Gehetzt, gestellt und abserviert

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    • Katrin landete am frühen Vormittag in Köln. Sie war in Gedanken und überlegte sich, ob sie zunächst nach Hause oder doch direkt zur Polizei fahren sollte, die noch ein paar Fragen an sie hatte und entschied sich für die zweite Variante. Sie zog die Karte von dem Polizisten hervor, die sie immer noch in der Tasche hatte und fuhr nur wenig später zur PAST. Dort angekommen fragte sie nach Semir Gerkhan. Doch dieser war nicht da und so musste sie mit Alexander Brandt begnügen. „Ich war eigentlich mit Herrn Gerkhan verabredet…“ gab sie unsicher von sich. „Der ist leider verhindert. Kommen Sie bitte mit.“Katrin nickte und ging mit Alex in dessen Büro- „Hatten Sie einen Unfall?“ wollte Katrin wissen, als sie in seinem Büro saß. „So kann man das sagen. Frau Schwarz, wir haben die Arbeiten an Ihrem Auto abgeschlossen. Allerdings hat sich nichts ergeben. Außer den Fingerabdrücken von Ihnen und Ihrem Bruder sind keine gefunden. Für uns heißt es, dass es entweder keinen Diebstahl gab oder der Täter hat Handschuhe getragen.“ Berichtete Alex. Katrin lächelte nervös. „Nun, das kann doch sein. Ich meine, wenn ich ein Auto klauen würde, dann wäre ich auch darauf bedacht, keine Fingerabdrücke zu lassen.“ Alex sah sie an. „Natürlich ist es möglich. Aber der Täter hat dann auch einen Schlüssel gehabt, denn der Wagen wurde nicht kurzgeschlossen.“ Katrin zog die Schultern hoch. „Das kann nicht sein. Ich meine, die Schlüssel waren bei mir und bei meinem Bruder.“ Alex zog ein Tütchen aus der Lade hervor und legte sie vor Katrin hin. Es war eine Kette und Katrin erkannte sie sofort. Sie gehörte ihr selbst. Irritiert sah sie Alex an. „Haben Sie diese Kette schon einmal gesehen?“ fragte Alex und Katrin schüttelte unsicher den Kopf. „Nein.“ log sie. Alex lächelte leicht. „Sind Sie sich da sicher?“ wiederholte er seine Frage. „Ja, ich kenne sie nicht.“ gab sie mit fester Stimme von sich. „Kennen Sie jemanden, der einen dunklen Transporter mit Heidelberger Kennzeichen fährt?“ Katrin sah ihn wieder an. „Nein, warum fragen Sie?“ „Es geht um ein Entführungsfall, den wir bearbeiten. Wir würden das Opfer gern finden, bevor es ihm genauso ergeht wie anderen.“ kam leise von Alex. Katrin zog die Schultern hoch. „Ich würde Ihnen gern helfen und ich hoffe, Sie finden das Opfer noch rechtzeitig, bevor er oder sie auch stirbt, aber ich kann Ihnen nicht helfen. Darf ich gehen?“ Sie sah ihn fragend an und er nickte. Katrin stand auf und verabschiedete sich. Jetzt hatte sie es sehr eilig, nach Hause zu kommen.

      Semir drehte das Gesicht weg, als Jaron ihm die Mayo durch das Gesicht schmieren wollte. Es vermischte sich mit dem Ketschup, der bereits verteilt war. Jaron lachte irre und schlug ihm dann mit der flachen Hand ins Gesicht. „Du bist ein Ferkel! Kannst du nicht vernünftig essen? Muss ich dir das auch beibringen? Das kannst du haben! Du wirst es lernen, das verspreche ich dir. Fangen wir mit der Gabel an. Die Gabel ist zum Aufnehmen von Speisen da. Du musst aber vorsichtig sein, denn die Gabel ist sehr gefährlich.“ Zur Bestätigung dieser Tatsache stieß er die Gabel mit grober Gewalt in Semir nackten Oberarm. Dieser schrie auf. Jaron lachte laut. „Oh…ich habe auch noch das Messer. Wenn die Gabel schon mal steckt, dann kann ich mit dem Messer ja ein Stück herausschneiden. Mein Vater hat mir auch das Benehmen beigebracht. Auf seine Art und Weise und da ich es dadurch gelernt habe, sehe ich es doch richtig, das du es auch lernst, oder?“ Semir versuchte die Schmerzen im Oberarm zu ignorieren, doch es war nicht einfach. Die Gabel steckte tief drin und bei den Teufeleien die Jaron noch vorhatte, ließen ihn erahnen, was dieser junge Mann in seiner Kindheit durchmachen musste. Er bekam Mitleid mit diesem nach außen hin so schüchtern erscheinende Mann. Er schloss die Augen. „Hören Sie auf. Es tut mir leid, was Ihr Vater mit Ihnen gemacht hat. Ich bedauere das wirklich aber Sie müssen einsehen das ich nichts dafür kann. Auch meine Kollegen, die Sie umgebracht haben, konnten nichts dafür. AAAAHHHHHHH!!!!“ schrie Semir auf, als Jaron die Gabel packte und in der Wunde drehte. „Halt deine Fresse! Ihr Bullen seid alle gleich! Was wisst ihr davon, was mit mir gemacht wurde? Weißt du wozu das Messer gut ist? Damit kann man Fleisch schneiden. Gares und rohes Fleisch. Aber ich werde es an deinem Arm ausprobieren. Schrei, wenn du willst. Niemand hört dich. Niemand!“ versprach er und nahm das scharfe Küchenmesser und schnitt in Semirs Arm. Dieser glaubte bewusstlos zu werden. „Jaron! Was tust du da?“ hörte er wie durch Watte und Jaron ließ das Messer erschrocken fallen.
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      Der Welt gehen die Genies aus,
      Einstein ist tot
      Beethoven wurde taub
      und ich fühle mich auch nicht gut. :D :D

    • Alex sah nachdenklich auf die Kette. Katrin Schwarz war sichtlich nervös und er glaubte hier auf eine heiße Spur gestoßen zu sein. Jenny bemerkte die gedankliche Abwesenheit und stieß ihn an. „Was hast du?“ wollte sie wissen. „Ich habe Katrin Schwarz eben die Kette gezeigt. Sie sagt, sie kennt die Kette nicht, aber ich hatte den Eindruck, dass sie erschrocken war, als sie die Kette sah. Tu mir doch mal ein Gefallen und überprüfe Katrin und Jaron Schwarz!“ bat er sie und Jenny machte sich sofort an die Arbeit. Susanne kam in Alex Büro gestürmt „Alex, ich habe eben folgende Info erhalten. Dr. Richard Lober wurde von seiner Freundin in seiner Praxis gefunden. Er wurde schwer verletzt und liegt im Uni-Klinikum.“ Alex nickte. „Schön für ihn und wer ist das?“ Es klang etwas höhnisch. „Herr Dr. Lober hat den Kollegen erzählt, dass ein Patient ihn niedergeschlagen hat. Dieser Patient war Jaron Schwarz.“ erklärte sie. Alex griff seine Krücken und stand auf. „Okay! Susanne, ich habe Jenny gerade gebeten, Familie Schwarz zu überprüfen. Könntest du das übernehmen und Jenny fährt mit mir?“ bat er die Sekretärin, die sofort zustimmte. Nur wenig später fuhren die Polizisten los. Sie fragten sich im Klinikum zu Dr. Lober durch und standen zehn Minuten später am Bett eines Mannes, der einen dicken Kopfverband trug. „Herr Dr. Lober?“ vergewisserte sich Jenny und der Mann nickte ihr leicht zu. „Dorn, Kripo Autobahn, das ist mein Kollege Brandt.“ Der Psychologe sah sie erstaunt an. „Was hat die Autobahnpolizei mit der Sache zu tun?“ wollte er wissen. „Es geht nicht um Sie. Wir bearbeiten einen Mordfall und in diesem haben wir einen gemeinsamen Namen. Jaron Schwarz.“ erklärte Jenny und Lober nickte. Er versuchte sich aufzusetzen, doch dem Mann wurde scheinbar schlecht, denn er wurde sichtbar blasser. „Bleiben Sie ruhig liegen. Was ist passiert?“ wollte Jenny wissen. „Ich kann nur froh sein, dass er in Panik geraten ist. So vermute ich jedenfalls.“ kam leise von dem Psychologen. „Wen meinen Sie?“ fragte Alex nun, der sich in den Rollstuhl setzte, welcher am Bett stand. „Jaron Schwarz. Er ist wegen schweren Psychosen seit Jahren mein Patient. Sehen Sie, Jaron wurde in der Kindheit von seinem Vater schwer misshandelt und musste sogar zusehen, wie sein Vater die große Schwester sexuell missbraucht hat. Das hat bei ihm eine ziemlich starke Psychose ausgelöst, die ihn aggressiv und unberechenbar macht. Heute aber war er richtig gelöst und ich habe gedacht, dass die Behandlung endlich gefruchtet hat und er sich freier fühlte. Ich habe ihm deshalb die Bilder seiner Eltern gezeigt. Für seine Mutter empfand er nur Verachtung. Für seine Schwester große Liebe und beim Bild von seinem Vater ist er dann ausgerastet. Er hat meinen Briefbeschwerer vom Tisch genommen und ihn mir über den Kopf gezogen. Zum Glück nur einmal aber es reichte mich ins Land der Träume zu schicken.“ berichtete der Psychologe.

      Jaron zuckte herum und sah seine Schwester mit weit aufgerissenen Augen an. „Katrin? Was machst du denn schon hier?“ fragte er. Doch sie ging nicht auf seine Frage ein. „Ich habe dich gefragt, was du da machst? Bist du von Sinnen? Wir haben doch vereinbart, dass du das lässt! Was soll das?!“ fauchte sie ihn wütend an. Jaron zeigte flüchtig auf Semir. „Er … ich … ich habe gesehen, wie er seine Tochter angefasst hat! Er hat sie so schwer verletzt, das sie danach zum Arzt musste!“ erklärte er stockend. Katrin sah den Mann, den sie als den Polizisten erkannte, der sie über den Fund des Autos informiert hatte, an. „Ist das wahr?“ Der Mann schüttelte den Kopf. „Meine Tochter war krank. Sie hatte Fieber und ich habe sie in den Wagen meiner Frau gebracht. Ich habe meine Tochter nicht angefasst. Ich habe nichts getan.“ kam verzweifelt von ihm. Katrin spürte eine Unsicherheit bei sich. Sie sah wieder zu ihrem Bruder. „Jaron, ich war eben bei der Polizei. Die haben meine Kette! Kannst du mir das erklären?“ Jaron schüttelte den Kopf. Katrin verließ kurz den Kellerraum und kam nach fünf Minuten wieder. „Wo ist Otto?“ wollte sie nun von ihrem Bruder wissen. „Keine Ahnung. Was geht mich Otto an?!“ knurrte er. „Meine Kette war an Otto. Das weißt du doch! Wo ist Otto?“ „Er wird bei meinen Kollegen sein. Ihr Bruder hat mich und meinen Kollegen in die Falle gelockt. Mein Kollege wurde niedergeschossen und ich entführt. Seit drei Tagen quält er mich schon.“ warf der Polizist ein und Katrin sah Jaron wütend an. „Also doch! Jaron, was hast du getan?“ Ihr Bruder machte einen Schritt auf sie zu und sie ging zurück. „Ich sorge für Gerechtigkeit! Ich schütze dich!“ fauchte er sie an. „Jaron, ich habe dir doch oft genug erklärt, dass es nicht notwendig ist. Ich habe Angst, das die Polizei bereits weiß, dass es meine Kette ist. Die haben dich im Verdacht! Wenn sie dich verhaften, dann sperren sie dich ein und dann kann ich nicht nichts mehr für dich tun!“ mahnte sie. „Dann müssen wir ihn verschwinden lassen! Ich knall ihn ab und leg ihn wie den Anderen auf irgendeinen Parkplatz ab und dann verschwinden wir!“ legte Jaron fest und zog eine Waffe aus dem Hosenbund. Er spannte die Waffe und legte auf Semir an.
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    • Alex sah Dr. Lober an. „Trauen Sie Jaron Schwarz einen Mord zu?“ Lober erwiderte seinen Blick. „Jaron ist unberechenbar. Solange seine Schwester bei ihm ist, ist er ein sehr friedlicher und zurückhaltender, ja fast schüchterner Mann. Aber sobald er allein ist verwandelt er sich in Mr. Hyde. Er wird er wie Dynamit. Ein Funke genügt und er explodiert. Mit anderen Worten, ja. Jaron Schwarz ist in der Lage einen Menschen eiskalt zu töten.“ bestätigte der Psychologe. Alex sah kurz zu Jenny. „Okay, danke Herr Lober. Wenn Ihnen noch etwas einfällt, dann melden Sie sich bitte bei mir.“ bat er und reichte dem Mann seine Karte. Der Psychologe versprach es und Alex verschwand mit Jenny wieder. Sie fuhren zur PAST und gingen direkt zu Susanne. „Hast du was gefunden?“ wollte Alex von ihr wissen und sie nickte. „Jede Menge! Der Vater von Katrin und Jaron Schwarz war ein Kollege in Duisburg. Es gab mehrere Anzeigen gegen ihn wegen sexuellen Missbrauch an die Tochter und häusliche Gewalt. Die Kollegen haben Manfred Schwarz mehrfach aus der Wohnung verwiesen. Manfred Schwarz hat alles irgendwie dann so hingestellt, das nicht er der Täter war, sondern seine Kinder und seine Frau Heidelinde. Vor acht Jahren sind beide bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.“ Alex nickte leicht. „Wenn das so ist, dann hatte er doch auch Zugriff auf das Programm. Ich rufe Hartmut an, ob er diesen Namen… wie war er nochmal?“ Susanne sah auf den PC. „Manfred Schwarz.“ Alex griff sein Handy und wählte Hartmut an, der sich sofort meldete. „Ich bin es! Hör zu, wir haben vielleicht was gefunden, aber ich brauche deine Hilfe. Es geht um Manfred Schwarz. Ein ehemaliger Kollege und ich vermute das sein Sohn mit dem Verschwinden von Semir zu tun hat. Finde doch bitte mal raus, ob ein Account mit dem Namen Manfred Schwarz existiert und ob der noch aktuell ist!“ „Einen Augenblick, das haben wir gleich! Okay, also … warte… Scherzinger, Schmidt, Schrepp …Schwarz! Der Account ist hier aufgelistet.“ stieß er aus, gab den Namen in der Datei ein und checkte das Passwort. „Ich bin drin! Der Account ist immer noch aktiv!“ bestätigte Hartmut. „Dann haben wir unseren Täter oder unsere Täter! Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Jaron allein war. Katrin war eben sehr nervös als ich ihr die Kette hingelegt habe. Sie hat die Kette hundertprozentig erkannt!“ stieß Alex aus und griff wieder seine Krücken. „Wir informieren Krüger!“ Schon stand er auf und humpelte raus. An der Tür stieß er fast mit Susanne zusammen. „Ist die Krüger da?“ wollte er von ihr wissen „Ja, sie hat aber Besuch von Schrankmann.“ „Das trifft sich diesmal sehr gut. Dann kann ich sie auch direkt informieren.“ Schon war er an der Tür von Krüger und klopfte an. „JA!“ hörte er von seiner Vorgesetzten. „Frau Krüger! Wir haben einen Verdächtigen! Wir müssen sofort handeln!“ sprühte es aus ihm heraus. Schrankmann sah ihn kühl an. „Und wer soll der Mörder sein?“ fragte sie in ihrer kühlen Art. „Genauer sind es zwei, davon gehe ich jedenfalls aus. Katrin und Jaron Schwarz. Der Vater von den Beiden …“ berichtete Alex das, was er bisher wusste.

      Semir sah in die Mündung, die ihn drohend ansah. „Frau Schwarz, verhindert Sie einen weiteren Mord. Sie machen sich der Mittäterschaft strafbar.“ versuchte er. Jaron trat auf ihn zu und verpasste ihm eine heftige Ohrfeige. Dann griff er die Kleberolle und riss ein Stück ab. Schnell verklebte er seinem Opfer den Mund und wandte sich an seine Schwester. „Er muss sterben!“ legte er fest und Semir schüttelte heftig den Kopf. Doch Katrin Schwarz schien sich nicht sicher. Sie wandte sich wieder an ihren Bruder. „Nein, er wird nicht getötet. Du hast schon einmal diesen Fehler begangen. Noch einmal werde ich es nicht zulassen. Wir bringen ihn in den Raum, wo Vater mich immer …“ Sie stockte und Jaron nahm sie in den Arm. „Okay, meinst du, du schaffst es den Raum zu betreten? Ich brauche deine Hilfe.“ Sie nickte. „Ich bereite den Raum vor und dann kümmere ich mich um seine Wunden. Du wirst ihm nichts mehr tun, ist das verstanden?“Jaron senkte den Kopf und nickte leicht. Katrin verließ den Raum. Jaron wandte sich wieder Semir zu. „Du wirst schon sehr bald deinen letzten Atemzug tun. Denkst du, du kannst mir einfach meine Schwester wegnehmen? Sie ist meine Familie. Du wirst sie nicht umdrehen können. Solltest du es versuchen, zwingst du mich zu einem Schritt, den ich überhaupt nicht machen will. Hast du mich verstanden?“ Semir hörten den drohenden Unterton und er traute dem Mann jede Gemeinheit zu und nickte ergeben. Jaron lachte und tätschelte sein Gesicht. „Braver Junge. Ich löse dir gleich die Fesseln und bringe dich in den Raum, wo mein Vater mich erniedrigt und meine Schwester ihre Unschuld genommen hat. Dort wirst du langsam … sehr langsam sterben. Ich kann dich nicht leben lassen. Das verstehst du doch, oder? Ich meine, du bist ein Bulle! Deine Aufgabe ist es ja, böse Buben wie mich, einzusperren oder nicht?“ Semir bemerkte den höhnischen Ton doch er ignorierte es. Das Jaron ihn nicht gehen lassen würde, war so sicher wie das Amen in der Kirche. Egal was Semir nun auch versuchen würde, sein Tod stand schon fest.
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    • Schrankmann lachte auf. „Was für Beweise haben Sie?“ fragte sie. Alex erzählte, was er bisher erfahren hatte. Schrankmann und auch Krüger hörten aufmerksam zu. „Und Sie denken, nur, weil Frau Schwarz so seltsam reagiert hat, hat sie etwas mit den Morden und mit dem Verschwinden von Gerkhan zu tun zu haben? Das ist doch sehr vage. Was machen Sie überhaupt hier? Sind Sie nicht noch krankgeschrieben?“ wollte Schrankmann wissen. „Das ist doch jetzt egal. Ich bin mir sicher, das Semir sich in den Händen von Jaron befindet und ich muss Ihnen doch nicht erst sagen was mit Baur passiert ist! Geben Sie mir den Durchsuchungsbeschluss oder nicht?“ fauchte Alex wütend. Doch die Oberstaatsanwältin schüttelte den Kopf. Alex sah seine Vorgesetzte an und diese griff zum Hörer um das SEK anzufordern. Das Gespräch war sehr kurz. „Die werden in einer halben Stunde hier sein. Denken Sie, das Schwarz Semir bei sich zuhause festhält?“ wollte sie wissen. Alex zog die Schultern hoch. „Ich hoffe es. Der Psychologe sagt ganz klar, das Schwarz fähig ist, Morde zu beginnen. Ich werde mit Jenny schon vorfahren!“ legte er fest. „Sie gehen aber nicht ohne dem SEK rein!“ Alex nickte und verschwand. Jenny saß bereits schon im Auto und wartete auf ihn. „Dann los! Und zwar mit Musik!“ Sie startete den Motor und raste los. Alex starrte auf die Straße. „Du bleibst aber draußen!“ mahnte Jenny. Die Fahrt dauerte Alex zu lange. „Jenny, kannst du bitte mal Gas geben?! Es geht um Semir!“ fauchte er wütend. „Ich kann die Autos vor mir auch nicht wegschieben. Beruhige dich doch.“ mahnte sie dagegen denn trotz Blaulicht und Sirene schien keines der Fahrzeuge vor ihnen, die Absicht zu haben, den Weg freizumachen. Während die Beiden auf dem Weg waren, sah Schrankmann Kim Krüger an. „Das wird Konsequenzen haben! Ich habe keinen Einsatz zugestimmt!“ fauchte sie wütend. „Das werden wir ja sehen. Sie vergessen wohl, dass es hier um ein Menschenleben geht! Warten, bis Sie eine Entscheidung treffen, ist fatal. Aber wenn Sie nicht damit zufrieden sind, können Sie sich ja beim Polizeipräsidenten beschweren. Aber Sie können mir auch mal erklären, warum der Account des toten Kollegen auch noch acht Jahre nach dem Tod aktiv ist.“ lächelte Kim gelassen.

      Katrin ging in einen weiteren Kellerraum, der sich als Hobbyraum zeigte. Hier stand eine schwere Werkbank und sie zog den kleinen Werkzeugwagen zur Seite. Darunter kam eine Klappe zum Vorschein und diese zog sie hoch. Eine kleine schmale Treppe kam zum Vorschein. Sie griff die Taschenlampe von der Werkbank und schaltete sie ein und ging die Treppe langsam runter. In Gedanken zählte sie die Stufen und stand nur kurz darauf in dem nächsten Gang, der kleiner als der von oben war. Hier gingen zwei Türen ab. Ihr Vater hatte diese Räume angelegt, um bei einem Kriegsausbruch oder anderen Katastrophen sich und seine Familie zu schützen. Der eine Raum war eine Nottoilette und der zweite Raum, sollte als Aufenthaltsraum dienen. Etwas weiter gab es einen offenen Raum, der mit Küchenutensilien und –geräten ausgestattet war. Sie betrat den Aufenthaltsraum und tastete nach dem Lichtschalter. Das Licht flammte auf und sie löschte die Taschenlampe. Ihr Blick fiel auf Eines der hier im Raum stehenden Betten und die Erinnerungen holten sie ein. Seit dem Tod ihrer Eltern hatte sie den Raum nicht mehr betreten. Wie oft musste sie hier ihrem Vater zu Willen sein? Wie oft hatte er sie hier runtergebracht? Wie oft hatte er Jaron hier misshandelt? Wieder sah sie ihren kleinen Bruder wimmernd vor Schmerzen in der Ecke hocken. Sie schüttelte sich und warf die Erinnerungen gedanklich zur Seite. Der Raum war ohne Fenster oder Lüftung und entsprechend war die Luft. Die Bettgestelle war einbetoniert und hier würde der Mann ein paar Tage aushalten müssen. Sobald sie und Jaron in Sicherheit waren, würde sie seinen Kollegen anrufen und den Aufenthaltsort verraten. Sie sah sich selbst als Kind wieder im Bett liegen und glaubte den Geruch ihres Vaters wahrzunehmen. Sie erinnerte sich daran, dass sie sich immer in eine Fantasiewelt flüchtete, wenn ihr Vater sich bei ihr das holte, was er eigentlich von seiner Frau holen sollte. Sie ging noch einmal nach oben und holte Bettwäsche aus dem Schrank um das Bett wenigstens etwas frisch zu machen. Nachdem sie fertig war, wollte sie Jaron und Gerkhan holen, doch ihr Bruder kam bereits mit dem Mann zu ihr. Er hatte ihn geschultert und warf ihn achtlos auf den Boden. Gerkhan stöhnte auf und versuchte aus der Nähe von Jaron zu kommen. „Jaron! Lass das.“ mahnte sie ihn. „Hol mir Verbandsmaterial und etwas zum Waschen!“ hängte sie an. „Erst mache ich ihn fest!“ knurrte Jaron und zerrte den Mann an die Wand. Er trat auf ihn ein und fesselte ihn an dem Rohr. „Jaron, hör auf!!“ schrie Katrin ihn an. „Leg ihn aufs Bett!“ Nur murrend stimmte Jaron zu und öffnete die Handschellen wieder. „Gib mir die Schlüssel für die Handschellen. Hol mir was, damit ich ihn etwas saubermachen kann.“ bat sie erneut. Ihr Bruder stieß verächtlich Luft aus. „Was kümmert dich das, wie er aussieht.“ knurrte er. „Bitte. Es ist nicht notwendig, dass er noch mehr Schaden nimmt. Hol mir was zum Waschen und auch etwas für die Wunden. Bitte…“ Sie sah ihn lächelnd an und Jaron schien mit sich zu kämpfen. „Erst wenn er festgemacht ist. Ich will nicht, dass er dich angreift!“ Mit einem finsteren Gesichtsausdruck fesselte Jaron den Polzisten die linke Hand mit Handschellen am Bett.
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    • Semir sah die junge Frau fragend an. „Hören Sie Katrin, ich…“ Er schwieg als sie ihn ansah. „Ich werde es Ihnen so angenehm wie nur möglich machen aber Sie dürfen nicht gehen. Ich muss meinen Bruder schützen. Und ich muss Sie vor ihm schützen. Jaron ist nicht böse. Glauben Sie mir, er will mich nur beschützen. Er will sich an die Leute rächen, die meinem Vater ähnlich sind und die Töchter haben. Er glaubt, dass er die Mädchen vor dem Vater schützen muss. So wie er es damals nicht konnte, als mein Vater mich missbraucht hat. Hier in diesem Raum hat er mich immer wieder missbraucht und meinen Bruder geschlagen, eingesperrt und drangsaliert. In den Augen meines Vaters war Jaron ein Jammerlappen, ein Tunichtgut. Aber er ist nicht böse. Er ist nur verwirrt.“ Semir stöhnte leise auf. „Ihr Bruder hat mehrere Polizisten umgebracht! Sie waren alle unschuldig! Sie haben nichts getan.“ stieß er aus. Katrin schüttelte verständnislos den Kopf. „Was reden Sie da? Er hat einen Polizisten getötet, ja. Aber nicht mehr. Er hat sofort aufgehört!“ widersprach sie. „Ihr Bruder ist ein sechsfacher Mörder! Sehen Sie nicht, was er mit mir gemacht hat?“ Semir sah Katrin flehend an. „Helfen Sie mir und ich verspreche Ihnen, dass ich Ihrem Bruder helfen werde. Es kann nicht so weitergehen." Katrin lächelte leicht. „Jaron ist nicht böse, er ist krank. Aber wenn ich Ihnen helfen, dann wird man ihn verurteilen!" fauchte sie. Semir hörte, dass die Frau verzweifelt war doch er wollte sie nicht anlügen. „Ja, er wird verurteilt werden aber man wird ihn nicht ins Gefängnis bringen. Man wird ihn in ein Krankenhaus bringen, wo ihm geholfen werden kann. Bitte helfen Sie mir." Katrin schien es wirklich zu überlegen und gerade als sie antworten wollte, kam Jaron in den Raum. „Lass dich nicht von ihm einlullen. Der lügt!“ fauchte er, stieß Katrin zur Seite und verpasste Semir einen harten Schlag ins Gesicht. Durch die Wucht, fiel Semir gegen das Kopfteil und war für einen Augenblick völlig benebelt. „Jaron! Hör endlich auf!“ fauchte Katrin und zog ihn weg. Doch nun richtete Jaron sich gegen sie. Er schlug ihr mit der Faust ins Gesicht und Katrin ging zu Boden. „Lass mich in Ruhe!“ schrie er sie an.

      Semir riss an der Handfessel und sprang auf. „Lassen Sie sie!!“ schrie er. Jaron ließ von Katrin ab und wandte sich zu ihn um. Er zeigte mit dem Finger auf ihn. „Halt deine Fresse! Du hast dich nicht einzumischen! Setz dich wieder!“ Semir setzte sich und sah auf Katrin, die aus der aufgeplatzten Lippe blutete. „Hier hat mein Vater mich bestraft! Immer wieder! Und du wirst diesen Raum nicht lebend verlassen! Er hat mir nicht nur die Zigarren auf dem Arm ausgedrückt. Nein, wenn ich in seinen Augen böse war, dann hat er mir auch schon mal einen Finger gebrochen. Einfach so!" Er machte einen Schritt auf ihn zu, packte die rechte Hand von Semir und umgriff den Mittelfinger. Mit einem Ruck drehte er den Finger nach hinten und Semir schrie schmerzerfüllt auf. Er spürte, wie der Finger brach. Der junge Mann lache leise. „Jetzt geht es erst richtig los." Dann packte er den Hals des Polizisten, drückte ihn in die Rückenlage und drückte erbarmungslos zu. „Pfeif wenn du keine Luft mehr bekommst!" lachte er irre. Semir spürte wie es immer knapper wurde. Mit der rechten Hand versuchte er, trotz der Schmerzen im Finger, sich Luft zu verschaffen, doch er hatte in den letzten Tagen zu viel einstecken müssen. Er schloss die Augen und wünschte, dass es bald vorbei wäre. Und plötzlich verschwand der Druck am Hals. Irritiert öffnete er die Augen und sah Katrin vor sich stehen. Jaron lag reglos am Boden. Semir röchelte und pumpte angestrengt Luft in seine Lungen. Er sah Katrin flehend an. „Helfen Sie mir doch. Ihr Bruder braucht Hilfe, das haben Sie richtig erkannt. Aber nicht die Hilfe, die Sie ihm geben. Er muss in eine Klinik. Er ist irre!“ Katrin erwiderte seinen Blick und holte mit der flachen Hand aus. Semir steckte diesen Schlag schweigend weg. „Sprich nicht so über meinen Bruder! Du hast kein Recht dazu!“ Semir schwieg. Katrin stand auf der Seite ihres Bruders und er konnte es ihr nicht übelnehmen. Blut war ja bekanntlich dicker als Wasser. „Ich werde dafür sorgen, dass Jaron Sie nicht mehr anfasst aber Sie dürfen ihn auch nicht provozieren.“ erklärte sie leise. „Und dann? Wollen Sie zusehen, wie er mich umbringt? Haben Sie auch bei den Anderen zugesehen?“ Katrin senkte den Kopf. „Wollen Sie von mir ein Geständnis?“ fragte sie leise.
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    • Semir sah sie an. „Nein, ich will Ihnen nur erklären, was passiert ist. Jaron hat insgesamt 6 Polizisten getötet. Ich soll der 7. sein. Er hat mir eben noch gesagt, dass er mich töten wird. Sie können es doch nicht ignorieren!“ warnte er die Frau. Katrin senkte den Kopf. „Ich hole Ihnen etwas zu essen.“ versprach sie und verschwand. Jaron kam wenige Minuten später rein und stürzte sich auf ihn. Er traktierte ihn mit Faustschlägen und zwang ihn. in die Rückenlage und klemmte ihn die freie Hand mit den Beinen ein. Dann setzte er sich auf ihn. Er nahm die mitgebrachte Flasche und packte mit der freien Hand Semir an den Hals. Die Flasche drückte er dem Polizisten in den Mund und schüttelte ihm die darin befindliche Flüssigkeit in den Mund. „Trink!“ fauchte er und hielt Semir nun die Nase zu. Der Hauptkommissar versuchte sich zu befreien, doch Jaron war nicht zu bändigen. „Jaron! Hör endlich auf! Lass ihn in Ruhe!“ hörte er Katrin schreien, die gerade in den Raum kam. Doch es war zu spät. Semir hatte durch die Luftnot die Flüssigkeit runtergeschluckt und japste nach Luft. „Jetzt lass ihn endlich in Ruhe! Los wir hauen ab. Ich habe ein ungutes Gefühl, dass gleich noch was passiert!“ warnte sie ihren Bruder und stellte das Essen auf den Tisch. Jaron nickte. „Okay, ich gehe schon mal nach oben. Mach du ihn fertig! Er wird gleich eh einschlafen.“ Katrin sah nur kurz auf Semir und nickte dann. „Mach das! Ich komme gleich.“ versprach sie. Semir sah sie mit gemischten Gefühlen an. Sie zog den Tisch zu Semir heran. Dann nahm sie einen Stuhl und setzte sich ihm gegenüber. „Ich sehe es Ihnen an, dass Sie Hunger haben. In dem Essen ist wirklich nichts. Wenn Sie wollen, dann koste ich es vor.“ gab sie zu verstehen und griff den Löffel und nahm etwas Essen auf, schob es sich in den Mund und aß. „Was hat mir Ihr Bruder verabreicht?“ wollte Semir von ihr wissen, doch Katrin zog die Schultern hoch. „Ich vermute, dass es seine Schlaftabletten waren. Es tut mir leid, was mein Bruder Ihnen angetan hat. Aber ich kann Ihnen nicht helfen. Bitte verhalten Sie sich ruhig. Ich weiß nicht, wie Jaron reagiert, wenn Sie zu laut sind. Bitte essen Sie etwas.“ Sie stand auf und wollte den Raum verlassen, doch als sie die Tür öffnen wollte, tat sich nichts. „JARON!! MACH AUF!!“ schrie sie wütend und hämmerte gegen die Tür. Doch es passierte gar nichts.

      Jaron steckte grinsend den Schlüssel ein. Er hörte wie seine Schwester an der Tür rüttelte. Doch er wusste auch, dass sie die Tür nicht öffnen konnte. Den einzigen Schlüssel hatte er. Er hörte wie sie schrie und schloss für einen Augenblick die Augen. Wenig später ging er die Treppe hoch und verließ kurz das Haus. Aus seine Van holte er einen Benzinkanister und verschüttete es großzügig vor der Tür zum Verließ. Anschließend tränkte er einen Lappen und legte ihn auf die Treppe. Anschließend stellte er ein Teelicht ohne Aluschale darauf und zündete den Docht an. Bevor er die Treppe hochging, sah er noch einmal auf die Tür zum Gefängnis. „Tut mir Leid Kat, aber ich kann dich nicht gehen lassen. Du bist eine Verräterin. Aber wir sehen uns schon sehr bald wieder, das verspreche ich dir. Sehr bald.“ Oben angekommen, ließ er die Klappe wieder absinken und schob den Werkzeugwaren darüber. Niemand würde dieses Versteck finden. Er ging in die Küche und öffnete die Weinflasche, die noch auf dem Küchentisch stand. Dann holte er sich seine Tabletten aus seinem Zimmer. Es waren die gleichen Schlaftabletten, wie Gerkhan sie eingenommen hatte. Auch er nahm mehr als gut war. Anschließend legte er sich in sein Bett, faltete die Hände und wartete auf die Wirkung. Die Brenndauer der Kerze schätzte er auf zwei Stunden. Er würde sanft einschlafen und nichts mehr spüren. Gar nichts mehr. Völlige Entspannung. Er schloss die Augen und atmete tief durch. Niemand würde sich an ihn erinnern. Niemand! Ihm fiel wieder sein Tagebuch ein und er zog es unter dem Kissen hervor. „Mein Herz schreit vor Schmerzen, doch niemand kann es hören, denn ich zeige es nicht. Ich bin allein! Ich habe eine Familie und doch keine. Ich bin allein auf dieser Welt. Keiner versteht mein Herz. Ich bin zur falschen Zeit geboren worden --- nein, erschaffen ist das richtige Wort. Wer bin ich ohne das, was ich bin? Ohne einen Bezug auf das, was man haben sollte? Wer oder was kann mir das beantworten? Ich suche immer noch nach dieser Antwort. Eine Frau wurde mir verwehrt! Ein erfolgreiches Dasein verboten. Glück versagt. Meine Meinung unterdrückt, dass was mir noch bleibt ist Schmerz, Hass, Verachtung, Pech. Meine Anwesenheit wird nur geduldet. Ich bin nicht erwünscht. Ich werde nicht bemerkt, und doch bin ich da, aber warum? Warum bin ich da? Wozu bin ich da? Nur um anderen ein Spielzeug zu sein? Ein Kummerkasten? Ein Trainingsgerät? Oder gibt es da etwas? Gibt es etwas, dass ich besitzen darf?Kein Material oder Gegenstand. Ich brauche doch nur etwas, das mir mein Recht auf Leben gibt. Ist das zu viel? Ist es zu groß für mein Dasein? Ich weiß, mein Ende kommt immer näher. Es werden welche weinen, Bilder werden verblassen doch letztendlich wird man sich freuen darüber. Doch wer kann wahrhaftig und aufrichtig sagen: Ich bin stolz auf dich! Ich bin froh, dass es dich gibt. Ich weiß es nicht. Allein ohne Bezug, ohne etwas, das ich haben sollte. Was bleibt übrig? So viele Fragen.“ las er leise vor und immer mehr Tränen liefen ihm über das Gesicht.
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    • Semir sah Katrin an. Er fühlte sich müde und doch konnte er nicht umhin, die Tatsache, dass Katrin hier eingesperrt war, mit ein wenig Genugtuung zu fühlen. „Das war vorhersehbar. Er kann keine Zeugen gebrauchten. Und jetzt sind Sie in der gleichen Lage wie ich. Sie werden sterben.“ sagte er leise. Katrin sah ihn wütend an. „Quatschen Sie nicht so eine Scheiße! Kommen Sie her und helfen mir!“ fauchte sie. Er lachte bitter auf. „Das Bett ist einbetoniert, ich bin am Bett gefesselt. Wie stellen Sie sich das vor? Haben Sie den Schlüssel für die Handschelle?“ Er hob demonstrativ seine gefesselte Hand. Katrin schüttelte den Kopf und trat gegen die Tür. „Verdammtes Arschloch!“ schrie sie durch die Tür und setzte sich auf das Bett. Sie knetete ihre Hände und sah zu Boden. „Entschuldigen Sie. Ich hätte Ihnen glauben sollen. Ich dachte immer, er ist nur ein bisschen verwirrt und es kommt durch eine Therapie wieder in Ordnung. Ich habe mich geirrt. Diese Morde, von denen Sie mir erzählt haben. Sind Sie sicher, dass es Jaron war?“ Semir nickte leicht. „Er hat vor mir mit diesen Taten geprahlt. Er sieht sich im Recht. Er ist wahnsinnig und ich denke, dass er für seine Taten sicher nicht verantwortlich gemacht werden kann, aber er würde in ein Krankenhaus gebracht, wo er für immer bleiben muss. Sie können ihn sicher besuchen. Zumindest wäre das der eigentliche Ablauf.“ Katrin nickte leicht. „Sie meine, wenn ich ihm nicht geholfen hätte. Man wird mich auch verhaften, nicht wahr? Was bekomme ich dafür?“ Semir zog die Schultern hoch. „Ich bin kein Richter. Er kann es als Mittäterschaft sehen. Für die Taten Ihres Bruders können Sie nichts, aber Sie haben ihm geholfen. Sie wollten ihn schützen und das verstehe ich sehr gut. Aber er ist dahintergekommen, dass Sie mich schützen wollten. Er sieht Sie nun als Feind. Was glauben Sie, hat er nun vor?“ fragte er. „Das weiß ich nicht. Ich hoffe, er kommt wieder zu sich und lässt uns in ein paar Tagen raus.“ Hoffnung schwang in der Stimme mit, doch Semir glaubte nicht daran. Schwindel setzte ein und er bemerkte das die Tabletten wirkten und er verstand den Sinn der Worte nicht mehr. Langsam sackte er weg. „Herr Gerkhan!! Nicht! Bitte nicht!! Bleiben Sie wach!!“ schrie Katrin ihn an.


      Alex und Jenny kamen am Haus an und auch das SEK hatte sich bereits eingefunden. „Das erste Mal, dass sie früher da sind als wir.“ meinte Alex und stieg aus. Diesmal ließ er die Krücken im Auto und wunderte sich, dass er auch ohne laufen konnte. Keine Schmerzen und er ahnte schon, dass er zu viel Adrenalin im Blut hatte. Die Sorge um Semir ließen seine Schmerzen verschwinden. „Hi Alex!“ begrüßte er den Einsatzleiter vom SEK. „Alex! Grüß dich!“ Er informierte den Mann über das, was er wusste. Alex Hoffmann nickte und sah zum Haus. „Okay, dann würde ich sagen, dass wir von hinten und von vorn reingehen. Zwei Mann über die Terrasse und zwei Mann vorn rein!“ legte er fest. Alex Brandt nickte. „Ich vertrau dir. Ich kann dir nicht sagen wo sich Semir befindet, aber ich hoffe inständig, dass er dort drin ist.“Hoffmann nickte kurz und wies seine Leute ein. Der Zugriff dauerte nur wenig Augenblicke und Jenny wie auch Alex betraten das Haus direkt nach den Leuten des SEKs. Mit wildem Gebrüll verschafften sich die Männer Gehör, doch es hörte niemand. Im Wohnzimmer stießen sie auf einen schlafenden Mann. „Das ist Jaron Schwarz!“ stieß Alex aus. Jenny tastete nach dem Puls und schüttelte den Kopf. „Er ist tot. Und wenn ich das hier richtig kombiniere, dann sieht es danach aus, als habe er Tabletten mit Alkohol eingenommen.“ mutmaßte sie. Alex stöhnte auf. „Okay, durchsuchen wir das Haus! Semir muss hier irgendwo sein!“ Hoffmann und seine Leute gingen das ganze Haus durch, doch sie fanden keine Spur von ihrem Kollegen. „Das kann doch nicht sein! Er muss hier sein! Habt ihr jeden Raum durch?“ hakte Alex nach. Hoffmann nickte. „Wir sind jeden Raum durchgegangen. Er ist nicht hier!“ Alex sah Jenny an. „Jenny, das kann nicht sein! Er muss hier sein! Er muss hier sein. Irgendwo! Ich fühle, dass er um sein Leben ringt! Wir müssen ihn finden!“ mahnte er. Jenny stimmte ihm zu. „Das sehe ich genauso. Herr Hoffmann, kann es nicht sein, dass ein Raum übersehen wurde? Dieser Vater von Jaron hat seine Tochter doch missbraucht. Vielleicht hat er noch im Garten ein Versteck! Wir müssen Semir finden!“ Alex Hoffmann stellte sich vor Jenny hin. „Frau Dorn, ich bin Semirs Freund und mir liegt nichts näher am Herzen, ihn zu finden. Aber dieses Haus ist leer und der einzige, der wusste wo Semir ist, ist der Tote.“
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    • Katrin rüttelte den Polizisten, doch der schlief tief und fest. „Herr Gerkhan, bitte! Ich brauche Ihre Hilfe. Bitte nicht schlafen…“ weinte sie. Wieder ging sie zur Tür und hämmerte wild dagegen. „JARON!!! MACH AUF!! BITTE!!!“ schrie sie, doch sie wusste genau, dass ihr Bruder sie nicht hörte. Der war mit Sicherheit im schon aus dem Keller. Sie ließ sich an der Tür runterrutschen und wurde immer wütender auf ihren Bruder, für den sie alles getan hatte. Sie hatte für ihn gelogen, sie hatte ihm geholfen, als er die Leiche von dem Polizisten verschwinden lassen wollte. Sie hatte ihm das Auto geliehen, das angeblich dann gestohlen wurde. Und sie hatte ihm geholfen, Gerkhan hier in den Raum bringen zu lassen der jetzt auch ihr Gefängnis war. Der Polizist hatte Recht. Jaron war nicht krank, er war irre! Er war völlig wahnsinnig geworden und sie wusste es schon vorher, doch sie wollte es nicht wahrhaben. Sie sah immer nur den kranken kleinen Bruder in ihm, der so viel durchmachen und dem sie helfen musste. Und jetzt? Wollte er, dass sie in diesem Raum zu sterben? Was hatte Jaron vor? Dass er den Polizisten töten wollte, war ihr bewusst und vielleicht hatte sie sich, da sie das Leben des Mannes gerettet hatte, sich selbst in die Schusslinie gebracht. Doch hätte Jaron sie, wenn sie voll auf seiner Seite gewesen wäre, leben lassen? Nach einigen Minuten ging sie wieder zum Bett und versuchte Gerkhan zu wecken, doch es war vergebens. Ihr Bruder hatte dem Mann eine große Dosis gegeben und sie verfluchte sich selbst, dass sie dies nicht verhindert hatte. Plötzlich nahm sie Rauchgeruch wahr und sah zur Tür. Unter der Tür kam Rauch durch. Panik kam in ihr auf. Sie sah sich um und überlegen, was sie machen konnte. Ihr fiel nichts ein, doch sie ahnte, das, wenn ihr niemand zur Hilfe kam, sie elendig ersticken würde. Keine Lüftung im Raum, keine Chance zu fliehen. Sie war dem Tode geweiht. Panisch sprang sie wieder auf und hämmerte gegen die Tür. Sie schrie verzweifelt um Hilfe, doch niemand schien es mitzubekommen, was hier unten passierte. Katrin fing an zu husten. Der Rauch wurde immer stärker und sie ermahnte sich zur Besonnenheit. Dann kam ihr ein Gedanke. Sie musste den Türspalt verschließen. Sie sah sich um und zog die Bettdecke von einem der Betten und nässte sie mit dem Wasser aus den Flaschen. Dann stopfte sie es unter die Tür und hoffte, dass es ausreichte den Rauch aus dem Raum zu halten. Doch was sollte sie machen, wenn die Flammen in den Raum kamen?

      Alex ließ sich nicht zurückhalten und humpelte durch die Wohnung. Er durchsuchte jeden Raum. „Jenny, wir gehen in den Keller!“ befahl er, als er im Erdgeschoss durch war. „Alex, das bringt doch nichts. Was willst du denn finden, was wir nicht gefunden haben?“ warf Hoffmann nun ein. Alex sah ihn an. „Unseren Freund!“ knurrte er nur und ging langsam die Treppen runter. Jenny folgte ihm. Sie sahen sich um, doch alle Räume waren leer. Sie kamen auch in den Werkraum. Auch hier war niemand zu sehen. „Alex, ich glaube Hoffmann hatte Recht. Hier ist niemand. Semir muss sich woanders befinden.“ kam resigniert von ihr. Ihr Kollege sah sie an. „Und wo? Vielleicht haben wir noch nicht alle Räume gesehen. Wir müssen weiterschauen. Was ist mit dem Garten? Vielleicht gibt es irgendwo ein Gartenhäuschen oder ein Schuppen.“ Jenny schüttelte den Kopf. „Das hätten wir doch längst gesehen. Semir ist nicht hier. Er kann überall sein. Was ist denn mit dieser Schwester? Hat sie eine eigene Wohnung?“ fragte sie nach. „Nein, sie wohnte hier mit ihrem Bruder. Aber ich frage mich auch, wo sie ist.“Er zog Luft durch die Nase und bemerkte einen Brandgeruch. „Hier scheint es zu brennen. Jenny, informiere die Feuerwehr!“ befahl Alex nun und Jenny schnüffelte nun ebenfalls. „Du hast Recht. Das riecht stark nach Rauch. Aber woher kommt er?“ Alex sah sich um. „Wir sollten erstmal raus gehen. Das ist ein Fall für die Feuerwehr.“ legte er fest und verließ mit Jenny den Kellerraum. Oben sah Alex Hoffmann ihn an. „Und was gefunden?“ wollte er wissen. Alex schüttelte den Kopf. „Keine Spur von Semir, aber da unten riecht es nach Feuer. Wir müssen unbedingt die Feuerwehr anrufen!“ Jenny zückte ihr Handy und rief die Feuerwehr an. „Habt ihr Feuer gesehen?“ hakte Alex Hoffmann nach. „Nein, nur gerochen.“„Okay, pass auf ich sehe mich noch mal unten um. Vielleicht finden wir unten heraus, warum es dort nach Rauch riecht.“ Schlug Hoffmann vor und Alex Brandt stimmte zu. „Ihr könnt doch nicht dort unten suchen, ob es brennt! Das ist viel zu gefährlich!“ mahnte Jenny. Alex Brandt sah sie an. „Und wenn Semir doch da unten irgendwo ist?“
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    • Obwohl es gefährlich war, gingen die beiden Alex durch die Räume und kamen erneut in den Werkraum. Hier erkannte Alex, dass der Rauch unter einem Werkzeugwagen hervorkam. Er wies darauf. „Das Ding scheint zu brennen.“ mutmaßte er und Hoffmann zog den Wagen weg. „Ne, nicht der Wagen. Hier scheint noch eine Klappe zu sein, nur, wenn ich die anhebe und da unten sind Flammen, dann werden wir gegrillt.“ Erklärte er. „Verdammt, wenn Semir da unten ist, dann…“ Hoffmann nickte nur. „Wir gehen raus und lassen den Rest die Feuerwehr machen.“ schlug er vor und sein Namensvetter musste notgedrungen zustimmen. Gemeinsam gingen sie auf die Straße und warteten auf die Feuerwehr. Diese traf nur wenige Minuten später ein und Alex informierte den Einsatzleiter über die Situation und dass er seinen Freund und Kollegen unter der Klappe vermutete. „Gibt es noch einen anderen Zugang?“ wollte der Einsatzleiter wissen, doch die Frage konnte ihm keiner beantworten. „Aber Sie sind sicher, dass unten ein Kollege ist?“ hakte der Feuerwehrmann nun nach. „Nicht wirklich. Wir hoffen es. Der Mann, der hier im Haus wohnte, lag tot im Wohnzimmer. Er und seine Schwester haben den Kollegen mutmaßlich entführt und so vermuten wir, hier festgehalten. Das Haus haben wir bereits durchsucht. Nur unter der Klappe konnten wir nicht sehen, weil wir die wegen dem Feuer, was wir dort vermuten, nicht öffnen wollten.“ erklärte Alex und nickte entschlossen. „Ich gehe mit rein!“ legte er fest und löste bei dem Einsatzleiter einen Lacher aus, doch er wurde schnell ernst und sah Alex mit einem finsteren Blick an. „Ganz sicher nicht! Sie bleiben hier draußen!“ Die Rettungskräfte betraten das Haus und suchten den Brandort auf. Der Rauch wurde immer dichter. „Okay, unter der Klappe scheint tatsächlich das Feuer zu wüten. Sobald wir die Klappe öffnen, wird es ziemlich heftig werden. Wir werden den Schlauch an der Klappe befestigen und dann das Wasser aufdrehen. Stufenweise Erhöhung der Wassermenge!“ befahl der Stoßtrupp über Funk und seine Helfer führten den Befehl sofort aus. Das Wasser lief durch die Klappe in den darunterliegenden Raum und Alex musste sich gewaltig in Geduld üben.

      Katrin sah auf den schlafenden Polizisten und fühlte immer wieder den Puls. Noch schlug er, doch sie wusste auch, dass sich das schnell ändern konnte. Sie war geschockt, als sie realisierte das Jaron sie verbrennen lassen wollte. Wenn sich dieser Raum mit Rauch gefüllt hätte, dann wäre es sehr schnell vorbei gewesen. Durch die Decke, die unter der Tür lag, kam der Rauch nicht rein. Doch es war klar, dass sie hier nicht mehr rauskommen würde. „Herr Gerkhan, bitte werden Sie doch wach. Bitte…ich brauche Hilfe. Bitte….“ weinte sie bitterlich. Verzweifelt ging sie erneut zur Tür und hämmerte wie Wild dagegen „HILFE!!! HILFE!!!“ schrie sie verzweifelt. Doch sie wusste auch, dass sie niemand hören würde. Plötzlich vernahm sie Geräusche. Sollte sie doch jemand gehört haben? Kam Jaron zurück? „Jaron! Mach die Tür auf, bitte…. Mach die Tür auf!“ flehte sie weinend. Sie horchte an der Tür, doch da war nichts. Dieses Geräusch hörte sich an, als würde Wasser fließen. Sie schluchzte. „Hilfe… bitte… Helft uns doch.“ flehte sie weinend und ließ sich an der Wand runterrutschen. Sie fing an zu zittern und ihr wurde immer klarer, dass sie in der Falle saß. Sie würde hier nicht mehr rauskommen. Vielleicht sollte sie den Lappen wieder wegnehmen und den Rauch in den Raum lassen, dann war es wenigstens schnell vorbei. So verging eine ganze Weile, bis sie plötzlich ein Knarzen hörte. Dieses Geräusch machte die Treppe nach oben. Sie hatte das Geräusch so oft gehört, dass es sich eingebrannt hatte. Sofort sprang sie auf und hämmerte wieder gegen die Tür. „HIER!! HILFE!!!“ schrie sie laut. „Hallo? Wo sind Sie?“ bekam sie tatsächlich Antwort. „HIER! ZWEITE TÜR!!“ erklärte sie. „Gehen Sie von der Tür weg! Wir brechen sie jetzt auf!“ kam der Befehl und Katrin ging zum Bett zurück. Nur wenige Sekunden darauf krachte es und die Tür sprang auf. Katrin rannte auf den ersten Feuerwehrmann zu und umarmte ihn. „Danke! Danke!“ weinte sie. „Sind Sie verletzt?“ wollte der Mann wissen. „Nein, aber auf dem Bett liegt noch ein Mann. Er wurde vergiftet. Mein Bruder hat ihm eine Überdosis Schlaftabletten verabreicht.“ erklärte sie.
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    • Alex stand vor dem Haus und horchte am Funkgerät. Er hörte, wie der Anführer des Stoßtrupps meldete, dass das Feuer gelöscht wurde und sie nun nach unten in einen weiteren Raum gingen. Der Mann gab jeden Schritt durch. „Wir hören Schreie einer weiblichen Person hinter eine der Türen. Werden sie jetzt aufbrechen!“ Alex hielt den Atem an. „Die Tür ist geöffnet. Eine weibliche unverletzte Person und eine männliche Person. Der Mann ist ohne Bewusstsein und nach Angabe der Frau mit Schlaftabletten vergiftet worden. Man kann mehrere Verletzungen sehen, die nicht lebensbedrohlich sind. Das ist aber nur eine Vermutung. Die Person ist mit Handschelle am Bett gefesselt, die wir mit der Zange nun trennen. Wir brauchen einen Notarzt. Die Dame wird mit Atemschutz rausgebracht!“ hörte er und sah gespannt zur Tür. Tatsächlich kamen zwei Feuerwehrmänner heraus, die eine Frau in ihrer Mitte hatten. Alex rannte sofort hin und nahm sie in Empfang. „Frau Schwarz! Was ist mein Kollege?“ fauchte er die Frau an. „Es tut mir leid! Ich wollte ihm helfen aber mein Bruder hat mich eingesperrt. Er hat Ihrem Kollegen seine Schlaftabletten eingeflößt. Ich weiß nicht wie viele, aber es waren auf jeden Fall zu viele.“ weinte sie. Alex stöhnte leise auf. „Wussten Sie es die ganze Zeit?“ wollte er von ihr wissen. „Nein, ich habe es erst gewusst, als ich von ihnen aus nach Hause fuhr. Ich war selbst geschockt, das müssen sie mir glauben. Fragen Sie Jaron! Der wird es Ihnen bestätigen können.“ behauptete Katrin. Alex sah sie an und überlege, wie er es ihr am besten beibringen könnte, doch dann entschied er sich für die schnellste Art. „Jaron ist tot. Wir haben ihn im Wohnzimmer gefunden. Er hat Schlaftabletten genommen.“ Katrin sah ihn erschrocken an und dann senkte sie ihren Kopf. Tränen flossen und sie schluchzte, doch das Mitleid von Alex hielt sich in Grenzen. „Was hat Ihr Bruder mit meinem Kollegen gemacht?“ hakte er weiter nach. „Ich weiß es nicht wirklich. Er hat verschiedene Wunden und einen gebrochenen Finger. Aber mehr weiß ich nicht. Ich wollte ihm helfen, das wird er Ihnen sicher auch bestätigen.“ kam stockend von ihr und in diesem Augenblick kamen die anderen Kollegen heraus. Einer von ihnen trug eine weitere Person, die eine Atemschutzmaske trug, sich aber nicht regte. „Semir!“ stieß Alex aus und ließ Katrin einfach stehen.

      Der Feuerwehrmann legte Semir auf den Rasen vor dem Haus und Alex kniete neben seinen Freund. „Wo bleibt denn der Notarzt?“ er sah Jenny flehend an. „Der wird sicher gleich hier sein.“ beruhigte sie ihn und tatsächlich fuhr der Notarztwagen vor. Der Doktor sprang aus dem Wagen und hockte sich vor Semir hin. Nun kam auch der Rettungswagen herangefahren. „Was genau ist passiert?“ wollte der Arzt wissen, während er Semir auf eine Trage legen ließ. „Ich brauche ein EKG und die Vitalfunktionen!“ gab er an die Sanitäter weiter und sah Alex an. „Man hat ihm Schlaftabletten verabreicht. Nach einer Zeugin, sollen es zu viele gewesen sein.“ gab Alex von sich. Der Mediziner nickte und sah kurz auf das angeschlossene EKG. „Welche Tabletten waren das? Haben wir die Verpackung?“ wollte er wissen. Jenny nickte und holte ein Röhrchen aus ihrer Jackentasche. Sie reichte dies an den Arzt weiter, der sich die Inhaltsstoffe durch. Er nickte nachdenklich und sah auf den schlafenden Polizisten. Wieder sah er Alex an. „Wissen Sie, wann man sie ihm verabreicht hat?“„Das bekomme ich raus!“ knurrte Alex und verschwand zum RTW in dem Katrin behandelt wurde. „Wann hat er die Tabletten bekommen?“ fragte er barsch. Katrin sah auf die Uhr. „Vor ungefähr vier Stunden. Sie wurden aufgelöst.“ Sagte sie leise. Alex gab die Information an den Arzt weiter, der besorgt auf Semir sah. „Okay, Überdosis Benzodiazepine. Es gibt kein Gegenmittel und derzeit ist er stabil. Eine Magenspülung ist bei ihm sinnlos, wenn die Tabletten mit Wasser vermischt wurden, das könnte ihm aber wiederum das Leben retten. Wir werden ihn in die Uniklinik bringen und engmaschig überwachen. Er kommt direkt auf die Intensivstation.“ legte der Arzt fest, sprang aus dem RTW und wies die Sanitäter an umgehend mit Martinshorn und Blaulicht loszufahren. Bevor der Notarzt selbst abfuhr kam er noch einmal zu Alex. „Sie sind die Kollegen?“ fragte er. Ein Nicken des Kommissars erfolgte. „Ich kann nicht viel sagen. Derzeit ist er stabil. Das kann sich aufgrund der Tabletten jederzeit ändern.“ Der RTW fuhr mit Blaulicht davon und Alex sah ihm mit gemischten Gefühlen nach. „Danke Doc. Ich informiere seine Frau und fahre gleich hinterher.“ gab er zu verstehen. Katrin stieß ihn an. „Darf ich auch mit? Ich möchte mich bei ihm entschuldigen. Bitte, ich habe es wirklich nicht gewusst, dass er ihn in seiner Gewalt hatte. Jaron war krank! Ich habe als große Schwester versagt, denn ich hätte ihn davon abhalten müssen. Ich hätte ihn in eine Klinik geben sollen.“ sagte sie leise. Alex sah sie an. „Ich denke, Sie sind eine der letzten Personen, die er sehen möchte, wenn er aufwacht. Außerdem sind Sie wegen Beihilfe verhaftet und werden dem Haftrichter noch heute vorgeführt!“ legte er fest und winkte zwei uniformierte Kollegen zu sich. „Bringt sie zur Staatsanwaltschaft!“ Katrin wurde abgeführt und Alex rief Andrea an. „Ich bin es! Semir wurde gefunden. Er lebt und wird ins Marienhospital auf die Intensivstation gebracht…“ berichtete er ihr und erklärte, was passiert war. Nur wenig später ließ er sich von Jenny ins Krankenhaus fahren.


      Ende



      Epilog:

      Semir erholte sich vollständig von den Verletzungen und von der Vergiftung mit den Schlaftabletten

      Katrin Schwarz wurde wegen Beihilfe zum Mord und Freiheitsberaubung, schwerer Körperverletzung zu fünf Jahren Haft verurteilt.
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