Verleumdung

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    • jenni

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    • Hallo Zusammen
      Es geht mal wieder weiter bei mir. Ich wünsche euch viel Vergnügen dabei. Die Story spielt nach: "Hochverrat - Die Angst im Nacken". Ihr werdet also auch mitbekommen, wie es mit dem guten Paul und Johanna weitergeht :).

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      Klapptext Verleumdung


      Als eine halbverweste Leiche im Wald gefunden wird, finden Semir und Paul heraus, dass es sich um einen jungen Polizisten aus dem Revier in Köln handelt, der beschuldigt wird, die junge Kommissaranwärterin Lara Brock vergewaltigt zu haben, die sich als Sandkastenfreundin von Johanna herausstellt. Während diese mit sich hadert und alles versucht, die Unschuld ihrer besten Freundin zu beweisen, stossen Semir und Paul immer tiefer in die verabscheuenden Taten des jungen Mannes und seinen Arbeitskollegen vor, was zu einem Eklat führt.
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      "Was meinst du mit "Es könnte langweilig werden?" Joshi ich kenn deine Familie! Die sind alles andere als langweilig! Das wird ein toller Abend. Nicht negativ denken! Und unsere Eltern verstehen sich ja Beide! Dein Vater unterstützt ja meine Eltern wirklich sehr!" Grinsend blickte Semir zu Paul, der es sich auf dem Beifahrersitz gemütlich gemacht hatte und die Füße wieder aufs Armaturenbrett gelegt hatte. Kein Wunder, bei diesem Stau, in dem sie steckten. Seit einer Stunde, bewegte sich nichts mehr.
      "Ja…ja sicher. Meine Eltern freuen sich schon darauf. Das ist nicht gelogen. Sie fragen ja immer nach, ob der Termin noch steht! Besonders wird es Papa gut tun. Du weißt ja, wie schlimm es leider im Moment ist!" Für einen Moment wirkte Pauls sonst erhellte Miene finster und besorgt.
      "Okay. Sag' Hartmut, er soll auf dich Acht geben! Genau, sonst mache ich ihm die Hölle heiß. Nein ich sag' das nicht wegen deiner Verletzung. Die ist ja schon lange geheilt. Ich weiß…nein Joshi… Semir gibt Acht auf mich! Kennst ihn doch, er lässt einen nie aus den Augen!" Auf diesen Kommentar hin zog Semir eine Augenbraue hoch und verzog den Mund zu einer Schnute. "Ouh…er sieht mich schon böse an…Also dann, guten Appetit und sag' den Mädels einen Gruß von uns! Ich liebe dich!" Paul hängte auf und blickte dann in das grinsende Gesicht von Semir. "Was?", fragte er verwirrt.
      Semir zuckte mit den Achseln. "Nichts. Ich finde es einfach zu niedlich, wie ihr Zwei schon wie ein altes Ehepaar redet. Dabei seid ihr erst seit drei Monaten ein Paar."
      Pauls Wangen wurden leicht rot. "Wir reden doch nicht wie ein altes Ehepaar!", wehrte er sich mit leicht grummelnder Stimme, als er sein Handy in die Gesäßtasche steckte.
      Semir erwiderte nichts, grinste nur und schaltete den Motor des silbernen 3er BMWs ab. "Kommen ja eh nicht weiter", grummelte er und Paul nickte seufzend.
      "Ferienbeginn, Fußballspiel, und dann noch so ein Event am Stausee. Wir haben wirklich den Jackpot gekriegt…"
      "Eh, dafür früher Feierabend. Hab' ich auch nichts gegen. Unser Abend steht?" Paul nickte. "Sicher. Joshi konnte den Beamer einrichten. Heute Abend gibt's Fußball im Kino-Niveau!" Semir ballte eine Siegerfaust. "Yes!", jubelte er und Paul schüttelte lachend mit dem Kopf.
      "Du solltest einfach mal den Anschluss in deiner Bude zustande kriegen!", fügte er seiner Geste hinzu und Semir sah peinlich berührt auf die Straße. "Oder du fragst, Hartmut oder Joshi! Die können dir sicher helfen!"
      "Ich krieg das auch alleine hin!", knurrte Semir und Paul hob abwehrend die Arme. "Wie du meinst!"

      "Andere Frage, schaffst du es einen Abend ohne deine Liebste zu verbringen?" Paul puffte Semir nach dieser Frage in die Seite. "Idiot!", grinste er und Semir versuchte lachend, weiteren Angriffen auszuweichen.
      "Du nimmst sie doch nicht mit, oder? Du hast gesagt es sei mal wieder ein Männerabend! Du weißt, wie gern ich sie habe, aber…" Paul zog eine Augenbraue hoch. "Sicher ist das ein Männerabend Semir. Joshi und ich kleben nicht aneinander! Joshi geht ja mit Jenny ins Kino. Zumindest war das der letzte Stand!"
      "Mit Jenny?", fragte Semir verwundert nach und Paul nickte. "Als Joshi im Krankenhaus war, ging Jenny sie oft besuchen! Die Beiden scheinen sich zu verbrüdern! Kinogänge, Backkurse und so weiter. Apropos, pack mal unter deinen Sitz, Joshi hat für uns noch einen Snack eingepackt, sie hat gestern noch ihre Backreste verarbeitet!" Semir beugte sich nach unten. Er holte eine giftgrüne Tupperware hervor und öffnete sie. "Oh geil! Schokokekse!", jauchzte er, öffnete die Dose sofort und stopfte sich eines der Gebäcke sofort in den Mund.
      "Jep. Joshi dachte schon, du würdest dich freuen. Sie hat für die KTU und die Kollegen Kuchen gebacken, aufgrund ihrer Rückkehr nach der Krankschreibung." Für einen kurzen Moment wurde es still im Auto.
      "Dass sie mir das ohne zu Zögern verziehen hat!", murmelte Semir und legte den Keks auf seinen Schoss. "Semir, wir haben es dir schon gesagt. Das warst nicht du! Das war Conrad mit seinen minderbemittelten Affen. Also zermürb dir nicht die Rübe darüber, sondern genieß die Kekse, die Joshi für uns gemacht hat! Oder ich stopf sie dir in den Mund!" Semir blickte in Pauls verzogenes, affiges, ernstes Gesicht, dass er mit Absicht aufsetzte und grinste. "Okay, ich geb' mich ja geschlagen", kicherte er und nahm einen weiteren Bissen des Kekses.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • Ich entschuldige mich für die kurze Pause. Eine heftige Grippe hatte mich dieses Wochenende niedergestreckt. Jetzt geht's wieder normal weiter :)

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      "Also", begann er mit vollem Mund, "wenn wir so weitermachen, können wir bald unser eigenes Café eröffnen! Ich meine, mit deinen Tassen, der Thermoskanne mit Kaffee, Joshis Gebäck, Andreas Fruchtsnacks…ich bin im Himmel!" Kichernd schüttelte Paul auf Semirs Aussage mit dem Kopf und wies auf den Boden.
      "Schön, wenn du dich so fühlst, aber würdest du den Himmel bitte nicht vollkrümeln? Du bist sonst wieder der, der jammert, dass sein Auto dreckig ist!" Semir nahm den letzten Bissen seines Keks und sammelte dann die Krümel mit seiner Hand auf. Anschließend öffnete er das Fenster und warf die Überreste hinaus.
      "Die Vögel wird's freuen", murmelte er. "Wenn Sie nicht von den Autos überfahren werden", bemerkte Paul trocken, "wobei Sie heute gute Chancen haben, bei dem Stau…", murmelte er und blickte über die Autobahn, die man vor lauter Fahrzeugen nicht mehr sehen konnte. "Nun ja, wir sind anfangs der Feriensaison. Der Großteil von Deutschland sitzt in Mallorca oder an der Nordsee! Genauso wie meine Familie!", antwortete Semir.
      "Echt beschissen, dass dir der Urlaub nicht genehmigt wurde, ich meine, Andrea ist nun mit den Kindern alleine weg…", murmelte Paul und Semir zuckte mit den Achseln. "Nun ja, Arbeiten oder im Knast verweilen, ich denke, mit der Strafe bin ich gut davon gekommen. Sozialstunden und gestrichener Urlaub sind zu verkraften! Wer wüsste, wo ich ohne Krügers und Johannas Einschreiten nun sitzen würde. Strafversetzt, Hausarrest, Knast oder gar gefeuert. Wo mich Schrankmann wahrscheinlich zu gerne gesehen hätte! Von dem her hatte auch Andrea keine Probleme damit. Klar fand sie es schade, aber wir konnten ja nicht alles absagen. Die Kinder hatten sich zu sehr gefreut. Außerdem, es sei denn deine Freundin hat dich unter Kontrolle, können wir ein paar Daddel-Abende mehr veranstalten, jetzt wo dein Beamer steht!" Paul lachte auf Semirs Kommentar. "Du kennst sie doch! Wir müssen eher noch verhindern, dass sie mitmachen will, wenn wir unsere Ruhe haben möchten!" Semir kicherte ebenfalls. "Oh ja.", fügte er seiner Geste hinzu und nahm sich einen weiteren Keks aus der Dose. "Könntest du mir bitte auch einen reichen?" Semir legte Paul eines der Gebäcke in die offene Handfläche. Mit einem Seufzen blickte Semir auf den langen Stau.
      "Wir könnten ja, "Ich sehe was, was du nicht siehst, spielen!" Paul zog auf Semirs Kommentar hin die Augen hoch.
      "Super, die Antwort wird entweder Baum oder Auto sein! Oder graues Nebelgebilde…", murmelte Paul, aus er aus dem Fenster sah. Semir verzog den Mund. "Stimmt, nimmt schon ein bisschen die Spannung!", entgegnete er und die Beiden sahen sich lachend an.

      Jedoch sprangen beide vor Schreck auf als ein alter Herr an ihrer Fensterscheibe klopfte. "Hilfe!", erklang es dumpf und Semir öffnete das Fenster. "Sie sind von der Polizei, oder?" Semir nickte verwirrt. "Tut mir leid, Brähmer, ich hatte Sie an der Tanke vorhin gesehen, da waren Ihre Waffen deutlich zu sehen am Gürtel. Ich bin vorhin…etwas im Wald machen gegangen, da habe ich was gefunden!" Er winkte sie eilig hinaus. Semir drehte gekonnt das Lenkrad und konnte aus der Lücke fahren, um auf dem Pannenstreifen zu halten. Gemeinsam mit Paul stieg er aus und folgte Brähmer in den Wald, wo er sie zu einer kleinen Lichtung führte, wo Erde aufgewühlt worden war. Während Brähmer, bleich und zitternd zurückblieb, ging Paul neugierig auf den Haufen zu. Jedoch wich er leicht zurück und atmete tief durch die Nase. "Ach du Scheiße…", stieß er aus und Semir näherte sich. Er erblickte eine nackte Person. Die Haut, teilweise von Bisswunden zerrissen und teilweise waren schon Spuren einer Verwesung zu erkennen. Der stechende Gestank von Fäkalien und Erbrochenen drang in seine Nase. "Paul…rufst du die Kollegen?"
      "Mach ich", antwortete Paul und zog dabei noch sein Handy hervor.
      "Ist die Person…?"
      "Tot…definitiv und das schon 'ne Weile. Würden Sie Ihren Wagen bitte auch auf den Standstreifen stellen? Wir brauchen Sie hier noch eine Weile.", bat Semir und Brähmers Augen rissen weit auf. "Ich habe niemanden umgebracht!", flüsterte er und Semir lächelte. "Das glaube ich auch nicht, Herr Brähmer. Ich möchte nur Ihre Aussage bezüglich des Fundes aufnehmen! Mehr nicht!"
      Semir drehte sich zu Paul um, der den Anruf beendete. "Die Kollegen sind unterwegs. Das KTU habe ich ebenfalls informiert!", gab er Bescheid und beugte sich zur Leiche, um ein Foto des Gesichts zu machen.
      "Sieht aus, als hätten sich die Tiere mächtig an dem armen Kerl zu schaffen gemacht. An den Innereien hatte man sich auch schon zu schaffen gemacht!"
      Paul hob seinen Kopf, als er ein Würgen hörte und sah, wie Brähmer hinter einem Baum verschwand und sein Inneres von sich gab.
      Paul verzog den Mund. "Hätt' ich jetzt nicht laut sagen sollen, oder?" Semir schüttelte mit hochgezogener Augenbraue den Kopf. "Nein, nicht wirklich."
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • Als Erstes: Elvira, danke für die Anmerkung. ABER, das KTU ist am Tatort auch vor Ort:
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      So es geht weiter :)

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      Hartmut nickte dankend, als ein uniformierter Polizist die Absperrung für ihn hob und er den Hügel hinunterrutschte, um an den Tatort zu gelangen. Er sah sofort, wie Semir und Paul die Kollegen koordinierten und grinsten, als sie ihn erblickten.
      "Einstein", begrüßte Semir ihn und Paul gab den Beiden einen Handschlag. "Eine Sekunde kann man euch nicht aus den Augen lassen, also wirklich!" Paul zuckte mit den Achseln. "Wir sind wirklich unschuldig dieses Mal. Wir wurden hier her beordert!" Semir nickte. "Die Leiche wurde bei einer Pinkelpause entdeckt!" Hartmut zog auf Semirs Kommentar eine Augenbraue hoch. "Auch mal was Neues!", fügte er seiner Geste hinzu. "Wie immer, ein paar Handschuhe und Archivbeutel für euch!" Semir und Paul nahmen die Dinge dankend entgegen. "Ich leg' dann mal los", kündigte Hartmut an und entfernte sich von den Beiden.
      Paul zog sich die Handschuhe an.
      "Brähmer?"
      "Finn nimmt die Aussage auf. Auf dich war er nicht mehr so gut zu sprechen!", grinste Semir und Paul rollte mit den Augen. "Mein Gott, das ist mir nur so rausgerutscht", verteidigte er sich und sah Semir dabei zu, wie auch er sich die Handschuhe anzog. "Wollen wir anfangen?" Paul nickte und nahm sich den Bereich um die Leiche vor. "Fröhliches Suchen im Laub", murmelte er und Semir nahm den äußeren Radius vor. "Als Kinder freiwillig gemacht, heute suchen wir Hinweise wegen einer Leiche!", murmelte Semir und Paul zog eine Augenbraue hoch. "Oh, Söhnchen, weißt du wie es früher gewesen war", wimmerte er mit verstellter Stimme und bekam von Semir grad einen der Handschuhe an den Kopf geworfen. Mit einem Grinsen, spickte Paul den Handschuh zurück, worauf Semir diesen kurz abklopfte, sich anzog und dann weitersuchte.
      Er bemerkte, wie er mit den Schuhen gegen etwas getreten hatte. Er beugte sich, hob den Gegenstand an und öffnete ihn. "Paul?" Semir hörte Schritte und spürte Pauls Anwesenheit neben sich. "Sein Geldbeutel!" Paul nahm ihn in die Hand, öffnete ihn und sah sich die Fächer an. "Geld und Kreditkarte definitiv noch vorhanden!", murmelte er und Semir stemmte die Hände in die Hüfte. "Also definitiv kein Raubüberfall." Paul schüttelte mit dem Kopf, als er die Kartenfächer untersuchte, hielt er jedoch kurz inne. "Ähm…Semir…" Er zog eine grünliche Karte aus dem Schlitz und Semir nahm sie entgegen. "Komissarenanwärter Robert Janowski…", murmelte er und schluckte, "Revier Köln-Chorweiler…" Paul nahm die Karte wieder an sich. "Super, das wird Gesprächsstoff geben!", seufzte er und Semir zuckte mit den Achseln. Doch sein Blick war nachdenklich. "Jedenfalls, muss man ihn wirklich gehasst haben, wenn man ihn wie ein Vieh im Wald liegen lässt und den Raubtieren zum Fraß vorwirft!" Paul stimmte Semir zu.

      "Jungs!" Semir und Paul blickten auf den Gerichtsmediziner, der sie zu sich winkte. "Das solltet ihr euch ansehen!" Er drehte die Leiche auf den Rücken und eine eingeschnittene Nachricht war zu lesen.
      "Drecksschwein", murmelte Semir und riss die Augen auf als er und Paul, sahen, was dem Mann noch angetan worden war. "OH MEIN GOTT!", stieß Semir aus und Paul verzog angewidert das Gesicht.
      "Da wollte wirklich jemand, dass dem Mann jeglichen Stolz genommen wird", bemerkte der Gerichtsmediziner trocken. "Ist das die Todesursache?", fragte Paul und der Mann schüttelte mit dem Kopf. "Nein, ich nehme an es handelt sich hier um Tod durch Ersticken!" Der Doc wies auf den Hals. "Male von einem Seil oder Draht. Außerdem Blut in den Augen und Schaum an den Lippen. Der Todeszeitpunkt kann ich euch leider erst nach der genauen Untersuchung sagen. Die Tiere hatten ja schon ihren Spaß."
      Semir nickte verstanden. "Danke", sagte er knapp und mit einem sichtlichen Schauer, der seinen Körper durchfuhr, entfernte er sich von der Leiche und verzog nochmals das Gesicht. "Wirklich…einprägend…", murmelte Paul und Semir sah ihn an. "Ich denke, wir sollten unsere Frauen nie reizen!", flüsterte er und Paul musste grinsen. "Ist ja wieder n' super Vergleich!", lachte er und nahm sein Handy hervor, als es klingelte.
      "Die Chefin", sagte er und Semir nickte verstanden. "Susanne hatte ihr anscheinend Bescheid gegeben. Habe ihr ja angerufen gehabt, doch Krüger war noch an einer Sitzung." Paul nahm nach Semirs Erklärung ab.
      "Frau Krüger?", begrüßte er seine Anruferin. "Renner, Frau König hat mir Bescheid gegeben. Haben Sie schon Erkenntnisse?" Paul seufzte kurz und beobachtete Semir dabei, wie dieser die Geldbörse in eine Plastiktüte legte, diese verschloss und anschließend einem KTU-Arbeiter gab. "Allerdings. Wir wissen, wer der Tote ist! Robert Janowski, Kommissarenanwärter im Revier Köln Chorweiler!"
      Ein Stöhnen war zu hören.
      "Bitte sagen Sie mir, dass das ein übler Scherz von Ihnen ist, Renner!"
      "Würde ich gerne, ist aber nicht der Fall", erwiderte Paul sofort, "Fotos vom Ausweis stimmen überein. Wir können schon davon ausgehen, dass dies hier kein Raubüberfall war!" Paul konnte das Quietschen von Kims Bürostuhl im Hintergrund hören.
      "Was haben Sie nun vor?"
      "Wir sehen noch zu, was wir am Tatort herausfinden können! Anschließend, begeben wir uns zum Revier, um die Kollegen zu informieren", antwortete Paul.
      "Gut, aber Renner!"
      "Diskretion, ich weiß!", sagte Paul und hängte auf.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!

    • "Und?", fragte Semir und Paul steckte sein Handy in die Gesäßtasche. "Hat gejubelt vor Freude", antwortete er knapp und Semir seufzte. "Würde ich an ihrer Stelle auch tun. Besonders weil sie weiß, dass die Schrankmann auch da wieder Dampf machen wird!" Paul nickte zustimmend. "Jedenfalls müssen wir den Suchradius vergrößern lassen! Der Mann kann durch den ganzen Wald geflüchtet sein, oder geschleift.", fügte er seiner Geste hinzu.
      "Da bin ich schon dran!", hörten die Beiden hinter sich und drehten sich erschrocken um, wo sie Hartmut erblickten.
      "Ganz ruhig, Jungs. Bin nur ich!", sagte er ebenfalls erschrocken. "Ich glaub, ich hab was gefunden, was für euch noch interessant ist!" Hartmut hob eine Plastiktüte und ein Smartphone war ersichtlich. "Ich hab die Nachricht offen gelassen." Semir nahm die Plastiktüte entgegen und sah die Nachricht auf dem Display.
      "Du weißt, was ihr alle getan habt! Ich werde euch kriegen! Wenn du aber willst, dass ich euch in Ruhe lasse, komm am Abend in den Wald an der Autobahn Richtung Köln. Dort wo es passiert ist! Du weißt wo!", las er laut vor.
      "Sieht man, von wem die Nachricht ist?", fragte Paul und Hartmut schüttelte mit dem Kopf. "Nein, die Nummer ist unterdrückt. Aber, man sieht das Datum. Die Nachricht ist vor vier Tagen abgeschickt worden!"
      "Was den Todeszeitpunkt erklären würde.", dachte Semir laut. "Ich teile es naher gleich dem Doc mit. Aber bisher ist das alles, was wir gefunden haben. Wir müssen den Suchradius deutlich erweitern!"
      "Tut das. Paul und ich fahren zum Revier. Mal sehen, was wir herausfinden können, und für was diese Nachricht abgeschickt wurde!"
      "Gut. Gleich sollte auch Joshi dazu stoßen."
      "Willst du uns auseinanderhalten, Hartmut?", fragte Paul grinsend und Hartmut sah ihn mit großen Augen an. "Was? Nein! Sie hatte noch ja das Essen mit den Mädels und kommt nun nach und…"
      Paul klopfte Hartmut auf die Schulter. "Das war n' Scherz!", beruhigte er ihn und Hartmut zog eine Augenbraue hoch. "Weißt du, sie kleben ja nicht aneinander", eckte Semir an, winkte Hartmut zum Abschied und begann loszulaufen.
      "Tun wir auch nicht!", zischte Paul und rannte Semir hinterher zum Wagen.

      Brähmers Wagen war inzwischen verschwunden und Finn schrieb die Notizen der Aussage ins Reine. "Hey Finn", begrüßte Semir den jungen Polizisten und dieser sah auf. "Hey. Habe Brähmers Aussage. Sagt aber nicht viel aus. Nur, das er eben sich erleichtern musste und dann die Leiche entdeckt hatte." Finn beugte sich zu den Beiden. "Ist es wahr, der Tote ist Polizist?" Semir und Paul nickten. "Kommissarenanwärter aus Köln-Chorweiler. Robert Janowski.", antwortete Semir und Finn verzog den Mund. "Robert?", fragte er nach. "Du kennst ihn?", fragte Paul zurück und Finn nickte.
      "Hatte mal einen Vortrag an der Polizeischule gehalten für die, die ebenfalls dann in Erwägung ziehen, Kommissar zu werden. Ekliger Typ sag ich euch! Vor dessen Blicken, war keine Frau sicher. Aber nicht…ihr wisst schon, sondern wirklich, echt eklig. Mir kam beinahe das schiere Kotzen, wenn ich den Typ gesehen hatte. Fachlich, ein Profi, aber er genoss sein gutes Aussehen nur zu sehr!", antwortete er ehrlich und Semir verschränkte die Arme, während Paul die Hände in die Hüfte stemmte. "Denkst du was ich denke?", fragte Semir und Paul nickte. "Hundert pro!"
      "Ähm…ja, was denkt ihr denn? Also, wenn ich fragen darf", murmelte Finn leise und Semir nickte.
      "Auf seinem Handy hatte der Tote eine Nachricht, dass er für seine Taten büßen sollte. Man würde jedoch schweigen, wenn er in den Wald kommen würde. Jetzt mit deinen Aussagen…", erklärte er ausgiebig und Finns Augen rissen auf. "Moment mal, wollt ihr etwa sagen, das Robert Frauen vergewaltigt hat?"
      "Noch ist es nur eine Vermutung", beschwichtigte Paul, "Semir und ich fahren, wie gesagt zum Revier. Vielleicht finden wir es heraus!" Semir seufzte. "Denke ich nicht. Auf den Stadtrevieren halten die Jungen zusammen. Da wird nicht schlecht über einen geredet!", gab er sich wenig optimistisch.
      "Bis später", verabschiedeten sich die Beiden von Finn, stiegen in den Wagen und fuhren auf dem Standstreifen mit Blaulicht weiter, während Finn sich mit einem Winken verabschiedete.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!

    • Paul und Semir erreichten das Revier Köln-Chorweiler und wurden ausgiebig gemustert, als sie die Eingangshalle betraten. Natürlich fielen ihre Waffenholster am Gürtel auf und Semir war wirklich bekannt in den Polizeikreisen in Köln.
      "Sieh an", erklang es im breiten Kölsch vom Empfangsbüro und eine ältere Dame trat an das Pult, "die Berühmtheiten der Autobahnpolizei, wie kann man helfen?"
      "Wir würden gerne mit den Kollegen von Robert Janowski sprechen", antwortete Semir und die ältere Dame, die Semir dank dem Namensschild nun mit Maria Eber ansprechen konnte, zog eine Augenbraue hoch.
      "Robert? Den haben wir gefressen, kann ich euch sagen! Guter Polizist. Aber seit neustem, schwänzt er auch noch die Arbeit, neben seinen Frauengeschichten. Kann ich nicht haben!" Paul räusperte sich kurz. "Janowski kann nicht zur Arbeit erscheinen, weil seine Leiche heute Morgen im Wald nahe der Autobahn gefunden wurde."
      Sofort wich der skeptische Blick und Marias Gesicht wurde schneeweiß. "Was?! Robert? Tot?", fragte sie mit zitternder Stimme und Semir atmete tief durch. "Er wurde Opfer eines Gewaltverbrechens. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass die Tat aus purem Hass geschehen ist."
      Maria schluckte schwer. "Ich schicke euch zum Revierleiter hoch. David Ermann. Er kann euch vielleicht weiterhelfen! Dritter Stock, letztes Büro am Flur!" Semir und Paul nickten dankend und während Semir auf den Aufzug zuging, blieb Paul vor der Treppe stehen und verschränkte die Arme.
      "Echt jetzt?", fragte er und Semir blickte ihn ertappt an. "Alter Mann? Treppen schwer?", sagte er mit Hundeaugen und Paul rollte mit den Augen. Dennoch ging er auf Semir zu und drückte den Knopf.
      "Muss man jetzt für dich noch einen Zivi anstellen? Ich meine, Daddel-Abende statt Ausgang, Biertrinken in der Kneipe, statt eine Runde surfen; werden wir langsam alt?", eckte Paul an und Semir boxte ihn in die Schulter. "Ganz ruhig, oder ich erzähle Johanna, wie du mit Jenny und auch meiner Tochter rum geschäkert hast!" Unbeeindruckt hob Paul die Augenbrauen. "Weiss sie schon. Meinst du etwa, ich verheimliche so Dinge vor ihr? Sie war auch ehrlich zu mir. Bezüglich ihrer Vergangenheit. Z.B. das sie zweigleisig fährt oder gefahren ist, oder wie auch immer!" Der Fahrstuhl ging auf und Semir, sowie Paul gingen hinein.
      "Was, Joshi?" Paul nickte. "Beunruhigt dich das nicht?" Paul schüttelte mit dem Kopf. "Semir, was soll mich da beunruhigen? Fremdgehen ist fremdgehen, ob es nun ein Mann oder eine Frau ist, spielt doch keine Rolle. Die Angst bleibt dieselbe! Doch ich vertraue Joshi und lieben soll man sowieso dürfen, wen man will, hast du ja selbst gesagt!"
      "Bestreite ich gar nicht! Ich werde auch immer der Meinung bleiben. Liebe ist Liebe und kennt kein Geschlecht. Ich bin nur erstaunt. Hätte Joshi das gar nicht zugetraut gehabt!" Auf Semirs Kommentar grinste Paul. "Meinst du etwa, ich gebe mich mit "normalem" zufrieden?", scherzte er und Semir rollte nur mit den Augen, als der Fahrstuhl mit einem "Ping" aufging

      Beinahe rannten die Beiden in eine Frau, die sich noch mit einem lauten "Wow!" ankündigen konnte.
      "'Tschuldige!", stieß Semir aus und sah sich die Frau genauer an. Ein sportliches, kleineres Wesen mit langem, braunem Haar, das zu einem Pferdeschwanz gebunden wurde. kürzere Strähnen hingen vor dem Ohr und die grünblauen Augen sahen die beiden Männer an, besonders Paul wurde fixiert.
      "Paul Renner, richtig?", fragte sie sofort und ihre Stimme war melodisch und angenehm. Semir blickte Paul mit skeptischem Blick an und Pauls Unbehagen wurde sofort spürbar. "Ja?", fragte er leise nach und die Frau grinste.
      "Keine Sorge, keine vergessene Liebelei", scherzte sie und während Paul erleichtert aufatmete, sah Semir sie weiterhin zweifelnd an.
      Sie streckte artig die Hand aus. "Lara Brock. Kommissarenanwärterin. Ich bin mit Johanna befreundet!"
      Paul ging ein Licht auf. "Befreundet ist untertrieben! Joshi schwärmt nur in den höchsten Tönen von ihr!" Semir lächelte zum ersten Mal und gab Lara die Hand. "Freut mich. Semir, ich bin Pauls Partner." Lara nickte verstanden. "Oh ja, Joshi hat auch viel von dir erzählt. Eine Ehre, die Legende der Autobahnpolizei kennen zu lernen!" Semir errötete leicht. "Übertreib nicht", stammelte er und Paul packte Semir an der Schulter. "Was bringt euch hier her?" Paul übernahm den Lead. "Vielleicht kannst du uns vielleicht grad helfen. Wir sind aufgrund eines Mordfalles hier. Einer deiner Kollegen wurde ermordet!" Laras Augen rissen weit auf. "Was? Wer denn?", fragte sie überrumpelt. "Robert Janowski.", antwortete Semir direkt und auch Laras Gesicht wurde schneeweiß. "Um Himmels Willen.", stieß sie aus.
      "Kanntest du ihn?" Lara nickte auf Semirs Frage.
      "Nun ja, wir sind beide Kommissarenanwärter hier auf dem Revier. Von dem her, ja. Wir gingen auch zusammen auf die Polizeischule. Eng befreundet waren wir nie, aber man kennt sich."
      "Hat er sich in letzter Zeit komisch benommen?"
      "Nein, Paul. Eigentlich nicht. Nicht komischer als sonst, besser gesagt. Ihr habt ja vielleicht schon von seinen Frauengeschichten gehört…"
      Semir und Paul nickten.
      "…aber sonst? Nein. Das ab und an eine wütende Ex oder ein One-Night-Stand das Büro stürmte, war nichts außergewöhnliches, aber ansonsten. Er war ein guter Polizist, sehr pflichtbewusst."
      "Das hören wir von allen", murmelte Semir skeptisch.
      "Man kann das Wahre nicht verleugnen. Robert war diesbezüglich wirklich ein Vollprofi. Nur hätte er die Schlange öfters im Käfig lassen können!"
      Alle sahen auf als eine tiefe Männerstimme zu hören war, die nach Lara rief und sie bat, ins Büro zu kommen.
      "''Tschuldige, die Pflicht ruft! Ich steh euch natürlich zur Verfügung. Lasst euch von Johanna einfach meine Nummer geben!" Sie winkte zum Abschied und rannte zu dem Raum, aus dem die Stimme kam.
      "Joshi hatte Recht, sie sieht wirklich aus wie Lara Croft!" Semir hob eine Augenbraue und blickte auf den Brustbereich. "Die neue Lara Croft Semir!", stöhnte Paul und Semir lief ihm hinterher, als er loszulaufen begann. "Warte, es gibt eine neue Lara Croft?"
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!

    • "Oh Mann, Semir…" Paul ging auf das Büro von David Ermann zu und klopfte. Ein raues, gehässiges "Herein", schmetterte ihnen entgegen und Semir öffnete unbeeindruckt die Türe. "David Ermannn?" Ein Mann schmaler Statur und hagerem Gesicht blickte auf die Beiden. "Ja?", fragte er nun freundlicher und Semir, sowie Paul nahmen ihre Ausweise hervor. "Gerkhan und Renner. Kollegen von der Autobahn."
      Ermann stand auf und wies auf die Stühle. "Ah ja, Maria hatte sie angekündigt. Sie wirkte sehr leise am Telefon, was ich nicht von ihr kenne, was ist denn passiert?" Semir und Paul nahmen Platz und Semir übernahm die Initiative.
      "Ihr Kommissarenanwärter, Robert Janowski, wurde tot am Rande einer Autobahn gefunden!" Ermanns Augen rissen weit auf, was bei dem hageren Gesicht so wirkte, als würden die Augen beinahe aus den Höhlen fallen. "Was, Robert? Tot?", wiederholte er und Paul nickte. "Seine Leiche war wirklich in einem grauenhaften Zustand Herr Ermann. Er wurde erdrosselt, nachdem man seinen Körper geschändet hatte!", fügte er seiner Geste hinzu und beobachtete Ermann dabei, wie dieser sich beinahe in den Bürostuhl fallen ließ.
      "Mein Gott…als hätte ich nicht schon genug Probleme…", seufzte Ermann und Paul zuckte auf, als sein Handy klingelte. "Susanne", deutete er mit Lippenbewegungen an und Semir nickte zur Tür.
      "Entschuldigen Sie", murmelte Paul ging aus dem Raum und nahm ab. "Ja, Susanne?", begrüsste er seine Anruferin. "Paul, seid ihr bereits im Revier?", fragte Susanne sofort. "Ja…sind gerade beim Revierleiter, warum?"
      "Hör zu, gegen Janowski wurde ein internes Verfahren eingeleitet, einer seiner Kolleginnen hatte ihn angezeigt!"
      "Wegen Vergewaltigung?" Eine kurze Stille entstand.
      "Öh…ja…woher wusstest du das?"
      "Semir und ich hatten schon eine Vermutung. Weiss man, wer die Anzeige eingereicht hat?"
      "Nein, leider nicht. Sie war anonym. Ich bekomme auch keine Antwort von der internen Stelle."
      "Kann ich mir denken, danke für die Info!" Paul hängte auf und ging zurück in den Raum, setzte sich neben Semir und faltete die Hände um das Handy zusammen. Er hörte noch zu, wie Ermann bei Semir jammerte, wie furchtbar es momentan sei, ein Revier zu leiten, bevor er sich einmischte. "Herr Ermann, gegen Janowski war ein Verfahren wegen Vergewaltigung eingeleitet worden, wussten Sie das?" Semir verschränkte auf Pauls Frage die Arme und lehnte sich zurück, während Ermann schluckte. "Es ist ein internes Verfahren. Noch wissen wir nicht, ob die Anklagepunkte sich wirklich bestätigen!"
      "Also gibt es ein Verfahren?", fragte Semir nochmals nach und Ermann nickte. "Ja…Robert war ein guter Polizist, aber er konnte sich nicht stillhalten, was Frauen betraf. Allerdings hätte ich niemals gedacht, dass er so weit geht!", gestand Ermann ehrlich und Semir atmete tief durch. "Herr Ermann, der Vorwurf einer Vergewaltigung ist schwerwiegend. Es geht hier um das körperliche und auch seelische Wohl eines Menschen. Wieso haben Sie Janowski nicht suspendiert?"
      "Der Verdacht war ja noch nicht bestätigt!", erwiderte Ermann und wirkte beinahe wie ein Kind, das zu Unrecht beschimpft wurde.
      "Sie wissen schon, dass alleine schon die Anschuldigung dafür reicht, bis der Fall erledigt ist?", tadelte nun auch Paul.

      "Hören Sie, vielleicht habe ich einen Fehler gemacht. Aber es ist ja nun Janowski der Tod ist! Und bevor Sie fragen, nein ich weiß nicht, wer ihn angezeigt hat! Wie gesagt, es wird ermittelt!"
      Semir und Paul blickten sich an und jeder wusste genau, was der Andere dachte. Semir griff in die Innentasche seiner Jacke und nahm seine Visitenkarte hervor. "Sollte ihnen noch was einfallen, rufen Sie bitte an!", bat er und stand gemeinsam mit Paul auf. "Bitte", wiederholte Paul und ging mit Semir aus dem Büro. Beide konnten sehen, wie Ermann die Visitenkarte achtlos auf den Schreibtisch warf und sich mit dem Gesicht in den Händen, zum Fenster drehte.
      "Da werden wir zu beißen haben, das sage ich dir", murmelte Paul und Semir nickte zustimmend. "Ja…aber wir wissen immerhin schon ein wenig mehr." Paul seufzte und begann zu laufen. "Was mich stört, dass Ermann nicht rausrückt, wer Janowski angezeigt hat!" Semir zuckte mit den Achseln. "Ich glaube, er weiß es wirklich nicht. Inzwischen ist man ja vorsichtiger geworden, diesbezüglich!"
      "Stimmt…zum Glück. Ich bekomme jedes Mal einen Schauer wenn ich dran denke! Ich schwör dir, wenn jemand Joshi das antun würde…"
      "…oder Andrea...oder...meinen Töchtern. Ich verstehe dich. Finden wir heraus, wer die Anzeige aufgegeben hat, oder welche dunklen Geheimnisse Janowski noch hat, ich glaube, wir werden da noch auf einiges stoßen!" Paul stimmte Semir mit einem Seufzen zu und ging gemeinsam mit Semir die Treppen hinunter.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • In lauten Tönen hallte ein basslastiges Rock-Lied durch das Labor der KTU und Hartmut rollte nur mit den Ohren und lachte, als er erblickte, wie Johanna begann, Proben des Falles in kleine Reagenzgläser abzufüllen. Während ihr Oberkörper aufgrund ihrer Arbeit die absolute Stille blieb, kreisten Johannas Hüften mit zum Takt.
      "Geht's noch lauter?", schrie Hartmut und Johanna drehte sofort den Volumenregler ihrer tragbaren Box hinunter, die sie mit dem Handy verbunden hatte. "Sorry Chef", murmelte sie kleinlaut und Hartmut klopfte ihr mit einem Grinsen auf die Schulter. "Die Hautproben, die wir am Opfer gefunden haben?" Johanna nickte. "Jo, mache sie gerade bereit für die mikrobiologische Untersuchung, hattest du mir ja per SMS mitgeteilt, auf dem halben Wege zum Tatort!"
      Hartmut stellte eine mitgebrachte Kiste auf den Tisch. "'Tschuldige, ging schneller als vermutet. Und ich dachte mir, da könnte ich meine beste Assistentin doch schon im Labor brauchen!" Johanna zog auf Hartmuts Kommentar eine Augenbraue hoch. "Alter Schleimer", kicherte sie und blickte auf die Kiste. "Die Einzige?" Hartmut schüttelte mit dem Kopf. "Nein, ein, zwei kommen noch!", antwortete er und zog seine Jacke aus.
      "Ach im übrigen, dein Freund hat mir vorgeworfen, dass ich euch auseinanderhalte!" Johanna grinste. "Tust du das denn nicht?", eckte auch sie an und bekam von Hartmut eine Kopfnuss. "Aua!", lachte sie und Hartmut blickte auf die Box.
      "Wer ist das eigentlich? Klingt noch gut!"
      "Royal Blood. Kann ich nur empfehlen. Jedenfalls hilft es mir ungemein zum Arbeiten! Sag' mal, hab' gehört der Tote ist Polizist!"
      "Ja. Robert Janowski - Kommissarenanwärter in Köln-Chorweiler gewesen!" Johanna sah auf Hartmuts Antwort auf. "Ach? Meine beste Freundin arbeitet dort!", murmelte sie und Hartmut grinste. "Du hast Freunde?", kicherte er und Johanna legte artig ihre Arbeitsutensilien hin, bevor sie Hartmut mit scherzhaft angedeuteten Fäusten zu boxen begann. Hartmut erblickte, wie die Türe aufging und Semir, sowie Paul den Raum betraten.

      "Paul, deine Freundin verprügelt mich!", schrie er theatralisch gespielt um Hilfe und Paul verschränkte bloß die Arme. "Wirst du wohl verdient haben!", grinste Semir und umarmte Johanna, nachdem sie sich von Hartmut gelöst hatte.
      "Nasılsın?", fragte Semir und Johanna nickte lächelnd. "Teşekkür ederim. Siz nasılsın?", fragte sie zurück und Semir klopfte ihr auf die Schulter. "Ebenso danke!", entgegnete er und Hartmut, sowie Paul hatten den Kopf schief gelegt.
      "Sieh an, mein allesgeliebter, alleswissender Freund kann kein türkisch? Ich dachte, Semir ist dein Partner!", grinste Johanna und Paul zog eine Augenbraue hoch. "Fängt man schon an mit meinem Partner zu bandeln, bevor man überhaupt seinem weißem Ritter "Hallo?" sagt?" Johanna ging mit einem warmen Lächeln auf Paul zu und die Beiden küssten sich. "Na also, viel besser!", seufzte Paul glücklich. "Wir haben im übrigen deine beste Freundin getroffen", begann Semir und blickte in die Beweisbox. "Ach, ihr habt, Lara gesehen? Cool. Und?"
      "Scheint eine Nette zu sein. Aber du hast Recht, sie sieht wirklich aus wie Lara Croft!", antwortete Paul. "Ach, wie die alte, oder die neue?" Auf Hartmuts Frage hin stöhnte Semir. "Sagt mal, bin ich der Einzige der das nicht checkt? Es gibt eine neue Lara Croft?" Mit einem Lächeln winkte Johanna zu ihrem PC und machte ein Google-Fenster auf. "2013 wurde die Serie wieder auferweckt. So sieht sie nun aus!" Sie zeigte Semir ein Foto und dieser nickte mit verzogenem Mund. "Stimmt hat was. Sogar die Frisur ist die selbe!"
      Paul zuckte kurz, als das Handy klingelte. Er blickte schnell auf den Display und nahm ab. "Ja, Susanne?"
      "Ich hab rausgefunden, wer die Anzeige eingereicht hat!", verkündete Susanne sofort stolz. "Klasse, und?", fragte Paul neugierig.
      "Eine gewisse Lara Brock. Kommissarenanwärterin auch in Köln-Chorweiler!"
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!

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    • "Bist du sicher?", fragte Paul, nachdem er einmal tief geschluckt hatte. "Ähm...ja...Andrea ist dem nachgegangen! Sie konnte mir die Information geben. Und ich denke nicht, dass sie mich anlügt!", erwiderte Susanne prompt. "Wollte ich damit auch nicht behaupten. Danke Susanne!" Paul hängte auf und ging zu der Gruppe zurück, die vergnügt miteinander diskutierte. Allen fiel sofort Pauls nachdenklicher Blick auf.
      "Alles klar?", fragte Semir und Paul atmete tief durch. "Joshi, kam dir Lara in letzter Zeit komisch vor? Hatte sie sich seltsam verhalten?" Johanna zog die Augenbraue hoch. "Ähm...nein...wieso?", fragte Johanna verwundert und auch Semir legte den Kopf schief. "Auf mich wirkte sie vorhin auch nicht seltsam, warum fragst du?"
      "Das war Susanne. Robert Janowski war ja als Frauenheld bekannt...", begann Paul langsam und Johanna nickte sofort zustimmend. "Oh ja, was mir Lara alles erzählt hatte. Damit hätte man ein ganzes Buch füllen können, sag ich euch!"
      "...es wurde eine interne Anzeige gegen ihn eingereicht! Vergewaltigung!" Semir begriff sofort und blickte auf Johanna, deren Unterkiefer sofort hinunterklappte. "Nein...", stieß sie aus und Paul nickte. "Leider, Susanne hatte es mir gerade bestätigt!" Johanna legte eine Hand vor den Mund und schüttelte fassungslos mit dem Kopf. "Aber...wenn es wirklich so ist...warum hat sie mir nichts gesagt? Ich meine...das ist etwas Schlimmes. Ich...oh mein Gott!" Den letzten Teil des Satzes schrie sie beinahe und Hartmut legte eine Hand auf ihre Schulter. "Joshi...", begann er leise und Johanna hob eine Hand und atmete tief durch.
      "Aber ihr glaubt jetzt nicht, dass sie...was Janowski angetan wurde, das wäre nicht sie! Sonst hätte sie die Anzeige nicht eingereicht! Nein! Das kann...nein!"
      Paul ging auf Johanna zu und drückte sie an sich. "Noch wissen wir nichts genaues", begann Semir mit ruhiger, gar väterlicher Stimme, "wir werden sie einladen und dem nachgehen. Natürlich bei uns, unter einem Vorwand, sonst kann ich mir das Geschwätze im Revier vorstellen!" Johanna nickte dankend und schmiegte sich an Pauls Körper. "Ich geb' grad Susanne Bescheid!" Semir nahm sein Handy hervor, wählte die Kurznummer und entfernte sich von der Gruppe, als er das Handy an sein Ohr legte.

      "Ich versteh's nicht", flüsterte Johanna, "wieso hat sie mir nichts gesagt?" Paul merkte, wie sie sich von ihm löste und einfach noch seine Hand hielt. "Eine Vergewaltigung ist etwas Schlimmes und Erniedrigendes. Vielleicht hat sie sich geschämt. Aber wir dürfen nun keine voreiligen Schlüsse ziehen!", sagte er ruhig. Johanna nickte langsam und feuchtete sich mit der Zunge die Lippen an. "Und du darfst ihr nichts sagen, Schatz! Bitte! Sonst bekommt sie Panik und kommt vielleicht nicht. So weh es auch tut, aber wir müssen sie kalt erwischen." Erneut nickte Johanna. Der Schock war ihr deutlich ins Gesicht geschrieben. Sie wirkte um Jahre gealtert und ihre Augen wirkten trüb und leer.
      "Sie kommt sofort. Wir sollten ins Revier", sagte Semir leise, als er sich der Gruppe genähert hatte und sich neben Paul gesellte. "Okay", murmelte Paul zurück und drückte nochmals Johannas Hand. "Bitte...ich...kann nur sagen, dass sie nie jemanden umbringen würde. Das ist alles was ich sagen kann!" Paul nickte verstanden und gab ihr einen innigen Kuss. "Ich weiß! Ich liebe dich!", flüsterte er ihr ins Ohr. "Ich liebe dich auch", sagte sie leise zurück und Paul blickte zu Hartmut. "Ich pass auf sie auf!", versicherte dieser Paul sofort und er nickte dankend. "Okay, gehen wir!", kündigte er Semir an und dieser umarmte Johanna ebenfalls nochmals. "Kopf hoch", sagte er ihr zum Abschied, lief mit Paul aus der KTU und stieg in den Wagen.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • Als Semir und Paul in der PAST ankamen, stand Susanne von ihrem Schreibtisch auf und wies zu dem Flur, der zu den Verhörräumen führte. "Sie ist im Saal 3." Der Kriminalbeamtin fiel sofort der besorgte Blick von Semir und Paul auf. "Jungs? Alles klar?" Semir schüttelte mit dem Kopf. "Die junge Frau ist die beste Freundin von Joshi!" Susanne atmete tief durch. "Ach du...oje. Wusste Sie...?" Paul schüttelte mit dem Kopf. "Sie war komplett durcheinander, als ich ihr es erzählt hatte. Aus dem Grund konnte sie auch nichts sagen." Susanne nickte verstanden. "Joshi würde uns auch nicht anlügen. So schätze ich sie nicht ein!"
      "Das tut niemand von uns!", bestätigte Semir als Paul ihn ansah. Sie drehten sich um, als Finn an ihnen vorbeilief mit einer Kiste in den Händen. "Der letzte Teil für die KTU, ich bring ihn schnell vorbei!", erklärte er und Semir nickte. "Ich wollte ja nicht lauschen, aber hab' ich das richtig mitbekommen grade? Janowski hat tatsächlich jemanden vergewaltigt und das Opfer könnte Joshis beste Freundin sein?" Semir nickte seufzend. "Oh man. Ich, das tut mir ja leid. Wusste sie es?" Paul schüttelte mit dem Kopf. "Sie wird vielleicht ein wenig durcheinander sein, wenn du dort bist, aber du weisst ja nun warum!"
      "Ja klar! Verstehe ich! Ich meine, da hat sie das ganze Zeit durchgestanden und jetzt das?", entgegnete Finn auf Pauls Aussage und dieser nickte. "Ja, vielleicht kannst du sie ja aufmuntern!" Finn zuckte mit den Achseln. "Ich kann es versuchen!", versprach er und Paul hob den mahnenden Zeigefinger. "Aber nur aufmuntern, klar?" Finn errötete sofort. "Was...klar...ich...keine Sorge Paul! Sie ist wie eine grosse Schwester für mich! Ich würde niemals!" Paul grinste leicht und Semir rollte mit den Augen. "Finn, hör nicht auf ihn! Er liebt es einfach, dich stammeln zu sehen! Aber wäre lieb, wenn du das machen könntest!" Mit einem bösen Blick und noch immer roter Haut, nickte Finn und verliess den Raum.
      Semir drehte seinen Kopf zu Paul. "Was? Komm schon du musst zugeben, er ist süss wenn er rot ist! Ausserdem hab' ich das grad gebraucht!" Semir stöhnte. "Jaja du Scherzbold. Nun ja, aber um auf unser Thema zurückzukommen. Ich glaube auch nicht, dass Joshi uns anlügen würde. Sie scheint es wirklich nicht gewusst zu haben, aber schauen wir mal. Bist du sicher, dass Andrea das korrekt herausgefunden hat? Nicht, dass ich an der besten Frau aller Zeiten zweifle aber..."
      "...Sie sah Lara Brock in das Büro der Schrankmann laufen, als die Anzeige eingereicht wurde. Zeitpunkt stimmt ebenfalls überein. Es gibt eigentlich keine andere Möglichkeit!", versicherte Susanne nochmals. "Für mich reicht das", sagte Paul und lief voraus. "Danke nochmals!" Susanne lächelte leicht. "Bedank dich nicht bei mir, bedank dich bei deiner Frau naher!", sagte sie und Semir lief Paul hinterher. Sie begaben sich zu Saal 3, wo Lara Brock alleine am Tisch sass und unruhig sich umsah. "Paul, Emotionen unter Kontrolle, klar?", sagte Semir als er Pauls Blick auf Lara entdeckte. "Klar", antwortete Paul und wies Semir zur Türe und zeigte ihm so, dass er den Lead der Anhörung übernehmen solle. Semir öffnete die Tür und ging hinein, worauf Lara aufsah und lächelte. "So schnell sieht man sich wieder", grinste sie, doch ihre lockere Art von vorhin war verschwunden.

      "Nun ja, hätte man vermeiden können", begann Semir langsam, nahm sich der Stuhl der sich gegenüber Lara befand und setzte sich, "warum hast du uns nicht gesagt, dass du von Janowski vergewaltigt wurdest?" Laras Augen rissen ins Unermessliche auf. "Was?", lachte sie gekünstelt, "Wie kommt ihr denn darauf?"
      "Wir haben herausgefunden, dass du eine Anzeige gegen Janowski eingereicht hast!" Lara schüttelte auf Pauls Aussage mit dem Kopf. "Ich habe gar nichts! Überhaupt nicht!", schrie sie beinahe. "Wer hatte dann die Anzeige eingereicht?", fragte Semir weiterhin geduldig. "Was weiss ich! Ich bin es definitiv nicht gewesen!" Paul atmete tief durch, es war ihm deutlich anzusehen, wie sehr er versuchte, die Emotionen einzudämmen. "Wieso wurdest du dann bei der Staatsanwaltschaft gesehen? Was hast du dort gemacht?", fragte er mit gepresster Stimme.
      "Paul, ich arbeite ebenfalls als Polizistin! Ich habe wahrscheinlich was abklären müssen!" Semir schürzte kurz die Lippen. "Du warst es also nicht?" Lara schüttelte mit dem Kopf. "Nein und wenn das alles war, würde ich nun gerne gehen!" Semir stand auf als Paul auf Lara zugehen wollte und hielt ihn zurück. "Ja, das war alles, danke!", sagte Semir ruhig und Lara verliess mit gesenktem Kopf den Raum.
      "Semir, was zum Teufel? Man sieht ihr doch an, dass sie uns was verheimlicht!" Semir nickte. "Ist mir nicht entgangen, aber wie wollen wir das beweisen Paul? Momentan haben wir nur die Aussage von Andrea, dass Lara in dem Büro war und die Anzeige eingereicht hat! Wir müssen anders darauf kommen...wir müssen sie aus der Reserve locken...aber für das müssen wir tiefer graben! Also, ran an die Arbeit!"

      Johanna blickte auf, als es an der Tür klopfte und Finn an der Türe erschien. "Hey", begrüsste er sie und Johanna lächelte leicht. "Na, Kleiner. Lange nicht mehr gesehen!" Finn grinste verlegen und stellte die Schachtel auf einen kleinen Ablagetisch neben Johannas Arbeitsfläche. "Nun ja, du warst ja auch lange weg! Wie geht's dir denn?"
      "Haben's dir die Jungs schon gesagt?"
      "Bin ich so offensichtlich?", fragte Finn stöhnend zurück und Johanna grinste. "Deine Nasenflügeln zittern, wenn dir unwohl ist. Es ist ziemlich offensichtlich." Finn rollte mit den Augen. "Man, das sagt mir schon immer meine kleine Schwester und die ist jünger als ich, da musst du nicht auch noch kommen!" Johanna stemmte eine Hand in die Hüfte und zog eine Augenbraue hoch. "Mhm! Soll das heissen, dass ich eine alte Frau bin? Ich bin schliesslich älter als du und deine Schwester!"
      "Äh...nein...nicht so gemeint! Du bist wie eine grosse Schwester für mich, Joshi. Du hast immer ein offenes Ohr für uns alle von der Autobahnpolizei. Also fühlt es sich so an, als würde ich von einer grossen Schwester belehrt werden. Was auf der einen Seite cool ist, ich wollte schon immer eine weitere Schwester!" Johanna deutete ein Boxen an und puffte Finn in die Schulter. "Gut gerettet!", sagte sie lächelnd und auch Finn grinste. "Die letzten Sachen vom Tatort! Ich..." Johanna hob die Hand, als ihr Computer piepste. "Die Hautproben schon ausgewertet?", fragte Finn erstaunt und auch Johanna hatte einen skeptischen Blick. "Verwundert mich auch. Ich konnte zwar DNA retten, aber Erstens, wir haben die Person im System und Zweitens, so schnell?" Sie rief die Ergebnisse auf und stiess sofort einen frustrierten Schrei aus.
      "Lara Brock...", las sich Finn laut vor und atmete tief durch.
      "Joshi..."
      "Ich...ich bring sie um! Wenn sie das wirklich war, bring ich sie um! Ich...SIE HAT MICH ANGELOGEN FINN!" Finn nickte und legte beruhigend seine Hände auf ihre Schultern. "Ich weiss, Semir und Paul sind ja dran. Und..." Ein lautes Klirren war zu hören und Finn, sowie Johanna zuckten auf. "Das kam von der Aservatenkammer! Da sind die neuangekommenen Gegenstände zum untersuchen drin!" Johanna rannte sofort los und Finn ihr hinterher. Das Fenster zum Untergeschossraum der Kammer, war zerstört worden und zwischen den unzähligen Regalen, war eine schwarze Silhouette zu erblicken.
      "HEY!", schrie Johanna und die Silhouette schoss hoch und der Umriss einer Waffe war zu erkennen. "Joshi runter!" Finn schaffte es, Johanna runterzuziehen, bevor eine Kugel in die Wand eindrang und dann Schritte zu hören waren. "Der haut ab!", zischte Finn und sah, wie Johanna bereits aufgestanden war und durch das Fenster sprang und der unbekannten Person hinterher rannte. Finn schaffte es sie zu überholen. "Stehen bleiben oder ich schiesse!", drohte Finn doch die Person stiess mit der Schulter die Türe zur Parkhalle auf und rannte weiter, vorauf Finn und Johanna hinterhergingen. Als sie zur Rampe kamen, stieg die Person in eine dunkelgrüne Limousine ein, die sofort losfuhr. Die Fenster öffneten sich und zwei Maschinengewehre wurden sichtbar. "Runter!", schrie Finn und Johanna warf sich auf den Boden. Sie hörte das Quietschen der Reifen und als das Feuer eingestellt wurde, blickte sie auf und sah den Wagen wegfahren. "MISTKERLE!", schrie Johanna, als sie aufgestanden und die Rampe hinuntergesprungen war. "Finn, hast du...?" Sie drehte sich um und sah, dass Finn nicht auf seinen Beinen stand. "Finn?" Sie sprang zurück auf die Rampe und sah Finn rücklings auf dem Boden liegen.
      Sein Brustkorb hob sich heftig und aus seinem Mundwinkel floss Blut. "Scheisse, FINN!" Johanna rannte auf ihn zu und erblickte nun, dass sich ein Loch inmitten von Finns Brust gebohrt hatte, aus dem der rote Lebenssaft herausfloss. Finns Augen sahen panisch zu Johanna. "Hey, alles wird gut! Okay!" Johanna nahm ihr Handy hervor und wählte sofort die Notrufnummer. "Ja, hier ist Johanna Schimke! Ich brauche sofort einen Krankenwagen in der Parkhalle des KTUS Düsseldorf! Ein Mann wurde niedergeschossen, beeilen Sie sich!" Johanna legte auf, schmiss das Handy achtlos neben sich, zog ihren Kittel aus und legte ihn auf Finns Wunde. Finn selbst, stöhnte und ächzte. "Ganz ruhig, Kleiner. Alles wird gut...okay! Du wirst wieder..." Voller Erschrecken musste Johanna doch entdecken, dass sich unter Finns Rücken bereits eine Lache zu bilden begann.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • Für Johanna lief alles wie ein schlechter Traum ab, sie drückte die Wunden weiter ab, als Finn in den Krankenwagen gehievt wurde, da man ansonsten zu viel Zeit verlieren würde. Der dichte Nebel um ihren Kopf lichtete sich erst, als sie merkte, dass sie auf einen der Stangen der Trage stand und die Trage bereits durch die Türen des Notfallraumes geschoben wurde.
      „Frau Schimke! Wir können wechseln! Gehen Sie runter!“ Sie sah in das Gesicht eines arabisch stämmigen Arztes und blickte dann zu Finn. Das Gesicht war inzwischen schneeweiß und die Lippen hatten eine bläuliche Farbe angenommen. Ein Sanitäter hatte den jungen Polizisten inzwischen intubiert und führte mit einem Ballon Luft zu.
      „Finn, bleib bei uns! Komm schon!“, schrie sie beinahe.
      „Frau Schimke!“
      „Er ist ein Freund von mir! Er ist wie ein kleiner Bruder für mich!“ Erwiderte Johanna sofort. „Dann lassen Sie uns sein Leben retten!“ Johanna sah tief in die Augen des Arztes, nickte dann und sprang ab. Das Team verschwand mit Finn in einen der Räume und Johanna konnte nur zusehen, wie sich die Türe allmählich schloss und alles im Dunklen verwahrte.
      Sie hörte Schritte hinter sich und spürte Hartmuts Präsenz hinter sich. „Ich habe die Anderen informiert!“, sagte er leise und sah, wie Johanna eine Hand zur Faust ballte und sich diese vor den Mund hielt, der sich allmählich verzog. Sie merkte gar nicht, wie etwas von Finns Blut an ihrem Kinn hängen blieb.
      „Was haben die mitgenommen, Hartmut...?“, fragte sie gepresst und gedämpft und Hartmut atmete tief durch. „Janowskis Handy“, antwortete er direkt und mit der freien, flachen Hand schlug Johanna gegen die Wand und ein dunkelroter Abdruck blieb zurück.
      „Joshi...“
      Johannas Atem ging schnell. Jeder Zug war deutlich an ihren Bewegungen zu sehen. „Ich hätte nicht so schnell handeln sollen. Dann wäre das Handy einfach weggekommen und Finn würde jetzt nicht...“ Sie stieß einen grellen Schrei aus und schlug erneut gegen die Wand.
      „Du wolltest die Beweise sichern. Egel von welchem Fall. Das ist doch das, was uns ausmacht! Du hast richtig gehandelt!“, sagte Hartmut sofort und legte beide Hände auf ihre Schultern.
      Doch anstatt das Johanna zu weinen begann, sank sie ihre Hände und ihre Augen begannen zu funkeln.
      „Ich schwör dir...wenn Lara jetzt noch schweigt, reiße ich ihr persönlich den Kopf ab. Da kannst du sicher sein!“ Hartmut schluckte kurz. „Das ist nicht die richtige Lösung!“, versuchte er sie zu beruhigen.
      „Du hast aber nicht nur Angst um Finn sondern...“
      „...ja verdammt Hartmut, ich bin stinksauer! Wenn Lara wirklich einfach so ein stolzes Huhn ist und einfach nicht sagen will...nur weil sie...“ Nun begann ihre Stimme zu stocken und die Tränen sammelten sich in ihren Augen. „Das hättest du sein können Hartmut. Oder was, wenn wir Frederick im Labor gehabt hätten? In diesen Räumen dahinten“, sie wies auf die Notfallräume, „kämpft Finn nun um sein Leben...das er überhaupt noch lebt ist schon ein Wunder...“
      Wie silberne Streifen, begannen die Tränen ihren Weg über die feuerroten Wangen zu bahnen. „Sie hatte aber nicht den Abzug gedrückt Joshi und sie hat auch nicht die Typen zu uns geschickt! Ich weiß es ist schwierig, aber wir können nun nicht alles deiner besten Freundin zuschieben! Oder willst du nun auch sagen, dass sie...“
      Johanna schüttelte mit dem Kopf. „Natürlich nicht, ich werde auch alles in die Wege setzten, ihre Unschuld diesbezüglich zu beweisen...aber...ihre Hautschuppen waren auf dem Opfer...sie hat gelogen. Hat nicht mit mir über das gesprochen!“

      „JOSHI!“ Hartmut und Johanna drehten sich um und sahen Paul und Semir, die auf sie zu gerannt kamen und Paul schwang sofort seine Arme um Johanna und drückte sie an sich, während er mit einer Hand sich in ihren Haaren festkrallte. „Woher?“, fragte Johanna erstaunt. „Ich hab sie informiert. Besser gesagt, Susanne. Der ganze Tatort wird nun abgesichert und untersucht.“
      Paul nickte Hartmut zustimmend und strich Johanna über die Wange, als sie ihm in die Augen blickte und er ihre Tränen sah. „Ist dir wirklich nichts passiert?“, fragte Paul mit zitternder Stimme und Johanna schüttelte mit dem Kopf. „Nein, das ist...“, sie holte kurz tief Luft, „...das ist alles Finns Blut...“, sagte sie leise und spürte Semirs Hand auf ihrer Schulter. „Mein Gott“, flüsterte Semir geschockt. „Die Chefin ist mit Jenny zusammen zum Tatort gefahren. Sie kümmern sich um die Sache. Jedoch sollen wir sie unverzüglich über Finns Zustand informieren.“, erklärte er dann und Johanna löste sich dann langsam von Paul, nachdem sie sich geküsst hatten.
      „Was ist überhaupt genau passiert?“
      Johanna erklärte das Szenario nach Pauls Frage und die drei Männer hörten ihr aufmerksam zu. „Ich hätte nicht überreagieren sollen“, beendete Johanna ihre Erzählung und Semir schüttelte mit dem Kopf. „Hartmut hat dir das sicher auch schon gesagt, aber es zeigt, wie sehr du deiner Profession nachgehst.“
      „Ich weiß...trotzdem...“, murmelte Johanna und zuckte auf, als sie eine bekannte Stimme ihren Namen schreien hörte. Sie blickte den Flur hinab und sah Lara Brock auf die Gruppe zukommen.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • „Lara?“, stieß Johanna erstaunt aus. „Es wurde durchgemeldet, dass die KTU angegriffen wurde. Ich habe mich bei deinen Kollegen informiert!“, erklärte sich Lara sofort und legte eine Hand auf Johannas Schulter. „Bist du unverletzt?“ Johanna löste sich von Paul und nickte langsam.
      „Ich schon...“, begann sie langsam, „...Lara...ich habe deine Hautschuppen auf der Leiche von Janowski gefunden!“
      Ein leises Raunen ging durch die Runde und Lara spürte sofort die ernsten Blicke aller im Nacken.
      „Was meinst du damit?“, fragte sie zitternd und Johanna verschränkte die Arme. „Bitte Lara. Meinst du wirklich, ich kenne die momentanen Stände der Ermittlung nicht?“
      Lara atmete tief durch und nahm ihre Hände von Johannas Schultern. „Was erwartest du von mir?“, zischte Lara mit gepresster Stimme und Johanna nahm nun Laras Hände in die ihre. „Die Wahrheit. Oder willst du nun, das alle hier, inklusive mir, hier denken, dass du Janowski umgebracht hast? Das du Rache verübt hast?“
      Semir und Paul waren erstaunt wie ruhig Johannas Stimme blieb. Natürlich zitterte sie leicht durch die Tränen, die ihr noch immer die Wangen runterrannen, doch ansonsten, war die Stimme ruhig, nachfragend und in normaler Lautstärke.
      Unsicher blickte Lara auf den Boden und atmete tief durch. „Ich weiß, dass du dich schämst. Ich weiß, wie du erzogen wurdest! Aber du kannst nicht noch mehr Menschen in Gefahr bringen!“
      Laras Mund verzog sich.
      „Zwei Mal“, schluchzte sie und Tränen tropften von der Nasenspitze auf den Boden. „Einmal brutal mit Gewalt, einmal hat er mich unter Drogen gesetzt. Aber ich habe ihn nicht umgebracht! Das müsst ihr mir glauben!“
      Johanna drückte Laras Hände fester. „Hast du die SMS an Janowski gesendet?“ Lara blickte Paul verwirrt an. „SMS?“, fragte sie verwundert.
      „Janowski erhielt eine Nachricht, die ihn zu dem Ort, wo er ermordet wurde, bestellt wurde, damit seine Machenschaften nicht öffentlich gemacht werden!“ Lara schüttelte mit dem Kopf, griff sofort ihre Tasche und reichte Johanna das Handy. „Bitte, ich habe eine Nachricht von ihm erhalten.“ Johanna suchte auf dem entsperrten Handys die Nachrichten durch und öffnete eine Nachricht.
      „Ich schwör dir, du dreckiges Biest, wenn du mich weiterhin bedrohen willst, dann wirst du das bitter bereuen!“, las Johanna vor und Paul stemmte die Hände in die Hüfte.
      „Ich wusste gar nicht, was er damit meinte. Zuerst dachte ich, es wäre aufgrund meiner Anzeige gewesen, doch dann bedrohte er mich nochmals und zwar persönlich und sagte, ich solle aufhören, ihm diese Nachrichten zu schicken!“
      „Du wusstest also nichts von Nachrichten?“ Lara schüttelte auf Semirs Frage mit den Kopf. „Nein. Ich wollte ihn kalt erwischen, daher die Anzeige!“
      Semir nickte verstanden. Er griff in seine Jackentasche und nahm eine Karte hervor. „So schwer es dir fällt, wir müssen eine Aussage haben. Ich begreife aber auch, dass es nicht einfach ist, so etwas erneut zu erzählen. Aus diesem Grund bitte ich dich, die Aussage bei Frau Daniela Morgenstern zu machen. Sie ist bekannte Polizeipsychologin!“
      „Sie ist wirklich gut“, versicherte Johanna, „ich war bei ihr. Bitte Lara, für mich!“ Lara nickte langsam und drückte sich an Johanna die ihre Arme um ihre beste Freundin legte. „Es tut mir
      leid, Joshi...ich hatte einfach Angst, mich geschämt...ich wollte das alles nicht!“, schluchzte sie und Johanna legte ihren Kopf auf den Laras.
      „Soll dich Hartmut bis zu Frau Morgenstern begleiten? Er ist mein Chef und der einfühlsamste Typ neben meinen beiden hier den ich kenne. Ich hoffe du verstehst, dass ich hier bei Finn sein möchte, da ich wissen möchte, wie es ihm geht! Danach, habe ich ein offenes Ohr für dich!“
      Lara löste sich von Johanna und küsste ihr auf die Wange.
      „Ich bin so froh, dass dir nichts passiert ist!“, flüsterte sie und ging auf Hartmut zu, nickte und Hartmut legte beruhigend eine Hand auf ihre Schultern. „Gehen wir und dich Johanna will ich erst sehen, wenn du alles weißt, was nun mit Finn ist!“, sagte er sanft und winkte den Anderen zum Abschied.

      „Ich hätte wirklich gedacht, dass du ihr den Hals umdrehst!“, bemerkte Semir erstaunt und blickte zu Johanna, die nachdenklich Lara nachblickte. „Ich hatte es auch vor!“, gestand Johanna ehrlich, „Doch ich habe ihre Augen gesehen, als sie auf mich zugekommen ist...ich...kann’s nicht erklären, aber es hat meine Wut gemildert!“ Sie blickte auf ihre Hände. „Komm, du solltest dir die Hände waschen.“ Semir und Paul drückten sich sie nach vorne und bei einer Schwester erkundigten sie sich nach einem Waschraum.
      Sie wies die Drei zu einem Raum, wo Johanna ihre Hände waschen konnte. Finns Blut vermischte sich mit der Lauge der Seife und dem Wasser. Es tropfte die metallene Fassade des Brunnens hinunter und verschwand im Abfluss.
      Das restlich Blut - war auf Johannas schwarzen Pullover nicht zu sehen.
      „Kommst du eigentlich klar?“, fragte Paul besorgt und Johanna nickte. „Mehr oder weniger. Ich...weiß ehrlich gesagt auch nicht, was ich fühlen soll. Momentan alles ein wenig viel. Eines weiß ich nur...ich will nur, das Finn überlebt!“, antwortete sie ehrlich und Semir atmete tief durch. „Das wollen wir, glaube ich, alle!“, stimmte er Johanna zu und als diese sich die Hände abgetrocknet hatten, gingen sie zurück und setzten sich auf die Stühle vor dem Eingang der Räume. Johanna lehnte sich an Paul und dieser legte einen Arm um sie. Sie drückte sich an ihn und Semir starrte auf die Uhr. Und alle wussten, dass nun eine lange Zeit des Wartens begann.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • Nach einer langen Zeit des Wartens, hörten Semir, Johanna und Paul einen Arzt, der sich nach Angehörigen von Finn erkundigte. Sofort schossen sie auf und gingen auf sie zu. Johanna erkannte ihn sofort als der Doktor, der sie eindringlich bat, Finn loszulassen und ihn seine Arbeit zu machen. Der Mann der sie bat, Finns Leben retten zu dürfen. Er wirkte nun ruhiger und der ernste Gesichtsausdruck war verschwunden.
      „Frau Schimke...“, begrüßte er sie und Johanna holte tief Luft, ihr war deutlich anzusehen, dass sie etwas loswerden wollte.
      „Hören Sie, was vorhin passiert ist, ich kann mich nur entschuldigen. Ich war nicht ich selbst. Ich bin selbst Tochter eines Arztes und einer Krankenschwester. Ich sollte eigentlich wissen, wie behindernd so ein Verhalten wie das meines vorhin ist...“
      Der Mann hob die Hand und lächelte warm. „Das ist schon in Ordnung. Sie waren in eine Art Schockzustand.“ Er blickte zu Semir und Paul. „Wir gehören zu ihr und auch zu Finn. Er ist unser jüngster Kollege bei der Autobahnpolizei!“, erklärte Semir sofort und der Arzt nickte. „Mein Name ist Doktor Sofiane Hassid. Ich habe Herr Bartels operiert...“, begann er, „...Herr Bartels ist ein wackerer Bursche. Er hat die Operation gut überstanden. Für eine kurze Zeit hatten wir schon Angst, dass er es nicht schafft, aber ist ein wahrer Kämpfer...“
      „Wie sieht die Diagnose aus?“, fragte Paul ruhig und Doktor Hassid atmete tief durch.
      „Es war ein Durschuss, allerdings hat Herr Bartels ein Trauma des linken Lungenflügels. Venen und Arterien waren angerissen. Die Kugel ging knapp neben dem Herzen vorbei. Sein Zustand ist stabil, aber noch immer leicht kritisch. Wir wollen kein Risiko eingehen und haben ihn in ein eigenes Zimmer verfrachtet. Herr Bartels braucht nun viel Ruhe und gute Freunde die bei ihm sind. Wir haben nämlich in Erfahrung bringen können, dass seine Familie wirklich im Ausland feststeckt und eine klare Aussicht auf ein Datum der Ausreise nicht möglich ist!“
      „Können wir zu ihm?“, fragte Johanna sofort und Doktor Hassid nickte. „Natürlich. Kommen Sie!“ Er führte die Gruppe zum ersten Obergeschoss, wo sie sich zum Raum 146 begaben. „Er ist erst vor kurzem aufgewacht. Seien Sie also nachsichtig mit ihm!“
      Alle drei nickten. „Sicher“, fügte Paul der Gestik hinzu und Doktor Hassid gab allen die Hand. „Danke für alles, und nochmals. Ich entschuldige mich von ganzem Herzen!“, sagte Johanna nochmals und Hassid lächelte erneut. „Wie gesagt Frau Schimke. Es ist kein Problem. Glauben Sie mir, ich habe schon schlimmeres erlebt!“ Mit diesen Worten verabschiedete er sich und lief die Gänge zur Schwesternstation hinunter.
      Paul klopfte kurz an der Türe und Johanna übernahm die Initiative. Sie öffnete die Türe und betrat den Raum.

      Sofort erklang das Piepen des EKG’s. Alle drei erblickten Finn im Bett liegend. Die Augen, halbwegs geöffnet und auf sie blickend. Eine dicke Nasenkanüle zierte das schneeweiße Gesicht. Die Augen waren mit einem roten Schimmer ummantelt und die Lippen hatten jegliche Farbe verloren.
      Jedoch lächelte Finn, als er das Trio erblickt hatte. Die Hand, die mit einer Kanüle versehen und der kleine Schlauch mit Klebeband angeklebt war, hob sich leicht und winkte ihnen zu.
      Johanna ging auf ihn zu, beugte sich über ihn und küsste ihn sanft auf die Wange. Als sie sich wieder zurückzog, konnte sie die Tränen nicht mehr verbergen. Sie schniefte kurz und presste die Lippen zusammen.
      Finn öffnete seinen Mund doch sein schwaches Flüstern war kaum zu verstehen. Also beugte sich Johanna nochmals kurz und drehte ihren Kopf so, dass ihr Ohr nahe von Finns Mund war.
      „Ist dir nichts passiert?“, fragte er leise und Johanna hob ihre Kopf an, schüttelte mit dem Kopf und musste lächeln. „Nein, es geht mir gut“, schluchzte sie leise und küsste Finn nun auf die Stirn.
      „Du hast uns einen schönen Schrecken eingejagt“, lächelte Semir und begab sich ans Ende des Bettes, wo er sich auf dem Geländer abstützte.
      Paul begab sich auf die freie Seite des Bettes. „’Tschuldige...“, flüsterte Finn und lächelte leicht. „Wir sind nur froh, dass du noch bei uns bist“, sagte Paul sanft und drückte leicht seinen Arm, ohne die Infusion zu treffen.
      „Fühlst du dich bereit, ein zwei Fragen zu beantworten?“, fragte Semir und Finn nickte. „Johanna, die Fragen gelten auch an dich.“, sagte Semir sofort und Johanna nickte verstanden. „Natürlich“, versicherte sie sofort und Semir atmete tief durch. „Habt ihr das Gesicht des Angreifers erkennen können?“ Johanna, sowie auch Finn schüttelten mit dem Kopf. „Es ging alles so schnell“, entschuldigte sich Finn mit heiserer Stimme und Semir winkte ab. „Verstehe ich“, fügte er seiner Geste hinzu. „Gibt es sonst etwas, dass vielleicht relevant sein könnte. Habt ihr etwas Bestimmtes sehen können? Ein Merkmal, ein Kennzeichen?“
      „Kennzeichen...“, murmelte Finn und kniff die Augen zusammen. „Gott, wie war das Kennzeichen?“, knirschte er und verzog sein Gesicht vor Schmerz. Johanna legte eine Hand auf seine Schulter und strich mit dem Daumen darüber, worauf sich das Krankenhaushemd ein wenig verschob.
      „Langsam Finn...“, sagte Johanna leise und blickte auf Semir, „nein leider nicht. Wie gesagt. Es ging alles ganz schnell. Ich wünsche, wir könnten euch mehr sagen!“ Paul nickte verständnisvoll.
      „Schauen wir mal, ob Jenny und die Chefin etwas am Tatort herausfinden konnten.“, kündigte Semir an.
      „Ich bleibe bei Finn“, bestimmte Johanna sofort und Paul lächelte. „Hast doch deinen Chef gehört, du darfst bleiben!“ Er küsste sie sanft und mit einem Winken verabschiedeten sich die Beiden.
      Finn blickte zu Johanna. Er zwinkerte kaum. „Habe ich was im Gesicht?“, fragte Johanna verwundert und Finn schüttelte leicht mit dem Kopf. „Geht es dir wirklich gut? Ist ...“, er holte tief Luft, „...ist dir wirklich nichts passiert?“
      Johanna lächelte und strich Finn über den Haarschopf. „Nein, es geht mir wirklich gut, keine Angst.“
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • „...meine Familie?“ Johanna seufzte, nahm sich einen Stuhl und setzte sich zu Finn ans Bett. „Sie stecken im Ausland fest. Diplomatische und Wettertechnische Probleme“, erklärte sie und Finn nickte verstanden. Johanna umfasste Fins Arm und strich mit dem Daumen über die Haut. „Bleibst du noch ein wenig da?“ Johanna lächelte auf Finns Frage, stützte ihr Gesicht auf der freien Hand und nickte. „Wenn du das möchtest“, antwortete sie mit sanfter Stimme und Finn lächelte zurück. „Das wär schön. Hab’ ich wenigstens meine „große Schwester“ bei mir!“ Johanna verstärkte kurz den Druck um den Arm.
      „Mach ich doch gerne!“
      „Aber meinst du...Paul...er...“ Johanna lachte und wusch sich danach die Tränen aus den Augen. „Meine Güte, Finn. Hör dir auf deswegen Sorgen zu machen. Du bist der Neuling. Paul liebt es einfach dich zu necken, das ist alles. Du kennst ihn doch.“ Finns Wangen wurden rot, was durch seine blasse Gesichtsfarbe noch mehr zur Deutung kam.
      Jedoch wurde sein Gesicht wieder ernst. „Ich wünschte, ich könnte mich an das Kennzeichen erinnern...ich hatte es genau gesehen!“ Sein Gesicht verzog sich und seine freie Hand legte sich auf die Brust. Johanna griff eines der Kabel und nahm ein kleines Gerät hervor und legte es sanft in Finns Hand.
      „Schau, das ist eine Schmerzpumpe. Wenn du auf den Knopf drückst, kannst du dir Schmerzmittel geben.“ Mit zitternder Hand nahm Finn das Gerät entgegen und blickte es skeptisch an.
      „Was?“, fragte Johanna verwundert.
      „Meine Oma...wurde süchtig nach Schmerzmittel, als ihr Tinnitus, bei ihrer Gehörlosigkeit so schlimm wurde, dass sie es nicht mehr aushielt...“
      Johanna hob ihre Hände und formte einen Satz. Finn sah den Fingern aufmerksam zu und sah Johanna dann verwundert an.
      „Woher...?“
      „...mein Patenkind verliert seit ihrer Geburt immer mehr ihr Gehör. Wir bereiten uns alle damit vor, damit wir dann nicht ins kalte Wasser geworfen werden.“, erklärte sie, „und wie ich es dir eben gesagt habe, hab keine Angst, das wird dir nicht passieren, mit meinem Rat. Nur benutzten, wenn es nicht mehr geht. So habe ich es auch gemacht!“
      Finn nickte verstanden und drückte kurz den Knopf. Sofort entspannte sich sein Gesicht und er legte sich tiefer ins Kissen zurück.
      „Hast du eine Idee, wie wir die Zeit verbringen können?“, fragte Finn und Johanna nahm die Fernbedienung und winkte sie. „Einen speziellen Wunsch?“, fragte sie und Finn blickte auf die Uhr.
      „Fußball?“ Johanna grinste breit und nickte. „Fußball!“, antwortete sie und suchte einen Sender der eines der Ligaspiele ausstrahlte. „Mal sehen, englische Liga...deutsche Liga...uh, Dortmund gegen Köln!“ Sie blickte zu Flinn und er nickte. „Feind oder Freund?“ Johanna kicherte. „Ich bin in Dortmund geboren mein Bester, was denkst du?“
      Finn lächelte. „Dann Feind!“

      Semir und Paul betraten die KTU, wo sie von Kim begrüsst wurden. „Wie geht es ihm?“, fragte sie, ohne die Beiden richtig zu begrüßen und Semir ergriff die Initiative. „Die Ärzte sind optimistisch. Seine Lunge ist verletzt und die Kugel ist knapp am Herzen vorbei, aber er ist wach und ein wackerer Bursche!“
      „Ich nehme an, Johanna ist bei ihm?“ Paul sah Kim auf ihre Frage hin verwundert an und sie lächelte. „Ich bitte Sie, Renner. Ihre Freundin ist bei unseren Ausflügen dabei und sie ist mir nicht unterstellt, wie Frau Dorn.“, erklärte sie und gemeinsam begaben sie sich zum Tatort, wo die große Blutlache, die Finn hinterlassen hatte, deutlich zu sehen war.
      „Meine Güte, kein Wunder war Johanna so verschmiert!“, murmelte Paul und im Augenwinkel sah er Jenny auf die Gruppe zukommen. Auch sie fragte nach Finn und wieder beantwortete Semir die Frage.
      „Habt ihr was rausgefunden?“ Kim nahm ein Tablett hervor und zeigte die Aufnahmen einer Video-Kamera.
      „Wir haben versucht, alle Bilder zu analysieren, aber auf keinem der Aufnahmen, kann man das Gesicht des Täters sehen.“
      „Das Kennzeichen des Wagens?“, fragte Paul und Kim schüttelte mit dem Kopf. „Freund und Johanna werden die Aufnahmen auseinandernehmen müssen. Im Übrigen, Freund hat mich informiert. Lara Brock ist tatsächlich bei Frau Morgenstern und gibt ihre Aussage ab.“, antwortete sie und Semir atmete erleichtert durch. „Wenigstens etwas!“, murmelte er und Kim nickte zustimmend.
      „Da ist noch was!“, mischte sich Jenny ein und winkte alle in die Asservatenkammer. Sie packte ihre Hände in Handschuhe und zeigte eine Tüte, in dem ein Speicherchip lag. „Ein KTU-Arbeiter hatte bereits das Handy auseinandergenommen! Sie haben zwar das Handy“, ein Lächeln umspielte ihre Lippen, „aber nicht die Daten! Und, es sind Fingerabdrücke drauf!“
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!

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    • Semir ging auf Jenny zu und gab ihr einen Kuss auf die Wange. "Hey langsam", lachte sie und übergab die Tüte einem KTU-Mitarbeiter. "Die Auswertung wird aber wahrscheinlich ein wenig dauern. Ich denke nicht, dass wir so ein Glück haben, wie bei Brocks Hautschuppen. Sie ist schließlich im System.", murmelte Kim und blickte auf Paul und Semir. "Wir gehen nochmals ins Revier Köln-Chorweiler. Wir müssen in Erfahrung bringen, wer am meisten mit Janowski Kontakt hatte. Auch wenn unsere Chancen gering sind!", sagte Semir sofort und Kim nickte zufrieden.
      "Außerdem glaube ich, dass Ermann uns nicht die ganze Wahrheit gesagt hat!", äußerte Paul seinen Gedanken und Kim verschränkte die Arme. "Nun ja, David Ermann ist sowieso nicht gerade in den Polizeikreisen als geschwätziger und offener Typ bekannt. Ihn zu knacken ist auch schwierig!" Semir seufzte.
      "Mir geht einfach sein Satz nicht aus dem Kopf. Er sagte "Als hätte ich nicht schon genug Probleme..." irgendwie denke ich nicht, dass sich das nur auf das Verfahren bezieht. Keine Ahnung, aber ich hab da was im Gefühl!", sagte Paul nachdenklich und Semir sah ihn an. "Da ist definitiv etwas Größeres im Busch. Ich kann es mir auch nicht erklären, aber mir gefällt die Sache überhaupt nicht." Kim lächelte auf die Aussagen hin. "Ihr Gefühl hat Sie ja noch nie getäuscht meine Herren. Ich bitte Sie also, der Sache nachzugehen. Frau Dorn und ich halten hier die Stellung. Wir bleiben in ständigen Kontakt!" Semir und Paul nickten verstanden. Mit einem Winken verabschiedeten sie sich von allen und gingen zum Wagen zurück, wo Paul sich nachdenklich auf die Motorhaube setzte. "Alles klar?", fragte Semir und Paul zuckte mit den Achseln. "Ehrlich gesagt? Keine Ahnung. Mich beschleicht einfach ein mieses Gefühl Semir."
      Semir setzte sich neben Paul und stopfte seine Hände in die warme Jackentaschen. "Nicht nur dich", sagte er dann ehrlich.
      "Komm" Semir klopfte Paul auf den Oberschenkel, "wir können nur unser Bestes tun und versuchen, das Schlimmste zu verhindern, sollte etwas eintreffen." Paul nickte und setzte sich ans Steuer, während Semir es sich auf dem Beifahrersitz gemütlich machte und seinem Partner dabei zusah, wie Paul den Motor startete und losfuhr.

      David Ermann blickte auf, als es an seiner Tür klopfte. "Herein!", rief er mit strenger Stimme und als er seine Besucher erblickte, stöhnte er. "Meine Herren", sammelte er sich jedoch schnell, "ich kann Ihnen leider nicht mehr sagen, wie heute Mittag. Also, was bewegt sie hier her?" Er wies auf die Stühle und Semir, sowie Paul setzten sich. "Wissen Sie, mit wem Janowski am meisten Kontakt hatte?" Erstaunt über die Frage legte Ermann den Kopf schief.
      "Bitte, beantworten Sie die Frage", drängte Paul und Ermann zuckte mit den Achseln. "Nun ja, das waren eigentlich alle in seinem Jahrgang. Ich kann sonst für morgen", er blickte aus dem Fenster, wo die Dunkelheit schon die Nacht andeutete, "die Leute organisieren. Falls Sie, sie verhören möchten!"
      "Darüber wären wir sehr froh", bedankte sich Semir, "Jedoch haben wir noch einige Fragen an Sie!" Ermann lehnte sich zurück und faltete die Hände ineinander.
      "Janowski galt ja als Schürzenjäger. Hat sich dies auch in seiner Arbeit gezeigt gehabt?" Ermann schüttelt mit dem Kopf. "Nein...jedenfalls ist mir nichts bekannt!", antwortete er prompt. "Gibt es Kolleginnen, die sich beschwert haben?" Ermann schüttelte mit dem Kopf, doch dann hielt er inne. "Doch, eine junge Wachtmeisterin. Sie war in der Begleitung von Lara Brock. Die junge Frau erzürnte sich über Janowskis Redensart mit ihr. Ich hatte ihn einfach ins Büro bestellt und ihm klar gemacht, wie er mit seinen Kolleginnen zu sprechen hätte!"
      "Haben Sie uns den Namen der Wachtmeisterin?", fragte Semir und Ermann winkte ab, "Sie hat gerade Schicht und ist hier, ich bringe Sie sonst zu ihr!"
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • Hallo Zusammen
      Ich entschuldige mich für die Verspätung. Ich habe endlich verdienten Urlaub und mein Patenkind schrie nach mir, so war ich übers Wochenende weg und hatte keinen Zugang zu einem Laptop.
      Jetzt geht's wie gewohnt weiter :)

      _________________________________________

      Paul und Semir nickten danken und liefen Ermann hinterher, der sie zum Grossbüro brachte, wo eine junge, rundliche, blonde Frau an einem der Computer sass und handgeschriebene Notizen abtippte. "Wachtmeisterin Gruber?", rief Ermann und die Frau sah auf, "diese Herren möchten mit Ihnen sprechen!" Auf Ermanns Aussage hin, stand Gruber auf und ging auf Semir und Paul zu. "Wie kann ich helfen?", fragte sie und stellte sich mit ihrem Vornamen, Stefanie, vor. "Es geht um Janowski. Herr Ermann erzählte gerade, dass Sie sich über ihn beschwert hatten!" Gruber nickte leicht auf Semirs Erklärung und begann mit ihren Fingern zu spielen. "Dürfen wir erfahren, um was es gegangen ist?", fragte Paul und Gruber atmete tief durch.
      "Nun ja, Sie sehen ja, dass ich ein wenig kräftiger gebaut bin...Robert mochte es darüber Scherze zu machen. Aber nicht nur er, er zog immer mehr unserer Kollegen damit hinein. Ich kam mir langsam vor wie auf dem Schulhof und nicht mehr wie auf einem Polizeirevier...", antwortete sie ehrlich und Semir nickte verstanden. "Sprich, er war nicht gerade der Charmeur schlechthin...sein Tod scheint Sie nicht sonderlich zu erschüttern", fügte er seiner Geste hinzu und Gruber lachte falsch auf. "Nun ja...wie würden Sie die Phrase "unfickbar" beschreiben?" Nein, so jemanden vermisse ich nicht! Ich hoffe Sie verstehen das!" Paul schüttelte fassungslos mit dem Kopf. "Ja natürlich...direkt ins Gesicht?", fragte er danach und Gruber nickte. "Ja...und das war noch einer der netteren Aussagen. Ich hatte mich bei Lara ausgekotzt und sie hatte mich dann ermutigt, mich an Herr Ermann zu wenden." Semir richtete seine Aufmerksamkeit auf die genannte Person.
      "Wie haben Sie gehandelt?"
      "Ihn abgemahnt natürlich! Wie es sich gehört!", erwiderte Ermann sofort und Gruber nickte bestätigend. "Es kam zu einem Gespräch. Da hatte Robert sogar noch gefragt, wo diese Sch...ja Sie wissen was ich meine, von Lara sei. Ich bin richtig zusammengezuckt. Er war stinksauer!" Paul verschränkte die Arme. "Er erwähnte gleich Lara?"
      "Ja...er ist schier ausgerastet. Ich bekam richtig Schiss!" Wieder blickte Semir auf Ermann und dieser zog Semir mit sich, während Paul sich weiterhin auf Gruber konzentrierte.
      "Wie gesagt, es bestand nur der Verdacht!", zischte Ermann sofort und Semir zog eine Augenbraue hoch. "Mhm...nach einer solchen Aussage hätte ich den Mann direkt suspendiert an Ihrer Stelle Ermann! Wieso haben Sie sich so an den Jungen gekrallt?" Ermann verschränkte die Arme. "Wie gesagt, er war ein guter Polizist! Und wenn Sie mich nun entschuldigen, ich habe noch zu tun!" Mit diesen Worten stampfte Ermann davon und Semir nahm sofort sein Handy hervor. Er wählte eine Kurznummer und wartete ab. "Susanne? Ja, hör zu, versuch herauszufinden, ob Ermann und Janowski irgendeine private Beziehung zueinander haben! Ich habe nämlich eine Vermutung!"

      Johanna schaltete den Fernseher aus, als das Spiel zu Ende war und sie bemerkt hatte, dass Finn eingeschlafen war. Sie legte die Fernbedienung auf den Nachttisch und deckte Finn besser zu. Als sie ein leichtes Tippen an der Scheibe hörte, drehte sie sich um und erblickte Lara, die mit verschränkten Armen vor dem Fenster stand und zu sich nickte. Johanna stand auf, ging hinaus und schloss die Türe hinter sich zu.
      "Hey...", begrüsste Lara sie leise und Johanna atmete tief durch. "Hey...", grüsste sie zurück und Lara blickte auf den Boden. Sie wirkte wie ein verlorenes Kind, anders, wie sonst. "Wie geht's dir?", fragte Johanna langsam und Lara blickte auf. "Keine Ahnung. Ich habe die Aussage gemacht. Frau Morgenstern gibt sie weiter...ich wünschte, das Ganze, wäre niemals passiert!" Johanna nickte zustimmend. Lara schniefte leicht und Johanna umarmte sie, sie legte eine Hand auf Laras Hinterkopf und der freie Arm war eng um Laras Torso geschwungen. "Es tut mir so leid...ich wollte nicht, dass du da reingezogen wirst!", schluchzte Lara und Johanna schüttelte mit dem Kopf. "Das ist nicht deine Schuld...das nächste Mal, versuch nicht die Einzelkämpferin zu machen! Kommt nicht so gut an!" Lara nickte mit einem traurigen Lächeln. "Ich hoffe nur, dass deine Jungs beweisen können, dass ich Robert nicht umgebracht habe...weiss die Staatsanwaltschaft eigentlich schon...?"
      Johanna schüttelte mit dem Kopf. "Noch sind "nur" deine Hautschuppen darauf. Es zeigt nichts davon, dass du Janowski getötet hast und..." Lara zog Johanna weg, als eine Ärztin und zwei Krankenschwestern an ihnen vorbei gestürmt kamen und direkt in Finns Zimmer gingen. Als die Türe aufging war deutlich der Alarm des EKG's zu hören. Johanna folgte dem Personal sofort und spürte direkt Laras Anwesenheit neben sich.
      Auf dem Bett verkrampfte sich Finns Körper und er zuckte unaufhörlich. "Anfall!", schrie eine Krankenschwester und die Ärztin kletterte sofort aufs Bett. "Embolie! Sofort den Schockraum vorbereiten lassen!"
      Lara sah dem ganzen fassungslos zu. "Jesses, was ist los mit ihm?", stiess sie geschockt aus und Johanna schüttelte mit Tränen in den Augen mit dem Kopf. "Keine Ahnung...es ging ihm noch gut und..." Die beiden Frauen zuckten zusammen, als das EKG ei neues Geräusch von sich gab. "Kammerflimmern! Ich brauch den Defi sofort!", schrie die Ärztin und eine der Schwestern reichte ihr die Pedale, die gerade mit Strom geladen wurden. Eine andere Schwester legte Finns Brust frei und klebte zwei Streifen darauf. "Bereit zum schocken!", verkündete sie und die Ärztin legte die Pedale auf die Streifen. "Weg!", schrie sie und liess den Stromstoss durch Finns Körper gleiten, worauf sich der Oberkörper aufbäumte.
      "Komm schon...", flüsterte Johanna und faltete die Hände zur eine betende Geste.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • Semir drehte sich um und erblickte Paul, der auf ihn zukam. "Und?", fragte er und Paul zuckte mit den Achseln. "Mehr konnte sie nicht sagen. Das ist alles", sagte er und bemerkte Semirs nachdenklichen Blick. "Alles klar?", fragte er besorgt und Semir nickte. "Ja...ja alles klar.", antwortete er leise und Paul atmete tief durch.
      "Ermann?"
      "Ich habe eine Vermutung, habe Susanne damit beauftragt."
      "Lässt du mich daran teilhaben?"
      Semir nickte auf Pauls Frage. "Ich meine, gegen Janowski bestand der dringende Verdacht der Vergewaltigung! Ich meine, selbst unsere Chefin würde uns sofort suspendieren, wenn der Verdacht bestände! Jeder Chef tut das! Ermann aber nicht!"
      "Soweit kann ich dir folgen", bestätigte Paul und Semir feuchtete kurz seine Lippen an. "Was, wenn Janowski und Ermann eine Verbindung zueinander haben? Etwas, dass uns Ermann verschweigt?" Paul stemmte seine Hände in die Hüfte und blickte kurz nachdenkend nach oben. "Du meinst, eine Beziehung? Verwandt?" Semir nickte. "Ja...irgendwie lässt mich dieses Gefühl nicht los! Ermann rückt immer wieder nur im letzten Moment mit Informationen heraus. Manchmal habe ich das Gefühl, wir müssen ihm eine Pistole auf die Brust setzten!"
      "Da hast du Recht", bestätigte Paul, "hoffen wir, dass die Kollegen von Janowski morgen mehr aussagen können. Ausserdem haben wir nun Laras Aussage. Vielleicht hilft uns diese auch weiter...aber..." Semir bemerkte Pauls Blick und deutete ihn sofort. "Du denkst auch, dass sie uns noch nicht alles gesagt hat, oder?" Paul nickte. "Allerdings. Aber ich denke, uns wird sie nicht vertrauen!" Semir zog eine Augenbraue hoch. "Du willst deine eigene Freundin ermitteln lassen?"
      "Sie ist Laras beste Freundin Semir! Wenn jemand etwas aus ihr hinaus bekommt, dann Joshi! Oder hast du eine bessere Idee?" Semir setzte zu einer Antwort an, verstummte aber dann. "Na also. Wir müssen in diesem fall weiterkommen Semir! Je mehr Aufmerksamkeit die Sache erhält, um so schwieriger wird es für uns!" Semir winkte ab. "Ja, das weiss ich doch!" Er rieb sich die geschlossenen Augenlider. "Lass' uns Schluss machen für Heute! Wir können eh nicht mehr erreichen!", riet Paul und Semir nickte. "Du hast Recht...so ungern ich es auch zugebe, aber..." Semir zuckte auf als sein Handy vibrierte und er auf den Display achtete. "Susanne? Jetzt schon?", fragte er verwundert und auch Pauls Blick wurde skeptisch. "Sie ist zwar die Beste, aber das sie die Allerbeste ist, hätte ich nicht gedacht", murmelte er und sah Semir dabei zu, wie dieser abnahm. "Ja, Susanne?", begrüsste er seine Anruferin und sein Gesicht wurde augenblicklich weiss. "Was? Wann?" Paul zog die Augenbrauen hoch, als er zusah, wie Semir sich fassungslos auf den Kopf griff. "Okay...ähm...ja...danke für die Info...ja...können wir nur..." Er hängte auf und spürte Pauls fragenden Blick.

      "Bei Finn gab es Komplikationen. Es hatte sich eine Embolie gebildet gehabt. Er hatte einen Anfall und sie mussten ihn operieren. Zwei Mal mussten sie ihn auch wieder zurückholen!" Pauls Augen rissen nach Semirs Erklärung weit auf. "Was?! Aber, er lebt oder? Oder?" Semir nickte. "Ja...aber...er....sie mussten ihn ins künstliche Koma versetzten. Sein Körper ist momentan einfach zu schwach. Ausserdem wird er künstlich beatmet. Man kann nur abwarten und hoffen, dass das Gehirn keinen Schaden genommen hat!" Paul begann im Kreis zu laufen und griff sich mit einer Hand ins blonde Haar. "Ach du Scheisse...", flüsterte er und Semir atmete tief durch.
      "Ich schwör dir, wenn wir diese Typen kriegen, drehe ich ihnen höchstpersönlich den Hals um!" Paul lachte falsch auf. "Nicht nur du, auf das kannst du wetten!", zischte er und nahm sein Handy hervor, als es klingelte. "Joshi...", murmelte er und beide realisierten es. "Mein Gott, sie muss dabei gewesen sein!", flüsterte Semir und Paul nickte. Er nahm ab. "Schatz? Ja, wir haben es von Susanne genommen. Nein, wir sind sicher nicht böse, dass du uns nicht zuerst angerufen hast! Bist du bei ihm? Ah, bereitest dich vor für die Intensiv...möchtest du wirklich? Ich meine...ja...natürlich. Brauchst du etwas?" Semir sah, wie Paul nickte.
      "Okay. Nein, ich liebe dich auch! Ich bringe Semir nach Hause und dann fahre ich Lara nach Hause...ich liebe dich auch!" Paul hängte auf und Semir verschränkte die Arme. "Ich komme mit dir! Schon vergessen, meine Family ist weg! Im Urlaub!" Paul kniff die Augen zusammen. "Stimmt, hab' ich vergessen!" Semir legte einen Arm um Paul und drückte ihn nach vorne. "Komm' gehen wir!"
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • Erschöpft warf Semir seine Jacken in die Ecke und begutachtete Pauls Wohnung. "Sie wirkt aufgeräumter", murmelte er und Paul, der die Türe hinter sich schloss, zuckte mit den Achseln. "Du hast ja auch eine Frau, wirst ja wohl begreifen warum...", erwiderte er leise und begab sich zum Kühlschrank. "Ist es wirklich für dich okay, dass Joshi bei Finn bleibt?"
      "Sicher...du hast ihn ja auch durch's Fenster grsehen Semir...er sah furchtbar aus..." Semir konnte Paul mit einem Nicken nur Recht geben und nahm dankend die Flasche Bier entgegen. "Hätte nie gedacht, dass ein Mensch so bleich werden kann...", flüsterte er, setzte sich auf die Couch und wartete, bis Paul sich neben ihn gesellt hatte. "Wo ist Lara Brock hin?" Semir zuckte auf Pauls Frage hin mit der Achsel. "Wahrscheinlich zu sich nach Hause..." Paul zog eine Augenbraue hoch, wollte etwas sagen, doch dann sah er Semirs Blick.
      "Ah..."
      "Ja, Jenny ist an ihr dran. Sollte sie sich auffällig benehmen, schnappt sie sofort zu!" Paul seufzte und schüttelte lächelnd mit dem Kopf. "Was hab ich auch an dir gezweifelt!" Er winkte kurz mit der Hand und nachdem Semir ihm die Bierflasche gegeben hatte, öffnete er Beide und reichte sie Semir zurück. "Auf Finn?", fragte Semir und Paul nickte. "Auf das unser Küken bei uns bleiben wird!", entgegnete er und sie stiessen die Flaschen aneinander.
      "Was wenn er es nicht schafft?", murmelte Sermor nachdenklich und Paul hob mahnend den Zeigefinger. "Soweit dürfen wir gar nicht denken, klar?!", sagte er eindringlich, doch Semir blieb unberührt.

      "Paul, der Junge hatte zwei Herzstillstände, eine Embolie und man weiss nicht ob das Gehirn Schaden genommen hat! Es ist nur realistisch, dass ich meine Zweifel habe. Du kennst mich! Ich gebe niemanden auf, aber der Junge hing an unzähligen Maschinen!"
      Paul atmete tief durch. "Das Einzige was wir tun können ist, diesen Fall zu lösen! Denn je länger dieser Fall andauert, umso mehr fürchte ich die Konsequenzen!" Ohne es zu wollen, musste Paul Semir recht geben.
      In diesem Moment klingelte Semirs Handy. Er sah auf den Bildschirm und nahm sofort ab. "Einstein! Sag bitte, dass wir was haben?!" Nach einem Nicken sank Semir das Handy und schaltete es auf Lautsprecher. "Okay Hartmut, Paul hört dich nun auch!", kündigte Semir an.
      "Okay super! Hört zu, Jungs. Ich habe weitere DNA Spuren von Janowskis Leiche erhalten, die ich sogar identifizieren konnte!", erklärte Hartmut sofort. "Super Nachrichten Hartmut! Und?", fragte Paul eiligst nach.
      "Ich hoffe ihr sitzt, aber die Spuren gehören zu David Ermann! Und nicht nur das! Es waren keine Hautschuppen, oder Schweiss, oder etwas in dieser Art!"
      "Nicht? Haben die Beiden denn eine verwandtliche Beziehung?", fragte nun Semir.
      "Nein. Susanne hatte mir schon deinen Verdacht durchgegeben. Aber deshalb hab ich euch gefragt ob ihr sitzt!"
      "Wir sitzen Hartmut!", erwiderte Paul gereitzt.
      "Okay, okay! An Janowskis Leiche wurden alte Spermaspuren von Ermann entdeckt und nichts deutet darauf hin, dass Janowski unfreiwillig von jemandem zum Sex gezwungen wurde!", verkündete Hartmut und Semirs, sowie Pauls Kiefer klappten nach unten.
      "Ermann und Janowski hatten eine Affäre!", stiess Paul aus, der als Erster wieder die Worte fand.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!

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    • "Nehme ich mal stark an!", antwortete Hartmut und Semir kratzte sich an den Bartstoppeln. "Das wird ja immer kurioser!", murmelte er und Paul nickte mit einem tiefen Seufzer. "Aber wieso dann die Vergewaltigung? Wieso geht er so mit Frauen um? Er hat ja anscheinend jemanden gehabt?" Paul konnte auf Semirs Fragen nur mit den Achseln zucken. "Weiss der Gott warum!", fügte er seiner Geste hinzu.
      "Hast du sonst noch was für uns, Hartmut?", fragte Semir nach. "Leider nicht. Die Auswertung der Speicherkarte dauert noch! Gebe euch aber sofort Bescheid, sollte ich wieder etwas haben!"
      "Danke dir!", sagte Semir und hing auf. In dem Moment klopfte es an der Tür und Paul stand auf. "Ich bin's!", hörten die beiden Johanna dumpf durch die Türe und sofort öffnete Paul diese. "Hey Jungs...", begrüsste sie die Beiden und hielt eine Tüte hoch. "Ich habe noch beim Asiaten was mitgenommen." Sie gab Paul nach diesem Satz einen Kuss und umarmte Semir. "Wolltest du nicht bei Finn bleiben?", fragte Semir verwundert und Johanna setzte sich mit einem Seufzen in den Sessel. "Die Schwester hatte mich rausgeschickt. Sie fand, ich sollte mir mal wieder etwas zu Essen und eine warme Dusche gönnen...und ehrlich gesagt...hatte ich keine Kraft und Lust mehr, mich zu wehren!" Semir legte eine Hand auf ihre Schulter. "Ist vielleicht auch gut! Du musst deinen Kopf auch mal freikriegen!", sagte er und Johanna lächelte leicht. "Evet, baba!", antwortete sie und Paul hob eine Augenbraue. "Sie hat "Ja Papa!" gesagt!", übersetzte Semir und Paul raufte das Haar seiner Freundin. "Jetzt mal ehrlich, woher kannst du türkisch?", fragte er ungeduldig und Johanna lächelte. "Die alte Sprechstundenhilfe meines Papas war Türkin. Vor zwei Jahren wurde sie pensioniert. Da ich oft auch von ihr "babygesittet" wurde, wenn meine Mutter eine Schicht im Krankenhaus hatte, bekam ich das eine oder andere mit!", erklärte sie und Semir grinste. "Nur ein Vorteil für mich! Könntest dir mal ein Beispiel an deiner Freundin nehmen!"
      "Jaja!", tat Paul die Sache ab und packte die Boxen aus und verteilte das Plastikgeschirr und die Stäbchen. "Was möchtest du zu trinken Schatz? Auch ein Bier?" Johanna schüttelte mit dem Kopf. "Ich denke, ich habe genug Alkohol durch die Sterilisationsmittel eingeatmet! Hast du Cola da?" Paul nickte, ging zum Kühlschrank und goss seiner Freundin ein Glas des berühmten Getränkes ein. "Nehmt was ihr wollt. Es hatte noch drei Menüs!" Auf Johannas Satz hin nahm sich Semir das Hühnchen Süss-Sauer, Paul die Ente und Johanna nahm den gebratenen Reis. "Seid ihr weitergekommen?", fragte Johanna, nachdem sie ihren ersten Bissen genommen hatte und Semir nickte. Er erklärte Hartmuts Entdeckung und Johannas eine Augenbraue ging nach oben.
      "Okay, das Ganze wird echt schräg!", murmelte Johanna und Semir nickte zustimmend. "Kannst du laut sagen! Wir hofften, du könntest noch mit Lara reden! Wir haben das Gefühl..." Johanna hob die Hand um Paul zu unterbrechen. "Auch wenn sie meine beste Freundin ist, den Verdacht habe ich auch!", bestätigte sie ihn. "Ich rede morgen mit ihr!" Semir nickte dankend und Paul stöhnte. "Und wir können morgen nicht nur das ganze Revier befragen, sondern auch noch Ermann ins Kreuzverhör nehmen! Das wird immer lustiger. Wenn die Medien das mitkriegen..." Paul hörte Johanna scharf einatmen und die beiden Männer sahen sie fragend an. Sie hob die Hand, nahm Pauls Fernbedienung hervor und schaltete auf den Nachrichtenkanal.


      "Wie nun bekannt wurde, ist der Tote am Waldrande der Kommissarenanwärter Janowski. Details zu seinem Tod sind noch nicht bekannt, jedoch wird ein internes Verbrechen vermutet! David Ermann, Vorgesetzter des Reviers Köln-Chorweiler, wo Janowski arbeitete, bat die Presse um Verständnis und sagte dennoch, dass die Truppe zu seinem verstorbenen Kollegen stehen werde!"


      "Oh nein!", ächzte Paul und liess sich in die Kissen der Couch fallen, während Semir nur genervt die Augen rollte. "Der Typ macht alles nur noch schlimmer!", knirschte er und Johanna schaltete den Fernseher wieder aus. "Läuft überall! Radio, Online-Medien, Fernseher, sucht es euch aus!" Paul schnaubte kurz und stocherte dann in seinem Essen herum.
      "Paul, die Ente ist schon tot! Es bringt nichts sich aufzuregen!", mahnte Semir und Paul sah ihn an. "Du weisst was das bedeutet! Morgen haben wir die Schrankmann bestimmt schon im Büro stehen! Und du weisst, wie sie momentan zu dir steht!"
      "Ist mir nicht entgangen!", erwiderte Semir sofort und blickte zu Johanna, "Doch Joshi hatte meinen Namen ja rein gewaschen und die Tatsache, dass sie dank der Schrankmann mit geplatzter Naht im Bett lag, führt auch dazu, dass die Schrankmann ihr Maul nicht gerade riesig aufreissen wird!" Paul wippte mit dem Kopf hin und her. "Meinst du eher nicht, sie wird dann noch aggressiver gegen uns vorgehen?", fragte er und Semir lächelte. "Na und? Deinem Charme ist sie doch bisher immer verfallen! Mach das Beste draus!" Paul stöhnte und massierte sich die Schläfen. "Na das sind ja super Aussichten!"
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • Am nächsten Morgen kam es wie es kommen musste. Als Semir und Paul das Büro betraten, stand Kim mit säuerlicher Miene neben Staatsanwältin Schrankmann und blickte ihre Kommissare beinahe mit hilfesuchendem Blick an.
      "Staatsanwältin Schrankmann", begrüssten Semir und Paul und Schrankmann hob den Kopf. "Meine Herren, ich sehe, Sie haben sich mal wieder einer grossen Sache angenommen und einer ihrer Kollegen liegt bereits im Krankenhaus! Können Sie sich erklären?" Ihre Stimme war eiskalt und Paul glaubte sogar, dass ein Schauer über seinen Rücken gegangen war, als er ihre Stimme vernommen hatte.
      "Wir haben die Ermittlungen sachgemäss aufgenommen und waren selbst nicht vor Ort, als unser junge Kollege angeschossen wurde. Er brachte restliche Beweise in die KTU, die anschliessend überfallen wurde", erklärte Semir ruhig und sachlich und Schrankmann zog eine Augenbraue hoch. "Wieso wurde Barrels geschickt?", fragte sie spitz und nun war es Kim, die, die Augenbraue hochgezogen hatte. "Er hatte sich freiwillig dazu gemeldet. Gerkhan und Renner hatten wirklich genug zu tun! wir ermitteln hier in internen Kreisen Frau Schrankmann!", antwortete sie und bekam als Antwort einen eiskalten Blick. "Wie ich vernommen hatte, war auch wieder Frau Schimke involviert. Wie kommt es, dass sie in letzter Zeit immer eine Rolle zu spielen scheint? Lassen Sie dem KTU zu viel Freiraum, Frau Krüger?" Kim blieb unbeeindruckt. "Ich denke, Frau Schimke hatte es sich nicht ausgesucht, mit einer involvierten Person dieses Falles befreundet zu sein", erwiderte sie kühl und Schrankmann blickte zu Paul.
      "Oder kann es sein, dass der werte Kommissar Renner ein wenig mit Herzchenaugen umhergeht und seiner lieben Freundin zu allem "Ja und Amen" sagt?" Bevor Paul wutentbrannt seinen Mund öffnete, war Semir schneller.
      "Frau Staatsanwältin", begann er förmlich, "dank Johannas Hilfe war es uns erst möglich gewesen, mit Lara Brock zu sprechen. Die junge Frau war seelisch sehr traumarisiert, was man zu gut verstehen kann. Wir werden heute Morgen auch noch das Revier Köln-Chorweiler besuchen, weil wir weitere Erkenntnisse in dem Fall erhalten haben!"
      "Die da wären?", fragte Schrankmann nun weniger unterkühlt und Semir nickte lächelnd. "Es scheint, als hätte der Direktor, David Ermann, ein Verhältnis sexueller Basis mit dem Toten gehabt. Es wurden DNA-Spuren gefunden. Ausserdem wollen wir von den Kollegen Janowskis noch mehr erfahren. Währenddessen untersucht Hartmut die Speicherkarte von Janowskis Handy und geht den weiteren forensischen Spuren nach!"
      Kim, sowie Paul, sahen Semir erstaunt an und auch Schrankmann wirkte beeindruckt. Sie schluckte kurz und nickte dann. "Gut, aber ich schwöre Ihnen, ein falscher Schritt und...!"
      "...dem sind wir uns bewusst Frau Schrankmann und vielen Dank für Ihr Vertrauen!", lächelte Semir, drückte Paul hinaus und liess die beiden Frauen alleine zurück.

      "Na los, komm!", drängte Semir und drückte Paul zum Wagen, der sich umdrehte und die Hände vor sich hielt. "Wow, wow, wow! Stop! Wer bist du und was hast du mit Semir gemacht?", fragte Paul augenblicklich und Semir grinste schelmisch. "In der Ruhe liegt die Kraft, Paul! Und wenn du sie nicht verärgern kannst, sei nett und lächle. Also komm!" Semir ging auf die Fahrerseite seines 3er BMWs zu und stieg ein, während Paul mit den Achseln nur zucken konnte und sich bei der Beifahrerseite hinsetzte.
      "Und was der Kommentar wegen dir und Joshi..."
      "...ach komm! Die Alte wurde doch schon seit Jahren nicht mehr flachgelegt und..."
      "...Paul!"
      "Ist doch so! Ich weiss genau, was du sagen willst Semir und ich gebe dir recht! Aber zwei Sekunden darf ich mich doch aufregen oder?" Semir nickte mit einem Lächeln und steckte den Schlüssel. "Jedenfalls haben wir so ein wenig Ruhe! Hoffentlich klärt sich die Sache bald!" Paul konnte Semir nur zustimmen. "Meinst du, Ermann wird etwas sagen?" Semir zuckte mit den Achseln. "Ich glaube, wir müssen da wirklich vorsichtig vorgehen. Ermann wirkt sehr zerbrechlich und labil. Ein falsches Wort und die Schrankmann hängt uns wirklich im Nacken.", antwortete er auf Pauls Frage. Gerade als Semir starten wollte klingelte sein Handy. Er zog es aus der Hosentasche und blickte auf den Display. Er nahm ab. "Jenny, was gibts? Ist gut ich stell auf Lautsprecher!" Semir tat wie angekündigt und sofort war Jennys Stimme zu hören.
      "Leute, Ermann geht in Richtung Brocks Wohnung! Und er sieht nicht gerade erfreut aus!", erklärte sie sofort und Semir warf Paul das Handy zu, startete den Motor und fuhr los. "Wir sind gleich da!", kündigte Paul an und hängte auf.
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!
    • Als Paul und Semir beim Wohnblock ankamen, stieg Jenny sofort aus ihrem Wagen. "Danke, dass ihr sofort gekommen seid!", sagte sie hektisch und Semir blickte nach oben. "Und es war wirklich Ermann?", fragte Paul und Jenny nickte. "Ja, und sein Gesichtsausdruck war nicht gerade glücklich!", bestätigte Jenny und ging gemeinsam mit den beiden Männern zum Eingang des Blocks. "Sie wohnt im vierten Stock!", erklärte Jenny sofort und sie liefen zum Aufzug, fuhren hinauf und schrecken auf, als ein lauter Knall zu hören war.
      "Ach du Scheisse!", stiess Semir aus und zog seine Waffe hervor. Paul und Jenny machten es ihm gleich und rannten sofort zur Türe. "ERMANN, HÖREN SIE AUF!", war Laras Stimme deutlich zu hören und Semir lehnte sich gegen die Türe. "Ermann, was immer Sie auch vorhaben, es bringt nichts! Das bringt Ihnen Janowski auch nicht zurück!", schrie er und Jenny wies eine ältere Dame zurück, die aus ihrer Wohnungstüre gehen wollte.
      Semir wartete vergeblich auf eine Antwort und als er die Türe öffnen wollte, durchdrang eine Kugel die Türe und schlug direkt in die Wand ein. "Oh mein Gott!", stiess Jenny aus und entsicherte, wie auch Paul und Semir ihre Waffen. "Ermann! Hören Sie auf! Sie machen alles nur noch schlimmer!", schrie Semir und Paul schüttelte mit dem Kopf.
      "Das bringt nichts!", zischte er und Semir blickte aus dem Fenster im Flur hinaus, das eine Feuerleiter hatte und Paul verstand. Er rannte sofort zum Fenster, öffnete es und kletterte hinaus, während Semir und Jenny zurückblieben.
      "Ermann, was Sie da tuen, bringt überhaupt nichts!", redete Jenny weiter und Semir versuchte erneut die Türe zu öffnen, doch wieder konnten er und Jenny noch im letzten Moment eine Schuss entgehen.
      "SIE VERSTEHEN ÜBERHAUPT NICHTS!", schrie Ermann ihnen entgegen und Laras verzweifelter Schrei und ihre bitterlichen Schluchzer erreichten die Ohren aller. "SIE WAR BEI IHM! SIE WAR BEI IHM ALS ER GETÖTET WURDE!" Jenny atmete tief durch und Semir seufzte mit geschlossenen Augen. "Hören Sie Ermann, das beweist noch nicht, dass sie ihn getötet hat! Ausserdem haben Sie einen Vergewaltiger geschützt! Sie verbessern mit dem Ganzen hier die Situation nicht gerade!", erwiderte Semir mit unterdrückter Wut und schrak mit Jenny auf, als weitere Schüsse zu hören waren und ein greller Schrei von Paul erklang.
      "Scheisse! Los! LOS!", schrie Semir und trat die Türe mit voller Wucht ein. "ERMANN SCHLUSS DAMIT!", schrie er und erblickte Ermann, wie er den freien Arm um Laras Hals gelegt hatte und die Waffe gegen die Schläfe drückte.

      Als nächstes erblickte Semir Paul, der auf der Seite lag und eine blutende Wunde am Oberarm abpresste. "Kommen Sie nicht näher!", drohte Ermann und drückte die feuerheisse Mündung an Laras Schläfe, die kurz aufschrie vor Schmerz, als das heisse Eisen sich in ihrer Haut einbrannte. "Sie hat gelogen, Gerkhan!"
      "Das haben Sie auch Ermann, noch ist nicht bewiesen, dass Sie Janowski umgebracht hat!" Ermann erhöhte den Druck auf Laras Schläfe und Lara begann bitterlich zu weinen. "Ermann, das bringt Sie wirklich nicht weiter! Sie sind frustriert, ja, aber das hilft niemanden weiter!", versuchte es Jenny nun sanfter und schrie gemeinsam mit Semir auf, als Ermann Lara von sich wegschubste und die Waffe unter sein Kinn hielt. Als ein Schuss erklang, ging ein lautes Raunen durch die Runde, als Ermann jedoch links einknickte und mit einer Schusswunde im Oberschenkel zu Boden ging. Sofort nahm Jenny die Waffe, steckte sie ein und ging zu Lara, die zitternd am Boden kauerte.
      Semir blickte auf Paul, der seine Waffe im beidhändigen Anschlag hatte, kurz die Augen zusammenkniff und mit einem Stöhnen nach hinten kippte und sich wieder am Oberarm hielt. "Paul..." Semir kniete sofort zu ihm und legte eine Hand auf die gesunde Schulter. "Nicht schlimm...ging durch...", knirschte Paul und Semir riss ein Stück seines Shirts ab und band es um die Wunde. Anschliessend nahm er sein Handy hervor und benachrichtigte den Notarzt. "Ermann?" Auf Pauls Frage sah Semir auf und sah, wie Jenny ihm die Rechte vorlas und ihm Handschellen anlegte. Danach blickte er zu Lara und atmete tief durch. "Junge Dame, wir müssen reden!"
      Semir: Du blutest übrigens!
      Alex: Ich blute?! Ja, ich blute! Ich habe mir 'ne Kugel für dich eingefangen! Man ich stehe hier vielleicht auf der Fahndungsliste!
      Semir: Alex...
      Alex: Weisst du wie Knast hier aussieht?
      Semir: Alex...
      Alex: WAS?!
      Semir: Ich hab dich lieb...
      Alex: Ja schönen Dank auch!

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