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  • Am Donnerstag, den 15. Juni konnte man im Rahmen des Museumsmeilenfests in Bonn eine Podiumsdiskussion der besonderen Art erleben. Im Haus der Geschichte plauderte Jörg Lorbach, Leiter des Stunt & Special Effects Departments der Hürther Produktionsfirma action concept, über die Dreharbeiten verschiedener Actionformate, wie „Alarm für Cobra 11“ und dem Kinofilm „Rush – Alles für den Sieg“. Die Themen gingen dabei von der Entwicklung eines Stunts, über die entstehenden Kosten, bis hin zu der Frage, welche Stunts eigentlich die gefährlichsten sind.
    Zu Beginn der Diskussionsrunde erklärte Lorbach wie die Idee zu einem Stunt überhaupt zustande kommt und anschließend ihren Weg ins Kino oder zum Fernsehen findet. Dabei ist es wichtig, dass sich Drehbuchautoren und Stuntabteilung schon relativ früh bei der Story-Entwicklung miteinander absprechen, damit die Stuntabteilung einen entsprechenden Stunt für die Story entwickeln kann oder die Autoren die Story für einen bestimmten Stunt anpassen können. Da action concept ein Full-Service-Unternehmen ist, also alle Leistungen von der Stoffentwicklung bis zur Umsetzungen aus einem Haus kommen, stellt dies für die Hürther Profis keine besondere Schwierigkeit dar.

    Des Weiteren verriet Lorbach, dass viele Ideen für Stunts aus Alltagssituationen entstehen, bspw. wenn man auf der Autobahn hinter einem LKW herfährt, der mit großen Stahlrohren beladen ist. Solche Ideen werden dann mit der Hilfe von Spielzeugautos zu hollywoodreifen Stuntchoreographien ausgearbeitet. Doch bevor diese dann gedreht werden, werden noch zahlreiche Berechnungen und Tests auf dem firmeninternen Gelände durchgeführt, um die Sicherheit der Stuntleute zu gewährleisten und Schäden am Drehort vorzubeugen. Dabei sind Kosten von bis zu 100.000 Euro für einen Stuntdrehtag, wobei knapp 20.000 Euro nur für den Stunt entstehen, keine Seltenheit.

    Um die Kosten möglichst gering zu halten und eine hohe Sicherheit gewährleisten zu können wird dabei häufig tief in die Trickkiste gegriffen. So wurden für die Stunts zum Kinofilm „Rush – Alles für den Sieg“ einige ehemalige Formel 1 Fahrzeuge gekauft, zu Formel 3 Fahrzeugen umgebaut und angepasst, damit diese in den Spielzeitraum der 70er Jahre passten. Auch ein spezielles Keramik Formel 3 Auto wurde extra für die Unfallszene mit Niki Lauda entwickelt, damit man die Flammen am Fahrzeug über Gasleitungen wie bei einem Gasherd kontrollieren konnte.

    Nach diesem spannenden Einblick in den Alltag der Stuntabteilung von action concept und der Vorführung des aktuellen Actionreels konnten die Besucher noch einige Fragen an Jörg Lorbach stellen, die dieser gerne beantwortete.

    Wie teuer sind digitale Stunts?
    Im Regelfall kann man sagen, dass digitale Stunts meist teurer sind, als wenn man einen Stunt real drehen würde. Dies liegt unter anderem daran, dass man digitale Welten so erstellen muss, dass diese nicht mehr von der Realität zu unterscheiden sind. Dabei ist es wichtig die Umgebung mit real wirkenden Schatten, Effekten (bspw. bei Explosionen) und Reflektionen auszustatten, welche sehr rechenintensiv und aufwendig zu programmieren sind. Auch ist es für Schauspieler häufig schwieriger in einer Greenbox (ein grüner Hintergrund, vor dem man den Schauspieler spielen lässt, um ihn später in eine digitale Welt einfügen zu können) zu spielen und eine bestimmte Stimmung zu vermitteln, als wenn man ihn in der richtigen Szene spielen lässt. „Wenn man es auf einen Schauspieler regnen lässt, dann spürt er die Tropfen im Gesicht und reagiert darauf. Das ist in einer Greenbox einfach nicht möglich.“, erklärte Lorbach.

    Wie viele Versuche hat man für einen Stunt?
    Die Anzahl der Versuche ist häufig Abhängig von dem Budget, das für den Stunt zur Verfügung steht. Je mehr Budget da ist, umso mehr Fahrzeuge stehen einem bspw. für einen Stunt zur Verfügung und dadurch kann man diesen vielleicht noch einmal mehr wiederholen, wenn etwas schief gehen sollte.

    Woher bekommt action concept die Fahrzeuge für die Stunts?

    action concept besitzt eine eigene Abteilung, welche für den Ankauf und die Beschaffung von Filmfahrzeugen zuständig ist. Diese hat Zugriff auf einen eigenen Fahrzeugpool, wo auch Fahrzeuge, welche bei vorigen Produktionen nicht zu Einsatz kamen, in anderen Produktionen widerverwertet werden können und sorgt auch dafür, dass Fahrzeuge angepasst werden, damit für ein Projekt mehrere Fahrzeuge die gleich aussehen (sog. Fahrzeugdubletten) zur Verfügung stehen, um beispielsweise an mehreren Orten gleichzeitig drehen zu können.

    Wie hoch ist die durchschnittliche Geschwindigkeit bei Stunts?
    Im Regelfall beträgt die Geschwindigkeit die bei Stunts und Verfolgungsjagden gefahren wird 60 km/h.

    Was sind die gefährlichsten Stunts?
    Durch die gute Vorbereitung und die Stuntabsicherung gibt es eigentlich keine gefährlichen Stunts, denn wenn sie zu gefährlich wären, würden diese nicht von Stuntman umgesetzt, sondern am Computer erstellt werden. Aber man kann sagen, dass Bodystunts gefährlicher als Autostunts sind, da sich hier die Stuntmen schneller verletzen können, beispielsweise bei Treppenstürzen. Motorradstunts stellen auch ein höheres Verletzungsrisiko dar, da es hierbei keine Knautschzone für den Fahrer gibt. Die Schwierigkeit bei Motorrädern ist, dass man diese im Gegensatz zu Autos und LKWs nicht fernsteuern kann. Bei Stunts bei denen Motorräder mit anderen Fahrzeugen zusammenstoßen oder durch die Luft fliegen kommt deshalb häufig eine Stickstoffkanone zum Einsatz mit der ein Motorrad, wie ein Projektil, mit bis zu 70km/h abgeschossen werden kann.

    Nach einer guten halben Stunde voller interessanter Einblicke, Daten und Fakten verabschiedete sich Jörg Lorbach dann von seinem Publikum und hatte für alle Besucher noch eine kleine Überraschung im Gepäck. Als kleines Geschenk verteilte action concept noch einige Poster und Autogrammkarten verschiedener Eigenproduktionen an die Besucher.

    Text: Marco Müller
    Foto: Marcel Schöfer

Kommentare 2

  • ist das interessant
  • Hello Marco How do You do ? This Conference was useful for You and the ones Who work at back screen production workers. I hope you got useful information from the conference. Take Care. God bless You. I wish You good luck. 8o Kindly Regards :)