[E347]:Spoiler: "Zwischen Leben und Tod"

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    • Hab ich mir auch direkt mal angesehen. Sehr schwierig, sehr sehr schwierig. Die Folge wird polarisieren, das ist klar und ich bin mir fast sicher, dass die große Masse diese Folge eher kritisch sehen wird. Eigentlich richtet sich diese Folge eher an den anspruchsvolleren Zuschauerteil der Serie, das Ergebnis ist aber leider irgendwie doch nicht das, was man sich vielleicht auch selbst erwartet und erhofft hat.

      Ich finde aber, zunächst einmal sollte man den Machern für diese Folge Respekt zollen und die Mühe anerkennen. Das Problem: diese Liga ist der Cobra einfach zu hoch. Es ist ein Experiment, wie es viele Experimente bei der Cobra gegeben hat. Bei diesem Experiment ist man deutlich ernster und bodenständiger unterwegs, als bei den vorherigen, geht in die komplett andere Richtung. Man dringt jedoch genau dadurch in eine Liga ein, in die man mit dieser Serie, diesen Figuren und vor allem mit den zur Verfügung stehenden Mitteln gar nicht gehört, sondern sollte eigentlich erstmal zusehen die Klasse in der Liga zu halten, in der man sich in Wahrheit befindet.

      Die Folge ist keineswegs misslungen, aber trotz ihrer Originalität und schon alleine aufgrund des unglaublich dünnen und unglaubwürdigen Plots hat man hier einfach zu viel gewollt und zu wenig gekonnt. Das ist keineswegs eine Kritik an der Regie, die auch hier über jeden Zweifel erhaben ist, es wimmelt ja nur so von originellen Regieeinfällen. Das Buch jedoch hätte entweder noch eine Reihe an Überarbeitungen vertragen können / müssen, oder aber wurde von der bremsenden Redaktion zur "Pseudomäßigkeit" gezwungen. Noch das beste draus gemacht, hat man aber in jedem Fall.
    • So, nach einer Nacht „über das Gesehene schlafen“ fühle auch ich mich in der Lage, eine differenzierte Meinung zu dieser Folge abzugeben:

      Zunächst mal bleibe ich dabei, dass man Paschmann für eine solche Leistung nur Respekt zollen kann. Dass der Plot der Folge dünn und einfach ist, wie ein Gummiband, lässt sich nicht abstreiten, war aber bei „Tag der Abrechnung“ auch nicht anders und ist wahrscheinlich für solche Experimente auch nicht anders lösbar. Paschmann sprüht vor Kreativität und als einzelne Folge ohne Serienkontext gesehen, ist das hier vielleicht das Hochwertigste, was man je von Cobra 11 gesendet hat.

      Bzgl. Semirs Koma bewegt man sich ständig auf einem schmalen Grad, aber ich denke, dass man hier die Mitte zwischen „wirr/konfus“ und „gradlinig/linear“ perfekt getroffen hat. Träume folgen keiner Logik und man hat es in einem Maß dargestellt, welches mich zufriedenstellen konnte.

      Man stellt die Figur Semir Gerkhan hier mit unglaublicher Tiefe dar, die man vielleicht erst auf den zweiten Blick bemerkt. Im Nachhinein scheint es, als habe sich Paschmann hier bei jedem kleinsten Detail etwas gedacht. Selbst beim Auto, das auf Semir zufährt und an der unsichtbaren Wand abprallt. Zuerst fand ich das irgendwie fehlplatziert... jetzt denke ich an die Deutungsebenen, die sich hier (und nicht nur hier) auftun. Es ist eine Reise durch Leben, Gedanken, Ängste und Charaktereigenschaften von Semir Gerkhan, bei der Paschmann viel und gern mit Metaphern arbeitet. Kleine Schönheitsfehler, wie die Abwesenheit von Dana, Lilly und Ayda in dieser Welt inklusive. In einer fortgeschrittenen, mit der Zeit gehenden Cobra, wäre das Staffelfinale genauso wie „Bombenstimmung“ eine Folge, aus der man das Maximum hätte herausholen können, hier in Form von Partner-Rückblenden, in Form eines sehr komplexen, sich auf viele vorherige Folgen beziehenden Falles. Auch was die Erzählung der realen Erlebnisse betrifft, muss man Schwächen wie den vollkommen unterschiedlichen Gesundheitszustand von Semir und Paul nach dem Unfall in Kauf nehmen, damit die Folge funktionieren kann. Eigentlich vermeidbar, wenn Paul gar nicht im Auto gesessen, sondern immer noch am Van des Entführers gehangen hätte. Das Finale dagegen sehr stark, wie der Entführer einfach als letzten Ausweg den Suizid sieht, passend zum - zugegeben sehr plump präsentierten - Hintergrund der Figur.

      Genau in der mutigen Erzählweise liegt aber gleichzeitig der „Fehler“ der Episode (in dicken Anführungszeichen): Die Hauptcharaktere dürfen nach RTL-Konzept gar nicht (mehr) eine solche Tiefe besitzen, die Paschmann hier kreiert, denn sonst wäre das Publikum geschlossen anspruchsvoller und es würde geschlossen bei Scheißtag und Co. rebellieren und RTL die Hölle heiß machen. Auch wenn diese Staffel wieder ein Schritt in die richtige Richtung ist, bleibt das Staffelfinale in dieser Hinsicht vorerst einzigartig und serviert das, was auch „Bombenstimmung“ und „Schutzengel“ nicht getan haben.

      Nun könnte man Paschmann also sagen: Thema verfehlt, guter Mann, keine Ahnung vom Format, setzen 6! Derzeit kann man so eine Folge wirklich nur genießen und sich darauf einlassen, wenn man sie als einzelne Episode sieht und das Gros der bisherigen 56 Renner-Folgen dabei ausblendet.

      Allerdings ist Paschmann nicht erst seit gestern bei der Cobra, er ist seit Jahren Francos Kameramann und hat schon an unvergesslichen Werken wie der „dunklen Seite“ mitgearbeitet (dort allerdings durch die Kamerahaltung bei der Auto-Verfolgungsjagd mehr schlecht als recht). Er gehört zu denen, die das Format wieder in die richtige Spur bringen könnten. „Zwischen Leben und Tod“ ist nicht unpassend für das Format Alarm für Cobra 11, die Folge kommt nur zu früh oder - je nach Blickwinkel - zu spät, zu einem unglücklichen Zeitpunkt, zu dem man von der Serie anderes gewohnt ist. Der Übergang in Form einer Herbststaffel 2013, der fehlt hier.

      Es bleibt die Frage, ob man dauerhaft eine derart hochqualitative Schiene fahren wird, denn derzeit prallen hier zwei Welten aufeinander, die nicht harmonieren wollen, die Welt der Dramatik, Vielschichtigkeit und Komplexität, die eine stetige Entwicklung der Charaktere mit all ihren Backgroundstorys voraussetzt und die Welt der einfachen Donnerstagabendunterhaltung, bei der man kaum Vorkenntnis braucht, sich nicht groß konzentrieren muss und sich von der Action berieseln lassen kann.

      Ich sehe die Folge so, wie ich sie sehen möchte, als einzelnes Werk und dafür gibt es eine 9/10, da man hier und da noch einiges verbessern könnte und die Episode nicht uneingeschränkt frei von Fehlern ist. Ich denke ebenfalls, dass die Folge sehr stark polarisieren wird und die Wenigsten werden sie wirklich deuten wollen, was im Allgemeinen die Schuld von RTL selbst ist. Der Anfang ist gemacht. Jetzt muss man abwarten, ob es dabei bleibt oder eine Ausnahme war. Die Hoffnung stirbt bekanntlich immer zuletzt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Eye ()

    • Ich muss jeglichen Leuten widersprechen, die sagen dass man nicht alle Facebook- Kommentatoren als Idioten bezeichnen darf.
      Unter der Vorschau für das Staffelfinale gehen unzählige Personen davon aus, dass das die letzte Folge mit Erdoğan Atalay sein wird, und Semir sterben wird.

      Ich bin sprachlos…


      P.s. einige wenige wünschen sich an dieser Stelle völlig themenfremd Tom Beck zurück.

      Siese Leute sind maßgeblich für den Niedergang der Cobra verantwortlich!
    • @BenJaegerSchnitzel Ohja...die haben wirklich einen Dachschaden dort, aber was erwartest du dir von einer solchen Cobra-Gemeinde, die sogar glauben, dass Erdogan oder Daniel sogar die Beiträge für die Sendung verfassen. Leider setzt man auf dummes Publikum und dann werden tausende Leute nächste Woche wahrscheinlich nicht einmal den Verlauf der Finalfolge verstehen können. Ich meine...Nicht einmal "Tag der Abrechnung" wurde von einigen verstanden...Es ist einfach nur traurig...
      "Mit Alex Brandt werden wir die Cobra ein weiteres Mal neu definieren - Alex Brandt ist ein toller Charakter mit Ecken und Kanten".
    • Das hängt aber auch damit zusammen, dass man die Serie in den mittleren Ben-Staffeln zu lange speziell für diese Zielgruppe ausgerichtet hat. Wäre da durchgängig ein Tom Kranich/Jan Richter oder in die andere Richtung Chris Ritter/Alex Brandt geblieben, sähe die Fangemeinde anders aus. Es sind ja auch Leute dabei, die von Anfang an gucken und von denen sind die wenigsten von der Comedyrichtung begeistert.
    • Die Folge erinnert mich an die dunkelsten Dr. House Folgen und das sind zwei völlig unterschiedliche Genres.. was ein mindfuck!
      Der durchschnittliche Facebook-Zuschauer wird leider keineswegs verstehen, was da in 45 Minuten passiert. Die Folge erklärt fast nichts und sorgt mit einer so noch nie dagewesenen Bildstärke für alles, was man wisssen muss - und dennoch, ergibt die Folge erst als Ganzes Sinn.. ganz großes Kino! Paschmanns Stil ist wirklich etwas ganz besonderes und dieses Experiment im Staffelfinale ist endlich mal geglückt... hat auch lange genug gedauert!

      Ich freu mich auf seine nächsten Folgen!
      8) Ist ja wie auf der Autobahn hier....! :D
    • Eine sehr gelungene Folge, einfach mal etwas anderes. Nicht so schnell wie normal. Ich denke da werde einige Probleme mit haben. Man muss dabei bleiben, das finde ich persönlich aber gut.

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      Ein Kritikpunkt: Pauls Reaktion auf Semirs Koma ist mir etwas schwach. Als sein Freund in "Showtime für Paul" stirbt, kommt da viel mehr rüber.

      Gefallen hat mir aber auch die Szene, in der Paul sich von dem Entführer nicht von der Handgranate davon abhalten lässt, das Kind aus dem Auto zu holen. Das fand ich wirklich prima.


      Wenn das so weitergeht, freue ich mich total auf die nächste Staffel.
      Kim: "... Was studieren wir denn eigentlich? Lassen Sie mich raten... Chaostheorie vielleicht?!"