Entstehung und Idee

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Die Entstehung von „Alarm für Cobra 11- Die Autobahnpolizei"

Es war im Jahre 1992, als der damals 32-jährige Stuntman Hermann Joha die Film- und Stuntproduktion „Action Concept“ gründete. Nach ersten Stunts für die WDR-Serie „Der 7. Sinn“, sowie oftmaligen Beteiligungen als Second Unit für Actionaufnahmen bei öffentlich-rechtlichen Krimiserien (Tatort, Polizeiruf 110, u.v.m.), war das Magazin „Stuntteam“ beim deutschen Sportkanal DSF die erste eigens hergestellte Sendung der Produktionsfirma.

Nebenbei gründete Hermann Joha im April 1994 die „Düsseldorfer Stuntschule“. Bei einem mehrtägigen Sichtungsseminar wurden Stuntleute wie Roland Busch, Matthias Barsch, Roland Leyer und Stefan Richter entdeckt, die später bereits an der ersten Staffel zu „Alarm für Cobra 11“ maßgeblich beteiligt waren und auch noch viele Jahre später teilweise zum festen Bestandteil von Hermann Joha´s Team gehörten.

Mit der großen Unterstützung der RTL-Bosse Marc Conrad und Dr. Helmut Thoma konnte im Jahr 1995 das Projekt „Autobahnpolizei“ umgesetzt werden. Die „Polyphon Film-und Fernsehgesellschaft mbH“ übernahm zunächst noch den wesentlichen Teil der Produktion, während Hermann Joha und sein immer größer werdendes Team als Second Unit für die Stuntaufnahmen zuständig waren. Zeitgleich entwickelte Hermann Joha aber bereits seinen ersten eigenen Film „Der Clown“, in Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautor Claude Cueni und übernahm bei diesem Film sogar selbst die Regie. Claude Cueni war es auch, der für „Alarm für Cobra 11“ den ersten Pilotfilm schrieb. Ebenso war er maßgeblich an der Schaffung der Charaktere beteiligt und zeichnete sich für die erste Serienbibel verantwortlich. Deutschlands erste beide Actionformate waren geboren.
Die ursprüngliche Filmidee von „Alarm für Cobra 11- Die Autobahnpolizei"

„Deutschlands Autobahnen werden immer häufiger zum Tatort von Verbrechen. In Niedersachsen haben deshalb alle Autobahn-Dienststellen mit der Polizeireform vom 1. Oktober 1994 auch die Kriminalitätsbekämpfung übernommen. RTL greift jetzt mit „Alarm für Cobra 11“ das aktuelle Thema auf.“, heißt es im Jahre 1996, als RTL ihre neue Serie der Öffentlichkeit vorstellt. Die immer weiter zunehmende Kriminalität auf deutschen Autobahnen wurde für RTL zum Leitmotiv bei der Konzeption und der anschließenden Vermarktung der Actionserie.

Noch tiefer ging man auf das Thema der ansteigenden Kriminalität auf Autobahnen als Hintergrundidee der Serie ein und betonte:

„Seit dem Fall der Mauer hat sich die Situation auf den deutschen Autobahnen drastisch geändert. Diebstahl von Kraftfahrzeugen, Autoschieberei - Delikte dieser Art kannten wir vorher überhaupt nicht. Die Mobilität der Täter hat zugenommen. Heute wird die gesamte Infrastruktur des Landes für Straftaten genutzt. Die Autobahn bietet vier verschiedene Möglichkeiten: Erstens als Anfahrtsweg: Die Tatvorbereitungen können weitab vom Tatort geplant und durchgeführt werden. Zweitens als Transitstrecke: Die Täter können schnell und über größere Entfernungen von einem Ort zum anderen gelangen. Drittens als Fluchtweg: Nach der Tat gelingt es ihnen schneller, zu entkommen. Und viertens als Tatort: An Tankstellen, auf Rastplätzen, aus fahrenden Autos heraus.“

Waldemar Kaub, damaliger Inspektor der ADAC-Straßenwacht in Bielefeld, erklärte im Interview:

„Ein Grund ist die Öffnung der Mauern des Warschauer Paktes. Insbesondere auf der Strecke Polen - Ruhrgebiet ist eine Kriminalitätssteigerung zu bemerken. Zigaretten und Alkohol werden hier nach Deutschland geschmuggelt. Aber auch Kraftfahrzeuge und Ersatzteile. Immer wieder sind Umladungen auf Parkplätzen und Raststätten zu beobachten. Es ist jedoch schwierig zu beurteilen, ob es sich hierbei um illegale oder legale Ware handelt. Weil stellenweise fast ausschließlich „schwarze“ Nummernschilder aus Polen unterwegs sind, wurde von einigen Kollegen für die A2 der Begriff „Warschauer Allee“ geprägt. In den letzten Jahren wurden von der Autobahnpolizei verstärkt mobile Absperrungen und Kontrollen eingeführt, um den Kampf gegen die Kriminalität aufzunehmen.“

Mit den folgenden Worten bewarb RTL im Jahr 1996 ihre neue Serie: "Die Zivilfahnder vom Autobahnpolizeirevier 11 werden mit Allem konfrontiert, das die Verbrecherkartei hergibt. Die Belegschaft des Autobahnpolizeireviers 11 bildet eine echte Einheit, vom Beamten in der Funkzentrale bis zur Revierleiterin verlässt man sich aufeinander. Jahrelange Zusammenarbeit hat eine große Vertrauensbasis geschaffen. Viele Dinge müssen einfach nicht mehr ausgesprochen werden. So routiniert und professionell sie auf der Arbeit sind, so verletzlich und sensibel sind sie in zwischenmenschlichen Beziehungen. Der private Bereich spielt eine ebenso große Rolle, wie die Arbeit. Der Umgang mit Freundin, Ehefrau und Familie gestaltet sich dem extremen Lebenswandel entsprechend sehr emotional und damit nicht immer einfach. „Cobra 11- Die Autobahnpolizei“ erzählt hautnah und lebensecht. Man schaut nicht nur zu, man ist mittendrin. Spannung und Action von der ersten bis zur letzten Minute."

Liegt der Fokus seit vielen Jahren zwar schon lange nicht mehr auf der realitätsgetreuen Abbildung des Autobahnalltags, so lässt sich dennoch ein zentrales Element hervorheben, das die Serie damals wie heute charakteristisch macht: der familiäre Zusammenhalt.