Freudenberg

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    • „Wir müssen zu Maria ins Präsidium...“, sagte sie bestimmt und Alex atmete tief durch. „Meinst du, wir können mit dieser Information was anfangen?“, sagte er mit einem Zweifel mit der Stimme und Johanna schlug mit der geballten Faust auf die flache Hand. „Selbst wenn nicht, dann wird dieser Ernst August uns vielleicht endlich wichtige Informationen herausgeben. Er steht mit dem Rücken zur Wand.“

      Alex zog den Autoschlüssel aus der Tasche. „Hoffentlich, die Zeit drängt, ich will meinen ehemaligen Partner und dessen Kumpel nicht tot aus irgendeinem Lager herausziehen müssen!“

      Johanna nickte und begann mit Alex den Weg zurückzulaufen. „Das wollen wir alle nicht und glaube mir, ich bin inzwischen ebenfalls auf 180!“, knurrte Johanna und sie liefen auf den Wagen zu. „Du weißt aber, wie wir es mit August angehen müssen. Schließlich wird Reichenbach sicherlich auch da sein! Und du weißt ja, wie wir die Dinge angehen sollen.“ Johanna nickte mit einem seufzenden Lächeln. „Natürlich weiß ich das!“, entgegnete sie und schlug auf das Dach ihres Autos, „Diskret. Immer und immer wieder diskret!“, grinste sie und Alex nickte ebenso.

      „Wir müssen die Beiden finden, und zwar so schnell wie möglich!“




      Paul entglitt ein leiser Lacher und er schüttelte mit dem Kopf. „Punkt geht an dich“, flüsterte er und Semir löste seinen Arm von der Schlinge, nachdem er die Pistole zwischen Hose und Gurt geklemmt hatte. „Nein Semir...dein Arm...“, keuchte Paul und Semir hob eine Augenbraue. „Ich bitte dich...“, sagte er bloß und nahm sanft Pauls Hand, „Lass mich sehen...“

      Paul sah seinem besten Freund dabei zu wie dieser, mit verzogenem Gesicht, begann die Wunde zu versorgen und dabei, trotz augenscheinlicher starken Schmerzen, keinen Laut von sich zu geben.

      „Ich wollte Papa und dich schützten...es tut mir leid...“, murmelte er und Semir sah Paul in die Augen. „Ich darf ja eigentlich nichts sagen“, begann der Ältere seufzend, „in deinem Alter war ich ja nicht besser...aber auch wenn du deinen Vater und mich beschützen wolltest...spätestens als dein Vater weg war, hättest du es mir sagen sollen, Paul! Du bist Familie und wen soll ich denn fragen, wer sich um mein Familie kümmern soll, wenn du nicht mehr da bist?“

      Paul wollte lächeln doch im selben Moment atmete er scharf ein, riss seine Augen auf, bevor er das Gesicht verzog und sich am Regal festklammerte. „Entschuldige...“, flüsterte Semir da er genau wusste, dass Pauls Reaktion daher kam, weil er den Druck auf die Wunde erhöht hatte, um die Blutung zu stillen.

      „Die Kugel steckt noch drin. Aber bei dir haben sie nicht so was einfaches benutzt wie bei mir...oder besser gezielt, keine Ahnung...aber ich will nichts riskieren und versuche nun vor allem die Blutung zu stillen!“

      „Klingt...vernünftig...“, keuchte Paul und kniff die Augen zusammen, „ein Vorteil hat’s ich kann nun rumjammern wie ich will...“

      „Ich warne dich“, knurrte Semir und als er aufsah, sah er, wie Paul grinste. „Blöder Affe...“, konnte nun auch Semir sein Kichern nicht verstecken und begann, die Wunde zu verbinden.

      „Okay, du hast die Waffe. Ich nehme an, du hast auch einen Plan?“, fragte Paul langsam und Semir nickte. „Sobald der Kerl nochmals kommt, brauche ich dein schauspielerisches Talent. Du wirst dich tot stellen und ich werde mich hinter der Tür verstecken. Wenn der Kerl reinkommt und sich zu dir beugt, hau ich ihm eine rüber und wir verschwinden aus diesem Alptraum“, antwortete Semir.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • Hallo Zusammen

      Ich weiss, es ist schwer zu glauben, aber ich lebe noch. ^^

      Ein ereignisreiche Zeit liegt hinter mir - negativ wie auch positiv. Allerdings litt meine Schreibkraft und -Lust darunter, aber nun kommt alles langsam in eine Routine wo das Schreiben auch wieder Zeit und Lust findet. Und ehrlich gesagt finde ich das "Freudenberg"-Projekt beinahe zu schade, um es fallen zu lassen, denn in letzter Zeit kommen immer mehr Fortsetzungsideen zustande und mit der neu gefundenen Freude am Schreiben...ja, kann ich natürlich auch die Einführungsgeschichte nicht unvollendet lassen :)

      Sollte es also doch noch ein, oder auch zwei neugierige Leser unter euch finden - ich würde mich freuen. Auch wenn ihr still mitliest. Wenn euch weiterhin die Geschichte spass macht, reicht mir das vollkommen.

      In diesem Sinne - es geht weiter :D

      LG
      Jenni

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      Maria sah auf, als sie Alex Stimme schon von weitem hörte und ihn gemeinsam mit Johanna hereintreten sah. „Hey...“, begrüßte sie die Zwei und ging auf die Jüngste zu. „Wie geht’s dir?“
      „Besser, wenn ich diesen Kerl ausgequetscht habe!“, antwortete Johanna knapp und lief voraus, während Alex bei Maria zurückblieb. „Sie gibt sich heimlich die Schuld oder? Am Tod des Flüchtigen?“ Alex nickte langsam und seufzte. „Es ist ihr erster Fall, wo sie eine solche Verfolgungsjagd hatte. Und dann noch so was...“, fügte er seiner Geste hinzu.
      „Meinst du, sie kommt klar?“, fragte die Kriminalbeamtin weiter. „Wird sie. Sie ist aus dem gleichen Holz geschnitzt wie mein ehemaliger Partner. Das wird sie nicht aufhalten, auch wenn sie gerade eine Kriese hatte!“
      „Und ihre Verletzungen? Sind sie schlimm?“
      „Nein. Ein paar Schrammen, aber nichts Dramatisches. Die beste Medizin wird es sein, sie einfach machen zu lassen. In dieser Beziehung ist sie wie ich.“ Alex klopfte Maria kurz auf die Schulter und ließ nun die Kriminalbeamtin ebenfalls zurück.
      Zu Alex’ Überraschung stand Johanna noch vor der Türe zum Verhörraum und öffnete sie erst, als sie Alex sah. Gemeinsam gingen sie in den Verhörraum, wo August mit verschränkten Armen sass und sie mit hochgezogener Augenbraue ansah.
      „So, nun haben Sie einen von uns. Sind Sie nun glücklich? Hebt das Ihre Statistik wieder?“, knurrte der Verhaftete und während Alex sich hinsetzte, blieb Johanna der Ecke nahe zur Türe stehen, verschränkte die Arme und lehnte sich gegen die Wand.
      „Eine Statistik hat Ihre Aktion gehoben ja“, begann Alex ruhig und faltete die Hände zusammen, „und zwar die der Unfallopfer an der Autobahn. Ihr Kollege, der Sie so selbstlos im Stich ließ, wollte sich anscheinend nicht vor uns rechtfertigen und hat seinen Wagen überschlagen lassen. Meine Partnerin ist zum Glück halbwegs heil herausgekommen (zu Ihrem Glück sonst wäre ich nicht so ruhig), aber Ihr Kollege hat es nicht überlebt.“
      Nach Alex’ Erklärung weiteten sich Augusts Augen und sein Unterkiefer klappte nach unten. Sein Blick wanderte sofort auf Johanna, die tief durchatmete und versuchte, ruhig zu bleiben.
      „Johannes ist tot...?“

      „Meine Kollegin war kurz davor ihn zum Anhalten zu bewegen, doch er beschloss...“ Alex zuckte zusammen, als August aufsprang und auf Johanna zu rennen wollte. Alex schaffte es trotzdem noch, seinen Arm auszufahren und ihn aufzufangen.
      „SIE MIESE...“, schrie August und die Spucke spritzte nur so aus seinem Mund, „...ER PASSTE DOCH NUR NICHT IN IHR WELTBILD! DESHALB HABEN SIE DIE GELEGENHEIT DOCH AUSGENUTZT!“
      Alex presste den wütenden August gegen die Wand und hielt den Unterarm gegen die Brust gedrückt.
      „Lassen Sie mich los!“, keifte August und Alex war ebenfalls sichtlich bemüht, seine Fassung zu bewahren. „Ja, er hat nicht in mein Weltbild gepasst“, begann Johanna ruhig, rieb sich die verletzte Hand und zog eine Augenbraue hoch, „allerdings wurde mir von meinen Eltern gelernt, auch andere Ansichten zu respektieren und akzeptieren. Etwas, was Ihre Gruppe anscheinend nicht beherrscht!“
      Johannas Worte waren eiskalt und scharf wie ein Messer. „Wäre das nämlich anders, würde Ihr Kollege nun noch leben und hätte bei seiner Flucht nebenbei nicht noch andere Menschenleben in Gefahr gesetzt. Sie sagen Sie sind eine Organisation, die nur existieren will und niemandem schadet? Von dem habe ich nichts gesehen!“ Johanna setzte sich auf den Stuhl auf dem Alex vorher saß und zeigte auf dem ihr gegenüber. „Dann beweisen Sie es mir und helfen Sie uns!“
      August schnaubte, doch seine Haltung wurde lockerer. Er blickte Alex in die Augen, doch dieser drückte August noch immer an die Wand.
      „Alex, würdest du den Mann bitte wieder an seinen Platz lassen?“ Alex packte August unter der Achsel und setzte ihn wieder an den freien Stuhl.
      „Ich habe Ihren Kumpel nicht umgebracht August. Ich wollte ihm helfen, trotz allem. Ja ich hätte ihn einfach sterben lassen können, doch ich sitze hier mit Schrammen vor Ihnen und musste fitgepumpt werden.“
      August sah der jungen Frau in die Augen. „Jemand mit Ihrer Entschlossenheit, könnten wir gebrauchen“, lachte er schwach und schüttelte mit dem Kopf. „Ich habe erst davon erfahren, als die Beiden den Kleinen schon getötet hatten...“
      „Sie meinen Nikolas Schmid“, ergänzte Alex nun ebenfalls wieder Herr seiner Sinne und August nickte.
      „Ich weiß nicht, was Schmid gemacht hatte, aber die Beiden sind anscheinend durchgedreht und dann hatten sich diese Zivilisten noch eingemischt gehabt!“ Nach Augusts Antwort schoss Alex hoch doch Johanna hielt ihn mit einer Handbewegung zurück. „Diese Zivilisten sind zwei Polizisten und der Älteste, den Sie bereits freigelassen haben, leidet unter Demenz!“
      „Was?“, flüsterte August und der Schock war in sein Gesicht gemeißelt. „Davon hat man Ihnen nichts gesagt?“, fragte Johanna ruhig nach und August schüttelte mit dem Kopf.
      „Nein. Die Beiden...sie waren immer ein wenig verlorene Seelen, um die ich mich gekümmert habe...aber...mein Gott...niemals sollte jemand mit einer Krankheit Schaden nehmen! Auch wenn Sie mir wahrscheinlich nicht glauben, aber auch wir haben einen gewissen Standard!“

      „Also haben die „Beiden“ Sie angelogen und haben überhaupt keinen Standard! Wie heißen „die“?“ August sah nach Alex Frage auf und schluckte schwer. „Der Dickliche war Johannes Dresdner...der Andere ist mein Stiefsohn. Peter August...hören Sie...ja was wir machen passt vielleicht nicht allen in den Kram und wir werden als Hassbürger beschimpft, wenn nicht sogar Schlimmeres...doch ich und meine Kollegen verfolgten niemals einen gewalttätigen Kampf. Das sollte in Ihnen Aufzeichnungen doch stehen“
      „Ich brauche keine Aufzeichnungen, ich brauche einen Beweis!“, drückte Johanna deutlich aus und August schien zu verstehen. Er presste die Lippen zusammen und schloss die Augen. „Das Metallloch...ich habe gesagt Sie sollen sich dort verstecken, bis mir eine Idee gekommen wäre...“, flüsterte er und Alex blickte Johanna verwirrt an, die sofort ihr Handy aus der Hosentasche zog und eine Nummer wählte.
      „Maria...ja ich weiß ich bin mit Alex im Verhörraum, hör zu! Informier den Chef und Frau Krüger. Wir haben einen Ort!“ Sie stand auf klopfte zwei Mal gegen die Türe und blickte August noch einmal tief in die Augen. „Das war mein Beweis.“ Mit diesen Worten ging sie mit Alex aus dem Raum und machten Platz für den uniformierten Kollegen, der August mitnahm.
      Sie liefen in dem Eingangsraum auf Kim und Fabian zu, die Schusswesten gepackt hatten.
      „Ich wollte vor dem Typen nicht das ahnungslose Hühnchen spielen aber...was ist das Metallloch?“ Auch Kim und Fabian blickten nach Alex Frage verwundert auf Johanna und diese holte von einem kleinen Lagerraum ebenfalls Schusswesten für sich und Alex. „Das Metallloch war ein ehemaliger Kriegsbunker, der von den Belgiern zur Nachkriegszeit als Lagerraum benutzt wurde. Für eine lange Zeit hat ein Bewohner der Stadt den Bunker gewartet und kleine Führungen darin gemacht (eine Komplettrestaurierung wurde in den 70ern durchgezogen). Jedoch ist dieser Besitzer letztes Jahr aufgrund seines hohen Alters in ein Altersheim gezogen und seitdem steht der Bunker leer. Man weiß noch nicht, was man mit dem machen will. Manche nutzen ihn teilweise für Partys, aber diese Personen haben einen recht kranken Sinn für Feten. Jedenfalls, weiß ich genau wo der ist! Und zwar am Waldbereich am Südhang!“
      „Gut, ich benachrichtige noch das SE...“
      „...nein!“, funkte Kim Fabian ins Wort, „Wenn dieser Typ genauso durchdreht wie sein Kollege vorhin; können wir das nicht wagen. Schimke hatte vorhin noch Glück, aber ich möchte nicht nochmals darauf setzten...“, flüsterte sie beinahe und Alex nickte. „Besonders weil hier zwei Leben auf dem Spiel stehen!“

      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • Besorgt blickte Johanna auf Alex, der mit eisigen Augen auf die Straße blickte, die zum Südhang führte. Selten, hatte sie für einen Kollegen solche Gefühle gespürt gehabt. Selbst in der kurzen Zeit, war Alex für sie wie ein großer Bruder geworden, den sie nicht hatte. Zwar hatte sie einst eine ältere Schwester, doch die war früh an einer unentdeckten Hirnhautentzündung gestorben.
      Immer mehr wurde Johanna nun klar, dass sie nur ein paar Jahre hatte warten müssen und nicht auf das Blut achten, doch das ältere Geschwisterteil würde noch kommen. In der Form eines Partners bei der Polizei.
      Sie atmete tief durch, blickte kurz durch den Rückspiegel auf den Wagen von Fabian und sah dann wieder auf Alex. „Sie leben, da bin ich mir sicher!“, sagte sie bestimmt und spürte Alex Blick in ihrem Nacken.
      „Wieder deine weibliche Intuition?“
      „Nein, mein Vertrauen in dich! Ich weiß inzwischen langsam wie du bist Alex, also können dein ehemaliger Partner und sein guter Freund nur am Leben sein!“ Alex wollte etwas erwidern, als Johanna ihn am Arm packte und auf den Parkplatz des bekannten Restaurants Athos, das sich a Spitze des Hanges befand.
      „Ein Pick-Up!“, stieß Alex aus und Johanna stimmte zu. „Wir parken am Försterparkplatz daneben, im Falle wenn er zurückkäme!“ Johanna nickte und gab diese Infos an Kim und Fabian durch, die wie Alex abdrehten und an den bestimmten Parkplatz hinfuhren. Kaum standen die Fahrzeuge still, sprangen die Insassen bereits daraus und versammelten sich zu einer kleinen Gruppe.
      Johanna zog aus ihrer Innentasche eine Landkarte hervor und zeigte darauf. „Wir befinden uns hier am Försterparkplatz“, begann sie und zeigte auf einen kleinen Punkt inmitten des Hügels. „Ungefähr einen halben Kilometer tiefer im Wald, befindet sich das Metallloch. Es gibt angeblich nur einen Eingang, dafür gibt es aber keine Garantie, weil der alte Bunker niemals genau untersucht wurde.“
      „Wir müssen es riskieren“, begann Kim und nahm ihre Waffe aus dem Halter, „ich will meine Männer zurück! Dafür ist mir jedes Wagnis wert!“ Auch Alex hatte als Zusage seine Waffe bereits gezogen gehabt und Fabian, sowie Johanna taten es ihnen gleich. „Okay, gehen wir!“, bestimmte nun der Chef des Präsidiums Freudenberg und begann mit der Gruppe, den Hang hinunterzuklettern.

      Peter August blickte durch das kleine Fenster zum Lagerraum, als er einen Krach hörte und sah den Blonden der beiden Gefangenen auf dem Boden. Der Körper war regungslos und es war kein Atemzug am Oberkörper zu erkennen.
      Was ihn jedoch mehr beunruhigte war, dass von dem elenden Türken keine Spur zu sehen war. „Dieser verdammte Kanake!“, zischte er, entsicherte die Türe und schlug sie mit einem Tritt auf. Er wollte die Waffe aus seinem Halfter ziehen als er bemerkte, dass diese fehlte.
      „Was zum…“ Als Peter ein Geräusch hinter sich hörte, wollte er sich umdrehen doch in diesem Moment spürte er einen heißen Schmerz am Nacken und fiel bewusstlos auf den Boden.
      Er spürte nicht mehr, wie Semir ihm an der Schulter rüttelte zum Sehen, ob er noch bei Sinnen war. „Okay, die Luft ist rein!“, verkündete der Deutschtürke und Paul atmete scharf ein, bevor er das Gesicht verzog.
      „Gottseidank, länger hätte ich nicht mehr durchgehalten…“, knirschte der Blonde und spürte, wie von Semir hochgezogen und gestützt wurde. Dabei konnte er sich einen unterdrückten Schmerzensschrei nicht verkneifen und hörte, wie Semir ihm gut zusprach.
      „Es geht schon…“, versuchte Paul ihn zu beruhigen und unterdrückte dabei den innerlichen Drang, seinen Schmerz weiterhin öffentlich zu präsentieren.
      Seine ganze Bauchgegend fühlte sich an, als stünde sie in Flammen. Eine gewisse Taubheit breitete sich auch in der Hüftgegend breit und jeder Schritt glich einem Marathonlauf.
      Trotzdem setzte er einen Fuß nach dem anderen, um mit Semir Schritt halten zu können, als dieser begann, ihn aus diesem Gefängnis zu begleiten. Die Beiden schraken dennoch auf, als neben ihnen am Türrahmen eine Kugel einschlug.
      Als sie sich umdrehten, sahen sie, wie ihr Entführer ein Kleinkaliber in der Hand hielt und sein linkes Hosenbein hochgerutscht war, was ein Fuß Halfter zum Vorschein brachte.
      „Scheiße! LAUF!“ Semir gab einen Warnschuss ab und zerrte Paul buchstäblich aus dem Raum.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • Johanna lief auf die Türe des Metallloches zu und riss am Griff. „Verdammt, verschlossen“, knurrte sie, als sie die Anwesenheit ihrer Kollegen hinter sich spürte. „Das haben wir gleich“, verkündete Fabian und zog hinter seinem Rücken eine Brechstange hervor. „Herr Kollege!“, mahnte Kim mit beeindruckter Stimme und Fabian rammte das Ende des Eisens in die Lücke. „Brandt! Ich brauche Ihre Muckis!“, befahl er Alex und die Beiden begannen, das Eisen gegen die Türe zu stemmen. Tatsächlich begannen die Scharniere zu knirschen und die Tür gab schlussendlich mit einem lauten Krach nach. Noch bevor diese auf den Boden gefallen war, hatten alle ihre Waffen gezogen und liefen im schnellen Schritt in den Bunker hinein.
      „Ich hoffe, Sie kennen sich hier aus Schimke!“, flüsterte Kim und alle schraken auf, als ein Schuss zu hören war.
      „Fuck…“, stieß Alex erschrocken aus und Fabian, der sich als erster gesammelt hatte wies auf den Weg, der sich in zwei ebnete. „Brandt, Schimke, links! Wir gehen rechts!“, wandte er sich an Kim und das Team begann sich aufzuteilen.
      Als ein weiterer Schuss fiel, blieb Alex für einen kurzen Moment stehen sein Kopf schoss in die Höhe. „Das ist auf unserer Route!“, flüsterte Johanna und Alex stimmte ihr mit einem Nicken zu. Sie erhöhten ihr Tempo und rannten den langen, kaum beleuchteten Gang entlang, bis ein helles Licht zu sehen war. Die Schatten von zwei Personen waren auf dem Boden sichtbar, die sich von dem Eingang entfernten.
      Ohne ein Wort zu sagen, beschleunigten Alex und Johanna ihr Tempo erneut und als sie in den Raum kamen sahen sie, wie ein junger Mann gerade auf Semir und Paul zielte.
      „WAFFE RUNTER!“, schrie Johanna und der Mann gab einen Schuss nun auf sie ab, dem sie noch gerade ausweichen konnten. Der Mann rannte nun an Semir und Paul vorbei (dies nach einem lauten Fluch) und rannte in die tiefe Schwärze des Bunkers.

      Semir konnte Paul mit Müh und Not gerade noch auffangen, als er eine bekannte Stimme hörte.
      „Joshi!“
      „Ich kümmere mich darum!“
      Er konnte sich kaum umsehen, als eine junge Frau an ihm im beidhändigen Anschlag vorbeirannte und ebenso im weiten Gang verschwand. Als er endlich seinen Kopf drehen konnte sah er, wer den Befehl abgegeben hatte und sich nun zu ihm kniete.
      „Alex…“, stieß er erstaunt aus und der Angesprochene half Semir, Paul auf den Rücken zu legen. „Dich kann man auch keine zwei Sekunden alleine lassen…“, murmelte Alex und legte eine Hand auf Semirs verletzter Schulter.
      „Das ist nichts! Er wurde im Bauch getroffen, Alex! Ich…“ Alex nickte und als er auf Paul hinabsah, bemerkte er, dass dieser das Bewusstsein verloren hatte. Sofort legte Semir die Finger seiner gesunden Hand auf Pauls Nacken und atmete tief durch.
      „Er ist noch da…“ Alex zog sofort sein Handy hervor und blickte auf den Display. „In dem Ding hat man sogar empfang!“, murmelte er und benachrichtigte den Notruf.
      „Wir müssen mit ihm hier raus, Kumpel“, begann er nachdem er das Handy wieder eingesteckt hatte, „ist sonst jemand noch hinter euch her?“
      Semir schüttelte mit dem Kopf. „Nein, nur noch dieser Typ…“, antwortete er und half Alex, Paul hochzuheben. Sofort griff Alex mit einem Arm unter Pauls Kniekehlen und mit dem anderen, stützte er den Oberkörper.
      „Geht’s noch?“, fragte er besorgt an Semir gerichtet. „Kennst mich doch, als ob mich so was aufhalten würde.“
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • Gemeinsam flüchteten sie in Richtung Ausgang, wo Alex Paul wieder auf den Boden legte und den Puls überprüfte. „Scheiße“, fluchte er und Semirs Augen rissen weit auf, als er sah, wie Alex mit der Herzmassage begann.
      Augenblicklich, kniete Semir neben Pauls Kopf und übernahm die Beatmung. „Aber vorhin hatte er noch guten Puls!“, keuchte er und Alex blickte kurz auf seinen ehemaligen Partner. „Wahrscheinlich steht er unter Schock“, antwortete er ebenso kurzatmig.
      „Komm schon Paul, bitte!“, flehte Semir und führte seinem Partner Luft zu. Dieser riss einige Augenblicke später für einen kurzen Moment die Augen auf, atmete scharf ein und verzog dann wieder das Gesicht.
      „Ganz ruhig, ganz ruhig“, flüsterte Semir und spürte, wie Paul mit einer Hand sich in seinem verdreckten Hemd vergriffen hatte. Der Blonde der Gruppe atmete tief durch die Nase durch und sah mit halb geöffneten Augen auf Alex. „Brandt?“, flüsterte Paul erstaunt und Alex nickte. „Die Erklärung verschieben wir auf später. Nun sollten Sie erst mal wach bleiben, bis der Krankenwagen kommt und die Fachkräfte sich um euch kümmern können!“
      Wie aufs Stichwort, erklangen Sirenen die sich immer mehr näherten. „Ich krieg‘ das hin Alex“, bekräftigte Semir und nickte wieder Richtung Eingang. „Geh! Das ist doch deine Partnerin da drinnen! Was, wenn sie deine Hilfe braucht?“
      „Sicher?“
      „Hau ab!“, versicherte Semir seinem ehemaligen Partner nochmals und mit einer dankenden Geste stand Alex auf, zog seine Waffe und rannte zurück in den Bunker.
      „Jag‘ mir nie wieder eine solche Angst ein“, keuchte Semir an Paul gewandt und schaffte es einarmig, seinen Partner an sich zu drücken.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • „STEHEN BLEIBEN!“ Peter August blieb stehen, als die laute Frauenstimme durch den Gang hallte. Er wusste genau, dass er alle Kugeln bis auf eine aufgebraucht hatte. Eine Kugel in seinem einzigen Magazin in dem Kleinrevolver.
      Er hob die Arme, drehte sich um und erblickte eine junge Frau, die mehr als nur zerschunden aussah. „Scheint, als wären Sie von meinen Kollegen schon richtig bearbeitet worden!“, grinste er, doch die Frau reagierte nicht und zeigte mit der Waffe nur auf die seine.
      „Runter!“, befahl sie knapp und Peter zuckte mit den Achseln. „Oder was?“
      „Passiert Ihnen dasselbe wie Johannes Dresdner.“, antwortete Johanna knapp und Peter zog eine Augenbraue hoch. „Dann werde ich verhaftet?“, fragte er unbeeindruckt und Johanna atmete tief durch. „Er ist tot!“, sagte sie und Peter taumelte für einen kurzen Moment. „Tot?“, flüsterte er geschockt doch seine weit aufgerissenen Augen verwandelten sich bald in funkelnde Schlitze. „TOT?!“
      Seine Stimme donnerte gegen die Wände und Johanna schloss für einen kurzen Moment die Augen.
      „Haben Sie ihm eine Kugel zwischen die Augen gejagt? Ist es das? Wie eine skrupellose Killerin sehen Sie mir aber nicht aus!“
      Johanna fühlte einen kurzen Moment der Unsicherheit. Die Bilder des Toten Dresdner hafteten kurz vor ihrem geistigen Auge und sie war abgelenkt. Es waren nur ein paar Sekunden, doch es reichte. Peter stürmte auf sie zu und riss sie zu Boden. Ihr bereits verletzter Kopf schien vor Schmerzen zu explodieren und die gestauchte Hand begann in Flammen zu stehen, als Peter mit der freien Hand darauf drückte (so dass sie ihre Waffe losließ), während er den Kleinrevolver gegen Johannas Wange presste.

      Das heiße Eisen brannte sich in ihre Haut und sie konnte nicht anders, als einen grellen Schrei auszustoßen. „Alles nur wegen diesem Scheißknirps! Dieser Schmid! Er hätte sich nur raushalten sollen. Sein Gewissen begraben, dann hätten wir ihm nicht eine Lektion erteilen müssen! Und dann müsste ich nun nicht eine solche Schröakel abmurksen!“
      Die Aussprache des Siegerländer Fluchwortes ließ Johannas Blut kochen. Niemand, aber auch niemand spielte ihre Weiblichkeit oder ihr sein herunter. Das hatte sie zu lange über sich ergehen lassen. Sie winkelte in Windeseile ihr Knie an und traf mit dem Gelenk Peters Genitalien. Dieser schrie kurz vor Schmerz auf und Johanna nutzte die Gelegenheit. Sie holte mit dem Kopf aus und die Stirne von ihr und Peter krachten aneinander.
      „Du verdammte…!“, knirschte Peter, wollte mit der Waffe auf Johanna zielen doch diese war schneller. Sie holte mit dem Bein aus und traf Peters Handgelenk so, dass dieser vor Schreck die Waffe losließ.
      „Mal sehen, wie Sie ohne Waffe auskommen!“, knurrte Johanna und trat Peter erneut. Dieser taumelte leicht zurück, rieb sich die schmerzende Stelle und wollte auf die Waffe zu rennen, doch lief stattdessen in Johannas Faust. Er spürte, wie seine Nase unter dem Druck zerbarst und Blut aus den Löchern lief. Benommen, taumelte er nach hinten und fiel auf sein Gesäß.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • Johanna, schnappte sich in diesem günstigen Moment ihre Waffe, drehte Peter auf den Rücken und zog ihre Handschellen hervor.
      „Peter August, ich verhafte Sie unter dem Verdacht des Mordes, der Entführung und schwerer Körperverletzung!", verkündete sie lauthals und legte die Handschellen an. Sie steckte die Waffe wieder ein und zog ihn hoch.
      „Und zu Ihrer Info", flüsterte sie in sein Ohr, „eine Schröakel ist eine dürre, unfähige Frau. Wenn Sie mich also schon beleidigen wollen, dann richtig!"
      Peters Benommenheit führte dazu, dass er kaum etwas sagen konnte. Mehr als ein blutiges Gurgeln kam nicht zustande.
      Jedoch sah er durch seine verschwommenen Augen, wie eine weitere Person auf sie zukam. „Kommst auch noch verdammt früh, Alex.", keuchte Johanna mit einem Lächeln und der Angesprochene steckte erstaunt die gezogene Waffe wieder ein.
      „Erinnere mich bitte daran, dass ich dich niemals verärgere", sagte Alex erleichtert und nahm Johanna den Verhafteten ab als er sah, dass sie das Gesicht verzog und die freie Hand an den Kopf hielt.
      „Geht's?", fragte er besorgt als er Peter voranschob und Johanna nickte langsam. „Nun ja, man sollte mit einer Gehirnerschütterung keine Kopfnüsse verteilen", murmelte Johanna und auf dem Weg zum Ausgang, rannten sie in Kim und Fabian.
      „Haben Sie sich verlaufen, meine Dame und mein Herr?", fragte Johanna und die beiden Chefs liefen ungewollt leicht rot an.

      „Gerkhan und Renner?", fragte Kim dann schnell wieder Herrin ihrer Sinne und Alex nickte nach draußen.
      Dort konnte die Chefin der Köln-Düsseldorfer Autobahnpolizei sehen, wie Paul auf einer Rolltrage lag und von den Sanitätern befestigt wurde. Er hing bereits an einer Infusion und seine Atmung wurde mit einer Sauerstoffbrille erleichtert. Nebendran stand Semir, sein Arm in einer Schlinge gepackt, alles mit Adleraugen überwachend.
      „Dem Himmel sei Dank", flüsterte Kim und verlor beinahe den Boden unter den Füssen. Sie rannte auf das Duo zu und konnte nicht anders, als Semir sanft zu umarmen.
      „Hey, Chefin", stammelte Semir erstaunt hervor und Kim blickte über Semirs Schultern auf Paul, der sie mit einem Lächeln und müden Augen ansah.
      „Für die nächste Zeit streiche ich Ihnen den Urlaub, das schwöre ich!", knurrte Kim und Semir konnte nur lächeln, als sie sich von ihm löste.
      „Ich hab' Sie auch vermisst!", sagte er und Kim sah danach zu dem Arzt, der Pauls Infusion nochmals überprüfte.
      „Wir bringen die Beiden nun ins Krankenhaus und kümmern uns gut um sie. „Wir bringen Sie ins St. Marien.", kündigte er an und Johanna nickte Kim zu als diese sie fragend ansah. „Vielen Dank", sagte sie und Paul wurde in den Krankenwagen gehoben, während Semir ihm folgte. Die Tür wurde zugeschoben und mit erleuchteten Sirenen, fuhr das Auto davon.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • Als Kim sich umdrehte sah sie, wie Fabian, Peter übernahm und ihn in den Wagen verfrachtete. Mit einem erleichterten Lächeln ging sie auf Alex und Johanna zu.
      „Das war hervorragende Arbeit", lobte sie, „wer wüsste, wo die Beiden nun ohne ihr schnelles Handeln gelandet wären."
      „Wir haben nur das gemacht, was jeder tun würde", sagte Johanna und rieb sich die freie Schläfe, worauf Kim sie mitleidend ansah. „Wenn ich Sie so mustere, Schimke, dann weiß ich genau, dass das nicht der Fall ist."
      Sie alle zuckten auf, als lautes Geschrei aus dem Auto zu hören war und Fabian entnervt die Türe zuschlug. „Scheint ihm nicht zu gefallen, von einer Frau geschlagen worden zu sein!", brummte er und nickte auf den Wagen zu. „Ich bringe ihn ins Revier und kümmere mich darum. Sie Beide, gehen mit Frau Krüger zum Krankenhaus. Sehen Sie sich den Lohn Ihrer Arbeit an. Ich denke auch dass Sie Herr Brandt, froh sind, wenn Ihnen gewisse Gesichter entgegenstrahlen!"
      Alex nickte nur zustimmend und legte einen Arm um Johanna, als diese sich die Arme warm rieb. „Ich fahre aber wieder.", sagte er sanft zu ihr und Johanna hob die Augenbrauen. „Glaub mir, ich habe gar keinen Bock mich heute noch hinter ein Steuer zu setzten."
      Kim strich ihr kurz über den Oberarm. „Mehr als verständlich", fügte sie ihrer Geste hinzu und gemeinsam sahen alle Fabian dabei zu, wie dieser einstieg und mit einem Winken losfuhr. Natürlich konnten alle auch ihre Aufmerksamkeit nicht von Peter lenken, der mit hochrotem Kopf auf der Rückbank saß und gegen die Scheibe spuckte, als er vor allem Johanna erblickt hatte.

      „Ich weiß es ist nicht angemessen", sagte Johanna leise und streckte ihre gesunde Hand in einer eindeutigen Geste aus, „aber das musste jetzt sein."
      „ich habe nichts gesehen", zuckte Kim mit den Achseln und auch Alex machte eine unwissende Geste. „Ich bin froh, haben Sie jemand so Gutes an der Seite, Brandt." Gar stolz blickte der Angesprochene auf Kims Satz auf seine neue Partnerin.
      „Ich werde mit meinem Kollegen sprechen. Ich denke, wir sollten eine Zusammenarbeit erwähnen. Wir sind durch eine große Autobahn miteinander verbunden und ich konnte nun gerade am eigenen Leibe erfahren, dass wir nun sehr kompetente Partner an der Seite haben."
      „Und wir können ja schon aus Erfahrung sagen, dass es auf der Gegenseite genauso ist", lächelte Alex und konnte Johanna noch gerade auffangen, als diese einzuknicken drohte.
      „Jesses Schimke", erschrak Kim und half Alex, die junge Frau zu stützten. „Boah, was'n Schwindelanfall", murmelte Johanna und Alex hob sie auf den Arm.
      „Nein, Alex! Lass das! Was machst du da!", quiekte seine junge Partnerin und Alex schritt mit ihr auf den Arm und Kim Krüger an der Seite zum Wagen. „Auf meine Partnerin aufpassen. Wie es sich gehört. Ich denke es ist gut, wenn du dich auch nochmal untersuchen lässt!" Johanna stöhnte und rollte mit den Augen. „Muss das sein?", fragte sie beinahe knurrend und Kim nickte heftig. „Oh ja, das muss sein", bekräftigte sie Alex, „außerdem sollten wir die Anderen nicht mehr warten lassen. Ich werde die Kollegen auf dem Weg verständigen. Ich denke sie werden alle froh sein, dass das Ganze nun vorbei ist!"
      „Zwei zu eins, was soll ich da machen", knurrte Johanna und Alex half ihr beim Wagen einzusteigen. „Gehen wir", sagte er, stieg mit Kim vorne ein und fuhr los.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • Zwei Stunden später, wurde Johanna vom Arzt aus dem Untersuchungsraum entlassen. Alex war die ganze Zeit im Untersuchungsraum und hatte jedem Wort des Arztes volle Beachtung geschenkt. „Hirnerschütterung und dein Handgelenk hat sich auch nicht gebessert. Wir schreiben die nächste Zeit mal berichte, junge Dame", bestimmte Alex, als sie zum Fahrstuhl liefen um in die oberen Etagen zu kommen. „Jaja, Papa", stöhnte Johanna und Alex hielt sie kurz an und zog sie in eine Ecke. „Im Ernst Joshi. Ich will dich noch eine Weile an meiner Seite wissen. Du hast nämlich eine tolle Arbeit gemacht und ich bin sehr stolz auf dich!"
      Ohne es zu wollen, lief Johanna leicht rot an und sie sah verlegen auf den Boden. „Ach was", murmelte sie dann, „ich habe nur das getan, was getan werden musste." Alex sank seinen Kopf um seiner Partnerin direkt in die Augen zu sehen.
      „Ohne dich, wäre ich wahrscheinlich in der Sorge um Semir durchgedreht. Ich kann dir gar nicht sagen, wie dankbar ich bin!"
      Noch röter, schlug Johanna mit der flachen Hand auf Alex Schulter. „Hör auf! Ich will hier nicht das ganze Krankenhaus erleuchten", stammelte sie schnell hervor, löste sich und begab sich zum Fahrstuhl. Alex ging ihr mit einem Lächeln hinterher. Stumm standen sie nebeneinander bis Johanna tief durchatmete und spürte, wie die Röte in ihrem Gesicht langsam losließ.
      „Na ja. Ich wurde nie von meinen ehemaligen Partnern oder Kollegen zum Dank umarmt. Ich muss sagen, das habe ich bisher in meiner Karriere schon ein wenig vermisst...", sagte sie dann und die Beiden lächelten sich an, bevor Alex seine Arme um sie legte und kurz drückte, woraufhin Johanna ihre Hände auf das Geflecht legte.
      „Danke, wirklich", sagte Alex, nachdem sie sich gelöst hatten und die Fahrstuhltüre mit einem lauten „Pling" aufging.
      „Wir sind Partner Alex. Auch wenn ich es selbst leider noch nicht bisher so richtig erleben durfte, das machen wir füreinander."
      „Ich musste es auch zuerst lernen", gestand Alex ehrlich, „dank Semir wusste ich dann, was es bedeutet, einen wahren Partner zu haben. Wahrscheinlich, habe ich bei dir gemerkt, dass es dir genau so ergangen ist wie mir..."

      „...wir sind auf einem guten Weg Alex. Bei dir habe ich das erste Mal das Gefühl, dass ich nicht gleich eine neue Wohnung suchen muss!"
      Als Antwort streckte Alex seine Faust aus und Johanna verstand. Sie formte mit ihrer gesunden Hand ebenfalls eine Faust und tippte mit dieser gegen die von Alex.
      Im vierten Stock, hielt der Aufzug und ins Blickfeld des Duos geriet sofort die große Gruppe im Wartesaal. In neuer Kleidung und professionell verarztet, saß Semir inmitten des Haufens und wurde von diversen Menschen umarmt.
      Bis auf den Jüngsten der Gruppe, erkannte Alex alle. Jenny, Susanne, Andrea, Kim Krüger, sowie Klaus Renner (in einem blauen Traineranzug gekleidet und ebenso professionell verarztet). Sie alle waren da. Doch es war Semir, der seinen Kopf als Erster gehoben hatte und aufstand. Unter den verwunderten Blicken der Truppe, verließ er den Wartesaal und kam auf Alex und Johanna zu.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • „Die Krüger hat mir alles erzählt", begann er und umarmte zuerst Alex einarmig. „Danke", flüsterte er und Alex klopfte seinem ehemaligen Partner auf die gesunde Schulter. „Konnten euch ja nicht in dem kalten Loch zurücklassen", lächelte Alex und Semir wendete sich an Johanna.
      „Semir", sagte er und umarmte sie ebenfalls, zu Johannas großem Erstaunen. „Öh...kein Problem", stammelte Johanna hervor und strich Semir etwas unbeholfen über den Rücken, „und ich heiße Joshi. Eigentlich Johanna aber...Joshi nennen mich meine Kollegen und Freunde!"
      Johannas Verlegenheit wurde noch grösser, als der Rest der Gruppe hinauskam und alle nacheinander sich bei ihr und Alex bedankten.
      Besonders, als sie sanft umarmte und dann ein Redefeuerwerk losließ, das sie dank Alex und ihr ihren Mann zurückhätte.
      „Weiß man schon was über deinen Partner?", fragte Johanna deshalb schnell ablenkend und Semir nickte. „Er wird gerade in sein Zimmer geschoben. Die Kugel hat zum Glück kein wichtiges Organ verletzt. Ein paar Tage Ruhe im Krankenhaus und zwei weitere Wochen Zuhause und ich habe ihn dann wieder an meiner Seite."
      „Das sind doch gute Neuigkeiten", atmete Alex erleichtert aus und Klaus sah die Beiden an und hatte Tränen in den Augen. „Ich danke Ihnen Beiden, wirklich. Ich habe meinen Sohn beinahe verloren. Und wäre selbst beinahe gestorben...", flüsterte er leise und Semir klopfte Klaus auf die Schulter.

      „Wie gesagt Herr Renner", mischte sich Kim nun ein, „wir haben nun gute Kollegen an der Seite und auch wenn Kommissarin Schimke hier immer röter wird, es ist die Wahrheit!"
      Die Angesprochene hätte beinahe im Boden versinken können. So viel Lob und Wärme war sie sich in der Arbeitswelt einfach nicht gewohnt.
      „Wir sollten ihrem Kopf aber Ruhe gönnen", lachte Alex, „Sie hat eine Hirnerschütterung. Wenn wir so weitermachen platzt ihr Gehirn."
      Alex stöhnte auf, als Johanna mit dem angewinkelten Ellbogen ihm in die Seite puffte. „Ha! Ich mag sie", grinste Jenny und Alex zog bloß eine Augenbraue hoch.
      „Wenn wir schon alle da sind", begann Andrea, „bevor dann alle den armen Paul überrennen, würde ich gerne alle zu einem Grillen bei unserem Haus einladen. Als großes Dankeschön und als Kennenlernen. Kim hatte ja angekündigt, dass die Zusammenarbeit stärker werden könnte und wir würden sicher alle gerne wissen, wie es Alex in Brasilien ergangen ist."
      Semir nickte zustimmend und legten einen Arm um seine Frau. „Wenn das für alle okay ist", fügte er an, als er Johannas erstauntes Gesicht gesehen hatte.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • „Oh...ja...klar. Ich kann auch was mitbringen", sagte sie und Alex nickte. „Wir würden uns sehr freuen", übersetzte er und Kim sah auf die Uhr. „Gehen wir doch zu Renner. Schön nacheinander. Er wird erst aufgewacht sein, wir sollten ihn nicht überrumpeln", mahnte sie und lief mit den Anderen voraus, während Johanna zurückblieb und dies von Semir bemerkt wurde. Er winkte die Anderen voraus und ging auf sie zu.
      „Alles okay?", fragte er mit seiner bekannten, väterlichen Stimme und Johanna nickte. „Ja, alles klar. Ich...ich bin's mir einfach nicht gewohnt", sagte sie langsam und merkte gerade, dass sie gegenüber einem Fremde sich leicht geöffnet hatte. Ihr Schutzwall begann langsam zu bröckeln und ihr Inneres sich zu verziehen.
      „Also generell oder..."
      „Nein, nein von der Arbeit her", bestritt Johanna Semirs Sorge, „nun ja, als junge Frau erfolgreich zu sein bringt seine Opfer. Ich schätzte...ich habe einfach nie richtig gelernt was es heißt, in einem richtigen Team zu sein."
      Johanna wusste nicht warum, aber es fühlte sich richtig an, Semir dies zu berichten. Die warmen, braunen Augen des Dienstältesten wirkten wie ein Balsam auf die Seele und sie begann zu begreifen, warum Alex immer in so hohen Tönen von ihm sprach.
      „Dann wirst du es hier lernen", lächelte Semir und begutachtete ihre verbundenen Wunden, „sich für Andere bedingungslos einzusetzen kannst du ja schon."
      „Trotzdem konnte ich den Verdächtigen nicht retten", flüsterte Johanna und presste die Lippen zusammen.

      „Die Chefin hat mir davon erzählt. Ich bin sicher, dass dir die Anderen das schon gesagt haben, aber du kannst nichts dafür. Du hast alles gegeben und manchmal reicht das nicht. Ich weiß, die paar ersten Male ist das extrem schwierig, aber es ist leider etwas, an das wir uns gewöhnen müssen."
      „Scheiße ist es trotzdem", flüsterte Johanna und Semir nickte mit einem Seufzen. „Scheiße ist es trotzdem", wiederholte er zustimmend.
      Er legte sanft einen Arm um Johanna und strich ihr über die Schulter. „Wollen wir?", fragte er leise und sie nickte, mit einem traurigen Lächeln.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • Drei Wochen später

      „Okay", kündigte Johanna laut an und begann ein Kartendeck zu mischen. „Aida, Lilli, ich will, dass ihr euch eine Karte aussucht." Sie breitete das Deck mit den Rücken nach oben aus und die Mädchen begannen sich stumm abzusprechen, bis Lilli auf einmal eine Karte nahm. „Gut, sieht sie euch gut an in Ordnung? Aber nichts sagen!" Symbolisch, legte Johanna den Finger vor die Lippen und die Mädchen nickten.
      Mit einem Lächeln wurden sie von Semir, Andrea, Paul, Alex, Jenny und Finn beobachtet, die neben den Mädchen saßen, während Johanna sich an die andere Tischseite gesetzt hatte. Auch sie konnten einen Blick auf die gezogene Karte erhalten und begannen, das Schauspiel ebenfalls neugierig mit anzusehen.
      „Habt ihr sie euch gemerkt?"
      „Ja", riefen die Mädchen im Chor und Johanna tippte auf das ausgebreitete Deck. „Gut, dann tut sie irgendwo wieder rein und dann lässt euren Papa gut durchmischen!" Die Mädchen taten wie ihnen befohlen und überreichten Semir dann die Karten.
      „Ich werde aber gut durchmischen", drohte dieser gespielt böse und Johanna zuckte nur grinsend mit den Achseln. Als er fertig war, reichte er Johanna das Deck wieder.
      „Ist es....die hier?" Sofort hob Johanna die erste Karte und die Mädchen lachten und schüttelten mit den Köpfen.
      „Ouh....und...die hier?"
      Wieder ein Kopfschütteln.
      „Verflixt und zugenäht", spielte Johanna die Verwirrte. „Aber die muss es sein!"
      „Nein ist es nicht!", lachte Lilli amüsiert und alle sahen Johanna dabei zu, wie sie kurz das Gesicht verzog und die drei gelegten Karten umdrehte.
      „So ein Mist aber auch! Dann will man bei einer Grillparty was zeigen und es geht so schief", seufzte Johanna, „ich wünschte, ich könnte einfach so mit dem Finger schnippen und es wäre dann die Richtige!" Johannas offene Hand glitt kurz über die mittlere Karte und sie schnippte mit dem Finger. „Aber das kann ich nun mal nicht", sagte sie, drehte die Karte um und die Augen der Kinder rissen ins Unermessliche auf.
      Auch die Anderen, sahen Johanna erstaunt an. „Die ist es!", sagte Lilli und tippte auf die Herz-Königin. „Wie hast du das gemacht?", fragte Aida sofort und Johanna zwinkerte mit einem Auge. „Seit wann verrät denn ein Magier seine Tricks?", fragte sie grinsend zurück und musste noch breiter grienen, als Semir unter dem Lachen aller die Karte aufnahm und genauestens inspizierte.
      „Krass", pustete Aida erstaunt aus und Jenny sah ihre Kollegin lächelnd an. „Manchmal sind diese Tricks wirklich verblüffender als eine Show von Siegfried und Roy", fügte sie ihrer Geste an und Johanna stutzte gespielt, als sie die Karten wieder in ihre Box verstaute. „Ich bitte dich", begann sie, „ich kann zwar eine Karte verschwinden lassen, aber keinen weißen Tiger."
      „Wir haben auch keinen weißen Tiger", sagte Lilli kichernd, „das wäre glaub ich gefährlich!"

      Johanna wollte gerade etwas erwidern, als ihr Handy klingelte. „Gott, entschuldigt", sagte sie peinlich berührt und blickte auf den Display, „und ich sollte schnell ran. Das ist mein Patenkind. Könnt ich schnell ins Haus und das Handy irgendwo aufstellen? Ich muss über Video-Anruf mit ihr kommunizieren, da sie gehörlos ist", erklärte sie an Andrea gewandt und diese stand mit einem Nicken auf.
      „Sicherlich. Am besten nimmst du die Kommode am Eingang. Die sollte in deiner Höhe sein", riet sie und hielt Johanna die Türe auf. Als sie gegangen war, blickte Lilli verwundert auf ihre Mutter. „Mama, wieso muss Johanna einen Videoanruf machen?", fragte sie verwirrt und anstatt Andrea, antwortete Finn rasch.
      „Johannas Patenkind kann nichts hören. In dem Sinne kann es ja auch nicht auf normalem Weg telefonieren. Meine Großmutter ist auch gehörlos."
      „Ja aber, wie reden dann Menschen, die nichts hören können, miteinander? Oder mit Leuten, die was hören?", hakte Lilli sofort nach und nun antwortete Semir. „Sie haben die Gebärdensprache. Jedes Zeichen, dass sie mit den Fingern machen, ist ein bestimmtes Wort, ein bestimmter Buchstabe oder eine Zahl. Das lernt man wie eine normale Sprache. So wie Aida nun Englisch lernt."
      Während dieser Unterhaltung, blickte Paul auf Alex, der mit einem Lächeln nickte. Alle hoben ihre Köpfe, als Paul daraufhin aufstand und in die Wohnung ging. „Öh okay?", fragte Jenny sich laut und Alex lenkte ihre Aufmerksamkeit auf sich.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • „Ihr wisst ja, wie Joshi reagiert hatte als wir uns alle bei ihr bedankt hatten. Selbst jetzt, ist sie teilweise noch überrumpelt und Paul ist das natürlich nicht entgangen. Er hat mich gefragt ob es nicht gescheiter wäre, wenn er sich eben mal bei einer günstigen Gelegenheit sich bei meiner Partnerin bedankt", erklärte er.
      „Aber wieso hat sie denn so Mühe damit?", fragte Andrea verwundert, „ich meine, es ist mir auch aufgefallen. Besonders, als dann in der PAST noch ein Dankeschön an euch abgehalten wurde. Sie wirkte wie ein verlorenes Kind, was sonst gar nicht zu ihr passt."
      Alex seufzte und lehnte sich tiefer in seinen Stuhl zurück.
      „Sie ist ein sehr eigenes Wesen. Wie ich", begann er zu erläutern, „Während ich zu unschuldig wegen Drogenmissbrauchs beschuldigt wurde und so den Hass und den Missgunst der Kollegen auf meiner Seite hatte, reichte es bei Johanna..."
      „...dass sie eine Frau ist", vollendete Jenny den Satz und konnte nur mit einem traurigen Seufzen zustimmen.
      „Bevor ich zu euch gekommen bin, war's auf der Polizeischule auch nicht immer einfach. Besonders, wenn man als Frau in der Karriere vorwärts kommen will. Aber ich hatte eben sehr großes Glück."
      „Also meiner Meinung nach kommt kein männlicher Ausbildner an dich ran Jenny", lobte Finn und die Beiden klatschten sich unter dem Lachen aller ab.
      „Schade konnten eure Chefs und die Renners nicht dabei sein. Es ist so ein schöner Abend", murmelte Andrea und Semir zuckte mit den Achseln.
      „Die Chefs sind in Berlin um dem Innenminister den Vorschlag der Zusammenarbeit zu erbringen. Und die Renners...Klaus ging es nach der ganzen Sache einfach nicht gut und ich denke es ist gut, dass sie einfach mal ins Schwarzwald gegangen sind um auszuschalten. Pauls Schwester und Nichte sind ja ebenfalls dabei, damit sich ja nichts wiederholt."

      Johanna hängte gerade auf und drehte sich um als sie sah, wie Paul auf sie zukam. „Oh, musst du schon los?", fragte sie verwirrt und Paul schüttelte mit dem Kopf. „Nein, nein", beschwichtigte er, „ich wollte einfach die Gunst der Stunde nutzen und mich noch richtig bei dir bedanken."
      Johanna zuckte mit den Achseln und steckte ihr Handy ein. „Ihr hättet dasselbe getan", tat sie die Sache ab und Paul wippte mit dem Kopf hin und her. „Wahrscheinlich", sagte er, „aber...die Anderen haben mir erzählt, wie du mit meinem Paps umgegangen bist...und ich denke aus dem Grund bin ich vielleicht noch ein Stück mehr dankbar für euer schnelles Handeln, als die Anderen."
      Johanna verstand und atmete tief durch. „Muss schwer sein", murmelte sie mitleidend. „Ist es", entgegnete Paul ehrlich, „und deshalb bin ich dir und Alex zu großem Dank verpflichtet. Mein Papa ist alles für mich. Als ich ihn losgeschickt hatte...ich hatte nur noch gebetet. Gehofft, dass man ihn finden würde."
      Johanna kam gar nicht dazu, zu erröten oder peinlich berührt zu sein, denn Paul zittrige Stimme und die dahin versteckte Furcht war nicht zu überhören.
      „Nun ja, ich wollte schon immer surfen lernen", begann sie mit einem Lächeln und Paul sah auf, „ich kann zwar skateboarden, aber sobald es aufs Wasser geht, habe ich keinen Plan. Und ich habe gehört, dass du darin gar nicht mal so schlecht bist", deutete sie an und Paul konnte das Grinsen nur erwidern.
      „Ich bin aber ein strenger Lehrer", witzelte er und wurde dann aber wieder ernst. „Wirklich. Ich danke dir. Bei Alex habe ich mich schon bedankt, aber mit dem „Gesundwerden" und dich mal alleine zu erwischen...komme ich erst jetzt dazu."
      Zu Pauls Überraschung, streckte Johanna ihre Hand im angewinkelten Ellbogen aus. Paul verstand, schlug ein und die Beiden umarmten sich kurz.
      „Geht's eigentlich wieder mit?", fragte Johanna und nickte auf Pauls Bauchgegend.
      „Ähm ja...", antwortete er und deutete auf die Brustgegend, „die Ärzte hatten noch Sorge, weil ich einen kurzen Herzstillstand hatte. Aber sie sagten, es hat keine bleibenden Schäden hinterlassen. Manchmal ziept es noch, aber ab Montag bin ich wieder einsatzfähig."
      „Freut mich zu hören", sagte Johanna mit einem Lächeln und hob den Kopf, als sie ihren und Pauls Namen rufen hörte.
      „Ich denke, wir sollten mal wieder zurück." Paul nickte, klopfte ihr kurz auf die Schultern und sie gingen gemeinsam zurück.



      FIN

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      Bald wird es mit dem Vierergespann weitergehen. Und zwar in "It was just a prank" - freut euch darauf :)
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
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