Pizzaconnection

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    • Pizzaconnection

      Hallo liebe Leser. Hier ist nach langer Pause, die aufgrund einer Reha und eines Umzuges basierte, meine neue Story. Sie hat als Grundlage die Geschichte vom Fantreffen 2018. Um ein wenig mehr Spannung aufzubauen, wurde sie ein wenig abgewandelt und ist nicht ganz so, wie es auf dem Fantreffen geschehen ist. Ich würde mich über Feeds freuen.


      28.08.2019

      Der 28. August 2018 war ein sehr heißer Tag und die Nacht schien nicht besser zu werden. Die Temperaturen gingen nicht unter 25 Grad und ließen keinen an Schlaf denken. René Busch betrat die große Bahnhofshalle, wo auch jetzt noch reger Personenverkehr herrschte. Er war seit acht Monaten auf der Suche nach seiner 15jährigen Tochter Stephanie, die nach einem Streit mit ihm weggelaufen war und obwohl er alle Hebel in Bewegung gesetzt hatte, blieb sie verschwunden. Er hatte umgehend bei der hiesigen Wache eine Vermisstenanzeige aufgegeben und die Kollegen versprachen ihm, dass man sie suchen würde, doch er wusste auch, dass es sehr schwer war einen Teenager zu finden, der nicht gefunden werden wollte. Und das traf auf Stephanie zu. Er verfluchte diesen verdammten Streit, der für das Verschwinden der Auslöser war. Und alles nur, weil er ihr verboten hatte, einen Freund zu haben. Schon gar nicht einen älteren Jungen. Sie hätte ihn verstehen müssen. Sie hätte doch sehen müssen, dass er Angst um sie hatte. Doch für Stephanie gab es nur ihren Freund. Sebastian Kautz! Ja, er hatte große Angst davor, dass sein kleiner Engel erwachsen wurde und sie ihre Wege gehen würde. Auch wenn es der normale Weg des Lebens war, so konnte er die Sorge um Stephanie nicht verdrängen. Natürlich hatten die Kollegen sie nicht gefunden und so wurde er nach einer Woche wieder aktiv und verteilte Bilder seiner Tochter an seine Informanten. Er versprach jedem eine großzügige Spende, wenn man ihn informierte, sobald sie auftauchte. Und vor vier Stunden war es soweit. Darius Wendel rief ihn an. Wendel war sein Informant, wenn es um Drogen ging und er war sehr vertrauenswürdig. Alle seine Tipps führten immer zum Erfolg. Er sagte ihm, dass er beobachtet habe, wie Stephanie die Reisenden um Geld anbettelte und auch bestahl. Für René stand fest, dass es dafür nur einen Schuldigen gab. Sebastian Kautz! Er hatte Stephanie mit Sicherheit an die Nadel gebracht! Und jetzt tat sie alles, um den nächsten Schuss zu erhalten. Dieser verdammte Mistkerl! Er hatte seinen Engel in den Abgrund geritten und auch wenn der Mann polizeilich sauber war, so ließ René sich nicht von seiner Meinung über ihn abbringen. Kautz war der Grund, weshalb Stephanie von Zuhause weggelaufen war! Er war der Grund, weshalb sie sich nicht mehr bei ihm oder ihrer Mutter meldete. Hatte er sie schon so weit gebracht, ihren Körper zu verkaufen, so wie Darius es tat, wenn sich eine Gelegenheit bot? René ballte die Faust. Oh nein, er würde seinen Engel wieder nach Hause holen!

      Aufmerksam ging René durch alle Passagen des Bahnhofes und kam nun zum hinteren Ausgang der Anlage. Von hier aus sah man eine riesige Baustelle, wo einst ein großes Bürogebäude stand. Darius hatte ihm gesagt, dass er Stephanie auf Gleis 10 und 11 gesehen hatte. Das waren die Gleise der S-Bahn und Regionalbahnen. Hier war mehr los als auf alle anderen Gleise. Das Gedränge nutzen die Taschendiebe und bestahlen die Reisenden, ohne dass diese es merkten. Dann gab es noch diejenigen, die ihr Gepäck unbeaufsichtigt ließen und sich dann beschwerten, wenn es gestohlen wurde. Nun stand er auf der Fahrtreppe und fuhr nach oben auf das Gleis. Gerade fuhr ein Zug ein und die austeigenden Fahrgäste stürmten auf die Treppen zu. René zwängte sich durch die Menge und wollte gerade aufatmen, als er mit einer Person zusammenstieß. „Entschuldigung…“ murmelte die Person und gleichzeitig spürte er, wie eine Hand in seine Hostentasche fuhr. Sofort griff er zu und packte die Hand. „Bei mir nicht, Freundchen!“ knurrte er und zog die Person an sich ran. Er erkannte sie sofort. „Stephanie!“ stieß er aus, ließ von Schreck los und das Mädchen rannte davon. „STEPHANIE!!! Warte! Bleib stehen!“ rief er ihr hinterher und setzte sofort nach. Er versuchte an sie ranzukommen, doch sie war flink und sprintete die Treppe runter. Als er unten ankam, sah er sie gerade noch in der Toilette verschwinden. René folgte ihr und öffnete die Tür zum Toilettenraum. Er sprang über die Absperrung und eine der Reinigungsfrauen sah ihn erschrocken an. „Sie müssen zahlen!“ fauchte sie ihn wütend an, verstummte jedoch sofort, als er ihr den Ausweis zeigte. „Polizei! Hier ist eben eine junge Frau reingelaufen. Wo ist sie?“ fauchte er sie heftiger an, als es seine Absicht war. „Sie… Sie ist in… in einer der Kabinen. In der Nummer 4… glaub ich…“ stammelte die Frau eingeschüchtert. René bedankte sich freundlich und ging zu den Kabinen. Die 4. Kabine war verschlossen und er klopfte zaghaft an die Tür. „Stephanie? Stephanie, hier ist Papa. Bitte komm raus. Lass uns reden.“ sprach er leise doch es kam keine Antwort. „Stephanie, bitte. Die Mama macht sich große Sorgen. Wir werden über alles reden und wir werden dir alle helfen. Was hat der Kerl nur mit dir gemacht?“ fragte er weiter, doch auch jetzt blieb es hinter der Tür still. „Bitte Stephanie, lass dir helfen. Bitte…“ flehte er und auch jetzt kam nichts von seiner Tochter. Er sah sich um und prüfte die Nachbarkabine. Sie war offen. Ohne zu zögern ging er hinein, kletterte auf die Toilette und konnte über die Trennwand sehen. „STEPHANIE!!“ schrie er verzweifelt, denn seine Tochter lag in der Kabine am Boden und rührte sich nicht. Sofort kletterte er über die Trennwand, öffnete die Tür und zog seine Tochter aus dem engen Raum.
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      und ich fühle mich auch nicht gut. :D :D
    • Er legte sie in den Gang und hielt ihren Kopf. Die Augen waren fest geschlossen. „Stephanie! Schatz, bitte schau mich an. Bitte!!! Sieh mich doch an!!“ versuchte er und unterdrückte die Tränen. Sein Blick fiel auf die Spritze, die in ihrem Arm hing. „Oh mein Gott!“ stieß er aus, als er die vielen Einstichstellen sah. „Stephanie!! NEIN!! Nein, das darf nicht sein! Schatz, bitte mach deine Augen auf. Bitte…“ flehte er und konnte jetzt seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Er war schon lange genug Polizist und wusste genau, was in der Spritze war. Stephanie, seine 15jährige Tochter, hatte sich den goldenen Schuss gesetzt. Sie wollte ihr Leben ein Ende setzen. „Schatz… bitte schau mich an. Mach deine Augen auf. Bitte mach die Augen auf…“ flehte er und tätschelte sanft die Wange seiner Tochter. Tatsächlich öffnete sie die Augen und sah ihn an. Ihr Blick schien aber weit entfernt zu sein. „Papa? … Papa, ich liebe dich… bitte verzeih mir. Entschuldige, dass ich nicht stark bin.“ sagte sie leise und ihre Stimme zitterte. Er lächelte unter den Tränen. „Es gibt nichts zu entschuldigen. Bleib ganz ruhig. Die Rettung kommt gleich. Bitte bleib ganz ruhig liegen und bleib bei mir… Hörst du? Du darfst nicht einschlafen!“ forderte er sie auf und setzte den Notruf ab. Während er die Nummer wählte, zitterten seine Finger. „Papa, ich brauche keinen Arzt mehr. Sag Mama, dass ich sie liebe und dass ich auf euch warten werde, dort wo meine Reise jetzt hingeht. Ohne ihn kann ich nicht leben. Ich liebe euch…“, hauchte sie und verzerrte das Gesicht. Ihr Körper krampfte. René sah auf sie und war mit der Situation völlig überfordert. „Schatz! Wir kriegen das hin. Halt durch…bitte halt durch!“ flehte er. Der Kopf seiner Tochter fiel zur Seite. „Stephanie? Nein! Nein!!“ schrie er und tastete nach dem Puls. Er war nicht mehr spürbar und sofort riss er ihre Bluse auf und fing an, das Herz zu massieren. „Wir kriegen das hin! Gib nicht auf! Bitte gib nicht auf! Wir schaffen das!“ sagte er und zählte in Gedanken bis fünf. Dann fing er an, sie zu beatmen und wieder Herzmassage. Noch einmal fühlte er den Puls. „Nein! Stephanie!! Nein!!! NEIN!! Bleib bei uns! Bitte bleib hier!! Bitte!!“ schrie er verzweifelt und weinte hemmungslos. Immer wieder versuchte er seine Tochter ins Leben zurück zu holen und bekam gar nicht mit, dass der Notarzt eintraf. Erst als einer der Sanitäter ihn von seiner Tochter wegzog, erwachte er aus seinem Tun und brauchte einen Augenblick um klar zu werden. „NEIN!! NEIN!! LASST MICH! ICH MUSS SIE RETTEN!!! ICH MUSS SIE RETTEN!“ schrie er verzweifelt und wehrte sich gegen den Griff. Mit einer wütenden Bewegung befreite er sich, fiel bei Stephanie auf die Knie und wollte erneut mit der Wiederbelebung anfangen. „Hey, ist gut! Wir übernehmen! Wir werden alles Mögliche tun um sie zu retten! Lassen Sie uns arbeiten!“ fauchte der Notarzt. Wieder wurde René zur Wand gezogen und er sah mit tränenerfüllten Augen, wie der Notarzt den Defibrillator ansetzte und der Körper seiner Tochter durch den Stromstoß ein Stück vom Boden abhob. René spürte wie ihm seine Beine weich wurden und er sackte zusammen. Sein Körper zitterte und er weinte und schluchzte. Das einzige was er hörte, war dieser nervige Ton des EKGs. Obwohl er kaum etwas sehen konnte, erkannte er, dass der Notarzt seine Jacke auf das Gesicht seiner Tochter legte. „NEIN!!! NEIN!!!“ schluchzte er.

      29.08.2019

      Stefan Henkel schreckte auf, als sein Handy klingelte. Mit einem müden Blick sah er auf die Uhr und stellte fest, dass es gerade Fünf am Morgen war. Er nahm das Gespräch an. „Hallo?“ fragte er verschlafen. Es dauerte eine ganze Weile, bis der Anrufer sich meldete. „Stefan? Ich bin es. Ich brauche dich … bitte ich brauche dich. Stephanie ist tot.“ hörte er seinen Freund und Kollegen René am anderen Ende schluchzen und war sofort hellwach. Er setzte sich auf und schlug die Decke zur Seite. „Wo bist du?“ wollte er wissen. „Ich bin im Vinzenz-Hospital.“ kam zur Antwort. Stefan beendete das Gespräch, sprang in seine Jeans, griff seine Autoschlüssel und raste nur wenig später zu seinem Freund. Im Wartebereich der Notaufnahme sah er ihn zusammengesunken auf dem Stuhl sitzen und der Körper zuckte. „Hey René…“ sagte er und setzte sich neben ihn. Sein Freund hob den Kopf und sah ihn mit rotverweinten Augen an. „Sie hat sich den goldenen Schuss gesetzt. Ich konnte sie nicht mehr retten! Ich konnte nicht mehr …“ schluchzte René. Der ganze Körper schüttelte sich und Stefan zog ihn an sich heran. „Du hättest doch gar nichts tun können. Du hast keine Schuld an ihrem Tod“ versuchte er ihn zu trösten. „Ich hätte es tun müssen! Ich hätte sie beschützen müssen! Ich bin Polizist! Wenn nicht ich, wer hätte sie sonst schützen sollen?“ fragte René, doch Stefan konnte ihm keine Antwort geben. „René, du musst jetzt stark sein. Du kannst nichts mehr ändern. Du musst jetzt für Lisa da sein. Sie braucht dich jetzt mehr denn je.“ mahnte Stefan sanft und René sah ihn erschrocken an. „Oh mein Gott! Sie weiß es noch gar nicht. Wie soll ich ihr das beibringen? Wie soll ich ihr erklären, dass ihr Engel tot ist? Hilf mir mein Freund! Bitte hilf mir!“ flehte er und fing erneut an zu weinen. „Das werde ich. Und nun bringe ich dich nach Hause. Komm!“ forderte Stefan ihn auf und zog ihn auf die Beine. Er brachte seinen Freund zu seinem Wagen und bugsierte ihn auf den Beifahrersitz. Nur wenig später waren sie auf dem Weg zum Haus von René, wo Lisa sicher schon auf ihn wartete. Sie brauchten für die Fahrt gute fünfzehn Minuten und während der ganzen Zeit schien René in Gedanken zu weilen. Er bemerkte scheinbar nicht einmal, dass die Fahrt endete. „René, wir sind da.“ riss Stefan seinen Freund aus den Gedanken und dieser sah ihn verwirrt an. „Ich kann das nicht! Ich kann ihr nicht sagen, dass … das Stephanie …. Ich kann ihr nicht sagen, dass sie tot ist.“ kam leise von seinem Freund. Stefan spürte, dass René große Angst vor dem hatte, was nun kam. „Ich bin bei dir…“ versprach er und stieg aus. René folgte ihm nur sehr zögernd. Stefan nahm seinen Freund die Schlüssel ab und öffnete die Haustür. „Schatz? Bist du das? Hast du sie gefunden?“ hörte er aus der Küche und schon stoppte Lisa vor ihm. Sie sah ihn erstaunt fragend an. „Stefan? Was machst du denn um diese Zeit hier? Ward ihr gemeinsam auf der Suche nach Stephanie? Habt ihr sie gefunden?“ wiederholte sie die Frage und Stefan sah zu Boden. Auch René schwieg und hielt den Kopf gesenkt. Er wusste genau, wenn er aufsah, dann sah seine Frau auch, dass er geweint hatte. Stefan nahm Lisa am Arm und zog sie ins Wohnzimmer. „Was hast du denn? Ist was mit Stephanie? Habt ihr sie gefunden?“ fragte sie ungeduldig und ließ es geschehen, dass Stefan sie auf die Couch drückte. „Lisa, René hat Stephanie gefunden. Sie war am Bahnhof…“ fing er an. „Das ist schön. Habt ihr sie mitgebracht? Wo ist sie denn?“ wollte Lisa wissen und ein unsicheres Lächeln umschmeichelte ihre Lippen. „Stephanie ist tot…“ kam leise von René und jetzt sah er auf. „Sie hat sich den goldenen Schuss gesetzt. Ich habe alles versucht, aber ich konnte sie nicht retten.“ presste er heraus.
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    • Lisa Busch sah von Stefan auf René und wieder zurück. Sie schloss die Augen und ließ die Worte noch einmal durch den Kopf gehen und schüttelte ihn. Ein leises zweifelndes Lachen ertönte von ihr. „Du willst mir sagen, dass mein Engel tot ist? Willst du mir das sagen?“ fragte sie verstört und sprang auf. „Nein!!! Das geht nicht! Das kann gar nicht sein! Sie ist erst 15!!! Sie ist noch ein Kind! Sie kann nicht sterben!“ stammelte sie. „Lisa, sie hat sich den goldenen Schuss gesetzt. Sie konnte nicht mehr gerettet werden.“ wiederholte Stefan mit sanfter Stimme. Langsam drehte Lisa ihren Kopf in Richtung ihres Mannes. „Du bist schuld! Du hast sie nicht gerettet! Du hast sie umgebracht!“ stieß sie plötzlich hasserfüllt aus. Stefan nahm sie in den Arm, doch sie wehrte sich gegen die Umarmung. „Lass mich! Er hat sie getötet!“ fauchte sie wütend und ging auf ihren Mann los. Sie schlug ihn mit den Fäusten und René tat nichts. Stefan zog sie zurück „Lisa!! Lisa, es ist nicht wahr. Er hat keine Schuld daran. Er hat doch alles getan um sie zu retten.“ versuchte Stefan sie zu beruhigen. „Er hat sie aus dem Haus getrieben! Mit seinen ständigen Zurechtweisungen! Mit seinen harten Regeln! Er ist der Grund, weshalb sie damals weggelaufen ist! Er hat sie auf dem Gewissen!“ schrie sie verzweifelt und die letzten Worte gingen in ein Schluchzen über. Sie brach zusammen und weinte hemmungslos. Jetzt erwachte auch René aus seiner Lethargie und ließ sich direkt vor ihr auf den Boden fallen. „Ich habe das nicht gewollt. Ich wollte das nicht. Bitte, du musst mir glauben, ich wollte das doch nicht. Sie war doch auch meine Tochter. Ich habe versagt… ich habe versagt…“ weinte nun auch er und nahm sie in den Arm. Sie ließ es geschehen. Das Ehepaar hockte kniend und weinend am Boden und hielt sich einfach nur fest. Stefan stand daneben und sah beklemmend auf die Situation. Doch dann veränderte sich René. Er drückte Lisa von sich und zwang sie, ihn anzusehen. „Ich verspreche dir, dass ich ihren Mörder finden werde, Lisa. Ich werde ihn zur Strecke bringen.“ drohte er und in der Stimme lag Entschlossenheit. „Und wer soll das deiner Meinung nach sein?“ fragte Stefan. René sah ihn an. „Sebastian Kautz! Dieses Schwein hat sie an die Nadel gebracht und dafür wird er für immer hinter Gitter wandern!“ versprach er. „Ich werde ihn zur Strecke bringen! Hilf mir dabei! Bitte, hilf mir!“ forderte er ihn auf und Stefan sah ihn besorgt an. „Lass uns später darüber reden. Kann ich euch allein lassen?“ wollte er von seinem Freund wissen und René nickte. „Wir schaffen das schon. Lisa und ich sind eins und wir schaffen es. Stefan, kann ich mit deiner Hilfe rechnen? Du warst doch ihr Patenonkel. Du bist mein Freund! Du bist mein Vorgesetzter! Du kannst doch Dinge erreichen die ich nicht schaffe. Lass mich gegen Kautz ermitteln, bitte. Ich werde ihn zur Strecke bringen!“ flehte René regelrecht. Stefan legte ihm die Hand auf die Schulter. „René, ich werde sehen, was ich tun kann.“ versprach er und verließ die trauernde Familie.

      Stefan fuhr in Gedanken nach Hause und setzte sich ins Wohnzimmer. Erst jetzt realisierte er, was eigentlich passiert war. Seine Patentochter war tot. Gestorben an Heroin. Heroin, welches von skrupellosen Dealern, die keine Rücksicht auf das Alter der Konsumenten nahm, verteilt wurde. Für diese Kerle war es nur wichtig, dass sie Kasse machten und ihre Drogen an den Mann bringen. René hatte immer behauptet, das Sebastian Kautz ebenfalls ein Dealer und Zuhälter sei, doch die Ermittlungen ergaben, dass der junge Mann völlig unbescholten war. Dennoch ließ René sich nicht davon abbringen, diesen jungen Mann für „nicht gut genug“ für seine Tochter zu befinden. Stephanie aber war verliebt in diesen Jungen und wollte ihren Willen gegen den Vater durchsetzen. Der letzte Streit war heftig und René hatte ihr Verbote auferlegt, die sie absolut nicht einsah. Stephanie reagierte, wie eine Jugendliche in diesem Alter reagierte. Sie lief davon und war seitdem verschwunden. Er fuhr sich mit den Händen durch das Gesicht und stöhnte leise auf. Ein Blick auf die Uhr zeigte ihm, dass es Zeit war, sich für den Dienst fertig zu machen. Er frühstückte kurz und fuhr dann zum Revier. Auch wenn er eigentlich für das Drogendezernat Düsseldorf arbeitete, lag sein Büro derzeit in Euskirchen. Hier hatte er einen Fall eines verstorbenen Kollegen übernommen. Dieser Kollege ermittelte gegen einen gewissen Giovanni Salvatore, der von allen nur „Der Don“ genannt wurde. Stefan und René hatten die Soko „Pizzaconnection“ ins Leben gerufen und den vollen Schutz von der Oberstaatsanwältin Isolde Maria Schrankmann. Sie wollte den „Don“ und seinen Gehilfen, den alle unter „Das Wiesel“ kannten, unbedingt hinter Gitter bringen doch die Beweisführung des Kollegen war alles andere als vorbildlich. Stefan und René mussten sich mühsam alles zusammensuchen. Er gab es nicht sehr gern zu, doch sie traten in dem Fall auf der Stelle. Über das Wiesel wussten sie nur, dass er Maik Rudowski hieß und das er wegen Autodiebstahl vorbestraft war. Aber es gab keinen Hinweis, dass dieser Rudowski für Salvatore arbeitete. Er nahm sich die Akte von dem Don vor. Dieser Mann war die Topadresse, wenn es um Drogen aller Art ging. Sie waren von einer super Qualität und kosteten entsprechend. Laut Akte war Giovanni Salvatore der Kopf einer großen Organisation mit ca. 250 Personen. Sie hatte überall ihre Finger drin. Autohandel, Drogen, Mädchenhandel, Schutzgelderpressungen. Das Vermögen des Dons wurde auf mehreren Millionen geschätzt. Genaue Zahlen gab es nicht und er, Stefan, hatte schon mehrfach Kontakt mit dem zweifelhaften Clanchef gehabt. Natürlich gab es eine Handvoll Anklagen gegen den Mann, doch immer wieder ließen die Anwälte Zeugen auffahren, die das Gericht von der Unschuld des Mannes zu überzeugten. Die Zeugen der Anklage wurden unglaubwürdig gemacht und durch kluge Fragestellungen in Widersprüche verwickelt und Don Giovanni Salvatore wurde freigesprochen.
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    • Sein Telefon riss ihn aus den Gedanken und er sah auf das Display. Die Nummer, die ihm angezeigt wurde, kam ihm bekannt vor. Er stöhnte leise auf und griff zum Hörer. „Henkel!“ meldete er sich. „Staatsanwaltschaft Düsseldorf, Gerkhan am Apparat. Herr Henkel, die Oberstaatsanwältin fordert ein Gespräch in Sachen „Pizzaconnection“ und möchte Sie innerhalb der nächsten drei Stunden sehen. Und die Oberstaatsanwältin fordert einen detaillierten Bericht.“ hörte er die sehr angenehme Stimme der Sekretärin von Isolde Maria Schrankmann. Stefan schloss die Augen. Das hatte ihm gerade noch gefehlt. Was sollte er denn der Frau sagen? Er hatte doch noch gar nichts und dass dies der Staatsanwältin nicht gefallen würde, war ganz klar. Er holte tief Luft. „Ich werde da sein.“ versprach er und beendete das Gespräch. Er suchte seine Ermittlungsakte, die er zum Gespräch mitnehmen wollte. Schrankmann würde nicht begeistert sein, wenn er seinen Bericht ablieferte, denn bisher hatte er nichts herausgefunden, was der Staatsanwaltschaft half, gegen den Don Haftbefehl zu erlassen. Jeder wusste, dass der Mann mit Drogen und anderen Verbrechen sein Geld verdiente, doch Beweise gab es dafür nicht. Man wusste nicht, wie die Drogen ins Land geschmuggelt wurden. Das einzige was sicher war, die Drogen waren rein. Die Dealer, die für den Don arbeiteten wussten nichts. Sie verkauften die Waren und kassierten ihren Anteil. Mehr nicht. Die Unterlagen des verstorbenen Kollegen gaben gar nichts her und so spielte er mit dem Gedanken seinen Kollegen Andreas Holbe Undercover in die Pizzeria zu schicken, die vermutlich als Umschlagplatz genutzt wurde. Das „Super-Mario“ war eine sehr bekannte Pizzeria und man munkelte, dass sie dem Don gehörte. Doch auch das war etwas, dass man bisher nicht beweisen konnte. Als Inhaber war ein Italiener namens Guiseppe Santone und dieser hatte keine Vorstrafen oder konnte mit dem Don in Verbindung gebracht werden. Stefan stöhnte auf. Dass alles würde die Staatsanwältin sicher nicht zufrieden stellen. Vielleicht würde sie auch die Soko auflösen und ihm den Fall wegnehmen, doch das wollte er verhindern.

      Semir holte Paul um Acht zum Dienst ab. Sein Partner wartete bereits vor der Tür und hatte wie immer eine Tasse Kaffee für ihn dabei. „Danke Partner.“ grinste er als Paul einstieg und ihm den verbeulten Becher reichte. Er nahm einen Schluck. „Ah… das tut Gut. Das ist ein verdammt guter Kaffee. Du machst Andrea damit richtig Konkurrenz, aber wir können das ja auch brauchen. Heute ist wieder Dienst mit Jenny und Fin angesagt. Fahrzeugkontrolle auf der A4. Ich könnte echt kotzen.“ knurrte Semir. Paul grinste leicht und zog die Schultern hoch. „Dann machen wir uns einen ruhigen Tag auf der Autobahn. Ist doch auch was Gutes.“ meinte er nur und nahm sich einen Schluck aus seiner Kaffeetasse. Semir sah ihn kurz an. „Das ist nicht dein Ernst oder? Hey, ich fahre lieber meine Route als dass ich fünf Stunden auf der Autobahn stehe und LKWs durchsuche!“ maulte er weiter. „Wer weiß, vielleicht erwischen wir ja einen richtig dicken Fisch, der ganz viel Drogen bei sich hat. Den verhaften wir dann, fahren mit ihm zur Wache um ihn zu vernehmen und schon sind wir aus der Kontrolle raus.“ lachte Paul. Auch Semir musste lachen. „Deine Träume in Ehren, ich wünschte es wäre so.“ gab er zu. Er lenkte den Wagen über die Autobahn und reihte sich zeitig zur Ausfahrt zur Wache ein. Nur wenig später parkte er den BMW ab und ging mit Paul in die PAST. „Guten Morgen!“ rief Susanne ihnen zu und Semir murmelte das Gleiche in ihre Richtung. Jenny kam aus der Küche. „Hey, seid ihr bereit für die Kontrolle?“ wollte sie von den Beiden wissen und die Hauptkommissare sahen sich kurz an. „So bereit, wie man dafür sein muss. Wie lange soll die Kontrolle denn gehen?“ wollte Semir von seiner jungen Kollegin wissen. „Nun, an der A4 werden wir ungefähr vier Stunden sein und dann an der A 3 noch mal drei. Danach dürft ihr dann Feierabend machen. Es sei denn, es kommt etwas dazwischen aber das denke ich eher nicht. Ist ja ruhig auf der Straße.“ grinste die junge Frau. Semir rollte mit den Augen, was Jenny scheinbar amüsierte. „Okay, ich trinke nur meinen Kaffee und dann geht es los. Fin hat schon alles ins Auto gepackt. Fahrt ihr bei uns mit, oder wollt ihr hinterherfahren?“ wollte sie von ihm wissen und grinste breit. „Wir fahren mit dem BMW hinterher. Vielleicht brauchen wir den Wagen ja noch für eine rasante Verfolgung oder so.“ ließ der türkische Hauptkommissar von sich hören und Jenny kniff die Augen zusammen. „Das wird es heute sicher nicht geben. Warum soll es denn immer in einem Chaos enden? Das ist ganz normaler Polizeidienst und ich mache ihn ja auch. Das gehört nun einmal dazu. Ab morgen dürft ihr dann wieder euer Auto schrotten.“ schlug sie nun vor und kniepte ein Auge zu. „Kann es losgehen? Seid ihr soweit?“ hängte sie fragend an, drehte sich um und verließ die PAST. Die Hauptkommissare stellten ihre Tassen ab und folgten ihr.
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    • Maik Rudowski war auf den Weg zurück nach Köln und stand im Stau an der Deutsch/Niederländischen Grenze. Auch wenn es keine Kontrollen mehr gab, war dies keine Garantie, dass der Zoll doch hier und da eine Kontrolle durchzog und genau in so einer war er nun geraten. Nach einer guten halben Stunde war er endlich an der Reihe und ein Beamter des Zolls kam auf ihm zu. Maik drehte das Fenster runter. „Tag Wachtmeister! Was ist denn hier los?“ wollte er freundlich wissen. „Wir führen eine Fahrzeugkontrolle durch. Was haben Sie geladen?“ antwortete der Beamte unbeeindruckt. „Ich habe Porzellan an Bord.“ gab Maik bereitwillig zu und suchte bereits nach den Papieren. „Sie haben sicher auch die Ladepapiere oder?“ hakte der Zollbeamte nach. „Natürlich…“ lächelte Maik und reichte ihm die Unterlagen. Der Zollbeamte sah sie sich genau an und nickte dann. „Darf ich mir die Ware einmal ansehen?“ bat er. „Nur, wenn Sie vorsichtig sind. Das Geschirr ist sehr wertvoll und der Kunde wartet bereits.“ mahnte Maik und der Beamte sah ihn mit einem merkwürdigen Blick an. „Selbstverständlich.“ murmelte er und Maik stieg aus, öffnete die hinteren Türen und ließ den Zollbeamten auf die Ladefläche. Dieser nahm den ersten Karton und man hörte das leise Klirren der Teller, als er diesen auf den Boden stellte. „Bitte sein Sie vorsichtig!“ mahnte Maik erneut. Er sah, wie der Beamte einige Teller aus dem Karton nahm und sie vorsichtig auf den Boden stellte. Dann nahm er sich die Verpackung vor und untersuchte sie akribisch. Anschließend nahm er die Teller wieder hoch und stellte sie zurück in den Karton. So ging es bei mehreren Kartons doch nach guten zehn Minuten hatte der Beamte scheinbar genügend gesehen und erhob sich um den LKW zu verlassen. „Okay, das scheint in Ordnung. Sie dürfen, sobald Sie die Ladung wieder gesichert haben, weiterfahren. Entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten.“ meinte er zu Maik und reichte ihm die Papiere zurück. Maik nahm sie und lächelte. „Kein Ding, Sie tun ja auch nur Ihre Pflicht.“ gab er von sich und stieg auf die Ladefläche, um die empfindliche Ware zu sichern. Nur wenig später war er wieder auf der Autobahn in Richtung Köln. Er grinste zufrieden, denn der Zoll hatte wie erwartet nichts gefunden. Blöder wäre gewesen, wenn Drogenhunde eingesetzt worden wären denn die hätten die Drogen, die er im Wagen versteckte, sicher gefunden. Für diese Tour bekam er gute 270.000 Euro und nächste Woche würde er den gleichen Teil noch einmal erhalten. Sobald er bei Guiseppe war, konnte der Koks aus dem Wagen gepult und auf Portionstüten verteilt werden. Er fuhr konzentriert und war darauf bedacht nicht aufzufallen. Kurz vor seiner Abfahrt, die er nach guten 30 Minuten erreicht hatte, stand eine junge Frau, die ihm die Kelle zeigte. „Das kann doch wohl nicht wahr sein!“ stöhnte er ungehört und fuhr wie von der Polizistin gefordert auf den Parkplatz. Dort standen zwei weitere zivile Beamte, die die Kontrolle durchführten.

      Semir sah auf den LKW, den Jenny auf den Parkplatz gelotst hatte und ging direkt darauf zu. „Gerkhan, Kripo Autobahn. Wir führen eine allgemeine Fahrzeugkontrolle durch. Was haben Sie geladen?“ wollte er von dem Fahrer wissen, als dieser die Scheibe runterkurbelte. „Porzellan. Ich muss aber direkt weiter. Bin eben schon vom Zoll kontrolliert worden.“ erklärte der Mann ungeduldig und Semir nickte. „Das mag sein. Wir sind aber nicht der Zoll.“ stellte er sofort richtig. „Würden Sie bitte aussteigen und die Türen zum Laderaum öffnen?“ hängte er bittend an und der Fahrer stieg aus. „Wenn es unbedingt sein muss!“ knurrte er. Der Fahrer führte die Bitte aus und Semir stellte sich etwas abseits von ihm. Ein Blick zu Paul zeigte ihm, dass dieser mit seiner Kontrolle fertig war und nun auf ihn und den LKW zukam. Als er freien Blick auf die Ladung bekam, nickte er leicht. Dann kletterte er auf die Ladefläche und sah sich die Kartons an. Sie beinhalteten wie der Fahrer schon erklärte, Porzellan. Teller, Tassen, Schüsseln. „Okay, das scheint in Ordnung. Würden Sie mir bitte noch Ihre Papiere zeigen und ich hätte gern Warndreieck und Verbandskasten gesehen.“ forderte Semir freundlich auf. Wieder nickte der Fahrer und ging zum Führerhaus.Jetzt stand auch Paul bei ihm und Semir erklärte, dass alles in Ordnung sei. „Gut, dann nehme ich mir den nächsten Wagen. Jenny verschafft uns hier echt ohne Pause Fahrzeuge. Ich frage sie gleich mal, nach welchem Muster sie die Leute rauswinkt.“ knurrte Paul. Semir lachte kurz auf. Er ging zum Führerhaus, wo der Fahrer scheinbar nach den Papieren suchte. „So, hier ist Führerschein und Fahrzeugschein, sowie die Frachtpapiere.“ kündigte der Fahrer an und reichte Semir die Unterlagen. „Hier sind außerdem der Erste-Hilfe-Kasten und das Warndreieck. Alles vorhanden und entsprechend auf dem neuesten Stand.“ hängte er an. Semir sah ihn nur kurz an und griff zum Funkgerät. „Susanne, ich bin es. Ich habe hier mal eine EMA. Maik Rudowski, 11.05.1976 in Köln geboren.“ gab er durch. „Einen Augenblick bitte.“ hörte er die Sekretärin der Dienststelle sagen und ging ein paar Schritte von dem Fahrer weg, der sich wieder ins Führerhaus setzte. „Semir, Maik Rudowski ist kein Unbekannter. Er ist mehrfach wegen Autodiebstahl vorbestraft. Vor sechs Monaten aus der Haftanstalt Ossendorf entlassen worden. Gegen ihn liegt aktuell nichts vor.“ gab Susanne durch. Semir kniff die Augen zusammen sah zum Fahrer. Dieser erwiderte seinen Blick. Paul sah gerade noch einmal zu ihm und er gab ihm ein Zeichen, zu ihn zu kommen.
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      und ich fühle mich auch nicht gut. :D :D
    • Maik sah, wie der Polizist Kontakt mit seinem Kollegen aufnahm und dieser nur wenig später mit ihm sprach. Während des Gesprächs sahen die Beiden immer wieder zu ihm und Maik ahnte, was sie besprachen. Sie wussten ganz sicher schon von seinen Vorstrafen und bildeten ihr Urteil. Ganz klar für ihn war, dass die Beiden nicht so dumm waren, die der Zöllner eben. Wenn die jetzt misstrauisch wurden und den Wagen auseinandernahmen, dann würden sie schnell die Drogenpakete finden, die er zwischen der Verkleidung und der Ware untergebracht hatte. Knapp 100 Kilo Heroin lagen auf der Ladefläche verteilt. Eigentlich waren die Drogen sogar unsichtbar, doch wenn die Beiden einen guten Riecher hatten, dann würde sie es finden und das wollte er auf gar keinen Fall. Er sah zu den Beiden und als sie sich von ihm wegdrehten, drehte er den Zündschlüssel und trat das Pedal durch. Der Transporter machte einen Satz und er lenkte den Wagen auf die Polizisten zu, die gerade noch zur Seite springen konnten, um nicht erfasst zu werden. „Das Wiesel“ fühlte sich bereits als Sieger und lachte höhnisch. Er konnte es nicht lassen, den Bullen noch einmal zuzuwinken, um dann auf die Autobahn zu rasen. Die vor ihm fahrenden Fahrzeuge machten ihm mehr oder weniger freiwillig Platz, als er auf sie zuraste und er freute sich über den Abstand, den er zu den Bullen aufgebaut hatte. Doch es dauerte nicht lange, bis er das rotblaue Licht im Rückspiegel aufblitzen sah. „FUCK!!“ stieß er aus und die Anspannung war wieder da. Er griff das Lenkrad mit beiden Händen und raste die Autobahn entlang. „Hau ab!!“ schrie er, als ein PKW vom Beschleunigungsstreifen auf seine Spur fuhr. Maik war wesentlich schneller und touchierte den Wagen an der Fahrerseite. Der Fahrer verriss das Lenkrad und raste in die Leitplanke. Fahrzeuge, die hinter ihm waren, konnten nicht schnell genug bremsen und binnen weniger Augenblicke, waren mehrere Fahrzeuge ineinander verkeilt und versperrten die Autobahn. Auch die beiden Polizisten, die ihm eben noch folgten, blieben vor den verunfallten Fahrzeugen stehen und Maik lachte höhnisch auf. „Anfänger!“ gab er von sich und raste davon. Einige Kilometer später verringerte er sein Tempo und fuhr von der Autobahn ab. Jetzt musste er sehen, dass er seine Ware loswurde. Die Bullen, da war er sich sicher, würden den Transporter zur Fahndung ausschreiben und jeder würde eine Beschreibung und ein Foto von ihm bekommen. Am besten brachte er die Ware direkt zum Don und bat ihn dann den Transporter verschwinden zu lassen.

      Isolde Maria Schrankmann sah auf, als die Tür sich öffnete. „Guten Morgen Frau Schrankmann…“ kam von dem Eintretenden und sie nickte. „Morgen! Herr Henkel nehmen Sie Platz!“ forderte sie in einem harschen Ton und der Mann führte den Befehl schon fast demütig aus. „Wie sieht es mit den Ermittlungen gegen Herrn Giovanni Salvatore aus? Sie ermitteln jetzt seit drei Monaten und die Ergebnisse sind bisher nicht sehr zufriedenstellend.“ gab sie von sich und sah den Mann mit strengem Blick an. „Wir haben bereits mehr Informationen gesammelt, als der Kollege, der vorher am Fall dran war.“ verteidigte Stefan sich. Schrankmann nickte. „Das ist wohl richtig, aber soweit ich weiß, ist Giovanni Salvatore immer noch auf freiem Fuß. Es gibt keine Beweise, die ausreichen würden ihn anzuklagen. Nicht einmal ein Falschparker-Ticket wurde auf ihn ausgestellt. Er macht immer noch weiter wie bisher. Und alles, was ich von Ihnen höre sind Vermutungen! Wissen Sie denn nun, ob dieser Rudowski die Drogen an den Don verkauft? Wissen Sie, ob die Pizzeria „Super Mario“ nun dem Don gehört und als Umschlagplatz wie auch Geldwaschanlage benutzt wird? Wissen Sie, ob die Auslieferungsfahrer die Drogen mit Pizzas zu den Konsumenten bringen?“ fauchte sie wütend und zeigte ihm deutlich, dass sie mit den Ermittlungsarbeiten nicht zufrieden war. Stefan sah sie an und schluckte sich eine Bemerkung runter. „Wir haben einige seiner Handlanger verhaftet und „Das Wiesel“ alias Maik Rudowski steht unter Beobachtung. Wir tun was wir können.“ gab er gepresst von sich. „Ja, das ist korrekt und dennoch ist es nicht genug. Es reicht nicht, die Verdächtigen zu beobachten! Es geht darum diese verdammte Organisation zu zerschlagen und die Verbrecher hinter Gitter zu bringen! Das ist Ihr Job!!! Und ich will endlich Ergebnisse sehen. Kurz gesagt, Sie haben noch zwei Wochen Zeit, mir Beweise auf den Tisch zu legen, die dafür sorgen, dass Giovanni Salvatore hinter Gitter wandert! Beweise, die jeder Verhandlung vor Gericht bestehen, versteht sich!“ forderte sie schroff von ihm. Stefan atmete tief durch und wollte zur Antwort ansetzten, doch eh er etwas sagen konnte, stand sie auf, öffnete die Bürotür und sah ihn erwartungsvoll an. „Wenn Sie keine weiteren Informationen für mich haben, dann können Sie gehen!“ erklärte sie. „Ich habe noch etwas zu sagen. Ich würde gern eine Undercover-Action durchführen. Ich dachte daran, jemanden als Pizzabäcker in der Pizzeria „Super Mario“ die ja dem Don vermutlich gehört, einzuschleusen.“ bat er leise. Isolde Maria Schrankmann lachte höhnisch auf. „Und was soll das bringen? Denken Sie, dass jemand einem Pizzabäcker oder aber Auslieferungsfahrer erzählt, wie die Drogen ins Land kommen und wie sie verteilt werden? Das ist absolut lächerlich und damit nicht diskutabel!“ lehnte Schrankmann ab. „Aber wie soll ich denn dann an diesen Don rankommen?!“ fauchte Stefan nun auch lauter. Schrankmann sah ihn an. „Das ist nicht mein Problem. Lassen Sie sich etwas einfallen und zwar Pronto!“
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    • „Verdammt!“ stieß Semir aus und schlug mit der Faust aufs Lenkrad. Paul sah ihn fragend an. „Damit kannst du gar nichts ändern. Cobra 11 an Zentrale! Folgendes Fahrzeug zur Fahndung ausschreiben! D – PR 1845! Fahrzeug hat eine Massenkarambolage auf der A 4 in Höhe Kilometer 571 verursacht. Wir benötigen hier die Feuerwehr und einige Rettungswagen!“ forderte er an. „Dieser verdammte Mistkerl! Aber den werden wir kriegen! Den werde ich mir schnappen!“ fauchte der Deutschtürke. „Komm, wir schauen nach den Verletzten!“ forderte Paul ihn auf und gemeinsam mit Semir ging er die verunfallten Fahrzeuge ab. Zum Glück gab es hier nur leichte Verletzte und mehr Blechschaden. Dennoch würde es Stunden dauern bis die Autobahn wieder frei war. Semir sah über die Fahrzeuge, die ineinander verkeilt waren die Autobahn entlang und kniff die Augen zu. Der Wagen war natürlich längst verschwunden. „Hey, Jungs! Seid ihr in Ordnung?“ riss Jenny ihn aus seinen Gedanken und er drehte sich zu ihr um. „Hauptsächlich nur Blechschaden. Der Wagen ist leider weg.“ knurrte er und ging zu seinem BMW. Jenny sah ihm nach und sie wusste nur zu gut, dass Semir wütend über diesen Misserfolg war. Sie wandte sich an Paul. „Hat euer Wagen was abbekommen?“ fragte sie und er schüttelte den Kopf. „Semir konnte noch rechtzeitig bremsen. Aber er ist sauer, weil er abgehängt wurde und ich bin es auch. Dieser Mistkerl von Fahrer hat keine Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer genommen und das ist nicht akzeptabel. Ich denke auch, dass mehr dahintersteckt als die Vorstrafe. Wir fahren am besten zur PAST zurück und recherchieren mal was über diesen Kerl zu finden ist.“ legte er fest und ging zu seinem Kollegen. Jenny sah sich um. Sie hob die Hände. „Und wie willst du jetzt fahren? Da kommen wir doch gar nicht durch!“ gab sie von sich. Semir, der am BMW lehnte sah sie mit finsterem Blick an. „Die Ausfahrt ist nur wenige Meter in die andere Richtung. Wir bitten die Streifenkollegen einfach uns Platz zu schaffen und dann fahren wir auf der anderen Seite wieder hoch.“ gab er mit gepresster Stimme von sich.

      Maik fuhr so unauffällig wie nur möglich nach Köln und hielt nur eine halbe Stunde später auf den Hinterhof der Pizzeria „Super Mario“. Seinen Plan, den Wagen von den Männern des Dons verschwinden zu lassen hatte er verworfen, denn auch der Inhaber der Pizzeria war gewieft genug den Wagen unsichtbar zu machen. Er musste irgendwie an Geld kommen und dann so schnell wie möglich verschwinden. Aber erst wollte er auch bei Claudia seine Barreserven und vor allem seine Waffe holen. Alles andere war nicht mehr wichtig. Dem Don wird er in einem persönlichen Gespräch erklären, was passiert war und er wusste genau, dass Salvatore ein Herz für ihn hatte. Er und auch Guiseppe würden ihn bei seiner Flucht unterstützen. Guiseppe kannte viele Leute und er wusste sicher auch jemanden, wo er sich verstecken konnte. Bei Claudia Paschmann, seiner Freundin wäre er nicht lange sicher. Die Bullen würden schnell ihre Adresse herausfinden und dann wäre es vorbei. Außerdem nervte sie ihn eh mit ihrer Eifersucht. Aber sie war eine Granate im Bett und das würde er sicher vermissen. Er sah auf die Uhr. Verdammt, er hatte sich zum Frühstück mit ihr verabredet. Wenn er nicht kam, würde sie sicher misstrauisch werden und kam auf dumme Gedanken. Okay, du wirst heute noch einmal mit ihr frühstücken und ihr dann erklären, dass du ein paar Tage Ruhe brauchst, sprach er in Gedanken zu sich selbst und hielt nur wenig später vor der Pizzeria. Als er diese betrat, sah ihn Guiseppe freudig strahlend an. Maik grinste ebenfalls und dachte nur, dass es schon an ein Wunder grenze, dass Guiseppe noch in diesen schmalen Gang hinter der Theke passte. „Maik! Mein Freund, ich habe schon auf dich gewartet. Aber wir müssen heute aussetzen. Die Bullen haben mich auf dem Kicker und ich befürchte, dass einer meiner Aushilfen daran schuld ist. Ich habe auch schon einen Verdacht. Einer meiner Auslieferungsfahrer ist nach einer Fahrt nicht mehr zurückgekommen. Dafür aber eine ganze Horde Bullen, die mir meinen Laden auseinandergenommen haben.“ berichtete Guiseppe Santone. Maik sah ihn an. „Haben die Bullen was gefunden?“ wollte er wissen. „Nein, zum Glück nicht. Aber ich mache mir wirklich Sorgen darum. Ich habe keine Ahnung, warum die Bullen plötzlich wach sind und wie räudige Hunde um meinen Laden herumstreunen. Ich denke, dass dieser Sebastian Kautz mich verraten hat. Er ist der einzige, der nicht mehr hier ist.“ mahnte Guiseppe. Maik nickte nachdenklich. „Okay, dann sollten wir wirklich Pause machen. Ich bin heute auch in eine Kontrolle geraten und die Bullen hätten fast meine Ladung entdeckt.“ knurrte er. „Der Zoll?“ fragte Guiseppe erstaunt und zog die Augenbrauen hoch. „Nein, Autobahnbullen. Ich weiß nicht warum, aber die waren heiß wie läufige Hündinnen um bei deinem Vergleich zu bleiben. Hast du das Geld von dem Verkauf noch?“ hakte Maik nach und Guiseppe zog einen Umschlag aus der Tasche seiner Schürze. Maik nahm ihn und steckte ihn ein. „Gut, ich werde mit dem Don sprechen. Sobald ich weiß, wie seine Entscheidung ist, werde ich dich kontaktieren. Ich gehe davon aus, dass du immer noch unter Beobachtung stehst und deshalb darfst du auf gar keinen Fall Kontakt mit mir aufnehmen. Ich melde mich bei dir, verstanden?“ wollte Maik wissen und Guiseppe nickte. „Geht in Ordnung.“ versprach er. Maik lächelte leicht und verließ die Pizzeria um zu Giovanni Salvatore zu fahren.
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    • Giovanni Salvatore zuckte zusammen, als die Tür zu seinem Büro heftig aufgestoßen wurde. Doch schnell hatte er sich wieder entspannt und sah den Eintretenden lächelnd an. „Maik, bist du heute geladen? Ich habe hier fast einen Infarkt bekommen! Was soll das Ganze?“ fauchte er ihn immer noch freundlich an. Maik Rudowski blieb im Raum stehen und faltete die Hände vor dem Bauch zusammen. „Entschuldigung. Ich habe gerade ein wenig Druck und wir ein Problem. Ich weiß nicht warum aber die Bullen sind heiß auf mich. Heute auf die Fahrt nach Köln hat mich erst der Zoll und dann zwei Typen von der Autobahnpolizei auf den Kicker. Der Zoll hat nichts gefunden aber irgendwie traute ich den Autobahnbullen mehr zu. Die haben mich bestimmt zur Fahndung ausgeschrieben.“ knurrte er unfreundlich und der Don sah ihn milde lächelnd an. „Konntest du die Ware dennoch sicherstellen?“ wollte er wissen. Maik nickte und wies hinter sich. „Deine Jungs kümmern sich gerade darum. Und ich brauche wenigstens zwei um den Wagen verschwinden zu lassen.“ mahnte er. Giovanni Salvatore sah ihn ernst an. „Wo steht der Wagen?“ fragte er ohne Umschweife und Maik erklärte, dass der Wagen im Hof stand. Salvatore griff zum Telefon und gab den Befehl an seine Leute weiter. „Guiseppe berichtete mir, dass er ebenfalls von den Bullen auseinandergenommen wurde. Er vermutet einen seiner Auslieferungsfahrer als Verräter. Sebastian Kautz soll der Typ heißen und ist heute nicht von der Tour zurückgekommen.“ berichtete Maik weiter. Salvatore lehnte sich in seinem Stuhl zurück und hob die Hände gefaltet an sein Kinn. „Um Sebastian Kautz brauchst du dir keine Gedanken mehr machen. Der ist Geschichte. Was hast du nun vor? Was ist mit dem heutigen Deal?“ hakte er nach. „Den konnten wir schlecht durchziehen. Guiseppe war sich nicht sicher, ob die Bullen ihn nicht immer noch beobachteten. Hör mal. Das Geld, was ich von Guiseppe bekommen habe, bräuchte ich für meine Flucht. Ich zahle es dir zurück.“ versprach er. Salvatore nickte mit milder Mine. „Natürlich mein Junge. Ich würde sagen, du machst dich auf den Weg nach Palermo. Ich werde meinen Bruder dort anrufen und er wird für dich eine Wohnung finden. Aber sag mir noch, warum die Bullen dich zur Fahndung ausgeschrieben haben. Haben sie die Ware gefunden?“ hakte der Don nach. Maik lächelte nervös. „Nein, ich habe die Nerven verloren, als die sich unterhalten haben. Ich denke, sie haben erfahren was ich auf dem Kerbholz habe und ich hatte einfach Angst, dass sie jetzt akribisch den Wagen auf den Kopf stellten. Also bin ich aufs Gas und abgehauen. Natürlich haben die die Verfolgung aufgenommen und da bin ich nervöser geworden und hab einen Massenunfall verursacht. Das war es dann auch schon. Ich war erst bei Guiseppe, aber wegen den Bullen konnte ich den Wagen schlecht dort lassen.“ endete Maik. Der Don sah ihn über den Brillenrand an. „Ja, das ist wirklich sehr bedauerlich. Okay, fahr „Zur kalten Else“. Ich werde dir da ein Zimmer reservieren und morgen fliegst du dann nach Italien. Einen neuen Pass lass ich dir ins Hotel bringen. Genau wie die Flugtickets. Du wirst direkt dorthin fahren und die Füße stillhalten, verstanden?“ fragte der Don und in der Stimme lag ein drohender Ton. Maik nickte demütig. „Okay…“ antwortete er nur und verließ den Raum. Als er raus war, griff Giovanni zum Handy und drückte eine Taste der Kurzwahl. „Ich bin es! Du musst für mich tätig werden. Leider ist es diesmal Rudowski, der uns gefährlich wird. Kümmere dich um ihn. Bezahlung wie immer. Du wirst ihm im Hotel „Zur kalten Else“ in Kall-Urft antreffen.“ gab er durch und ohne eine Antwort abzuwarten, beendete er das Gespräch.

      Am Stadtrand von Köln stand Claudia Paschmann am Fenster und sah sehnsüchtig auf die Straße. Noch war nichts von Maik zu sehen und das obwohl er versprochen hatte, mit ihr zu frühstücken. Sie hatte extra schon Brötchen gekauft und auch frischen Schinken bereitgestellt. Doch Maik schien sich mal wieder nicht an sein Versprechen zu halten. Sie hatte schon versucht, ihn zu erreichen doch leider waren alle Versuche vergebens und sie spürte die Tränen der Enttäuschung aufsteigen. Sie sah auf die Uhr. Es war schon fast zehn und wenn er jetzt nicht kam, dann würde sie gar nicht mehr frühstücken wollen. Sie setzte sich an den Tisch und griff sich ein Brötchen. Wenn Maik nicht kam, dann hatte er halt Pech! Sie hatte Hunger und eigentlich wollte sie schon längst mit ihm in der Stadt gewesen sein und shoppen. Vermutlich konnte sie sich das auch direkt in die Haare schmieren. Als sie ihr Brötchen gegessen hatte, hörte sie einen Wagen vorfahren und ging noch einmal zum Fenster. Tatsächlich stoppte der Alfa Romeo auf der Einfahrt und sie ging zur Tür. Sie öffnete diese und sah ihn freudestrahlend an. Als er bei ihr stand, umarmte sie ihn und küsste ihn ab. „Ich habe dich so vermisst.“ stieß sie aus und wollte ihn gar nicht mehr loslassen. Er drückte sie sanft von sich. „Ich war doch nur eine Nacht weg.“ lachte er und sah sich verlegen um. Claudia bemerkte, dass er nicht gut gelaunt war. „Ich habe dich trotzdem vermisst. Hast du schlechte Laune? Hast du doch kein Frei?“ hakte sie sofort nach und das Lachen verschwand. „Natürlich habe ich frei. Aber wir müssen unbedingt etwas klären, Claudia. Aber erst nach dem Frühstück und vielleicht ein bisschen Frühsport…“ grinste er leicht und sie wusste genau, was er damit meinte. „Aber wir wollten doch in die Stadt?“ fragte sie enttäuscht. „Das können wir immer noch doch erst klären wir etwas.“ wiederholte er. Sie kniff die Augen leicht zu. „Okay, frühstücken vor oder nach dem Sport?“ lachte sie plötzlich und er hob sie hoch. „Dann erst der Sport und dann frühstücken.“ stimmte er zu, warf sie auf das Bett und zerrte ihr die Kleider vom Leib. „Hey, nicht so wild! Du machst ja alles kaputt!“ mahnte sie ihn. Während er sie überall küsste, lachte er leise auf. „Dann bezahl ich dir das alles. Ich brauche jetzt meinen Sport!“ fauchte er. Nur wenig später waren beide beim Liebesspiel und Claudia stöhnte lustvoll auf. Nach guten dreißig Minuten fiel er zufrieden zur Seite und nahm sie in den Arm. „Und jetzt habe ich Hunger. Lass uns frühstücken.“ Forderte er auf. „Lass mich nur einen Augenblick damit ich wieder zu mir komme. Du warst so wild, dass ich völlig außer Atem bin.“ lächelte sie sanft und küsste ihn.
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    • Maik sah seine Freundin an. Seit acht Monaten waren sie nun zusammen. Claudia sie ging jedes Mal ab, wie Nachbars Lumpi und genau das war etwas, was ihn antörnte. Doch leider war sie auch sehr eifersüchtig und glaubte, dass er weitere Frauen am Start hatte doch das war nicht so. Er war treu, wenn er sich eine Partnerin ausgesucht hatte. „Was willst du denn mit mir klären?“ wollte sie von ihm wissen. „Nach dem Frühstück. Ich habe wirklich großen Hunger. Machst du mir einen von deinem super tollen Kaffee?“ bat er sie und sie nickte. So nackt wie Gott sie schuf, ging sie in die Küche und nur wenig später lief die Kaffeemaschine glucksend an. Maik zog sich an und folgte ihr in die Küche, wo der Tisch bereits gedeckt war. „Hast du schon gegessen?“ wollte er enttäuscht wissen, als er die Krümel auf dem Tisch sah. „Ja, ich hatte einfach großen Hunger. Aber ich werde dir Gesellschaft leisten, wenn du frühstückst. Einen Kaffee kann ich immer trinken.“ lächelte sie ihm zu und er nahm Platz. Er fing an zu essen und dachte darüber nach, wie er es ihr am besten beibringen könnte, dass er abhauen würde. „Was willst du mir denn noch sagen?“ wiederholte sie die Frage und er stöhnte leise auf. „Okay, ich werde für ein paar Tage verschwinden. Wann ich wiederkomme kann ich dir nicht sagen aber rechne nicht so schnell damit.“ fing er an und sie schluckte. „Was soll das heißen?“ fragte sie heiser. Er griff ihre Hände. „Schatz, ich brauche ein paar Tage für mich. Ich muss mir über ein paar Dinge klarwerden und das kann ich nicht, wenn ich bei dir bin. Bitte gib mir die Zeit.“ Claudia senkte den Kopf und er spürte, dass sie sehr enttäuscht war. Dann sah sie ihn an. „Du … Du machst Schluss? Einfach so? Warum?“ versuchte sie heraus zu finden. „Nein, ich mache kein Schluss. Ich brauche ein paar Tage für mich und mir darüber klar zu werden, wie es mit uns weitergeht. Claudia, gib mir die Zeit. Ich bitte dich. Es ist wirklich wichtig für mich. Wenn du mich wirklich liebst, dann wirst du auch verstehen.“ bat er sie leise. „Ich verstehe es nicht. Hat Nina Recht? Sie hat mir gesagt, dass du … also sie meinte, dass du … das du… ein Zuhälter bist und mehrere Mädchen in Düsseldorf laufen hast.“ erklärte sie leise. Maik lachte laut auf. „Du Dummerchen! Natürlich nicht! Nina ist eifersüchtig, das ist alles! Du musst ihr doch nicht glauben. Ich mache doch nichts Ungesetzliches, das verspreche ich dir.“ beschwor er. Claudia sah in prüfend an. „Warum sollte sie denn eifersüchtig sein? Sie kennt dich doch gar nicht, oder?“ hakte sie nach. Maik schnaufte. „Sie kennt mich! Sie hat mich schon öfter angebaggert und sie ist bei mir abgeblitzt und jetzt erzählt sie dir Geschichten. Ich und Zuhälter! Das ich nicht lache. Sehe ich so aus? Sag mir, sehe ich so aus?“ forderte er von ihr, doch diese Antwort konnte sie nicht geben. Sie senkte den Kopf und schüttelte leicht den Kopf. „Okay, ich werde dir die Zeit geben. Rufst du mich wenigstens hin und wieder an?“ wollte sie nun wissen. Er stand auf und zog sie an sich heran. „Ich werde mich jeden Abend bei dir melden, das verspreche ich dir.“ log er.

      Claudia sah ihn traurig an. „Und ich kann dich nicht dazu überreden, diesen Plan zu ändern?“ fragte sie leise. Maik schüttelte den Kopf. „Tut mir leid, Kleines. Ich muss wirklich für ein paar Tage abschalten. Ich werde meine Sachen morgen abholen.“ legte er fest und drehte sich um zu gehen. Claudia hielt ihn nicht fest und sah ihm nur nach. Sie zuckte zusammen als die Tür ins Schloss fiel und weinte, als sie sah, wie Maik davonfuhr. Hatte sie etwas falsch gemacht? War sie wirklich so eifersüchtig, dass Maik es deshalb nicht ausgehalten hatte? Hatte sie ihn vergrault? Fragen über Fragen schwirrten in ihrem Kopf und sie konnte sich selbst keine Antwort geben. Sie ging ins Schlafzimmer und warf sich aufs Bett. Dann weinte sie hemmungslos und ihr Körper schüttelte sich. Es verging fast eine halbe Stunde bis sie sich soweit beruhigt hatte, dass sie wieder klare Gedanken fassen konnte. Sie setzte sich auf und starrte auf den Schrank. Maik wollte morgen seine Klamotten abholen und sie fragte sich, warum er sie nicht direkt mitgenommen hatte. Ihr fiel ein das er ihr verboten hatte, seine Kleidung aus dem Schrank zu holen und auch, ihn nur aufzumachen. Warum? Was hatte er zu verbergen? Entschlossen ging sie zum Schrank und öffnete die Tür. Sie holte alles aus den Fächern heraus und legte auch die sorgfältigen aufgehängten Hemden vorsichtig auf das Bett.Zunächst war nichts zu sehen. Erst als sie auch die Socken aus der Schublade geholt hatte, fiel ihr ein kleiner Karton auf. Neugierig nahm sie ihn in die Hand und öffnete ihn. Erschrocken sah sie auf das viele Geld, welches sich darin befand und stellte den Karton auf das Bett. Sie nahm das Geld und legte es daneben. Sie sah auf den restlichen Inhalt des Kartons. Ein paar kleine Tütchen mit weißem Pulver, ein Handy und eine Waffe. Oh mein Gott, Maik war doch ein Verbrecher. Warum sollte er sonst eine Waffe besitzen. Sie stand auf und ging ins Wohnzimmer. Ihr Blick fiel auf ihr Handy. Sollte sie die Polizei anrufen? Ihre Hand ging zum Telefon und dann zuckte sie wieder zurück. Was würde Maik machen, wenn er herausfand, dass sie die Polizei gerufen hatte? Würde er sie töten? Es wäre doch ihre Pflicht, die Polizei zu rufen. Ihr Blick fiel auf das Geld. Es war eine große Menge und vermutlich würde es nicht einmal auffallen, wenn es weg war. Maik würde dies sicher nicht melden und die Polizei wüsste ja nichts davon. Doch würde sie damit glücklich werden? Etwas unschlüssig nahm sie ihr Handy und rief ihre Freundin Sina an.
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    • Sina Berger nahm ihr Handy als es klingelte. „Claudia? Was ist los? Hat er was bemerkt?“ schoss sie ihre Fragen ab, als sie sah, wer sie anrief. „Sina, ich habe etwas gefunden. Ich habe den Schrank durchsucht, als er raus ist und da stand ein Karton in der Schublade. Ich habe ihn aufgemacht und darin eine große Menge Geld gefunden. Das sind bestimmt 5.000 Euro oder sogar mehr. Ich habe es noch nicht gezählt. Außerdem waren ein paar Tütchen mit weißem Pulver darin. Vielleicht ist das Heroin oder so… ich weiß es nicht aber noch schlimmer ist die Waffe! Maik hat eine Waffe!! Stell dir vor, der hätte mich jederzeit abknallen können. Du hattest völlig Recht! Er ist ein Verbrecher!“ sprudelte es aus ihrer Freundin heraus. „Hey…hol mal Luft. Ganz ruhig. Atme tief ein … und aus…. Ein… und aus.“ versuchte sie ihre Freundin zu beruhigen. Claudia Paschmann schien sich tatsächlich zu beruhigen, denn der Atem ging schon langsamer. „So ist gut. Okay, hör mir genau zu. Du musst unbedingt zur Polizei. Du musst Maik anzeigen und nimm den Karton mit. Und du musst auf jeden Fall sofort aus der Wohnung!“ forderte sie ihre Freundin auf. „Aber das ist doch meine Wohnung. Ich weiß doch gar nicht wohin.“ Stammelte Claudia. „Dummerchen, du kannst doch zu mir kommen. Wir können auch gemeinsam zur Polizei gehen aber ich kann dich jetzt nicht abholen. Ich habe gerade noch Kundschaft bei mir. Du musst mit der Bahn fahren. Verlass sofort die Wohnung ehe Maik wieder kommt.“ mahnte Sina. „Er will morgen seine Sachen abholen. Und nein, ich werde von hier aus direkt zur Polizei gehen. Ich darf dich nicht in die Sache reinziehen. Sobald ich mehr weiß, melde ich mich bei dir.“ versprach Claudia. Sina lächelte leicht. „Claudia, weiß jemand außer Maik von dem Geld?“ fragte sie neugierig. „Ich glaube nicht. Warum fragst du?“ kam erstaunt die Gegenfrage. „Nun ja, wenn keiner von dem Geld weiß, dann würde keiner das Geld vermissen. Ich meine, du könntest es doch als Schmerzensgeld nehmen. Du hast es doch auch nicht so dicke und wenn du nicht mehr in der Wohnung bist, dann kann Maik dir nichts tun. Du sagst der Polizei einfach nichts von dem Geld und wir werden uns dann ein paar schöne Tage machen, was meinst du?“ fragte Sina. „Das habe ich mir auch schon überlegt. Eine Entschädigung hätte ich verdient.“ stimmte Claudia zu.

      Vier Stunden nach dem Chaos auf der Autobahn waren Semir und Paul wieder in der PAST und der türkischstämmige Polizist stürmte an den Schreibtisch von Susanne König. „Hast du schon was für uns?“ wollte er von ihr wissen. Susanne schüttelte den Kopf. „Nein, die Fahndung hat bisher nichts ergeben. Das Fahrzeug scheint verschwunden. Aber dieser Rudowski ist scheinbar ziemlich heiß.“ erklärte sie und Semir sah sie erstaunt an. „Wieso?“ hakte er nach. „Nun, als ich die Daten von Rudowski abgerufen habe, dauerte es keine zehn Minuten und ein gewisser Hauptkommissar Stefan Henkel von der Drogenfahndung in Düsseldorf war am Apparat. Er wollte umgehend den zuständigen Beamten sprechen, der für die Fahndung nach Rudowski bzw. seinem Fahrzeug zuständig war. Ich habe ihm versucht zu erklären, dass es dabei um einen Massencrash mit Fahrerflucht handelte. Es blieb bei einem Versuch, denn der nette Herr fiel mir ständig ins Wort und hatte mitten im Gespräch aufgelegt. Aber er hat mir klargemacht, dass ihr die Finger von ihm zu lassen habt.“ berichtete sie und an der Stimme war deutlich zu erkennen, dass dieses angesprochene Gespräch alles andere als freundlich war. Semir senkte den Kopf, stützte sich auf dem Schreibtisch ab und nickte. Dann sah er Susanne wieder an. „Hat der noch alle? Wir haben mehrere Verletzte und jede Menge Schrott auf der A4 liegen! Hast du zufällig die Rufnummer von diesem netten Herrn?“ wollte er wissen und betonte „netten Herrn“ deutlich. Susanne lächelte, griff zur Seite und nickte. „Selbstverständlich. Viel Erfolg.“ bestätigte sie und reichte ihm einen Zettel. Semir griff ihn und ging in sein Büro. Wütend nahm er den Hörer in die Hand und hämmerte die Nummer ins Telefon. „Was ist denn los? Du platzt ja gleich!“ stellte Paul fest, der von dem Gespräch nichts mitbekommen hatte. „Ich koche! Ja, ich koche wirklich! Ein Kollege der Drogenfahndung will, dass wir die Suche nach Rudowski abblasen und ich will wissen, warum!“ fauchte der Türke und sah Paul an. „Was machst du da?“ fragte er, während er darauf wartete, dass sich jemand meldete. Ehe Paul antworten konnte, schien sich jemand zu melden. „Ja, Gerkhan von der Autobahnpolizei. Herr Henkel es geht um Maik Rudowski. Sie hatten…“ wollte Semir sein Anliegen erklären und wurde scheinbar durch den Kollegen unterbrochen. Es dauerte wenige Augenblicke bis er es erneut versuchte. „Das mag ja sein, aber…“ fing er an und wurde wieder unterbrochen. In ihm stieg die Wut hoch. Wieder vergingen Sekunden und Semir rollte genervt die Augen. „Nun hören Sie mir auch…“ startete er einen weiteren Versuch. „Hallo? Hallo?“ fragte er erstaunt und legte auf. „Was für ein Arschloch!“ knurrte er und Paul grinste leicht. „Ich habe mir mal Rudowskis Akte angesehen. Hier steht, das er seit Wochen unter Beobachtung steht, weil er angeblich der Haus- und Hoflieferant von Giovanni Salvatore sein soll. Du weißt schon, dieser Mafiaboss am Rheinufer.“ berichtete er und Semir zog die Augenbrauen zusammen. „Von mir aus, kann er dem lieben Gott dienen! Ich werde jetzt zu diesem Henkel fahren und ihm persönlich sagen, was ich von ihm halte!“ knurrte er, sprang auf, griff seine Jacke und verließ das Büro. Paul rannte hinter ihm her.
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      und ich fühle mich auch nicht gut. :D :D

    • Semir und Paul erfuhren, dass Stefan Henkel derzeit nicht in Düsseldorf, sondern in einem kleinen Ort in der Eifel anzutreffen war. Sie fuhren nach Euskirchen, wo sie den Hauptkommissar von der Drogenfahndung in dem dortigen Revier finden sollten. Sie betraten die Wache und ließen sich bei dem Kollegen anmelden. Es dauerte nicht lange und Stefan Henkel stand vor ihnen. „Gerkhan, Kripo Autobahn. Das ist mein Kollegen Renner. Es geht um Maik Rudowski. Sie waren so freundlich, das Gespräch zwischen uns zu unterbrechen, was sehr unhöflich ist.“ stellte Semir sich vor und Henkel schnaufte. „Ich habe nichts weiter mit Ihnen zu besprechen. Lassen Sei einfach die Finger von Rudowski! Der gehört uns.“ knurrte der Kollege und Semir sah ihn eindringlich an. „Herr Henkel, dieser Rudowski hat einen Massencrash auf der A4 verursacht. Wir haben mehrere Verletzte und jede Menge Blechschaden! Wir können das nicht so einfach unter den Tisch kehren. Lassen Sie uns also reden!“ forderte der Türke erneut und diesmal nickte Henkel ergeben. „Okay, kommen Sie mit.“ bat er nun etwas freundlicher. Er ging an Paul und Semir vorbei und die beiden folgten dem Hauptkommissaren der Drogenfahndung in sein Büro. „Bitte nehmen Sie Platz und dann können Sie mir erklären, warum Sie Rudowski zu einer Kontrolle rausziehen. Wir hatten ihn unter Beobachtung und wir haben gehofft, das wir endlich den Beweis dafür erhalten, dass er Giovanni Salvatore mit Drogen beliefert. Und jetzt? Wir haben nichts! Absolut gar nichts und … ich weiß nicht, ob Sie Oberstaatsanwältin Schrankmann kennen, aber die sitzt mir gerade im Nacken und fordert Ergebnisse! Was soll ich ihr denn jetzt sagen? Sorry, aber zwei Kollegen der Autobahnpolizei haben die Observierung leider zu Nichte gemacht?“ fauchte er Semir und Paul an. Paul hob die Hand. „Moment mal! Wir haben eine ganz normale Verkehrskontrolle durchgeführt und wissen nie, wen wir rausziehen. Dass es Herrn Rudowski nun erwischt hat, ist vielleicht in Ihren Augen ein Fehler gewesen, aber wir kennen die Fahrer nicht. Warum haben Sie uns nicht informiert, als Sie gesehen haben, dass meine Kollegin ihn raus gewunken hat?“ wollte er wissen. Henkel zog scharf Luft ein.„Ich selbst war nicht an der Observierung dran, sondern ein junger unerfahrener Kollege. Glauben Sie mir, wenn ich es gemacht hätte, dann hätten wir jetzt den Beweis für unsere Vermutung.“ knurrte Henkel. Semir nickte nachdenklich und sah zu Paul.

      Stefan Henkel sah auf die Kollegen der Autobahnpolizei. „Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, aber wir sind seit Monaten hinter Rudowski her oder besser hinter dem Don Giovanni Salvatore. Wir wissen von einem Informanten, dass er die Drogen aus Holland schmuggelt und zum Don bringt. Wir wissen auch, dass er die Drogen mit seinen Transporten von Porzellan aus seiner eigenen Manufaktur nach Deutschland schmuggelt und trotzdem hat der Zoll nichts gefunden! Und durch diese verdammte Kontrolle von Ihnen ist Rudowski verschwunden! Spurlos, wohl bemerkt. Sie wissen ja, was passiert ist und unter den Verletzten ist auch mein Kollege, der die Observierung gemacht hat. Er ist zwar nicht schwer verletzt aber eben verletzt und Rudowski ist vermutlich über alle Berge. Und wenn ich der Schrankmann keine Ergebnisse liefere, dann wird sie die Soko „Pizzaconnection“ wieder einstampfen und ich kann als Verkehrspolizist den Verkehr in Friesland regeln.“ stöhnte Henkel leise auf. Die Hauptkommissare der Autobahn grinsten sich leicht an. „Wir haben bereits des Öfteren mit der Dame zu tun gehabt und kennen ihre Launen nur zu gut. Hat der Zoll nicht mal Drogenhunde eingesetzt?“ wollte Paul von dem Kollegen wissen. Henkel nickte leicht. „Natürlich haben die auch Drogenhunde eingesetzt aber nichts! Absolut gar nichts.“ erklärte er weiter. Semir hatte die Hände gefaltet und drückte die Fingerspitzen an die Nase. „Okay, dann könnte es möglich sein, dass auf der Tour wo die Hunde eingesetzt wurden, keine Drogen waren. Ich denke auch, dass Rudowski, wenn er wirklich Drogen schmuggelt nicht immer den gleichen Wagen nimmt denn dann hätten die Hunde ja noch eine Spur gehabt. Oder aber, was sicher wesentlich schwerer ist, Rudowski hat eine Möglichkeit gefunden, die Drogen für die Hunde nicht spürbar zu machen. Das würde dann für uns ein großes Problem bedeuten.“ murmelte er nachdenklich. Stefan Henkel sah ihn erstaunt an. „Wie soll das denn gehen? Drogenhunde kann man nicht so einfach austricksen. Die Tiere reagieren auf den Stoff oder nicht. Wenn nichts da ist, können sie auch nichts erschnüffeln.“ behauptete der Drogenfahnder. „Nun, das war nur eine Idee. Ich weiß aus eigenen Fällen, dass es einfach ist, Hunde mit scharfen Gerüchen, wie Pfeffer oder Cilly sehr wohl in die Irre zu führen. Die Dealer sind ja auch nicht gerade von Gestern.“ stellte Paul sachlich fest.
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    • Das Gespräch zwischen den Hauptkommissaren drehte sich eine Weile und Semir sah den Kollegen eindringlich an. „Hören Sie, wir wollen Ihnen ganz sicher nicht Ihren Fall wegnehmen. Dafür haben wir einfach genug zu tun aber der Unfall kann nicht ungesühnt bleiben. Das wissen Sei doch auch!“ versuchte er erneut. Henkel nickte leicht. „Ich verstehe Sie ja und ich weiß, dass es auch verfolgt werden muss. Aber derzeit geht der Drogenhandel vor! Erst gestern haben wir wieder eine Jugendliche gehabt, die sich den goldenen Schuss gesetzt hat. Sie war gerade 15 Jahre alt! 15!!! Und wir sind uns sicher, dass sie die Drogen von dem Don bekommen hat. Natürlich nicht direkt, sondern, so vermuten wir, durch eine Pizzalieferung von „Super Mario“. Doch jetzt ist unsere einzige Spur weg. Rudowski ist von der Bildfläche verschwunden und wir können bei null anfangen.“ kam von Henkel und es klang richtig verzweifelt. „Herr Henkel, wir suchen Rudowski wegen Fahrerflucht, Sie wegen Drogenhandel. Wie wäre es, wenn wir zusammenarbeiten?“ schlug Paul vor und zog sofort Semirs Blick auf sich, der ihm zeigte, dass er damit nicht einverstanden war. „Paul, so eine Zusammenarbeit muss gut geplant sein und scheinbar hat der Kollege ja nicht vor, uns in seinen Plan einzubinden!“ fauchte er wütend. Stefan Henkel hüstelte. „Wenn ich ehrlich bin, habe ich nichts dagegen. Vielleicht sehen Sie Dinge, die ich nicht erkenne. Sehen Sie, bisher sind alles was wir haben Vermutungen. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich auf der Stelle trete. Frisches Blut könnte den Knoten vielleicht zum Platzen bringen.“ stimmte er indirekt zu. Der türkischstämmige Polizist dachte eine Weile nach und nickte dann. „Also gut, wenn das so ist, dann kann ich schlecht nein sagen. Wir müssten das jedoch mit unserer Vorgesetzten besprechen und könnten Ihnen morgen erst eine Nachricht zukommen lassen.“ stimmte er nun zu und Henkel lächelte leicht. „Wenn das so ist, dann entschuldige ich mich für mein Ausraster am Telefon. Aber das wir uns verstehen, Informationen werden regelmäßig ausgetauscht. Niemand macht etwas auf eigener Faust und Sie unterstehen mir!“ forderte er auf. Semir und auch Paul zogen die Schultern noch. „Okay, damit haben wir kein Problem.“ stimmten sie zu. „Wer gehört denn alles zur Soko?“ fragte Paul nun. „Sie besteht aus mir, meinem Partner René Busch und aus zwei weiteren Ermittlern vom LKA, die im Bereich der organisierten Kriminalität agieren und Giovanni Salvatore beobachten. Das sind die Herren Andreas Holbe und Sebastian Heffner. Ich werde Sie morgen den Leuten vorstellen und dann können wir den Fall erörtern.“ schlug Stefan vor und sah auf die Uhr. „Wir treffen uns morgen früh um neun hier in der Wache und da werde ich Sie dann in die Runde einführen und auf den aktuellen Stand der Ermittlungen bringen.“ forderte er die beiden Autobahncops auf und sie stimmten zu. Nur wenig später waren sie wieder auf den Weg zur Autobahnpolizei.

      Semir sah Paul an, als sie im Büro saßen. „Was denkst du über diese Sache? Ich meine, du hast es uns schließlich eingebrockt.“ wollte er von seinem Partner wissen. Paul zog die Schultern hoch. „Ich sehe es etwas praktisch. Wir helfen den Kollegen diesen Clan auszuheben und dafür sacken wir dann Rudowski wegen dem Unfall ein. Das ist wie die Milchmädchenrechnung. Man muss nur Nutzen und Aufwand sehen.“ grinste der smarte Hauptkommissar. „Du hast uns Arbeit aufgehalst. Was weißt du denn schon von diesem Giovanni Salvatore?“ maulte Semir, der irgendwie nicht einverstanden war. „Semir, wenn du nicht willst, dann sag es doch einfach. Aber stell dir doch mal vor, das Ayda einen Jungen kennen lernt und der ist rein zufällig ein Drogendealer, der für diesen Salvatore arbeitet. Ayda ist in meinen Augen schlau genug, keine Drogen zu nehmen, aber wenn Mädchen zum ersten Mal verliebt sind dann würde sie alles für ihn tun. Alles, verstehst du? Auch Drogen probieren. Und wenn sie dann erst einmal an der Nadel hängt, dann wird sie auf den Strich gehen und ihren Körper verkaufen, damit sie sich den nächsten Schuss besorgen kann. Willst du das?“ fragte Paul mit ernster Miene und er sah es regelrecht im Kopf seines Partners arbeiten. „Du hast Recht! Ayda ist viel zu schlau dafür aber schon allein dieser Gedanke sagt mir, dass wir alles tun müssen, diesen Salvatore hinter Gitter zu bringen. Aber denk daran, dass Krüger zustimmen muss. Wir sollten sie direkt fragen.“ schlug Semir nun vor und erhob sich. Paul folgte ihm, als er zum Büro von Krüger ging. Semir klopfte an und sie warteten auf das „Herein“ welches direkt folgte. „Chefin, wir haben eine Angele…“ fing Semir an und stoppte. „Entschuldigung. Ich wollte nicht stören…“ gab er leise von sich und wollte wieder gehen. Er sah auf den Besuch, doch Kim lächelte leicht. „Entschuldige mich einen Augenblick, Wolfgang. Mein Kollege hat hier ein Anliegen.“ Sie erhob sich und verließ mit Semir und Paul das Büro. „Was kann ich für Sie tun?“ fragte sie, als sie vor dem Büro standen. „Frau Krüger, wir haben heute einen schweren Massencrash auf der A4 gehabt und der Verursacher ist verschwunden. Wir kennen aber seinen Namen und waren deshalb bei einem Kollegen von der Drogenfahndung, die ebenfalls hinter dem Mann her sind. Und weil die Kollegen Probleme haben, haben wir gedacht, dass wir dem Kollegen unter die Arme greifen und so zwei Fälle erfolgreich abschließen können.“ erklärte Semir und Kim sah ihn prüfend an. „Und Sie denken, dass beide Fälle zusammengehören?“ hakte sie nach. „Ja, auf jeden Fall. Unser flüchtiger Fahrer ist durch die Kontrolle gebrochen, weil er vermutlich Angst hatte, aufzufliegen. Der Kollege der Drogenfahndung vermutet, dass der Wagen voll mit Drogen war.“ berichtete Semir und Kim brauchte nicht lange um zuzustimmen.
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    • Als sie zurück im Büro waren sah Paul Semir grinsend an. „Das war eine ganz neue Art von Überredungsarbeit. Ich habe die Krüger selten so erlebt. Die war ja richtig zahm.“ lobte er den Türken. „Ja, aber lassen wir das jetzt mal. Wenn wir morgen in der Besprechung mitreden wollen, sollten wir uns die Akten von diesem Giovanni Salvatore mal vornehmen.“ schlug er vor und Paul setzte sich gerade hin. „Dann wollen wir doch mal schauen.“ murmelte er und tippte auf der Tastatur herum. „Da haben wir ja schon die Informationen. Also, Giovanni Salvatore geboren am 16.04.1972 in Palermo. 1980 siedelten seine Eltern mit dem achtjährigen nach Deutschland um. Zunächst nach Berlin, dann nach Düsseldorf. Die Eltern sind 2008 zurück nach Palermo gezogen. Giovanni blieb in Deutschland und schloss sich einer Bande an, die vor allem Schutzgelder erpressten. Er scheint sich ganz nach oben gearbeitet zu haben und hat mittlerweile einen Clan von ca. 250 Personen. Beweise, dass er sein Geld mit Verbrechen verdient, gibt es nicht…“ las Paul vor. Semir hörte schweigend zu. „Gibt es denn überhaupt Beweise, dass Salvatore Dreck am Stecken hat? Oder was mit dem Kollegen passiert ist, der den Fall vorher hatte?“ wollte er nach einer Weile wissen und Paul las weiter. „Nicht in der Akte. Schade wir wissen den Namen des Kollegen nicht sonst könnten wir die Akte aufrufen. Oder warte mal…“ bat Paul und tippte auf der Tastatur herum. „Nee, nichts zu machen. Was machen wir denn jetzt?“ wollte er von seinem Partner wissen und dieser sah auf die Uhr. „Feierabend! Wir werden morgen dann ein paar Fragen stellen und sicher von Henkel Antworten bekommen.“ grinste er und stand auf. Paul tat es ihm nach. „Wann wollen wir denn morgen abfahren? “ fragte er und sah Semir an. „Am besten gegen sieben. Wir fahren dann direkt zu Henkel und können ihn vielleicht vor der Besprechung noch packen und befragen. Dann sind wir nicht so unvorbereitet.“ schlug der Türke vor und Paul war damit einverstanden. Sie verließen die PAST und Paul fuhr mit Semir nach Hause. „Wie weit ist dein Rohrbruch eigentlich?“ fragte dieser beiläufig als sie auf dem Weg waren. „Die haben mir jetzt die ganze Wand aufgeschlagen um das Leck zu finden. Nichts…es scheint als würde das Wasser aus dem Nichts kommen. Ich vermute ja, dass es aus der 3. Etage kommt aber man kann nichts feststellen. Ich werde wohl noch ein paar Wochen bei dir unterkommen müssen oder ist das ein Problem?“ wollte Paul wissen und sah seinen Partner fragend an. „Nein…alles gut. Du kannst so lange bleiben, wie du willst.“ stellte sein Partner sofort richtig.

      Mit unsicheren Schritten betrat Claudia die Wache und sah sich um. Am langen Tresen stand ein junger Beamter, der sie freundlich ansah. „Guten Tag, kann ich Ihnen helfen?“ wollte er von ihr wissen und sie nickte unsicher. „Ich … mein Name ist Claudia Paschmann. Ich … ich habe etwas gefunden, was ich besser abgeben sollte…“ erklärte sie stockend. Der junge Polizist sah sie freundlich an. „Zeigen Sie mir doch, was Sie gefunden haben.“ bat er und Claudia stellte den Karton auf den Tresen. Der Polizist sah hinein und wieder zu ihr. „Wo haben Sie das gefunden?“ fragte er. „In meinem Kleiderschrank. Es gehörte meinem Exfreund.“ gab sie leise von sich. „Und wie heißt Ihr Exfreund?“ kam die nächste Frage. „Maik Rudowski. Er hat sich von mir getrennt.“ ging es bei Claudia weiter und je mehr sie erzählte umso sicherer wurde sie. „Einen Augenblick bitte…“ meinte der junge Polizist und ging zum Schreibtisch, griff zum Telefon und sprach mit jemanden. Claudia konnte nicht hören, um was es ging, doch es schien um den Inhalt zu gehen denn der Polizist zeigte auf ihr. „Okay…“ endete das Gespräch und er kam wieder zu ihr. „Frau Paschmann, nehmen Sie einen Augenblick Platz. Herr Stefan Henkel wird gleich zu Ihnen kommen. Er hat ein paar Fragen an Sie.“ bat er und sie nickte irritiert. „Okay…“ stimmte sie zu und sah sich um. Hinter ihr standen zwei Holzbänke und sie setzte sich. Nur fünf Minuten später stand ein junger recht gutaussehender Mann vor ihr. „Frau Paschmann?“ fragte er und sie nickte. „Mein Name ist Stefan Henkel. Mein Kollege sagte mir, dass Sie zu Maik Rudowski gehören?“ wollte er wissen. „Nicht ganz richtig. Ich gehörte zu ihm. Ich bin seine Exfreundin. Er hat sich heute von mir getrennt und dann habe ich seinen Schrank durchsucht…“ fing sie an und als er die Hand hob, schwieg sie. „Wir sollten das in meinem Büro besprechen. Bitte folgen Sie mir.“ bat er und sie stand auf. Sie gingen zum Fahrstuhl und fuhren in die 3. Etage. Nur wenig später stand sie in einem gemütlich eingerichteten Büro. „Bitte setzen Sie sich. Möchten Sie etwas trinken? Ein Glas Wasser oder Kaffee?“ bot er an doch Claudia lehnte ab. „Okay, Sie haben diesen Karton gefunden. Haben Sie auch reingesehen?“ hakte er nach und sie nickte. „Ja, ich habe hineingesehen und als ich die Waffe sah, da wusste ich, dass er ein Verbrecher ist. Er hat mir immer gesagt, dass er nichts Ungesetzliches tun würde aber die Waffe passt nicht dazu. Und diese Tüten… das ist doch sicher kein Traubenzucker.“ bekräftige sie. Stefan Henkel senkte den Kopf und atmete tief durch. „Sie haben Recht, es ist kein Traubenzucker. So wie es aussieht, ist das Kokain oder Heroin. War sonst noch etwas im Karton?“ fragte er nun und sie zuckte leicht zusammen. „Nein…“ log sie.
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    • Stefan beobachtete die junge Frau genau und er sah auch, dass sie sich irgendwie ertappt fühlte. „Frau Paschmann, Sie können es mir sagen. War noch etwas im Karton. Es ist wirklich wichtig.“ bat er eindringlich. „Nein…ich schwöre aus dem Handy, diesen Tütchen und der Waffe war nichts im Karton. Warum glauben Sie mir denn nicht? Was ist mit Maik? Sind Sie hinter ihm her?“ fragte sie nun und Stefan nickte leicht. „Ja, wir sind hinter „Das Wiesel“ her. So wird Maik Rudowski auch genannt. Er gehört zu einem Clan vom Don Giovanni Salvatore. Haben Sie diesen Namen schon mal gehört?“ hakte er weiter nach. Claudia sah ihn an und er bemerkte eine Träne an der Wange herunterlaufen. Schnell reichte er ihr ein Taschentuch welches sie dankbar annahm. „Der Name ist mir nicht unbekannt. Als ich Maik kennen lernte, da war er mit diesem Mann im Restaurant.“ Erzählte sie. „Restaurant? Welches Restaurant?“ wollte er nun wissen. „Ich habe als ich Maik kennen lernte im Restaurant „Weidenau“ in Düsseldorf als Servicekraft gearbeitet. Ich kannte diesen Herr Salvatore nicht persönlich aber bei dieser Gelegenheit hat Maik mich als Servicekraft gebucht, wenn man so will. Er wollte nur von mir bedient werden und Herr Salvatore hat nicht mit dem Trinkgeld gegeizt. Es war ein Abend, der sich für mich gelohnt hat. Danach war ich öfter mit ihm aus und irgendwie haben wir uns dann ineinander verliebt. So dachte ich jedenfalls. Dabei hat er mich einfach nur verarscht!“ fauchte sie wütend. Stefan sah sie an. „Sie denken, er hat Sie nur benutzt?“ fragte er weiter. „Wie würden Sie das denn sehen? Heute Morgen zu Beispiel. Er kommt zu mir, weil wir gemeinsam frühstücken wollten und da eröffnet er mir, dass er eine Pause von mir braucht! Von mir!“ stieß sie aus. „Heute Morgen? Wann war das denn?“ hakte er sofort nach. „So zwischen zehn und elf. Er war ziemlich wütend und ich dachte, weil er kein Frei hätte, wie abgesprochen. Und während des Frühstücks sagt er mir, dass er eine Auszeit von mir braucht. Von mir eine Auszeit! Das ist doch echt ein Unding! Als er weg ist, habe ich den Schrank durchwühlt und den Karton gefunden. Er hat mit verboten, den Schrank zu durchsuchen aber ich wollte wissen, ob meine Freundin vielleicht doch Recht hatte.“ sprudelte es aus ihr heraus.

      Claudia holte tief Luft. Sie ließ ihrer Enttäuscht über Maiks Handeln heraus und spielte Stefan dadurch in die Hand. „Frau Paschmann, wir ermitteln gegen Rudowski wegen Drogenhandel und das, was im Karton ist, sind auf jeden Fall Drogen. Können Sie uns irgendwas sagen?“ Claudia senkte den Kopf und überlegte. „Ja, das Handy, was in dem Karton liegt. Das hatte er vor kurzem bei einem Spaziergang benutzt. Wir sind in Kall, das ist hier in der Nähe spazieren gegangen. Ganz dicht am Gleis entlang und standen dann irgendwie in einem Park oder so. Wir sind diesen Weg lang und er hat hier und da Fotos gemacht. Fotos von Dingen, die ich absolut unwürdig fand, sie auf dem Bild festzuhalten aber er sagte mir, dass er das noch brauchen würde. Für was weiß ich nicht.“ Gab sie zu. Stefan nickte nachdenklich. Er öffnete den Karton und nahm das Handy heraus. Als er es anschaltete, verlangte das Gerät einen PIN. „Kennen Sie den Code?“ fragte er Claudia deshalb doch sie schüttelte den Kopf. „Frau Paschmann, Sie müssen uns helfen. Maik Rudowski ist gefährlich. Er ist ein Drogenhändler und er nimmt keine Rücksicht wie alt die Kunden sind. Überlegen Sie bitte, können Sie noch irgendwas erzählen?“ forderte er sie auf und Claudia fing an zu weinen. „Ausgerechnet ich falle auf einen Drogenhändler ein. Ausgerechnet ich…“ stieß sie schluchzend aus. Stefan Henkel schien nicht zu verstehen. „Was meinen Sei damit? Warum ausgerechnet Sie? Sie meinen, wegen Ihrem Bruder?“ wollte er wissen. Claudia nickte nur. „Okay Frau Paschmann. Sie können sicher verstehen, dass wir Sie nicht mehr auf die Straße lassen kann. Wenn Rudowski bemerkt, dass Sie die Ware und das Geld haben, wird er Sie jagen. Sie werden von uns in eine Schutzwohnung gebracht. Es ist ganz wichtig, dass Sie mit niemanden Kontakt aufnehmen und verraten, wo Sie sich befinden. Sie sind jetzt ein wichtiger Zeuge und für den Don wie auch für „Das Wiesel“ ein Feind, der eliminiert werden würde, wenn diese Leute wissen, wo Sie sich befinden.“ mahnte er und die junge Frau nickte.
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      30.08.2019

      Der nächste Morgen kam und Paul wie auch Semir waren pünktlich wach und frühstückten gemeinsam. Andrea und die Kinder schliefen noch tief und fest. „Schon ungewohnt ohne die Kinder, oder?“ wollte Paul wissen. Semir nickte. „Wie wahr. Aber in einer halben Stunde werden sie auch aufstehen. Nur sind wir dann schon unterwegs. Ich hoffe nur, dass ich heute Abend mehr Zeit mit ihnen verbringen kann. Vor allem muss ich mit Ayda sprechen. Stell dir vor, sie hat mir gestern Abend noch erzählt, dass sie sich in einen Jungen verguckt hat. Sie ist gerade 13 und das ist eindeutig zu früh für einen Freund!“ legte der Türke fest. Paul lachte leise. „Die Jugend ist heute doch viel früher reif. Das ist nicht mehr wie bei dir mit 20 oder so. Das ist wie bei meiner Nichte. Sie ist auch gerade in der ersten Beziehung. Wobei, Beziehung kann man das eigentlich nicht nennen. Ich meine, die haben ja nichts was in Richtung Sex geht. Lass Ayda doch ihre Erfahrungen sammeln. Irgendwann wird es eh soweit sein. Da kannst du auch nichts gegen tun. Was willst du ihr denn sagen?“ fragte er neugierig. Semir zog die Schultern hoch. „Ich weiß es ehrlich gesagt noch gar nicht. Für mich ist eindeutig, dass sie dafür zu jung ist. Ich finde, sie sollte auf jeden Fall noch warten.“ Stellte er fest. „Und was sagt Andrea dazu?“ hakte Paul nach. „Sie meint genau wie du, dass Ayda die Erfahrung machen muss. Aber man kann das Kind doch nicht in ihr Unglück rennen lassen! Sie muss wissen, dass wir uns Sorgen machen!“ ging es bei seinem Partner weiter. „Du machst dir Sorgen. Andrea scheint ja damit klar zu kommen. Semir, ich denke nicht, das Ayda so einfach den Kopf verliert. Die ist viel zu schlau dafür. Lass sie doch erstmal machen.“ schlug Paul nun vor. „Wir müssen los!“ knurrte Semir und sah auf die Uhr. Nur wenig später waren sie auf dem Weg nach Euskirchen. Die Fahrt dauerte knappe eineinhalb Stunden und sie trafen Stefan Henkel auf dem Parkplatz der Euskirchener Wache an. „Was machen Sie denn schon hier? Die Besprechung ist doch erst um neun.“ staunte der Drogenfahnder. „Wir wollten uns vorher noch mit Ihnen unterhalten. Es gibt da ein paar Dinge, die wir gern vor der Besprechung klären würden.“ erklärte Semir. „Dann kommen Sie doch…“ nickte Henkel und gemeinsam mit dem Drogenfahnder betraten sie die Wache.

      „Bitte nehmen Sie Platz!“ forderte Henkel seine Besucher auf und Semir wie auch Paul setzten sich in die gemütlichen Sessel. „Herr Henkel, unsere Vorgesetzte hat zugestimmt, dass wir mit Ihnen gemeinsam an dem Fall arbeiten. Allerdings haben wir noch ein paar Fragen. Zum Beispiel was ist mit dem Kollegen, der den Fall vor Ihnen bearbeitet hat?“ wollte Semir wissen und sah den Drogenfahnder an. „Martin Rother wurde ermordet. Die Innere hat den Fall übernommen, aber bisher gibt es noch keine Informationen. Die Kollegen sind allerdings auch sehr schweigsam, was das angeht. Ich gehe davon aus, dass er von einem der Schergen von Salvatore getötet wurde. Aber wie schon gesagt, da ermitteln die Kollegen.“ antwortete Henkel. Semir sah kurz zu Paul. „Okay, dann können Sie uns nichts erzählen. Das verstehe ich gut. Was haben Sie bisher in dem Fall Rudowski herausgefunden?“ fragte nun Paul und Henkel zog die Schultern hoch. „Ich muss gestehen, nicht sehr viel. Bisher haben wir nur Vermutungen aber bevor wir über den Fall sprechen, sollten wir uns in den Besprechungsraum begeben. Die Kollegen sollten bereits dort sein. Außerdem gibt es noch eine Wendung in dem Fall, was uns weit nach vorn schießt. Folgen Sie mir?“ bat Henkel und die beiden Hauptkommissare der Kripo Autobahn standen auf und folgten dem Drogenfahnder in die zweite Etage. Als sie eintraten verstummten alle Gespräche. „Meine Herren, ich habe uns Verstärkung mitgebracht. Das sind die Kollegen Gerkhan und Renner von der Autobahnpolizei. Unglückliche Umstände haben dazu geführt, dass sie ebenfalls hinter Rudowski her sind. „Das Wiesel“ hat einen Massencrash auf der Autobahn verursacht, als er in eine Kontrolle der Kollegen geriet. Herr Gerkhan, Herr Renner, das sind von links nach rechts: Andreas Berg und Sebastian Heffner vom LKA und das ist mein Partner René Busch ebenfalls vom der Drogenfahndung.“ stellte Stefan die Männer vor. Sie reichten sich die Hand und ließen sich nach der Begrüßung am Tisch nieder. „Okay, ich denke, wir fangen einfach mal an. Herr Gerkhan, vielleicht würden Sie uns erzählen, was bei der Kontrolle gelaufen ist.“ bat Stefan und Semir nickte. Er berichtete wie die Kontrolle durchgeführt wurde und wie sie endete.
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      „Und Sie denken, Rudowski ist abgehauen, weil Sie die Info bekommen haben, dass er vorbestraft ist?“ hakte Andreas nach. „Das ist unsere Vermutung.“ bestätigte Paul und Semir nickte dazu. „Stefan, wozu brauchen wir die Beiden? Die haben doch die ganze Sache zu Nichte gemacht! Wenn die nicht gewesen wären, dann hätten wir diesen Rudowski jetzt dabei erwischt, wie er den Don die Drogen bringt! Und jetzt? Wir haben nichts! Absolut gar nichts!“ fauchte René Busch wütend dazwischen. „Kennen Sie Salvatore? Wissen Sie, wer der Don ist?“ wollte er von Semir wissen. Paul sah ihn an und nickte. „Ich kenne diesen Herrn vom Namen her. Soweit mir bekannt ist, ist der Don der Anführer von einem 250 Mann starken Clan, die in allen illegalen Bereichen wie Prostitution, Drogenhandel, Auto- und Menschenhandel sowie Schutzgelderpressungen tätig ist. Bisher verliefen Ermittlungen immer im Sand.“ ließ Paul nun von sich hören und René nickte anerkennend. „Sie haben Ihre Hausaufgaben gemacht. Es ist alles richtig. Wir vermuten, dass Rudowski den Don mit Drogen aus den Niederlanden versorgt. Bisher gibt es allerdings keine Beweise dafür aber wir wissen, das Rudowski sehr oft in der Villa des Dons gastiert und ich persönlich denke nicht, dass er dort nur Hallo sagt. Außerdem wurde Rudowski oft in der Pizzeria „Super Mario“ an der niederländischen Grenze als Gast gesehen. Bis vor wenigen Tagen hatten wir noch einen Informanten. Dieser ist leider verschwunden.“ erklärte Stefan. „Ist das alles? Mehr wissen Sie nicht?“ wollte Semir wissen. „Gestern am späten Nachmittag kam eine Dame zu uns in die Wache und brachte einen Karton mit. Um eines vorweg zu sagen, sie ist die Exfreundin von Rudowski. In dem Karton, den sie mir überlassen hatte, waren knapp 15 g Kokain in fertig verpackten Einheiten sowie eine Waffe und sein Handy. Nach Angaben der Exfreundin wollte Rudowski sich die Sachen wohl heute bei ihr abholen. Ich habe bereits eine Streife vor ihrem Haus postiert, die ihn festnehmen soll, wenn er sich zeigt.“ berichtete Stefan weiter. Semir sah zu Paul. „Wie glaubwürdig war denn die Aussage? Haben Sie das Handy bereits untersucht?“ hakte er nach und Stefan schüttelte den Kopf. „Das Handy ist bereits in der KTU und wird dort von einem sehr fähigen Techniker untersucht. Herr Freund hat mir versichert, dass es nicht lange dauern würde, das Gerät zu knacken…“ erklärte Stefan. Semir grinste leicht was ihm nicht entging. „Was gibt es da zu grinsen? Man kann sich auf Herrn Freund verlassen!“ nahm Stefan den Techniker in Schutz und Semir nickte. „Wir kennen Herrn Freund schon ziemlich lange und wenn Hartmut etwas sagt, dann hält er sich auch dran. Der Fall ist leichter als wir denken.“ stimmte er dem Drogenfahnder zu und lehnte sich zurück.

      Paul räusperte sich. „Wie kommen Sie eigentlich darauf, dass die Pizzeria Salvatore gehört? Nach dem Handelsregister ist er dort nicht eingetragen.“ kam er zum Thema zurück. „Das ist korrekt. Wir wissen es von unserem Informanten. Der eingetragene Guiseppe Santone ist der Schwager von Salvatore und da ist es nicht weit hergeholt, wenn man vermutet, dass er lediglich ein Strohmann ist. Das Wiesel alias Rudowski liefert mehrmals im Monat Geschirr an diese Pizzeria und obwohl der Zoll bereits des Öfteren das Fahrzeug durchsucht hat, wurden keine Drogen gefunden, die aber laut unserem Informanten auf dem Wagen vorhanden waren.“ erklärte Andreas Holbe. Paul sah zu Semir und nickte kurz. „Diese Pizzeria hat auch einen Restaurantanteil? Kann man da vor Ort essen?“ wollte er wissen und René nickte. „Ja, er hat einen kleinen Restaurantanteil aber nur sehr wenig Besucher. Das konnten wir bei einer Observierung feststellen. Meistens wird ausgeliefert und dafür braucht man kein Porzellan.“ antwortete Andreas nun. Semir und Paul „Wie wäre es, wenn wir heute Abend mal Pizza essen?“ schlug Semir vor. Henkel glaubte nicht richtig zu hören. „Sie wollen bei Santone essen gehen?“ fragte er erstaunt. „Ja, warum nicht. Er kennt uns nicht.“ bestätigte Paul und zog die Schultern hoch. „Und wenn das Wiesel da ist? Der wird Sie doch erkennen!“ stieß Henkel aus. Wieder wechselten die Hauptkommissare der Autobahn die Blicke. „Okay, daran habe ich jetzt nicht gedacht.“ gab Paul verlegen zu. Semir räusperte sich. „Das war nicht ganz durchdacht. Was haben Sie sonst noch unternommen?“ versuchte Semir nun herauszufinden. Stefan sah ihn an. „Nun ja, ich wollte eine Undercoveraktion durchsetzen. Leider hat die Oberstaatsanwältin dies abgelehnt.“ gab er nun zu und Semir nickte leicht. „Was denken Sie denn, würde der Kollege bei einer Undercover-Aktion herausfinden?“ fragte er und Henkel lächelte nervös. „Das weiß ich nicht aber ich dachte es wäre die einzige Möglichkeit an diesen Salvatore heran zu kommen. Wir müssen doch irgendwie an diesen Mistkerl kommen!“ verteidigte der Drogenfahnder seine Idee. „Es sind schon sechs Jugendliche am goldenen Schuss gestorben. Das sind sechs zu viel! Es waren noch halbe Kinder!“ fauchte René ihn wütend an. Semir sah ihn forsch an. „Das ist mir klar und da bin ich auch vollkommen bei Ihnen. Dennoch ist es aus meiner Sicht nicht möglich, irgendwas als Pizzabäcker oder Auslieferungsfahrer herauszufinden. Dazu müsste man im inneren Kreis sein und da kommt sicher nicht jeder hin.“ stellte er sachlich fest. René lachte höhnisch auf. „Und das sagt jemand, der alle Arbeit zu Nichte gemacht hat! Wenn Sie Rudowski nicht zur Kontrolle rausgezogen hätten, dann wäre der Fall vermutlich schon längst erledigt und der Mörder meiner Tochter hinter Schloss und Riegel!“ zeterte René weiter. „René bitte!“ forderte Henkel seinen Kollegen auf. Semir holte tief Luft. „Wie wir schon im Gespräch mit Herrn Henkel erklärten, kennen wir die Leute nicht, die wir kontrollieren. Wir haben nichts von der Observierung gewusst. Für uns war es ein ganz normaler Verkehrsteilnehmer.“ entschuldigte er sich indirekt. „Und damit sind Sie jetzt unschuldig an diesem Dilemma, oder wie?“ verhöhnte René. „Meine Herren! Es geht hier nicht um Schuldzuweisungen oder um Rechtfertigungen. Wir wollen alle das Gleiche und daran sollten wir arbeiten!“ warf Henkel dazwischen.
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      und ich fühle mich auch nicht gut. :D :D
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      Semir nickte nachdenklich. „Was sagt denn die Zeugin noch? Hat sie einen Beweis erbracht, dass er wirklich die Drogen liefert? Vielleicht wollte sich der Informant ja auch nur wichtigmachen und es ist sicher nicht ausgeschlossen, dass er der Lieferant ist oder? Also der Informant. Vielleicht hat er in Rudowski nur eine Täterfigur gesehen und ihn quasi zum Opfer gemacht. Wer ist denn der Informant?“ hakte Paul an seiner Stelle nach. „Das wollte ich auch gerade fragen.“ stieß er aus. „Was soll das denn jetzt? Halten Sie uns für dämlich? Verdammt dieses ganze Gelaber bringt doch nichts! Wir können doch nicht einfach zusehen, wie der Don seine Drogen an die Leute bringt! Ich muss doch wohl nicht betonen, was die Süchtigen alles tun um an den nächsten Schuss zu kommen. Sie verkaufen ihren Körper um sich die nächste Ration zu besorgen und wir haben letztes Jahr 12 Tote unter 16 gehabt. Dieses Jahr sind wir schon bei acht! Damit muss endlich Schluss sein und ich denke nicht, dass die Kollegen von der Autobahn auch nur irgendwie eine Hilfe sind. Wir müssen das Haus von Salvatore ausheben! Und wir müssen endlich diesen Sebastian Kautz finden!!!“ schrie René und schlug mit der Faust auf den Tisch. Gläser kippten durch die Erschütterung um und Stefan sah ihn an. „René, ich weiß wie schwer es für dich ist. Ich hätte Stephanie auch gern gerettet aber noch ist nicht bewiesen, dass sie auch Kundin vom Don war. Bewahre einen klaren Kopf denn private Ambitionen bringen uns nicht weiter. Wir werden alles tun, was in unserer Macht steht, das verspreche ich dir.“ mahnte er sanft. Semir sah kurz zu Paul und dann zu Henkel. „Können Sie mir das bitte erklären?“ forderte Paul ihn auf und Henkel nickte. „Vor wenigen Tagen wurde die Tochter von René, welche auch meine Patentochter war, von ihm in der Bahnhofstoilette gefunden. Sie hatte sich den goldenen Schuss gesetzt und ist kurz darauf verstorben. René vermutet, dass Stephanie die Drogen beim Don bzw. bei einem seiner Dealer gekauft hat und mit dieser Meinung steht er nicht allein da.“ presste der Euskirchener Kollege heraus. Für einen Augenblick herrschte Schweigen doch dann wandte sich Semir an René. „Ich bin selbst Vater und habe drei Töchter. Ich kann nachempfinden, wie es in Ihnen aussieht. Aber wir müssen private Dinge von den dienstlichen trennen auch wenn es Ihnen schwerfällt und Herr Henkel, denken Sie, dass es gut ist, wenn ein befangener und derart betroffener Kollege an dem Fall mitarbeitet?“ wollte er wissen. Stefan Henkel hielt seinem Blick stand. „Herr Gerkhan, René ist ein sehr guter Kollege und kann privates von dienstlichen trennen. Es steht Ihnen auch nicht zu, über seine Befähigung in der Soko zu urteilen! Ich bin der Leiter und ich bestimme wer zur Soko gehört. Haben Sie mich verstanden? Sie sind mir unterstellt!“ fauchte er wütend und Semir hob umgehend die Hand. „Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich möchte lediglich das Risiko minimieren.“ versuchte er die Situation zu entschärfen. René schnaubte wütend. „Ich weiß genau, wie ich mich zu verhalten habe. Also halten Sie mir keine Vorträge und vor allem ersparen Sie mir das falsche Mitleid!“ Nun war es Henkel der René strafend ansah. „René bitte! Wenn du so weitermachst, dann bist du wirklich draußen.“ mahnte er erneut. Semir sah den Kollegen an und natürlich hatte er Mitleid mit ihm. Er konnte sich nur zu gut vorstellen, was in diesem Mann vor sich ging und wie der sich fühlte. Vermutlich hätte auch er, Semir, so gehandelt wie René es tat. „Okay, kommen wir wieder zu den Fakten. Ich kann sehr gut verstehen, dass Frau Schrankmann die Undercoveraktion nicht zugestimmt hat. Niemand erzählt einem Pizzabäcker oder Auslieferungsfahrer Geheimnisse aus dem inneren Kreis. Wir müssen einen anderen Weg finden und ich bin mir sicher, dass Herr Freund aus der KTU uns in Kürze anrufen wird und Ergebnisse mitteilen kann.“ versuchte er wieder Ruhe in die Runde zu bringen.

      Zur gleichen Zeit kam Maik in der Straße an, wo Claudia wohnte. Doch als er den unauffällig wirkenden PKW direkt vor der Haustür stehen sah, spürte er instinktiv eine Bedrohung. Er fluchte verhalten, hielt an und drehte seinen Wagen. Es schien ganz so, als habe Claudia ihn verraten. Seine Klamotten und auch sein Geld konnte er abschreiben und wenn sie den Karton gefunden hatte, dann wusste sie mehr, als gut für ihn war. Warum hatte er sie nicht gleich aus dem Weg geräumt, dann wäre es jetzt alles einfach gewesen. Okay, dann blieb nur die Flucht. Er musste sich verstecken, bis Salvatore seinen neuen Pass hatte und er das Land verlassen konnte. Auch wenn es in Palermo heißer war, als er es sich für seinen Lebensabend vorgestellt hatte, zog er dies dem Gefängnis vor. Und dann kam ihm die Erinnerung, dass er noch einen Deal nicht komplett abgeschlossen hatte. Sicher war es noch nicht zu spät denn von diesem Ort wusste auch Claudia nichts. Er war mit ihr auf einem kleinen Waldweg in Kall an der Urft spazieren gegangen und sie hatte nicht mitbekommen, wie er ein paar Drogenpakete dort an diversen Stellen hinterlassen hatte. Der Dealer wollte sich die Drogen abholen und dafür im Gegenzug das Geld ins Versteck legen. Das einzige was ihn verraten konnte, waren die Bilder auf seinem Handy was er bei sich hatte. Instinktiv griff er danach, doch dann stoppte er. Verdammt, das hatte er in den Karton gelegt. In dem Karton, der in Claudias Wohnung war und wo er nicht rankam, solange die Bullen das Haus beobachteten. Vielleicht sollte er versuchen, vom Garten aus in die Wohnung zu gelangen, doch leider wohnte Claudia in einer ziemlich guten Gegend wo die Nachbarn noch auf sich achteten. Wenn er dabei beobachtet wurde, dass er dort einstieg würden die Nachbarn sofort die Polizei rufen und er wäre weg vom Fenster. „Okay, dann musst du dich auf dein Gedächtnis verlassen.“ knurrte er leise und fuhr auf die Autobahn. Während der Fahrt versuchte er nicht aufzufallen und erreichte sein Ziel nur knappe 90 Minuten später. Den Wagen stellte er in der Nähe des Bahnhofes ab und stieg aus. Jetzt musste er nur diesen verdammten Weg ablaufen und dann in dieses Hotel aufsuchen, wo er sich verstecken sollte. Er ging den schmalen Weg von den Gleisen in das Waldstück. Tatsächlich gelang es ihm alle Verstecke ausfindig zu machen und das Geld daraus einzusammeln. Von diesem Geschäft wusste nicht einmal Salvatore etwas. Sein kleines Nebeneinkommen lohnte sich. Als er das Geld nachgezählt hatte, kam er auf knapp 24.800 Euro. Ein kleines Startkapital, welches er anzulegen wusste. Das war seine Fluchtkasse und damit würde er eine kurze Weile über die Runden kommen. In zwei oder drei Jahren würde er dann seinen Dienst als Lieferant für den Don aufnehmen und dort weitermachen, wo er nun aufgehört hatte. Nur wenig später betrat er den großen Innenhof des Hotels, welches einst zum Schloss Dahlbenden gehörte. Als er das Tor durchschritt saß eine füllige Frau an einem der Tische und genoss einen Kaffee.Er ging an ihr vorbei ohne sie auch nur anzusehen und betrat das kleinere Haus der Anlage. Zehn Minuten später trat er wieder auf den Hof. Die Frau war immer noch da und sah ihn höhnisch grinsend an. Und nun erkannte er sie. „Nein! Nein… das … das ist sicher ein Irrtum…“ stammelte er und hob die Hände. „Der Don sieht es nicht so.“ erklärte sie und zog eine Waffe. Auch Maik hatte seine Waffe aus dem Hosenbund gezogen und schaffte es gerade noch, sie auf die Frau zu richten und zu schießen, doch da spürte er schon den ersten Einschlag der Kugel aus der gegnerischen Waffe. Er fiel auf die Knie und schon kam der nächste. Auch den dritten spürte er noch, doch dann wich das Leben aus seinem Körper und er fiel zur Seite.
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      Der Welt gehen die Genies aus,
      Einstein ist tot
      Beethoven wurde taub
      und ich fühle mich auch nicht gut. :D :D
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      Das hitzige Gespräch im Revier der Euskirchener Wache endete als das Handy von Stefan Henkel klingelte. Er meldete sich direkt und schaltete, nachdem er wusste, mit wem er sprach den Lautsprecher ein. „Herr Freund, Sie können jetzt die Ergebnisse mitteilen. Man hört zu.“ Bat er. „Hallo Einstein! Schieß los!“ grinste Semir. „Ich habe schon von eurem Ausflug zu den Euskirchener Kollegen gehört. Hallo Semir, hallo Paul. Folgendes: Ich konnte das Passwort knacken. War recht einfach, wenn man sich mit einer gewissen Serie auskennt. Man muss sich ja ein bisschen bilden.“ kicherte Hartmut albert. „Komm zum Punkt. Welche Serie meinst du und was hat das mit dem Handy zu tun?“ hakte Paul nach. „Oh das ist eine Serie, die glaub ich euch ziemlich nahekommt. Geht um zwei Kollegen, die auch ständig alles kaputt machen. Nach Angaben der Zeugin war dieser Rudowski, dem das Handy gehörte, ein großer Fan und genau so kam ich auf sein Passwort. Es war ein Kennzeichen aus der Serie. Eigentlich wie schon gesagt, sehr einfach. So, die Bilder, die ich sicherstellen konnte, zeigen einen kleinen Ort. Kall an der Urft. „Woher weißt du das genau?“ hakte Semir fragend nach. „Oh das ist einfach. Freund Google hilft immer. Ich habe die Bilder eingescannt und über die Suchmaschinen laufen lassen. Alle Bilder wurden auf einem Waldweg naher der Gleise gemacht. Und zwar in der Nähe eines Hotels. „Zur kalten Else“ heißt es und scheint ziemlich beliebt. Es war mal ein Teil des Burgschlosses Dahlbenden. Also zurück zum Fall. Insgesamt sind es 23 Bilder und alle Abbildungen kannst du auch dort in Kall finden.“ schlug Hartmut vor. „Ja, okay das werde ich tun. Schick mir bitte einen Plan von den Dingen und dann werde ich hier alles in die Wege leiten.“ versprach Semir und beendete das Gespräch. Er sah Henkel an. „Wir sollten hier abbrechen und direkt dorthin fahren!“ legte er fest. Henkel nickte und beendete Die Diskussionsrunde. Als auch Henkel den Raum verlassen wollte, hielt Semir ihn am Ärmel fest. „Wer garantiert, das Busch nicht durchdreht, wenn er dem Don oder diesem Rudowski gegenübersteht?“ wollte er wissen. Stefan Henkel atmete tief durch. Ich kann es garantieren. Ich kenne René lange genug und ich weiß wie er tickt.“ versprach er. Nur wenig später waren sie unterwegs nach Kall.

      Semir und seine Gefolgschaft kamen in Kall an und parkten die Fahrzeuge dicht bei dem Bahnhof. Von hier aus konnte der Marsch starten. Doch zunächst trommelte Henkel alle zusammen. „Wir werden uns aufteilen. Wir vermuten, dass Rudowski bereits hierher unterwegs ist oder aber schon auf dem Weg ist, die Verstecke abzusuchen. René, du kennst dich hier besser aus. Wir folgen dir!“ legte Henkel fest. Der Angesprochene atmete tief durch und nickte dann. „Auf geht es! Da geht es lang und lasst uns das Wiesel fangen!“ forderte er auf und ging los. Der ganze Trupp folgte ihnen. Sie waren nur wenige Meter gegangen als Semir zum ersten Mal auf das Handy schaute. Hartmut hatte ihm die Bilder rübergeschickt. „Okay, hier ist das erste. Ich wette, dieser Stein lässt sich leicht verschieben!“ erklärte er, bückte sich und schob den Stein zur Seite. Darunter wurde ein Loch sichtbar, doch es war leer. „Mist! Rudowski muss schon hier gewesen sein. Er war scheinbar schneller als wir. Weiter geht es!“ forderte Henkel auf und Semir stand wieder auf. Sie gingen weiter. Nur einige Meter von dem ersten Ort entfernt entdeckte Paul nun etwas im Gebüsch. „Semir! Da vorne ist was!“ sagte er und wies mit ausgestrecktem Arm zu der Stelle. Sofort rannten Henkel und Semir hin. „Oh verdammt!“ stieß Henkel aus als er sah, was dort im Gebüsch lag. „Kennen Sie ihn?“ wollte Semir von ihm wissen und Henkel nickte leicht. „Das ist Sebastian Kautz…Unser Informant und der Freund von Stephanie.“ Gab er von sich. „Stephanie?“ hakte der Türke sofort nach. „Die Tochter von René. Das wirft jetzt ein ganz anderes Licht auf die Sache. René hielt Sebastian immer für den Mörder von seiner Tochter. Wenn er ihn jetzt sieht, wird er zusammenbrechen.“ stöhnte er. „Das denke ich nicht. Vielleicht kann ihn das aber helfen, wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Wir müssen ihn damit konfrontieren.“ Mahnte der Türke und Henkel sah ein, dass er Recht hatte. „RENÈ!!“ rief er laut und schon kam sein Freund angelaufen. „Ja?“ wollte er sofort wissen. „René, wir haben Sebastian Kautz gefunden.“ erklärte Henkel ohne Umschweife und gab den Blick auf den Toten frei. René wurde blass und sah von einem zum anderen. „Jetzt weiß ich was Stephanie damit meinte, dass sie nicht ohne ihn leben kann.“ gab er tonlos von sich und ging wieder zur Gruppe zurück. Semir sah zu Henkel. „Was meint er denn damit?“ wollte er von ihm wissen, doch der Drogenfahnder konnte ihm keine Antwort darauf geben.
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      Die Gruppe ging immer weiter, doch egal welchen Platz sie anhand der Bilder auch identifizierten, alle waren leer. Fluchend stand Semir nun am Gleis und sah die Strecke runter. „Wenn er auf einen Zug aufgesprungen ist, dann kann er jetzt überall sein.“ knurrte er. René kam zu ihm. „Ich denke nicht, dass er mit dem Zug fährt. Der Weg hier endet gegenüber dem Hotel. Es ist gut möglich, das Rudowski sich dort versteckt. Oder aber man hat ihn dort gesehen. „Das wäre ziemlich leichtsinnig von Rudowski. Immerhin kann er sich doch denken, dass wir hinter ihm her sind.“ gab Semir nun zu bedenken. René senkte den Kopf. „Nun, da wir eh diesen Weg bis zur Straße gehen müssen, können wir dort doch einfach mal freundlich anfragen. Das kostet uns nichts.“ schlug er nun vor und Semir konnte dem nichts entgegensetzen. Sie gingen schweigend den Weg entlang, doch dann ergriff Semir wieder das Wort. „René, was meinten Sie damit, dass Sie jetzt die Aussage Ihrer Tochter verstanden haben?“ wollte er wissen. Der Drogenfahnder sah ihn an. „Bevor meine Tochter starb, sagte sie mir, dass sie ohne ihn nicht leben kann. Ich habe es aber falsch interpretiert und gedacht, sie meinte es so, weil er ihr Dealer sei. Aber ich glaube, sie hat ihn wirklich geliebt. Der einzige der Schuld an dem Tod meiner Stephanie hat, bin ich. Ich war der Grund weshalb sie weggelaufen ist. Ich habe sie aus dem Haus getrieben…“ quälte sich der Mann mit Vorwürfen. Semir sah ihn nur kurz an und wusste nicht, was er sagen sollte. Der Mann tat ihm leid. Er hatte das erlebt, was Eltern niemals erleben sollten. „Meine Mutter sagte mir immer, dass es nicht natürlich sei, wenn die Kinder vor den Eltern sterben. Aber sie sagte auch, dass es nie an einem allein liegt. Ich denke, Sie haben lediglich die Probleme durchlebt, die jedes Elternteil irgendwann erlebt. Die Pubertät ist nicht einfach. Ich habe auch eine Tochter, die gerade darin steckt. Und ich gebe es nur ungern zu, aber ich habe vor dieser Zeit verdammt viel Angst. Ich weiß nicht, wie ich ihr begegnen soll. Soll ich ihr Verbote auferlegen? Oder soll ich ihr die Freiheit lassen um die Erfahrung zu machen, dass nicht alles gut sein kann?“ gab er nun zu. René sah ihn ernst an. „Reden Sie mit ihr und vor allem respektieren Sie auch die Wünsche von ihr. Machen Sie nicht den gleichen Fehler wie ich und halten sich für perfekt.“ warnte er ihn.

      Sandra sah triumphierend auf den Toten, hockte sich hin und prüfte den Puls. Zufrieden stellte sie fest, dass Rudowski tot war. Kein Wunder, immerhin hatte sie ihm fünf Kugeln verpasst. Doch leider hatte sie auch eine von ihm abbekommen. Sie ging an den Oberarm vorbei und verpasste ihr einen schmerzenden Streifschuss der heftig blutete.Sie durchsuchte den Toten und fand eine größere Menge Bargeld. Mehrere Geldrollen brachte sie zu Tage und sah sie sich an. Dann zuckte sie mit den Schultern und steckte es ein. Ein kleiner Nebenverdienst von dem niemand was wissen musste, dachte sie sich und erhob sich wieder um sich umzusehen. Scheinbar hatte keiner hier im Hotel etwas bemerkt. Nun ja, für sie war es wichtig, dass der Job erledigt war und das war es. Wie immer holte sie eine kleine Hühnerfeder aus ihrer Tasche und legte sie dem Toten in die Hand. Der Gockel hat wieder zugeschlagen, dachte sie nur und setze sich wieder an den Tisch. Doch dann fiel ihr siedend heiß an, dass sie die Patronenhülsen aufsammeln musste. Doch gerade wollte sie damit anfangen, als eine Gruppe von Männern den Hof betrat. Sofort bemerkte sie die Uniformen von zweien der Männer und schaffte es gerade sich noch wieder an den Tisch zu setzen, wo sie eben noch den Kaffee genossen haben. Die Waffe steckte sie schnell in ihre Tasche. Die Jacke konnte sie nicht mehr tauschen und so musste sie hoffen, dass keiner von den Männern ihre Wunde bemerkte. Die Ankömmlinge schienen die Situation im Hof schnell zu überblicken und schon hockte sich einer von ihnen zum Wiesel und prüfte den Puls. Sie sah, wie er seine Kollegen ansah und den Kopf schüttelte. Sie sah, wie er seine Kollegen ansah und den Kopf schüttelte. Sandra grinste leicht. Wenn sie einen Job übernahm, dann erledigte sie ihn auch gründlich. Maik Rudowski alias „das Wiesel“ würde niemanden mehr etwas erzählen können. Der Mann stand wieder auf und sah sich um. Gerade rechtzeitig kam nun der Koch aus seiner Küche und sah mit weit aufgerissenen Augen auf den Toten und auch die Servicekraft kam heraus. Sandra bemerkte, dass beide geschockt waren und spielte nun ebenfalls einen geschockten Gast. Der Mann, der eben noch den Puls geprüft hatte, kam zu ihr, während ein junger blonder Mann zu der Kellnerin und dem Koch ging. Sie bewegte unbewusst den Arm und spürte sofort die Wunde. Verdammt, wenn der Bulle ihr auf die Schliche kam, dann war sie geliefert. Sie musste von hier verschwinden, aber wenn sie es jetzt tat, dann würden die Bullen sicher sehr aufmerksam werden.
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      Semir trat auf die ältere Frau zu, die am Tisch saß und auf die Szene im Hof starrte. Sie wirkte völlig geschockt und dem Polizisten kam die Vermutung, dass sie die Tat mit ansehen musste. Jetzt musste er sehr sanft mit der Zeugin umgehen. Er hockte sich vor ihr hin. „Hallo, mein Name ist Semir Gerkhan. Ich bin von der Polizei. Haben Sie etwas gesehen?“ wollte der Mann wissen. Langsam wandte sie ihren Kopf und nickte nur. Dann starrte sie wieder zu dem Toten. „Er hat… er hat einfach … der Kerl, er hat… er hat ihn…“ stammelte sie und zitterte am ganzen Körper. Damit könntest du glatt in einem Film auftreten, dachte sie noch. „Konnten Sie den Mörder sehen? Können Sie ihn beschreiben?“ Die Stimme des Mannes klang besorgt und fürsorglich zugleich. „Nein… ja…ich meine… ich … nein…es war so grausam…“ fing sie nun an zu weinen. Sie war erstaunt, dass tatsächlich Tränen liefen. „Ganz ruhig. Sie bekommen gleich Hilfe. Können Sie mir sagen, wie Sie heißen?“ wollte der Mann wissen. „Liane… Liane Schmitt…“ gab sie von sich. „Okay Frau Schmitt, wohin ist der Mann gelaufen?“ fragte er weiter. „Er ist weg…er ist durch das zweite Tor. Ich hatte so eine Angst, dass er mich auch erschießt. Er hat mich genau angesehen und… es war… wie ein Eisschauer…. Darf ich nach Hause? Bitte, ich… mir geht es nicht so gut…“ bat sie und er nickte. „Sobald ein Arzt Sie angesehen hat. Warten Sie einen Augenblick.“ bat er und diesmal nickte sie. Der Polizist ging zu den Sanitätern und sprach mit ihnen und während des Gesprächs zeigte er auf sie. Sandra grinste innerlich. Das Theater was sie gespielt hatte, schien sehr überzeugend gewesen zu sein. Einer der Sanitäter kam zu ihr und untersuchte sie. Natürlich entdeckte er auch die Wunde und sah sie erstaunt an. „Sie sind verletzt? Wie ist das passiert?“ wollte er wissen. „Ich… ich weiß es nicht. Es hat gar nicht weh getan. Ich…warum bin ich verwundet?“ fragte sie und für den Sanitäter stand sie völlig unter Schock. „Wir müssen sie mit ins Krankenhaus nehmen. Die Wunde muss gut versorgt werden und ganz ehrlich, ich möchte Sie nicht allein lassen. Sind Sie damit einverstanden?“ wollte der Mann wissen und sie schüttelte den Kopf. „Mir geht es gut. Die Wunde lasse ich von meinem Hausarzt versorgen. Sie müssen sich keine Gedanken machen, wirklich. Ich will nur nach Hause, bitte…“ antwortete sie leise. „Wo wohnen Sie?“ fragte der Sanitäter weiter. „Ich muss nur zu Fuß die Straße runter.“ Log sie und wies auf die Straße. „Okay, ich denke das wird gehen. Ich werde Ihnen die Wunde notversorgen und Sie gehen morgen dann zum Hausarzt. Brauchen Sie eine Begleitung?“ bot er nun an doch auch das lehnte sie ab. „Ich trinke, denke ich, noch eine Tasse Kaffee und dann gehe ich.“ schlug sie nun vor und wieder nickte er. „Das wird Ihnen sicher guttun.“ versprach er und ging wieder zu seinen Kollegen. Sandra machte sich bereit, diesen Schauplatz zu verlassen.

      Auch die Spurensicherung traf ein und mit ihnen eine ganze Menge an Schaulustige. Sie stürmten auf das Gelände und nahmen keine Rücksicht auf Absperrungen oder auf die Polizeibeamten, die versuchten die Meute von dem Tatort fern zu halten. Viele von den Neugierigen griffen zum Handy und fotografierten den Toten und auch die anwesenden Personen. Die Kollegen der Streifenpolizei hatten alle Hände voll zu tun. Stefan zog Semir und René zur Seite und hob eine Feder hoch. „Was ist das?“ wollte Semir wissen. „Eine Hühnerfeder. Das Wiesel wurden durch den Gockel erledigt.“ gab er tonlos von sich und Semirs Erstaunen wurde immer größer. „Was zum Teufel ist denn der Gockel oder besser wer?“ fragte er sofort nach. „Der Gockel ist derjenige, der für den Don unbequeme Leute aus dem Weg schafft. Leute, die ihm gefährlich werden könnte und das dürfte bei Rudowski der Fall gewesen sein. Er stand auf der Fahndungsliste und das war gleichstellend mit einem Todesurteil. Der Gockel ist uns gänzlich unbekannt. Niemand weiß wie er ausschaut aber er arbeitet stets präzise. Bisher hat noch kein Opfer überlebt. Acht Morde konnten wir ihm zurechnen. Acht Personen wurden auf eiskalter Art und Weise hingerichtet. Drei Frauen und fünf Männer. Zum einen waren es Zeugen, die vor Gericht eine Gefahr für den Don darstellten und zum anderen Aussteiger, die nicht mehr für den Don arbeiten wollten.“ erklärte René anstelle von Stefan. Semir nickte nachdenklich und sah, dass Wegener auf ihn zukam. „Und?“ fragte er. „Das Opfer ist noch warm und somit kann ich dir sagen, dass er noch nicht lange tot ist. Außerdem habe ich am Körper fünf Einschläge gesehen. Das heißt, er ist mit fünf Kugeln regelrecht hingerichtet worden und an einer der Kugeln ist er gestorben.“ erklärte der Arzt sachlich. Semir sah ihn an. „Danke, ziehst du die Obduktion vor?“ bat er seinen Freund und dieser versprach es. Auch Hartmut trat auf ihn zu. „Hartmut? Hast du auch was gefunden?“ wandte er sich nun an den Techniker, der eifrig nickte. „Ja… Patronenhülsen und zwei Kugeln. Beide 9 mm aber aus zwei verschiedenen Waffen. Bei dem Toten habe ich zwei Hülsen gefunden und bei dem Tisch dort fünf. Ich nehme an, dass der Killer dort stand und das Feuer eröffnet hat. Es scheint aber ganz so, dass die erste Kugel noch nicht tödlich war, denn er muss zurückgeschossen haben. Auf jeden Fall sind es eindeutig zwei Waffen, die hier zum Einsatz kamen. In der Ballistik werden wir herausfinden, welche Kugel dazu gehört. Habt ihr denn auch Zeugen?“ wollte nun der Techniker wissen. Semir zog die Schultern hoch. „Ich habe die Frau dort am Tisch vernommen. Sie hat die Tat beobachtet, konnte aber keine Beschreibung des Täters geben. Ist ja auch verständlich. Die Frau hat einen Schock. Das einzige was sie mir sagen konnte ist, dass er direkt nach hinten raus ist. Wenn das so war, dann wird er Paul und den Kollegen direkt in die Arme laufen.“ erklärte der Hauptkommissar. „Gut, also bis ich das ausgewertet habe, kann ich dir nicht wirklich helfen. Wir haben auch noch einige Tüten mit Drogen gefunden.“ ging es beim Techniker weiter.
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