bringe dir eine rauf mein Schatz!“, machte Ben gut Wetter und Sarah nickte „Tu das, ich werde auch versuchen was zu essen, aber bitte geht zuerst alle drei duschen und werft eure Kleidung in die Wäsche- mit Verlaub gesagt, obwohl ich noch nicht viel rieche, aber ihr stinkt!“, setzte sie noch nach und wusste dass dieser Geruch auf eine nicht so gute Haltung hin wies. Sauber gehaltene Pferde rochen nicht so streng, dieser Ammoniakgeruch kam von schlecht gemisteten und miefigen Ställen, aber bei ihnen würde das ganz anders aussehen- sie hatte schließlich Ahnung von Pferdehaltung, etwas was man von ihrem Mann nicht behaupten konnte.

      So beeilte sich Ben alles zu tun was Sarah verlangte, die Nudelsuppe aus der Tüte war auch für seine Kochkünste zumutbar und als später die Kinder im Bett lagen und auch Sarah bereits wieder schlief, griff er zum Telefon und rief Semir an.
      „Du hast was?“, lachte nun auch der. „Na wenn ich meinen Kindern immer gleich kaufen würde was sie sich wünschen, hätten wir hier einen Privatzoo- aber den habt ihr ja sowieso schon. Leider ist Andrea mit den Kindern heute zu den Großeltern gefahren, die wären sonst sicher ebenfalls begeistert. Irgendeine Patentante feiert morgen ihren 70. Geburtstag, ich konnte es verhindern dass ich mit muss- ich habe gesagt ich wäre auf Bereitschaft, aber wenn du möchtest komme ich morgen vorbei und schaue mir euren Familienzuwachs an. Ich weiß nicht ob ich dir das schon erzählt habe- wenn wir in den Ferien beim Opa in der Türkei waren, bin ich immer mit dessen Eselgespann durch die Gegend gekurvt, also Fahren beherrsche ich und kann auch ein Geschirr anlegen, dann können wir ja vielleicht mit euren zwei PS eine kleine Runde drehen“, schlug er vor und Ben stimmte freudig zu- wenigstens einer der hinter ihm stand.

      Im Stall beim Händler stand ein kleines Pferd derweil voller Angst ganz kurz angebunden in einem Zwangsstand und ein Mann dessen Augen verräterisch weite Pupillen hatte, schnippelte an seinem Hals herum, entfernte etwas und spritzte danach mit einer dicken Nadel an einer anderen Stelle hinein. „So jetzt sind Pass und Pferd wieder eins!“, lachte er dann, schlüpfte aus Tierarztmantel und Gummistiefeln, nahm sein Geld, ließ noch einen ganzen Karton Medikamente da, stieg danach in seinen knallgelben Audi R8 und schoss mit quietschenden Reifen vom Hof.
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      Der Sonntag war angebrochen. Ben hatte heute genügend zu tun seine Kinder am Vormittag zu beschäftigen. Zum Mittagessen holte er im Gasthof des Ortes etwas und Sarah versuchte mehrmals auf zu stehen, aber ihr Kreislauf machte einfach noch nicht mit. „Zu schade- ich hätte so gerne unsere neuen Familienmitglieder kennen gelernt, aber das geht einfach noch nicht!“, sagte sie traurig und legte sich wieder flach. Immerhin hatte sie schon ein wenig Appetit und die Erkältung schien auch besser zu werden. Sie war sich sicher in ein, zwei Tagen war sie wieder auf dem Damm, aber heute würde ihr ein weiterer Ruhetag einfach gut tun. Mittags meldete sich auch noch Hildegard, die zwei Wochen im Urlaub gewesen war. „Eine Freundin gleichen Alters und ich waren in Österreich beim Bergwandern und hatten die Hunde mit. Frederik ist jetzt ganz durchtrainiert“, erzählte sie. „Ich habe für die Kinder was mit gebracht und würde sie gerne besuchen kommen, ich habe sie jetzt drei Wochen nicht gesehen und habe Sehnsucht nach den Kleinen!“, gestand sie Ben und der erzählte ihr von ihrer neuesten Errungenschaft. „Die Ponys muss ich mir unbedingt anschauen kommen, wann seid ihr denn heute bei denen?“, fragte sie und so verabredeten sich alle für 15.00 Uhr am Hof des Pferdehändlers. Mia-Sophie erwachte rechtzeitig von ihrem Mittagsschlaf und so beschloss Ben mit seiner Familie wieder dorthin zu laufen, dann war der Hund gleich ausgeführt und die Kleinen konnten sich unterwegs noch ein wenig austoben, nicht dass es den Pferdchen dann zu viel wurde.

      Heute hatten die beiden ihre Fahrradhelme dabei, somit war Sarah ebenfalls zufrieden, mahnte viele Fotos an und beauftragte Ben weitere Erkundigungen zu den Ponys ein zu holen. „Frag wo sie herkommen, Papiere werden sie keine haben, sonst wären sie nicht so günstig gewesen, wer sie eingeritten und eingefahren hat und nicht zuletzt wie sie heißen“, erhielt Ben detaillierte Aufträge. „Und lass dir eine Kopie von den Equidenpässen geben, dann wissen wir vielleicht mehr über ihre Vergangenheit“, bat sie dann noch und Ben zog jetzt die Stirne kraus. Equidenpass- so ganz dumpf fiel ihm da eine Schulung ein, deren Inhalt ihm aber nicht mehr völlig im Gedächtnis war, obwohl das eigentlich ja zu seinem Job gehörte. In Deutschland musste seit 2009 jeder Equide, also Pferde, Ponys, Esel, Maulesel und Maultiere, sogar Zebras und ihre Kreuzungen einen Pass besitzen. Alle ab einem Stichtag Geborenen mussten zur Ausstellung des Passes auch einen Mikrochip implantiert haben, der sie zweifelsfrei identifizierte, ansonsten war das Pferd dort beschrieben mit Wirbeln und farbigen Abzeichen. Der Pass musste bei jedem Transport mitgeführt werden und sagte zwar nichts über die Besitzverhältnisse aus, aber es gab den Behörden eine Handhabe erstens beim Ausbruch von Tierseuchen und zweitens falls eine Gemeinde eine Pferdesteuer erheben wollte, was immer wieder versucht wurde.

      Er fragte sich zwar was das für einen Sinn machte, etwas über die Vergangenheit ihrer Ponys zu recherchieren, aber wenn Sarah da so scharf drauf war- meinetwegen. Für ihn waren das einfach niedliche Tierchen zum Reiten, Fahren und Kuscheln für die Kinder, alles andere spielte doch keine Rolle.

      So trafen sich alle miteinander pünktlich um 15.00 Uhr vor dem Anwesen des Pferdehändlers, wo erneut mehrere Autos herum standen und Pferde ausprobiert wurden. Die Kinder hatten ihre Ponys auch sofort entdeckt, die grasten wieder auf der kleinen ziemlich abgefressenen Weide und kamen sofort zum Zaun als sie Gras rupften und ihnen anboten.
      „Die sind ja süß!“, bemerkte Hildegard und Ben musste lächeln als er die Freude der Kinder sah. Lucky spielte mit seinem Freund Frederik und auch Semir betrachtete die beiden Roten mit einem Grinsen im Gesicht. Da würden sie nacheinander mit der Kutsche fahren müssen, die konnten seiner Meinung nach gerade zwei Erwachsene, oder einen Erwachsenen und die beiden Kinder ziehen. „Aber erst wollen wir reiten!“, verkündete Tim ganz wichtig als Pferdeneubesitzer und Ben suchte nun den Händler, der gerade wieder eines seiner übrigen Tiere einem potentiellen Käufer anbot.

      „Ja, ja- da drin sind die Sättel und das Zaumzeug, Putzzeug liegt irgendwo rum, dort hinten steht ihre Kutsche und das Geschirr ist auf der Sitzbank!“, wandte er sich beiläufig an Ben und deutete auf die etwas baufällige Scheune. Als der Dunkelhaarige nun noch wegen der Equidenpässe und der Namen fragte, wandte sich der Pferdehändler leicht genervt um. „Sie sehen doch dass ich jetzt keine Zeit habe, ich suche die nachher raus und mache eine Kopie- ach ja und die beiden heißen Rocky und Rambo!“, teilte er noch mit und Ben vergaß völlig zu fragen wer denn wer war, aber letztendlich war das auch egal, er bezweifelte sowieso dass die Kinder die beiden auseinander halten konnten.

      Er war dann mächtig froh dass Semir dabei war, denn als er das Pferdezubehör entdeckt hatte- er glaubte zumindest dass das die Sachen waren die die Tierchen gestern getragen hatten- hatte er keine Ahnung wie die an zu legen waren. Er hatte zwar als Jugendlicher einige Zeit Reitstunden nehmen müssen, weil sein Vater gefunden hatte das gehöre dazu, aber richtig gerne hatte er das nie gemacht. Und da waren die Pferde immer gesattelt und bandagiert gebracht worden, er musste nur noch aufsteigen. Einen Einblick ins Westernreiten hatte er wegen eines Falls vor einigen Jahren auch einmal bekommen, war aber dann wegen eines schweren Reitunfalls im Krankenhaus gelandet und hatte sich seither nicht mehr für den Reitsport interessiert.

      Während nun Hildegard mit den Kindern draußen wartete, begann ein munteres „Fang das Pony!“, denn als die beiden Roten ihre Absicht erkannten sie ein zu fangen, hauten sie blitzschnell ab und immer wenn Semir oder er eines der beiden in eine Ecke gedrängt hatte, rannten sie plötzlich wieder wild bockend los. „Hui die sind vielleicht lustig, da würde ich die Kinder jetzt nicht gleich drauf setzen, ich schlage vor, ich lass die vor der Kutsche erst ein wenig laufen, danach werden die schon brav sein. Du hattest doch gesagt sie wären lammfromm? Ich würde behaupten die sticht der Hafer!“, lachte Semir und hatte es jetzt irgendwie geschafft einem der Ponys das Halfter über zu streifen und es fest zu halten. Es stieg nochmals kurz, gab sich dann aber geschlagen und ließ sich zum Anbindeplatz hinterher zerren. So schwierig hatte Ben sich das Ganze nicht vorgestellt, aber als sein Kumpel weggebracht wurde, gab das zweite Pony auch auf und als Ben das Halfter angelegt hatte, ging es nun doch mit ihm mit. Puh er war schon völlig außer Atem und dabei hatten sie doch noch gar nichts gemacht!

      Die Kinder standen nun neben ihnen, aber nachdem die Ponys alle beide überhaupt nicht ruhig waren, an den Halftern zerrten, ihre Zähne in den Anbindebalken schlugen und aufgeregt hin und her trippelten, trauten sich die beiden Kleinen kaum näher und Semir übernahm das mit dem Putzen fast alleine. „Na die Klöten haben die beiden auch noch, wusstest du dass du zwei Hengstchen gekauft hast?“ fragte er Ben und der schüttelte stumm den Kopf und schalt sich selber einen Deppen. Als sie die Hufe auskratzen wollten, standen die beiden stocksteif auf allen vier Beinen und machten keine Anstalten auch nur ein Beinchen zu geben und so verzichteten sie schulterzuckend darauf. Wenigstens bissen und traten sie nicht, aber als Semir nun gemeinsam mit Ben die Kutsche, die auch schon bessere Tage gesehen hatte, heran schob und das Brustblattgeschirr beäugte, sagte er: „Das Zeug ist auch nicht mehr ganz taufrisch, aber es wird hoffentlich halten. Ich würde sagen jetzt setzen erst wir beide uns auf die Kutsche, bzw. du hältst nach dem Anschirren die beiden fest bis ich drauf sitze und steigst dann zu, unser beider Gewicht wird die Herrschaften schon müde machen! Kinder wir fahren jetzt eine Runde und wenn Rocky und Rambo Dampf abgelassen haben, dürft ihr erst mitfahren und später natürlich reiten“, beruhigte er die Kleinen die schon ganz geknickt waren und an Hildegards Hand hingen.

      Irgendwie bastelte er jetzt das Geschirr an die Ponys, verschnallte es so wie er dachte und stopfte zu guter Letzt den beiden dann noch kleine Fahrkandaren in die Ponymäulchen. Die kauten wild darauf rum, schlugen mit den Köpfen und die Scheuklappen nahmen ihnen die Sicht nach rechts und links. Nun zog Semir das Gespann herum, so dass die Köpfe der Ponys Richtung Ausgang zeigten, hängte die Kreuzleine an den Gebissen ein und jetzt hatte Ben gut zu tun die beiden Roten irgendwie daran zu hindern sofort los zu rennen. Semir schwang sich auf den Kutschbock, griff nach den Zügeln und rief Ben dann zu „Kannst loslassen- ich hab sie!“ und kaum trat der beiseite sausten die Ponys schon los wie angestochen. Ben schaffte es gerade noch von hinten auf die kleine Kutsche auf zu springen, wenn er sich nicht gut fest gehalten hätte, wäre er schon wieder unten gelegen. Semir hatte irgendwie die Pferdchen auf die Dorfstraße gelenkt und die gaben erst mal Gas. Ben war ja einen flotten Fahrstil gewohnt, aber jetzt war ihm fast ein wenig unheimlich, als sie regelrecht über den Asphalt flogen. Gott sei Dank war kein Verkehr und als sie nun Kilometer machten und jetzt bereits außerhalb des Örtchens waren, fielen die beiden Kleinen irgendwann dann doch in Trab.

      Ben wollte gerade Anstalten machen sich gemütlich in den Innenraum der Kutsche zu ziehen und dort hin zu setzen, da sahen Semir und er plötzlich gleichzeitig einen Wagen, der ihr Interesse weckte. Ihnen kam nämlich ein knallgelber Audi R8 entgegen. „Das gibt’s doch nicht- das ist doch der Typ von der Autobahn! Den schnappen wir uns!“, rief Semir und schaffte es auf einer kleinen abgemähten Wiese neben der Straße ihr Gefährt in einem großen Bogen um zu drehen. Als der Fahrer des Autos, der bisher langsam getan hatte, sah, dass die Kutsche nun in seine Richtung fuhr, gab er Gas und drückte aus unerfindlichen Gründen auf die Hupe, woraufhin Rocky und Rambo völlig unkontrolliert durch gingen. Semir versuchte mit Kraft an den Leinen zu ziehen, aber die beiden wurden in ihrem rasenden Galopp nur noch schneller. Längst hatten sie die Straße verlassen und rasten in einem Affenzahn über eine Wiese und Ben klammerte sich verzweifelt hinten an der Kutsche fest, als plötzlich der Wegrain kam, es einen Schlag gab, woraufhin hinten an dem maroden Fahrzeug etwas weg brach und Ben unsanft in einen Graben katapultiert wurde. Er rappelte sich sofort wieder hoch, ihm war eigentlich nichts passiert, aber Semir war nun mit seinem Höllengefährt alleine unterwegs. Er war aufgestanden und hing mit aller Kraft in den Leinen, schrie dabei „Ho, ruhig!“, aber die Kutsche wurde immer nur noch schneller und schneller. Ein abgebrochenes Teil schleifte hinterher, rumpelte zusätzlich und flößte so den beiden Ponys, die nun um ihr Leben rannten, noch mehr Angst ein. Ben sah den einzelnen Baum auf den die Kutsche in aberwitzigem Tempo zuraste und schrie voller Panik: „Semir- spring ab!“, aber da war es schon passiert. Die Ponys rannten eines rechts, eines links an dem Baum vorbei, die Kutsche zerschellte an dem massiven Stamm und Ben sah seinen besten Freund mit voller Wucht und gemeinsam mit den Kutschentrümmern an den Baum fliegen.